Coronavirus in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 1426

Das Robert Koch-Institut hat innerhalb von 24 Stunden 95.267 Coronaneuinfektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt erneut auf einen Höchstwert. 49 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.
Coronaschnelltest in Dresden

Coronaschnelltest in Dresden

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Coronaneuinfektionen in Deutschland hat einen weiteren Höchstwert erreicht. Sie lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI)  am Montagmorgen bundesweit bei 1426,0. Am Sonntag hatte sie bei 1400,8 gelegen. Am Montag vergangener Woche lag sie noch bei 1176,8. Die Inzidenz zeigt die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden am Montagmorgen bei 95.267 – nach 133.173 am Sonntag und 78.318 am Montag vergangener Woche. Wie das RKI weiter mitteilte, wurden am Montag zudem 49 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet.

Seit Pandemiebeginn verzeichneten die Gesundheitsämter nach Angaben des RKI insgesamt 11.117.857 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Coronatoten in Deutschland liegt nun bei 118.766. Die Zahl der von einer Coronaerkrankung genesenen Menschen in Deutschland beziffert das RKI auf rund 8.142.100.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung oder Lockerung der Coronamaßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht lag die Hospitalisierungsinzidenz am Freitag bundesweit bei 5,45.

Lauterbach will vor Ostern lockern – Merz fordert Fahrplan

Derweil hat Karl Lauterbach gut eine Woche vor der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz baldige Lockerungen von Coronabeschränkungen in Aussicht gestellt. »Ich glaube, dass wir deutlich vor Ostern lockern werden. Davon bin ich fest überzeugt«, sagte der Gesundheitsminister der »Bild«. Ostern ist in diesem Jahr Mitte April. Gleichzeitig warnte er: »Wir sind vor dem Höhepunkt der Welle. In das Maximum der Fallzahlen jetzt zu lockern, das bedeutet: Ich gieße Öl ins Feuer«, sagte der SPD-Politiker.

Für den 16. Februar ist das nächste Spitzengespräch zwischen den Ministerpräsidenten und Scholz geplant. Dort könnten bundesweite Lockerungen vereinbart werden. Am 24. Januar hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, »Öffnungsperspektiven« zu entwickeln, sobald eine Überlastung des Gesundheitssystems ausgeschlossen werden kann.

Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz spricht sich in Bezug auf mögliche Lockerungen für ein regional abgestuftes Vorgehen aus. »Wir haben ein sehr unterschiedliches Infektionsgeschehen. Schleswig-Holstein könnte sich fast schon dem dänischen Weg anschließen. Für Bayern und Sachsen kommt das zurzeit noch nicht infrage. Wir müssen also regional abgestuft vorgehen«, sagte Merz der »Rheinischen Post«. Er erwartet sich von der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz »einen Fahrplan, der vorsichtig bleibt, aber den Menschen auch endlich Perspektiven bietet«.

Hessen lockert von Montag an seine Coronabeschränkungen und beendet die 2G-Regel im Einzelhandel, in Schleswig-Holstein steht dieser Schritt am Mittwoch an. Baden-Württemberg arbeitet an einem Lockerungsplan für die Coronabeschränkungen, der womöglich Ende Februar greifen könnte.

Im Hinblick auf die unterschiedlichen Lockerungspläne der Länder fordert der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, hingegen eine bundeseinheitliche Umsetzung und mehr Klarheit in der Kommunikation. »Wir müssen jetzt festlegen, was, wann und unter welchen Umständen geschieht. Dabei müssen wir aber höllisch aufpassen, dass manche Diskutanten nicht die abstrakte Debatte mit einer konkreten Handlungsanweisung verwechseln. Sonst wird den Menschen das falsche Signal vermittelt, es sei schon so weit«, sagte Montgomery der »Rheinischen Post«.

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»Solidarität der Länder gefordert«

Mit Blick auf eine mögliche bundesweite Aufhebung der 2G-Regel im Einzelhandel forderte er eine bessere wissenschaftliche Datenlage, die dann aber auch bundesweit angewendet werden solle. »Entscheidend ist, wo die Infektionstreiber sind. Sind es nicht die Kontakte im Handel? Dann sollte 2G dort durch eine konsequente Maskenpflicht ersetzt werden. Wir brauchen mehr wissenschaftliche Evidenz, was wo geschieht.« Diese müsse dann aber auch bundeseinheitlich und konsequent umsetzen. »Nicht Hü in Brandenburg und Hott in Sachsen-Anhalt. Hier ist die Solidarität der Länder gefordert«, so Montgomery.

Auch der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, forderte eine klare und verlässliche Perspektive; das heiße aber nicht, dass sofort Öffnungen erfolgen sollten. »Auch sollten keine festen Termine für Lockerungen genannt werden, die am Ende wieder kassiert werden müssen und bei allen Beteiligten zu Enttäuschungen führen«, sagte Gaß der »Rheinischen Post«.

cop/AFP
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