Corona-News am Donnerstag Thailändische Forscher wollen Coronaviren in Achselschweiß nachweisen

Schweißtest statt Rachenabstrich? Thailändische Wissenschaftler arbeiten an einer neuen Corona-Testmethode – diese ist aber noch in einer frühen Phase. Und: Afrika bekommt laut WHO weniger Impfstoff als geplant. Der Überblick.
Marktstand in Bangkok (Archivbild): Wissenschaftler testen derzeit eine Corona-Testmethode bei Markthändlern

Marktstand in Bangkok (Archivbild): Wissenschaftler testen derzeit eine Corona-Testmethode bei Markthändlern

Foto: © Reuters Photographer / Reuters

Das waren die Corona-News am Donnerstag.

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+++ Thailändische Forscher wollen Coronaviren in Achselschweiß nachweisen +++

16.44 Uhr: Thailändische Wissenschaftler arbeiten an einer neuen Testmethode, um das Coronavirus in Achselschweiß nachzuweisen. Dazu untersuchten sie den Schweiß von Markthändlern in der Hauptstadt Bangkok, die in der Regenzeit bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit besonders ins Schwitzen kommen. »Durch die Proben haben wir herausgefunden, dass Corona-Infizierte ganz bestimmte Chemikalien ausscheiden«, sagte Professor Chadin Kulsing von der Chulalongkorn-Universität in Bangkok.

»Wir haben diese Erkenntnis genutzt, um ein Gerät zu entwickeln, das die speziellen, von Bakterien hervorgerufenen Gerüche im Schweiß von Corona-Patienten nachweist«, fügte Chadin hinzu. Die Forscher haben dazu ein Messgerät umfunktioniert, das normalerweise zum Nachweis von Schadstoffen in der Umwelt genutzt wird. Nach Angaben von Chadin liefere es zu 95 Prozent exakte Ergebnisse.

Das Projekt ist allerdings noch in einem frühen Entwicklungsstadium, Chadins Untersuchungen wurden bisher weder als Studie veröffentlicht noch von Fachkollegen begutachtet. Derzeit gelten Tests, bei denen Abstriche aus dem Mund-Rachenraum genommen werden, als die sicherste Methode, um eine mögliche Corona-Infektion zu erkennen. Das ist bei einem PCR-Test der Fall, der immer noch als Goldstandard gilt.

Impulse für die Impfkampagne: Jetzt geht's um die Bratwurst!

17.54 Uhr: 13 Prozent der Deutschen müssten sich noch impfen lassen, um bis zum Herbst die Herdenimmunität zu erreichen. Klingt wenig, aber die Politik hat viel Vertrauen verspielt und Zeit verloren. Zu viel? Lesen Sie hier die Kolumne von Samira El Ouassil.

Ema stuft My-Variante als »potenziell besorgniserregend« ein

17.21 Uhr: Die erstmals in Kolumbien aufgetretene Coronavirus-Variante My wird von der Europäischen Arzneimittelbehörde (Ema) als »potenziell besorgniserregend« beobachtet. Die Ema konzentriere sich zwar hauptsächlich auf die hochansteckende Delta-Variante, untersuche aber auch andere Varianten wie die My-Variante, sagte der Leiter für Impfstoffstrategie, Marco Cavaleri, am Donnerstag. Diese weise möglicherweise immunevasive Merkmale auf, sodass Geimpfte oder Genesene vor dieser Variante nicht geschützt sein könnten.

»Ich muss jedoch sagen, dass wir noch keine Daten haben, die zeigen, ob sich die My-Variante stark ausbreitet und ob sie eine Chance hat, die Delta-Variante als vorherrschenden Virusstamm zu überholen«, sagte Cavaleri. Die Ema werde jedoch mit den Impfstoffentwicklern über die Wirksamkeit der verfügbaren Corona-Impfstoffe gegen die Variante beraten.

Vor wenigen Tagen hatte bereits die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die My-Variante als »Variante von Interesse« eingestuft und vor einer möglichen Impfstoff-Resistenz gewarnt. Während in Kolumbien inzwischen 39 Prozent der Corona-Infektionsfälle auf die My-Variante zurückgehen, liegt die weltweite Verbreitung der Variante nach WHO-Angaben bisher bei unter 0,1 Prozent.

US-Präsident Biden plant offenbar weitreichende Impfpflicht für Regierungsangestellte

16.59 Uhr: Obwohl massenhaft Impfstoff zur Verfügung steht, ist nur gut die Hälfte der US-Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft. Berichten zufolge will US-Präsident Biden viele Regierungsangestellte nun zur Impfung verpflichten. Lesen Sie hier mehr dazu.

Thailändische Forscher wollen Coronaviren in Achselschweiß nachweisen

16.44 Uhr: Thailändische Wissenschaftler arbeiten an einer neuen Testmethode, um das Coronavirus in Achselschweiß nachzuweisen. Dazu untersuchten sie den Schweiß von Markthändlern in der Hauptstadt Bangkok, die in der Regenzeit bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit besonders ins Schwitzen kommen. »Durch die Proben haben wir herausgefunden, dass Corona-Infizierte ganz bestimmte Chemikalien ausscheiden«, sagte Professor Chadin Kulsing von der Chulalongkorn-Universität in Bangkok.

»Wir haben diese Erkenntnis genutzt, um ein Gerät zu entwickeln, das die speziellen, von Bakterien hervorgerufenen Gerüche im Schweiß von Corona-Patienten nachweist«, fügte Chadin hinzu. Die Forscher haben dazu ein Messgerät umfunktioniert, das normalerweise zum Nachweis von Schadstoffen in der Umwelt genutzt wird. Nach Angaben von Chadin liefere es zu 95 Prozent exakte Ergebnisse.

Das Projekt ist allerdings noch in einem frühen Entwicklungsstadium, Chadins Untersuchungen wurden bisher weder als Studie veröffentlicht noch von Fachkollegen begutachtet. Derzeit gelten Tests, bei denen Abstriche aus dem Mund-Rachenraum genommen werden, als die sicherste Methode, um eine mögliche Corona-Infektion zu erkennen. Das ist bei einem PCR-Test der Fall, der immer noch als Goldstandard gilt.

Wie sich Delta in Schulen und Kindertagesstätten ausbreitet

16.10 Uhr: Fachleute haben Corona-Ausbrüche an Schulen und in Betreuungseinrichtungen für Kinder in Australien untersucht. Die höchsten Ansteckungsraten fanden sie unter Erwachsenen. Lesen Sie hier mehr dazu. 

WHO: Afrika bekommt 25 Prozent weniger Corona-Impfstoffe als geplant

15.44 Uhr: Afrika wird bis Ende des Jahres 25 Prozent weniger Corona-Impfstoffdosen erhalten als geplant. Das sagte die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Matshidiso Moeti, am Donnerstag während eines Pressebriefings. Die internationale Hilfsinitiative Covax habe ihre prognostizierten Lieferzahlen für 2021 um ein Viertel nach unten korrigieren müssen, sagte Moeti.

Grund dafür sei unter anderem die Einführung von Auffrischimpfungen und das Horten von Impfstoffdosen in einigen Ländern sowie die Priorisierung bilateraler Abkommen vor internationaler Solidarität, so die Regionaldirektorin.

Zudem sei es höchst bedauerlich, dass in den USA seit März 15 Millionen abgelaufene Dosen der Vakzine weggeworfen worden seien, sagte Moeti. Mit diesen Dosen hätten beispielsweise alle Menschen über 18 Jahren in Liberia, Mauretanien und Gambia geimpft werden können. Reichere Länder »sollten bedenken, dass weltweit hohe Impfraten, einschließlich in Afrika, auch weniger Varianten für den Rest der Welt bedeuten«, sagte Moeti.

In Afrika sind bislang nur etwa drei Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Insgesamt wurden auf dem Kontinent laut der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC fast acht Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 200.000 tödlich verliefen.

Ungeimpfte Lehrkräfte in Baden-Württemberg müssen sich täglich testen

15.33 Uhr: Ungeimpfte Lehrer müssen sich in Baden-Württemberg mit Beginn des neuen Schuljahrs täglich testen lassen. Dies gelte auch für alle anderen ungeimpften Arbeitskräfte an der Schule, sagte die baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) am Donnerstag in Stuttgart. Schüler sollen dreimal wöchentlich getestet werden. Geimpfte und Genesene sind von der Testpflicht ausgenommen. Um Fern- oder Wechselunterricht zu verhindern, gilt weiterhin Maskenpflicht in den Schulen.

Mit Start des neuen Schuljahrs in der kommenden Woche will Schopper mit diesen Corona-Regelungen »dauerhaften Präsenzunterricht ermöglichen«. Im Fall einer Infektion soll künftig nicht mehr die ganze Klasse in Quarantäne gehen, sondern nur das betroffene Kind. Die Klasse wird stattdessen fünf Tage lang täglich getestet. Sollte ein Fünftel der Klasse infiziert sein, würden weitere Maßnahmen mit dem zuständigen Gesundheitsamt besprochen. (Eine Übersicht der Maßnahmen finden Sie in einer Mitteilung hier ).

»Damit tun wir alles, um Schulschließungen zu vermeiden«, sagte die Ministerin. Bei einem Auftreten neuer Virusvarianten könnten aber auch wieder härtere Maßnahmen notwendig werden.

Gerichtsentscheidung: Testpflicht für nicht geimpfte Personen ist »aller Voraussicht nach« rechtmäßig

14.54 Uhr: In Mannheim ist eine ungeimpfte Frau mit ihrem Eilantrag gegen Coronamaßnahmen gescheitert. Sie argumentierte, Testnachweise für ihre Teilnahme am öffentlichen Leben seien unverhältnismäßig. Lesen Sie hier mehr dazu.

Gericht lehnt Aussetzung der Impfpflicht für Gesundheitspersonal in Griechenland ab

14.40 Uhr: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat eine vorübergehende Aussetzung der Corona-Impfpflicht für Gesundheitspersonal in Griechenland abgelehnt. 30 Beschäftigte des Gesundheitssektors hatten um einen sofortigen Stopp in Form einer einstweiligen Maßnahme gebeten. Wie das Straßburger Gericht am Donnerstag mitteilte, sei ein solcher Stopp aber nicht im für einstweilige Maßnahmen vorgesehenen Rahmen enthalten. Diese fänden nur selten und bei unmittelbarer Gefahr auf irreparablen Schaden Anwendung. Zu den eingereichten Klagen gegen die Impfpflicht selbst äußerte sich das Gericht aber noch nicht.

Seit Monatsbeginn gilt die Impfpflicht in Griechenland. Das Gesetz sieht vor, dass jene Beschäftigten im Gesundheitssektor, die noch ungeimpft sind, ohne Gehalt von der Arbeit freigestellt werden können. Zuvor hatten Gewerkschaften gefordert, die Impfpflicht zumindest aufzuschieben. Auch aus dem Gesundheitssektor selbst gab es Kritik und Sorge vor Personalmangel.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit Sitz im französischen Straßburg gehört zum Europarat. Gemeinsam setzen sich die von der Europäischen Union unabhängigen Organe für den Schutz der Menschenrechte in den 47 Mitgliedstaaten ein.

Ema will weitere Daten zu Impfstoffen aus China und Russland

14.31 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde Ema erwartet vor einer möglichen Zulassung des russischen Covid-19-Impfstoffs Sputnik V und der Vakzine der chinesischen Sinovac weitere Daten. Erst dann könnte die Überprüfung fortgesetzt werden, erklärt Marco Cavaleri, der die Impfstoffstrategie der Behörde verantwortet. Die Gespräche mit den Unternehmen verliefen aber konstruktiv. Eine Entscheidung über eine Zulassung des Impfstoffs des US-Biotechunternehmens Novavax sei zudem bis Jahresende möglich.

Auch NRW-Minister gegen Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne

14.10 Uhr: Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich gegen eine weitere Lohnfortzahlung für Ungeimpfte im Fall einer Quarantäne ausgesprochen. »Auch die Frage müssen wir mal entscheiden, wollen wir ungeimpften Leuten, wenn sie in Quarantäne gehen, weiterhin die Lohnfortzahlung geben – ja oder nein?«, sagte Laumann am Donnerstag im Landtag in Düsseldorf. Diese Frage müsse er in den nächsten Tagen prüfen und entscheiden.

»Ich bin dafür, dass wir sie ihnen nicht mehr geben, damit völlig klar ist, wenn ich mir die Freiheit rausnehme, mich nicht impfen zu lassen – wobei nach allen Erkenntnissen das Impfen die einzige Möglichkeit ist, diese Pandemie in den Griff zu kriegen – dann muss ich für die Konsequenzen, die daraus entstehen, auch in vollem Umfang persönlich einstehen«, sagte der NRW-Gesundheitsminister.

Im Falle einer behördlich angeordneten Quarantäne haben Arbeitnehmer laut Infektionsschutzgesetz Anspruch auf Entschädigung. Im Gesetz stehe aber klar, wenn eine Quarantäne etwa durch Impfen vermieden werden könne, bestehe kein Anspruch auf Lohnfortzahlung, sagte Laumann. Die Quarantäne könne nach seiner Auffassung keine gesamtstaatliche Aufgabe auf Dauer bleiben.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden in NRW bislang 120 Millionen Euro für Lohnfortzahlungen in Zusammenhang mit Quarantäne ausgegeben. Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hatten bereits angekündigt, Entschädigungen für Ungeimpfte einzustellen.

Wartelisten von englischen Krankenhäusern so lang nie

13.50 Uhr: In England warten so viele Menschen auf eine routinemäßige Behandlung im Krankenhaus wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Ende Juli waren es 5,6 Millionen Menschen, wie aus aktuellen Zahlen des englischen Gesundheitsdienstes (National Health Service) hervorgeht, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Bereits seit Monaten werden immer wieder die bisherigen Rekorde gebrochen. Die Aufzeichnungen begannen im Jahr 2007.

Um den Rückstau zu reduzieren, will die britische Regierung die Sozialbeiträge erhöhen. Die zusätzlichen Einnahmen sollen langfristig einer Pflegereform zugutekommen.

Klinik in London (Bild von Oktober 2020): Der britische National Health Service gilt schon lange als unterfinanziert, die Coronakrise belastet das medizinische Personal zusätzlich

Klinik in London (Bild von Oktober 2020): Der britische National Health Service gilt schon lange als unterfinanziert, die Coronakrise belastet das medizinische Personal zusätzlich

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Peter Byrne / dpa

Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie sind die Krankenhäuser einer erheblichen Doppelbelastung ausgesetzt. Selbst in der Notfallversorgung hinterlässt das Spuren. Statt wie angestrebt bei Notrufen innerhalb von sieben Minuten zu reagieren, mussten englische Patienten im August den Angaben des Gesundheitsdienstes zufolge durchschnittlich achteinhalb Minuten warten.

Mobilität im Juli und August größer als vor der Pandemie

12.49 Uhr: Im Juli und August waren die Menschen in Deutschland mehr unterwegs als vor der Coronapandemie. Die Mobilität lag durchschnittlich vier Prozent über dem Niveau der entsprechenden Vorkrisenmonate des Jahres 2019, wie eine Sonderauswertung experimenteller Daten des Statistischen Bundesamts zeigt.

»Bei Bewegungen über längere Distanzen war in den Sommermonaten eine Trendwende zu beobachten«, berichteten die Wiesbadener Statistiker. Erstmals seit Beginn der Pandemie wurden wieder mehr Distanzen von 30 Kilometern und mehr als in den Referenzmonaten des Jahres 2019 zurückgelegt.

Japan verlängert Corona-Notstand für Tokio und weitere Regionen

12.04 Uhr: Wegen der weiterhin schwierigen Coronalage verlängert Japan erneut den Notstand für Tokio und zahlreiche weitere Regionen. Die Regierung habe beschlossen, den für 19 der 47 Präfekturen des Landes verordneten Notstand bis zum 30. September beizubehalten, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Die betroffenen Regionen befänden sich nach wie vor in einer »schwierigen Lage«, sagte demnach der für die Corona-Maßnahmen zuständige Minister Yasutoshi Nishimura. Der Notstand gilt derzeit für 21 Präfekturen und sollte am kommenden Sonntag enden.

Zwar gingen die Infektionszahlen zuletzt wieder zurück, die Krankenhäuser in den betroffenen Gebieten sind jedoch weiter überlastet. Bei dem »Notstand« in Tokio und anderen Präfekturen geht es vor allem darum, dass Restaurants keinen Alkohol anbieten und früher schließen müssen.

Mitte August stieg die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen in Japan auf mehr als 25.000. Seitdem ging die Zahl um etwa die Hälfte zurück. Etwa die Hälfte der rund 126 Millionen Einwohner sind Angaben der Regierung zufolge mittlerweile vollständig geimpft.

Fortuna bietet Fußballfans Impfungen an

11.46 Uhr: Der Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf wird an zwei Samstagen im September mit ihrem Gesundheitspartner AOK Rheinland/Hamburg Corona-Impfungen ermöglichen. Interessierte können sich beim Heimspiel gegen Jahn Regensburg am 18. September im Impfmobil gegenüber dem Fortuna-Büdchen oder am 25. September vor dem Fanshop am Burgplatz impfen lassen. Damit beteiligt sich die Fortuna an der bundesweiten Aktionswoche #HierWirdGeimpft.

Corona-Massenausbruch in philippinischem Waisenhaus

11.25 Uhr: In einem Waisenhaus auf den Philippinen haben sich 122 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 99 davon sind Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Die übrigen Infizierten sind Mitarbeiter der Einrichtung, wie die Bürgermeisterin von Quezon City in einem Statement mitteilte. Der Ausbruch hätte verhindert werden können, schrieb Joy Belmonte in einer Mitteilung.  Sie appellierte an das Management von Arbeitsstätten und Einrichtungen mit erhöhtem Risiko, Mindeststandards zur Gesundheitsvorsorge einzuhalten.

Das Virus sei von einem infizierten symptomlosen Erwachsenen in das Waisenhaus getragen worden, heißt es dort. Laut »The Manila Times«  handele es sich um eine private Einrichtung. Die Bürgermeisterin kündigte medizinische Unterstützung an.

Erholung von Coronakrise: Exporte wachsen weiter, aber langsamer

10.40 Uhr: Die deutsche Wirtschaft hat im Juli erneut mehr Waren ausgeführt als im Vormonat, das Wachstum schwächte sich aber ab. Das dürfte vor allem an Lieferengpässen liegen – auf die auch sinkende Importzahlen hindeuten. Lesen Sie hier mehr dazu.

Durchsuchungen bei mutmaßlichen Impfgegnern in Italien

09.39 Uhr: Die italienische Polizei ist landesweit gegen mutmaßliche Impfgegner vorgegangen, die gewalttätige Aktionen geplant haben sollen. Beamte der Polizei und einer Einheit aus Sonderermittlern hätten bei den Verdächtigen zu Hause und auf deren Computern Beweismittel beschlagnahmt, teilte die Polizei am Donnerstagmorgen mit. 

Die in Italien als »No Vax« bezeichneten Gegner der Impfungen gegen Covid-19 und der Corona-Maßnahmen der Regierung hätten sich in Gruppenchats des Dienstes Telegram verabredet, hieß es weiter. Die Polizei vermutet demnach, dass sie auf Demonstrationen ihre Aktionen durchführen wollten. Sie durchsuchte Wohnungen in Rom, Mailand, Bergamo, Reggio Emilia, Venedig und Padua.

Gegner der Corona-Regelungen in Italien hatten in den vergangenen Wochen in verschiedenen Städten immer wieder dagegen demonstriert. Zuletzt lief eine groß angelegte Protestaktion an Bahnhöfen allerdings ins Leere. Über Telegram hatten die Organisatoren dazu aufgerufen, Stationen im ganzen Land zu blockieren. Allerdings tauchten dort nur sehr wenige Demonstranten auf. Sie wollten damit gegen die Einführung des Impf-, Negativ-Test- oder Genesungsnachweises für den Fernbahnverkehr demonstrieren.

RKI registriert 15.431 Neuinfektionen – Inzidenz bei 83,5

09.26 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist nach einem leichten Rückgang wieder etwas angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen liegt sie bei 83,5 – am Vortag hatte der Wert bei 82,7 gelegen, vor einer Woche bei 76,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 15.431 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert 13.715 Ansteckungen betragen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 50 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 33 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.046.112 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 1,79 an (Vortag 1,69). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Chile will schon Sechsjährige gegen Corona impfen

08.45 Uhr: In Chile sollen künftig schon Kinder ab sechs Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden. Am Montag kommender Woche laufe die Impfkampagne für Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren an, sagte Gesundheitsminister Enrique Paris bei einem Besuch in der Stadt Arica im Norden des Landes. Die Kinder sollen mit dem Impfstoff CoronaVac des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac geimpft werden. Anfang der Woche hatte das Institut für öffentliche Gesundheit der Vakzine eine Notfallzulassung für Kinder ab sechs Jahren erteilt.

Chile gehört zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an Geimpften an der Bevölkerung. Über 86 Prozent der Chilenen sind bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Bei der Impfkampagne in Chile kam vor allem der chinesische Impfstoff CoronaVac zum Einsatz.

Am Montag hatte Kuba als erstes Land in Lateinamerika mit der Impfung von Kindern im Alter zwischen zwei und elf Jahren gegen das Coronavirus begonnen. Auf der sozialistischen Karibikinsel wird das dort entwickelte Präparat Soberana 02 verwendet. Kuba verfügt zwar über viel Erfahrung bei der Entwicklung von Impfstoffen, allerdings wurden die Studienergebnisse zu den kubanischen Vakzinen bislang nicht unabhängig geprüft.

Jennifer Garner dankt Wissenschaftlern für ihren Einsatz während der Corona-Pandemie

8.27 Uhr: Zu Beginn des neuen Schuljahres in den USA hat US-Schauspielerin und Dreifach-Mutter Jennifer Garner (49) Schulpersonal und Wissenschaftlern für ihre Leistungen während der Corona-Pandemie gedankt. Zwei ihrer drei Kinder, die von nun an wieder zur Schule gingen, seien bereits geimpft, schrieb Garner auf Instagram. »Jeder von ihnen erwartungsvoll, zaghaft, kühn, verletzlich und – soweit ich es sagen kann – unter dem dreilagigen Einweg-Mundschutz am Lächeln.«

»Danke, Wissenschaft, dass du uns so weit gebracht hast und so viel näher zur Gesundheit und Freiheit«, schrieb Garner weiter. Die Schauspielerin hat gemeinsam mit ihrem Ex-Mann, dem Hollywood-Star Ben Affleck, drei Kinder – Violet (15), Seraphina (12) und Sam (9). Affleck und Garner hatten 2015 nach zehn Jahren Ehe ihre Trennung bekannt gegeben.

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Weltweit mehr als 222 Millionen Infizierte und mehr als 4,7 Millionen Tote

7.30 Uhr: Weltweit haben sich mehr als 222,54 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 4,77 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus, seit dieses im Dezember 2019 erstmals im chinesischen Wuhan nachgewiesen wurde. Die meisten Infektions- und Todesfälle weisen die USA auf. An der Spitze liegen zudem Indien und Brasilien.

60 Prozent mehr Mädchen und Jungen wegen Übergewicht behandelt

06.01 Uhr: Die Corona-Pandemie geht einer neuen Studie zufolge mit steigenden Behandlungszahlen wegen Übergewicht und Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen einher. So wurden nach dem Report der DAK-Gesundheit 2020 in den Krankenhäusern 60 Prozent mehr Mädchen und Jungen aufgrund einer Adipositas behandelt als im Vorjahr. Auch bei starkem Untergewicht sowie Magersucht und Bulimie nahmen die Zahlen zu.

Untersucht worden waren anonymisierte Krankenhausdaten von knapp 800.000 Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren, versichert bei der DAK-Gesundheit. »Die Krankenhausdaten zeigen alarmierende Folgen der Pandemie für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen«, sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm nach einer Mitteilung.

Australien: Victoria meldet höchste Corona-Zahlen seit einem Jahr

05.23 Uhr: Trotz eines seit mehr als einem Monat geltenden strikten Lockdowns steigen die Corona-Zahlen im australischen Bundesstaat Victoria weiter. Die Behörden in der Region mit der Metropole Melbourne meldeten am Donnerstag 324 lokal übertragene Neuinfektionen – so viele wie seit fast 13 Monaten nicht mehr. Zuletzt waren in Victoria Mitte August 2020 mehr als 300 Fälle registriert worden.

Der Bundesstaat im Osten Australiens befindet sich bereits zum sechsten Mal seit Beginn der Pandemie im Lockdown. Dennoch planten die Behörden in den meisten Teilen der Region ab Freitag Lockerungen der Beschränkungen. So sollten Cafés und Restaurants unter Auflagen wieder öffnen dürfen.

Schlimmer als Victoria ist nur der benachbarte Bundesstaat New South Wales mit der Millionenstadt Sydney betroffen. Hier werden schon länger täglich mehr als 1000 Neuinfektionen gemeldet.

Immoscout24: Pandemie sorgt für Stadtflucht

Wohngebiet mit Einfamilienhäusern (Symbolbild)

Wohngebiet mit Einfamilienhäusern (Symbolbild)

Foto: Volker Rauch / imago images/Shotshop

03.48 Uhr: Die Coronapandemie beflügelt die Nachfrage nach Einfamilienhäusern im Umland der Städte. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Online-Immobilienmarktplatzes Immoscout24, aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten.

Demnach ist die Nachfrage nach Einfamilienhäusern am Stadtrand in den fünf größten Städten zwischen Februar 2020 und Juni 2021 um 58 Prozent angestiegen. Auch außerhalb der Metropolen ist der Effekt der Studie zufolge spürbar, hier wurden 52 Prozent mehr Kontaktanfragen nach Häusern im Grünen gestellt. Besonders begehrt ist der Wunsch nach einem Eigenheim außerhalb der Innenstadt demnach in der Hauptstadt: In Berlin stieg die Nachfrage nach Einfamilienhäusern am Stadtrand um 80 Prozent an. Aber auch Hamburg (76 Prozent) und München (71 Prozent) erlebten eine deutlich gestiegene Nachfrage.

Montgomery spricht sich für weitreichende 2G-Regel aus

03.15 Uhr: Im Kampf gegen die vierte Pandemie-Welle hat sich der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, für eine Verschärfung von Coronamaßnahmen ausgesprochen. Es werde kaum reichen, die Impfquote durch mobile Angebote zu erhöhen. »Um die vierte Welle zu brechen, bevor sie dramatisch wird, sollte man jetzt bundesweit überall dort, wo es möglich ist, eine 2G-Regel einführen«, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Zugang hätten dann jeweils nur noch Geimpfte und Genesene. Dort, wo es nicht praktikabel wäre, Ungeimpfte auszuschließen, wie etwa im Öffentlichen Nahverkehr, müsse dann zumindest eine strengere 3G-Regel gelten. »Ungeimpfte müssten dann einen aktuellen PCR-Test vorweisen. Ein einfacher Schnelltest dürfte nicht mehr ausreichen«, sagte Montgomery. Eine solche erweiterte 2G-Regel könne der nötige Anreiz sein, sich impfen zu lassen.

Kontakt-Nachverfolgung nicht mehr möglich

02.22 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland können derzeit nicht mehr alle Kontaktpersonen von Infizierten nachverfolgen. »Bei einer hohen Zahl von positiv Getesteten ohne gleichzeitigen Lockdown haben die Menschen häufig so viele Kontakte, dass eine grundsätzliche und umfängliche Nachverfolgung nicht mehr zu leisten ist«, sagt die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, der Zeitung »Rheinische Post«.

Kassenärzte-Chef empfiehlt NRW-Quarantäne-Regeln zur Nachahmung

»CORONA-FREI« steht auf der Tafel eines Klassenzimmers in Köln (Symbolbild)

»CORONA-FREI« steht auf der Tafel eines Klassenzimmers in Köln (Symbolbild)

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Christoph Hardt / imago images

02.08 Uhr: Für die geplanten Erleichterungen der Quarantäneregeln in Schulen bekommt die nordrhein-westfälische Landesregierung Zustimmung vom Chef der Kassenärztlichen Vereinigung. »NRW hat hier den richtigen Weg eingeschlagen: Wir begrüßen die Entscheidung, dass künftig nur noch das mit dem Coronavirus infizierte Kind in Quarantäne muss«, sagte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der Zeitung »Rheinische Post«. Dieser Entschluss sei längst überfällig gewesen »und sollte auch von anderen Bundesländern übernommen werden«, sagte Gassen.

Die Kinder seien ohnehin die Leidtragenden der Pandemie. »Dass immer gleich ganze Schulklassen für zwei Wochen zu Hause bleiben müssen, ist nicht länger hinnehmbar«, sagte Gassen. »Die Folgen von langen Isolationszeiten und von Wechselunterricht sind für Kinder wohl viel schädlicher als mögliche Risiken durch Long-Covid-Symptome.«

Nordrhein-Westfalen will künftig nur noch infizierte Kinder in Quarantäne schicken. Die notwendigen Erlasse und Verordnungen sollen demnach bis spätestens Ende der Woche ausgearbeitet und veröffentlicht werden.

Die Gesundheitsminister der Länder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatten sich am Montag für einfachere Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulen ausgesprochen. Quarantäneanordnungen seien auf möglichst wenige Personen zu beschränken. Wie klein oder groß die betroffene Schülergruppe sein soll, die bei einem Coronafall in Quarantäne gehen müsste, war dabei offen gelassen worden.

Kliniken für Einheitlichkeit bei Schwellenwerten zur Coronalage

01.40 Uhr: Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, hat sich für eine einheitliche Festlegung kritischer Marken zur Einschätzung der Coronalage ausgesprochen, die regional angepasst werden können. »Wir sollten bundesweit gültige Schwellenwerte für die drei zentralen Faktoren – Infektionsinzidenz, Hospitalisierungsinzidenz und Belegung der Intensivkapazitäten – definieren«, sagte Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Der Schwellenwert hängt aber dann von den regionalen Besonderheiten ab, wie Krankenhauskapazitäten, Impfquote und Ähnliches.«

Der Bundestag hatte am Dienstag eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Die Länder sollen danach künftig weitgehend vor Ort festlegen können, ab wann strengere Alltagsbeschränkungen nötig werden. »Wesentlicher Maßstab« für zu ergreifende Maßnahmen soll insbesondere die Zahl aufgenommener Coronapatienten in den Kliniken je 100.000 Einwohner in sieben Tagen sein. Berücksichtigt werden sollen aber auch »weitere Indikatoren«. Genannt werden die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, verfügbare Intensivkapazitäten und die Zahl der Geimpften. Die Länder sollen dann festlegen können, wo kritische Schwellenwerte liegen.

Mindestens zehn Tote bei Brand in Coronastation in Nordmazedonien

01.13 Uhr: In Nordmazedonien sind bei einem Brand in einem Behelfskrankenhaus für Coronapatienten mindestens zehn Menschen gestorben. »In Tetovo ist ein schrecklicher Unfall passiert, der zahlreiche Leben gekostet hat«, schrieb Gesundheitsminister Venko Filipce am Mittwochabend bei Twitter. Die bisher bestätigte Zahl der Todesopfer könne noch steigen.

Nach Angaben der Feuerwehr brach das Feuer in der Stadt im Nordwesten des Landes am späten Nachmittag aus. Die Einsatzkräfte brauchten demnach rund 45 Minuten, um den Brand zu löschen. Die Coronastation war vergangenes Jahr errichtet worden, um das fragile Gesundheitssystem des Balkanlandes zu entlasten.

Zuletzt war die Zahl der Corona-Infektionen in Nordmazedonien wieder gestiegen. Die Zahl der täglichen Todesfälle liegt derzeit bei etwa 30. Insgesamt hat das Land mit seinen zwei Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie mehr als 6.100 Todesopfer verzeichnet.

Shell erwägt Impfpflicht für Mitarbeiter

00.01 Uhr: Der Ölkonzern Shell erwägt einem Medienbericht zufolge eine Impfpflicht für seine Mitarbeiter. Angestellten, die die Immunisierung verweigerten, solle gekündigt werden, berichtet die »Financial Times« .

kha/nck/jok/ngo/kfr/dpa/AFP/Reuters
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