Ema-Entscheidung Biontech-Impfstoff kann auch bei Gefrierschrank-Temperaturen gelagert werden

Der Biontech-Impfstoff musste bisher bei minus 70 Grad gelagert werden, was die Logistik vor allem für Hausarztpraxen schwierig macht. Die EU-Arzneimittelbehörde hat nun neue Daten geprüft – und sich umentschieden.
Gekühlte Biontech-Impfdosen im Gefrierschrank

Gekühlte Biontech-Impfdosen im Gefrierschrank

Foto: Daniel Acker / Bloomberg / Getty Images

Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) hat die Bedingungen für Transport und Lagerung des Corona-Impfstoffes der Hersteller Pfizer und Biontech erheblich erleichtert. Das Präparat könne kurzfristig auch in Standardkühlungen für Arzneimittel aufbewahrt werden, teilte die Ema am Freitag mit.

Der Impfstoff musste bisher in speziellen Gefrierschränken bei Temperaturen zwischen minus 90 und minus 60 Grad aufbewahrt werden. Daher war die Impfung nur in großen Zentren möglich. Nun erlaubt die EMA auch den Transport und die Lagerung der Ampullen bei Temperaturen von minus 25 bis minus 15 Grad – für einen Zeitraum von bis zu zwei Wochen. Dafür reichen Standardkühlungen für Arzneimittel aus.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte die weniger kühle Lagerung bereits im Februar zugelassen. Für einen kürzeren Zeitraum von bis zu fünf Tagen lassen sich die Impfstoffdosen auch bedenkenlos bis zu fünf Tage in gewöhnlichen Kühlschränken bei zwei bis acht Grad aufbewahren, wenn sie gleich verbraucht werden.

Biontech-Chef Ugur Sahin erklärte laut Nachrichtenagentur AFP, die Zulassung sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu dem Ziel, den Impfstoff Menschen in der ganzen Welt zugänglich zu machen. Sie komme »genau zum richtigen Zeitpunkt, da die Regierungen nun mehr Flexibilität haben, um von Impfungen in Impfzentren zu einer dezentraleren Verteilung der Impfstoffe durch lokale Ärzte und Allgemeinmediziner überzugehen, um unseren Weg aus der Pandemie zu beschleunigen«.

Nach der offiziellen Zulassung des neuen Biontech-Werkes in Marburg werden die ersten dort produzierten Impfstoffe in den nächsten Tagen zur Abfüllung nach Belgien transportiert. Die Auslieferung der ersten in Marburg hergestellten Impfstoffe an die Impfzentren werde dem Unternehmen zufolge für die zweite Aprilhälfte anvisiert.

In Deutschland impfen Hausärzte ab dem 7. April gegen Sars-CoV-2. Zunächst wird nur das Mittel von Biontech/Pfizer an die Praxen geliefert. Ab Ende April sollen dann auch die Präparate von Moderna und AstraZeneca in Arztpraxen geimpft werden.

kry/AFP/dpa