Coronavirus in Deutschland RKI registriert erneut Rückgänge bei Neuinfektionen und Inzidenz

Auch am Freitagmorgen meldet das Robert Koch-Institut sinkende Coronakennzahlen. Allerdings breitet sich laut Experten die wohl leichter übertragbare Omikron-Variante BA.2 kontinuierlich aus.
Corona-Testzentrum in Hannover Anfang Februar

Corona-Testzentrum in Hannover Anfang Februar

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Julian Stratenschulte / dpa

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat 210.743 positive Coronatests binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind 9305 Fälle weniger als am Freitag vor einer Woche, als 220.048 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz fällt leicht auf 1259,5 von 1265,0 am Donnerstag.

226 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 122.371. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 14,39 Millionen Coronatests positiv aus.

Obwohl der Scheitelpunkt der Infektionswelle überschritten zu sein scheint, sieht das RKI weiter einen sehr hohen Infektionsdruck in der Bevölkerung. Das zeige auch der weiter hohe Anteil an positiv ausgefallenen PCR-Tests, schreibt die Behörde in ihrem Wochenbericht. Bei fast jedem zweiten solchen Test sei dies vorige Woche der Fall gewesen.

»Erneute Zunahme der Fallzahlen nicht ausgeschlossen«

Angenommen wird im Bericht, dass geschätzt 1,4 bis 2,3 Millionen Menschen in Deutschland vergangene Woche an akuten Atemwegssymptomen durch Covid-19 erkrankten. In dem Zusammenhang errechnete das RKI etwa 380.000 Arztbesuche.

Wie Analysen zu Virusvarianten zeigen, breitet sich die wohl noch leichter übertragbare Mikro-Untervariante BA.2 in Deutschland kontinuierlich aus. Nach den aktuellsten verfügbaren Daten für die Woche bis zum 13. Februar lag der BA.2-Anteil in einer Stichprobe positiver Befunde laut Bericht bei knapp 24 Prozent. Die Entwicklung der Wochen zuvor zeigte Steigerungen von fünf auf elf auf 16 Prozent. Modellierer erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzt.

So etwa ein Team der TU Berlin: Dieses hatte am Mittwoch einen Bericht veröffentlicht, wonach durch BA.2 ab Ende Februar mit einem Wiederanstieg der Infektionszahlen zu rechnen sei. Verwiesen wurde dabei auch auf die Entwicklung in Dänemark.

Vor allem Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 14 Jahren infiziert

Das RKI schreibt, wegen der leichteren Übertragbarkeit von BA.2 könne »eine deutlich langsamere Abnahme oder erneute Zunahme der Fallzahlen nicht ausgeschlossen werden«. Die weitere Entwicklung hänge auch stark von der Entwicklung der Kontakte im Rahmen der geplanten Lockerungen ab.

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In Deutschland dominiert bisher die Omikron-Untervariante BA.1. Ihr Anteil geht in den RKI-Auswertungen zurück und liegt nun noch bei 75 Prozent. »In Populationen mit hoher Immunität durch Impfungen bzw. bereits durchgemachten Infektionen wurden keine Unterschiede im Schweregrad der Erkrankungen zwischen BA.1 und BA.2 festgestellt«, heißt es im Wochenbericht.

Darüber hinaus weist der Bericht aus, dass Omikron zunehmend bei älteren Menschen ankommt: »Während die Sieben-Tage-Inzidenzen in allen Altersgruppen bis 69 Jahre sanken, war bei den ab 70-Jährigen in der vergangenen Woche ein weiterer Anstieg zu verzeichnen«, heißt es. Auch gebe es zunehmend Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen. Das Niveau sei in diesem Winter allerdings deutlich geringer als im vergangenen.

An Schulen hingegen sind die gemeldeten Ausbrüche im Zuge der Omikronwelle auf Spitzenwerte seit Pandemiebeginn laut RKI gestiegen. Der Maximalwert war demnach in der dritten Januarwoche erreicht, mit bisher 1089 gemeldeten Ausbrüchen. Bei Kindern und Jugendlichen von fünf bis 14 Jahren ist die Zahl erfasster Infektionen auch momentan noch unter allen Altersgruppen mit Abstand am höchsten.

Bundesjustizminister zweifelt an Sinn einer allgemeinen Impfpflicht

Währenddessen wird das ursprünglich von der Bundesregierung für Ende Januar angepeilte Ziel von 30 Millionen weiteren Coronaimpfungen nach Schätzungen des Corona-Krisenstabs wohl erst Anfang April erreicht. Der Leiter des Gremiums, Generalmajor Carsten Breuer, sagte der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«: »Wenn der Impffortschritt so weiter geht wie derzeit, dann käme man hochgerechnet auf Anfang April, bis die nächsten 30 Millionen Impfungen geschafft sind.«

Am Dienstag wurden nach Daten des RKI in Deutschland lediglich 148.000 Impfdosen verabreicht. Am Dienstag vor einer Woche hatten sich mehr als 191.000 Menschen impfen lassen.

Was den Nutzen einer allgemeinen Impfpflicht angeht, hat indes Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) Zweifel angeführt. »Sollten wir im Herbst oder Winter ein Problem haben, würde dies nicht automatisch bedeuten, dass wir es mit Impfpflicht nicht gehabt hätten«, sagte Buschmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Schließlich wisse man nicht, mit welchen Varianten man es dann zu tun habe und ob die jetzt verfügbaren Impfstoffe dann auch wirken werden. »Deshalb wird die Logik, man müsse jetzt einfach irgendetwas tun, damit einem im Herbst nicht ein Vorwurf gemacht wird, der Lage nicht gerecht«, so der Bundesjustizminister.

mst/dpa/Reuters
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