Coronavirus Drosten sieht Wandel von Pandemie zu Endemie – aber nicht in Deutschland

Schon in diesem Herbst und Winter könnten es dem Virologen Christian Drosten zufolge einige Länder schaffen, in eine neue Coronaphase einzutreten. Was meint er genau?
In Hamburg stehen Menschen Schlange, um sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen

In Hamburg stehen Menschen Schlange, um sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Der Virologe Christian Drosten sieht in der Coronakrise einen Wandel von der Pandemie hin zu einer Endemie . Schon in diesem Herbst und Winter könnten es ihm zufolge einige Länder schaffen, in die endemische Phase einzutreten. »Großbritannien gehört wohl dazu, Deutschland Stand heute eher nicht«, sagt Drosten der Wochenzeitung »Die Zeit«.

Eine Endemie beschreibt den Zustand, bei dem ein Erreger dauerhaft zirkuliert und es lokal immer wieder zu Krankheitsausbrüchen kommt, wie etwa bei der Grippe. Dabei stellt sich eine Art Gleichgewicht ein zwischen Menschen, die durch Immunität noch gut geschützt sind, und solchen, bei denen diese Immunität wieder nachgelassen hat. Wer sich erneut infiziert, ist für eine Weile geschützt, während andere bereits wieder anfällig sind.

Zu große Immunitätslücke in Deutschland

In Deutschland hätten sich viel weniger Menschen mit dem Virus angesteckt als in Großbritannien, begründet Drosten seine Einschätzung. Hinzu komme, dass die Impfquote hierzulande deutlich niedriger sei. So ergebe sich eine Immunitätslücke, die zu groß sei, um unbesorgt in den Winter zu gehen.

Drosten erwartet für Großbritannien in diesem Winter eine erste »Nachdurchseuchung«. So nennt er die Ansteckung mit dem Virus nach erfolgter Durchimpfung . In Deutschland sei man davon noch weit entfernt. Die Nachdurchseuchung sei aber ein notwendiger Schritt in Richtung Endemie.

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»Ich gehe davon aus, dass Sars-CoV-2 sich auf Dauer so verhalten wird wie die anderen endemischen Coronaviren«, sagte Christian Drosten weiter. Diese haben sich nach und nach abgeschwächt und verursachen nun in den allermeisten Fällen nur leichte Erkältungen. Sicher sein könne er sich aber nicht, dass es so kommt, »genauso wenig wie alle anderen Wissenschaftler«.

mar