Corona-News am Sonntag Trotz steigender Infektionszahlen – Lockerungen in England ab Montag

England hebt ab Montag die meisten Corona-Beschränkungen auf. Schon jetzt liegt die Sieben-Tage-Inzidenz für Großbritannien über 400. Und: In einem Impfzentrum in Frankreich hat es gebrannt – es besteht Verdacht auf einen Anschlag. Der Überblick.
Abstandhalten in einer U-Bahnstation in London (Archivbild): Öffentlichen Verkehrsmittel in der Hauptstadt gehören zu den Ausnahmen – hier gilt auch nach den Lockerungen noch Maskenpflicht

Abstandhalten in einer U-Bahnstation in London (Archivbild): Öffentlichen Verkehrsmittel in der Hauptstadt gehören zu den Ausnahmen – hier gilt auch nach den Lockerungen noch Maskenpflicht

Foto: Tayfun Salci / imago images/ZUMA Wire

Das waren die Corona-News am 18. Juli.

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

England hebt ab Montag die meisten Corona-Beschränkungen auf

20.55 Uhr: Trotz steigender Corona-Infektionszahlen fallen in England am Montag fast alle Corona-Beschränkungen weg, darunter auch die Maskenpflicht und Abstandsregeln. Diskotheken dürfen wieder öffnen, Theater und Sportstadien sämtliche Plätze besetzen.

Ausnahmen gelten in London, wo die Maskenpflicht im Nahverkehr bestehen bleibt. Die Lockerungen sind in Großbritannien hochumstritten. Die Opposition wirft der Regierung Rücksichtslosigkeit vor, Wissenschaftler befürchten eine erneute große Corona-Welle.

Die Regierung von Premierminister Boris Johnson begründet den Öffnungsschritt mit der hohen Impfquote und der Eigenverantwortung der Menschen. Johnson mahnte die Bürger am Sonntag zur Vorsicht. Bereits jetzt breitet sich die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus in Großbritannien stark aus. Bestehen bleiben die bisherigen Restriktionen zunächst in den in der Gesundheitspolitik eigenständigen Provinzen Wales und Schottland.

Brennende Fahrzeuge nach Corona-Demo in Zypern

22.42 Uhr: Teilnehmer einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen und -Impfungen haben in Zypern den Sitz eines Fernsehsenders angegriffen und mehrere Fahrzeuge in Brand gesetzt. Nach Polizeiangaben zogen nach einer Protestaktion gegen die Einführung eines Corona-»Safepass« und gegen angebliche »Zwangsimpfungen« rund 2500 Demonstranten am Sonntagabend weiter zum Sitz des Senders Sigma TV, setzten Autos in Brand und beschädigten das Gebäude.

Ein AFP-Reporter vor Ort sah vier beschädigte Fahrzeuge mit dem Logo des Senders, eines davon vollständig ausgebrannt. Mehrere Fensterscheiben am Sendersitz waren zerbrochen.

Nach Angaben von Sigma TV schützten Polizisten im Gebäude die Mitarbeiter. Sigma gilt als kritisch gegenüber Impfgegnern eingestellt und war bereits in der Vergangenheit bei Demos gegen Corona-Auflagen angegriffen worden. Die zyprische Regierung hatte Anfang der Woche einen speziellen Corona-Impfausweis eingeführt, der Voraussetzung für das Betreten von Supermärkten, Einkaufzentren, Restaurants und anderen Geschäften ist. Die Corona-Impfungen wurden zudem auf die Gruppe der 16- und 17-Jährigen ausgeweitet.

Die Infektionszahlen in dem Mittelmeerland waren zuletzt gestiegen, seit Sonntag wird es vom Robert-Koch-Institut als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Zypern-Urlauber müssen aufgrund der Einstufung nach der Rückkehr in eine zehntägige Quarantäne gehen, die sie aber nach fünf Tagen mit einem negativen Corona-Test vorzeitig beenden können.

Nach positivem Corona-Test: US-Tennisspielerin Coco Gauff sagt Teilnahme in Tokio ab

22.36 Uhr: Die Amerikanerin Coco Gauff wird nicht beim Olympia-Turnier in Japan antreten. Sie sei positiv auf Covid-19 getestet worden und könne nicht in Tokio spielen, teilte die 17-Jährige bei Twitter mit.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Schon vor ihnen hatten zahlreiche prominente Spieler mitgeteilt, beim olympischen Turnier nicht dabei zu sein, darunter der Schweizer Roger Federer, der Spanier Rafael Nadal, der Österreicher Dominic Thiem, die Amerikanerin Serena Williams und die Kielerin Angelique Kerber. Der Weltranglisten-Erste Djokovic geht dagegen an den Start. Die Tennis-Wettbewerbe in der japanischen Hauptstadt beginnen am nächsten Samstag.

Frankreich: Mehr als 10.000 Neuinfektionen

22.22 Uhr: Frankreich meldet den dritten Tag in Folge mehr als 10.000 Neuinfektionen. In den 12.532 Fällen vom Sonntag seien allerdings auch Nachmeldungen des Vortags enthalten, teilt das Gesundheitsministerium mit.

Am Samstag waren 10.949 Neuinfektionen gemeldet worden, am Freitag 10.908. Zu dem jüngsten Anstieg habe die ansteckendere Delta-Variante des Virus beigetragen, hieß es.

Brand in Impfzentrum in Frankreich – mutmaßlicher Anschlag

21.05 Uhr: In einem Impfzentrum im Südwesten Frankreichs hat es gebrannt. Das Feuer in Urrugne wurde vermutlich absichtlich gelegt, berichtete der französische Sender France Bleu  unter Verweis auf den zuständigen Staatsanwalt am Sonntag. Demnach stand ein Teil des Zeltes des Impfzentrums in der Nacht auf Sonntag in Flammen. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin verurteilte den Vorfall auf Twitter. Die Verantwortlichen müssten hart bestraft werden.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Erst am Vortag war Frankreichs Premierminister Jean Castex in den Südwesten gereist und hatte ein Impfzentrum etwa 20 Kilometer vom späteren Brandort entfernt besucht. Dem Sender France Info zufolge  hatte es bereits in der Nacht auf Samstag einen Anschlag auf ein Impfzentrum gegeben. Die Einrichtung im südöstlichen Lans-en-Vercors sei verwüstet worden.

Schweizer verlangen Kennzeichnungspflicht für ungeimpfte Pflegende

Außengastronomie in Genf während der Pandemie (Archivbild)

Außengastronomie in Genf während der Pandemie (Archivbild)

Foto: Salvatore Di Nolfi / dpa

19.17 Uhr: Um den Druck auf Ungeimpfte zu erhöhen, werden auch in der Schweiz neue Maßnahmen diskutiert. Wie das Nachrichtenportal »nau.ch« berichtet , mehren sich die Stimmen von Experten aus Gesundheit und Politik, die den Druck auf Impfverweigerer merklich erhöhen wollen.

So wird etwa über einen Sticker diskutiert, den vor allem ungeimpfte Pflegende, aber auch Ärzte, Mitarbeitende in Kliniken oder Kita-Personal fortan verpflichtend tragen sollen. Dies fordert etwa der Präsident der Grünliberalen Partei, Jürg Grossen. Solche Sticker seien da sinnvoll, »wo in öffentlichen Einrichtungen Leute betreut werden, die sich anstecken könnten«, sagt Grossen.

Auch Gesundheitskommissionspräsidentin Ruth Humbel (Die Mitte) fordert ein strikteres Vorgehen gegen Impfverweigerer. »Soweit es medizinisch und epidemiologisch gerechtfertigt ist, sollten auch im Gesundheitswesen Geimpfte von der Maskentragpflicht befreit werden«, sagt Humbel. Nichtgeimpfte sollten hingegen weiterhin eine Maske tragen. So sei klar ersichtlich, wer bereits vollen Impfschutz genieße.

Eine Ausweitung Impfzertifikatspflicht, die in der Schweiz derzeit für einzig für Fluggäste, Clubgänger und Besucher von Großveranstaltungen gilt, wird ebenfalls diskutiert. »Wichtig wäre eine Zertifikatspflicht für Personal, das Patienten- oder Kundenkontakt hat«, schlägt Impfkommissionspräsident Christoph Berger laut »nau.ch« vor.

Nach Corona-Ausbruch: Malta erwägt Flüge Heimflüge für Sprachschüler

16.54 Uhr: Die Regierung Maltas erwägt einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge, Rückflüge für ausländische Sprachschüler zu organisieren, die sich derzeit in Quarantäne befinden. Betroffen seien Menschen aus Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich, hieß es. Die Schüler sind demnach entweder mit dem Coronavirus infiziert oder hatten Kontakt zu einer infizierten Person. Sie waren auf Malta, um Englisch zu lernen.

»Die deutsche Botschaft in Valletta steht in Kontakt zu betroffenen Sprachschülerinnen und Sprachschülern, zum Veranstalter und zu den zuständigen Behörden im Land«, hieß es aus dem Auswärtigen Amt am Sonntag. Der Veranstalter stehe in Verbindung zu den zuständigen maltesischen Behörden mit Blick auf die Organisation etwaiger Rückholflüge. Das Auswärtige Amt verfolge die weitere Entwicklung eng.

Die Regierung in Valletta hatte wegen zahlreicher Corona-Fälle unter Sprachstudierenden die Sprachschulen am vergangenen Mittwoch geschlossen. Im kleinsten EU-Land waren die Infektionszahlen lange sehr niedrig. Dann schossen sie plötzlich in die Höhe. Die Behörden führten die meisten Fälle nach eigenen Angaben auf Reisende aus dem Ausland zurück. Die Regierung verschärfte deshalb auch die Einreiseregeln. Wer nach Malta will, muss seit Mittwoch etwa mit dem EU-Impfzertifikat nachweisen können, gegen Covid-19 durchgeimpft zu sein. Wann mögliche Rückholflüge das Land verlassen könnten und wie viele Deutsche betroffen sind, bleibt zunächst unklar.

Delta-Variante breitet sich auf Mallorca aus

14.35 Uhr: Auf Mallorca wird nach einem Bericht der »Mallorca Zeitung« die als ansteckender geltende Delta-Variante des Coronavirus inzwischen bei 85 Prozent aller Proben festgestellt. Die Sieben-Tage-Inzidenz auf der liebsten Urlaubsinsel der Deutschen sei bis Freitag auf gut 270 gestiegen. Für die Balearen insgesamt, also neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera, werde dieser Wert mit 290 angegeben, berichtet  die Zeitung. Der sogenannte R-Wert lag nach Angaben der Gesundheitsbehörde bei 1,63. Die Zahl bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 163 weitere Menschen anstecken.

Trotz der steigenden Zahlen schließe die Regionalregierung die Wiedereinführung einer nächtlichen Ausgehsperre, wie sie etwa in den Regionen Valencia, Katalonien oder Kantabrien beschlossen wurde, weiterhin aus, berichtete die Zeitung »Última Hora« unter Berufung auf die Behörden. Man erwäge aber neue Einschränkungen, darunter eine Begrenzung der Zahl von Personen, die privat oder öffentlich zusammenkommen dürften.

Johnson geht nun doch in Quarantäne

12.22 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson will nach Kontakt mit seinem an Covid-19 erkrankten Gesundheitsminister Sajid Javid doch in Selbstisolation gehen. Das teilte der Regierungssitz Downing Street am Sonntag mit – nur Stunden nachdem ein Sprecher das Gegenteil verkündet hatte.

Boris Johnson

Boris Johnson

Foto: DANIEL LEAL-OLIVAS/ AFP

Zuerst hatte es geheißen, Johnson und sein Finanzminister Rishi Sunak würden an einem Pilotprojekt teilnehmen und daher statt der Selbstisolation tägliche Tests absolvieren. Die Entscheidung hatte zu einem Aufschrei der Empörung geführt, weil derzeit Hunderttausende Briten Zuhause sitzen, nachdem sie vom Nationalen Gesundheitsdienst NHS wegen Kontakts mit einer infizierten Person zu einer zehntägigen Quarantäne aufgefordert wurden.

Am Montag sollen fast alle Corona-Maßnahmen in England aufgehoben werden. Und das, obwohl die Infektionszahlen derzeit drastisch ansteigen. Die Regierung rechtfertigt das mit der hohen Impfquote. Inzwischen haben 88 Prozent der Erwachsenen im Vereinigten Königreich eine erste Impfung erhalten. Knapp 68 Prozent sind bereits zwei Mal geimpft. Die Verbindung zwischen Neuinfektionen und Krankenhauseinweisungen sowie Todesfällen sei erheblich geschwächt, so die Argumentation. Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche je 100.000 Einwohner wurde zuletzt mit 360 angegeben.

Altmaier: »Werden neuen Lockdown verhindern«

11.59 Uhr: Für Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kommt eine erneute Schließung von Geschäften und Restaurants in der Coronakrise nicht infrage. »Wir müssen und werden einen neuen Lockdown verhindern. Er wäre für viele Geschäfte und Restaurants, die bereits monatelang geschlossen waren, verheerend«, sagte Altmaier der »Bild am Sonntag« . Solange keine Überlastung des Gesundheitssystems drohe, gebe es keinen Grund für neue Maßnahmen. Geimpfte oder Jüngere hätten bei einer Infektion meist gar keine Symptome, die Intensivbetten-Kapazität in Deutschland sei weit von ihrer Auslastungsgrenze entfernt, sagte Altmaier.

Ob es einen erneuten Lockdown gibt und wie Coronamaßnahmen aussehen könnten, entscheidet allerdings nicht der Bundeswirtschaftsminister, sondern Bundesregierung und Länder in gemeinsamer Abstimmung.

Der Mittelstand kritisierte Altmaiers Aussagen und monierte, dass etwaige Aussagen bei Unternehmen für Verunsicherung sorgen und Investitionen verhindern könnten. »Anstatt über neue Zwangsmaßnahmen zu spekulieren, sollte die Bundesregierung ein positives Signal an die Wirtschaft senden.« Die Union müsse sich »endlich einmal« gegen ihren Koalitionspartner durchsetzen und für eine Entlastung bei Steuern, Abgaben und Energiekosten sorgen.

Polizei löst Techno-Party unter Autobahnbrücke in NRW auf

10.16 Uhr: Im Rhein-Erft-Kreis haben 200 bis 300 Menschen in der Nacht zu Sonntag eine Techno-Party unter einer Autobahnbrücke gefeiert. Gegen Mitternacht habe die Polizei einen Hinweis wegen Ruhestörung unter der Brücke zwischen Elsdorf-Niederempt und Bedburg-Kirdorf bekommen, teilte sie mit. Die Gäste hätten keine Maske getragen und sich nicht an die Corona-Regeln gehalten.

Als sie die Polizisten bemerkten, seien sie in den Wald geflüchtet. Da es keine Genehmigung für die Party gegeben habe, sei eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit gefertigt worden.

Erste Fälle bei Athleten im Olympischen Dorf

9.05 Uhr: Mit einem strikten Regelwerk bei der Anreise hatten die Olympiaorganisatoren eigentlich verhindern wollen, dass Infektionen im Olympischen Dorf auftreten. Nun mussten sie die ersten Coronafälle von Sportlern bekannt geben.

Proteste gegen strengere Coronaregeln in Frankreich

8.24 Uhr: In Frankreich haben mehr als hunderttausend Menschen gegen die von Präsident Emmanuel Macron angekündigte Verschärfung der Coronaregeln demonstriert. Nach Angaben des Innenministeriums gingen landesweit knapp 114.000 Menschen bei mehr als 130 Protesten auf die Straße. In der Hauptstadt Paris waren es demnach etwa 18.000 Demonstrierende.

Zu Beginn der Woche hatte Macron angesichts eines Anstiegs der Coronazahlen strengere Hygienemaßnahmen angekündigt. So soll in Kürze deutlich häufiger ein Test-, Impf- oder Genesungsnachweis vorgezeigt werden müssen. Schon ab Mittwoch ist dies etwa für Kino- und Theaterbesuche der Fall, ab August soll dies auch für Fernzüge, Restaurants und Bars gelten. Außerdem wurde eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal verkündet.

Das Land kämpft momentan gegen eine vierte Coronawelle. Die Delta-Variante macht mittlerweile fast alle Fälle aus. Die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb einer Woche lag zuletzt bei rund 50. In einigen Gebieten wie dem Département Pyrénées-Orientales an der Grenze zu Spanien lag der Wert noch deutlich höher.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 10

8.15. Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Deutschland auf einen zweistelligen Wert gesprungen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Morgen mit 10 an (Vortag 9,4 vor einer Woche 6,2). Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI 1292 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 745 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden drei Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es sechs Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.744.681 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.639.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.362.

Bundespolizei konnte in der Coronazeit viele Überstunden abbauen

6 Uhr: Die Beamten der Bundespolizei haben während der Coronapandemie rund eine halbe Million Überstunden abbauen können. Wie das Bundespolizei-Präsidium in Potsdam auf Anfrage mitteilte, sank die Zahl der Überstunden von knapp zwei Millionen Ende 2019 auf knapp 1,5 Millionen am 30. Juni dieses Jahres. Ende 2020 hatte die Zahl der Überstunden noch leicht darunter bei 1,42 Millionen gelegen.

Die Zahl der Überstunden bezieht sich nach Angaben des Präsidiums auf rund 52.000 Mitarbeiter im Vollzug und in der Verwaltung. Rein rechnerisch entfielen dann auf jeden Beschäftigten knapp 29 Überstunden.

Zu den Gründen für den Abbau von Überstunden verwies das Präsidium auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag. Darin erklärt das Ministerium, dass die einsatzschwächeren Zeiten unter anderem wegen des geringeren Reiseaufkommens und des Verbots von Zuschauern bei Spielen der Fußball-Bundesliga dazu genutzt worden seien, die Überstunden der Einsatzkräfte abzubauen.

»Für uns ist das ein kurzes Luftholen während der Coronapandemie – für die Zeit danach«, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GDP) für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf.

Schwesig ebenfalls für neuen »Warnwert«

2.02 Uhr: Nach der rheinland-pfälzischen Regierungschefin Malu Dreyer dringt auch die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, auf einen neuen »Warnwert« zur Bewertung der Coronalage. »Ich unterstütze den Vorschlag, dass sich Bund und Länder auf einen neuen bundeseinheitlichen Warnwert zur Coronalage verständigen, ausdrücklich«, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Wir müssen zukünftig stärker Impfungen und Krankenhausbelastungen berücksichtigen.«

Manuela Schwesig (Archivbild)

Manuela Schwesig (Archivbild)

Foto:

Jens Büttner / dpa

Schwesig verwies auf das in ihrem Bundesland geltende Ampelmodell, das die Sieben-Tage-Inzidenz, die Zahl der Covid-Patienten im Krankenhaus und die Auslastung der Intensivstationen berücksichtigt. Dreyer hatte zuvor einen »neuen Warnwert« zur Beurteilung der Coronalage in Deutschland gefordert. Bei steigenden Impfquoten habe die Sieben-Tage-Inzidenz heute viel weniger Aussagekraft als noch vor einem halben Jahr.

Dieser Inzidenzwert gibt die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sie war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa für das Greifen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Die Bundesregierung hat aber bereits angekündigt, dass künftig weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden sollen.

Niederlande und Griechenland jetzt Corona-Risikogebiete

1.45 Uhr: Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen gelten die Niederlande, Griechenland und Teile Dänemarks seit Mitternacht für die deutschen Behörden als Risikogebiete. Nach der bereits am Freitag veröffentlichten Mitteilung des Robert Koch-Instituts rät das Auswärtige Amt von touristischen Reisen in diese Länder und Regionen ab.

Für die Niederlande und die dänische Hauptstadtregion um Kopenhagen ergeben sich daraus auch praktische Folgen: Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland einreist und nicht geimpft oder genesen ist, muss wieder einen Corona-Test machen. Auch die zum dänischen Königreich zählenden Färöer-Inseln sind jetzt Risikogebiet. Die Niederlande sind das erste der neun Nachbarländer Deutschlands, das wieder ganz als Risikogebiet eingestuft wird.

In Griechenland sind zuletzt die Infektionszahlen gestiegen, seit die Regierung die Maßnahmen für das Nachtleben gelockert hat und viele junge, noch ungeimpfte Leute feiern gehen. Wer aus dem Urlaub in Griechenland zurückkehrt, muss entweder getestet, genesen oder geimpft sein.

Impfangebot für jeden Erwachsenen in Großbritannien

1.10 Uhr: Jedem Erwachsenen im Vereinigten Königreich sei eine erste Dosis eines Covid-19-Impfstoffs angeboten worden, teilte das britische Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Am Montag sollen alle gesetzlichen Corona-Beschränkungen enden.

Das Ziel von Premierminister Boris Johnson war, dass jeder Erwachsene, der wollte, sich bis zum 19. Juli mindestens einmal impfen lassen konnte. Bisher haben den Angaben zufolge 87,8 Prozent der Erwachsenen eine erste Impfung mit einem Covid-19-Impfstoff erhalten. Zudem sei das Ziel erreicht worden, zwei Dritteln der Erwachsenen zwei Dosen Impfstoff zu verabreichen.

Johnson fährt mit der vollständigen Wiedereröffnung der Wirtschaft fort – trotz eines Anstiegs bei den Fallzahlen, der durch die hoch übertragbare Delta-Variante ausgelöst wurde. Die Zahl der Neuinfektionen ist auf dem höchsten Stand seit Januar.

Einige Wissenschaftler haben angesichts der hohen Fallzahlen, des erheblichen Anteils der Bevölkerung, der noch nicht vollständig geimpft ist, und der prognostizierten Zunahme von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen Besorgnis über die Wiedereröffnung geäußert.

Drei Texas-Demokraten in Washington positiv getestet

0.39 Uhr: Mehrere demokratische Abgeordnete aus dem US-Bundesstaat Texas waren nach Washington geflohen, um die Verabschiedung eines restriktiven, von den Republikanern initiierten Wahlgesetzes zu blockieren. Nun sind drei Mitglieder dieser Delegation positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie die Fraktion der Demokraten in Texas mitteilten. Alle drei seien geimpft gewesen. Zwei von ihnen hatten sich am Dienstag mit US-Vizepräsidentin Kamala Harris getroffen.

wit/flg/ime/dpa/Reuters/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.