Studie aus Israel Covid-Impfstoff von Biontech schützt möglicherweise auch vor Ansteckung

Eine Studie aus Israel macht Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus: Der Impfstoff von Biontech könnte auch vor Ansteckung schützen. »Diese Auswertungen sind von großer Bedeutung«, so SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach.
Impfung mit Pfizer-Biontech-Dosis in Jerusalem: »Erster klarer Hinweis, dass man sich nach der Impfung nicht ansteckt und auch nicht ansteckend ist«

Impfung mit Pfizer-Biontech-Dosis in Jerusalem: »Erster klarer Hinweis, dass man sich nach der Impfung nicht ansteckt und auch nicht ansteckend ist«

Foto: Maya Alleruzzo / AP

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußert die Hoffnung, dass sich mit dem Impfstoff von Pfizer und Biontech eine Herdenimmunität erreichen lässt. Lauterbach verweist im Gespräch mit der Zeitung »Bild am Sonntag« auf Ergebnisse einer Studie des israelischen Gesundheitsministeriums und von Pfizer. »Diese Auswertungen sind von großer Bedeutung. Sie sind der erste klare Hinweis darauf, dass man sich nach der Impfung nicht ansteckt und auch nicht ansteckend ist«, führt er aus. Damit würde die Impfung eine Herdenimmunität tatsächlich ermöglichen – »und die Rückkehr zum normalen Leben möglich machen«.

Wie aus den Daten des israelischen Gesundheitsministeriums hervorgeht, sinkt nach zwei Impfdosen der Vakzine von Pfizer/Biontech das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs um 95,8 Prozent. In 98 Prozent der Fälle verhindere der Impfstoff Fieber und Atemprobleme, in 98,9 Prozent der Fälle führe eine Infektion mit Sars-CoV-2 nach der Impfung nicht zur Einweisung ins Krankenhaus oder zum Tod. Die Daten gehen auf landesweite Erhebungen zurück.

Israel, das eine Bevölkerung von rund 9,3 Millionen Menschen hat, fährt eines der ehrgeizigsten Impfprogramme der Welt. Regierungschef Benjamin Netanyahu erwartet, dass in zwei Wochen 95 Prozent der Bürger ab dem Alter von 50 Jahren geimpft sein werden. Vor diesem Hintergrund dürfen Schulen und viele Läden ab diesem Sonntag wieder öffnen.

Israel führt Erleichterungen für Corona-Geimpfte und Genesene ein

Zudem hat das Land ebenfalls ab diesem Sonntag Erleichterungen für Bürger eingeführt, die gegen das Coronavirus geimpft oder nach einer Erkrankung genesen sind.

Mit einem Grünen Pass dürfen sie unter anderem Fitnessstudios, Hotels, Theater oder Sportereignisse besuchen. Gesundheitsminister Juli Edelstein schrieb bei Twitter, mehr als 3,2 Millionen Israelis könnten ab sofort diese Vorteile genießen. Ziel ist es, die Wirtschaft im Land wieder anzukurbeln. »Der Grüne Pass öffnet das Land schrittweise wieder«, sagte Netanyahu am Samstagabend.

Im Rahmen eines zweiten Öffnungsschritts nach einem wochenlangen Lockdown wurden am Sonntag auch Einkaufszentren, Museen, Bibliotheken und Gebetshäuser für Nichtgeimpfte geöffnet. Dort müssen weiter die Corona-Regeln wie Maskenpflicht und Abstand eingehalten werden.

In Israel kann sich jeder Genesene sowie jeder Geimpfte eine Woche nach der zweiten Impfung einen Impfausweis online erstellen. Persönliche Informationen sind mittels eines einfachen QR-Codes ablesbar. Besitzer eines solchen Impfausweises können sich dann einen Grünen Pass ausstellen lassen, unter anderem über eine spezielle App.

pad/asc/Reuters/dpa