Meta-Studie zu Folgen einer Coronainfektion Long Covid betrifft Kinder weniger stark als erwartet

Nach einer Sars-CoV-2-Infektion halten die Symptome bei Kindern und Jugendlichen in der Regel nicht länger an als drei Monate, zeigt eine Meta-Studie. Ausgewertet wurden Krankheitsdaten von mehr als 19.000 Kindern.
Eine Covid-Erkrankung verläuft bei Kindern weniger schwer als bei Erwachsenen. Auch Long Covid dürfte ein geringeres Problem darstellen

Eine Covid-Erkrankung verläuft bei Kindern weniger schwer als bei Erwachsenen. Auch Long Covid dürfte ein geringeres Problem darstellen

Foto: d3sign / Getty Images

Anders als bei Erwachsenen halten die Symptome einer Long-Covid-Erkrankung bei Kindern selten länger als zwölf Wochen an. Zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse verschiedener Studien zum Thema.

Für die Untersuchung, die in der Fachzeitschrift »Pediatric Infectious Disease Journal«  veröffentlicht wurde, werteten die beteiligten Forscherinnen und Forscher unter der Leitung des Murdoch Children's Research Institute  in Australien 14 internationale Studien aus.

Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Bauchschmerzen

Damit wurden die Daten von mehr als 19.400 Kindern und Jugendlichen miteinbezogen, die von anhaltenden Symptomen nach einer Covid-Erkrankung  berichtet hatten. Zu den häufigsten Symptomen, die die Kinder im Zeitraum von vier bis zwölf Wochen nach der akuten Infektion gemeldet hatten, zählten Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Bauchschmerzen.

Für das Krankheitsbild Long Covid gibt es jedoch keine einheitliche Beschreibung. Die Symptome können individuell unterschiedlich ausfallen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten fest, dass bestimmte Bedingungen das Risiko für Kinder und Jugendliche deutlich erhöhen: Kinder, die etwa an chronischen Nierenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Immunstörungen litten, aber auch schwer übergewichtige Kinder und Jugendliche hätten ein 25-fach höheres Risiko für schwere Covid-19-Erkrankungen. Diese Einschätzung stützt eine Meta-Studie aus dem Februar : Unter Kindern und Jugendlichen mit Vorerkrankungen lag der Anteil schwerer Covid-Erkrankungen bei 5,1 Prozent. Bei Kindern ohne Vorerkrankungen lag dieser Prozentsatz bei 0,2.

Delta führt bei Kindern nicht zu schwereren Verläufen

In einem kürzlich veröffentlichten Bericht  des australischen Instituts wurde auch der Einfluss der Delta-Variante auf die Krankheitsverläufe bei Kindern untersucht. Nach zehn Monaten im Umlauf habe Delta keine schwereren Erkrankungen bei Kindern verursacht als frühere Varianten, hieß es darin. Weiterhin seien die meisten Fälle symptomlos oder mild verlaufen.

Weil die Delta-Variante  allerdings ansteckender sei als frühere Varianten, nehme die Zahl der erkrankten Kinder zu – und damit auch die Anzahl derer, die schwere Krankheitsverläufe erleben.

Die bisherige Datenlage reicht nicht aus

Die Meta-Analyse des Murdoch Children's Research Institute hält allerdings auch fest: Um das Risiko und die Auswirkungen einer Long-Covid-Erkrankung bei jungen Menschen klarer einzugrenzen, seien weitere Untersuchungen und bessere Daten notwendig. Diese Daten seien auch für Entscheidungen über die Impfpolitik von Bedeutung.

»In den aktuellen Studien fehlen eine klare Falldefinition und altersbezogene Daten«, sagte etwa der Arzt und Infektiologe Nigel Curtis, der an der Meta-Untersuchung beteiligt war.

Auch die Wissenschaftlerin Petra Zimmermann von der Schweizer Universität Freiburg sagte, dass Long-Covid-Symptome bei Kindern nur schwer von indirekten Auswirkungen der Pandemie zu unterscheiden seien: Auch Schulschließungen hätten möglicherweise einen gesundheitlichen Einfluss, ebenso wie mangelnde Bewegung und weniger Kontakt zu Freundinnen und Freunden .

»Das unterstreicht, wie wichtig es ist, dass künftige Studien strengere Kontrollgruppen einbeziehen, einschließlich Kindern mit anderen Infektionen und solchen, die aus anderen Gründen ins Krankenhaus oder auf die Intensivstation eingewiesen wurden«, sagte Petra Zimmermann.

vki
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.