Faktencheck zu falsch positiven Corona-Diagnosen Die Mär vom unzuverlässigen PCR-Test
Abstrich für den PCR-Test auf das Coronavirus
Foto: Mareen Fischinger/ Westend61/ imago imagesSie können den Artikel leider nicht mehr aufrufen. Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet.
Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 werden mit sogenannten PCR-Tests nachgewiesen, die nach Gensequenzen des Erregers fahnden. Einzelne Mediziner und auch Corona-Skeptiker stellen die Qualität dieser Tests immer wieder infrage. Ein Vorwurf lautet: Der Test schlage auch bei anderen Coronaviren an, deshalb verzerrten massenhaft falsch positive Ergebnisse das Bild.
Der Mediziner Wolfgang Wodarg beispielsweise behauptet auf seiner Website, dass es bei den Tests in Deutschland "bis über 1 Prozent falsch positive" Ergebnisse gebe. Diese Menschen seien "natürlich nicht infiziert". Die Fallzahlen in den vergangenen Wochen seien nur deshalb angestiegen, weil viel mehr Menschen getestet wurden. "Je mehr Tests, umso mehr auch falsch positive Ergebnisse", erklärt Wodarg (einen eigenen Faktencheck zu den Thesen von Wolfgang Wodarg finden Sie hier).
Eine Studie, die in diesem Zusammenhang immer wieder zitiert wird, ist der im April durchgeführte Instand-Ringversuch . Dabei hatten Forscher fast 7000 präparierte Proben an Hunderte Labors in 36 Länder verschickt. Darunter auch Proben ganz ohne Coronaviren vom Typ Sars-CoV-2 und solche, die nur Bestandteile anderer humaner Coronaviren enthielten.
Bei 97,8 und 98,6 Prozent aller Proben ohne Sars-CoV-2 lieferten die PCR-Tests das richtige Ergebnis: "negativ". Die Falsch-Positiven-Rate lag also zwischen 1,4 und 2,2 Prozent, wobei in einigen Fällen statt "positiv" auch "fraglich" im Testprotokoll stand.
Das ist ein gutes Ergebnis für einen solchen Ringversuch, bei dem Proben zum Einsatz kommen, bei denen die Konzentration der Virussegmente teils sehr nahe an der Nachweisgrenze liegt, und der Teilnehmer aus vielen verschiedenen Ländern hat.
Würde diese Rate so auch für die Millionen in Deutschland durchgeführten Tests gelten, wäre sie jedoch ziemlich hoch. Denn wenn tatsächlich mehr als ein Prozent aller Tests von nicht Infizierten hierzulande ein positives Ergebnis hätte, wären die Statistiken des Robert Koch-Instituts nicht zu gebrauchen. Seit Anfang Juni lag der Anteil der positiven Tests in Deutschland nämlich fast jede Woche knapp unter einem Prozent - siehe Diagramm oben. Waren dies wirklich überwiegend falsch Positive, wie immer wieder behauptet wird?
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