Corona-News am Sonntag Scholz nennt deutschen Kurs den »erfolgreichsten« in Europa

Deutschland ist gegenwärtig das erfolgreichste Land in Europa beim Umgang mit der Pandemie – behauptet Kanzler Scholz. Und: In Portugal brauchen europäische Urlauber keinen Testnachweis mehr. Der Überblick am 6. Februar.
Olaf Scholz zur deutschen Corona-Politik: »Wir haben klare Orientierung«

Olaf Scholz zur deutschen Corona-Politik: »Wir haben klare Orientierung«

Foto: CLEMENS BILAN / POOL / EPA

Das war das Corona-Update am Sonntag.

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+++ Kanzler Scholz lobt Deutschlands Pandemie-Strategie +++

19.01 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz sieht ungeachtet von Kritik, er habe sich bisher zu stark in der Öffentlichkeit zurückgehalten, keinen Anlass für eine Änderung seines Regierungsstils. »Ich halte das für richtig, nicht aufgeregte Vorschläge zu machen, die alle nichts werden«, sagte der SPD-Politiker am Sonntag in Berlin in der ARD-Sendung »Bericht aus Berlin«. »Ich kenne in diesem Land Politiker, die haben von den 200 Vorschlägen, die sie gemacht haben, genau zwei im Laufe ihrer langen Karriere durchgesetzt. Und an die kann sich keiner erinnern.«

Auf die Frage, ob man doch mehr Orientierung oder eine andere Kommunikation brauche, sagte der Kanzler: »Wir haben klare Orientierung.« So verfolge man in der Krise zwischen Russland und der Ukraine genauso wie beim Kampf gegen die Corona-Krise einen klaren Kurs. »Deutschland ist ja gegenwärtig gerade das erfolgreichste Land in Europa in der Frage des Umgangs mit der Pandemie«, betonte er.

Scholz hatte im jüngsten ARD-»Deutschlandtrend« von Infratest dimap bei der Frage nach der Zufriedenheit der Bürger mit seiner Arbeit 17 Punkte eingebüßt. Anfang Januar war demnach eine deutliche Mehrheit mit seiner Arbeit zufrieden, aktuell sind es nur noch 43 Prozent.

Lauterbach: Omikron wird nicht die letzte Variante sein

23.02 Uhr: Auf Omikron dürften nach Aussage von Gesundheitsminister Karl Lauterbach noch weitere Virusvarianten folgen. »Ich glaube nicht, dass Omikron die letzte Variante ist«, sagt Lauterbach der »Bild« auf die Frage, wann das Ende der Pandemie und der Schutzmaßnahmen zu erwarten sei. »Wir werden noch mehr Varianten bekommen.«

Präsidentin von Honduras hat Corona

21.30 Uhr: Zehn Tage nach ihrer Vereidigung in einem vollen Fußballstadion ist bei der neuen Präsidentin von Honduras, Xiomara Castro, eine Coronainfektion festgestellt worden. Ein PCR-Test sei am Sonntag positiv ausgefallen, teilte die Linkspolitikerin auf Twitter mit. »Den Untersuchungen zufolge ist es leicht«, fügte sie hinzu – gemeint waren vermutlich leichte Symptome einer Erkrankung an Covid-19. Sie arbeite aus der Distanz weiter, schrieb sie.

Am 27. Januar hatte Castro als erste Frau das Amt der Staats- und Regierungschefin des mittelamerikanischen Landes angetreten. Den Amtseid legte die 62-Jährige im Nationalstadion von Tegucigalpa vor einem Publikum von Tausenden Menschen und in Anwesenheit ausländischer Gäste ab – darunter die US-Vizepräsidentin Kamala Harris. Es gab dort viele Umarmungen und Händedrücke zu sehen.

SPD und Union unterstützen RKI-Präsident Wieler nach Kritik aus der FDP

15.41 Uhr: Nach Kritik aus der FDP-Spitze am Präsidenten des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, haben sich sowohl die SPD- als auch die Unionsfraktion im Bundestag hinter Wieler gestellt. Er habe »in der zweijährigen Pandemie viel geleistet und unermüdlich gearbeitet«, sagte SPD-Fraktionsvize Dagmar Schmidt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das RKI sei »wissenschaftlich unabhängig und trägt mit seiner Expertise dazu bei, dass wir gut durch die Pandemie kommen.«

Der stellvertretende Unionsfraktionschef Sepp Müller (CDU) sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es sei klar, dass sich die Kommunikation des RKI deutlich verbessern müsse. »Unabhängig davon ist Professor Wieler eine ausgewiesene wissenschaftliche Koryphäe, die wir von der Union respektieren und unterstützen.«

Hintergrund der Diskussion ist die scharfe Kritik des designierten FDP-Generalsekretärs Bijan Djir-Sarai. Mit Verweis auf die Verkürzung des Corona-Genesenenstatus von sechs auf drei Monate hatte er im SPIEGEL-Interview gesagt, Wieler könne sich des Vertrauens der FDP »aufgrund dieser neuerlichen Verfehlung, die ja leider keinen Einzelfall darstellt« nicht mehr sicher sein.

Wieder Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen in ganz Deutschland

15.04 Uhr: Zahlreiche Menschen sind am Samstag erneut auf die Straßen gegangen, um ihrem Unmut über die Corona-Politik Luft zu machen. In vielen deutschen Städten kamen sie zum Protest gegen Corona-Maßnahmen zusammen, vielerorts stellten sich ihnen aber auch Menschen entgegen. Nach Polizeiangaben blieb es bei den Protesten und Gegendemonstrationen überwiegend friedlich.

In Freiburg kamen rund 4000 Menschen zusammen, wie ein Polizeisprecher sagte. Eine Gegendemo versuchte, den Protestzug zu blockieren. Daraufhin habe die Polizei die Demonstrierenden an der Blockade vorbeigeleitet und diese dann aufgelöst. In Karlsruhe berichtete die Polizei von etwa 2000 Demonstranten, in Stuttgart wiederum gingen in der Innenstadt mehrere Hundert Menschen auf die Straße, wie ein Sprecher der Polizei sagte.

Erneut protestierten auch in Düsseldorf zahlreiche Menschen gegen die Corona-Maßnahmen, die Polizei zählte etwa 4600 Teilnehmer.

Im bayrischen Ansbach gingen am Samstag 1900 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße. In Augsburg startete am frühen Abend eine Demo gegen Corona-Maßnahmen, bei der die Polizei gegen 18.00 Uhr mehr als 2000 Menschen zählte. Auch in München, Regensburg und Ingolstadt wurde protestiert.

In Berlin wurden am Nachmittag wenige Hundert bei einer angemeldeten Versammlung gegen Corona-Maßnahmen gezählt. In der Hauptstadt waren zwei weitere Protestaktionen angemeldet, die sich gegen die Corona-Regeln und eine Impfpflicht richteten. In Brandenburg an der Havel löste die Polizei eine nicht angemeldete Versammlung auf.

In mehreren Städten Niedersachsens protestierten ebenfalls Menschen gegen die Corona-Maßnahmen. Nach Polizeiangaben waren es am Samstagnachmittag etwa in Osnabrück rund 1100. Mehrere wurden demnach von der Demonstration ausgeschlossen, weil sie keine Maske trugen. In Lüneburg zählte die Polizei rund 300 Demonstranten - zu einer Gegendemonstration kamen demnach rund 120 Menschen. Hunderte demonstrierten auch in Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin gegen die Maßnahmen.

In Thüringen wurden bei meist unangemeldeten Protesten gegen die Corona-Politik drei Polizeibeamte bei einem Einsatz mit Reizgas leicht verletzt. Die größte Versammlung mit 300 Teilnehmern hatte sich am Samstagnachmittag über den Messenger-Dienst »Telegram« vor der Staatskanzlei in Erfurt verabredet, wie die Polizei mitteilte. Die Einsatzkräfte hatten das Gebäude jedoch vorsorglich mit Gittern abgesperrt, so dass die Demonstranten weiter in die Innenstadt zogen.

»Love Booster«: Impfaktion in Bordell in der Hamburger Herbertstraße

14.46 Uhr: Ungewöhnliche Impfaktion auf Hamburgs sündigster Meile: In einem Bordell in der berühmten Herbertstraße auf der Reeperbahn haben Besucher am Sonntagmorgen ein Impfangebot gegen Corona erhalten. Unter dem Motto »Love Booster« gab es 120 Impfdosen von Biontech und Moderna für angemeldete Impfwillige ab 18 Jahren. Egal war dabei, ob es sich um die erste, zweite oder dritte Impfung handelte. »Wir sind zufrieden. Es wurden nicht ganz alle Impfdosen verimpft, aber zahlreiche Menschen haben das Angebot genutzt, darunter auch viele Frauen«, sagte ein Sprecher der Aktion am Sonntag in Hamburg. Dabei wurden vor allem Booster- und Zweitimpfungen gegeben.

Gleichzeitig gab es noch eine Kunstausstellung zum Thema »Sexy Aufstand Reeperbahn« zu sehen. Diese Initiative hatte die Impfaktion gemeinsam mit einer Galerie und einem Corona-Testzentrum auf St. Pauli organisiert. In der Gruppe Sexy Aufstand Reeperbahn sind Prostituierte und Bordellbetreiber vertreten. Die Prostituierten selbst sind dem Sprecher zufolge bereits durchgeimpft.

Corona-Spätfolgen bei Kindern: Emilio litt an Pims

14.30 Uhr: Kinder erkranken in der Regel nicht schwer an Covid-19. Doch auch sie können an Folgeerkrankungen leiden, wie etwa dem Pim-Syndrom, einem entzündlichen Krankheitsbild, bei dem das Immunsystem verrückt spielt.

Drei Kolleginnen und Kollegen haben den dreijährigen Emilio im Video porträtiert, der an Pims erkrankt war:

Portugal mildert Corona-Maßnahmen für Reisende aus der EU ab

13.29 Uhr: Portugal mildert die Corona-Maßnahmen für Reisende aus der EU ab Montag ab. Wer mit einem in der EU anerkannten Nachweis über die vollständige Impfung zur Grenze kommt, muss keinen zusätzlichen Test mehr absolviert haben, wie es in einem am Sonntag veröffentlichten Regierungsbeschluss heißt.

Die Einreise ohne Test nach Portugal ist auch dann möglich, wenn ein digitales EU-Zertifikat über eine nicht länger als sechs Monate zurückliegende Genesung von Covid-19 vorgelegt wird. Seit Anfang Dezember hatte die portugiesische Regierung Reisende ab zwölf Jahren zur Vorlage von negativen Corona-Tests verpflichtet, selbst wenn sie geimpft waren.

Hotel- und Gaststättenverband fordert Öffnungsplan für Gastronomie

12.30 Uhr: Mit Blick auf die nächste Ministerpräsidentenkonferenz zur Coronakrise fordert der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) einen deutschlandweit geltenden Öffnungsplan für die Gastronomie. »Da sich abzeichnet, dass Omikron trotz hoher Inzidenzwerte das Gesundheitssystem nicht überfordert, sollten Bund und Länder rasch, möglichst schon Mitte Februar bei ihrer nächsten Konferenz, einen bundesweit einheitlichen Öffnungsplan vereinbaren«, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der »Rheinischen Post« (Montagsausgabe). »Wir fordern die Aufhebung der 2G-Plus-Regel in der Gastronomie«, sagte sie.

»Die abendlichen Sperrzeiten um 22 Uhr wie in Bayern und in fünf weiteren Ländern sollten sofort abgeschafft werden, denn die Sinnhaftigkeit erschließt sich nicht«, sagte Hartges. Auch Clubs und Diskotheken sollten sehr bald wieder geöffnet werden, forderte sie. Die nächste Bund-Länder-Runde ist für den 16. Februar geplant.

Afrika will eigene kontinentale Gesundheitsorganisation aufbauen

10.49 Uhr: Als Reaktion auf die Coronapandemie will Afrika eine eigene kontinentale Gesundheitsorganisation mit weitgehenden Befugnissen aufbauen. Einen entsprechenden Entwurf billigten die Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union (AU) an diesem Wochenende auf ihrem Gipfeltreffen in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba. Basis soll die vor fünf Jahren gegründete panafrikanische Gesundheitsorganisation Africa CDC sein, gab deren Leiter John Nkengasong am Sonntag bekannt. »Das Konzept wurde gebilligt«, sagte er. Es gelte jetzt vor allem, sich für künftige Pandemien zu wappnen.

Die CDC versucht, die Mittel der afrikanischen Staaten zu bündeln und Maßnahmen im Kampf gegen die Coronapandemie zu koordinieren. Als künftige African Preparedness and Response Authority (APRA) soll die Organisation eine autonome Struktur erhalten, die ihr weitgehende Befugnisse gibt und auch direkt an die jeweiligen Regierungen berichtet.

Seit dem Ausbruch der Coronapandemie wurden insgesamt 10,8 Millionen Infektionen in Afrika dokumentiert. Die Dunkelziffer dürfte laut Experten auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen jedoch höher sein.

Zahl der Corona-Schwerkranken in Israel auf Rekordhoch

10.54 Uhr: Die Zahl der Corona-Schwerkranken in Israel ist auf dem höchsten Stand seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren. Das Gesundheitsministerium teilte am Sonntag mit, 1263 schwer an Corona erkrankte Patienten würden in Krankenhäusern behandelt. Am Samstag waren bereits 1229 Schwerkranke gemeldet worden. Den vorherigen Höhepunkt hatte die Zahl vor gut einem Jahr mit rund 1185 Schwerkranken erreicht.

Die Zahl der Neuinfektionen in Israel geht derweil stetig zurück. Experten gehen davon aus, dass die Omikron-Welle allmählich bricht. Die Coronaregeln in dem Mittelmeerland mit rund 9,4 Millionen Einwohnern werden weiter gelockert.

Nach den Angaben des Gesundheitsministeriums am Sonntag wurden binnen 24 Stunden 33.374 neue Coronafälle gemeldet. Vor zwei Wochen hatte die Zahl der Neuinfektionen mit mehr als 85.000 einen Höhepunkt seit Beginn der Pandemie erreicht.

Impfnachweis-Ärger – zwei Schwerverletzte in Bremen

9.51 Uhr: Im Zusammenhang mit einem Corona-Impfnachweis sind zwei Männer in Bremen schwer verletzt worden. Die beiden 38 und 39 Jahre alten Männer wollten am Samstagabend in eine Gaststätte in Bremen-Osterholz gehen. Da sie keinen ausreichenden Corona-Impfschutz hatten, wurden sie abgewiesen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Wie ein Polizeisprecher sagte, konnten die beiden Männer ihre Auffrischungsimpfung oder einen negativen Test für den Zugang nicht nachweisen – die ersten beiden Impfungen haben sie demnach erhalten. Daraufhin haben die beiden die Scheibe der Eingangstür eingeschlagen.

Kurz danach sollen etwa zehn Menschen die beiden mit Faustschlägen und Tritten angegriffen haben. Die beiden Männer kamen mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Die mutmaßlichen Täter konnte die Polizei noch nicht finden. Die Ermittlungen dauern an.

Friseurhandwerk weiter hart getroffen

8.14 Uhr: Auch zwei Jahre nach dem Ausbruch der Pandemie fürchten Friseure angesichts der andauernden Coronabeschränkungen um ihre Existenz. »Wir haben nach wie vor zwischen 20 und 40 Prozent weniger Umsätze«, sagte die Präsidentin des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Manuela Härtelt-Dören, der Deutschen Presse-Agentur. Durch die Auflage, einen Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten, könnten die Salons nicht zu 100 Prozent ausgelastet werden. Da diese Regelungen bundeseinheitlich seien, gebe es keine großen regionalen Unterschiede. »Unser Handwerk ist hart getroffen«, sagte Härtelt-Dören.

Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hatte die Branche die hygienischen Schutzmaßnahmen hochgefahren. »Das ist anhaltend bis zum heutigen Tag«, sagte Härtelt-Dören, die selbst einen Betrieb in Göttingen führt.

Der Arbeitsmarkt sei stabil geblieben. »Man hat alles versucht, auch in der Pandemie die Mitarbeiter zu halten.« Ein genereller Arbeitskräftemangel habe jedoch bereits vor dem Ausbruch der Pandemie existiert, sagte die Unternehmerin. Probleme gebe es beim Nachwuchs. »Vergangenes Jahr gab es 10 bis 20 Prozent weniger Auszubildende als im ersten Jahr«, sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Jörg Müller. Nach Angaben des Verbands gibt es rund 80.000 Salons mit 240.000 Beschäftigten in Deutschland. Die Zahl blieb in der Krise konstant. Mit Insolvenzen werde erst in den Folgejahren der Pandemie gerechnet, sagte Müller.

Hinsichtlich der Kunden hat sich den Angaben nach nichts geändert. »Die Kunden kommen auch nach wie vor zu uns, nur die Besuchshäufigkeit ist etwas rückläufig«, erklärte Härtelt-Dören. Oft würden die Kunden sogar lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

Die Friseurmeisterin appellierte an die Politik: »Wir brauchen eine Verlängerung der Hilfsmaßnahmen.« Dies müsse branchenspezifisch erfolgen, damit man den Betrieben im Friseurhandwerk helfen könne. Außerdem »wäre es toll«, wenn die Politik beispielsweise die Mehrwertsteuer senken oder die Ausbildungsbetriebe entlasten würde. Für das laufende Jahr hoffe sie nun auf das Ende der Pandemie und eine damit verbundene Aufhebung der Beschränkungen.

RKI registriert 133.173 Neuinfektionen

06.49 Uhr: Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat erstmals die Schwelle von 1400 überschritten. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 1400,8 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1388,0 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1156,8 (Vormonat: 285,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 133.173 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr am Sonntagmorgen wiedergeben. Vor einer Woche waren es 118.970 Ansteckungen.

Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 41 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 59 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 11.022.590 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen mit Corona infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 5,45 an (Donnerstag: 5,00). Darunter können auch Menschen mit positivem Coronatest sein, die eine andere Haupterkrankung haben.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Sonntag mit 8.058.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 118.717.

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Australien öffnet Grenzen bald wieder für Touristen

06.32 Uhr: Australien will seine Grenzen für internationale Touristen bald wieder öffnen. Wie der australische Ministerpräsident Scott Morrison ankündigt, sei die Wiedereröffnung nicht weit entfernt und könnte noch vor Ostern möglich sein. Morrison will das Thema in der kommenden Woche im Parlament diskutieren. Auch Innenministerin Karen Andrews sagte in einem TV-Interview am Sonntag, dass die Regierung einer Entscheidung zur Grenzöffnung sehr nah sei.

Neuseelands Nationalfeiertag findet online statt

05.47 Uhr: Die Ausbreitung der Omikron-Variante in Neuseeland hat dazu geführt, dass alle Gedenkfeiern anlässlich des Nationalfeiertages am 6. Februar in diesem Jahr nur online stattfinden können. Mit dem »Waitangi Day« gedenkt das Land der Unterzeichnung eines Vertrags zwischen Maori und Vertretern der britischen Krone im Jahre 1840, der auch als Gründungsdokument Neuseelands gilt. Bei ihrer Ansprache anlässlich des Feiertages rief Ministerpräsidentin Jacinda Ardern zum Impfen und zu mehr Zusammenhalt auf. Aus den Daten des Gesundheitsministeriums geht hervor, dass die Infektionszahlen in dem bisher weitgehend Coronavirus-freien Land im Moment steigen. 93 Prozent der Neuseeländer über zwölf Jahren sind zweifach geimpft, 49 Prozent haben bereits eine Boosterimpfung erhalten.

Zehn weitere Coronafälle bei Winterspielen

04.43 Uhr: Bei den Olympischen Winterspielen in Peking sind zehn weitere Beteiligte positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie die Organisatoren am Sonntag mitteilten, wurden die Infizierten, unter denen sich auch sechs Athleten oder Teammitglieder befinden, bei mehr als 72.000 am Vortag durchgeführten Coronatests entdeckt. Die Gesamtzahl der Coronafälle bei den Winterspielen ist damit seit dem 23. Januar auf insgesamt 363 gestiegen.

Angesichts der im Vergleich zu den Vortagen deutlich gesunkenen Fallzahl sehen sich die Organisatoren in ihren strikten Maßnahmen bestätigt. »Wir hoffen, dass wir diesen Trend fortsetzen können. Mit der geringeren Anzahl von Ankünften wird es weniger positive Fälle geben«, sagte Huang Chun, der für die Vorbeugung gegen die Coronapandemie verantwortliche Vizedirektor des chinesischen Organisationskomitees, am Sonntag.

Weltweit rund 390 Millionen Infektionen

02.37 Uhr: Weltweit haben sich bislang rund 389,9 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Mehr als sechs Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus, das erstmals im Dezember 2019 im chinesischen Wuhan nachgewiesen wurde. Mit mehr als 76 Millionen Ansteckungsfällen und 904.740 Todesfällen weisen die USA international die höchsten Werte auf.

Lauterbach und Habeck warnen vor schnellen Lockerungen

02.16 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) haben eindringlich vor einer voreiligen Lockerung der Coronabeschränkungen gewarnt. »Unsere Strategie ist bisher gut aufgegangen«, sagte Lauterbach der »Bild am Sonntag«. »Wenn wir aber jetzt zu früh lockern, stellen wir unseren eigenen Erfolg unnötig infrage und riskieren neue, gefährliche Infektionen und eine Verlängerung der Welle.«

Habeck sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben): »Natürlich brauchen wir eine Öffnungsperspektive, aber die Lockerungen müssen zum richtigen Zeitpunkt kommen.« Noch sei die Omikron-Welle nicht gebrochen.

Der Bundeswirtschaftsminister sprach sich zudem für Einheitlichkeit bei den Lockerungen aus. »Ich halte es für wichtig, dass wir die einzelnen Schritte, was kommt zuerst, miteinander abstimmen«, sagte er. »Wir müssen schauen, wie sich die Pandemie entwickelt. In Deutschland haben wir eine vergleichsweise niedrige Impfrate gerade in der älteren Bevölkerung. Aber es gibt Grund zu vorsichtiger Hoffnung.«

Festnahmen bei Trucker-Demos gegen Coronavorgaben in Kanada

01.46 Uhr: In Kanada ist es bei anhaltenden Protesten gegen Coronamaßnahmen und Impfvorschriften zu Festnahmen gekommen. Sieben Menschen seien in Gewahrsam genommen worden, in mehr als 50 Fällen, darunter auch Vorwürfe von Hassverbrechen, werde ermittelt, teilte die Polizei in der Hauptstadt Ottawa am Samstag (Ortszeit) mit. Nach Angaben von Polizeipräsident Peter Sloly nahmen schätzungsweise 5000 Menschen an den Protesten teil. Rund tausend Lastwagen und andere Fahrzeuge hätten Teile der Innenstadt blockiert.

Die Protestaktion in Ottawa hatte mit dem Eintreffen eines Konvois aus Hunderten Lastwagen vor einer Woche begonnen. Der sogenannte Freedom Convoy (übersetzt: »Konvoi der Freiheit«) und Demonstranten harren seither in der Stadt, nahe dem Parlament, aus. Sloly und andere Stadtpolitiker sprachen am Samstag von einer »Belagerung« und einer Bedrohung der Demokratie. Die Polizei hat Barrikaden errichtet. Anwohner wurden aufgerufen, sich aus der Innenstadt fernzuhalten.

Auch in anderen kanadischen Städte, darunter Toronto, Calgary, Quebec City und Vancouver, sei es am Samstag zu Demonstrationen gekommen, berichteten kanadische Medien.

Gegenstand der Proteste waren zunächst Impfvorschriften für Lkw-Fahrer und danach die staatlichen Pandemiebeschränkungen insgesamt. Im Januar war eine Verordnung in Kraft getreten, nach der auch Lkw-Fahrer, die aus den USA zurückkehren, einen Impfnachweis vorlegen müssen.

Ein Großteil der kanadischen Bevölkerung unterstützt nach einer kürzlich veröffentlichen Umfrage die Pandemiemaßnahmen. In Kanada sind mehr als 77 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

nck/kry/wbr/kfr/dpa/Reuters