Frau in Bayern Deutschland meldet 13. Corona-Fall

Erst der Vater, dann zwei seiner Kinder, jetzt auch die Mutter: In Bayern wurde ein neuer Corona-Fall bekannt. Ein Deutscher aus dem Umfeld der Infizierten hat das Virus außerdem auf die kanarischen Inseln gebracht.
Mitarbeiter des Roten Kreuzes mit Atemschutzmasken am Flughafen in Wien

Mitarbeiter des Roten Kreuzes mit Atemschutzmasken am Flughafen in Wien

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LISI NIESNER/ REUTERS

Deutschland hat seinen 13. Corona-Fall. Der Erreger wurde bei der Frau eines der Patienten aus Bayern nachgewiesen, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. In den vergangenen Tagen war bereits bekannt geworden, dass sich zwei Kinder des Paares angesteckt hatten. Sie sind den Ärzten zufolge - ebenso wie die Mutter - symptomfrei. Auch der gesundheitliche Zustand des Vaters sei stabil.

Deutschlandweit gibt es nun 13 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert haben und isoliert wurden:

  • Bei zwei von ihnen wurde das Virus nachgewiesen, nachdem sie am vergangenen Wochenende mit einem Flugzeug aus China nach Deutschland geholt worden waren.

  • Zusätzlich zu der betroffenen Familie stehen sieben weitere Fälle in Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto in Stockdorf bei München. Dort hatte eine chinesische Mitarbeiterin ein Seminar gegeben, ihre Infektion war erst nach ihrer Rückreise nach China bekannt geworden.

Hinzu kommt ein deutscher Urlauber, bei dem das Virus auf der spanischen Insel La Gomera nachgewiesen wurde. Der 26-Jährige stammt ebenfalls aus Bayern, wie am Donnerstag bekannt wurde. Er habe Kontakt mit einem Mitarbeiter der Firma Webasto gehabt, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit. Zunächst hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet. Der Mann sei derzeit isoliert, hieß es.

Mehr als 500 Todesfälle in China

In China stieg die Zahl der Todesfälle innerhalb eines Tages um 73 auf 563, wie die chinesische Gesundheitskommission in Peking berichtete . Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg auf 28.018. Hinzu kommen mehr als 24.000 Verdachtsfälle. Aktuell befinden sich in China mehr als 186.000 Personen unter Beobachtung, die engen Kontakt zu einem Infizierten hatten.

Außerhalb Chinas wurden inzwischen rund 240 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt, 25 Länder sind betroffen. In Hongkong und auf den Philippinen sind zwei Menschen gestorben.

In Japan und Hongkong wurden zwei Kreuzfahrtschiffe mit insgesamt rund 7000 Passagieren und Besatzungsmitgliedern unter Quarantäne gesetzt, nachdem Passagiere erkrankt waren. Auf der "Diamond Princess" vor Yokohama wurde mittlerweile bei 20 Menschen das Virus nachgewiesen. Darunter ist keiner der acht deutschen Passagiere, wie Japans Gesundheitsministerium mitteilte.

Derweil schotten sich Länder weiter von China ab. Hongkong - dort gibt es bislang 21 Fälle - hat seine Grenze zur Volksrepublik bis auf den Flughafen und zwei Übergänge weitgehend geschlossen. Reisende aus China müssen 14 Tage in Quarantäne bleiben. Saudi-Arabien untersagte allen Bewohnern Reisen nach China.

Wuhan: Lager für Infizierte in Turnhallen und Schulen

Viele der Neuinfektionen in China betreffen weiterhin die Millionenstadt Wuhan. Um die steigende Zahl der Kranken zu bewältigen, wandelte Wuhan weitere Hallen und Gebäude in Bettenlager um. Eine Ausstellungshalle, in der 1600 Betten aufgestellt wurden, nahm erstmals Patienten auf. Dort sollen vor allem Menschen untergebracht werden, die nur unter milden Symptomen leiden.

In der Stadt stieg die Zahl der bestätigten Infektionen bis Donnerstag auf mehr als 10.100. Die 28 Krankenhäuser, die für Corona-Fälle bestimmt sind, bieten nur 8250 Betten. Die Behörden wollen weitere Gebäude, etwa Hotels, Schulen, Turnhallen und Sportzentren in Aufnahmelager umwandeln, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Um erste Tests mit Patienten durchführen zu können, haben die chinesischen Behörden das amerikanische Anti-Virus-Medikament Remdesivir zugelassen, wie Xinhua berichtete. Mehr als 700 Patienten nähmen an den Versuchen teil. Die erste Gruppe solle das Medikament am Donnerstag bekommen. Das Mittel hatte bei Versuchen mit anderen Coronaviren wie Sars oder Mers vielversprechende Ergebnisse geliefert.

irb/dpa
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