Corona-News am Sonntag Spanien kündigt 13.000 neue Corona-Impfstationen an

In Spanien sollen es bald mehr Testmöglichkeiten geben. Sachsens Ministerpräsident will feste Corona-Regeln bis März. In Frankreich müssen Nerze getötet werden. Der Überblick am 22. November.
Spaniens Regierungschef Sánchez

Spaniens Regierungschef Sánchez

Foto: FERNANDO CALVO/HANDOUT/EPA-EFE/Shutterstock

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Spanien will Tausende Impfzentren einrichten

In Spanien sollen nach dem Willen von Regierungschef Pedro Sánchez landesweit 13.000 Stationen für Impfungen gegen Covid-19 eingerichtet werden. Dies sehe ein Impfplan vor, der fertig ausgearbeitet sei und den er an diesem Dienstag im Detail vorstellen werde, sagte der Sozialist am Sonntagabend im Fernsehen. »Unser Land wird zusammen mit Deutschland das erste der Europäischen Union sein, das über einen kompletten Impfplan verfügt«, betonte er.

Die EU habe sich insgesamt bereits 1,2 Milliarden Impfdosen gesichert, von denen Spanien zehn Prozent zustünden, sagte Sánchez. Bereits am Freitag hatte er angekündigt, dass im ersten Halbjahr 2021 im Rahmen dieses Projekts »ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung« geimpft werden könne.

Spanien ist eines der am härtesten von der Corona-Pandemie getroffenen Länder Westeuropas. Bisher wurden mehr als 1,5 Millionen Corona-Infektionen und mehr als 42 600 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen fiel aber zuletzt von 233 auf 168, wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Am Wochenende werden in Spanien keine landesweiten Corona-Zahlen veröffentlicht. Zum Vergleich: In Deutschland betrug der Wert am Sonntag nach Angaben des Robert Koch-Instituts 140,7.

Georgias Senatorin Loeffler will vorsorglich weiter in Quarantäne bleiben

23.10 Uhr: Kelly Loeffler, republikanische Senatorin im US-Bundesstaat Georgia, will vorsorglich weiter in Quarantäne bleiben. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Loefflers Team. Die Senatorin zeigt demnach keine Covid-19-Symptome.

Die Senatorin hatte am Freitag – einen Tag nach einem gemeinsamen Wahlkampfauftritt mit US-Vizepräsident Mike Pence und ihrem republikanischen Amtskollegen in Georgia, David Perdue – bei einem Corona-Schnelltest ein positives Ergebnis erhalten.

DER SPIEGEL

Ein weiterer Test am Samstag war laut AP nicht eindeutig ausgefallen, ein erneuter Test am heutigen Sonntag sei schließlich negativ gewesen. »Als Sicherheitsmaßnahme wird sie weiter in Selbstisolation bleiben und bei einem erneuten Test hoffentlich wiederholt negative Ergebnisse erhalten«, teilte Loefflers Kampagnensprecher Stephen Lawson mit.

Der Stichwahl um die Senatsposten Bundesstaat Georgia kommt für das Regieren des künftigen Präsidenten Joe Biden große Bedeutung zu.

Nur wenn die beiden demokratischen Herausforderer der aktuellen republikanischen Senatoren Loeffler und Perdue, Raphael Warnock und Jon Ossoff, gewinnen, können Bidens Demokraten in Washington eine Mehrheit im Senat erreichen.

Demokraten und Republikaner hätten dann jeweils 50 Stimmen, bei einem Gleichstand würde das Votum der künftigen Vizepräsidentin Kamala Harris den Ausschlag geben. Gewinnt auch nur einer der beiden republikanischen Amtsinhaber, können die Republikaner die meisten Vorhaben und die Personalvorschläge des künftigen Präsidenten blockieren.

Großbritannien will Quarantäneregelungen zu Weihnachten entschärfen

22.30 Uhr: Das britische Verkehrsministerium will am Montag eine Entschärfung der Quarantänebestimmungen nach der Rückkehr aus Regionen mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen verkünden. Die Regelung soll demnach ab den Weihnachtstagen gelten und ermöglichen, dass Menschen Verwandte in besonders schwer betroffenen "Rote Zone"-Regionen besuchen könnten, ohne dass sie danach in 14-tägige Isolation gehen müssen. berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den »Telegraph «.

Die Quarantänezeit soll demnach auf fünf Tage reduziert werden, wenn die Rückkehrer nach fünf Tagen einen negativen Corona-Test aufweisen können. Mit negativem Testergebnis soll die Quarantäne dann automatisch enden. Die Änderung soll demnach ab Mitte Dezember in Kraft treten.

Weiteres Mitglied der britischen Royals mit Corona infiziert

22.20 Uhr: Prinzessin Michael of Kent befindet sich »seit drei Wochen in Isolation im Kensington-Palast«. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf ihren Sprecher. Auch ihr Mann, Prinz Michael of Kent, sei vorsichtshalber in Isolation; ihm gehe es gut.

Nach Angaben des britischen Boulevardblattes »Sun« leidet die 75-Jährige unter hohem Fieber und einem Erschöpfungssyndrom. Sie führt den Vornamen ihres Mannes im Titel.

Bereits im Frühjahr hatte sich Prinz Charles (72) mit dem Coronavirus angesteckt; er litt aber nur unter leichten Erkältungssymptomen. Schwerer hatte es britischen Medien zufolge Prinz William (38) getroffen. Seine Covid-19-Erkrankung wurde bislang nicht offiziell bestätigt.

Prinzessin Michael of Kent ist mit einem Cousin der Queen verheiratet. Sie hatte vor drei Jahren zum Weihnachtslunch im Buckingham-Palast für einen Eklat gesorgt. Sie trug eine Brosche mit einem »Blackamoor« auf ihrer Jacke; solche afrikanischen Figuren stellen oft Diener aus der Sklaven- und Kolonialzeit dar.

Prinzessin Michael of Kent wurde 1945 als Marie Christine von Reibnitz im tschechischen Karlovy Vary (Karlsbad) geboren. Ihre offizielle Anrede lautet Her Royal Highness.

Länderchefs wollen Silvesterfeuerwerk verbieten

22 Uhr: Weil es bei den Infektionszahlen lediglich einen »Seitwärtstrend« gebe, wollen die Ministerpräsidenten nach SPIEGEL-Informationen vorerst auf Lockerungen verzichten. Für die Festtage und Silvester soll es Sonderregelungen geben.

Auch die Nutzung von Knallkörpern und Feuerwerk wollen die Länderchefs eindämmen: »Zum Jahreswechsel 2020/2021 sind der Verkauf, Kauf und das Zünden von Feuerwerk verboten« heißt es in einer Beschlussvorlage der Ministerpräsidentenkonferenz, die dem SPIEGEL vorliegt. Man wolle so die Einsatz- und Hilfskräfte entlasten, die Kapazitäten des Gesundheitssystems freihalten und größere Gruppenbildungen vermeiden.

Schwedens Regierungschef Löfven: »Verschnaufpause ist vorbei«

21.50 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat Schwedens Regierungschef Stefan Löfven alle Bürger dazu aufgerufen, im Kampf gegen die Pandemie zusammenzustehen und die Hygieneregeln zu beherzigen.

Die »kleine Verschnaufpause« im Sommer und Herbst sei vorbei, sagte der Regierungschef in einer Fernsehansprache – seiner ersten derartigen Botschaft seit März. »Mehr Menschen stecken sich an. Mehr Intensivbetten werden für Schwerkranke mit Covid-19 benötigt. Mehr Menschen sterben«, warnte er. Er beklagte, dass sich zu viele Menschen nicht an die Empfehlungen zur Pandemiebekämpfung gehalten hätten. Dies ändere sich aber nun.

In dem Land mit seinen gut zehn Millionen Einwohnern wurden bislang rund 208.300 Ansteckungen erfasst sowie 6400 Todesopfer im Zusammenhang mit der Krankheit. Im Vergleich zu seinen Nachbarländern hatte Schweden über die vergangenen Monate deutlich weniger Beschränkungen im Alltagsleben erlassen.

Im November hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen jedoch neue Höchststände erreicht. Zuletzt waren auch Schulschließungen erwogen worden.

G20 wollen »bezahlbaren und gerechten« Impfstoff-Zugang

20:00 Uhr: Die führenden Wirtschaftsmächte wollen gemeinsam für eine gerechte Verteilung von erschwinglichen Corona-Impfstoffen auf der ganzen Welt sorgen. In der Abschlusserklärung ihres G20-Gipfels nahmen sie sich außerdem vor, alles zu unternehmen, um die schwer angeschlagene Weltwirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Der Kampf gegen die Corona-Pandemie war das Hauptthema des zweitägigen Videogipfels unter Leitung Saudi-Arabiens. Das Virus hat sich in fast alle Länder der Welt ausgebreitet und weltweit fast 1,4 Millionen Menschen das Leben gekostet. Es wird aber erwartet, dass spätestens um den Jahreswechsel mit der Verteilung von Impfstoffen begonnen werden kann.

Die G20 trat mit ihrer Abschlusserklärung Befürchtungen entgegen, dass arme Länder dabei stark benachteiligt werden könnten. »Wir werden keine Mühe scheuen, um einen bezahlbaren und gerechten Zugang für alle Menschen sicherzustellen«, heißt es darin.

Scholz: Jeder ahnt, »dass es noch Verlängerungen geben muss«

17.32 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht Nachholbedarf im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Deutschland. Notwendig sei eine »geschlossene, gemeinsame Antwort« von Bund und Ländern, sagt Merkel am Sonntag in Berlin. »Daran arbeiten wir jetzt.« Bundesfinanzminister Olaf Scholz sagt, dass es trotz sichtbarer Ergebnisse »noch nicht reicht«.

Jeder ahne, »dass es noch Verlängerungen geben muss« bei den beschlossenen Maßnahmen. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der derzeit der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) vorsteht, hat am Sonntag eine Verlängerung des Shutdowns über Ende November hinaus in Aussicht gestellt.

»Wir sind uns einig, dass schon viel erreicht wurde, aber nicht genug«, sagte er. »Vor diesem Hintergrund ist es aktuell nicht vorstellbar, dass wir die zuvor beschlossenen Maßnahmen nun schon aufheben können.« Der Abstimmungsprozess laufe bisher sehr konstruktiv. »Wir sind auf einem guten Weg, sodass wir bis Mittwoch eine Beschlussvorlage erarbeitet haben.«

Weniger Neuinfektionen und Todesfälle in Italien

17.29 Uhr: Italien meldet 28.337 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle liegt den Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge bei 562. Tags zuvor waren sowohl die Infektions- als auch die Todesfälle niedriger. Insgesamt verzeichnet Italien seit Ausbruch der Pandemie im Februar mehr als 1,4 Millionen Fälle und 49.823 Tote.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer will feste Corona-Regeln bis März

17.05 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kündigt laut »Handelsblatt« für eine Verlängerung des November-Shutdowns eine Verschärfung an. Er stelle aber auch feste Regeln in Aussicht, die bis ins Frühjahr hinein gelten sollen, schreibt die Zeitung laut Vorabbericht. Demnach sagte Kretschmer: »Wir wollen erreichen, dass wir jetzt nicht einen Zeitraum von beispielsweise 14 Tagen in den Blick nehmen, sondern wirklich bis zum März denken und sagen, wie kommen wir über die Zeit, wie müssen die Hilfen aussehen für die Unternehmen für die Gastronomen für die Hotellerie und unter welchen Umständen können wir dann auch wieder von Lockerungen reden.« Man werde daher festlegen, »was sind die Größenordnungen an Infizierten, wo wir sagen können: jetzt geht's wieder los mit Kultur und Gastronomie«.

Mutiertes Coronavirus auf Nerzfarm in Paris

16.30 Uhr: Die französischen Behörden haben alle Nerze auf einer Farm westlich von Paris töten lassen. Unter den Pelztieren hatte eine mutierte Version des Coronavirus zirkuliert. Laut einer Mitteilung vom Sonntag sind rund tausend Nerze getötet und alle tierischen Produkte vernichtet worden.

Für zwei der insgesamt vier Nerzfarmen in Frankreich liegen noch keine Testergebnisse vor, die andere wies nur gesunde Tiere auf.

Die Maßnahmen gehen zurück auf Virusmutationen in Dänemark, den Niederlanden, Schweden und Griechenland. Zumindest in Dänemark konnten Fälle nachgewiesen werden, in denen das mutierte Virus auf Menschen übergesprungen ist. Allerdings waren die Symptome in diesen Fällen gleich mit denen einer Infektion mit dem bisher bekannten Coronavirus Sars-Cov-2. In Dänemark wurden damals rund 15 Millionen Nerze getötet.

Keiner der mit den Tieren in Kontakt gewesenen Züchter in Frankreich wurde bislang positiv getestet.

100 Beatmungsgeräte für zwei Millionen Menschen

16.06 Uhr: Experten warnen angesichts des starken Anstiegs der Corona-Infektionen im Gazastreifen vor einem Zusammenbruch des ohnehin angeschlagenen Gesundheitssystems. »In zehn Tagen wird das Gesundheitssystem nicht mehr in der Lage sein, einen solchen Anstieg von Fällen zu bewältigen«, sagte der Mikrobiologe Abdelraouf Elmanama, der zur Corona-Arbeitsgruppe in der palästinensischen Enklave gehört, am Sonntag. Dann könne es Patienten geben, »die keinen Platz auf der Intensivstation finden«.

Alarm schlägt auch die Weltgesundheitsorganisation. Deren Vertreter vor Ort, Abdelnaser Soboh, warnte, »dass wir innerhalb einer Woche nicht mehr in der Lage sein werden, uns um kritische Fälle zu kümmern«. Die Infektionsrate unter den Getesteten liege mittlerweile bei 21 Prozent – wobei es immer mehr Betroffene über 60 Jahre gebe. »Dies ist ein gefährlicher Indikator, da die meisten möglicherweise ins Krankenhaus eingewiesen werden«, warnte Soboh.

Im Gazastreifen leben etwa zwei Millionen überwiegend arme Menschen auf oft engem Raum. Bislang wurden von dort 14.000 Corona-Fälle gemeldet, 65 Todesfälle sind bekannt. Für die Menschen stehen insgesamt 100 Beatmungsgeräte zur Verfügung; 79 sind bereits belegt.

US-Behörden rechnen mit Impfungen ab Mitte Dezember

15.47 Uhr: Die Behörden in den USA rechnen bereits Mitte Dezember mit den ersten Corona-Impfungen. »Unser Plan ist es, die Impfstoffe binnen 24 Stunden nach der Zulassung an die Impfzentren zu liefern«, sagte der Leiter der Impfstoff-Arbeitsgruppe der US-Regierung, Moncef Slaoui, dem Sender CNN am Sonntag.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA wird sich Medienberichten zufolge zwischen dem 8. und dem 10. Dezember treffen, um über die Zulassung von Corona-Impfstoffen zu entscheiden.

Festnahmen bei Anti-Lockdown-Protesten in England

15.44 Uhr: Bei Anti-Lockdown-Protesten in mehreren britischen Städten hat die Polizei am Wochenende Dutzende Menschen festgenommen. Betroffen waren vor allem Liverpool im Nordwesten Englands, Basildon in Ostengland und Bournemouth an der Südküste.

Die Demonstranten wurden unter anderem festgesetzt, weil sie gegen Corona-Schutzmaßnahmen verstoßen hatten oder gewalttätig gegenüber Einsatzkräften geworden waren. Besonders Liverpool und Umgebung sind stark von der Pandemie betroffen. Ein Polizeisprecher nannte das Verhalten der Demonstranten dort »selbstsüchtig«, sie gefährdeten sich selbst und andere Menschenleben.

Zahlreiche Verstöße bei Trauerfeiern für serbisch-orthodoxen Patriarchen

14.18 Uhr: In Serbien ist das geistliche Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche beerdigt worden – und Tausende Gläubige wollten Abschied nehmen. Die Trauerfeier für den an Covid-19 gestorbene Patriarchen Irinej fand am Sonntag im Dom des Heiligen Sava in Belgrad statt, in dessen Gruft Irinej bestattet werden soll. Um einer Ansteckungsgefahr vorzubeugen, war es den Anwesenden im Dom untersagt, sich dem aufgebahrten Sarg zu nähern.

Zusätzlich hatte die Kirche zwei Leinwände vor dem Dom aufgestellt, um weiteren Menschen eine Teilnahme an der Trauerfeier zu ermöglichen. Die Corona-Infektionszahlen in Serbien steigen derzeit stark an. Die Kirche hatte deshalb angekündigt, sich strikt an die Corona-Maßnahmen halten zu wollen. Dies ignorierten jedoch mehrere Trauergäste.

Masken, Abstand? Fehlanzeige. Trauerfeier für den an Covid-19 gestorbenen Patriarchen Irinej

Masken, Abstand? Fehlanzeige. Trauerfeier für den an Covid-19 gestorbenen Patriarchen Irinej

Foto: Vladimir Zivojinovic / Getty Images

Bereits am Samstag hatten zahlreiche Menschen die Kathedrale des Heiligen Michael in der serbischen Hauptstadt besucht, in der Irinej zuerst aufgebahrt war. Viele von ihnen küssten die Plexiglasscheibe über dem Sarg und nahmen die Kommunion traditionell vom selben Löffel entgegen.

Iran kämpft mit der dritten Welle

13.54 Uhr: Iran meldet einen Tag nach Beginn neuer Corona-Maßnahmen etwas mehr als 13.000 Neuinfektionen und 475 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Damit steigt die Zahl der registrierten Ansteckungen auf rund 854.000 und die Zahl der Todesfälle auf rund 44.800. Iran gilt im Nahen Osten als das am stärksten von der Pandemie betroffene Land und kämpft bereits mit einer dritten Krankheitswelle. Am Samstag wurden nicht unbedingt notwendige Geschäfte geschlossen und Reisebeschränkungen verhängt.

Kaum Zwischenfälle bei Protestzug gegen Corona-Politik in Berlin

13.41 Uhr: In Berlin sind erneut Gegner der Corona-Politik und Gegendemonstranten auf die Straße gegangen. Zu größeren Zwischenfällen ist es nicht gekommen. Die meisten hielten sich an die Maskenpflicht, nur vereinzelt seien Strafanzeigen geschrieben worden, so eine Sprecherin der Polizei. Bei vorgezeigten Attesten, die von der Maskenpflicht befreien sollten, habe es den Verdacht gegeben, dass sie gefälscht seien.

Protestierende in Berlin

Protestierende in Berlin

Foto: HANNIBAL HANSCHKE / REUTERS

Laut Polizei waren für den als »Schweigemarsch« angemeldeten Protestzug 5000 Personen angekündigt worden, tatsächlich waren es weit weniger. Mit rund tausend Teilnehmern startete der Zug in Prenzlauer Berg und wurde unterwegs immer wieder von Gegendemonstranten gestört. An der Strecke standen lärmende Menschen mit Kochtöpfen, gelegentlich ertönten »Nazis raus«-Rufe. Auf Balkonen waren Transparente zu sehen, unter anderem mit der Aufschrift: »Klar denken statt quer denken. Kein Platz für Corona-Leugner und Nazis.«

Vermutlich aus Gruppen von Gegendemonstranten kam es kurzzeitig zu einer Sitzblockade und vereinzelt zu kleineren Rangeleien mit der Polizei. An der Schönhauser Allee versammelten sich nach ersten Schätzungen um die 200 bis 300 Menschen, die – überwiegend schwarz gekleidet – gegen den »Schweigemarsch« demonstrierten.

Neu-Delhis größtes Krematorium muss anbauen

13.25 Uhr: »Zuvor haben wir täglich acht bis neun Covid-Patienten bekommen, jetzt sind es bis zu 22 jeden Tag«, sagte am Sonntag der Sprecher des größten Krematoriums in Neu-Delhi, Ashok Rawak. Das Nigambodh-Ghat-Krematorium nimmt angesichts steigenden Corona-Todesfälle ab Montag drei zusätzliche Öfen und 13 Scheiterhaufen in Betrieb. Etwa 80 Prozent der 1,3 Milliarden Inder sind Hindus und äschern ihre Toten ein.

Teil des Nigambodh-Ghat-Krematoriums in Neu-Delhi

Teil des Nigambodh-Ghat-Krematoriums in Neu-Delhi

Foto: Manish Rajput / imago images/ZUMA Wire

In Indien zählt die Millionenmetropole Neu-Delhi zu einem der Epizentren der Pandemie. Seit Ende Oktober werden Behördenangaben zufolge pro Tag im Durchschnitt etwa 5000 Neuinfektionen und rund 100 Tote registriert. Die Metropolregion um die Hauptstadt verzeichnete auch nach Behördenangaben vom Sonntag mit 111 Toten binnen 24 Stunden den landesweit höchsten Wert.

Insgesamt haben sich in Indien seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als neun Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt – die meisten verzeichneten Corona-Fälle nach den USA. Mehr als 133.200 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben, nur in den Vereinigten Staaten und Brasilien gab es noch mehr Tote.

Keine Silvesterparty am Brandenburger Tor

13 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie soll in diesem Jahr keine Silvesterparty am Brandenburger Tor in Berlin stattfinden. »Es wird keine Riesenpartys und Familientreffen geben können«, sagte Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop der »Berliner Morgenpost«. Sonst drohe »die nächste Infektionswelle im Februar«, warnte Pop. »Es wird auch in Berlin am Brandenburger Tor zu keiner Party eingeladen«, fügte sie hinzu. Die Feier am Brandenburger Tor gilt als größte Silvesterparty Deutschlands. Den vergangenen Jahreswechsel hatten auf der Festmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule Hunderttausende Menschen gefeiert.

Großbritannien: Kirchen und Pubs an Weihnachten wohl offen

12.29 Uhr: Viele Briten würden auf die Corona-Regeln pfeifen, sollten über die Weihnachtsfeiertage weiterhin strenge Vorschriften gelten und Verwandtenbesuche untersagt sein. Das war zumindest das Ergebnis mehrerer Umfragen im Vereinigten Königreich. So weit wird es wohl nicht kommen müssen. Pünktlich zur Vorweihnachtszeit gibt es nun Berichte, wonach das Weihnachtsfest im Kreise der Liebsten gesichert sei. Zwischen dem 22. und 28. Dezember wolle Premier Boris Johnson hierfür einige Vorschriften lockern, schreibt der »Telegraph« am Sonntag. Details zu neuen Corona-Maßnahmen soll es am Montag geben. Nach einem Bericht des Senders Sky News sollen über Weihnachten auch die Kirchen offen und Besuche von Pubs und Restaurants unter bestimmten Auflagen gestattet sein.

Zunächst herrscht in England aber noch einen Teil-Lockdown. Bis Anfang Dezember gelten strikte Kontaktbeschränkungen und die meisten Geschäfte sind geschlossen. Schulen und Universitäten sind hingegen geöffnet. Danach wird laut Downing Street wieder das dreistufige System regeln, welche Maßnahmen notwendig sind. Wahrscheinlich müssten mehr Regionen hochgestuft werden, teilte am Sonntag die Regierung mit. Mit Massentests und Impfungen hofft sie, in den kommenden Monaten die Pandemie in den Griff zu bekommen. Jeder britische Landesteil entscheidet im Kampf gegen das Coronavirus über seine eigenen Maßnahmen.

Johnson wird vorgeworfen, falsch auf die Coronakrise reagiert zu haben. Er arbeitet zurzeit in Isolation, weil er Kontakt mit einem Infizierten hatte. Bislang sind etwa 55.000 Corona-Infizierte in Großbritannien gestorben – so viele wie in keinem anderen europäischen Land. In den vergangenen zwei Wochen zählte Großbritannien mit seinen rund 68 Millionen Einwohnern laut der EU-Seuchenbehörde ECDC 491 Infektionen pro 100.000 Menschen.

Spahn rät zu Schnelltests für Schulklassen mit Covid-19-Fällen

12.22 Uhr: Sollte eine Schülerin oder ein Schüler erkranken, könnte die betroffene Klasse umgehend in die häusliche Isolierung geschickt werden, schlägt Gesundheitsminister Spahn vor. Bisher ist das teilweise nicht oder nur bei den unmittelbaren Sitznachbarn Infizierter der Fall. Danach, so Spahn, müsste erst das Ergebnis eines Schnelltests abgewartet werden: Wer am fünften Tag negativ getestet werde, könne wieder in das Klassenzimmer zurückkehren.

Ob sein Konzept aus Sicht der Länder vor Ort umsetzbar sei, darüber müsse man am Mittwoch sprechen, so Spahn gegenüber dem »Redaktionsnetzwerk Deutschland«. Dann wollen die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Schalte über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie entscheiden. Zur gegenwärtigen Infektionslage sagte Spahn: »Wir haben sicheren Boden unter den Füßen, aber wir sind noch nicht über den Berg.« Es komme darauf an, ob die Zahlen in den nächsten Tagen sinken. »Davon wird am Mittwoch viel abhängen.«

Macron stellt Lockerung des Lockdowns in Aussicht

12 Uhr: Für Frankreich ist eine Lockerung der geltenden Kontaktbeschränkungen in Sicht. Angesichts sinkender Infektionszahlen sei eine dreistufige Rücknahme geplant, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal dem »Journal Du Dimanche«. Der erste Schritt solle um den 1. Dezember herum erfolgen, der nächste dann noch vor den Feiertagen zum Jahresende. Ab Januar 2021 sei dann die dritte Stufe geplant.

Beim zweiten landesweiten Lockdown Frankreichs, der am 30. Oktober begann, hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron von einer Dauer von mindestens vier Wochen gesprochen. Seither müssen etwa Restaurants, Bars und viele nicht lebensnotwendige Geschäfte geschlossen bleiben.

Aufgrund der veränderten Ausgangslage fordern Geschäfte und Unternehmen eine Lockerung rechtzeitig zum wichtigen Weihnachtsgeschäft. »Wir hatten uns verpflichtet, ihnen die Wiedereröffnung um den 1. Dezember zu erlauben, wenn sich die Gesundheitssituation verbessert, was der Fall zu sein scheint«, sagte Attal. Bars und Restaurants würden jedoch »weiterhin Beschränkungen unterliegen«.

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Frankreich stieg am Samstag um 17.881 und lag damit deutlich unter den am Freitag gemeldeten 22.882. Die Zahl der Krankenhauspatienten mit Covid-19 sank den fünften Tag in Folge auf nunmehr 31.365. Emmanuel Macron will am kommenden Dienstag öffentlich erklären, wie Frankreich seine Strategie anpassen wird und dabei den Bürgerinnen und Bürgern eine Perspektive für die kommenden Wochen aufzeigen.

Massentest in Südtirol: 99 Prozent negativ

11.37 Uhr: Bei einem dreitägigen Corona-Massentest in Südtirol haben einige Tausend Menschen von ihrer Infektion erfahren. Bis Sonntagvormittag hatten in der norditalienischen Provinz fast 270.000 Bürger und Bürgerinnen einen kostenlosen Abstrich machen lassen. Wie die Behörden im Internet mitteilten, erhielten bis zehn Uhr insgesamt 2626 Teilnehmer (ein Prozent) ein positives Corona-Resultat. Die zentrale Phase der freiwilligen Reihenuntersuchung läuft bis Sonntagabend.

Danach war geplant, dass die Südtiroler noch für weitere 72 Stunden bei Ärzten und an einigen anderen Orten an der Aktion teilnehmen können. Die Landesregierung will damit die zweite Corona-Welle schneller brechen: Virusträger, die nichts von ihrer Infektion ahnen, sollen entdeckt werden. Sie gelten als gefährliche Ansteckungsquelle. In der Provinz Bozen-Südtirol, über die ein Teil-Lockdown verhängt ist, leben gut eine halbe Million Menschen. Die Behörden wollten mit »Südtirol testet« etwa 350.000 Menschen erreichen. Der Erfolg eines Massentests hängt nach Einschätzung von Experten stark von einer hohen Teilnahme ab. Der Direktor des Eurac Research Zentrums in Bozen, Stephan Ortner, nannte eine Quote ab 70 Prozent als Erfolgsgarant.

Kritiker bemängeln, dass die Resultate von Antigen-Schnelltests nicht verlässlich genug seien. »Das Problem mit dem Schnelltest ist, dass er ein sehr geringes Haltbarkeitsdatum hat«, sagte die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig bei der Bundespressekonferenz vergangene Woche. Es sei lediglich eine Momentaufnahme. Um einen realistischen Überblick über die tatsächlich Infizierten zu bekommen, müsse man jeden mindestens zweimal testen, im Abstand von einer Woche.

Eilmeldung: »Weihnachten wird nicht normal«

10.19 Uhr: Es dürfte den meisten Menschen zwar längst klar sein, aber der Nachrichtenagentur Reuters ist es trotzdem eine Eilmeldung wert: Weihnachten wird dieses Jahr nicht wie gewohnt ausfallen. Darauf hat nun der britische Finanzminister Rishi Sunak seine Landsleute eingestimmt.

Bundesjustizministerin schließt Impfpflicht aus

9.50 Uhr: Noch ist kein Impfstoff zugelassen, aber die Frage, wer zuerst geimpft werden soll, stellt sich schon jetzt. Justizministerin Christine Lambrecht sieht zumindest keine rechtlichen Probleme, wenn bestimmte Personengruppen früher geschützt werden als andere, solange »solche Entscheidungen nach nachvollziehbaren und sachgerechten Kriterien getroffen werden«.

Es sei absolut nachvollziehbar, wenn Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger sowie besonders gefährdete Menschen in Pflegeheimen zuerst drankämen, da es derzeit darum gehe, ob das Gesundheitssystem durchhalte. »Ich denke, eine solche Entscheidung wird auch gerichtsfest sein«, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Christine Lambrecht

Christine Lambrecht

Foto: Michael Kappeler / dpa

Einer aktuellen Umfrage zufolge sind 35 Prozent der Deutschen »definitiv« zu einer Impfung bereit, weitere 32 Prozent »wahrscheinlich«. Laut Berechnung des Gesundheitsministeriums müssten rund 55 bis 65 Prozent der Bevölkerung geimpft sein, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Eine Impfpflicht soll es aber nicht geben. Das bestätigte nun auch Lambrecht: »Eine Impfpflicht wird es bei der Corona-Schutzimpfung nicht geben«, sagte sie. Eine solche würde aus ihrer Sicht Grundrechte verletzen, vor allem das auf körperliche Unversehrtheit.

Menschen in Portugal dürfen ihre Kommunen am Wochenende nicht mehr verlassen

9.25 Uhr: Portugal wird zwei bevorstehende Feiertage nutzen, um seinen Kampf gegen das Virus auszuweiten: Da am 1. und am 8. Dezember das Leben in dem Land ohnehin stillsteht, sollen Schulen und Behörden zusätzlich am 30. November und am 8. Dezember geschlossen werden. Das gab Regierungschef António Costa bei einer Pressekonferenz in Lissabon bekannt. Um den Effekt zu verstärken, forderte Costa die Privatwirtschaft auf, ihren Angestellten in dem Zeitraum ebenfalls freizugeben.

Zusätzlich soll der Bewegungsraum der Bürger an den beiden bevorstehenden Wochenenden weiter eingeschränkt werden. Vom Abend des 27. November bis zum Morgen des 2. Dezember sowie vom 4. bis zum 9. Dezember dürfen die Menschen ihre Kommunen nicht verlassen.

Je nach Infektionslage ist das Land in vier Zonen aufgeteilt, für die ab Dienstag unterschiedliche Beschränkungen gelten. Für einen Großteil der portugiesischen Kommunen gilt aber schon jetzt eine nächtliche Ausgangssperre und die Pflicht zur Tele-Arbeit.

Nachdem Portugal die erste Welle der Pandemie relativ gut überstanden hatte, hat sich die Zahl der Neuinfektionen seit Ende September praktisch alle zwei Wochen verdoppelt. Am Samstag wurden in Portugal 6472 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet, 62 Infizierte starben. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land auf 3842.

Corona-Lockdown in England soll nicht verlängert werden

9.10 Uhr: Während in Deutschland eine Verlängerung des Teil-Shutdowns diskutiert wird, sollen die Maßnahmen in England Anfang Dezember auslaufen. Wie Downing Street mitteilte, will Premierminister Boris Johnson dies am Montag verkünden und einen Drei-Stufen-Plan für Corona-Beschränkungen auf regionaler Ebene vorstellen.

Der Lockdown der vergangenen Wochen habe »geholfen, das Virus wieder unter Kontrolle zu bringen« und den Druck auf den Nationalen Gesundheitsdienst NHS zu verringern, hieß es von der Regierung in London. In den vergangenen Wochen mussten nicht dringend notwendige Geschäfte in England schließen. Die Menschen sollten ihr Zuhause nur noch für das Nötigste verlassen.

Großbritannien hat die höchste Zahl an Corona-Toten in Europa: Mehr als 54.600 Infizierte starben hier bereits. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie werden auf regionaler Ebene entschieden. Schottland hat gerade die Restriktionen für elf Gebiete verschärft, Nordirland hat einen weiteren zweiwöchigen Lockdown beschlossen, der am 11. Dezember endet.

Amerikanische FDA erteilt Notfallzulassung für Antikörper-Cocktail

8.55 Uhr: Die US-amerikanische Medikamentenbehörde FDA hat einen Antikörper-Cocktail der Firma Regeneron zur Covid-Behandlung zugelassen. Es handelt sich um dasselbe Mittel, das auch US-Präsident Donald Trump während seiner Erkrankung verabreicht bekommen hatte.

Mit der Notfallzulassung kann der Cocktail mit zwei Antikörpern zur Behandlung von Patienten ab zwölf Jahren eingesetzt werden, bei denen das Risiko besteht, dass sie schwere Covid-19-Symptome entwickeln. Patienten, die sich im Krankenhaus befinden oder Sauerstoff benötigen, dürfen das Medikament nicht bekommen.

Der Antikörper-Cocktail soll verhindern, dass das Virus in die Zelle eintreten kann. Die Behandlung führt dem Unternehmen zufolge zu einer Reduzierung der Viruslast, also der Menge an nachweisbaren Viren, und zu einem rascheren Abklingen der Symptome. Am stärksten profitierten demnach diejenigen Probanden, deren Immunsystem noch keine eigenen Antikörper gegen das Virus gebildet hatte.

Nach seiner Genesung von Covid-19 hatte Trump im Oktober für die Behandlung der Krankheit mit dem Antikörper-Cocktail von Regeneron geworben. Das Medikament sei keine Behandlungsmethode, sondern ein »Heilmittel« und ein »Wunder«, das bald allen zur Verfügung stehen solle, hatte er versprochen. Allerdings ist die Produktion von Antikörpern aufwendig und teuer, sodass unklar ist, wie viele Patienten tatsächlich mit den Mitteln geholfen werden kann.

Fast 16.000 Neuinfektionen in Deutschland

8.25 Uhr: Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 15.741 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Im Vergleich zum Wert vor einer Woche sind das 1206 Infektionen weniger, wie aus RKI-Daten von Sonntagmorgen hervorgeht. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl bei 16.947 gelegen. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Die Anzahl der Neuinfektionen ist allerdings nur bedingt mit denen der Vorwochen vergleichbar, da unter anderem das RKI die Empfehlungen für Corona-Tests angepasst hat, wer noch getestet werden soll. Der Schritt war nötig, da immer mehr Labors an die Belastungsgrenze gerieten. Doch die Entscheidung könnte neben der Zahl der Neuinfektionen auch den Anteil der positiven Tests beeinflussen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Nachdem die Zahl der täglichen Neuinfektionen im Oktober und Anfang November stark gestiegen war, war der Wert zuletzt vergleichsweise stabil. Einen deutlichen Rückgang der Neuinfektionen gibt es aber bislang nicht, obwohl seit Anfang November ein Teil-Shutdown in Deutschland gilt.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 918.269 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Sonntag um 138 auf insgesamt 14.022. Das RKI schätzt, dass rund 603.800 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 1,07 (Vortag: 1,05). Das bedeutet, dass im Durchschnitt jede Person, die mit SARS-CoV-2 infiziert ist, ungefähr eine weitere Person ansteckt. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Bildungsgewerkschaft GEW fordert kostenlose Masken für Lehrer und Schüler

8.20 Uhr: Die Bundesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, hat zum Schutz vor Corona-Infektionen kostenlose Masken für Schüler und Lehrer gefordert. Lehrkräfte sollten auf Wunsch zudem besonders gut schützende FFP2-Masken kostenlos bekommen, sagte Tepe den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Schließlich sei es »Aufgabe des Arbeitgebers, für die notwendigen Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen der Beschäftigten, aber auch der Kinder und Jugendlichen zu sorgen«.

Der Vorsitzende des Bundeselternbeirats, Stephan Wassmuth, verlangte ebenfalls weitere Schutzmaßnahmen. »Wir sind froh, dass die Schulen offen sind, aber die Gesundheitsversorgung muss im Vordergrund stehen«, sagte er der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Obwohl viele Schulen gute Konzepte für Wechselunterricht entwickelt hätten, hielten die Kultusminister stur am Normalbetrieb fest. »Man kann nicht nachvollziehen, dass immer mehr Zeit ins Land geht ohne eine Entscheidung«, kritisierte Wassmuth.

Söder und Scholz fordern Verlängerung von Teil-Shutdown

7.40 Uhr: In der kommenden Woche entscheidet sich, wie es mit den Corona-Beschränkungen weitergeht. Vizekanzler Olaf Scholz und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder haben eine klare Position: Sie wollen, dass die Maßnahmen verlängert werden, auch um sie Weihnachten lockern zu können.

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