Coronavirus Krankenkassen kündigen schnelle Einführung von Massentests an

Um das Virus einzudämmen, braucht es möglichst viele Tests. Bisher jedoch blieben viele Kapazitäten ungenutzt. Jetzt soll massenhaft getestet werden - nur die Finanzierung wirft noch Fragen auf.
Corona-Testproben (Symbolbild): "allgemeine Finanzierungszusage des Bundes"

Corona-Testproben (Symbolbild): "allgemeine Finanzierungszusage des Bundes"

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CARL DE SOUZA/ AFP

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat eine schnelle Einführung von Massentests in der Coronakrise angekündigt. "Die gezielte Ausweitung von Corona-Tests ist der richtige Ansatz, und wir begrüßen, dass dafür jetzt der Weg frei gemacht wird", sagte GKV-Vorständin Stefanie Stoff-Ahnis dem "Handelsblatt". Die Kassen würden nun für eine rasche und reibungslose Umsetzung der Verordnung sorgen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte in einer Verordnung die Ausweitung der Tests angekündigt. Künftig soll in Krankenhäusern, Pflegeheimen sowie nach Ausbrüchen in Schulen oder Kitas breiter getestet werden - auch wenn Menschen keine Krankheitssymptome haben.

Die GKV kritisierte, dass die Massentests aus dem Gesundheitsfonds bezahlt werden sollen, in den die Beiträge der gesetzlich Versicherten fließen. "Wir werden weiter darauf dringen, dass diese Maßnahme der staatlichen Pandemiebekämpfung voll und ganz refinanziert wird", sagte Stoff-Ahnis. Der "ganz konkreten Finanzierungsverpflichtung der gesetzlichen Krankenversicherung auch für Privatversicherte und Nichtversicherte" stehe "eine allgemeine Finanzierungszusage des Bundes" gegenüber.

Bisher blieben große Testkapazitäten ungenutzt, viele Labors in Deutschland sind nicht ausgelastet. Als Gründe werden unter anderem weniger Menschen mit Atemwegsinfektionen im Frühling aufgeführt, aber auch finanzielle Aspekte spielen eine Rolle. So mussten Patienten ohne Symptome bisher damit rechnen, dass sie den Test selbst bezahlen.

hba/AFP