Leserfragen zum Coronavirus Ist das Coronavirus durch Wasser übertragbar?

Theoretisch können Coronaviren wochenlang in Wasser infektiös bleiben. Was das für eine mögliche Ansteckung bedeutet.
Coronaviren im Wasser: Die Gefahr, sich bei einem Menschen anzustecken, ist viel größer

Coronaviren im Wasser: Die Gefahr, sich bei einem Menschen anzustecken, ist viel größer

Foto: Jens Büttner/ dpa

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Ein Leser fragt: Ist eigentlich klar, ob das Virus im Wasser überlebt oder über Wasser übertragbar ist?

Die Antwort von Julia Köppe, Redakteurin im Wissenschaftsressort des SPIEGEL: Alles spricht im Moment dafür, dass eine Infektion mit dem Coronavirus über Wasser oder Nahrungsmittel so gut wie ausgeschlossen ist und Leitungswasser gefahrlos getrunken werden kann.

Zwar haben vorherige Studien mit verwandten Coronaviren gezeigt, dass die Erreger theoretisch über Wochen in Wasser infektiös bleiben können. Für das aktuell kursierende Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es dafür bisher jedoch keinen Nachweis, berichten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Umweltbundesamt (UBA). Zudem werden solche Versuche in Laboren mit einer sehr hohen Virenlast durchgeführt, die sich von realen Bedingungen unterscheiden.

Generell werden behüllte Viren wie das Coronavirus in der Umwelt deutlich schneller inaktiv als andere Viren, weil beispielsweise Sonnenlicht ihre schützende Fettschicht angreift. Andere Erreger wie das Norovirus sind deutlich hartnäckiger und können nachweislich auch über kontaminiertes Wasser übertragen werden.

"Trinkwasser gegen alle Viren geschützt"

Theoretisch wäre auch beim neuartigen Coronavirus eine fäkal-orale Ansteckung denkbar - beispielsweise, wenn Wasser durch Fäkalien verunreinigt würde. Bisher gibt es jedoch keinen einzigen dokumentierten Fall. Zwar fanden sich in Stuhlproben von Corona-Infizierten Spuren des Virus, aber ob diese ausreichen, um jemanden anzustecken, ist unklar.

In Deutschland speist sich ohnehin ein Großteil des Leitungswassers aus Grundwasser, das meist über Jahrzehnte durch Bodenschichten gesickert ist und dabei gereinigt wurde. So lange können sich auch hartnäckige Viren nicht halten. Trinkwasser durchläuft in Aufbereitungsanlagen zudem einen mehrstufigen Reinigungsprozess, bei dem Viren herausgefiltert und beispielsweise durch UV-Strahlung unschädlich gemacht werden. Auch Abwasser wird gereinigt.  

"Trinkwässer, die unter Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik gewonnen, aufbereitet und verteilt werden", schreibt das Umweltbundesamt, "sind sehr gut gegen alle Viren, einschließlich Coronaviren, geschützt."

koe
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