Corona-News am Sonntag Briten reisen wegen Quarantäne-Regelung von der Algarve ab

Portugal steht nicht mehr auf der »Grünen Liste« der britischen Regierung, wodurch die Rückreise ins Vereinigte Königreich komplizierter wird. Und: Quarantäne in Dresdener Hochhaus teilweise aufgehoben. Der Überblick am 6. Juni.
Tausende Briten zieht es von den Stränden der Algarve wieder zurück nach England

Tausende Briten zieht es von den Stränden der Algarve wieder zurück nach England

Foto: LUIS FORRA / EPA

Das waren die Corona-News am 6. Juni.

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+++ Briten reisen wegen Quarantäne-Regelung von der Algarve ab +++

21.10 Uhr: Viele frustrierte Briten sind von der portugiesischen Algarve verfrüht abgereist, um eine Quarantäne-Regelung in ihrem Heimatland zu umgehen. Am Flughafen in Faro bildeten sich am Nachmittag lange Schlangen von Rückreisenden. Für Sonntag waren 55 Flüge nach Großbritannien mit einer Kapazität von mehr als 10.000 Sitzplätzen geplant. Laut dem portugiesischen Hotelverband AHP kam es außerdem zu vielen Stornierungen von Zimmern für den Sommer. Portugal ist wie viele andere Urlaubsländer im Süden Europas auf die Touristen aus Großbritannien angewiesen. Großbritannien hatte wegen einer steigenden Zahl an Neuinfektionen Portugal wieder von der Liste der sicheren Reiseländer gestrichen. Ab kommender Woche droht den britischen Urlaubern nach der Heimreise eine zehntägige Quarantäne.

Warum sinken die Zahlen trotz Lockerungen?

21.30 Uhr: Die Infektionszahlen in Deutschland gehen zurück. Woran das liegt und worauf es in den kommenden Monaten ankommt, erklärt der Experte Thorsten Lehr.

Steinmeier sieht Fehler beim Kampf gegen Corona

Bundespräsident Steinmeier mit Corona-Maske: Wie sehr haben die Menschen unter der Corona-Pandemie zu leiden?

Bundespräsident Steinmeier mit Corona-Maske: Wie sehr haben die Menschen unter der Corona-Pandemie zu leiden?

Foto: Markus Scholz / dpa

21.09 Uhr: Bei einer Wanderung im Grenzgebiet zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zahlreiche Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern über die Auswirkungen der Corona-Pandemie geführt. An vier Stationen sprach Steinmeier unter anderem mit Gastronomen und Künstlern. »In einer nächsten Pandemie muss vieles anders laufen«, sagte der Bundespräsident in Lübeck.

Die Gastwirte beklagten unter anderem die Kommunikation, die oft unklar oder sogar widersprüchlich gewesen sei. Eine Hotelbesitzerin sagte, der sogenannte Progressionsvorbehalt im Steuerrecht brächte viele Mitarbeiter aus der Gastronomie in Existenznöte, weil ihr Kurzarbeitergeld zum Jahreseinkommen hinzugerechnet werde. »Das sind ja nun wirklich keine Großverdiener«, sagte sie. Steinmeier sagte zu, das Problem im Bundesfinanzministerium anzusprechen.

Quarantäne in Dresdner Hochhaus teilweise aufgehoben

21.00 Uhr: Die für ein Hochhaus in Dresden angeordnete Quarantäne nach dem Tod eines an Covid-19 erkrankten jungen Indien-Rückkehrers ist teilweise aufgehoben. Demnach endete die Quarantäne für alle Bewohnerinnen und Bewohner mit negativem Testergebnis und ohne engen Kontakt zu einer positiv getesteten Person am Sonntag um 18.00 Uhr, wie die Stadt Dresden mitteilte. Hingegen müssten alle positiv Getesteten oder jene, die als enge Kontaktpersonen gelten, die Quarantäne fortsetzen.

Zuvor wurden sieben Bewohner des unter Quarantäne stehenden Hochhauses in Dresden positiv auf das Coronavirus getestet. Das hätten die analysierten Proben von den 170 Bewohnern ergeben, teilte die Stadt am späten Samstagabend mit. Bei drei positiv Getesteten besteht zudem der Verdacht auf eine Infektion mit der sogenannten Delta-Variante, die zuerst in Indien festgestellt wurde. Die Ergebnisse müssen noch durch eine sogenannte Sequenzierung bestätigt werden. Auch die Kontaktnachverfolgung sei noch nicht abgeschlossen, hieß es.

Warum ist die Inzidenz in Emden so hoch, Herr Kruithoff?

20.00 Uhr: In ganz Niedersachsen sind die Infektionszahlen niedrig. In ganz Niedersachsen? Die Stadt Emden ist auf der Karte noch rot. Was ist da los? Ein Anruf beim Bürgermeister.

Baden-Württemberg will jetzt auch Kinder impfen

19.05 Uhr: In den Impfzentren von Baden-Württemberg sollen von Montag an auch besonders gefährdete Kinder gegen das Coronavirus geimpft werden.

»Wir haben uns als Land entschieden, nicht auf die Empfehlung der Stiko zu warten«, teilte der Amtschef des Gesundheitsministeriums in Stuttgart mit. Man wolle »den besonders gefährdeten Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren« ein Impfangebot machen. Die Stiko ist die Ständige Impfkommission der Bundesregierung.

Zu der relevanten Gruppe zählen demnach Kinder mit Vorerkrankungen und einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf der Krankheit. Auch Minderjährige mit besonders schutzbedürftigen Familienmitgliedern kämen in Frage, hieß es. Nötig seien ein Aufklärungsgespräch und eine individuelle Risiko-Nutzen-Analyse durch den Impfarzt.

Durch die Erweiterung der Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer gebe es nun die Möglichkeit, auch diese Zielgruppe vor einer Corona-Erkrankung zu schützen, so der Amtschef. Es müsse das vorrangige Ziel sein, die besonders Schutzbedürftigen in unserer Gesellschaft im Blick zu haben.

Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission für die Impfung von Kindern wird in der kommenden Woche erwartet. Bereits am Montag entfällt die festgelegte Impfreihenfolge. Wer will, darf sich impfen lassen. In einigen Bundesländern bleibt aber in den Impfzentren die sogenannte Priorisierung vorerst erhalten.

Randale in Innenstädten – Hunderte treffen sich zum Feiern

16.02 Uhr: Randale und illegale Partys haben auch an diesem Wochenende wieder in einigen Städten die Polizei beschäftigt, mehrere Beamte wurden verletzt.

In Nürnberg randalierten in der Nacht zum Samstag mehrere Dutzend Menschen. Polizisten wurden mit Flaschen beworfen, mehrere Beamte wurden verletzt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte: »Die Aggressivität und Intoleranz, die wir hier erlebt haben, machen mich fassungslos.«

Nach Schließung der Außengastronomie um 23 Uhr habe sich die Stimmung unter den verbliebenen Menschen auf einem Platz in der Stadt immer mehr aufgeheizt, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei setzte schließlich Stöcke und Pfefferspray ein, nahm 13 Menschen in Gewahrsam und leitete Ermittlungsverfahren unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung ein.

Im Stadtgebiet München rückten die Beamten am Wochenende 50 Mal aus, um Menschenansammlungen aufzulösen, wie die Polizei mitteilte. Am Freitagabend blockierte demnach eine Gruppe von bis zu 500 Menschen Fahrbahnen, einige schlugen auf ein Streifenfahrzeug ein. Die Ansammlung wurde aufgelöst. Auch in der Nacht zum Sonntag wurden Platzverweise für größere feiernde Gruppen erteilt.

In Tübingen löste die Polizei am Samstag wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln eine Ansammlung von etwa 300 Menschen auf. Als die Beamten die Gruppen aufforderten, nach Hause zu gehen, wurden sie den Angaben nach beschimpft. Auch hier wurden Einsatzkräfte mit Flaschen beworfen und angegriffen, vier Polizisten wurden leicht verletzt. In der Nacht zu Sonntag seien in der Innenstadt bis zu 600 Menschen zusammengekommen. Da sich nicht alle an die Corona-Regeln hielten, sei eine Parkanlage geräumt worden, hieß es.

Auch in Ravensburg verstießen laut Polizei Hunderte Menschen gegen Corona-Regeln. Im Bereich der Veitsburg hätten sich in der Nacht auf Samstag bis zu 400 Menschen getroffen, die Stimmung gegenüber den Beamten sei aggressiv gewesen. Die Einsatzkräfte seien aus den Gruppen heraus massiv beleidigt worden. In der Innenstadt seien eine Vielzahl von Mülltonnen und die Außenbestuhlung mehrerer Gaststätten umgeworfen worden.

Im Hamburger Stadtgebiet blieb es aus Sicht der Polizei überwiegend ruhig, zu größeren Zwischenfällen sei es nicht gekommen. Auf der Reeperbahn, im Schanzenviertel und im Stadtpark wurde weitgehend friedlich gefeiert.

Rummenigge begrüßt Fan-Zulassung für Münchner EM-Spiele

17.38 Uhr: Die EM-Spiele in München vor Fans werden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach Einschätzung von Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zusätzlichen Antrieb geben. »14.000 Fans, das ist schon mal was«, meinte der 65-Jährige nach dem Gewinn der Meisterschaft der Münchner Fußballerinnen am Sonntag. »Das wird auch für Stimmung sorgen und wird auch der deutschen Nationalmannschaft nachhaltig Unterstützung zukommen lassen.«

Die Zulassung von Zuschauern in der Allianz Arena bei der EM sei »wichtig, wir müssen irgendwann wieder die Fußballkultur zurückbringen, die Fußballkultur bedeutet Atmosphäre und Emotionen der Zuschauer«, sagte Rummenigge weiter. Die vier EM-Spiele in München dürfen von jeweils rund 14.000 Fans besucht werden.

Rummenigge ist angesichts seines vorzeitigen Abschieds als Vorstandschef des FC Bayern zum 30. Juni mit sich im Reinen. »Es war eine wunderbare Zeit«, versicherte er. Er blicke »mit Stolz und Zufriedenheit« zurück. Sein Nachfolger Oliver Kahn sei »bereit«.

Erstmals wieder deutsche Reisegruppe in Israel gelandet

16.51 Uhr: Erstmals seit mehr als einem Jahr ist wieder eine deutsche Reisegruppe in Israel gelandet. Die rund zehn Personen kamen am Sonntag auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv an.

»Es ist wunderbar, wieder im Land zu sein«, sagte Werner Hartstock von den Sächsischen Israelfreunden aus dem Vogtland. »Die Bürokratie ist unglaublich, aber es ist jede Mühe wert!« Es sei eine gemischte Gruppe, »keine Pilgerreise, sondern Leute mit großer Sehnsucht nach Israel«.

Das Mittelmeerland hatte sich nach Beginn der Pandemie praktisch abgeschottet. Ausländern war die Einreise nur in Ausnahmefällen möglich. Die Tourismusindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sie hatte stark unter den Folgen der Corona-Krise gelitten. In einem ersten Öffnungsschritt wird nun zunächst eine begrenzte Zahl von Reisegruppen ins Land gelassen. Individualreisen sind erst in einem zweiten Schritt geplant, frühestens im Juli. Voraussetzung sind Corona-Impfnachweise und negative Corona-Tests.

Das Neun-Millionen-Einwohner-Land setzt seit dem 19. Dezember äußerst erfolgreich eine Impfkampagne um. Die Zahl der Neuinfektionen und der schweren Erkrankungen ist dramatisch zurückgegangen. Parallel zum Fortschritt der Impfkampagne begann die Regierung mit schrittweisen Lockerungen der Corona-Restriktionen. Diese wurden dann am Dienstag fast komplett aufgehoben.

Bartsch fordert Regierungserklärung wegen Wirbel um Corona-Masken, Spahn weist Vorwürfe zurück

14.55 Uhr: Nach Berichten über einen zweifelhaften Umgang des Gesundheitsministeriums mit angeblich minderwertigen Corona-Masken fordert Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch eine umfassende Erklärung der Bundesregierung.

»In der kommenden Woche erwarte ich eine Regierungserklärung zu diesem unfassbaren Vorgang und umgehend eine Positionierung der Bundeskanzlerin«, sagte Bartsch den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Es ist noch ihre Regierung.« Der angebliche Vorgang im Gesundheitsministerium missachte den Artikel 1 des Grundgesetzes – die Würde des Menschen ist unantastbar – schwer.

Spahn wies die Vorwürfe zurück: Die Schutzmasken, um die es in der aktuellen Diskussion gehe, seien intensiv geprüft und hätten alle nötigen Eigenschaften. SPD und Opposition hatten mit heftiger Kritik auf einen Bericht reagiert, nach dem Spahns Ministerium bestimmte Masken vorübergehend für Obdachlose und Menschen mit Behinderung vorsehen wollte.

Mutmaßlich falsche Corona-Tests – 140 Reisende am Prager Flughafen gestoppt

14.12 Uhr: Die tschechische Fremdenpolizei hat am Prager Vaclav-Havel-Flughafen 140 Reisende stundenlang aufgehalten, weil sie ihre Corona-Tests nicht anerkannte. Außenminister Jakub Kulhanek kündigte am Sonntag eine Untersuchung an, ob das Vorgehen der Polizisten korrekt war. Nach Medienberichten war bei den Touristen am Samstag der Verdacht entstanden, ihre Testzertifikate könnten gefälscht sein. Deshalb mussten sie sich alle nochmals testen lassen, bevor ihnen die Einreise nach Tschechien erlaubt wurde.

Betroffen waren fast ausschließlich tschechische Touristen, die in zwei Flugzeugen von einem Tunesien-Urlaub heimkehrten, meist Familien mit Kindern. Nach Angaben der Reiseveranstalter seien sie noch in Tunesien von einem tschechischen Arzt nach tschechischen Standards getestet worden, bevor sie ihren Rückflug in die Heimat antraten.

Die Fremdenpolizei rechtfertigte die Vorsichtsmaßnahme damit, dass bei der Einreise immer wieder gefälschte Testzertifikate auftauchten. Dass deswegen nicht nur einzelne Reisende, sondern gleich alle Passagiere eines Fluges zur neuerlichen Testung verpflichtet wurden, sei nun allerdings zum ersten Mal geschehen.

Taiwan bekommt 750.000 Corona-Impfdosen aus erster US-Spende

13.24 Uhr: Taiwan wird als eines der ersten Länder Corona-Impfstoff aus einer Spende der USA erhalten. Für das Land seien 750.000 Einheiten vorgesehen, sagte die US-Senatorin Ladda Tammy Duckworth am Sonntag bei ihrer Ankunft in Taiwans Hauptstadt Taipeh, wie die staatliche Nachrichtenagentur Central News Agency berichtete.

Wegen des dringenden Bedarfs und der Partnerschaft sei es für die USA entscheidend gewesen, dass Taiwan in die erste Gruppe der Empfängerländer komme. Unbekannt war zunächst, von welchem Hersteller der Impfstoff stammen wird.

Die US-Regierung hat zugesagt, anderen Staaten bis Ende Juni 80 Millionen Dosen zu spenden. Am Freitag war bekannt geworden, dass Washington das südkoreanische Militär mit einer Million Dosen des Präparats von Johnson & Johnson unterstützt.

Taiwans Außenminister Joseph Wu sagte beim Empfang der US-Delegation, das Land sei »sehr dankbar«, in die Planung der US-Regierung eingebunden zu sein. Der mit Duckworth mitgereiste US-Senator Chris Coons verwies auf die schwierige Lage Taiwans, Zugang zu sicheren und wirkungsvollen Impfstoffen zu bekommen. Taiwan ist auf Druck Chinas nicht Mitglied der Weltgesundheitsorganisation (WHO). China sieht das demokratische Taiwan, das sich 1949 vom Festland abspaltete, als abtrünnige Provinz und nicht als unabhängigen Staat an und versucht, es international zu isolieren.

Seit Beginn der Pandemie hat das Land mit seinen knapp 24 Millionen Einwohnern nach Angaben der für Epidemien zuständige Behörde CECC 11.298 Infektionen verzeichnet. 260 Menschen starben demnach im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Zahlen hatten zuletzt deutlich zugelegt. Am Sonntag meldete CECC 343 neue Fälle und 36 Tote.

Große Impfbereitschaft bei jungen Menschen in Deutschland

13.02 Uhr: Die Bereitschaft jüngerer Menschen in Deutschland zu einer Corona-Impfung ist laut einer Umfrage grundsätzlich hoch. Nach den Ergebnissen der im April durchgeführten Befragung würden sich 58 Prozent der 16- bis 26-Jährigen impfen lassen, wenn sie am nächsten Tag ein Impfangebot bekämen. Die Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der TUI Stiftung lag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. 47 Prozent dieser Impfwilligen würden sich »ohne jeden Zweifel« impfen lassen, 9 Prozent »mit einem schlechten Gefühl«.

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist bereits von Anfang an für Menschen ab 16 Jahren zugelassen gewesen. Grünes Licht für die Zulassung ab 12 Jahren bekam das Präparat Ende Mai.

Am Montag fällt in Deutschland die Priorisierung weg, durch die Corona-Impfungen bisher vor allem Älteren, Menschen mit Vorerkrankungen oder bestimmten Berufen vorbehalten waren. Bund und Länder wollen allen Minderjährigen ab 12 Jahren im Sommer ein Impfangebot machen. Die Ärzteschaft mahnte wegen der begrenzten Impfstoffmengen zu Geduld.

16 Prozent sagten bei der im April durchgeführten Umfrage, sie würden erst einmal abwarten, bis mehr Menschen geimpft seien. Lediglich 15 Prozent gaben an, sich nicht impfen lassen zu wollen.

Dresdner Quarantäne-Hochhaus: Sieben weitere Corona-Infektionen

Das unter Quarantäne stehende Studentenwohnheim im Dresdner Stadtteil Strehlen

Das unter Quarantäne stehende Studentenwohnheim im Dresdner Stadtteil Strehlen

Foto: Daniel Schäfer / dpa

11:51 Uhr: Sieben weitere Bewohner des unter Quarantäne stehenden Hochhauses in Dresden sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das hätten die analysierten Proben von den 170 Bewohnern ergeben, teilte die Stadt am späten Samstagabend mit. Bei drei positiv Getesteten besteht zudem der Verdacht auf eine Infektion mit der sogenannten Delta-Variante, die zuerst in Indien festgestellt wurde. Die Ergebnisse müssen noch durch eine sogenannte Sequenzierung bestätigt werden.

Ein indischer Bewohner des Studentenwohnheims war kurz nach der Rückkehr aus seinem Heimatland an Covid-19 erkrankt und am 1. Juni gestorben – bei ihm besteht der Verdacht auf die als besonders ansteckend geltende Virusvariante.

Laut dem Dresdner Gesundheitsamt habe der junge Mann in einer WG mit fünf Personen gelebt. Nach seiner Rückkehr aus Indien, Ende April, habe er sich zunächst in Quarantäne begeben. Ein Schnelltest vor der Einreise sei zudem negativ gewesen. Am 25. Mai wurde er dann in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er wenige Tage später verstarb.

Das Gesundheitsamt hatte am Donnerstagnachmittag Quarantäne für das gesamte Studentenwohnheim verhängt. Die Quarantäne bleibt nach Angaben der Stadt auch vorerst bestehen.

Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ermittelten nun, ob die negativ getesteten Bewohner tatsächlich keinen Kontakt zu Infizierten hatten. Erst dann könne nach und nach die Quarantäne für Einzelne aufgehoben werden, hieß es.

Corona-Lockerungen für Italien-Rückkehrer in Kraft

11.08 Uhr: Für Heimkehrer aus Italien gelten seit Sonntag weniger Corona-Einreiseregeln nach Deutschland. Das Mittelmeerland ist laut Robert Koch-Institut wegen sinkender Corona-Infektionszahlen nicht mehr auf der Liste der Risikogebiete. Das bedeutet, dass zum Beispiel Gardasee-Urlauber oder Südtirol-Wanderer, die auf dem Landweg aus Italien wieder nach Deutschland zurückkommen, keine Einreisebeschränkungen mehr beachten müssen.

Flugreisende brauchen weiterhin ein negatives Corona-Testergebnis. Neben Italien wurden auch Tschechien sowie Teile Österreichs, der Schweiz, Kroatiens und Frankreichs von der Liste gestrichen.

Die Coronalage in Italien verbesserte sich stetig. Laut Gesundheitsministerium lag die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit zuletzt bei durchschnittlich 32 Fällen je 100.000 Einwohnern.

Innerhalb Italiens sind ab Montag insgesamt sieben Regionen, darunter Friaul-Julisch Venetien, Sardinien und Venetien, in die weiße Coronazone mit den lockersten Regeln eingeteilt. Dort entfällt etwa die Ausgangssperre. Im Rest des Landes wird sie dann noch ab Mitternacht gelten. Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum bleibt bestehen.

Mit weiteren Öffnungen in der Gastronomie ist auch wieder mehr Publikum in den Ausgehvierteln unterwegs. Am Samstagabend drängten sich Hunderte Menschen in den Bar- und Restaurantvierteln in Rom. Wer nach Italien einreist, muss laut Gesundheitsministerium weiterhin einen negativen Coronatest vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Keine großen Public-Viewing-Veranstaltungen zur EM geplant

10.36 Uhr: Angesichts der Coronapandemie sind in deutschen Städten bislang keine großen Public-Viewing-Veranstaltungen zur Fußball-Europameisterschaft geplant. In Biergärten und Restaurants können Menschen das Turnier, das am Freitag beginnt, jedoch an vielen Orten verfolgen.

In Berlin vor dem Brandenburger Tor, wo bei vergangenen Turnieren Menschenmassen der deutschen Nationalmannschaft die Daumen drückten, wird es in diesem Jahr keine Fanmeile geben. Ein Sprecher des zuständigen Bezirksamtes Mitte sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass es keine Anträge für Public Viewing im Bezirk gegeben habe – auch nicht für das Brandenburger Tor.

Auch in vielen anderen Städten waren nach Angaben der Behörden keine großen Public-Viewing-Veranstaltungen geplant. In Hamburg wird es das normalerweise übliche große Public Viewing auf dem Heiligengeistfeld nach Angaben der Wirtschaftsbehörde nicht geben. München, einziger deutscher Spielort bei dieser EM, hat sich dazu entschlossen, die Vorbereitungen für die geplante »Fan Zone« im Münchner Olympiapark nicht weiterzuverfolgen.

Profitieren könnte davon die durch die Pandemie arg gebeutelte Gastronomie. Biergärten und Restaurants heißen zunehmend wieder Gäste willkommen. »Die Vorfreude von Gastronomen, Mitarbeitern und Gästen wächst«, sagte Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. Insbesondere Gaststätten mit Gärten oder Terrassen bereiten sich laut Hartges derzeit darauf vor, ihren Gästen, soweit es die geltenden Verordnungen und Abstandsgebote erlauben, attraktive Fußballergebnisse zu bieten. Wie in den vergangenen Jahren würden Fernseher und Großleinwände aufgestellt.

Israel beginnt mit Impfung von 12- bis 15-Jährigen

10.05 Uhr: Israel hat am Sonntag mit der Impfung von Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren gegen das Coronavirus begonnen. Das Gesundheitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, die Gefahren einer Erkrankung seien höher als mögliche Nebenwirkungen der Impfung. »Die Fälle von Herzmuskelentzündungen bei 16- bis 19-Jährigen waren selten und sind meist ohne Komplikationen verlaufen«, hieß es in der Mitteilung. In Israel wird die Vakzine der Hersteller Biontech und Pfizer verwendet.

In Deutschland können Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren nach der Zulassung durch die EU-Arzneimittelbehörde Ema ab Montag ebenfalls geimpft werden, wobei eine Empfehlung für die Impfung dieser Altersgruppe von der Ständigen Impfkommission noch aussteht.

Angesichts der äußerst niedrigen Corona-Infektionsrate in Israel empfiehlt das Ministerium vorerst die Impfung von Risikopatienten, Angehörigen von Risikopatienten und Jugendlichen in Familien, die ins Ausland reisen wollen. »Abgesehen von den Risikogruppen kann jeder geimpft werden, der daran interessiert ist«, hieß es weiter.

Das Neun-Millionen-Einwohner-Land Israel setzt seit dem 19. Dezember erfolgreich eine Impfkampagne um. Fast 5,5 Millionen haben bereits eine Erstimpfung und mehr als 5,1 Millionen eine Zweitimpfung erhalten. Neuinfektionen und schwere Erkrankungen gingen in den vergangenen Monaten stark zurück. Am Sonntag teilte das Gesundheitsministerium mit, binnen 24 Stunden seien nur vier neue Fälle registriert worden. Die Zahl der Schwerkranken fiel auf 230.

Deshalb hob Israel die staatlichen Coronabeschränkungen vergangene Woche nahezu komplett auf. Experten warnen allerdings weiter davor, dass neue Varianten aus dem Ausland eingeschleppt werden könnten.

Pandemie-Berlinale kostet Bund rund zehn Millionen Euro extra

9.44 Uhr: Die coronabedingt geteilten Filmfestspiele in Berlin muss der Bund in diesem Jahr mit rund zehn Millionen Euro zusätzlich finanzieren. »Wir haben schon im Winter, als der zweite Lockdown auf einem Höhepunkt war und wir nicht wissen konnten, was wann wieder möglich sein würde, eine zweistellige Millionensumme reserviert«, sagte Berlins Kulturstaatsministerin Monika Grütters der dpa.

Die Berlinale sei das erste solche Festival weltweit, das wieder an den Start gehe. »Das ist uns auch finanziell große Anstrengungen wert. Wir möchten damit ein starkes kultur- und filmpolitisches Signal setzen und den Neustart der Kulturbranche sichtbar machen«, sagte die CDU-Politikerin. Die genaue Summe lässt sich noch nicht beziffern.

Wegen der Pandemie wurden die Filmfestspiele in Berlin geteilt – im März konnten Fachleute online Filme schauen, nun ist von Mittwoch an ein öffentliches Festival unter freiem Himmel geplant. Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals.

Die Festspiele finanzieren sich in der Regel zu einem Drittel vom Bund mit derzeit 10,3 Millionen Euro. Ebenfalls ein Drittel bringt sonst der Ticketverkauf – im vergangenen Jahr waren es etwa 330.000 Eintrittskarten. Die restlichen Einnahmen sichern Sponsoren. Die Berlinale kann 2021 nur rund 60.000 Tickets verkaufen. Auch beim Sponsorenanteil sind erhebliche Rückgänge einkalkuliert.

Intensivmediziner sehen langsame Entlastung der Klinken

9.12 Uhr: Die Belastung in den Kliniken hat sich zuletzt aus Sicht der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) klar verbessert. »Auf den Stationen ist deutliche Entspannung zu spüren«, sagte der DIVI-Präsident Gernot Marx dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Coronakrise sei »noch nicht geschafft, geht aber in die richtige Richtung«.

Diese Woche würden rund 2000 an Covid-19 erkrankte Patientinnen und Patienten behandelt – ein Stand, der laut Marx zuletzt Anfang November vergangenen Jahres gemeldet wurde. Die Intensivbetten seien aber weiterhin konstant ausgelastet, weil abgesagte Operationen nun nachgeholt werden müssten.

Das disziplinierte Verhalten der Menschen sowie die Impfkampagne und Bundesnotbremse hätten Wirkung gezeigt, sagte Marx. Er appellierte jedoch an die Bürger, weiterhin vorsichtig zu sein, und warnte vor einer vierten Welle. »Wenn viele Menschen unvorsichtig werden, könnten sich im Herbst aber wieder mehr Infektionen ereignen«, sagte der DIVI-Präsident. »Das Risiko dafür, dass es erneut viele Schwerkranke und Todesfälle geben könnte, besteht weiterhin«, fügte er hinzu.

Kanzleramtschef: Fußball-EM gut durchführbar

7.13 Uhr: Nach Ansicht von Kanzleramtsminister Helge Braun ist es richtig, an der paneuropäischen Fußball-EM im Juni und Juli festzuhalten. »Ich glaube schon, dass man so eine Europameisterschaft jetzt gut durchführen kann. Natürlich muss überall darauf geachtet werden, dass weiter die Hygieneregeln eingehalten werden«, sagte der CDU-Politiker der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Die EM beginnt am 11. Juni, die Spiele werden in zehn Ländern ausgetragen. Deutscher Gastgeber ist München, Halbfinals und Finale sind nach London vergeben.

Die Partien in Großbritannien bereiten Braun indes Sorge. Das Land gilt wegen der Verbreitung der indischen Variante des Coronavirus als Virusvariantengebiet. »Diejenigen, die aus Großbritannien kommen, müssen ganz besonders strikte Hygienemaßnahmen einhalten«, sagte Braun mit Blick auf reisende Fußballfans.

Aus Virusvariantengebieten dürfen nur noch deutsche Staatsangehörige und Menschen mit Wohnsitz in Deutschland in die Bundesrepublik einreisen. Alle müssen verpflichtend für 14 Tage in Quarantäne, niemand kann sich mit einem negativen Coronatest davon befreien. Neben London ist auch Glasgow Spielort bei der EM.

Beim Viertelfinale in München hätte laut Spielplan eines der beiden Teams sein Achtelfinale wenige Tage zuvor in London ausgetragen. Laut Braun beraten gerade das Innen- und Gesundheitsministerium, »welche Personengruppen mit welchen Schutzkonzepten« zum Turnier nach Deutschland kommen dürfen.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf unter 25

5.09 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen einem Tag 2440 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.04 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3852 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 24,7 an (Vortag: 26,3; Vorwoche: 35,2).

Das RKI wies allerdings in einem Lagebericht auf den Feiertag Fronleichnam in vielen Bundesländern am Donnerstag hin: »Bei der Interpretation der Fallzahlen ist zu beachten, dass an Feiertagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.«

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 74 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 56 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.700.367 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.538.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.222 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Samstagabend bei 0,84 (Vortag: 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 84 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

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Spahn korrigiert Impfprognose nach unten und bittet um Geduld

3.29 Uhr: Angesichts der Aufhebung der Impfpriorisierung am Montag hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Bürger um mehr Geduld gebeten und gleichzeitig seine Impfprognose nach unten korrigiert. »80 Prozent der impfwilligen Erwachsenen werden bis Mitte Juli mindestens einmal geimpft sein«, sagte Spahn der »Bild am Sonntag«. Vor einer Woche, in der Talkshow »Anne Will«, hatte Spahn noch von 90 Prozent bis Mitte Juli gesprochen.

Zur Aufhebung der Impfreihenfolge sagte der Minister: »Nicht alle können gleichzeitig am Montag einen Termin bekommen.« Er bitte daher um »Nachsicht mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Arztpraxen und Impfzentren«. Noch sei nicht genug Impfstoff für alle da. Aber bei der Wartezeit auf den Impftermin gehe es »jetzt um Wochen, nicht um Monate«, betonte Spahn.

Am Montag soll die Impfpriorisierung in ganz Deutschland aufgehoben werden. Kommende Woche stehen rund 6,7 Millionen Impfdosen zur Verfügung, so die »Bild am Sonntag« unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Die Betriebsärzte erhielten in der Kalenderwoche 23 insgesamt 702.000 Dosen Biontech, die Praxen 2,6 Millionen Biontech-Dosen, 304.800 AstraZeneca-Dosen und 513.600 Dosen des Einmal-Impfstoffs von Johnson & Johnson. Die Impfzentren der Länder werden mit 1,6 Millionen Biontech-Dosen, 480.000 AstraZeneca-Dosen und 540.000 Dosen Moderna beliefert.

Corona-Schnelltests sollen schlechter bezahlt werden

2.59 Uhr: Wegen Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung und Qualität der Corona-Schnelltests plant das Bundesgesundheitsministerium einem Bericht zufolge eine Neufassung der Testverordnung. Diese sehe eine Reduzierung der Vergütung für die Tests vor, berichtete die »Welt am Sonntag« unter Berufung auf ein neues Eckpunktepapier. Darin heißt es, die »Vielzahl an unterschiedlichen Vergütungsmöglichkeiten und die Höhe der derzeitigen Vergütungen« biete »Anreize für strategisches Verhalten«.

Schnelltest-Station in München

Schnelltest-Station in München

Foto: Peter Kneffel / dpa

Ein erster Entwurf der neuen Testverordnung soll demnach bereits Anfang nächster Woche vorgelegt werden. Ziel sei es, »die unterschiedlichen Vergütungsoptionen zu vereinheitlichen und in der Höhe anzupassen«. Demnach soll die Vergütung der Abstrichnahme auf acht Euro (aktuell bis zu 15 Euro) festgelegt werden. Sachkosten sollen nur noch mit einer Pauschale von drei Euro (bisher bis zu sechs Euro) erstattet werden.

Laut Eckpunktepapier sind zudem verstärkte Kontrollen vorgesehen. Die zuständigen Behörden der Länder und Kommunen sollen demnach die Einhaltung der Qualitätsstandards und die Zuverlässigkeit bei den Leistungserbringern überprüfen – »bei der Beauftragung, aber auch durch stichprobenartiges Aufsuchen von Teststellen«. Die Kassenärztlichen Vereinigungen, die für die Abrechnung zuständig sind, sollen »den expliziten Auftrag« erhalten, die Rechtmäßigkeit und Plausibilität der Abrechnungen zu kontrollieren. Auch rückwirkende Stichprobenprüfungen sind demnach vorgesehen.

Zuletzt hatte es vermehrt Berichte über Betrug bei den kostenlosen Bürgertests gegeben. Die Betreiber von Testzentren müssen beispielsweise bislang für die Kostenerstattung nicht einmal nachweisen, dass sie überhaupt Antigen-Schnelltests gekauft haben.

kah/zob/löw/mjm/dpa/AFP/AP/Reuters