Coronavirus-Infektionen Deutschland überschreitet 7-Tage-Inzidenz von 50

Wenn sich mehr als 50 von 100.000 Menschen in einer Woche nachweislich mit dem Coronavirus anstecken, sollen regional schärfere Regeln greifen. Jetzt liegt ganz Deutschland im Mittel über dieser Marke.
Nicht nur am Münchner Hauptbahnhof wird darauf hingewiesen, dass ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden soll

Nicht nur am Münchner Hauptbahnhof wird darauf hingewiesen, dass ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden soll

Foto: Peter Kneffel / dpa

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen 7595 neu diagnostizierte Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt unter dem bisherigen Höchstwert vom vergangenen Samstag, als 7830 Neuinfektionen gemeldet wurden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - gab das RKI am Mittwoch im Bundesschnitt mit 51,3 an. Am Vortag lag der Wert bei 48,6.

Bund und Länder hatten am 15. Oktober beschlossen , dass lokal schärfere Regeln greifen müssen, wenn die Werte von 35 beziehungsweise von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen in einer Woche in Regionen überschritten werden. Denn ab diesem Wert wird es zunehmend schwierig, alle Kontakte von Neuinfizierten nachzuverfolgen.

Laut der Tagesübersicht des RKI zur Situation in den Bundesländern lagen am Mittwoch Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und das Saarland über dieser Marke. Hamburg hatte bereits am Montag verkündet, dass die Zahl der Neuinfektionen den Wert von 50 pro 100.000 überschritten hatte und gibt am Mittwoch eine Sieben-Tage-Inzidenz von 58,9 an, während die Stadt laut der offiziellen RKI-Zahlen noch knapp unter der Marke 50 liegt. Die unterschiedlichen Zahlen lassen sich durch den Meldeverzug erklären, durch den die Informationen der örtlichen Behörden das RKI teilweise erst mit Verzögerung erreichen.

Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag zum dritten Mal in Folge einen Rekordwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nicht direkt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und damit weniger Infektionen unerkannt bleiben.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Dringender Appell an die Bevölkerung

"Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schreibt das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstag . "Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert." Dazu zählt das RKI unter anderem Abstands- und Hygieneregeln auch im Freien, Lüften von Innenräumen und, wo geboten, eine Mund-Nasen-Bedeckung.

Zuletzt lagen knapp ein Drittel aller vom RKI erfassten Kreise und Städte über dem Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche (Datenstand 21.10.). Bei rund 30 Kreisen und Städten lag der Wert sogar über 100.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 380.762 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9875. Das waren 39 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 302.100 Genesene.

wbr/dpa
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