Als erstes Land weltweit China lässt Coronaimpfstoff zum Inhalieren zu

Geimpft nach nur einem Atemzug: Der chinesische Impfstoffhersteller Cansino wirbt mit seinem Inhalationsimpfstoff gegen Corona. Das Mittel hat in China nun eine Notfallzulassung erhalten – ist allerdings noch nicht verfügbar.
Pharmafirma Cansino Biologics auf einer Messe 2021: Eine Frau testet einen sogenannten Vernebler für Impfstoffe

Pharmafirma Cansino Biologics auf einer Messe 2021: Eine Frau testet einen sogenannten Vernebler für Impfstoffe

Foto: Luo Yunfei / China News Service / Getty Images

China hat als erstes Land weltweit einen Coronaimpfstoff zugelassen, der nicht gespritzt, sondern inhaliert wird. Die chinesische Arzneimittelbehörde habe grünes Licht gegeben, teilte das in Tianjin ansässige Unternehmen Cansino Biologics am Sonntag in einer Mitteilung  an die Hongkonger Börse mit. Die neuartige Vakzine habe eine Notfallzulassung als Auffrischungsimpfung bekommen.

Cansinos Inhalationsimpfstoff heißt Convidecia Air. Mit einem sogenannten Vernebler wird eine Impfdosis per Luftstoß abgegeben. Dieser wird dann vom Patienten inhaliert und über die Schleimhäute aufgenommen. Ein Nadelstich ist also nicht notwendig. Das Mittel basiert nach Unternehmensangaben  auf dem gleichen Prinzip wie der Vektor-Impfstoff Convidecia, der auf herkömmliche Weise gespritzt wird.

Wann das Präparat der breiten Öffentlichkeit zugänglich sein wird, teilte Cansino nicht mit. Bislang wurde auch keine unabhängige Studie veröffentlicht, die seine Wirksamkeit belegt. Die Zulassung des Mittels ließ den Aktienkurs von Cansino dennoch am Montag zwischenzeitlich um 14 Prozent steigen, zu Handelsschluss lag das Plus bei 7,1 Prozent.

In einigen Ländern, darunter die USA, Kanada und Kuba, arbeiten Wissenschaftler an Impfstoffen, die durch die Nase – ähnlich wie ein Nasenspray – verabreicht werden können. Sie sollen einen verlässlichen Infektionsschutz über eine Immunität in den Schleimhäuten vermitteln. Die bisherigen Marktführer scheinen hier allerdings noch wenig Potenzial zu sehen. Weder Moderna noch Biontech haben bislang besondere Anstrengungen in dem Bereich publik gemacht.

China hat seit 2020 acht chinesische Coronaimpfstoffe zugelassen. Im Ausland entwickelte Vakzinen gegen das Virus sind in der Volksrepublik hingegen nicht zugelassen.

Trotz niedriger Fallzahlen verfolgt China eine strikte Null-Covid-Politik. Dazu gehören Lockdown-Anordnungen für ganze Städte bei nur wenigen Neuinfektionen sowie Massentests und strenge Quarantäneregeln. So sind derzeit die Einwohner und Einwohnerinnen der Wirtschaftsmetropole Chengdu aufgerufen, sich auf Corona testen zu lassen und ansonsten zu Hause zu bleiben.

kry/AFP
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