Coronavirus Deutschland startet erste klinische Prüfung von Impfstoff

Das Paul-Ehrlich-Institut hat erstmals in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung von Impfstoffkandidaten gegen Corona erteilt. Diese sollen zunächst an gesunden Freiwilligen getestet werden.
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Stefan Albrecht/ Biontech/ dpa

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat erstmals in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung von Impfstoffkandidaten gegen das neuartige Coronavirus erteilt. Wie das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel mitteilte, erhält das Mainzer Unternehmen Biontech die Genehmigung, insgesamt vier Impfstoffe an gesunden Freiwilligen zu testen. Biontech kooperiert bei der Entwicklung mit dem Pharmaunternehmen Pfizer.

Nach Angabe des PEI sollen die Impfstoffkandidaten zunächst an etwa 200 gesunden Erwachsenen im Alter von 18 bis 55 Jahren geprüft werden. In einer weiteren Phase ist geplant, die Mittel circa 500 Menschen zu geben, die zur Risikogruppe im Fall einer Covid-Erkrankung zählen; also Menschen über 55 Jahre, die zum Teil auch Vorerkrankungen haben.

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Sogenannte mRNA-Impfstoffe enthalten die Blaupause für einen Teil eines Virusproteins und weitere Hilfsstoffe. Körperzellen nehmen diese mRNA auf und produzieren dann das Virusprotein, also das Antigen. Der Körper soll dann Antikörper gegen dieses Antigen herstellen. Die getesteten Impfstoffe sollen somit eine Immunantwort gegen das Spike-Protein von Sars-CoV-2 hervorrufen. Zwei der Kandidaten enthalten eine längere Sequenz des Spike-Proteins, zwei eine kürzere.

Die Wissenschaftler werden prüfen, ob die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Antikörper gegen Sars-CoV-2 bilden. Die Verträglichkeit der Impfstoffe wurde zuvor in Versuchen an Mäusen geprüft. Ebenso haben die Wissenschaftler in Tierversuchen bereits grundsätzlich untersucht, welche Dosierung vermutlich notwendig ist und ob die Impfstoffe ein- oder zweimal verabreicht werden müssen. Diese Fragen sollen in der nun startenden klinischen Studie genauer beantwortet werden.

Das PEI geht von mindestens drei bis fünf Monaten für diese Studie aus. Man müsse sicher sein, welche Dosis richtig ist und wie verträglich der Impfstoff ist, bevor eine größere, anschließende klinische Studie starte. Biontech-Chef Ugur Sahin rechnet mit ersten Ergebnissen der Studie zu Ende Juni.

Dass bereits in diesem Jahr ein erster zugelassener Impfstoff für die allgemeine Bevölkerung bereitsteht, hält PEI-Chef Cichutek aber für unwahrscheinlich.

wbr/dpa