Corona-News Großbritannien erhöht wegen Omikron-Ausbreitung die Coronawarnstufe

Angesichts der schnellen Ausbreitung der Omikron-Variante hat die britische Regierung die zweithöchste Stufe Coronawarnstufe ausgerufen. Und: Die USA verzeichnen inzwischen mehr als 800.000 Coronatote. Der Überblick.
Großbritanniens Premierminister Boris Johnson erhält in London seine Boosterimpfung

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson erhält in London seine Boosterimpfung

Foto: Paul Edwards / AP

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+++ Großbritannien erhöht wegen Omikron-Ausbreitung die Coronawarnstufe +++

21.24 Uhr: Die Omikron-Variante breitet sich rasch in Großbritannien aus, daher wurde nun die landesweite Coronawarnstufe erhöht. Die Bewertung des Risikos für die öffentliche Gesundheit erreicht nun mit Stufe vier die zweithöchste Stufe, wie das zuständige Gremium heute mitteilte. Zudem weitet die britische Regierung ihre Maßnahmen gegen die Omikron-Variante des Coronavirus nochmals aus. Die Stufe vier bedeutet, dass »die Übertragung hoch ist und der Druck auf die Gesundheitsdienste weit verbreitet und erheblich ist oder zunimmt«. Am Abend wollte sich Premierminister Boris Johnson voraussichtlich zum Thema Auffrischungsimpfungen in einer Ansprache an die Briten wenden.

Ab Dienstag werden in England die Regelungen für obligatorische Tests verschärft, wie das Gesundheitsministerium in London mitteilte. Vollständig geimpfte Menschen, die Kontakt zu einem positiv auf das Coronavirus Getesteten hatten, müssen sieben Tage lang täglich einen Schnelltest machen. Sind Kontaktpersonen von positiv Getesteten hingegen nicht mindestens einmal geimpft, müssen sie künftig für zehn Tage in Quarantäne.

Gesundheitsminister Sajid Javid wies zur Begründung der neuen Maßnahmen darauf hin, dass sich die Omikron-Variante in Großbritannien weiter rasant ausbreite. Zu erwarten sei, dass Omikron bis Mitte Dezember die dominierende Form des Coronavirus im Land sein werde.

Johnson will bei den Corona-Auffrischungsimpfungen angesichts rapide steigender Omikron-Zahlen noch schneller vorankommen als bislang angestrebt. Jeder Erwachsene in England solle bereits bis Jahresende die Gelegenheit bekommen, eine Booster-Dosis zu erhalten, sofern seit der Zweitimpfung mindestens drei Monate vergangen sind, sagte Johnson am Sonntagabend in einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft an seine Landsleute. Bisher lag das Zieldatum bei Ende Januar. Die britische Regierung werde zusätzlich Unterstützung leisten, damit die Impfkampagnen auch in den Landesteilen Schottland, Wales und Nordirland beschleunigt werden.

Polizei stoppt Protest gegen Coronamaßnahmen in Plauen

21.58 Uhr: Die Polizei ist am Sonntagabend im sächsischen Plauen gegen nicht erlaubte Coronaproteste vorgegangen. Wie ein Polizeisprecher sagte, waren mehrere Hundert Menschen im Stadtgebiet unterwegs. Ein Aufzug, der sich formiert hatte und losgezogen war, wurde nach einigen Hundert Metern gestoppt. Die Polizei nahm die Personalien von 137 Teilnehmern auf. An mehreren weiteren Orten hätten Menschen sich ebenfalls versucht zu versammeln, seien aber von Einsatzkräften angesprochen worden und dann einzeln weggegangen. Das Geschehen sei insgesamt friedlich geblieben. Versammlungen mit mehr als zehn Menschen sind wegen der Coronalage in Sachsen derzeit nicht gestattet.

EZB-Vizechef de Guindos positiv auf Corona getestet

19.52 Uhr: EZB-Vizechef Luis de Guindos geht nach einem positiven Coronatest in Selbstisolation. Er habe die Isolation unmittelbar nach dem Erhalt des Testergebnisses angetreten und informiere alle Personen, mit denen er zuletzt Kontakt gehabt habe, teilt die EZB mit. Mit EZB-Chefin Christine Lagarde habe er in der zurückliegenden Woche keinen Kontakt gehabt. Er sei bereits zweifach geimpft und spüre nur milde Symptome. Er werde zu Hause arbeiten. Auf das geldpolitische Treffen der EZB in der neuen Woche habe die Angelegenheit keine Auswirkungen.

Mehr als 800.000 Coronatote in den USA

17.55 Uhr: In den USA sind laut der Nachrichtenagentur Reuters inzwischen mehr als 800.000 Menschen an oder mit Corona gestorben. Das habe eine Zählung auf Basis offizieller Daten ergeben, hieß es. Damit seien mehr Menschen im Zusammenhang mit Corona gestorben, als der US-Bundesstaat North Dakota Einwohner hat. Der Reuters-Analyse zufolge dauerte es 111 Tage, bis die Zahl der Todesfälle von 600.000 auf 700.000 gestiegen war. Die nächste Schwelle von 800.000 wurde in nur 73 Tagen erreicht. Gesundheitsexperten zufolge starben 2021 vor allem ungeimpfte Menschen an oder mit Corona.

Britische Regierung verschärft Coronaregeln

17.15 Uhr: Die britische Regierung weitet ihre Maßnahmen gegen die Omikron-Variante des Coronavirus weiter aus. Ab Dienstag werden die Regelungen für obligatorische Tests verschärft, wie das Gesundheitsministerium in London am Sonntag mitteilte. Vollständig geimpfte Menschen, die Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten, müssen demnach sieben Tage lang täglich einen Schnelltest machen. Sind Kontaktpersonen von positiv Getesteten hingegen nicht mindestens einmal geimpft, müssen sie künftig für zehn Tage in Quarantäne. Zudem werden die Auffrischungsimpfungen ab Montag auf Bürger ab dem Alter von 30 Jahren ausgeweitet.

Ministerin Spiegel wirbt für großflächige Impfangebote für Kinder

17.02 Uhr: Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) hat dazu aufgerufen, großflächig Coronaimpfungen für fünf- bis elfjährige Kinder anzubieten. Überall im Land seien kindgerechte Impfangebote erforderlich, »in Kinderarztpraxen, Impfzentren und mit mobilen Impfteams«, sagte Spiegel den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Spiegel nannte den Start der Coronaimpfungen für Kinder an diesem Montag ein gutes Signal. Für viele Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren und ihre Familien sei das eine große Erleichterung. »Es ist ganz wichtig, dass sich Familien gut informieren und beraten lassen können und dann hoffentlich zu dem Schluss kommen, ihre Kinder impfen zu lassen.«

Die Ständige Impfkommission hatte die Coronaimpfung für Kinder zwischen fünf und elf Jahren empfohlen, die Vorerkrankungen oder Angehörige mit hohem Risiko haben. Außerdem können Eltern nach individueller Aufklärung auch ihre gesunden Kinder impfen lassen.

Proteste gegen Coronaauflagen in Tschechien

16.50 Uhr: Auch in Tschechien haben am Sonntag Menschen gegen die Coronamaßnahmen der Regierung demonstriert. Im Zentrum der Hauptstadt Prag versammelten sich nach Angaben der Nachrichtenagentur CTK 4000 Protestierende. Sie wollten vom Prager Wenzelsplatz zum Regierungssitz ziehen. Die Demonstrantinnen und Demonstranten trugen den Angaben zufolge keine Masken und hielten sich auch nicht an Abstandsregeln. Als die Polizei sie aufforderte, die Coronaauflagen einzuhalten, wurden die Beamten ausgebuht.

Tschechien ist stark von der vierten Coronawelle betroffen, viele Krankenhäuser sind überlastet. In etlichen Bereichen gilt die 2G-Regel, etwa in Gaststätten und Hotels. Zutritt haben also nur Geimpfte oder Genesene.

Obdachlose und Geflüchtete brauchen besseren Zugang zu Booster-Impfungen

15.26 Uhr: Der Paritätische Gesamtverband hat leichter zugängliche Booster-Impfangebote für Wohnungslose sowie Flüchtlinge gefordert. »Ob Obdachlose, Geflüchtete in Sammelunterkünften oder auch alte Menschen in Pflegeheimen - es braucht zwingend viel mehr zielgruppenspezifische Aufklärung und vor allem aufsuchende und niedrigschwellige Impfangebote«, sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

»Impfwillige, die es körperlich können, stehen vielerorts lange in der Kälte an, um sich die Booster-Impfung abzuholen«, sagte Schneider. Es sei zu befürchten, dass Menschen, die wegen ihres gesundheitlichen Zustandes oder ihrer Lebensumstände einem besonderen Infektionsrisiko ausgesetzt und dringend auf einen wirksamen Impfschutz angewiesen seien, derzeit das Nachsehen hätten.

Obdachlose in Hannover: mehr niedrigschwellige Impfangebote nötig

Obdachlose in Hannover: mehr niedrigschwellige Impfangebote nötig

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Verletzte bei Corona-Protest in Bennewitz

14.42 Uhr: Auch im sächsischen Bennewitz nahe Leipzig ist es im Rahmen von Protesten gegen Corona-Maßnahmen zu Übergriffen auf Einsatzkräfte gekommen. Zwei Polizisten und zwei Demonstranten wurden dabei am Sonntagvormittag verletzt.

Insgesamt hatten sich laut Polizei rund 25 Menschen im Ortsteil Schmölen versammelt. Das ist nach der Corona-Notfallverordnung derzeit nicht gestattet. Die Polizei stellte die Identitäten der Teilnehmer fest. »Diese verhielten sich äußerst unkooperativ, leisteten den Anweisungen keine Folge und griffen die Polizeibeamten an«, sagte ein Polizeisprecher. Nur durch ein »robustes Vorgehen« der Einsatzkräfte habe die Lage unter Kontrolle gebracht werden können. Es seien drei Strafanzeigen gestellt worden.

Mehr als zehn Millionen Corona-Infektionen in Russland

12.39 Uhr: In Russland übertrifft die Zahl der registrierten Infektionen mit dem Coronavirus die Schwelle von zehn Millionen. Das teilt die Arbeitsgruppe der Regierung für die Pandemie mit. Es seien 29.929 Neuinfektionen erfasst worden. Damit hätten sich seit Ausbruch der Seuche 10.016.896 Menschen mit dem Virus in Russland nachweislich angesteckt.

Gesundheitsminister besprechen Ende der Testpflicht für dreimal Geimpfte

12.00 Uhr: Die Gesundheitsminister der Länder wollen in der kommenden Woche über einen bundeseinheitlichen Wegfall der Corona-Testpflicht für dreimal Geimpfte beraten. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereite dazu einen Vorschlag vor und wolle diesen der Gesundheitsministerkonferenz am Dienstag vorlegen, sagte ein Sprecher seines Ministeriums am Sonntag.

Ziel ist eine Entscheidung darüber, ob es für dreimal Geimpfte künftig keine Testpflicht mehr bei 2G-plus-Regeln geben soll – also bei einem Zugang für Geimpfte und Genesene plus negativem Test. Klaus Holetschek (CSU), Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz, sagte der »Bild am Sonntag«: »Wir Länder brauchen schnell Klarheit, ob und ab wann für dreimal Geimpfte die Testpflicht entfallen kann.« Ein Wegfall der Testpflicht sei »nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern liefert auch einen zusätzlichen Impfanreiz«.

Ausschreitungen bei Protest gegen Corona-Maßnahmen in Reutlingen

11.28 Uhr: Hunderte Menschen haben am Samstag in Baden-Württemberg gegen Corona-Maßnahmen demonstriert. In Reutlingen kam es während einer Kundgebung »Für Freiheit, Wahrheit und Selbstbestimmung« zu Ausschreitungen.

Laut Polizei hatten sich rund 1500 Menschen versammelt. Aufforderungen zum Tragen einer Maske seien ignoriert worden. Infolgedessen habe man die Versammlung aufgelöst. Eine Gruppe zog der Polizei zufolge dennoch weiter. Dabei zündeten Teilnehmer vereinzelt Pyrotechnik und Fackeln.

Als die Polizei versuchte, die Versammlung zu stoppen, sollen Teilnehmer die Kette der Beamten durchbrochen haben. Die Polizisten setzten daraufhin Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Im Laufe des Abends wurden mehrere Strafverfahren wegen tätlichen Angriffs auf Beamte, Beleidigung und versuchter Körperverletzung eingeleitet. Zudem wurden rund 100 Platzverweise erteilt.

Auch in Stuttgart verstießen zahlreiche Menschen am Samstag bei vier Protesten gegen die Corona-Maßnahmen gegen Auflagen. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, kamen in der Stadt mehrere Hundert Querdenker zusammen, um eine Menschenkette zu formen.

Etliche verletzte Polizisten bei Corona-Protesten in Thüringen

10.21 Uhr: Im thüringischen Greiz sind bei Auseinandersetzungen mit Protestierenden 14 Polizisten verletzt worden. Nach Aufrufen in sozialen Medien hatten sich am Samstag bis zu 1000 Menschen versammelt. Wie die Polizei mitteilte, formierten sie sich an einer Brücke zu einem Aufzug, den die Einsatzkräfte stoppten. Protestierende hätten daraufhin versucht, die Polizeikette zu durchbrechen. Die Polizei, die mit einem Großaufgebot im Einsatz war und auch einen Wasserwerfer bereithielt, setzte daraufhin Pfefferspray ein.

In auf Twitter verbreiteten Videosequenzen war zu sehen, wie Protestierende mit den Einsatzkräften rangelten, um die Absperrung zu durchbrechen. Ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete von einer aggressiven Stimmung. Es würden Böller gezündet, ein Polizist sei mit einer Flasche beworfen und am Fuß getroffen worden.

Zwei der verletzten Polizisten seien vorübergehend nicht dienstfähig, hieß es von der Polizei. Eine verletzte Beamtin sei zeitweilig im Krankenhaus behandelt worden.

Die Polizei stellte die Identität von 207 Protestierenden fest, sprach 108 Platzverweise aus und leitete 44 Strafverfahren ein. Außerdem liefen 47 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten.

Formel 1: Haas-Pilot Masepin positiv auf Corona getestet

09.34 Uhr: Mick Schumachers Teamkollege Nikita Masepin kann beim letzten Formel-1-Rennen der Saison nicht starten. Der 22 Jahre alte Russe wurde in Abu Dhabi positiv auf das Coronavirus getestet. Das gab sein Haas-Rennstall am Sonntag vor dem Großen Preis bekannt. Es gehe ihm gut, er zeigte keine Symptome, habe sich aber in Selbstisolation begeben. Ersatzfahrer Pietro Fittipaldi wird den Regeln entsprechend nicht einspringen dürfen, weil er nicht wenigstens an einem freien Training teilgenommen hat.

Weggeworfene Corona-Masken gefährden Umwelt und Tiere

08.46 Uhr: Achtlos entsorgte Corona-Schutzmasken bedrohen laut Forschenden der Universität Portsmouth die Umwelt. Für eine in der Fachzeitschrift »Nature Sustainability« veröffentlichte Studie untersuchten die Wissenschaftler den Zusammenhang von Corona-Maßnahmen in elf Ländern - darunter Deutschland und Großbritannien - und der Menge an weggeworfenen Masken und anderer Schutzausrüstung.

Von März bis Oktober 2020 stieg demnach die Zahl der nicht ordnungsgemäß entsorgten Masken um das 84-Fache. Großbritannien erwies sich dabei als negativer Spitzenreiter - hier machten Masken mit über fünf Prozent aller achtlos weggeworfenen Abfälle im internationalen Vergleich den größten Anteil aus. Während in anderen Ländern auch vermehrt falsch entsorgte Schutzhandschuhe oder Reinigungstücher entdeckt wurden, nahm in Deutschland nur die Zahl des Maskenmülls im öffentlichen Raum deutlich zu.

Die Wissenschaftler der Universität Portsmouth warnten: »Ohne bessere Entsorgung steht uns eine Umweltkatastrophe bevor.« Die meisten Masken seien aus langlebigem Plastik produziert und könnten sich in der Umwelt Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte halten. So könne Mikroplastik in Erde oder Wasser gelangen und Tiere könnten sich an den Masken verschlucken.

Achtlos entsorgte Maske: Gefahr für die Umwelt

Achtlos entsorgte Maske: Gefahr für die Umwelt

Foto: Fabian Strauch / picture alliance/dpa

Österreich: Für Geimpfte ist der Lockdown vorbei

08.25 Uhr: In Österreich ist am Sonntag für Geimpfte ein dreiwöchiger Corona-Lockdown beendet worden. In den einzelnen Bundesländern fallen die Lockerungen jedoch unterschiedlich aus: Während im Burgenland, in Tirol und Vorarlberg etwa Gasthaus-Besuche und Hotelübernachtungen wieder möglich sind, dauern die Beschränkungen in anderen Landesteilen noch etwas länger an. Die Stimmung im Land bleibt derweil angespannt - am Samstag protestierten mehr als 40.000 Menschen in teils aufgeheizter Atmosphäre gegen die Corona-Politik der Regierung.

FDP-Politiker rechnet mit hohen Geldstrafen bei Verstoß gegen Impfpflicht

08.00 Uhr: Der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann geht davon aus, dass Impfverweigerer nach Einführung einer Corona-Impfpflicht mit empfindlichen Geldstrafen belegt werden. »Der Rahmen wird sich dabei wahrscheinlich am Verstoß gegen die Masernimpfpflicht orientieren«, sagt Ullmann der Funke Mediengruppe. Bei Verstößen gegen die Pflicht zur Masern-Impfungen bei Kindern drohen Geldstrafen von bis zu 2500 Euro.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 390,9

07.00 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag erneut gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 390,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 402,9 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 439,2 (Vormonat: 263,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 32 646 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.05 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 42 055 Ansteckungen.

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 132 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 94 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6 509 863 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Arbeitsminister Heil will mehr Hartz-IV-Empfänger für Impfungen gewinnen

03.30 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will verstärkt Hartz-IV-Empfänger für Corona-Impfungen gewinnen. "Ich habe die Bundesagentur für Arbeit und die Länder gebeten, die erwachsenen Menschen im Grundsicherungsbezug anzuschreiben und über Impfangebote vor Ort zu informieren", sagt Heil den Zeitungen der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge. Die Anschreibaktionen liefen vor Ort gerade an. Die Jobcenter sollten laut Heil bei der Impfkampagne nach Kräften unterstützen.

Dreifachimpfung wirkt offenbar gegen Omikron

01.45 Uhr: Israelische Forscher haben festgestellt, dass eine Dreifachimpfung mit dem Vakzin von Pfizer und BioNTech einen signifikanten Schutz gegen die neue Omikron-Variante bietet. "Die gute Nachricht ist, dass sich der Schutz mit der Auffrischungsdosis um das Hundertfache erhöht", sagt Gili Regev-Yochay, Leiterin der Abteilung für Infektionskrankheiten des Sheba Medical Centers in Tel Aviv gegenüber Reportern. Der Schutz sei zwar immer noch etwa viermal niedriger als der gegen die Delta-Variante, aber die insgesamt gute Wirkung des Vakzins stimme die Forscher optimistisch. Bisher gebe es keine Erkenntnisse darüber, ob und wann auch die Booster-Wirkung nachlassen wird, erklärt die Forscherin. Sheba hat die Studie in Zusammenarbeit mit dem Zentralen Virologie-Labor des Gesundheitsministeriums durchgeführt.

Innenministerin Faeser fordert Teilnehmer von Corona-Protesten zu Abgrenzung von Rechtsextremisten auf

01.00 Uhr : Die neue Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) fordert Teilnehmer von Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen dazu auf, sich stärker von Rechtsextremisten und sogenannten Reichsbürgern abzugrenzen. "Rechtsextremisten und Reichsbürger versuchen, die Bewegung zu durchsetzen, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen", sagt Faeser den Zeitungen der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge.

Bürgerliche Demonstrationsteilnehmer würden sich zu wenig von diesen Leuten abgrenzen. Die Anstrengungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt müssten verstärkt werden, um die Spaltungsversuche antidemokratischer Kräfte zu überwinden, so die Innenministerin. Faeser warnt auch vor einer weiteren Radikalisierung der sogenannten Querdenken-Bewegung, da deren Gewaltbereitschaft zunehme. Das Bundesamt für Verfassungsschutz habe deswegen die Beobachtung aller extremistischen Teile der Bewegung jetzt noch einmal deutlich intensiviert.

Gesundheitsminister wollen über Aufhebung der Testpflicht für Dreifach-Geimpfte beraten

00.30 Uhr: Die Gesundheitsminister der Länder wollen bei ihrer nächsten Sitzung am Dienstag darüber entscheiden, ob es für dreimal Geimpfte künftig bundesweit keine Testpflicht mehr geben soll. "Wir Länder brauchen schnell Klarheit, ob und ab wann für dreimal Geimpfte die Testpflicht entfallen kann. Der Bundesgesundheitsminister hat mir zugesagt, dass er der Gesundheitsministerkonferenz dazu schon am kommenden Dienstag einen Vorschlag machen wird. Dies ist nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern liefert auch einen zusätzlichen Impfanreiz", sagt Klaus Holetschek (CSU), Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz, der "Bild am Sonntag" einem Vorabbericht zufolge.

Scholz zum Kampf gegen Corona: "Wir müssen immer bereit sein umzudenken"

00.20 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat dafür plädiert, im Kampf gegen die Corona-Pandemie flexibel beim Ergreifen von Gegenmaßnahmen zu sein. «Es darf keine roten Linien geben, das hat uns diese Pandemie nun wirklich gezeigt. Wir müssen immer bereit sein umzudenken, wenn die Umstände es erfordern», sagte er der «Bild am Sonntag». Dann müsse man schnell und entschlossen handeln.

«Damit die Krankenhäuser trotz der vielen Corona-Patienten genügend Intensivbetten anbieten können, haben wir gerade viel Geld bereitgestellt», erklärte er. «Auch das Böllerverbot an Silvester zielt darauf ab, dass nicht weitere Verletzte zusätzlich die Notaufnahmen belasten.» Einen Weihnachts-Lockdown lehnte Scholz nicht kategorisch ab. Auf eine entsprechende Frage sagte er: «Gerade haben der Bund und die Länder sehr rigide Maßnahmen ergriffen. Wir werden täglich prüfen, wie sie umgesetzt werden und ob sie ausreichen.»

ala/hen/sos/jso/jok/AFP/dpa/Reuters
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