Angepasste Impfstoffe US-Immunologe Fauci erwartet jährliche Impfungen gegen das Coronavirus

Solange keine »dramatisch andere Variante« auftritt: US-Präsidentenberater Anthony Fauci geht davon aus, dass künftig eine Coronaimpfung im Jahr reichen wird.
Anthony Fauci verlässt seine Position als Präsidentenberater zum Jahresende

Anthony Fauci verlässt seine Position als Präsidentenberater zum Jahresende

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Patrick Semansky / dpa

Der US-Immunologe Anthony Fauci erwartet künftige Coronaimpfungen in der Häufigkeit der Grippeschutzimpfung. »Es wird immer deutlicher, dass wir uns mit Blick auf die Covid-19-Pandemie wegen des Fehlens einer dramatisch anderen Variante wahrscheinlich auf einem Weg zu einer Impffrequenz bewegen, die der des jährlichen Grippeimpfstoffs ähnelt«, sagte Fauci.

Die voraussichtlich jährlich aktualisierte Covid-19-Impfung würde auf die jeweils aktuell zirkulierenden Varianten zugeschnitten sein. Risikogruppen könnten allerdings häufiger eine Auffrischungsimpfung benötigen, fügte Fauci hinzu.

Auffrischungsimpfungen sollen bald beginnen

Fauci, der seine Position als Präsidentenberater zum Jahresende verlässt, warb bei der US-Bevölkerung dafür, sich das Mittel spritzen zu lassen. Es sei zentral für optimalen Schutz vor Covid-19.

Die zuständigen US-Behörden hatten in den vergangenen Tagen zwei an die Omikron-Variante angepasste Coronaimpfstoffe zugelassen. Bei den beiden Präparaten handelt es sich um sogenannte bivalente mRNA-Impfstoffe der Unternehmen Biontech/Pfizer und Moderna. Sie sind sowohl an den ursprünglichen Virustyp als auch an die Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5 angepasst. Damit unterscheiden sie sich von den Omikron-Impfstoffen, die in Kürze in Deutschland gespritzt werden sollen. Diese sind an den Subtyp BA.1 angepasst.

Die Verteilung der Dosen hat den Angaben zufolge in den USA bereits begonnen. Die Auffrischungsimpfungen sollen noch in dieser Woche gestartet werden und einer neuen Welle im Winter vorbeugen.

Im Interview mit dem SPIEGEL hatte Paul Burton, Chief Medical Officer bei Moderna, zuletzt ebenso die Hoffnung geäußert, dass künftig eine Coronaimpfung pro Jahr reichen könnte.

svs/dpa/AFP
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