Corona-News am Freitag Insgesamt fast 500.000 Corona-Fälle in Spanien

Kein Land in Westeuropa ist so stark von der Corona-Pandemie betroffen wie Spanien. Die Zahl der Neuinfektionen steigt dort weiter stark an. Und: Hamburg meldet eine Test-Panne. Die wichtigsten News im Überblick.
Lehrer und Schulangestellte werden in Madrid auf das Coronavirus getestet.

Lehrer und Schulangestellte werden in Madrid auf das Coronavirus getestet.

Foto: Paul White / dpa

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Neuinfektionen in Spanien auf höchstem Stand seit Ende des Lockdowns – insgesamt fast 500.000 Fälle

20.15 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat in Spanien den höchsten Wert seit Ende des Lockdowns im Juni erreicht. Bei Tests, die innerhalb der letzten 24 Stunden durchgeführt worden seien, habe es 4503 neue positive Ergebnisse gegeben, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitagabend mit. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen sei allerdings wegen verspätet gemeldeter Fälle im Vergleich zum Vortag sogar um mehr als 10.000 auf fast 500.000 gestiegen, hieß es. Der bisherige Höchstwert der täglichen Neuinfektionen nach Ende des Lockdowns war vor genau einer Woche mit 3829 registriert worden. 

Sorgen bereitet vor allem die Situation in der Region Madrid. Auf die Hauptstadt entfiel erneut der Löwenanteil der Neuinfektionen: 1462, etwa ein Drittel der Gesamtzahl. Dahinter folgen mit großem Abstand das Baskenland mit 678 und die Kanarischen Inseln mit 363 neuen Fällen. In Katalonien, noch vor wenigen Wochen das spanische "Epizentrum" der Neuausbrüche, hat sich die Lage inzwischen deutlich verbessert. Für die Autonome Gemeinschaft im Nordosten des Landes wurden am Freitag nur noch 160 Neuinfektionen gemeldet. 

Die Regionalregierung in Madrid gab derweil neue Einschränkungen bekannt, die am Montag in Kraft treten sollen. Die wichtigste Maßnahme: Sowohl im öffentlichen wie im privaten Bereich werden ab nächster Woche nur noch Treffen von höchstens zehn Personen erlaubt sein, soweit diese nicht demselben Haushalt angehören. Das seien die Situationen, die für die meisten Neuausbrüche verantwortlich seien, sagte Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso. Zudem wird unter anderem die zugelassene Höchstzahl der Teilnehmer an Hochzeiten, Beerdigungen und anderen Veranstaltungen wieder deutlich reduziert. 

Weiter starker Anstieg in den USA – Frankreich meldet höchsten Zuwachs seit Beginn der Pandemie

20.06 Uhr: In den USA sind binnen 24 Stunden 44.671 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt hätten sich damit 6,132 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Die Zahl der Todesopfer sei um 1081 auf 186.173 gestiegen. Die Zahlen der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) spiegeln nicht unbedingt die Daten wider, die die einzelnen Bundesstaaten melden.

Das Coronavirus breitet sich auch in Frankreich weiter stark aus. Das Gesundheitsministerium registriert 8975 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das ist der höchste Zuwachs seit Beginn der Pandemie. Am Vortag hatte die Behörde 7157 Neuinfektionen gemeldet. Insgesamt haben sich dort nachweislich 309.156 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt.

Weltgesundheitsorganisation warnt: Alleingänge verlängern Pandemie

19:05 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft alle Staaten auf, ihre Kräfte im Kampf gegen das Coronavirus zu bündeln. Ein "Impfstoff-Nationalismus" würde die Pandemie nur verlängern, sagt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus zu Journalisten in Genf. Einzelne Länder nennt er nicht.

Hintergrund ist das Rennen, dass sich zahlreiche Staaten um die Entwicklung des ersten funktionierenden Impfstoffes liefern - und Exklusivverträge, mit denen sich einige Länder bereits jetzt hunderte Millionen Impfstoffdosen sichern wollen. An der weltweiten Corona-Impfstoffinitiative Covax unter Führung der WHO wollen sich bisher 76 Länder beteiligen. Covax soll einen fairen Zugang zu Covid-19-Impfstoffen gewährleisten..

Hamburg meldet Corona-Testpanne

18:41 Uhr: In Hamburg sind 250 Corona-Laborproben von Rückkehrern aus Risikogebieten verloren gegangen. Ursache sei eine falsche Zuordnung, teilte die Gesundheitsbehörde am Freitag mit. Betroffen seien Menschen, die sich am vergangenen Freitag im Testzentrum am Flughafen Hamburg auf das Coronavirus haben testen lassen. Sie würden nun kontaktiert und sollten nun schnellstmöglich erneut getestet werden. Alle 250 Personen befänden sich seit der Rückkehr in Quarantäne, hieß es. Eine Infektionsgefahr für die Bevölkerung bestehe nicht.

Erst am Donnerstagabend hatte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Verzögerungen bei den Teststationen an Flughäfen eingeräumt. Grund sei bei den rund 10.000 betroffenen Menschen "ein Schnittstellenproblem in der Datenverarbeitung" beim privaten Dienstleister Ecolog. Bereits zuvor hatte es Probleme bei der Übermittlung an mehreren Teststellen in Bayern gegeben. Mitte August war bekannt geworden, dass Zehntausende Menschen tagelang auf das Ergebnis ihres Corona-Tests gewartet hatten - darunter auch mehr als 900 positiv Getestete.

Polizei bewacht Quarantäneverweigerer in Münchner Hotel

17.43 Uhr: Weil sie die häusliche Quarantäne nicht eingehalten haben, sind in den vergangenen Monaten insgesamt 21 Menschen in München zwangsweise in einem ehemaligen Hotel untergebracht worden. Dort wurden sie verpflegt, sozialpädagogisch betreut und von der Polizei überwacht, wie das Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt auf SPIEGEL-Anfrage mitteilte. "Nach Ausschöpfung anderer Maßnahmen, insbesondere einer verstärkten Ansprache mit Appellen an die Einsichtsfähigkeit, wird, als letztes Mittel, bei Gericht die Zwangsabsonderung beantragt", hieß es.

Großbritannien meldet 1940 Neuinfektionen

17.15 Uhr: In Großbritannien sind nach Angaben der Regierung 1940 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert worden - so viele wie seit dem 30. Mai nicht mehr. Im August wurden fast täglich rund 1000 Neuinfektionen verzeichnet. In den vergangenen Tagen ist ihre Zahl aber deutlich angestiegen. Zudem wurden 13 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet

Zahl der Neuinfektionen im Irak steigt auf Höchstwert

17.05 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen ist im Irak auf einen Höchstwert gestiegen. Erstmals meldete das Gesundheitsministerium in Bagdad am Freitag mehr als 5000 neue Fälle an einem Tag. 84 weitere Menschen seien in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Mitte August meldeten die Gesundheitsbehörden erstmals mehr als 4000 neue Fälle an einem Tag. Insgesamt registrierten die Behörden bislang mehr als 252.100 Fälle und mehr als 7300 Tote in Verbindung mit Covid-19.

Der Irak hatte im März Ausgangsbeschränkungen verhängt und internationale Flüge ausgesetzt, was die Ausbreitung des Virus verlangsamte. Nachdem die Regierung die Maßnahmen lockerte, stieg die Zahl der täglich registrierten Fälle jedoch wieder. In der vergangenen Woche hatten Hunderttausende Muslime in der Stadt Kerbela das schiitische Aschura-Fest gefeiert.

Brüssel genehmigt 200 Millionen Euro Finanzhilfe für Alitalia

17.03 Uhr: Italien darf die angeschlagene Fluglinie Alitalia in der Coronakrise mit 199,45 Millionen Euro unterstützen. Die EU-Kommission billigte die Finanzhilfe. Das Geld soll direkte Pandemie-Schäden der Airline in der Zeit vom 15. März bis zum 15. Juni ausgleichen. Damals war der Flugverkehr praktisch zum Erliegen gekommen.

Noch nicht entschieden hat die Kommission nach eigenen Angaben über zwei weitere Unterstützungsmaßnahmen: Bereits seit 2018 prüft die Brüsseler Behörde einen von Italien gewährten Kredit für Alitalia über 900 Millionen Euro. Im Februar 2020 folgte ein weiteres Verfahren wegen eines zusätzlichen Darlehens über 400 Millionen Euro. Beide Verfahren laufen noch, wie die Kommission mitteilte.

Einkaufszentren und Casinos in New York dürfen öffnen

16.21 Uhr: Einkaufszentren und Spielcasinos dürfen in der Millionenmetropole New York ab sofort wieder öffnen. Die Casinos dürfen nur mit einer Auslastung von 25 Prozent, die Einkaufszentren mit 50 Prozent operieren, teilte Gouverneur Andrew Cuomo in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) mit. Außerdem gelten Abstands-, Masken- und Hygieneregeln, sowie Luftfilterungsauflagen. Seit Mittwoch dürfen auch Fitnessstudios unter strengen Auflagen wieder öffnen, in der Woche zuvor durften Museen ihre Türen wieder aufmachen. Die Innenbereiche von Restaurants, Bars und Cafés müssen vorerst allerdings weiter geschlossen bleiben.

Der Start der öffentlichen Schulen der Millionenmetropole - mit teils Online- und teils Vor-Ort-Unterricht - wurde von der kommenden Woche auf den 21. September verschoben. Ein College im Norden des Bundesstaates New York, die State University of New York at Oneonta, musste wieder schließen, nachdem mehr als 500 Studenten sich wohl nach Partys mit dem Coronavirus infiziert hatten. Der Unterricht solle nun online fortgesetzt werden, teilte das College in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) mit.

Jüdische Zuwanderer dürfen wieder einreisen

15.50 Uhr: Jüdische Zuwanderer dürfen nach einem Corona-bedingten Stopp wieder nach Deutschland einreisen. Diese Entscheidung habe Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bereits am Mittwoch getroffen, teilte das Innenministerium mit. Der Zentralrat der Juden begrüßte die Entscheidung. "Wir sind sehr erleichtert, dass die Bundesregierung schnell reagiert hat und die jüdischen Einwanderer nicht vor verschlossener Tür stehen lässt", erklärte Präsident Josef Schuster.

Die vorübergehende Aussetzung der Visavergabe habe die Betroffenen "in eine unhaltbare Lage" gebracht, erläuterte der Zentralrat. "Da ihnen bereits eine Aufnahmezusage seitens Deutschlands erteilt worden war, hatten sie alle notwendigen Schritte unternommen, um ein Visum zu beantragen. Dafür mussten sie sich zum Beispiel von ihrem Wohnort abmelden und ihren Arbeitsplatz kündigen. Die Kinder wurden von der Schule abgemeldet."

Spahn offen für kürzere Quarantänezeiten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Foto: Sean Gallup / Getty Images

15:46 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist offen für Überlegungen, die Quarantäne in Verdachtsfällen von derzeit 14 Tagen zu verkürzen. Wie der CDU-Politiker mitteilte, verständigten sich die EU-Gesundheitsminister am Freitag in einer Videokonferenz darauf, dass für Reiserückkehrer aus Risikogebieten europaweit eine generelle Quarantäne von mindestens zehn Tagen gelten solle.

Diesen Ansatz wolle er auch für die deutsche Debatte aufgreifen und in die Erarbeitung eines angepassten Konzepts für das Vorgehen im Herbst und Winter einfließen lassen. "Ich kann mir gut vorstellen, dass eine zehntägige Quarantäne für Reiserückkehrer und möglicherweise darüber hinaus dazu gehört." Das aktualisierte Konzept mit einem Rahmen für Quarantäne und Tests soll bis Anfang Oktober kommen.

Prag führt Maskenpflicht in Geschäften ein

15.27 Uhr: Vom kommenden Mittwoch an gilt in Prag eine Maskenpflicht in Geschäften und Einkaufszentren. Die Entwicklung des Corona-Infektionsgeschehens in der tschechischen Hauptstadt sei "alarmierend", sagte die Leiterin des zuständigen Gesundheitsamts. Bars, Gaststätten und Klubs müssen ab dann in der Moldau-Metropole zudem in der Zeit von Mitternacht bis 06.00 Uhr morgens geschlossen bleiben.

Für Prag gilt auf der regionalen Corona-Ampel des tschechischen Gesundheitsministeriums als einzige Gegend die Warnstufe Gelb. Dies bedeutet eine "beginnende Übertragung innerhalb der Gemeinschaft". Derzeit muss landesweit in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Behörden, auf der Post sowie in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen ein Mundschutz getragen werden.

Brüssel schlägt Kriterien für Reisebeschränkungen vor

14.52 Uhr: Im Kampf gegen die unterschiedlichen Reisebeschränkungen hat die EU-Kommission den Mitgliedstaaten konkrete Vorschläge vorgelegt. Das Konzept der Brüsseler Behörde sieht vor, sich schnellstmöglich auf gemeinsame Kriterien und Schwellenwerte für die Einführung von Reisebeschränkungen zu verständigen. Zudem schlägt sie die Erstellung einer EU-Risikogebietskarte und einheitliche Regeln für Reisen in Risikogebiete vor. Bislang gibt es beispielsweise für Reiserückkehrer sehr unterschiedliche Test- und Quarantänepflichten.

Arbeitslosenquote in den USA sinkt stärker als erwartet

14.47 Uhr: Die Lage am Arbeitsmarkt in den USA hat sich trotz der anhaltenden Corona-Pandemie stärker als erwartet verbessert. Die Arbeitslosenquote fiel im August von 10,2 Prozent im Vormonat auf 8,4 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Analysten hatten einen Rückgang auf etwa 10 Prozent erwartet. Nach Angaben der Behörde wurden im August 1,4 Millionen neue Jobs in den Vereinigten Staaten geschaffen - im Juli hatte diese Zahl noch bei 1,8 Millionen gelegen. Vor der Pandemie hatte die Quote in der größten Volkswirtschaft der Welt noch bei 3,5 Prozent gelegen.

Britische Fluglinie Virgin Atlantic streicht weitere 1150 Stellen

14.29 Uhr: Die angeschlagene britische Fluggesellschaft Virgin Atlantic hat die Streichung von weiteren 1150 Stellen angekündigt. Die "zerstörerische Wirkung" der Pandemie mache es notwendig, weitere Sparmaßnahmen zu ergreifen, teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatte Virgin Atlantic bereits den Abbau von mehr als 3500 Arbeitsplätzen beschlossen.

Die massiven Sparmaßnahmen ergreift die Airline trotz eines milliardenschweren Rettungsdeals, der am Freitag gerichtlich bewilligt wurde. Das Geld soll teilweise von den beiden Anteilseignern Virgin Group und Delta Air Lines und teilweise von einem Hedgefonds kommen. "Das Ausmaß der Covid-19-Krise hat wohl kaum jemand vorhersehen können", sagte Virgin Atlantic-Chef Shai Weisslaut. "Die letzten sechs Monate waren ohne Zweifel die schwersten in unserer 36-jährigen Geschichte." Aufgrund von Reisebeschränkungen war der Flugverkehr im Frühjahr fast zum Erliegen kommen, seitdem erholt sich die Branche nur langsam.

Krankenkassen fehlen 2021 fast 17 Milliarden Euro

14.15 Uhr: Den Krankenkassen fehlen wegen der Corona-Pandemie und des Konjunktureinbruchs im kommenden Jahr 16,6 Milliarden Euro, um die Beitragssätze stabil zu halten. Das gehe aus einer Finanzprognose hervor, die der Spitzenverband der Kassen auf fachlicher Ebene mit dem Bundesgesundheitsministerium abgestimmt habe, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Um die Lücke zu schließen, müsste der durchschnittliche Zusatzbeitrag den Berechnungen zufolge von gegenwärtig 1,1 Prozent auf 2,19 Prozent verdoppelt werden. Die Bundesregierung hat aber beschlossen, die Sozialabgaben in der Krise bei maximal 40 Prozent zu stabilisieren. Der Fehlbetrag müsste daher aus dem Bundeshaushalt ausgeglichen werden.

Rund 10.000 Menschen von neuer Corona-Testpanne in Bayern betroffen

14.14 Uhr: Von der jüngsten Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern sind rund 10.000 Menschen betroffen. Diese waren zwischen Samstag und Dienstag an bayerischen Flughäfen auf das Coronavirus getestet worden und bekamen nicht innerhalb der versprochenen Frist von 48 Stunden ein Ergebnis, wie ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums mitteilte. Grund sei ein EDV-Problem beim privaten Dienstleister Ecolog gewesen, der im Auftrag des Freistaats an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen die Tests durchführt. Der Sprecher ging davon aus, dass im Laufe des Freitags alle in dem Zeitraum getesteten Menschen ihre Ergebnis-Benachrichtigungen erhalten werden. Lesen Sie hier mehr.

WHO rechnet nicht vor Mitte 2021 mit breiter Corona-Impfung

13.45 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet nicht vor Mitte 2021 mit einer breit angelegten Impfung gegen das Coronavirus. Bislang habe keiner der Kandidaten für einen Impfstoff in klinischen Tests einen "deutlichen Hinweis" darauf gegeben, dass die von der WHO angestrebte Wirksamkeit von mindestens 50 Prozent erreicht werde, sagt eine Sprecherin der Organisation. Die US-Gesundheitsbehörden und der US-Pharmakonzern Pfizer hatten erklärt, ein Impfstoff könne bereits Ende Oktober und damit kurz vor der US-Präsidentenwahl zur Verteilung bereitstehen.

Laschet offen für Verkürzung der Quarantänezeit

12.34 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich offen für den Vorschlag gezeigt, die Quarantänezeit bei Corona-Verdachtsfällen zu verkürzen. "Es würde das ganze System erleichtern", sagte er. Menschen weniger als 14 Tage Quarantäne zuzumuten, erhöhe die Akzeptanz für die Maßnahme.

Allerdings müsse ein solcher Schritt wissenschaftlich abgesichert sein. "Es ist immer klug, bei all diesen Vorschlägen auf den Rat der Experten zu hören", sagte Laschet. "Und wenn es am Ende Konsens aller Virologen sein sollte, dass in der Tat sieben oder acht Tage ausreichen für eine Quarantäne, dann wird sich die Politik dem nicht verschließen."

Mehr als 20 Schulen wegen Corona-Fällen in Frankreich geschlossen

12.19 Uhr: Wenige Tage nach Schulbeginn in Frankreich sind mehr als 20 Schulen wegen Corona-Fällen geschlossen worden. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer sagte am Freitag im Sender Europe 1, insgesamt seien 22 Einrichtungen und weitere hundert Klassen von den Schutzmaßnahmen betroffen. Zwölf der geschlossenen Schulen sind demnach auf der Insel La Réunion.

Seit Dienstag gilt für mehr als zwölf Millionen Schüler in Frankreich wieder die Schulpflicht. Lehrer sowie Kinder und Jugendliche ab elf Jahren müssen eine Maske tragen, zudem gelten strenge Hygieneregeln. Blanquer nannte die Erfahrungen damit bisher "überwiegend gut".

Laschet hält Martinsumzüge für möglich

12.09 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident und CDU-Vorsitz-Kandidat Armin Laschet hält Martinsumzüge in diesem Jahr trotz der Corona-Pandemie für möglich. "Wenn Kinder in den Kitas eng zusammen sind, dann können sie auch mit Abständen Martinsumzüge machen", sagte Laschet. In Nordrhein-Westfalen werde es keine landesgesetzlichen Verbote zu Martinsumzügen geben.

Griechenland plant Ausgaben von 24 Milliarden gegen Corona-Folgen

11.06 Uhr: Griechenland will dieses Jahr Finanzminister Christos Staikouras zufolge rund 24 Milliarden Euro ausgeben, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzumildern. Sein Land habe nach den Zeiten der Schuldenkrise mittlerweile auch Möglichkeiten, die Summe notfalls noch aufzustocken, sagt Staikouras dem Radiosender FM. Griechenland hat zwar vergleichsweise wenig Infektionen, ist aber stark vom Tourismus abhängig, der wegen der Krise schwächelt.

Innenminister Strobl für einheitliche Regelung bei Fan-Rückkehr

10.15 Uhr: Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) strebt in der Debatte über eine Teilrückkehr von Fans in die deutschen Fußballstadien eine einheitliche Lösung an. Zudem hat er sich erneut für die Einführung personalisierter Tickets ausgesprochen, um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können.

"Natürlich können wir ein Fußballstadion in diesen Zeiten nicht voll besetzen - mehrere Tausend Zuschauer können in einem großen Stadion an der frischen Luft durchaus einen sehr guten Abstand halten", sagte Strobl. "Wichtig ist mir für die Bundesliga eine einheitliche Regelung in allen Ländern, und personalisierte Tickets sind dabei eine zentrale Anforderung und ein Muss - es geht um unsere Gesundheit, ja, am Ende sogar um unser Leben."

Nachdem die Politik in der Vorwoche eine generelle Entscheidung zum Umgang mit Großevents im Fußball bis Ende Oktober vertagt hat, droht aufgrund der regional sehr unterschiedlichen Verfügungslage ein Flickenteppich bei der Zulassung von Zuschauern. In Baden-Württemberg sind laut aktueller Verordnung bis zu 500 Besucher erlaubt.

Grippeimpfstoff könnte nicht für gesamte Bevölkerung reichen

10.03 Uhr: Das Robert Koch-Institut befürchtet einen Engpass des Grippeimpfstoffs, sollte sich in diesem Herbst angesichts der Corona-Pandemie ein Großteil der Deutschen gegen Influenza impfen lassen. "Wenn wir jetzt eine Impfung für die gesamte Bevölkerung empfehlen würden, dann würden wir sozusagen Impfstoff absaugen, und die Gruppe, die eigentlich geimpft werden soll, hätte nicht genug Impfstoff", sagte der Kommissionsvorsitzende Thomas Mertens im Interview von RTL und ntv.

Daher bleibe die Kommission bei ihrer gängigen Empfehlung einer Impfung nur für Risikogruppen. Dazu zählten etwa Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, Pflegeheim-Bewohner, Pflegekräfte und medizinisches Personal. Man könne auch nicht Millionen weiterer Dosen nachbestellen, weil der Grippeimpfstoff für die kommende Saison schon produziert sei. Zudem gebe es bislang nur Vermutungen, dass gleichzeitige Infektionen mit Influenza und Sars-Cov-2 besonders schwer verliefen.

Evangelischer Präses erwägt Weihnachtsgottesdienste auf Friedhof

09.50 Uhr: Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, denkt wegen der Zugangsbeschränkungen zu Kirchen durch die Coronakrise über Weihnachtsgottesdienste auf dem Friedhof nach. Bei der Suche nach Alternativen werde auch über Parkdecks als Möglichkeit gesprochen, sagte Rekowski der "Rheinischen Post".

Dem Bericht zufolge könnte wegen der derzeitigen Zugangsbeschränkungen womöglich nur jeder dritte Kirchgänger Weihnachten einen Platz bekommen. Ziel sei, möglichst vielen der sonst an Heiligabend mehr als 700.000 Gottesdienstbesucher der evangelischen Kirchen im Rheinland eine Teilnahme zu ermöglichen.

Berlusconi nach positivem Corona-Test "vorsichtshalber" in Klinik

Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sich mit dem Coronavirus infiziert

Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sich mit dem Coronavirus infiziert

Foto: Alessandra Tarantino / dpa

09.04 Uhr: Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist nach seiner Ansteckung mit dem Coronavirus ins Krankenhaus eingewiesen worden. Der 84-Jährige sei am Donnerstagabend "vorsichtshalber" ins Mailänder Krankenhaus San Raffaele gebracht worden, nachdem er einige der Symptome von Covid-19 entwickelt habe, hieß es am Freitagmorgen in einer kurzen Erklärung seines Umfelds. Doch gebe es keinen Grund zur "Besorgnis".

Berlusconi hatte am Mittwoch selbst bei einer Videokonferenz seiner rechtsgerichteten Oppositionspartei Forza Italia mitgeteilt, dass er positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Er befinde sich zu Hause in Quarantäne, werde sich aber weiter im Wahlkampf für die Regionalwahlen in zwei Wochen engagieren, erklärte er. Sein Arzt hatte da noch erklärt, Berlusconi sei "asymptomatisch".

Der Ex-Ministerpräsident wurde erstmals am 25. August getestet, nachdem er aus einem Urlaub auf Sardinien zurückgekehrt war, wo er ein Luxusanwesen besitzt. Das Ergebnis war negativ. Nachdem einige der Menschen, die Berlusconi auf der italienischen Insel getroffen hatte, jedoch positiv getestet wurden, wurde der 84-Jährige aber nochmals getestet. Lesen Sie hier mehr.

80 Prozent weniger Buchungen bei Jugendherbergen und Hütten

08.52 Uhr: Die Übernachtungszahlen in Jugendherbergen und Hütten liegen weiter erheblich unter dem üblichen Niveau. Im Juni gab es rund 164.000 Gästeankünfte und damit 82,8 Prozent weniger als im Juni 2019, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Es seien auch nur 71 Prozent der Jugendherbergen und Hütten geöffnet gewesen, die vor einem Jahr offen hatten.

Die Jugendherbergen und Hütten sind von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen, weil Klassen- und Studienfahrten nach wie vor überwiegend ausgesetzt sind. Im April etwa erreichten die Betriebe mit 5763 Übernachtungen nur ein knappes Prozent des Gästeaufkommens vom April 2019.

Leeres Zimmer in einer Jugendherberge

Leeres Zimmer in einer Jugendherberge

Foto: Oliver Berg / dpa

Erster Corona-Todesfall in Neuseeland seit mehr als drei Monaten

08.40 Uhr: Erstmals seit mehr als drei Monaten ist in Neuseeland wieder ein Todesfall durch das Coronavirus registriert worden. Bei dem Opfer handele es sich um einen Mann Mitte 50, der in einem Krankenhaus in Auckland gestorben sei, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Der Todesfall steht demnach im Zusammenhang mit einem Infektionsherd in der Großstadt.

Insgesamt starben in Neuseeland seit Beginn der Pandemie damit 23 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion. Den letzten Todesfall durch das Coronavirus hatten die Behörden in der Südpazifik-Nation am 24. Mai gemeldet.

Deutsche Industrie erhält weniger Aufträge als erwartet

08.18 Uhr: Die deutsche Industrie hat im Juli weniger Aufträge erhalten, als erwartet wurde. Gegenüber dem Vormonat seien zwar 2,8 Prozent mehr Aufträge eingegangen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Analysten hatten im Schnitt jedoch mit einem Zuwachs um 5,0 Prozent gerechnet.

Allerdings folgt der jüngste Anstieg auf einen sehr starken Zuwachs im Juni, der mit 28,8 Prozent sogar noch etwas kräftiger ausfiel als bisher bekannt. Der Auftragsschub ist eine Folge der Coronakrise, in der die Bestellungen stark rückläufig waren.

Australien verlängert Einreiseverbot um drei Monate

07.41 Uhr: Australien hat seine internationale Corona-Reisesperre um weitere drei Monate verlängert. Gesundheitsminister Greg Hunt kündigte an, dass die Grenzen bis mindestens 17. Dezember für Besucher aus dem Ausland geschlossen bleiben.

Die Regierung reagiere damit auf den Rat des Komitees für Gesundheitsschutz AHPPC: Die Behörde habe festgestellt, dass "die internationale und nationale Covid-19-Situation weiterhin ein inakzeptables Risiko für die öffentliche Gesundheit" darstelle, hieß es in einer Mitteilung. Die Verlängerung der Reisesperre sei "eine angemessene Reaktion auf dieses Risiko".

Söder für weitere Wirtschaftshilfen

07.30 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert weitere massive Wirtschaftshilfen. Vor allem müsse "das Herz der deutschen Industrie - Automobilsektor, Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau - eine zusätzliche Unterstützung" bekommen, sagte der CSU-Chef den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". In der Automobilindustrie müsse ein Weg gefunden werden, Tausende Arbeitsplätze zu retten. "Daher brauchen wir etwa eine massive steuerliche Entlastung der Unternehmen und eine rasche Senkung der Energiepreise."

Amnesty: Weltweit 7000 Mitarbeiter im Gesundheitswesen an Covid-19 gestorben

07.20 Uhr: Weltweit sind einem neuen Bericht zufolge mindestens 7000 Mitarbeiter im Gesundheitswesen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Allein in Mexiko seien mehr als 1300 Mitarbeiter in Krankenhäusern und Arztpraxen einer Covid-19-Erkrankung erlegen, teilte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International am Donnerstag mit. Der Leiter der Abteilung Wirtschaft und Soziales von Amnesty, Steve Cockburn, sprach von einem "Skandal".

Tagestouristen dürfen wieder nach Mecklenburg-Vorpommern

07.10 Uhr:  Von diesem Freitag an sind Tagestouristen wieder in Mecklenburg-Vorpommern willkommen. Wegen der Corona-Pandemie durften seit Mitte März Gäste meist aus umliegenden Bundesländern nicht mehr anreisen. Solche Ausflüge galten als illegal und konnten mit Bußgeldern von bis zu 2000 Euro belegt werden.

Schätzungen zufolge sind den Unternehmen im Land aufgrund fehlender Tagestouristen drei bis fünf Millionen Euro pro Tag an Umsatz verloren gegangen. Aus Sicht der Landesregierung waren die Beschränkungen ein wirksames Instrument, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Frankreichs Nationaltorwart Mandanda positiv auf Corona getestet

05.40 Uhr:  Frankreichs Nationaltorwart Steve Mandanda hat sich nach Angaben des französischen Verbandes mit dem Coronavirus infiziert und fehlt der Nationalmannschaft daher im Nations-League-Spiel in Schweden am Samstag. Der Verband FFF machte das Testergebnis am späten Donnerstagabend öffentlich und nannte auch den Namen des Torhüters von Olympique Marseille, der am Freitag aus dem Quartier der Equipe tricolore abreisen sollte. Mandandas Test auf Covid-19 sei zweimal positiv ausgefallen, hieß es in der Mitteilung.

Frankreichs Keeper Steve Mandanda

Frankreichs Keeper Steve Mandanda

Foto: FRANCK FIFE / AFP

Mehr als vier Millionen Corona-Fälle in Brasilien

05.18 Uhr: Brasilien hat die Marke von vier Millionen Corona-Fällen überschritten. Dies geht aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Donnerstag (Ortszeit) hervor. Im Vergleich zum Vortag waren demnach 43.773 Neuinfektionen hinzugekommen, womit die Gesamtzahl seit dem ersten bestätigten Fall in Brasilien Ende Februar auf 4.041.638 stieg. Es kamen zudem 834 Todesfälle hinzu - demnach sind im größten Land Lateinamerikas bislang offiziell 124.614 Menschen gestorben. Nur in den USA wurden bislang mehr Infektionen und Tote verzeichnet.

Ungarn stellt Bedingungen für Teilnahme an Hilfsfonds

04.54 Uhr:  Ungarn verweigert Diplomatenkreisen zufolge die finale Zustimmung zu dem in Europa geplanten 750 Milliarden Euro schweren Corona-Wiederaufbaufonds. Regierungschef Victor Orbán wolle sicherstellen, dass die geplante Verknüpfung von EU-Mitteln an Regeln der Rechtsstaatlichkeit Ungarn nicht schadeten, sagte einer der EU-Diplomaten. Orbán streitet seit Längerem mit der EU wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Rechtsstaatsprinzipien in der Justiz- und Medienpolitik.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs hatten im Juli nach zähen Verhandlungen das größte Finanzpaket in der Geschichte der EU geschnürt. Besonders hart von der Coronakrise getroffene Staaten sollen von dem Aufbaufonds profitieren, was vor allem Italien und Spanien zugutekommt.

Mehr als 7000 Neuinfektionen in Frankreich binnen 24 Stunden

 02.10 Uhr: Frankreich meldet erneut mehr als 7000 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Wie die nationale Gesundheitsbehörde am Donnerstag mitteilte, wurden 7157 Neuinfektionen bestätigt. Den dritten Tag in Folge stieg zudem die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Corona-Patienten.

beb/als/mjm/pgo/dpa/Reuters/AFP
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