Corona-News Großbritannien meldet 246 Fälle mit der Omikron-Variante

In Großbritannien ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit der neuen Omikron-Variante deutlich gestiegen. Und: AfD-Politikerin von Storch nach positivem Corona-Test in Quarantäne. Das war der Überblick am 5. Dezember.
Masken zwecks Infektionsschutz: Menschen warten in Ashford, Großbritannien auf einen Zug (Symbolbild)

Masken zwecks Infektionsschutz: Menschen warten in Ashford, Großbritannien auf einen Zug (Symbolbild)

Foto: Gareth Fuller / dpa

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+++ Zahl der Omikron-Fälle stiegt in Großbritannien auf 246 +++

17.02 Uhr: Großbritannien hat am Sonntag 43.992 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron stieg nach Angaben des britischen Gesundheitsministeriums um 50 Prozent auf 246. Binnen 24 Stunden wurden demnach im Vereinigten Königreich 86 neue Fälle gemeldet.

Omikron weist im Vergleich zum bisher gängigen Coronavirus 32 Mutationen auf, sodass eine höhere Übertragbarkeit befürchtet wird. Die neue Variante war vor gut einer Woche von Wissenschaftlern in Südafrika entdeckt worden. Seither wurde sie in immer mehr Ländern nachgewiesen.

Die britische Regierung hatte wegen der Omikron-Variante erneut die Einreisebestimmungen verschärft. Ab Dienstag müssen alle Reisenden schon bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen.

Nach ECDC-Angaben vom Sonntag wurden inzwischen in 17 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums Omikron-Infektionen nachgewiesen. In Portugal gibt es demnach 34 Fälle, in Norwegen 19 und in den Niederlanden 18. Dahinter folgt Deutschland mit 15 Omikron-Fällen.

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Söder: Würde Lauterbach als Gesundheitsminister begrüßen

23.03 Uhr: Der SPD-Experte Karl Lauterbach würde nach Ansicht des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder einen guten Gesundheitsminister abgeben. Es brauche einen Ressortchef, der keine zehn Minuten Einarbeitungszeit benötige, sagte der CSU-Vorsitzende am Sonntagabend in der ARD-Sendung »Anne Will«.

»Ich glaube, Herr Lauterbach kann das auf jeden Fall«, sagte Söder. Er würde es begrüßen, sollte die Wahl auf ihn fallen: »Ich hoffe, ich schade jetzt ihm da in dieser Situation nicht.«

Söder würdigte Lauterbachs »Grundkompass«: »Wir sind zwar von ganz unterschiedlichen Polen her, aber wir haben oft ähnliche Positionen. Und ja, ich schätze und respektiere ihn«, sagte Söder. Lauterbach selbst wollte sich zu der Personalspekulation nicht äußern.

Die Besetzung der SPD-Ministerposten in der Ampel-Koalition steht noch aus. Der wohl künftige Kanzler Olaf Scholz will die Ministerinnen und Minister seiner Partei am Montagvormittag vorstellen. Mit Spannung wird erwartet, wer inmitten der vierten Corona-Welle das Gesundheitsressort übernimmt.

Illegale Party mit 75 Gästen in Neubrandenburg aufgelöst

20.26 Uhr: Die Polizei hat eine illegale Musik- und Tanzparty in Neubrandenburg aufgelöst. Wie ein Polizeisprecher der Stadt sagte, hatten sich in der Nacht zu Sonntag etwa 75 Frauen und Männer in einer Baracke auf einem ehemaligen Gewerbegelände in der Ihlenfelder Vorstadt versammelt. Ein Zeuge hatte die Beamten wegen des Lärms gerufen.

An der Mecklenburgischen Seenplatte sind gegenwärtig derartige Freizeitveranstaltungen wegen anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen untersagt. Der Veranstalter musste dem Polizeisprecher zufolge alles wieder abbauen und hat sich nun wegen Verstoßes gegen die Corona-Landesverordnung zu verantworten. Von allen Gästen seien die Personalien erfasst worden, da sie vom zuständigen Ordnungsamt ebenfalls zur Verantwortung gezogen werden sollen.

Von Storch nach positivem Corona-Test in Quarantäne

20.14 Uhr: Die stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Beatrix von Storch, ist nach einem positiven Corona-Test in Quarantäne. »Am Freitag habe ich ein positives PCR-Testergebnis erhalten und mich unmittelbar in die vorgeschriebene 14tägige Quarantäne begeben«, schrieb die 50-Jährige am Sonntag bei Facebook: »Mich schmerzt sehr, dass ich aus diesem Grund in der nächsten Woche nicht an den Sitzungen in Parlament und Fraktion teilnehmen kann.«

Stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion: Beatrix von Storch

Stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion: Beatrix von Storch

Foto: Christoph Soeder/ DPA

Es stünden wichtige Entscheidungen an, »die uns alle betreffen - unsere Freiheit, unser Leben, unsere Zukunft.« Die Wahl von Olaf Scholz zum Bundeskanzler werde kein guter Tag für Deutschland. Details zu ihrem Gesundheitszustand gab von Storch nicht bekannt. Nach Corona-Infektionen hatten sich zuvor bereits die Vorsitzenden der AfD-Fraktion, Alice Weidel und Tino Chrupalla, in Quarantänen begeben.

In Brüssel eskaliert Demo gegen Corona-Maßnahmen

19.15 Uhr: In Brüssel sind erneut Tausende Menschen gegen verschärfte Coronamaßnahmen auf die Straße gegangen. Die Demonstranten lieferten sich eine Schlacht mit der Polizei, die Wasserwerfer und Tränengas einsetzte.

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Immer mehr spanische Regionen bestehen auf 3G-Regel

16.24 Uhr: Ausgehen, Tanzen oder zu einem Konzert: In immer mehr spanischen Regionen gilt für solche Aktivitäten wegen steigender Corona-Zahlen die 3G-Regel. Auch auf Mallorca oder den Kanaren-Inseln muss bald immer öfter durch Vorlage eines »Covid-Passes« nachgewiesen werden, dass man geimpft, genesen oder frisch getestet ist. Auf Mallorca ist dies in Bars, Restaurants und anderen Einrichtungen mit einer Kapazität von mehr als 50 Personen seit Samstag bereits Pflicht. Über strengere Maßnahmen wie 2G (geimpft oder genesen), 2G plus (zusätzlich Testpflicht) oder gar Impfpflicht wird kaum diskutiert.

Bereits neun der siebzehn autonomen Gemeinschaften des Landes, die in etwa deutschen Bundesländern entsprechen, sowie die autonome Stadt Melilla in Nordafrika haben den »Covid-Pass« eingeführt oder zumindest beschlossen, wie der staatliche TV-Sender RTVE am Sonntag berichtete. Auf den Kanaren mit Teneriffa und Gran Canaria gilt von Freitag an 3G auf freiwilliger Basis. Die Inhaber von Restaurants, Bars und anderen Einrichtungen dürfen dann die Vorlage eines »Covid-Passes« verlangen – müssen es aber nicht.

Die Corona-Zahlen sind in Spanien mit einer Impfquote von rund 80 Prozent – davon zwölf Prozent mit Drittimpfung – wieder deutlich gestiegen, jedoch nicht so stark wie in Deutschland. Landesweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, bei fast 140.

Nach Firmenfeier in Norwegen mehr als 100 Menschen positiv getestet

16.23 Uhr: Die Zahl von Corona-Neuinfektionen nach einer Firmenfeier in einem norwegischen Restaurant ist weiter gestiegen. Etwa 120 Menschen, die sich in dem Restaurant aufgehalten hätten, seien mittlerweile positiv auf das Virus getestet worden, berichtete der Sender NRK am Sender unter Berufung auf Gesundheitsbehörden. In mehr als der Hälfte der Fälle handle es sich vermutlich um die Omikron-Variante. Am Vortag hatte das Gesundheitsinstitut FHI 13 Omikron-Fälle bestätigt.

Wie NRK berichtete, waren 70 der Infizierten Teil derselben Weihnachtsfeier. Zwei von ihnen sollen kürzlich in Südafrika gewesen sein. Die anderen 45 bis 50 Fälle hatten am selben Tag die Lokalität besucht. Nach FHI-Angaben vom Samstag gab es insgesamt 19 Omikron-Fälle in Norwegen.

Zahl bestätigter Omikron-Fälle in Dänemark sprunghaft gestiegen

15.15 Uhr: In Dänemark ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron auf mehr als 180 Fälle angestiegen. Mittlerweile seien 183 Infektionen mit der zuerst in Südafrika festgestellten Variante nachgewiesen worden, teilten die dänischen Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Damit habe sich die Zahl der nachgewiesenen Omikron-Fälle in Dänemark binnen 48 Stunden mindestens verdreifacht. Diese Entwicklung sei »besorgniserregend«.

Dänemark gehört zu den in Europa führenden Ländern bei der Sequenzierung von Coronaviren. Dadurch gelingt in dem EU-Land besonders oft der Nachweis bestimmter Varianten wie nun Omikron. Omikron weist im Vergleich zum bisher gängigen Coronavirus 32 Mutationen auf, so dass eine höhere Übertragbarkeit befürchtet wird. Die neue Variante war vor gut einer Woche von Wissenschaftlern in Südafrika entdeckt worden. Seither wurde sie in rund zwei Dutzend Ländern nachgewiesen, darunter Deutschland.

Ansturm auf Booster-Impfung legt in Niederlanden Verkehr lahm

14.37 Uhr: Der Ansturm auf Booster-Impfungen gegen das Coronavirus hat in mehreren niederländischen Städten zu Verkehrschaos geführt. Das Angebot von Dritt-Impfungen ohne Termin für Menschen über 60 sei deshalb in Absprache mit den Sicherheitsbehörden beendet worden, teilte der Gesundheitsdienst für Zentral-Holland am Sonntag mit.

Am Samstag hatten sich lange Schlangen auf den Straßen zu Impfzentren in Leiden, Gouda und Alphen aan den Rijn gebildet. Tausende seien in der Hoffnung, eine Impfung ohne Termin zu erhalten, ins Auto gesprungen, hieß es.

Warten auf die Booster-Impfung in Gouda in den Niederlanden

Warten auf die Booster-Impfung in Gouda in den Niederlanden

Foto: RAMON VAN FLYMEN / EPA

In den Niederlanden sind Auffrisch-Spritzen im Moment vorrangig für ältere Menschen vorgesehen, deren vorige Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Die Zahl der Corona-Kranken auf Intensivstationen ging am Wochenende nach wochenlangem Anstieg erstmals wieder leicht zurück. Wegen vieler Neuinfektionen gilt seit einer Woche ein »Abend-Lockdown«: Geschäfte, Kulturstätten, Restaurants und Sportclubs müssen bis 17.00 Uhr schließen. Nur Supermärkte sind länger offen.

FDP-Chef Lindner übt scharfe Kritik am staatlichen Krisenmanagement

13.10 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hat scharfe Kritik am aktuellen staatlichen Krisenmanagement in der Coronapandemie geübt. »Das Bild, das die staatliche Verantwortungsgemeinschaft aus Bund und Ländern, Bundesregierung und Bundestag während der vergangenen Wochen insgesamt gezeigt hat, war nicht zufriedenstellend«, sagte Linder am Sonntag auf dem FDP-Bundesparteitag in Berlin. »Deshalb empfehle ich uns allen, auf eine Wiederholung zu verzichten.«

»Bedauerlicherweise haben die politischen Umstände nach der Bundestagswahl die Formulierung einer veränderten Antwort auf die Gesundheitskrise erschwert«, sagte Lindner. Die künftige Ampel-Koalition werde das Krisenmanagement professionalisieren. Hier müssten »operative Umsetzungsmängel« behoben werden, auch für deutlich mehr Auffrischungsimpfungen.

Lindner bestritt hingegen, dass seine Partei in der Corona-Politik mit Blick auf den bevorstehenden Eintritt in die Bundesregierung ihren Kurs geändert habe. Seine Partei habe durchgesetzt, dass »pauschale und flächendeckende Schließungen nicht beabsichtigt« seien, sagte der FDP-Chef. Die Ampel habe entschieden, »dass auf unangemessene Freiheitseinschränkungen wie Ausgangssperren verzichtet wird«.

Scholz appelliert an Impfgegner: »Gebt euch jetzt einen Ruck«

13.09 Uhr: Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hält rasche Fortschritte bei der Impfkampagne für entscheidend im Kampf gegen die derzeitige Corona-Welle. »Es geht jetzt bis Weihnachten um zig Millionen Impfungen, das wollen wir gemeinsam hinkriegen«, sagte er am Sonntag bei einem digitalen SPD-Landesparteitag in Berlin. »Das ist das Gebot der Stunde.«

Olaf Scholz beim Sonderparteitag der SPD in Berlin

Olaf Scholz beim Sonderparteitag der SPD in Berlin

Foto: Janine Schmitz/photothek.de / imago images/photothek

Scholz beklagte, dass immer noch viele Menschen nicht geimpft seien. »Das ist nämlich unser Problem.« Die Impfquote sei zwar hoch, aber immer noch nicht hoch genug, um das Infektionsgeschehen zu bremsen. »Es muss jetzt unsere vordringliche Aufgabe sein, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern und noch mehr Bürgerinnen und Bürger davon zu überzeugen, dass sie sich impfen lassen. Und alle anderen, dass sie sich eine Auffrischungsimpfung holen.«

Scholz appellierte an ungeimpfte Menschen: »Gebt euch jetzt einen Ruck, macht das. Es geht um die Gesundheit, es geht um euer eigenes Leben. Es geht aber auch um das eurer Liebsten und derjenigen, die ihr kennt, und vieler anderer«, sagte der SPD-Politiker, der am Mittwoch im Bundestag zum neuen Bundeskanzler gewählt werden soll. »Wir sind als Menschen füreinander verantwortlich. Wer das bezweifelt hat, der erfährt in der Pandemie, dass es eben doch so ist.«

Zahnarzt wollte in Italien mit einem Trick Impfung umgehen

12.25 Uhr: In Norditalien hat ein Mann versucht, sich mit einer Silikon-Attrappe am Arm gegen Covid-19 impfen zu lassen, ohne das Vakzin tatsächlich injiziert zu bekommen. Er glaube nicht an den Impfstoff, aber brauche das Corona-Zertifikat zum Arbeiten, erklärte der Zahnarzt laut einem Bericht des »Corriere della Sera« der Polizei. Der Vorfall hatte sich demnach in einem Impfzentrum in der piemontesischen Kleinstadt Biella ereignet.

Einer Krankenschwester war die Attrappe aufgefallen. »Als ich seinen Arm freigemacht hatte, spürte ich eine gummiartige, kalte Haut und die Farbe war zu hell«, wird die Frau in dem Bericht zitiert. Als sie ihn um seinen anderen Arm gebeten habe, habe sich dort dieselbe Attrappe befunden. Daraufhin meldete die Frau den Fall. »Wir haben verstanden, dass es sich nicht um eine surreale Situation handelte, sondern um einen wahrhaften Betrug.« Nach Behördenangaben wurde der Mann angezeigt.

Brinkhaus will notfalls auch Schulen schließen

11.42 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus fordert eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen und will Schulschließungen in besonders betroffenen Regionen nicht ausschließen. »In Gebieten mit hohen Inzidenzen muss man auch über befristete Kontaktbeschränkungen für Geimpfte nachdenken«, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er befürchte, dass die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern nicht reichten, um die Welle zu brechen und die Infektionszahlen schnell nach unten zu drücken.

Schulschließungen seien erhebliche Belastungen für die Kinder, aber auch für die Eltern. »Natürlich muss es das Bestreben der Schulminister sein, mit Maskenpflicht, Tests und Lüftung die Schulen so lange wie möglich offenzuhalten«, sagte Brinkhaus. »Es darf aber für Regionen mit sehr hohen Inzidenzen keine Tabus geben.«

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hingegen zieht Schulschließungen erst dann in Betracht, »wenn gar nichts anderes mehr geht, bei Inzidenzen, wie wir sie in Sachsen haben, bei etwa 2000«. Das sagte der Grünenpolitiker am Samstag beim Landesparteitag in Heidenheim, berichtet die »Badische Zeitung« . Aktuell beträgt die Inzidenz in Sachsen 1235.

Portugal meldet höchste Zahl an Neuinfektionen seit Februar

11.39 Uhr: Ungeachtet einer der höchsten Impfquoten in Europa und sogar weltweit verzeichnet auch Portugal schnell steigende Infektionszahlen. Die Gesundheitsbehörden in Lissabon meldeten am Samstag mit 5649 innerhalb von 24 Stunden neu registrierten Fällen den höchsten Wert seit dem 6. Februar (6132). Die Tageszahl der mit Covid-19 verstorbenen Menschen lag demnach bei 22. So viele waren zuletzt den amtlichen Angaben zufolge am 10. März gemeldet worden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Portugal unterdessen von rund 100 Mitte November auf zuletzt 193. Damit steht das Land, das eine Impfquote von rund 88 Prozent hat, allerdings immer noch deutlich besser da als zahlreiche andere Länder Europas. Zum Vergleich: In Deutschland betrug dieser Wert am Samstag gut 442.

Die linke Regierung in Lissabon betont, man müsse Vorsicht walten lassen. Man sei aber »weit entfernt von einem roten Alarm«. Vor allem die Situation auf den Intensivstationen sei weiterhin relativ entspannt. 130 Intensivbetten waren zuletzt mit Covid-Patienten belegt. Im vorigen Winter waren es in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern zum Teil mehr als 800 mit Covid-Kranken besetzte Intensivbetten. Seit Mittwoch sind neue Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in Kraft.

Fast zwei Drittel der Deutschen für allgemeine Corona-Impfpflicht

11.38 Uhr: Fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland befürworten eine allgemeine Corona-Impfpflicht. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 63 Prozent dafür aus, alle Menschen in Deutschland zur Immunisierung gegen das Virus zu verpflichten. 30 Prozent sind dagegen, sieben Prozent machten keine Angaben.

Damit hat sich die Stimmung seit Beginn der Coronaimpfungen in Deutschland vor knapp einem Jahr gedreht. Wenige Tage nach der ersten Impfung am 26. Dezember vergangenen Jahres hatten sich in einer YouGov-Umfrage noch 56 Prozent gegen eine allgemeine Impfpflicht  und nur 33 Prozent dafür ausgesprochen. Auch die Bundesregierung hatte eine allgemeine Impfpflicht lange Zeit abgelehnt. Nun soll der Bundestag in den kommenden Wochen darüber entscheiden. Nach dem Wunsch des wohl künftigen Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) soll sie bis spätestens Anfang März in Kraft treten.

Polen und die Schweiz jetzt Hochrisikogebiete

11.37 Uhr: Seit Mitternacht gelten Polen und die Schweiz wie schon fast 60 weitere Staaten als Hochrisikogebiete für eine Corona-Ansteckung. Die Einstufung hatte die Bundesregierung am Freitag vorgenommen. Das erschwert die Einreise aus diesen Ländern, auch für Deutsche, die von einem Geschäfts-, Familien- oder Urlaubsaufenthalt zurückkehren. Neu auf der Liste sind auch Liechtenstein, Jordanien und Mauritius. Schon vorher standen darauf die deutschen Nachbarländer Niederlande, Belgien, Österreich und Tschechien.

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne. Man kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Die Bundesregierung will damit auch angesichts der neuen Virusvariante Omikron die Ausbreitung des Virus verhindern. Mit der deutschen Einstufung als Hochrisikogebiet ist automatisch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts verbunden. Das erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot.

Die polnischen Behörden hatten am Samstag den zweiten Tag in Folge einen Rückgang der Neuinfektionen gemeldet. Es waren 25.576 Fälle bei rund 38 Millionen Einwohnern. In der Schweiz wurden bei rund 8,6 Millionen Einwohnern am Freitag 9951 neue Infektionen gemeldet. Am Wochenende gibt es keine Zahlen. In Polen sind nach offiziellen Angaben gut 50 Prozent der Menschen vollständig geimpft, in der Schweiz 66 Prozent.

Juristin hält Impfpflicht für alle für nicht gerechtfertigt

11.21 Uhr: Eine allgemeine Impfpflicht sieht die Rechtswissenschaftlerin Frauke Rostalski, Mitglied im Deutschen Ethikrat, kritisch. »Eine Impfpflicht für diejenigen, die kein erhöhtes Risiko aufweisen, mit Covid-19 auf der Intensivstation zu landen, lässt sich aus meiner Sicht generell nicht rechtfertigen«, sagte sie dem »Kölner Stadt-Anzeiger«.

Es stelle sich außerdem die Frage, ob der deutsche Staat »wirklich schon alle Instrumente in die Hand genommen« habe, bevor er zur Impfpflicht greife, so die Juristin. »Und da würde ich sagen: Nein.« Bedenken gegen eine allgemeine Impfpflicht seien Ausdruck eines Gespürs, »dass der Staat zu weit geht«. Sich gegen eine solche Verpflichtung zu verwahren, entspreche einer tiefen Überzeugung vom Recht und seiner Geltung.

Anders sehe das bei den über 60-Jährigen aus, sagte Rostalski. Laut dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) seien 84 Prozent der Covid-Patienten auf der Intensivstation älter als 50 Jahre, 63 Prozent seien älter als 60 Jahre. »Dann drängt sich doch auf, dass man genau diese Menschen schützen muss, um eine Überlastung des Gesundheitssystems auszuschließen«, sagte Rostalski.

Der designierte Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte kürzlich angekündigt, ein Gesetzgebungsverfahren zur allgemeinen Corona-Impfpflicht »zeitnah« auf den Weg zu bringen. Dabei solle jeder Abgeordnete »nach seinem Gewissen abstimmen« können. Eine Impfpflicht für das Personal in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten soll nach Medieninformationen ab Mitte März gelten.

Nagelsmann deutet Impfung bei Kimmich und Co. an

11.20 Uhr: Fußballnationalspieler Joshua Kimmich und die anderen Skeptiker bei Rekordmeister Bayern München werden sich nun wohl doch impfen lassen. Das deutete Trainer Julian Nagelsmann an. »Wir sind da in die richtige Richtung unterwegs«, sagte er der »Welt am Sonntag« zu diesem Thema, »das dürften wir bald ad acta legen können.« Entsprechende Medienberichte hatten die Bayern zuletzt nicht kommentieren wollen. Allerdings kündigte bereits Bundestrainer Hansi Flick eine solche Entscheidung Kimmichs an.

Nagelsmann hatte zuletzt schon durchblicken lassen, dass Meldungen über bereits erfolgte (Erst-)Impfungen bei Serge Gnabry und Jamal Musiala richtig sind. Schlüsselspieler Kimmich hatte beim Liga-Klassiker in Dortmund (3:2) gefehlt, weil er nach einem positiven Coronatest erneut in Quarantäne saß. »Diese Sorge habe ich nicht mehr«, sagte Nagelsmann zur Frage, ob er einen erneuten Ausfall aus demselben Grund fürchte.

In Sachen Impfung ergänzte er: »Sich im Detail dazu zu äußern, ist Sache der Spieler. In jedem Fall kann ich sagen, dass ich zuversichtlich bin, dass wir in Zukunft nicht mehr so viele negative Berührungspunkte mit dem Thema haben werden wie zuletzt.«

Zehn Corona-Fälle auf norwegischem Kreuzfahrtschiff in New Orleans

11.29 Uhr: Bei der Rückkehr eines Kreuzfahrtschiffes mit mehr als 3200 Menschen an Bord haben die US-Behörden zehn Corona-Fälle festgestellt. Nun würden alle Passagiere und Besatzungsmitglieder auf Corona getestet, bevor sie die »Norwegian Breakaway« im Hafen von New Orleans verlassen dürften, teilte die Gesundheitsbehörde des Bundesstaates Louisiana am bei Twitter mit.

Positiv getestete Menschen würden entweder im persönlichen Fahrzeug direkt in ihre Wohnung fahren, um sich dort zu isolieren, oder sich in einer von der norwegischen Reederei Norwegian Cruise Line gestellten Unterkunft absondern, hieß es. Das Schiff war den Angaben zufolge am 28. November aus New Orleans aufgebrochen und hatte auf seiner Reise in Belize, Honduras und Mexiko Station gemacht.

Stiko-Chef rechnet mit Omikron-Impfstoff erst in Monaten

11.20 Uhr: Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, geht davon aus, dass es mögliche neue Impfstoffe gegen die Omikron-Variante des Coronavirus erst in einigen Monaten geben wird. »Drei bis sechs Monate dürften die Hersteller im Labor brauchen. Das ist nicht ganz trivial: Sie müssen einen Impfstoff kreieren, der gegen Omikron und Delta wirkt, denn noch ist Delta weit verbreitet«, sagte Mertens der »Rheinischen Post«. Dann stehe noch die Zulassung an.

Dass ein neuer Impfstoff im Kampf gegen die Variante nötig sei, halte er durchaus für möglich: »Omikron hat viele Änderungen am Spike-Protein, das könnte es den Antikörpern schwerer machen, gegen das Virus vorzugehen.« Trotz eines möglichen neuen Impfstoffes sollten Bürger jetzt eine Auffrischungsimpfung erhalten, betonte Mertens: »Boostern lohnt auf jeden Fall. Der Kampf gegen die Delta-Variante geht weiter. Und es wäre kein Problem, sich wenige Monate nach der Booster-Impfung erneut impfen zu lassen, um sich gegebenenfalls vor Omikron zu schützen.«

Australien lässt Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren zu

10.50 Uhr: In Australien hat die Arzneimittelbehörde den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer nun auch für Kinder von fünf bis elf Jahren zugelassen. Die Impfungen in dieser Altersgruppe können somit am 10. Januar beginnen, wie Gesundheitsminister Greg Hunt mitteilt. Nach anfänglichen Verzögerungen wurde Australien schnell zu einem der Länder mit der höchsten Impfquote weltweit: Fast 88 Prozent der Australier über 16 Jahren sind bereits zweimal geimpft.

Britische Reisebranche kritisiert schärfere Einreiseregeln

10.01 Uhr: Die britische Reisebranche hat die erneute Verschärfung von Einreiseregeln des Landes scharf kritisiert. »Die öffentliche Sicherheit hat Priorität, aber Unternehmen werden pleitegehen sowie Reisende stranden und Lebensgrundlagen werden durch das Fehlen einheitlicher Pläne der Regierung zerstört«, sagte der Chef des Branchenverbands Business Travel Association, Clive Wratten, laut einem BBC-Bericht. Die britische Regierung hatte angekündigt, dass von diesem Dienstag an alle international Reisenden über zwölf Jahre frühestens 48 Stunden vor ihrer Abfahrt ins Vereinigte Königreich einen Coronatest machen müssen.

Gesundheitsminister Sajid Javid begründete den Schritt mit der Ausbreitung der Omikron-Variante. Zuletzt seien immer mehr Infektionen in Zusammenhang mit Reisen festgestellt worden. Im Vereinigten Königreich stieg die Anzahl der bestätigten Omikron-Fälle nach Angaben vom Samstagabend um 26 auf 160. Der Branchenverband Airlines UK fand, die Regierung handle überstürzt, bevor ausreichend Daten zu Omikron vorliegen. Sie habe nun zum zweiten Mal innerhalb einer Woche die Einreiseregeln geändert. »Es ist für alle unmöglich zu planen.« Seit Kurzem müssen alle international Einreisenden unabhängig von ihrem Impfstatus nach Ankunft in Isolation, bis sie einen negativen PCR-Test vorlegen können.

Wissing rät Menschen zu Reiseverzicht an Weihnachten

06.49 Uhr: Der designierte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) empfiehlt den Deutschen, an Weihnachten auf Reisen zu verzichten. »Der Winter 2021 wird dramatischer als der Winter 2020«, sagt er der »Bild am Sonntag«. »In der aktuellen Situation scheint es sinnvoller, Weihnachten im kleinen Kreis zu Hause zu verbringen und keine größeren Reisen durchs Land zu planen.« Zudem prüfe man alle Mittel im Rahmen der Verfassung, um der Pandemie schnellstmöglich Einhalt zu gebieten, inklusive einer Impfpflicht.

RKI meldet 42.055 Neuinfektionen – Inzidenz sinkt auf 439,2

04.15 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist wieder leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 439,2 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 442,7 gelegen, vor einer Woche bei 446,7 (Vormonat: 169,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen einem Tag 42.055 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.47 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 44.401 Ansteckungen.

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher. Auch dem RKI fällt die Beurteilung der Lage schwer. Der gebremste Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz könne »einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein«, hieß es im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend. Allerdings könnte die Entwicklung »regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein«.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 94 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 104 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.158.125 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

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Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Coronapatienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,52 an (Donnerstag: mit 5,47). Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet. Er spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Sonntag mit 5.082.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 103.040.

04.00 Uhr Die Grüne-Jugend-Sprecherin Sarah-Lee Heinrich drängt die Ampelkoalition, sich für eine Freigabe der Corona-Impfstoff-Patente einzusetzen. Angesichts des Auftretens der Corona-Virus-Mutation Omikron sei dies wichtiger als die Profitinteressen weniger Unternehmen, sagt sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland einem Vorabbericht zufolge. Über 100 Staaten, darunter die USA, plädierten für diesen Weg. »Es wird Zeit, dass Deutschland und die EU die Blockadehaltung beenden und den Weg für eine global gerechte Pandemiebekämpfung freimachen.«

Röttgen sieht Spaltung der Gesellschaft durch Impfgegner

02.55 Uhr: Nach Einschätzung des CDU-Vorsitzkandidaten Norbert Röttgen sind Impfgegner und Boykotteure von Schutzmaßnahmen eine größere Herausforderung für den Zusammenhalt der Gesellschaft als die Impfpflicht. »Die Spaltung dadurch, dass man es immer noch einer Minderheit überlässt, eine riesige Infektionswelle auszulösen, die die gesamte Bevölkerung trifft und einschränkt, wiegt deutlich schwerer«, sagt Röttgen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland einem Vorabbericht zufolge. Die geplante allgemeine Corona-Impfpflicht bezeichnete Röttgen als rechtlich haltbar.

Karl Lauterbach (SPD) könnte Chef des Corona-Expertenrats werden

01.23 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach könnte nach Informationen der »Bild am Sonntag« Chef des Corona-Expertenrats im Kanzleramt werden, der einmal die Woche tagen soll. Eine Spitzengenossin zu der Zeitung: »Das wäre eine sinnvolle Besetzung.« Lauterbach wird auch als Gesundheitsminister gehandelt. Da Scholz aber versprochen hat, mindestens die Hälfte des Kabinetts mit Frauen zu besetzen, könnte aus Paritätsgründen eine SPD-Politikerin das Amt übernehmen.

63 Prozent der Ungeimpften wollen sich nicht mehr impfen lassen

00.01 Uhr: 63 Prozent der Menschen in Deutschland, die sich bislang noch nicht haben impfen lassen, wollen das auch in Zukunft nicht nachholen. Das geht aus einer Befragung des Meinungsforschungsinstitutes INSA für die »Bild am Sonntag« hervor. 20 Prozent gaben an, sich noch impfen lassen zu wollen, 17 Prozent antworteten mit »weiß nicht/ keine Angabe«. INSA hat 1004 Menschen am 3. Dezember befragt.

atb/ime/mkl/fok/jok/dpa/Reuters
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