Mittel gegen Covid-19 Antikörper-Cocktail von AstraZeneca erzielt offenbar positive Ergebnisse

Gibt es bald ein Heilmittel gegen Covid-19? Der Pharmakonzern AstraZeneca hat ein Antikörpermittel entwickelt, das ersten Ergebnissen zufolge schwere Verläufe und Todesfälle reduzieren könnte.
Aufziehen einer Spritze (Symbolbild)

Aufziehen einer Spritze (Symbolbild)

Foto: Sebastian Condrea / Getty Images

Der Pharmakonzern AstraZeneca hat nach eigenen Angaben mit einem Antikörper-Präparat gute Resultate bei der Behandlung von Corona-Erkrankten erzielt. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte , reduzierte das Mittel AZD7442 die Fälle von schweren Verläufen und Tod bei Covid-19-Erkrankten um die Hälfte, wenn es innerhalb von sieben Tagen nach Beginn der Symptome verabreicht wurde. Wurde das Mittel innerhalb von fünf Tagen gespritzt, war die Zahl der schwer Erkrankten oder Gestorbenen sogar um 67 Prozent niedriger als in der Vergleichsgruppe, die ein Placebo-Mittel erhielt.

Das Medikament besteht aus zwei Antikörpern, die mit einer Spritze injiziert werden. Die Dosis beträgt laut Hersteller 600 Milligramm. Die künstlich im Labor hergestellten Antikörper sind darauf ausgelegt, über Monate im Körper zu verweilen, um das Virus im Falle einer Infektion zu bekämpfen. Im Gegensatz zu einer Impfung sind die Antikörper vor allem für Menschen wirksam, deren Immunsystem nicht so gut funktioniert.

»Diese positiven Ergebnisse zeigen, dass die einfache intramuskuläre Verabreichung von AZD7442 eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der Pandemie spielen könnte«, sagte der Studienleiter Hugh Montgomery.

Durchgeführt wurde die Phase-III-Studie an rund 900 erwachsenen Patientinnen und Patienten mit leichten bis mittelschweren Covid-19-Symptomen, die nicht im Krankenhaus waren. Ein großer Teil der Teilnehmer (90 Prozent) gehörte aber zu Gruppen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf, beispielsweise durch Vorerkrankungen wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In der Studie wurden 18 schwere Verläufe oder Todesfälle in der Gruppe beobachtet, die das Mittel bekommen hatte, und 37 in der anderen Hälfte, also der Gruppe, die nur das Placebo erhalten hatte. Die Spritze sei gut vertragen worden, heißt es.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Das Präparat könne sowohl als Prophylaxe wie auch als Mittel zur Therapie eingesetzt werden, sagte Mene Pangalos, der bei AstraZeneca für den Bereich der Biopharmazeutika zuständig ist, der Mitteilung zufolge. »Eine frühe Intervention mit unserem Antikörper kann den Fortschritt eines schweren Verlaufs bedeutend reduzieren und noch sechs Monate lang schützen«, sagte er.

Ähnliche Therapien mit sogenannten monoklonalen Antikörpern werden derzeit von den Firmen Regeneron, Eli Lilly und GlaxoSmithKline entwickelt und getestet. Auch die Schweizer Firma Roche hat einen solchen Antikörper-Cocktail entwickelt.

AstraZeneca will für die prophylaktische Gabe seines Mittels nun eine Notfallzulassung in den USA beantragen. »Wir werden fortfahren, mit den Zulassungsbehörden über die neuen Daten zu sprechen«, sagte eine AstraZeneca-Sprecherin am Montag. Die abschließenden und vollständigen Studienergebnisse würden in einer unabhängig geprüften Fachzeitschrift veröffentlicht. Eine weitere Studie untersucht die Wirkung von AZD7442 bei hospitalisierten Patientinnen und Patienten.

kry/Reuters/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.