Coronastudie Impfung in der Schwangerschaft erhöht nicht das Risiko für Frühgeburten

Schwangeren wird empfohlen, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Neue Daten aus den USA weisen darauf hin, dass es nach solchen Impfungen nicht zu mehr vorzeitigen Geburten kam.
Die Stiko empfiehlt die Impfung gegen das Coronavirus ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel

Die Stiko empfiehlt die Impfung gegen das Coronavirus ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel

Foto: aire images / Getty Images

Die Schwangerschaft ist für Frauen und Paare eine besonders sensible Zeit, die durchaus mit Sorgen behaftet sein kann. Auch mit Blick auf die Immunisierung gegen das Coronavirus haben viele Frauen Bedenken und fragen sich, wie sicher es für sie und ihr Kind ist, sich in der Schwangerschaft impfen zu lassen. Eine neue Studie unter Tausenden Frauen weist nun darauf hin, dass die Impfung in der Schwangerschaft nicht mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburten oder Neugeborene mit geringem Geburtsgewicht verbunden ist.

Für ihre Untersuchung, die im »Morbidity and Mortality Weekly Report«  veröffentlicht wurde, haben amerikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rückblickend die Daten von rund 46.000 Frauen ausgewertet, die schwanger waren und ihr Kind lebend geboren haben. Rund 10.000 von ihnen wurden zwischen dem 15. Dezember 2020 und dem 22. Juli 2021 in der Schwangerschaft gegen das Coronavirus geimpft.

Fast alle erhielten einen mRNA-Impfstoff

Fast alle werdenden Mütter erhielten dabei die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna, nur 424 Frauen den Impfstoff von Johnson & Johnson. Rund 82 Prozent wurden in der Schwangerschaft zweimal geimpft. Der überwiegende Teil der Schwangeren erhielt die Impfung im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel.

Die Forschenden berichten, dass rund 6,6 Prozent der rund 46.000 Frauen ein Frühgeborenes bekamen. Bei den Geimpften lag der Anteil mit 4,9 Prozent niedriger als bei den ungeimpften Frauen mit 7,0 Prozent. Ein Baby gilt als zu früh geboren, wenn es vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. Kein Unterschied zeigte sich beim Anteil der Kinder, die mit für ihr Alter zu niedrigem Geburtsgewicht auf die Welt kamen. Er lag in beiden Gruppen bei 8,2 Prozent.

Bei der Untersuchung handelt es sich um eine sogenannte Beobachtungsstudie, kausale Zusammenhänge weisen solche Analysen nicht nach. Hinzu kommt, dass nur wenige Schwangerschaften analysiert wurden, bei denen die Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel eine Impfung erhalten haben, wie die Forschenden in dem Beitrag selbst schreiben. Ebenso wurden Faktoren wie frühere Infektionen mit dem Coronavirus oder auch Frühgeburten in der Vorgeschichte der Frauen nicht berücksichtigt.

Dennoch unterstütze die aktuelle Analyse die Ergebnisse anderer Studien, die die Sicherheit von Covid-19-Impfstoffen für Schwangere aufzeigen, wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schreiben. Fachleute sind sich mittlerweile einig, dass der Nutzen der Impfung für Schwangere das Risiko überwiegt.

Erhöhtes Risiko für Komplikationen

Die deutsche Ständige Impfkommission (Stiko) wirbt  seit September vergangenen Jahres dafür, alle werdenden Mütter ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel mit dem Mittel von Biontech/Pfizer gegen das Coronavirus zu impfen (Lesen Sie hier, was Sie über die Coronaimpfungen für Schwangere wissen sollten ).

Daten weisen darauf hin, dass eine Coronainfektion selbst bei einem leichten Verlauf das Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft steigert, etwa für eine Frühgeburt oder eine Präeklampsie, vielen besser bekannt als Schwangerschaftsvergiftung. Die deutschen Fachgesellschaften hatten sich aufgrund dieser Daten bereits im Mai  dafür ausgesprochen, Schwangere nach einer Beratung gegen Covid zu impfen, falls dies ihrem Wunsch entspricht. Fachleute bewerten allerdings das absolute Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf bei Schwangeren als gering, obwohl es höher ist als bei anderen Frauen im gleichen Alter.

mar
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