Coronazahlen der RKI Hälfte der Bundesländer erreicht Inzidenzwerte unter 100

Ein Inzidenzwert unter 100 ist Voraussetzung für Lockerungen der Corona-Auflagen. Mittlerweile unterschreitet laut Robert Koch-Institut jedes zweite Bundesland diese Marke. Auch auf Kreisebene gibt es einen positiven Trend.
Timmendorfer Strand bei Lübeck: In Schleswig-Holstein sind die Inzidenzwerte derzeit besonders niedrig

Timmendorfer Strand bei Lübeck: In Schleswig-Holstein sind die Inzidenzwerte derzeit besonders niedrig

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Christian Charisius / dpa

Die Hälfte der Bundesländer liegt in der Coronapandemie mittlerweile unter der politisch maßgeblichen Inzidenzschwelle von 100. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI)  von Sonntagmorgen hervor.

Demnach sah es in Schleswig-Holstein mit 50,0 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche besonders gut aus. Auch in Hamburg (76,1), Niedersachsen (83,4), Mecklenburg-Vorpommern (88,2) und Brandenburg (89,1) sind die Werte deutlich unter der Hundertermarke. Etwas knapper ist es in Rheinland-Pfalz (96,7), Bremen (99,2) und Berlin (99,6). Schlusslichter sind Sachsen (172,8) und Thüringen (180,0).

Im Bundesdurchschnitt gab das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag mit 118,6 an. Der Wert geht seit etwa zwei Wochen ziemlich kontinuierlich zurück. Auch andere Kennzahlen wie die Belegung der Intensivbetten mit Coronapatienten und der R-Wert und weisen auf Entspannung hin. Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen eine infizierte Person durchschnittlich ansteckt. Liegt die Ansteckungsrate über 1, breitet sich die Krankheit exponentiell aus, liegt sie darunter, geht die Anzahl der Neuinfektionen zurück.

Die Inzidenzwerte sind Basis für Entscheidungen über Verschärfung und Lockerung von Coronamaßnahmen. Allerdings ist die Berechnung nicht bundesweit einheitlich geregelt (mehr zu den unterschiedlichen Berechnungsarten – auch des SPIEGEL – lesen Sie hier).

Die Entwicklung der Inzidenzwerte kann am Verhalten der Menschen liegen, aber auch am Fortschritt beim Impfen. Zudem sind Effekte der Bundesnotbremse denkbar. Sie greift, wenn die Inzidenz auf Kreisebene an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt. Dann gelten automatisch strengere Regeln wie Ausgangsbeschränkungen.

Da sich auch auf Kreisebene der Rückgang der Infektionszahlen bemerkbar macht, dürfte es in einigen Regionen Lockerungen geben. So liegt in 170 von 412 erfassten Kreisen und kreisfreien Städten die Inzidenz laut RKI unter 100. Wenn der Wert an fünf Tagen hintereinander unter dieser Marke bleibt, treten die Regeln der Bundesnotbremse zwei Tage später wieder außer Kraft.

dab/dpa
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