+++ Corona-News +++ Novavax verschiebt US-Zulassungsantrag

In der EU ist der Proteinimpfstoff von Novavax bereits zugelassen, in den USA tut sich der Hersteller dagegen schwer. Und: In mehreren Ländern Europas steigen die Coronainfektionen sprunghaft an. Der Überblick.
Der Impfstoff von Novavax ist in der EU schon zugelassen, in den USA noch nicht

Der Impfstoff von Novavax ist in der EU schon zugelassen, in den USA noch nicht

Foto: Alastair Grant / AP

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+++ Novavax verschiebt Zulassungsantrag in den USA +++

19.45 Uhr: Die Biotech-Firma Novavax will ihren Antrag für eine Notfallzulassung ihres Impfstoffes in den USA nun erst kommenden Monat stellen. Damit verschiebt sich der Schritt erneut: Im August hieß es, der Antrag werde im vierten Quartal eingereicht, nachdem ursprünglich das dritte Quartal angepeilt worden war.

In der EU hat der Impfstoff Nuvaxovid seit dem 20. Dezember eine bedingte Zulassung für ab 18-Jährige. Es handelt sich um einen Proteinimpfstoff, der mithilfe gentechnischer Methoden hergestellt wird. Er enthält Spikeprotein, das auf der Oberfläche des Coronavirus sitzt. Die Immunisierung mit dem Novavax-Impfstoff erfolgt mit zwei Dosen im Abstand von drei Wochen.

Schweiz reduziert Quarantäne für ungeimpfte Corona-Kontaktpersonen

21.41 Uhr: In der Schweiz wird die obligatorische Quarantäne für ungeimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten von zehn auf sieben Tage reduziert. Die Schweizer Gesundheitsbehörde stellte den kantonalen Behörden am Freitag in einem Schreiben frei, diese Änderung umzusetzen. Außerdem müssen der neuen Anweisung zufolge auch Geimpfte und Genesene in Quarantäne, wenn deren letzte Impfung beziehungsweise Genesung mehr als vier Monate zurückliegt.

Die Schweizer Regierung, der Bundesrat, besprach die Corona-Lage am Freitag in einer telefonischen Sondersitzung. In einer gemeinsamen Erklärung bezeichneten die sieben Bundesräte die Lage in den Krankenhäusern anschließend als »besorgniserregend« und die Entwicklung in den nächsten Tagen als »ungewiss«. Sie wollten aber dennoch »vorerst« auf »zusätzliche Maßnahmen« verzichten.

Die Regierung in Bern hatte zuletzt am 17. Dezember weitere Einschränkungen erlassen, so wurde etwa die Teilnehmerzahl bei privaten Treffen beschränkt und eine Homeoffice-Pflicht eingeführt. Diese Woche erklärten die Schweizer Behörden die Omikron-Variante des Coronavirus zur vorherrschenden Variante im Land. Die Impfquote ist in der Schweiz mit etwa 67 Prozent im westeuropäischen Vergleich niedrig.

Auch Frankreich meldet Rekordwert bei Neuinfektionen

19.31 Uhr: Frankreich meldet 232.200 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und damit den dritten Tag in Folge mehr als 200.000 neue Fälle pro Tag.

Studie: Die Booster-Impfung wirkt auch gegen Omikron – aber nicht so stark

19.29 Uhr: Doppelt geimpft oder genesen: Beides bietet keinen optimalen Schutz vor Omikron. Laut einer aktuellen Untersuchung können aber beide Gruppen ihre Immunabwehr durch eine weitere Impfung gegen Corona stärken. Lesen Sie hier mehr dazu.

Italien und Großbritannien melden so viele Neuinfektionen wie nie

18.29 Uhr: Mehrere Staaten in Europa haben Rekordwerte bei den Corona-Infektionen gemeldet. Laut italienische Gesundheitsministerium gab es am Silvestertag mehr als 144.000 neue Covid-Fälle (155 Menschen starben). Tags zuvor waren es noch knapp 127.000, am Mittwoch 98.000. Bis Mitte Dezember hatten sich in Italien den offiziellen Angaben zufolge weniger als 30.000 Einwohner pro Tag infiziert. An den Feiertagen stiegen die Zahlen sprunghaft an – auch, weil mit 1,15 Millionen Tests so viele gemacht wurden wie noch nie.

Auch Portugal (30.829 Neuinfektionen/18 Todesfälle) und Großbritannien (189.000/203) sehen sich derzeit mit so vielen neuen Fällen konfrontiert wie nie seit Beginn der Pandemie. In Portugal seien schätzungsweise 83 Prozent davon auf Omikron zurückzuführen, teilen die Behörden mit. Das Land hat mit inzwischen etwa 87 Prozent eine der höchsten Impfquoten weltweit.

In England hat sich zudem die Zahl der wegen des Coronavirus ausfallenden Krankenhausmitarbeiter binnen eines Monats nahezu verdoppelt. Laut einer am Freitag vom Gesundheitsdienst NHS England veröffentlichten Bilanz befanden sich am 26. Dezember 24.362 Beschäftigte wegen einer Infektion oder eines Kontakts zu einem Infizierten in Isolation. Am 29. November waren es noch 11.375. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen steigt. Am Freitag wurden mehr als 1900 Einweisungen von Covid-19-Patienten gemeldet, ein Plus von 60 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

Virologe Drosten über Omikron-Welle: Für Ungeimpfte über 60 wird es jetzt »richtig gefährlich«

18.18 Uhr: Omikron ist wahrscheinlich milder als vorige Varianten des Coronavirus – aber es verbreitet sich viel schneller. Was das für die kommenden Wochen bedeutet. Lesen Sie hier mehr dazu.

Kreuzfahrtschiff macht Silvester-Quarantäne in Lissabon

17.08 Uhr: Wegen Corona-Fällen bei der Besatzung verzögert sich die Weiterfahrt des Kreuzfahrtschiffs Aida Nova im Hafen der portugiesischen Stadt bis ins neue Jahr. Man habe die positiven Fälle bei Routineprüfungen entdeckt und die Betroffenen in Abstimmung mit den Behörden in Lissabon an Land untergebracht, hieß es von Aida Cruises am Freitag in Rostock. Sie haben demnach nur milde Symptome und werden medizinisch betreut.

Wann das Schiff seine Reise zu den Kanarischen Inseln fortsetzen wird, war laut Unternehmen noch nicht klar. Man warte auf die Anreise wichtiger Crewmitglieder und prüfe verschiedene Reiseoptionen. Die Kreuzfahrtgäste dürfen das Schiff den Angaben zufolge jedoch ohne Einschränkungen verlassen. Das Unternehmen wies darauf hin, dass alle Passagiere ab dem 12. Lebensjahr und die Besatzung geimpft sind und sowohl ein Antigen- als auch ein PCR-Test vor dem Fahrtantritt durchgeführt werden müssen.

Landkreise verlangen Auflösung gewaltsamer Corona-Demonstrationen

16.00 Uhr: Die deutschen Landkreise haben ein hartes Vorgehen des Staates gegen gewaltsame Corona-Demonstrationen gefordert. Zwar sei das Recht, gegen die Coronapolitik auf die Straße zu gehen, vom Grundgesetz geschützt, sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Das muss aber friedlich geschehen«, sagte er weiter.

Sobald diese Grenze überschritten werde oder sogar Politiker und ihre Familien bedroht oder angegriffen werden, »muss der Rechtsstaat entschieden eingreifen«, sagte der CDU-Politiker und Landrat des Landkreises Ostholstein. »Das bedeutet auch, dass gewaltsame Demonstrationen aufgelöst werden.«

In den vergangenen Wochen war es an unterschiedlichen Orten immer wieder zu Ausschreitungen bei Protesten gegen Coronaregeln oder zu Drohungen gegen Politikerinnen und Politiker gekommen. An den Demonstrationen hatten sich vielerorts auch Rechtsextreme beteiligt oder diese sogar organisiert. Sehr häufig wurden auch Vorgaben wie Abstandsregeln oder die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nicht eingehalten.

Großbritannien gibt grünes Licht für Anti-Covid-Pille von Pfizer

13.07 Uhr: Die britische Arzneimittelbehörde genehmigt die Tabletten gegen Covid-19 des US-Konzerns Pfizer. Das Medikament Paxlovid könne eingesetzt werden bei Menschen über 18 Jahren mit milden bis moderaten Symptomen, die ein Risiko für einen schweren Verlauf hätten. Die Pille sei laut Studien am wirkungsvollsten, wenn sie im frühen Stadium von Covid-19 eingenommen werde, teilte die Behörde mit. Pfizer hatte kürzlich bekannt gegeben, die Arznei habe eine Wirksamkeit von 90 Prozent bei der Vermeidung von Hospitalisierung und Tod bei Hochrisikopatienten.

Intensivmediziner fordern einheitliches Warnsystem für Omikron-Ausbreitung

11.08 Uhr: Angesichts der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante haben Intensivmediziner ein bundesweit einheitliches Warnsystem gefordert, um schneller reagieren zu können. »Wir brauchen jetzt schnell ein bundesweit einheitliches Ampelsystem für mögliche Corona-Verschärfungen«, sagte der Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Christian Karagiannidis, der »Rheinischen Post«.

Karagiannidis warnte davor, auf möglicherweise mildere Krankheitsverläufe bei Omikron zu vertrauen. »Die schiere Anzahl von Neuinfektionen, auf die wir derzeit zusteuern, könnte die Intensivkapazitäten dennoch vor große Herausforderungen stellen, noch mehr aber die Hospitalisierung insgesamt«, sagte er der Zeitung. Daher sollten sich Bund und Länder schnell auf ein Warnsystem aus den Faktoren Intensivbettenbelegung, Hospitalisierungsquote und Inzidenz einigen.

Karagiannidis ist auch Mitglied des neuen Expertenrates der Bundesregierung. Um den gerade über die Feiertage wieder stockenden Informationsfluss zu verbessern, forderte er zudem eine Digitalisierungsoffensive im Gesundheitswesen. »Die Bundesregierung muss im ersten Halbjahr 2022 endlich die elektronische Patientenakte neu aufrollen und umsetzen«, sagte der Intensivmediziner. Es könne nicht sein, dass die Verantwortlichen in Deutschland »so wenig Kenntnis vom aktuellen Krankheitsgeschehen haben« wie derzeit.

Inzidenz in Spanien steigt erstmals auf über 1000

11.02 Uhr: Trotz einer hohen Impfquote von rund 80 Prozent verabschiedet Spanien das Jahr 2021 mit einer der höchsten Coronainzidenzen Europas. Die Zahl der neu erfassten Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen 24 Stunden kletterte auf 1086, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am späten Donnerstagabend mitteilte. Damit wurde erstmals die 1000er-Marke überschritten. Zum Vergleich: In Deutschland lag dieser Wert am Freitag bei 214,9.

Mitte Oktober hatte Spanien noch einen Jahrestiefstwert von ca. 18 verzeichnet. Die Behörden beteuern unterdessen, dass die Lage in den Krankenhäusern auch dank der hohen Impfquote weiterhin weitgehend unter Kontrolle sei, da die Vakzinen in den meisten Fällen für eine Ansteckung ohne Symptome oder mit einem milderen Krankheitsverlauf sorgten. Zuletzt waren in Spanien 8,8 Prozent aller Krankenhausbetten sowie 19 Prozent aller Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. Auch diese Zahlen klettern, aber eher langsam.

Drosten: Mildere Verläufe bei Omikron »sehr wahrscheinlich«

10.40 Uhr: Der Berliner Virologe Christian Drosten hält mildere Krankheitsverläufe bei der neuen Coronavariante Omikron mittlerweile für »sehr wahrscheinlich«. Dazu gebe es immer mehr Daten, sagte Drosten am Freitag im Deutschlandfunk. Pro 1000 nachgewiesenen Coronafällen müssten nach seiner Einschätzung weniger Menschen in einem Krankenhaus behandelt werden. So sei das Risiko für Ungeimpfte, nach einer Infektion in eine Klinik zu müssen, bei Omikron nur etwa drei Viertel so hoch wie bei Delta. Gleichzeitig könne aber in anderen Ländern beobachtet werden, dass die neue Variante eine sehr hohe Verbreitungsgeschwindigkeit habe.

Omikron in Frankreich auf dem Vormarsch

10.29 Uhr: Die Omikron-Variante dominiert in Frankreich mittlerweile das Infektionsgeschehen. 62,4 Prozent der Suchtests auf die neue Variante seien zu Beginn der Woche positiv gewesen, teilte die französische Gesundheitsbehörde am Donnerstagabend mit.

Insgesamt stiegen die Infektionszahlen in Frankreich zuletzt rapide, mit Rekordwerten seit Beginn der Pandemie. Am 29. Dezember vermeldeten die Behörden rund 208.000 positiv auf das Virus getestete Personen innerhalb von 24 Stunden. Die Sieben-Tage-Inzidenz Frankreichs lag zuletzt bei knapp 1050. In Deutschland gingen in der Kalenderwoche 51 (bis 26. Dezember) laut Robert Koch-Institut 17,5 Prozent der auf Varianten untersuchten Corona-Nachweise auf Omikron zurück.

Israel beginnt mit vierter Coronaimpfung für Immungeschwächte

8.35 Uhr: Israel hat mit der vierten Impfung gegen das Coronavirus für Menschen mit Immunschwäche begonnen. Am Freitagmorgen seien die ersten Patienten mit Lungen- und Herztransplantationen geimpft worden, teilte das Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv mit. Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Nachman Asch, hatte jüngst erklärt, dass vorerst nur Menschen mit Immunschwäche eine vierte Dosis des Coronaimpfstoffes bekommen sollen.

Ein Expertengremium hatte angesichts der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante zuvor empfohlen, neben Immungeschwächten auch Menschen über 60 und medizinisches Personal zum vierten Mal zu impfen. Asch sagte, er sei noch nicht überzeugt, dass dies bereits notwendig sei. Man wäge aber jeden Tag neu das weitere Vorgehen ab.

Das Schiba-Krankenhaus hatte am Montag eine Studie zur vierten Impfung gegen das Coronavirus mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech begonnen. Israel hat die vierte Coronawelle bereits hinter sich, zuletzt sind die Infektionszahlen jedoch wieder massiv gestiegen.

Nur rund 60 Prozent der 9,4 Millionen Israelis gelten noch als vollständig geimpft. Dies sind zweifach Geimpfte bis zu sechs Monate nach der Zweitimpfung und Menschen mit Boosterimpfung. 31 Prozent der Bevölkerung sind gar nicht geimpft, bei neun Prozent ist die Gültigkeit der Impfung schon abgelaufen.

Vor Feuerwerk in Sydney: Region meldet explodierende Coronazahlen

8.14 Uhr: Kurz vor dem imposanten Feuerwerk zum Jahreswechsel im Hafen von Sydney hat der australische Bundesstaat New South Wales so viele Corona-Neuinfektionen wie noch nie verzeichnet. Die Behörden in der Region an der Ostküste meldeten am Freitag rund 21.100 neue Fälle – fast 9000 mehr als am Donnerstag und 15.000 mehr als am Mittwoch. Noch nie seien in einer australischen Region höhere Neuansteckungszahlen registriert worden, berichtete der Sender ABC.

Trotz der explodierenden Fallzahlen ist in Sydney – der Hauptstadt von New South Wales – ein grandioses Silvesterfeuerwerk vor der Kulisse der Harbour Bridge und des Opernhauses geplant. Dabei sollen sechs Tonnen Pyrotechnik in den Himmel geschossen werden. Anders als im vergangenen Jahr sind dieses Mal wieder Zehntausende Zuschauer zugelassen, die das weltberühmte Spektakel rund um die Wahrzeichen der Metropole vor Ort verfolgen dürfen. Allerdings mussten sich alle Teilnehmer im Vorfeld ein Ticket für einen von rund 30 Aussichtspunkten kaufen. Das Feuerwerk wird zudem live im Internet und Fernsehen übertragen.

Australien hatte lange eine Null-Covid-Strategie verfolgt und seine Landesgrenzen für Besucher geschlossen. Trotzdem steigen die Infektionszahlen bereits seit Monaten. Wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante melden einige Landesteile derzeit immer neue Rekordwerte.

Wegen Omikron: England macht Platz für Hunderte zusätzliche Krankenhausbetten

8.08 Uhr: Wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus fürchten die englischen Gesundheitsbehörden eine Überlastung der Krankenhäuser und wollen Tausende zusätzliche Betten bereitstellen. Noch in dieser Woche werde mit dem Bau zusätzlicher Strukturen mit Platz für je 100 Betten auf dem Gelände von acht Krankenhäusern begonnen, erklärte der Gesundheitsdienst NHS England am Donnerstag. Premierminister Boris Johnson sprach eine deutliche Warnung an Ungeimpfte aus.

Johnson wandte sich am Freitag an alle nicht oder nicht vollständig Geimpften: »Schauen Sie sich die Menschen an, die jetzt ins Krankenhaus kommen«, sagte er. »Das könnten Sie sein. Schauen Sie sich die Intensivstationen und das elende, unnötige Leiden derjenigen an, die sich nicht haben impfen lassen. Das könnten Sie sein.«

Regierungschef Johnson: »Das könnten Sie sein«

Regierungschef Johnson: »Das könnten Sie sein«

Foto: POOL / REUTERS

Krankenhäuser sollen dem NHS zufolge auch prüfen, wo etwa Sporthallen oder Bildungseinrichtungen in provisorische Krankenstationen umgewandelt werden können, um bis zu 4000 Betten bereitstellen zu können. Die Extrabetten sollen Patienten aufnehmen, die bereits auf dem Wege der Besserung sind, um Platz für akute Covid-19-Fälle zu machen.

Angesichts der Rekord-Infektionszahlen und steigender Hospitalisierungsraten sei der NHS »in Kampfbereitschaft«, betonte dessen medizinischer Leiter Stephen Powis. Zwar sei bisher noch unklar, ob die zusätzlichen Strukturen gebraucht werden, »aber wir können nicht abwarten, bis wir es wissen«.

Großbritannien hatte mit mehr als 180.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden am Mittwoch einen neuen Rekord verzeichnet. Die Zahl der Covid-19-Patienten in Englands Krankenhäusern stieg auf über 10.000 und war damit so hoch wie zuletzt am 1. März.

Bas warnt vor schneller Einführung einer Impfpflicht

8.01 Uhr: Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) hat vor der schnellen Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht gewarnt: »Wir sollten uns für eine Impfpflicht wirklich Zeit nehmen und nichts übers Knie brechen«, sagte sie der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (NOZ). Einen Bundestagsbeschluss schon im Januar halte sie für »verfrüht«. Das Parlament müsse sich gründlich mit dem komplexen und kontroversen Thema befassen.

»Es geht immerhin auch um die körperliche Unversehrtheit der Menschen, und viele sehen diese bedroht«, sagte sie der Zeitung. »Das gilt es ernst zu nehmen.«

Bund und Länder hatten den Bundestag am 2. Dezember zu einem »zeitnahen« Beschluss aufgefordert, damit die allgemeine Impfpflicht »etwa ab Februar« greifen könne.

»Wenn wir erst im März fertig wären, wäre das völlig in Ordnung«, sagte Bas nun der NOZ. Es dürfe »nicht passieren«, dass die aufgeheizte Debatte von der eigentlichen Aufgabe ablenke, sofort mehr Menschen zu impfen. Wenn das Ziel erreicht werde, die Impfquote Richtung 80 oder sogar 90 Prozent zu treiben, »brauchen wir womöglich gar keine Impfpflicht mehr«, betonte Bas. »Jeder, der sich jetzt impfen lässt, trägt dazu bei.«

Südkorea verlängert strenge Maßnahmen wegen Omikron

7.23 Uhr: Südkorea verlängert die seit Mitte Dezember geltenden strengeren Vorschriften zur Bekämpfung der Omikron-Variante bis zum 16. Januar. Demnach dürfen sich nicht mehr als vier Geimpfte treffen, Restaurants und Bars müssen um 21 Uhr schließen, Kinos um 22 Uhr. In Südkorea sind knapp 91 Prozent der Einwohner über zwölf Jahren geimpft. Am Donnerstag waren 4875 neue Coronainfektionen gemeldet worden, ein starker Rückgang im Zwei-Wochen-Vergleich. Allerdings verharrt die Zahl der schwer kranken Covid-Patienten bei 1000.

RKI meldet 41.240 neue Coronafälle – Inzidenz bei 214,9

7.09 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Freitag eine höhere bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz als am Vortag veröffentlicht – allerdings mit der Einschränkung, dass die Daten aufgrund der geringen Test- und Meldeaktivitäten während der Feiertage ein unvollständiges Bild abgeben können. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Morgen mit 214,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der bundesweite Wert bei 207,4 gelegen, vor einer Woche bei 265,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 41.240 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.19 Uhr abbilden. Vor genau einer Woche waren es 35.431 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 323 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 370 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.150.422 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Coronapatienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 3,15 (Mittwoch 3,18) an. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitag mit 6.382.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 111.925.

Kinderärzte-Präsident warnt vor erneuten Schulschließungen

5.31 Uhr: Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, warnt vor Überlegungen in manchen Regionen, die Schulen vorübergehend zu schließen. »Ich finde es unerträglich, dass einzelne Politikerinnen und Politiker jetzt schon wieder über Schulschließungen nachdenken. Das hätte massive und dauerhafte Folgen für die Kinder und Jugendlichen, die Schäden waren in der Vergangenheit enorm«, sagte Fischbach der »Rheinischen Post« einem Vorabbericht zufolge. »Würde es nach den Ferien zu erneuten Schulschließungen kommen, wäre das ein klarer Ausdruck von Politikversagen.«

Krankenhausgesellschaft gegen Verkürzung von Quarantänezeiten für Personal

5.23 Uhr: Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, hat sich gegen eine allgemeine Verkürzung der Corona-Quarantänezeiten zur Sicherung der gesundheitlichen Infrastruktur ausgesprochen. »Ein flächendeckender Einsatz von infizierten symptomlosen Mitarbeitern in der kritischen Infrastruktur ist ein zu hohes Risiko, gerade auch im Gesundheitswesen für die besonders vulnerablen Gruppen«, sagte Gaß den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

Gaß betonte: »Es wäre den Mitarbeitern auch schwer zu vermitteln, mit viel Aufwand Infektionsschutz zu betreiben, während Kollegen infektiös am Krankenbett stehen.«

Verkürzungen der Quarantäneregelung könne es nur nach sorgfältiger Prüfung geben. »Wir brauchen valide Daten über die Infektionslage und deutlich mehr Daten über Omikron, um wirklich Entscheidungen treffen zu können, ob durch ein frühzeitiges Freitesten eine Verkürzung möglich ist«, so Gaß. »Eine Verkürzung kann auch nur dann erfolgen, wenn es sich um symptomlose Mitarbeiter in hochspezialisierten Bereichen handelt, die sonst nicht ersetzbar wären.«

In den Krankenhäusern gebe es in diesen Wochen eine Anzahl an Krankmeldungen, die einer »normalen« Wintersaison entspreche. Eine Situation mit eklatantem Personalmangel wie in London gebe es derzeit nicht, sagte Gaß.

asa/jlk/ngo/dpa/Reuters/AFP
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