Person isoliert Berlin meldet ersten Fall von Coronavirus

Auch in der Bundeshauptstadt gibt es nun eine Infektion mit dem neuartigen Virus Sars-CoV-2: Eine Person wird stationär behandelt, die Suche nach Kontaktpersonen läuft.
Skyline von Berlin (Archivbild): Am Montag soll es weitere Informationen zu dem Corona-Fall geben

Skyline von Berlin (Archivbild): Am Montag soll es weitere Informationen zu dem Corona-Fall geben

Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS

Das Coronavirus breitet sich weltweit aus, auch in Deutschland werden immer mehr Fälle bekannt. In Berlin ist erstmals ein Patient nachweislich erkrankt. Damit gibt es nun bestätigte Infektionen in 10 der 16 Bundesländer. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung am späten Sonntagabend mit.

Konkrete Informationen sind noch spärlich. Die Person werde stationär isoliert und behandelt. Der zuständige Amtsarzt hat mit der Nachverfolgung der Kontaktpersonen begonnen.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci werde am Montag um 12 Uhr die Presse über den Fall und das weitere Vorgehen informieren, hieß es. Mehr Details gab die Senatsverwaltung auf Anfrage am späten Sonntagabend nicht bekannt.

In Deutschland sind bislang mehr als 130 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 bekannt, das die Lungenerkrankung Covid-19 verursachen kann. Für den Montag wurden Ergebnisse von Mitarbeitern des Brandenburger Erlebnisbads Tropical Islands erwartet. Dort war ein Mann aus Nordrhein-Westfalen zu Besuch, bei dem der Erreger später nachgewiesen wurde.

In Baden-Württemberg wurden am späten Sonntagabend vier weitere Infektionen bestätigt, damit steigt die Zahl auf 20. Das Gesundheitsamt Mannheim meldete drei Fälle. Außerdem teilte das Gesundheitsamt Heilbronn einen weiteren bestätigten COVID-19-Fall mit.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Das Virus verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten und Sprechen. Der Ursprung des neuartigen Virus liegt in China. Nach einer kürzlich von Chinas Gesundheitsbehörde vorgestellten Analyse sterben dort 2,3 Prozent der mit Sars-CoV-2 Infizierten, darunter sind bisher vor allem alte Menschen mit Vorerkrankungen.

Italien meldet weitere Tote - will aber Schulen wieder öffnen

In Europa ist Italien am schlimmsten von der Krankheitswelle betroffen. Dort stieg die Zahl der Toten auf 34, wie Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Sonntag in Rom mitteilte. Das waren fünf Verstorbene mehr als am Vortag. Inzwischen sind nach seinen Angaben 1694 Menschen mit dem Sars-CoV-2-Erreger infiziert. Davon seien 83 bereits wieder genesen. Die Gesamtsumme war deutlich nach oben geschnellt, sie lag am Samstag noch bei 1128 Menschen.

Trotz der weiter stark steigenden Zahlen wollen die ersten Regionen ihre Schulen ab Montag wieder öffnen. Die Schüler in den drei am härtesten getroffenen Regionen - in der Lombardei, der Emilia-Romagna und Venetien - sollen aber weiter zu Hause bleiben - mindestens noch eine Woche. Der Dom in Mailand sollte ebenfalls am Montag wieder für Besucher öffnen.

jok/dpa
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