Kampf gegen Corona EU-Behörde empfiehlt Kinderimpfung mit Moderna

Die Europäische Arzneimittelagentur will den Coronaimpfstoff von Moderna für Sechs- bis Elfjährige freigeben. Außerdem spricht sich die Behörde für einen Biontech-Booster bei Kindern ab zwölf aus.
Ein Kind erhält eine Coronaimpfung (Symbolbild)

Ein Kind erhält eine Coronaimpfung (Symbolbild)

Foto: Sebastian Barros / NurPhoto / IMAGO

Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) hat am Donnerstag den Weg für Impfungen von Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren mit dem Mittel Spikevax von Moderna frei gemacht. Der zuständige EMA-Ausschuss empfahl eine Erweiterung der Zulassung auf diese Altersgruppe . Die finale Entscheidung muss noch von der Europäischen Kommission gefällt werden, dies gilt aber als Formsache. Bislang ist der Moderna-Impfstoff in der Europäischen Union erst ab zwölf Jahren zugelassen.

Ende November hatte die Ema bereits den Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer für den Einsatz bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren freigegeben. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) diesen zwar nur für Kinder mit Vorerkrankungen. Bei individuellem Wunsch können aber auch Kinder ohne Vorerkrankung nach entsprechender ärztlicher Aufklärung geimpft werden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind hierzulande knapp 16 Prozent der Fünf- bis Elfjährigen zweifach geimpft.

Die Moderna-Impfung für Kinder enthält die Hälfte einer Erwachsenendosis und wird zweimal im Abstand von vier Wochen in den Oberarm verimpft. Nach Einschätzung der Ema sind Wirksamkeit und Sicherheit von Spikevax bei Kindern vergleichbar mit der bei Erwachsenen. Der Nutzen überwiege die Risiken, insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit dem Risiko schwerer Verläufe bei einer Infektion.

Eine Reihe von Ländern hat allerdings Impfungen mit Moderna wegen des seltenen Risikos von Herzmuskelentzündungen eingeschränkt. Die Stiko empfiehlt  seit November Covid-Impfungen von unter 30-Jährigen nur noch mit dem Impfstoff von Biontech.

Booster für Kinder ab zwölf Jahren mit dem Biontech-Impfstoff

Ebenfalls grünes Licht gab die Ema  am Donnerstag für die Boosterimpfung von Kindern ab zwölf Jahren mit dem Coronaimpfstoff der Hersteller Pfizer und Biontech. Auch hier muss die EU-Kommission noch eine endgültige Entscheidung treffen. Die Ema betonte aber, dass die EU-Mitgliedstaaten selbst entscheiden, ob eine Auffrischungsimpfung für Kinder angeboten werden soll.

Die Stiko hatte bereits Mitte Januar eine dritte Corona-Impfdosis für Minderjährige zwischen zwölf und 17 Jahren empfohlen, ebenfalls mit dem Mittel von Biontech/Pfizer. Zur vorangegangenen Impfung soll ein Abstand von mindestens drei Monaten eingehalten werden. Die Stiko begründete ihre Empfehlung mit dem damaligen starken Anstieg der Coronaneuinfektionen.

Die Boosterimpfung mit dem Pfizer-Präparat wird für Kinder nach Angaben der Ema mit einer geringeren Dosis als für Erwachsene durchgeführt. Die Zulassung für eine Auffrischungsimpfung galt bisher erst ab 18 Jahren. Ein Booster wird nach der Grundimmunisierung verabreicht, die in der Regel aus zwei Impfungen besteht. Dadurch wird nach Angaben der Ema der Schutz vor einer Infektion und einer schweren Erkrankung erhöht. Die Fachleute der Behörde hatten zuvor Daten des Herstellers und Studien geprüft. Es seien keine neuen Sicherheitsrisiken bekannt geworden.

mar/Reuters/dpa/AFP
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