Biontech/Pfizer-Impfstoff EMA genehmigt sechs statt fünf Impfdosen pro Ampulle

Die europäische Arzneimittelagentur hat offiziell die Anzahl der Impfdosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs pro Ampulle erhöht: Damit sind nun 20 Prozent mehr Impfungen möglich.
Mehr aus einer Ampulle: Nun sechs statt fünf Impfungen pro Ampulle möglich

Mehr aus einer Ampulle: Nun sechs statt fünf Impfungen pro Ampulle möglich

Foto: Sven Hoppe / dpa

Ab sofort können mehr Menschen mit dem Impfstoff aus einer Ampulle der Hersteller Biontech und Pfizer geimpft werden. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA habe zugelassen, dass sechs statt bisher fünf Dosen aus einer Ampulle gezogen werden dürfen, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag in Berlin der Nachrichtenagentur dpa. Auch die Agentur AFP meldet, dass ab sofort 20 Prozent mehr Impfungen pro Ampulle möglich sind.

Bereits kurz nach der EU-Zulassung des Impfstoffs wurde bekannt, dass sich häufig sechs statt der vorgesehenen fünf Rationen aus einer Ampulle gewinnen lassen. Der Konzern hatte deshalb einen Antrag auf veränderte Zulassungsbedingungen gestellt. Dieser wurde nun offenbar bewilligt. Damit können nun Millionen Menschen mehr geimpft werden.

Ärzte dürfen nun sechs volle Impfdosen zu je 0,3 ml aus den Durchstechfläschchen mit insgesamt 2,25 ml fertigem Impfstoff in die Spritzen aufziehen. Bislang musste weggeworfen werden, was nach fünf Rationen übrigblieb. Die EMA wies darauf hin, dass Voraussetzung dafür hochwertige Spritzen und Kanülen seien, in denen nur geringe Restmengen bei der Injektion zurückbleiben.

Biontech hatte die Ema schon vor der Zulassung auf die Möglichkeit der sechsten Dosis hingewiesen. Doch die EU-Behörde verbot diese Option zunächst. Nach scharfer Kritik und Vorwürfen der Verschwendung des wertvollen Impfstoffs änderte sie nun doch noch einmal ihre Bestimmungen. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich für die sechste Dosis eingesetzt.

Die Bundesrepublik, die sich über EU-weite Bestellungen bislang 55,8 Millionen Dosen der Biontech-Vakzine gesichert hat, könnte durch die sechste Dosis insgesamt bis zu 11 Millionen Impfeinheiten zusätzlich gewinnen – und so fünfeinhalb Millionen Menschen mehr vor dem Virus schützen. 

Zusätzliche Kosten entstehen dem Staat nicht, denn Biontech berechnet diese sechste Dosis nach eigenen Angaben nicht. Der Mainzer Hersteller will die Füllmenge auch nicht reduzieren. Biontech überfüllt die Fläschchen bewusst, damit auch Ärzte mit wenig Erfahrung und schlechtem Equipment problemlos die vom Hersteller garantierten fünf Dosen extrahieren können.

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Am Vormittag hat die EU-Kommission einen Vertrag über weitere 300 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs abgeschlossen. 75 Millionen Dosen davon sollen bereits im zweiten Quartal 2021 zur Verfügung stehen. In den vergangenen Wochen hatte es vermehrt Klagen über die Knappheit von Impfstoff in Deutschland und anderen EU-Staaten gegeben.

kry/dpa/AFP