Biontech-Studie Corona-Impfstoff schützt offenbar vor UK-Mutante

Eine Studie liefert Hinweise, dass der Biontech-Impfstoff auch gegen die neue, ansteckendere Corona-Mutante aus Großbritannien wirkt. Ob das auch für die Linie aus Südafrika gilt, bleibt aber offen.
Impfstoffampulle in einem Impfzentrum in Kiel

Impfstoffampulle in einem Impfzentrum in Kiel

Foto: Frank Molter / dpa

Biontech hat weitere Daten zur Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs gegen die Corona-Mutante aus Großbritannien veröffentlicht. Demnach schützt die Impfung auch vor der neuen, ansteckenderen Coronavirus-Variante B.1.1.7.

»Diese Variante weist mit zehn Aminosäureveränderungen eine ungewöhnlich große Anzahl von Mutationen im Spike-Protein auf«, heißt es in der noch von Fachleuten ungeprüften Studie . Das werfe Bedenken auf, dass neutralisierende Antikörper die Virusvariante möglicherweise nicht mehr wie bisher erkennen.

Mit dem Spike-Protein auf seiner Oberfläche dringt das Coronavirus in menschliche Zellen vor. Sowohl der Pfizer/Biontech-Impfstoff als auch die zweite in der EU zugelassene Vakzine von Moderne zielen darauf ab, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen diese Struktur anzuregen.

Labortest mit beruhigendem Ergebnis

Im Labor prüfte Biontech nun, wie gut die Antikörper im Blut von zehn Probanden aus einer Impfstoffstudie Coronaviren mit den B.1.1.7.- Mutationen neutralisieren. Den Wert verglichen sie mit der Wirksamkeit gegen die ursprünglich in Wuhan aufgetretene Form des Erregers. Das Ergebnis: Es gab keinen nennenswerten Unterschied in der Effektivität der Antikörper.

Anders gesagt: Die Untersuchung liefert keinen Hinweis, dass durch die Impfung gebildete Antikörper schlechter mit der neuen Viruslinie fertig werden. Der Pfizer/Biontech-Impfstoff ist demnach auch gegen die neue Virusvariante wirksam.

Prüfungen mit Virusvarianten, die einzelne Mutationen der Mutante aus Großbritannien trugen, hatten zuvor ebenfalls darauf hingedeutet, dass der Biontech-Impfstoff vor einer Covid-19-Erkrankung durch die neue Linie des Virus schützt (mehr dazu lesen Sie hier).

Genauere Prüfungen zur Südafrika-Variante laufen noch

Mehr Sorgen bereitet Forschern dagegen eine Mutante aus Südafrika . Erste Untersuchungen im Labor weisen darauf hin, dass bisherige Antikörper gegen Sars-CoV-2 nicht ganz so verlässlich an diese Virusvariante binden.

Der Impfstoff könnte hier demnach etwas schlechter wirken. Dass er seine Wirksamkeit gänzlich verliert, halten Experten aber auch für unwahrscheinlich. Genauere Prüfungen laufen noch.

Dass sich Viren verändern, ist vollkommen normal. Auch das Coronavirus Sars-CoV-2 ist bereits vor Auftreten der Varianten aus Großbritannien und Südafrika mehrmals mutiert. Zuvor hatten die Genveränderungen aber keinen Einfluss auf das Verhalten des Erregers.

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