Coronavirus in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

Das Robert Koch-Institut hat 122.111 Coronaneuinfektionen binnen eines Tages registriert, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 1213. Im Zusammenhang mit dem Virus sind 235 weitere Menschen gestorben.
Menschen warten vor einem Coronatestzentrum in Berlin

Menschen warten vor einem Coronatestzentrum in Berlin

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 1213 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1238,2 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1306,8 (Vormonat: 1206,2). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 122.111 Coronaneuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von fünf Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 125.902 Ansteckungen.

Experten gehen von einer hohen Zahl an Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Ein Grund sind die begrenzten Kapazitäten etwa von Gesundheitsämtern, oft werden Kontakte nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem gibt es nach Einschätzung des Laborverbands ALM inzwischen eine größere Zahl von Menschen, deren Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigt wird – diese Infektionen fließen damit nicht in die offiziellen Statistiken ein.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 235 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 306 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 14.867.218 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen coronainfizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 6,08 an (Freitag: 6,28). Darunter sind auch viele Menschen mit positivem Coronatest, die eine andere Haupterkrankung haben. Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Dienstag mit 11.239.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 122.937.

Tausende protestieren gegen Coronapolitik – Teilnehmerzahlen sinken

Am Montag sind in Deutschland erneut in zahlreichen Städten mehrere Tausend Menschen gegen Coronamaßnahmen und gegen eine Impfpflicht auf die Straße gegangen. Die Versammlungen waren aber meist kleiner als noch vor wenigen Wochen, wie die Polizei berichtete. Die Proteste verliefen demnach weitgehend friedlich.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden landesweit mehr als 6000 Menschen bei mehr als 20 Protestzügen und -versammlungen gezählt, wie Polizeisprecher mitteilten. Das seien etwa 20 Prozent weniger als vor zwei Wochen. In Schwerin und Stralsund trafen sich Hunderte Demonstranten zu Gegenaktionen, bei denen im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg zugleich »Gegen Krieg und Aufrüstung und für Frieden« demonstriert wurde. In Schwerin bildeten rund 500 Menschen eine Menschenkette um das Rathaus.

In Sachsen nahmen in den Landkreisen Görlitz und Bautzen besonders viele Menschen an Versammlungen gegen Coronamaßnahmen teil. Die Polizei zählte rund 10.400 Teilnehmer, der größte einzelne Aufzug fand in Bautzen mit 2800 Menschen statt. In Sachsen-Anhalt zählte die Polizei in Halle (Saale) bei einem Aufzug etwa 2000 Menschen.

In Thüringen kamen in Gera und Altenburg bei der Polizei zufolge nicht angemeldeten Versammlungen jeweils etwa 1200 Menschen zusammen. Auch an weiteren Orten in Thüringen protestierten insgesamt Tausende Menschen auf zum Teil angemeldeten, aber auch nicht angemeldeten Versammlungen gegen die Coronapolitik.

In Schleswig-Holstein liefen Gegner der Coronabeschränkungen in Lübeck wegen unterschiedlicher Auffassungen zu Ausrichtung, Stil und Ablauf der Demonstration in zwei verschiedenen Zügen durch die Stadt. Nach Polizeiangaben beteiligten sich unter dem Motto »Für Frieden, Freiheit und Demokratie« etwa 500 Menschen, an einer anderen unter dem Motto »Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht« rund 330 Menschen. In den vergangenen Wochen hatten jeweils montags bis zu 2500 Menschen gegen die Coronabeschränkungen und eine mögliche Impfpflicht demonstriert.

Auch in anderen Städten Deutschlands kam es zu zahlreichen Versammlungen gegen die Coronapolitik.

cop/dpa