Corona-Auffrischungsimpfungen EU-Behörden empfehlen zweiten Booster für über 60-Jährige

Die Corona-Sommerwelle ist in vollem Gange. Die EU empfiehlt nun die erneute Impfung für Ältere, um den Schutz gegen Covid-19 aufrechtzuerhalten. Laut Gesundheitskommissarin Kyriakides gilt es, »keine Zeit zu verlieren«.
Spritzen mit Coronaimpfstoff

Spritzen mit Coronaimpfstoff

Foto: Martin Schutt / dpa

Die EU empfiehlt Menschen über 60 Jahren eine zweite Corona-Auffrischungsimpfung. »Angesichts des erneuten Anstiegs der Fälle und Krankenhauseinweisungen mit Beginn des Sommers fordere ich alle auf, sich so schnell wie möglich impfen und boostern zu lassen«, erklärte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides laut einer Mitteilung  der EU-Gesundheitsbehörde ECDC und der EU-Arzneimittelbehörde Ema.

Kyriakides forderte die EU-Mitgliedstaaten auf, »sofort zweite Boosterimpfungen« für Menschen ab 60 und andere besonders anfällige Menschen bereitzustellen. »Wir haben keine Zeit zu verlieren«, so die Kommissarin. Der Mitteilung zufolge sollten in der Altersgruppe insbesondere die Menschen eine zweite Auffrischungsimpfung erhalten, bei denen der vorherige Booster bereits länger als sechs Monate zurückliegt.

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In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) bislang eine zweite Boosterimpfung für Menschen ab 70 Jahren, Risikopatienten sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Beschäftigte im medizinischen Bereich und in Pflegeeinrichtungen.

Angesichts der leichten Übertragbarkeit der Omikron-Variante des Coronavirus liegt die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei 661,4 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern.

Keine klare Lage zu zweitem Booster für Jüngere

Dazu, ob auch Menschen unter 60 Jahren und ohne Vorerkrankungen eine weitere Auffrischungsimpfung geraten werde, wollten die Behörden laut Mitteilung noch keine abschließende Entscheidung treffen. »Im Moment gibt es keine klaren Beweise dafür, auch Menschen unter 60 Jahren und solchen, die kein erhöhtes Risiko haben, eine zweite Boosterdosis zu geben«, heißt es darin. Gleiches gelte für vorgezogene Zweitbooster für das Gesundheits- und Pflegepersonal.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sprach auf Twitter von einer Empfehlung, die »sinnvoll und überfällig« sei. Auf angepasste Impfstoffe zu warten, dauere zu lange und sei zu riskant.

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Der Deutsche Hausärzteverband hatte die Bundesregierung am Freitag zu einer neuen Impfkampagne im Kampf gegen die Pandemie aufgerufen. Gebraucht werde »eine positive Impfkampagne – nicht nur für die vierte Impfung, sondern auch, um die Impflücken bei der ersten und der dritten Impfung zu schließen«, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Stiko-Chef Mertens kündigt baldige Entscheidung an

Auch Vorerkrankte sollten einen zweiten Booster bekommen. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit, man habe sich »auch vor der Ema/ECDC Verlautbarung« schon im Entscheidungsprozess zu einer möglichen Erweiterung der bestehenden Empfehlung für den zweiten Booster befunden.

Die Stiko werde sich »relativ bald« dazu äußern, erklärte Mertens. Bislang empfiehlt das für Deutschland zuständige Gremium einen zweiten Booster bislang nur Menschen ab 70 Jahren sowie einigen anderen Gruppen, darunter Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, Pflegeheimbewohnern und Personal medizinischer Einrichtungen.

fek/AFP/dpa
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