Laborversuch in China Coronavirus konnte Katzen infizieren – Hunde nicht

Das Coronavirus kann sich in Katzen vermehren, möglicherweise geben die Tiere den Erreger sogar an Artgenossen weiter, zeigen erste Experimente. Für ihre Besitzer sind die Haustiere aber keine Gefahr.
Bei der Corona-Pandemie spielen Haustiere keine große Rolle

Bei der Corona-Pandemie spielen Haustiere keine große Rolle

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Westend61/ imago images

Katzen konnten unter Laborbedingungen mit dem Coronavirus infiziert werden, berichten chinesische Forscher. Zudem gibt es Hinweise, dass ein infiziertes Tier das Virus an eine gesunde Katze über Tröpfcheninfektion weitergegeben hat. In Hunden hielt sich das Virus dagegen nur schlecht. In Schweinen, Hühnern und Enten überhaupt nicht, heißt es in der Studie, die auf dem Preprint-Server bioRxiv  veröffentlicht wurde und die noch nicht von unabhängigen Wissenschaftlern verifiziert werden konnte.

Laut Genanalysen ist das Coronavirus sehr wahrscheinlich Anfang Dezember von einem Tier auf den Menschen übergesprungen, von welchem Tier ist jedoch unklar. Der nächste Verwandte des Erregers wurde in Fledermäusen gefunden. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass das Virus von Fledermäusen übertragen wurden. Viele Fledermausarten hielten zum Zeitpunkt des Ausbruchs in China Winterschlaf, zudem wurden laut chinesischen Behörden auf dem Markt in Wuhan keine Fledermäuse angeboten. Dort war das Virus zuerst entdeckt worden.

Forscher gehen deshalb davon aus, dass das Virus einen Zwischenwirt befiel, ehe es auch Menschen infizieren konnte. Die Forscher des Veterinärzentrum Harbin haben deshalb nun Tiere untersucht, die in engem Kontakt mit Menschen stehen.

Viruslast reicht nicht, um Menschen anzustecken

In dem Versuch hatten die Forscher Katzen über die Nase hohe Dosen des Coronavirus verabreicht und einige Tage später Proben aus den Tieren entnommen. Demnach konnte das Virus im Rachen- und Nasenbereich nachgewiesen werden, wo es sich offenbar vervielfältigt hatte. In den Lungen und anderen Organen fanden sich dagegen keine Spuren des Erregers.

Anschließend stellten die Wissenschaftler neben drei Käfige mit je einer infizierten Katze einen Käfig mit einem gesunden Tier. Bei einem dieser Paare konnte nach einigen Tagen auch bei der nicht künstlich infizierten Katze das Virus nachgewiesen werden. Zudem hatte das Tier Antikörper gegen den Erreger gebildet.

Die Forscher schließen daraus, dass sich die Katze bei ihrem Artgenossen über Tröpfcheninfektion angesteckt haben könnte. Da die anderen Tiere jedoch frei von dem Virus blieben, ist es wahrscheinlich, dass es nur schwer zwischen Katzen übertragbar ist. Auch eine versehentliche Infektion der Katze über einen anderen Weg, ist denkbar.

Ein Nachweis, dass Katzen möglicherweise Menschen infizieren könnten, ist die Studie nicht. Die Ergebnisse basieren auf Laborexperimenten, bei denen die Tiere bewusst mit einer hohen Dosis des Virus infiziert wurden. Das entspricht nicht dem Übertragungsweg im echten Leben, betonte die Virologin Linda Saif von der Ohio State University gegenüber dem Fachblatt "Nature" . Es gebe keinen Hinweis, dass die Virenlast ausreiche, damit Katzen Menschen anstecken können.

Die chinesischen Forscher hatten auch Hunden, Schweinen, Hühnern und Enten das Coronavirus verabreicht. Nur in Hunden ließen sich geringe Spuren des Virus nachweisen, die jedoch nicht infektiös waren. In den anderen Tieren fanden sich Tage nach der Infektion überhaupt keine Anzeichen des Coronavirus.

Bisher gab es nur wenige Berichte, laut denen das Virus bei Haustieren nachgewiesen wurde, bei einer Katze in Belgien und zwei Hunden in Hongkong. Die Testergebnisse bei Hunden fielen allerdings nur schwach positiv aus. Wahrscheinlich hatten sie das Virus über ihre Besitzer aufgenommen, die Viren konnten sich in den Körpern der Tiere jedoch sehr wahrscheinlich nicht vermehren.

Belgische Behörden berichteten zudem von einem Verdachtsfall, bei dem sich eine Katze bei ihrem Besitzer angesteckt haben könnte. Das Tier entwickelte Symptome wie Atem- und Verdauungsbeschwerden.

In dem Laborversuch in China zeigten die Katzen jedoch keine auffälligen Krankheitssymptome, nur bei infizierten Jungkatzen wurden Veränderungen in der Lunge und den Atemwegen entdeckt, die möglicherweise auf die Corona-Infektion zurückzuführen sind.

Auch vorherige Studien sprechen dafür, dass Katzen keine Gefahr für ihre Besitzer sind. So ist bekannt, dass sich Katzen auch mit dem eng verwandten Sars-Virus anstecken können und den Erreger an Artgenossen weitergeben. Allerdings häuften sich Sars-Fälle nicht bei Menschen, die mit Katzen zusammenlebten. Sehr wahrscheinlich spielen Haustiere auch bei dem aktuellen Ausbruch keine große Rolle.

koe