Corona-Pandemie in Südamerika "Brasilien eindeutig am stärksten betroffen"

Brasilien verzeichnet mittlerweile die zweithöchste Zahl an Corona-Infektionen weltweit, mehr als 21.000 Menschen starben dort an Covid-19. Die WHO nennt das Land "das neue Epizentrum der Krankheit".
Friedhof in Brasilia: Mehr als 21.000 Todesfälle

Friedhof in Brasilia: Mehr als 21.000 Todesfälle

Foto: Joedson Alves/ imago images/Agencia EFE

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Südamerika zum "neuen Epizentrum" der Coronavirus-Pandemie erklärt. Das sagte WHO-Experte Michael Ryan in Genf. "Es herrscht große Besorgnis um diese Länder, aber Brasilien ist derzeit eindeutig am stärksten betroffen", sagte er.

Nach den offiziellen Zahlen ist Brasilien nach den USA das am schwersten betroffene Land weltweit, mit mehr als 330.000 Infektionen und mehr als 21.000 Todesfällen.

WHO-Nothilfe-Koordinator Ryan erwähnte auch die Situation im Amazonas-Gebiet, wo sowohl die Infektionsrate als auch die Mortalitätsrate in Brasilien am höchsten sind. Das Gesundheitssystem und das Bestattungswesen sind vielerorts in der strukturschwachen Region kollabiert. Zudem sind die Indigenen in Amazonien besonders anfällig für das Virus der Weißen.

Experten gehen jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt, weil in Brasilien vergleichsweise wenig getestet wird.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro steht wegen seiner Corona-Politik stark in der Kritik. Zunächst hatte er das Coronavirus als "kleine Grippe" und "Fantasie" abgetan. Zuletzt kommentierte er die Entwicklungen der Krise mit den Worten: "Es tut mir leid. Was wollen Sie, dass ich tue?", er will mit aller Macht zum Alltag zurückkehren.

hba/dpa
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