Probenentnahme Was Corona-Schnelltests zuverlässiger machen kann

Selbsttests schlagen bei einer Omikron-Infektion weniger gut an. Eine niederländische Studie zeigt nun, was die Genauigkeit erhöhen kann.
Inzwischen Routine: Selbsttests für zu Hause (Symbolbild)

Inzwischen Routine: Selbsttests für zu Hause (Symbolbild)

Foto: Getty Images

Wer überprüfen will, ob er sich mit dem Coronavirus infiziert hat, macht einen Schnelltest. Er führt den Abstrichtupfer zunächst in die Nase, dann kommt er in den kleinen Plastikbehälter mit der Pufferlösung. Schließlich ein paar Tropfen auf den Messstreifen, der innerhalb von 15 Minuten ein Ergebnis anzeigt. Da die angezeigten Ergebnisse bei der Omikron-Variante ungenauer sind als bei früheren Varianten, sollte einer niederländischen Studie zufolge  die Probenentnahme auf den Mundrachenraum erweitert werden.

Bereits frühere Studien legten nahe, dass Antigentests auf die Omikron-Variante weniger gut anschlagen . Ein Team von niederländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat die Sensitivität von Schnelltests über einen längeren Zeitraum überprüft. Die Forschenden baten insgesamt 6497 Menschen, die einen PCR-Test durchführen ließen, innerhalb von drei Stunden zu Hause noch einmal einen Selbsttest zu machen und das Ergebnis anschließend mitzuteilen. Die Studie wurde in zwei Phasen durchgeführt:

  1. Als 2021 noch Delta und vorherige Varianten dominierten,

  2. und als die Omikron-Varianten BA.1 und BA.2 gerade dominant waren.

Sie fanden heraus, dass während der Omikron-Welle die Wahrscheinlichkeit sank, mit der die Antigentests eine Infektion tatsächlich erkannten. In der Untersuchung wurden drei Antigentests der Hersteller Flowflex, MPBio und Clinitest verwendet. Die Sensitivität – also die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Test eine Infektion auch als solche erkennt – von Flowflex verschlechterte sich demnach von 87 Prozent auf 80,9 Prozent. Bei MPBio ging sie von 80 Prozent auf 73 Prozent zurück und bei Clinitest von 83,1 Prozent auf 70,3 Prozent.

Die Forschenden baten schließlich darum, den Abstrich nicht nur in der Nase, sondern zusätzlich auch im Mundrachenraum zu nehmen. Dabei kam heraus, dass sich die Genauigkeit der Testergebnisse leicht verbesserte. Die Studienautoren leiten daraus ab, dass Testhersteller in ihren Gebrauchsanweisungen die zusätzliche Probenentnahme aus dem Mundrachenraum empfehlen sollten.

Schnelltests per se nicht so zuverlässig

Nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA bereits im Dezember davor gewarnt hatte, dass Antigentests eine Omikron-Infektion nicht so zuverlässig erkennen könnten, untersuchte das in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) stichprobenartig in Deutschland eingesetzte Antigentests. Das Ergebnis: Das PEI fand keine Hinweise auf eine verringerte Sensitivität von Antigenschnelltests gegenüber Omikron.

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Dass Schnelltests per se nicht so zuverlässig sind wie PCR-Tests, ist hinreichend bekannt. Ihre Sensitivität ist geringer, also die Wahrscheinlichkeit, mit der sie Infizierte auch als solche erkennen. Außerdem spielt etwa der Zeitpunkt der Probenentnahme, die Viruslast des Infizierten und die Qualität der Probe selbst eine Rolle. Am Anfang einer Infektion – wenn der Infizierte am ansteckendsten ist – schlagen sie etwa nicht so gut an wie gegen Ende der Erkrankung.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes verwiesen wir auf eine Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), in der vor einiger Zeit Antigentests gelistet wurden, die den in Deutschland gültigen Mindestkriterien entsprechen. Die Liste existiert in dieser Form nicht mehr. Wir haben die entsprechende Passage daher gelöscht.

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