Coronavirus EU-Behörde empfiehlt Zulassung des Biontech-Impfstoffs

Die Europäische Arzneimittelagentur Ema hat grünes Licht für den ersten Coronavirus-Impfstoff gegeben. Nun muss die EU-Kommission entscheiden.
Weil der Impfstoff zunächst knapp ist, wird in Deutschland festgelegt, wer sich zuerst impfen lassen darf

Weil der Impfstoff zunächst knapp ist, wird in Deutschland festgelegt, wer sich zuerst impfen lassen darf

Foto: Amir Cohen / AFP

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie sind Impfstoffe der größte Hoffnungsträger. Die Europäische Arzneimittelagentur Ema hat jetzt den ersten Impfstoff gegen das Virus zugelassen. Es handelt sich um ein Präparat, das das Mainzer Unternehmen Biontech zusammen mit dem US-Konzern Pfizer herstellt.

Die Ema hat ihre Prüfung auf Druck Deutschlands und anderer EU-Staaten um acht Tage vorgezogen. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) bewertet auf Grundlage der vom Hersteller vorgelegten Labordaten und Ergebnisse der klinischen Tests die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs. Anders als in Großbritannien und den USA, die nur eine zeitweise Notfallzulassung für den Biontech-Impfstoff erteilten, geht es in der EU um eine einjährige bedingte Marktzulassung, die ein strengeres Testverfahren voraussetzt. Nach der Empfehlung des Ema-Ausschusses entscheidet die EU-Kommission gemeinsam mit den Mitgliedstaaten über die Zulassung. Dies wird voraussichtlich am Dienstag oder Mittwoch passieren.

Das Präparat von Biontech ist ein sogenannter mRNA-Impfstoff. Er enthält keine Erreger, sondern lediglich sogenannte Messenger-RNA (kurz mRNA). Dieses Molekül sorgt in Körperzellen dafür, dass die Zellen selbst ein Virusprotein oder Abschnitte davon produzieren, sodass das menschliche Immunsystem dagegen Antikörper produzieren kann.

Impfungen sollen ab dem 27. Dezember beginnen

Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs haben Biontech und Pfizer in einer groß angelegten Phase-III-Studie mit mehr als 40.000 Teilnehmenden geprüft, etwa die Hälfte bekam den Impfstoff, die andere Hälfte ein Placebo. Demnach verhindert der Impfstoff rund 95 Prozent der Covid-19-Erkrankungen und ist sehr sicher.

Es ist geplant, dass die Impfungen in Deutschland und dem Rest der EU ab dem 27. Dezember beginnen. Die Impfdosen hat die EU gemeinsam bestellt. Die Zahl der Impfdosen, auf deren Kauf die einzelnen Mitgliedstaaten Anspruch haben, richtet sich nach ihrer Bevölkerungszahl.

Für Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Freitag per Verordnung festgelegt, in welcher Reihenfolge die Bürgerinnen und Bürger Anspruch auf eine Corona-Impfung haben. Als Erstes sind Menschen ab 80 Jahren an der Reihe sowie Menschen, die in Pflegeheimen leben oder arbeiten. Auch das Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und Rettungsdiensten hat höchste Priorität.

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In der zweiten Gruppe sind Menschen ab 70 Jahren. Unter anderem fallen in die zweite Gruppe auch Demenzkranke, Transplantationspatienten, Menschen mit Trisomie 21 und Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften.

Zur dritten Gruppe gehören alle ab 60 Jahren, weitere Risikopatienten sowie Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr und anderen Behörden, Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel und Saisonarbeiter.

wbr/AFP
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