Pandemie in Deutschland Robert Koch-Institut meldet 952 Todesfälle

In Deutschland hat der harte Shutdown begonnen, die Zahl der verzeichneten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus ist derweil sprunghaft gestiegen – auch die Neuinfektionen sind weiterhin hoch.
Eingang zur Intensivstation des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart

Eingang zur Intensivstation des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart

Foto: THOMAS KIENZLE / AFP

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 952 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit ist am Dienstag (Stand: 16.12., 00.00 Uhr) ein neuer Höchstwert erreicht worden. Der bisherige Höchststand von 598 Todesfällen, der am vergangenen Freitag registriert worden war, wurde deutlich übertroffen.

Außerdem sind 27.728 Neuinfektionen verzeichnet worden. Allerdings waren in den Daten von Dienstag keine Zahlen aus Sachsen enthalten gewesen, weswegen in den neuen Zahlen auch Nachmeldungen enthalten sein könnten, wie es hieß.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Am Dienstag lag die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle bei 500 und somit auch ohne die fehlenden sächsischen Daten beim bis dahin dritthöchsten Wert seit Beginn der Pandemie. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Mittwoch auf 23.427.

Die zur Lagebeurteilung entscheidende Sieben-Tage-Inzidenz – die gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – erreichte mit 179,8 ebenfalls einen neuen Höchststand. Am Dienstag lag dieser Wert bei 173,7. Die fehlenden Daten aus Sachsen beeinflussten den Wert nur geringfügig, hieß es vom RKI.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.379.238 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Nach Schätzungen sind rund 1.025.000 Menschen inzwischen genesen.

Die Rekordzahl bei den Corona-Toten wurde am selben Tag verzeichnet, an dem in ganz Deutschland ein neuer harter Shutdown in Kraft trat. Ab diesem Mittwoch bleibt ein Großteil der Geschäfte geschlossen. Auch die Schulen machen dicht. Die Maßnahmen gelten vorerst bis zum 10. Januar.

Weltärztepräsident erwartet Verlängerung des Shutdowns

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery erwartet jedoch, dass der Corona-Shutdown in Deutschland über dieses Datum hinaus verlängert wird. Modellrechnungen zeigten, dass der harte Lockdown die Zahl der Neuinfektionen frühestens ab Ende Januar bundesweit unter den Wert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen drücken werde, sagte Montgomery der Funke Mediengruppe. Die Bürger müssten sich daher auf eine Fortsetzung der strengen Regeln einstellen.

Montgomery erwartet zudem, dass es noch bis Ostern verschiedene Shutdown-Maßnahmen in Deutschland geben wird. »Auch wenn die Impfungen jetzt früher beginnen als erwartet, wird der Effekt nur allmählich zu einer Verbesserung der Lage beitragen«, sagte er.

Die europäische Arzneimittelagentur (EMA) hatte am Dienstag angekündigt, bereits am 21. Dezember über die Zulassung des Impfstoffs der Mainzer Firma Biontech und des US-Konzerns Pfizer zu entscheiden – acht Tage vor dem bislang anvisierten Termin. Damit könnten noch in diesem Jahr in der EU die ersten Impfungen anlaufen.

asc/dpa/AFP
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