Coronavirus in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf mehr als 1200

Das RKI hat 162.613 Coronaneuinfektionen binnen 24 Stunden registriert, die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf einen weiteren Höchstwert. Patientenschützer fordern derweil einen Aufschub bei der Impfpflicht für Pflegeberufe.
Corona-Teststelle im niedersächsischen Laatzen

Corona-Teststelle im niedersächsischen Laatzen

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat einen weiteren Höchstwert erreicht. Sie lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI)  am Dienstagmorgen bundesweit bei 1206,2. Am Montag hatte sie bei 1176,8 gelegen, am Dienstag vergangener Woche noch bei 894,3. Die Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden am Montagmorgen bei 162.613 – nach 78.318 am Montag und 126.955 am Dienstag vergangener Woche. Weiter teilte das RKI mit, dass am Dienstag zudem 188 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet wurden.

Seit Pandemiebeginn verzeichneten die Gesundheitsämter nach Angaben des RKI insgesamt 9.978.146 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Coronatoten in Deutschland liegt nun bei 117.974. Die Zahl der von einer Corona-Erkrankung genesenen Menschen in Deutschland ist laut dem RKI auf rund 7.705.000 gestiegen.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung oder Lockerung der Coronamaßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht lag die Hospitalisierungsinzidenz am Montag bundesweit bei 4,64.

Patientenschützer fordern Aufschub bei Impfpflicht für Pflegeberufe

Derweil fordert die Stiftung Patientenschutz eine Verschiebung der Corona-Impfpflicht für Beschäftigte von Kliniken und Pflegeheimen. »Die Impfpflicht für medizinisch-pflegerische Berufe darf nicht mit der Brechstange eingeführt werden«, sagte der Vorstand Eugen Brysch der Nachrichtenagentur dpa. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) müsse die Sorgen vor Ort ernst nehmen.

»Gesundheitsämter, Ordnungsbehörden und Arbeitgeber sehen sich nicht in der Lage, das Mammutwerk bis zum 15. März ohne schwere Verwerfungen durchzusetzen«, sagte Brysch. Lauterbach müsse wissen, dass die Versorgung von bis zu 200.000 Pflegebedürftigen und Kranken in Gefahr sei. »Ein Aufschub ist dringend geboten.«

Das von Bundestag und Bundesrat beschlossene Gesetz legt fest, dass Beschäftigte in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen wie Pflegeheimen und Kliniken bis 15. März nachweisen müssen, dass sie gegen Corona geimpft oder vor einer Infektion genesen sind – oder ein Attest vorlegen, dass sie nicht geimpft werden können. Arbeitgeber müssen die Gesundheitsämter informieren, wenn dies nicht geschieht. Diese beklagen aber, mit der Kontrolle überfordert zu sein.

cop/AFP
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