Feine Nase Hunde riechen Corona-Infektionen

Am Eingang von Stadien und an Flughäfen könnten künftig Hunde helfen, Menschen auf das neue Coronavirus zu testen. Noch ist allerdings unklar, ob sie auch einen Unterschied zur Grippe wahrnehmen.
Guter Geruchssinn: Hunde erkennen auch einen fallenden Blutzuckerspiegel

Guter Geruchssinn: Hunde erkennen auch einen fallenden Blutzuckerspiegel

Foto: Starker Photograph/ 500px/ Getty Images

Besonders geschulte Hunde können offenbar Corona-Infektionen erschnüffeln. "Die Hunde mussten lediglich eine Woche trainiert werden, um zwischen Proben von Sars-CoV-2-infizierten Patienten und nicht infizierten Kontrollen zu unterscheiden", berichtet die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover .

Forscher um Holger Andreas Volk trainierten acht spezialisierte Spürhunde der einzigen Diensthundeschule der Bundeswehr in Ulmen in Rheinland-Pfalz. Nach dem einwöchigen Training konnten die Hunde unter 1012 Proben von Speichel oder Atemwegssekret 94 Prozent korrekt identifizieren, berichtet das Team im Fachblatt "BMC Infectious Diseases" .

Die Proben waren per Zufallsprinzip in einer Vorrichtung verteilt, weder die Hundeführer noch die Forscher wussten, welche davon Corona-infiziert und welche Corona-frei waren. Die Hunde erkannten 83 Prozent der positiven Proben und 96 Prozent der negativen Kontrollproben.

Unterscheidung zwischen Grippe und Corona?

"Die Geruchserkennung von Hunden ist weit besser, als sich die breite Öffentlichkeit vorstellen kann", erklärt Verhaltensforscherin Esther Schalke von der Diensthundeschule in Ulmen. "Trotzdem waren wir erstaunt, wie schnell unsere Hunde trainiert werden konnten, um Proben von Sars-CoV-2-infizierten Personen zu erkennen."

Die Forscher gehen davon aus, dass sich der Stoffwechsel von Infizierten verändert. Dadurch könnten die Hunde das Virus erkennen. Allerdings ist noch unklar, ob die Tiere auch wahrnehmen, ob eine Person das neue Coronavirus oder einen anderen Krankheitserreger in sich trägt. Ob sie etwa einen mit Grippe-Infizierten von einem Sars-CoV-2-Infizierten unterscheiden können, sollen weitere Experimente zeigen.

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"Die Methode könnte in öffentlichen Bereichen wie Flughäfen, bei Sportveranstaltungen, an Grenzen oder bei anderen Massenveranstaltungen als Ergänzung zu Laboruntersuchungen eingesetzt werden", berichtet die Tierhochschule. Auch Großbritannien hat angekündigt , Hunde einsetzen zu wollen, um Coronainfizierte zu identifizieren.

Es ist nicht das erste Mal, dass Hunde darauf trainiert werden, Krankheiten zu erkennen. Die Tiere werden etwa auch eingesetzt, um Hinweise auf verschiedene Krebsarten zu finden. Zudem können sie Diabetiker rechtzeitig warnen, wenn deren Blutzuckerspiegel gefährlich sinkt.

jme/dpa
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