+++ News-Update am Montag +++ USA lockern Reisewarnung für China

Trotz der andauernden Kritik des Weißen Hauses haben die USA die Reisewarnung für China gelockert. Und: In Bayern hat sich die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Schüler übers Wochenende verdoppelt. Der Überblick.
Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping während des G20-Treffens im japanischen Osaka 2019

Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping während des G20-Treffens im japanischen Osaka 2019

Foto: Kevin Lamarque / REUTERS

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US-Reisewarnung für China gelockert

23.42 Uhr: Trotz der ständigen Kritik des Weißen Hauses an der chinesischen Corona-Politik haben die USA ihre strikte Reisewarnung für die Volksrepublik gelockert. Die Bedingungen in China hätten sich verbessert, erklärte das Außenministerium am Montag in Washington. US-Bürger sollten zwar immer noch genau überlegen, ob sie nach China reisen wollten. Die bisherige strikte Reisewarnung gelte aber nicht mehr.

Die Lockerung der US-Reisehinweise erfolgte ein Woche, nachdem China offiziell den "Sieg" über das Coronavirus verkündet hatte. In der chinesischen Millionenstadt Wuhan war das neuartige Coronavirus Ende des vergangenen Jahres erstmals aufgetreten. US-Präsident Donald Trump wirft der Führung in Peking regelmäßig vor, sie habe den Ausbruch vertuscht und sei deshalb für die verheerenden weltweiten Auswirkungen der Pandemie mitverantwortlich.

Daten von mehr als 18.000 infizierten Walisern veröffentlicht

21.11 Uhr: Persönliche Daten von 18.105 Walisern, die positiv auf Covid-19 getestet worden sind, sollen von einem öffentlichen Server aus Versehen ins Internet geladen worden sein. Über 20 Stunden seien die Informationen online abrufbar gewesen, teilte Public Health Wales mit. Das Datenleck sei Folge menschlichen Versagens gewesen, heißt es weiter. Man habe Maßnahmen eingeleitet, damit ein solcher Zwischenfall in Zukunft nicht mehr vorkommen werde.

New York: Thanksgiving-Parade wird online stattfinden

21.04 Uhr: Die traditionelle Thanksgiving-Parade in New York wird in diesem Jahr nur online stattfinden. Das Spektakel solle diesmal "neu gedacht" werden, teilten die Organisatoren der Kaufhauskette Macy's am Montag mit. "Es wird nicht dieselbe Parade werden, die wir kennen", sagte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio. Aber auch bei der Online-Version würden die Menschen "den Geist und die Freude dieses Tags spüren" können.

Normalerweise werden zum Feiertag Thanksgiving im November jedes Jahr riesige Heliumballons mehr als drei Kilometer durch die Straßen der Millionenmetropole getragen. Rund 8000 Tänzer, Fahnenträger, Musiker und Verkleidete nehmen an der Parade teil. Mehr als drei Millionen Zuschauer stehen am Streckenrand, etwa 50 Millionen Menschen schauen das seit mehr als 90 Jahren stattfindende Spektakel im Fernsehen an.

Der Bundesstaat und vor allem die Millionenmetropole New York waren im Frühjahr ein Zentrum der Coronavirus-Pandemie. Inzwischen haben sich die Zahlen aber auf niedrigem Niveau stabilisiert. Zuletzt waren in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern noch rund 450 infizierte Menschen im Krankenhaus, weniger als ein Prozent der Zehntausenden täglichen Tests fiel positiv aus.

Frankreich: Zahl der Corona-Toten steigt auf 30.950

18.59 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der Infizierten um 6158 angestiegen. Im Mittel der vergangenen Woche waren über 8000 Angesteckte pro Tag erfasst worden. Die an Montagen veröffentlichten Zahlen sind allerdings in der Regel auffallend niedrig, da sonntags weniger als an den anderen Wochentagen getestet wird. Insgesamt liegt die Zahl der Infizierten bei 387.252. Die Zahl der Corona-Toten steigt in den vergangenen 24 Stunden um 34 auf 30.950 an.

Medienberichte: Airbus-Chef warnt vor Entlassungen

18.52 Uhr: Airbus-Chef Guillaume Faury soll die Belegschaft des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns laut Zeitungsberichten vor Entlassungen gewarnt haben. Es sei "unwahrscheinlich, dass das freiwillige Ausscheiden aus dem Unternehmen" ausreiche, um 15.000 Arbeitsplätze abzubauen, zitierte unter anderem die französische Wirtschaftszeitung "La Tribune" am Montag aus einem Brief an die MitarbeiterInnen.

Airbus bestätigte lediglich, dass am Freitag ein entsprechender Brief Faurys an die Belegschaft gegangen sei, machte aber keinerlei Angaben zum Inhalt. Airbus hatte wegen der Coronakrise die Produktionspläne gekappt und den Abbau von weltweit 15.000 der rund 90.000 Jobs in der Verkehrsflugzeugsparte angekündigt. Auch mehrere Tausend Stellen in Deutschland sind von dem Sparplan betroffen.

Corona hatte das Unternehmen tief in die roten Zahlen gerissen. Weil die Zahl der Flugzeugauslieferungen einbrach, stand im zweiten Quartal unterm Strich ein Verlust von mehr als 1,4 Milliarden Euro.

Queen ist begeistert von Lockdown-Fotos der Briten

18.29 Uhr: Queen Elizabeth II. ist offensichtlich angetan von der Widerstandsfähigkeit ihrer Landsleute. Zur Eröffnung einer Foto-Ausstellung mit Bildern aus Corona-Zeiten zeigte sie sich inspiriert vom Durchhaltevermögen der Briten.

Die Sammlung "Hold Still " ist auf der Webseite der National Portrait Gallery zu sehen. Ins Leben gerufen hatte das Projekt Herzogin Kate, die Anfang Mai gemeinsam mit dem Museum die Briten dazu aufgerufen hatte, ihre Aufnahmen aus den Zeiten der Pandemie einzuschicken. Innerhalb von sechs Wochen kamen rund 31.000 Fotos zusammen. Gemeinsam mit einer Jury wählte sie 100 Bilder aus.

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Bayern: Zahl der Corona-positiven Schüler hat sich verdoppelt

18.28 Uhr: Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Schüler hat sich in Bayern übers Wochenende auf 135 mehr als verdoppelt. Vor dem Wochenende waren es 66. Bei den Lehrern gibt es laut Kultusministerium aktuell derzeit 43 Infektionen - einen Fall weniger. Vier Schulen sind wegen Corona-Infektionen vorübergehend geschlossen: eine Mittelschule in Furth im Wald (Oberpfalz), eine Realschule in Deggendorf (Niederbayern), ein Gymnasium in Würzburg und eine nicht näher benannte Berufsschule.

Laut Ministerium sind momentan rund 2490 Schüler sowie knapp 400 Lehrer in Quarantäne. Mehr Corona-Fälle gibt es an Kindertagesstätten: Rund 50 Einrichtungen sind derzeit ganz oder teilweise geschlossen.

In Bayern gibt es 1,65 Millionen Schüler sowie 150.000 Lehrerinnen und Lehrer. Die Schule läuft nach dem Ende der großen Ferien seit dem 8. September wieder. Noch bis Ende der Woche gilt mit Ausnahme der Grundschulen auch in Klassenzimmern eine Maskenpflicht.

Schüler und Schülerinnen einer zwölften Klasse im bayerischen Unterhaching

Schüler und Schülerinnen einer zwölften Klasse im bayerischen Unterhaching

Foto:

Sven Hoppe/ DPA

Schleswig-Holstein erlaubt 25 Prozent Zuschauer in Stadien und Hallen

18.04 Uhr: Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat die Beschränkungen der Zuschauerzahlen in Stadien und Sporthallen gelockert. Vom 19. September an dürfen bis zu ein Viertel aller Zuschauerplätze in Sportstätten belegt werden. Die Hygienekonzepte würden entsprechend angepasst, teilte die Landesregierung mit.

Bisher durften nur maximal 500 Zuschauer zum Fußball, im Handball gab es keine Erlaubnis, Fans in die Hallen zu lassen. Die Regelung gilt nicht nur für Profi-, sondern auch für Amateurvereine in allen Sportarten.

Die Chefs der Staatskanzleien der Länder wollen am Dienstagnachmittag erneut über Zuschauer in Stadien und Sporthallen beraten. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) bezeichnete eine Rückkehr der Fans nach Gesprächen mit den Bundesländern als mögliches Szenario. "Die Annäherung ist schon sehr weit fortgeschritten", sagte Braun auf einer Klausur der CSU-Fraktion im Landtag in München. Dies hänge aber von den entscheidenden Gesprächen der Länder am Dienstag ab. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mahnte ein möglichst einheitliches Vorgehen aller Länder und einheitliche Regeln an.

650.000 Jobs fallen laut Studie weg: Großbritannien steckt in einer Entlassungswelle

17.42 Uhr: Corona und Brexit-Chaos belasten die britische Wirtschaft. Das Land befindet sich laut einer Studie in der größten Arbeitsmarktkrise seit vielen Jahren. Forscher fordern ein Gegensteuern der Politik. Lesen Sie hier mehr dazu.

Bordeaux verhängt strengere Regeln bei Feiern und Alkoholkonsum

17.32 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus haben die Behörden in Bordeaux strengere Regeln verhängt. Private Treffen im Freien seien auf zehn Personen beschränkt, kündigte die Präfektin Fabienne Buccio am Montag an. Sie forderte Familien außerdem auf, Familienfeiern wie Hochzeiten auf ebenfalls maximal zehn Personen zu beschränken. Tanzpartys, Flohmärkte oder Nachbarschaftsfeste seien nicht erlaubt, Schulausflüge abgesagt. Die Behörden haben außerdem den Konsum von Alkohol auf öffentlichen Plätzen in der Stadt verboten.

Die Begrenzung für öffentliche Veranstaltung im Département Gironde an der Atlantikküste liege nun bei 1000 statt 5000 Menschen, so die Präfektin Buccio. "Die Situation ist nicht alarmierend, aber besorgniserregend", sagte sie mit Blick auf Krankenhäuser. Man müsse das Bewusstsein der Bevölkerung schärfen. Wenn nötig, werde man noch härtere Maßnahmen ergreifen.

Frankreichs Premier Jean Castex hatte die Städte Bordeaux, Marseille und das französische Überseegebiet Guadeloupe aufgefordert, strengere Regeln einzuführen. Grund dafür ist, dass die Corona-Lage in diesen Regionen besonders ernst ist. Frankreich hat am Wochenende mehr als 10.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet - die Lage ist aber regional unterschiedlich.

Sportministerin kritisiert Fanverhalten bei Pokalspiel in Rostock

17.12 Uhr: Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat die Zuschauersituation beim Pokalspiel des VfB Stuttgart bei Hansa Rostock kritisiert. "Die Fotos vom DFB-Pokalspiel in Rostock von Fans Schulter an Schulter und ohne Abstand und ohne Maske lösen in mir ein ziemliches Unbehagen aus", sagte die 55-Jährige der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Dienstag).

Bei der Partie am Sonntag waren im Ostseestadion 7500 Zuschauer zugelassen und damit so viele wie noch nie bei einem Fußballspiel in Deutschland seit Beginn der Pandemie. "Was wir uns definitiv nicht leisten können, ist, dass ein Fußballspiel zu einem Superspreader-Event wird und infolgedessen Schulen geschlossen werden müssen", sagte Eisenmann. Kurz zuvor hatte Mecklenburg-Vorpommerns Sportministerin Stefanie Drese (SPD) dem Testlauf mit 7500 Zuschauern das Prädikat "erfolgreich bestanden" bescheinigt. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) war im Stadion und sah "einen großen Schritt in Corona-Zeiten".

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wollen die Chefs der Staatskanzleien der Länder am Dienstag erneut über Zuschauer auch in Sporthallen beraten. (Lesen Sie mehr dazu unter dem Eintrag von 15.17 Uhr)

"Es wird in diesem Schuljahr leider ein Stück weit Normalität sein, dass Klassen oder Lehrkräfte von den Gesundheitsämtern in Quarantäne geschickt werden", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Dem Ministerium zufolge sind momentan rund 2490 Schüler sowie knapp 400 Lehrer in Quarantäne. Oft wurden ganze Klassen heimgeschickt. Es kam aber auch schon zu Schulschließungen. So findet etwa an der Mittelschule in Furth im Wald kein Präsenzunterricht statt. Corona-Fälle gibt es auch an Kindertagesstätten: Rund 50 Einrichtungen sind ganz oder teilweise geschlossen.

Noch bis Ende der Woche laufen freiwillige Reihentests für Lehrer. Rund 60 Prozent wollen dem Kultusministerium zufolge teilnehmen. Nach den Herbstferien sollen die Tests wiederholt werden. In Rosenheim müssen nun auch Grundschüler im Unterricht Masken tragen, weil der kritische Warnwert von 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten wurde.

Grütters sieht Kultur in Europa vor "größter Herausforderung"

16.40 Uhr: Die Coronakrise setzt die europäische Kulturszene aus Sicht von Kulturstaatsministerin Monika Grütters besonders unter Druck. "In der Kultur schlägt das Herz Europas. Der gesamte Kulturbereich in Europa - und damit auch Europa selbst - stehen vor der größten Herausforderung der letzten Jahrzehnte", sagte die CDU-Politikerin laut Mitteilung am Montag in Berlin während eines Treffens der EU-Kulturminister im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft.

Künstlerinnen und Künstler, Kultureinrichtungen und Unternehmen der Kulturwirtschaft seien nicht nur diejenigen, die durch das notwendige Herunterfahren des öffentlichen Lebens besonders hart betroffen seien. "Sie sind auch diejenigen, die besonders langfristig betroffen sind. Der Kultur- und Kreativsektor braucht deshalb unsere konzertierte Unterstützung."

Weiter sagte Grütters: "Wir sind uns einig darin, dass der Kultur- und Kreativsektor bei den europäischen Aufbauhilfen angemessen berücksichtigt werden muss". Zudem seien "Pandemieregelungen mit Augenmaß" notwendig, um die Kultur in Europa am Leben zu erhalten. Gesundheitsschutz habe immer Vorrang, "allerdings gibt es inzwischen aus ganz Europa eine Reihe von Beispielen, die uns zeigen, dass eine Rückkehr zur lebendigen kulturellen Teilhabe auch in Zeiten der Pandemie möglich ist".

Gratis-Corona-Tests für Urlauber aus Nicht-Risikogebieten enden Dienstag

16.29 Uhr: Die Möglichkeiten zu kostenlosen Corona-Tests für alle Reiserückkehrer nach Deutschland werden zum Ende der Ferienzeit eingeschränkt. Reisende, die nicht aus einem Risikogebiet mit hohen Infektionszahlen kommen, haben ab diesem Dienstag keinen Anspruch mehr auf kostenlose Tests. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Montag: "Für die Urlaubszeit war es wichtig, möglichst alle Reisenden auf das Coronavirus zu testen. Mit Blick auf Herbst und Winter konzentrieren wir die Tests jetzt wieder stärker aufs Inland."

Welche Länder für deutsche Urlauber als Risikogebiete gelten, legt die Bundesregierung regelmäßig fest - sie sind auf der Internetseite des bundeseigenen Robert Koch-Instituts (RKI)  aufgelistet. Bund und Länder hatten die Änderungen bei den Tests Ende August vereinbart. "Für Einreisende aus Risikogebieten gilt vorerst weiterhin die Testpflicht sowie die Erfordernis der Quarantäne bis zum negativen Testergebnis", sagte Spahn. Tests für sie bleiben vorerst kostenlos.

Die Quarantäneregeln für Rückkehrer aus Risikogebieten sollen nach einem Beschluss von Bund und Ländern noch geändert werden - möglichst zum 1. Oktober. Die Pflicht zur 14-tägigen Quarantäne soll demnach künftig frühestens durch einen Test ab dem fünften Tag nach Rückkehr entfallen können.

Amazon will 100.000 zusätzliche Beschäftigte einstellen

16.20 Uhr: Der US-Onlineversandhändler Amazon will 100.000 neue Arbeitsplätze in den USA und Kanada schaffen. Die zusätzlichen Beschäftigten sollen in den 100 neu geschaffenen Logistikzentren des Unternehmens zum Einsatz kommen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Der Einstellungsprozess habe bereits begonnen. Die neuen Mitarbeiter sollen laut Amazon Stundenlöhne von mindestens 15 Dollar (12,50 Euro) erhalten.

Amazon hatte wegen der massiv gestiegenen Nachfrage im Onlinehandel durch die Corona-Pandemie im zweiten Quartal dieses Jahres seinen Gewinn auf 5,2 Milliarden Dollar verdoppelt. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 40 Prozent. Seit Beginn der Coronakrise stellte der Konzern weltweit insgesamt 175.000 Beschäftigte ein.

New Yorker Fashion Week unter Corona-Bedingungen gestartet

16.07 Uhr: Mit deutlich reduzierten Zuschauerzahlen und in den allermeisten Fällen ausschließlich digital ist in New York die Fashion Week gestartet. Am Sonntag waren bei der Auftaktpräsentation von Designer Jason Wu auf einer Dachterrasse in Manhattan laut CNN gerade einmal 30 Besucher zugelassen. "Harlem's Fasion Row", eine Intiative für mehr schwarze Designer in der Modebranche, zeigte die Kreationen am Sonntag ausschließlich online.

Das Netz-Format erlaube es, mehr aufstrebenden Modemachern Raum zu geben, sagte Steven Kolb, Vorsitzender der die Fashion Week ausrichtenden US-Modedesignervereinigung CFDA. Im Mai hatte die CFDA angekündigt, die Veranstaltung in ihrem ursprünglichen Format ausfallen zu lassen. Nicht alle der sonst üblicherweise vertretenen Designer sind in New York in diesem Jahr dabei. Unter anderem haben Marc Jacobs, Michael Kors und Ralph Lauren ihre Teilnahme abgesagt.

Die New Yorker Fashion Week begann im Corona-Herbst auf einer Dachterrasse in Manhattan

Die New Yorker Fashion Week begann im Corona-Herbst auf einer Dachterrasse in Manhattan

Foto:

Evan Agostini / dpa

Immobilienexperten erwarten steigende Preise für Häuser und Wohnungen

16.00 Uhr: Ein neues Branchengutachten prophezeit weiter steigende Preise für Häuser und Wohnungen. Wegen der Pandemie dürfte vor allem das Umland von Städten begehrter werden. Lesen Sie hier mehr dazu.

Branchenverband will mit Politik über Konzept für Kluböffnung reden

15.57 Uhr: Der Bundesverband deutscher Diskotheken- und Tanzbetriebe will mit einem speziellen Konzept die Wiedereröffnung von Klubs in Corona-Zeiten ermöglichen. Darin sind Abstands- und Hygieneregeln, Kapazitätsbeschränkungen und angepasste Lüftungen inklusive spezieller Filter vorgesehen, um eine Übertragung von Covid-19 zu verhindern. "Wir wissen nicht, wie viele Betriebe den Herbst und Winter überleben", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Dehoga Bundesverbandes, Ingrid Hartges, der Nachrichtenagentur dpa am Montag.

Als weitere Punkte schlägt der BDT die Erfassung von Gästedaten, berührungslose Temperaturmessungen und eine Maskenpflicht überall dort vor, wo die Einhaltung des Mindestabstands nicht möglich ist. Wer selbst Covid-19-Symptome zeigt oder innerhalb der vergangenen zwei Wochen Kontakt zu Erkrankten hatte, müsste nach dem Konzept draußen bleiben. Die Umsetzung könnten demnach die Security-Mitarbeiter in den Diskotheken und Klubs übernehmen.

In den kommenden Wochen wollen der BDT und die Landesverbände des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes mit den Ministerien der Bundesländer über das Konzept ins Gespräch kommen. Bereits im April hatte der Verband vor einer Pleitewelle unter den damals bundesweit 1430 Betrieben mit rund 38.000 Beschäftigten gewarnt.

Söder nennt Garmischer Superspreaderin "Musterfall für Unvernunft"

15.53 Uhr: Der Fall einer mutmaßlich als sogenannte Superspreaderin für zahlreiche Corona-Infektionen in Garmisch-Partenkirchen verantwortlichen Frau ist für Bayerns Ministerpräsident Markus Söder "ein Musterfall für Unvernunft". Söder forderte im Anschluss an eine Kabinettssitzung in München deshalb Konsequenzen wie ein entsprechend hohes Bußgeld. Die zuständige Staatsanwaltschaft München II leitete ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung ein. Lesen Sie mehr dazu unter dem Eintrag von 14.46 Uhr.

Tschechien lockert Quarantäneregeln trotz steigender Corona-Zahlen

15.44 Uhr: Trotz steigender Corona-Fallzahlen lockert Tschechien seine Quarantänebestimmungen. Wer mit einem Infizierten in Kontakt gekommen ist und keine Symptome zeigt, muss nicht mehr automatisch in häusliche Isolierung, wenn beide Seiten einen Mundschutz getragen haben. Diese Kontaktpersonen müssten vom Dienstag an nur noch ihren Gesundheitszustand beobachten, gab Gesundheitsminister Adam Vojtech am Montag bekannt. Ausgenommen von der Quarantänepflicht für Kontaktpersonen werden zudem Menschen, die in den letzten 90 Tagen eine Covid-Erkrankung überstanden haben. Sie hätten eine Immunität aufgebaut, hieß es zur Begründung.

Tschechien, das zu Beginn der Pandemie noch als Musterschüler gegolten hatte, kämpft derzeit mit einem rasanten Anstieg der Fallzahlen. Vojtech machte keine konkreten Angaben zur Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Sie liege "sicherlich nicht über 2", sei aber "hoch", sagte der Politiker der populistischen Partei ANO. Er betonte, dass die Krankenhäuser ausreichend freie Kapazitäten für Corona-Patienten hätten.

Die Zahl der jemals Infizierten stieg mit Stand vom Montag auf rund 36.200, davon knapp 14.440 aktive Fälle. In Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung starben 456 Menschen. Die deutsche Bundesregierung hatte die Hauptstadtregion Prag vorige Woche zum Risikogebiet erklärt und vor Reisen dorthin gewarnt.

Fanrückkehr in Bundesligastadien? Länder beraten am Dienstag

15.17 Uhr: Bund und Länder streben schneller als geplant eine einheitliche Lösung für die Fanrückkehr in die Fußballstadien an. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wollen die Chefs der Staatskanzleien der Länder offenbar am Dienstag (16.00 Uhr) erneut über Zuschauer auch in Sporthallen beraten. Demnach halten Schleswig-Holstein und auch andere Länder es für nötig, bereits bis Mitte September zu Ergebnissen über Kapazitäten zu kommen. Schleswig-Holsteins Regierung will den Vereinen bereits vor Saisonstart Klarheit über die Zuschauersituation verschaffen.

Man wolle in dieser Woche versuchen, einen Kompromiss zu finden für einen Probebetrieb mit Zuschauern, sagte Bayerns Ministerpräsident Söder am Montag nach einer Kabinettssitzung in München. Dies könne auch sehr schnell erfolgen, möglicherweise auch schon zum Start der Bundesliga an diesem Wochenende, sagte der CSU-Politiker. Man wolle in dieser Woche eine Entscheidung treffen, ob, wann und in welcher Form das stattfinden könnte.

Regierungssprecher Steffen Seibert verwies am Montag auf einen Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder von Ende August. Dabei war die Einsetzung einer Arbeitsgruppe zum Thema vereinbart worden, die bis Ende Oktober Vorschläge vorlegen soll. "Der Auftrag der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin an die Arbeitsgruppe, der gilt weiterhin", sagte Seibert.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte, die Entscheidungen über die Zulassungen von Großveranstaltungen würden vor Ort getroffen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe aber deutlich gemacht, dass er sich eine bundeseinheitliche Lösung gewünscht hätte. Auch ein Sprecher des für Sport zuständigen Bundesinnenministeriums sprach davon, dass ein bundeseinheitliches Vorgehen wünschenswert sei und die Hoffnung bestehe, dass man nun schnell zu einem entsprechenden Konzept kommen werde. Genauere Angaben zum Zeitplan machte der Sprecher nicht. Teilweise gibt es bereits örtliche Zulassungen für Veranstaltungen mit Fans. 

CDU will Parteitag in Stuttgart auf einen Tag verkürzen

14.55 Uhr: Ein abgespecktes Programm, weniger Gäste und ein strenges Hygienekonzept: Die CDU-Spitze hat sich auf einen Plan geeinigt, wie sie ihren Wahlparteitag im Dezember trotz Coronakrise durchführen will. Lesen Sie hier mehr dazu.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen "Superspreaderin" von Garmisch

14.46 Uhr: Nach einem schweren Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen ermittelt die Staatsanwaltschaft München II gegen eine mutmaßliche "Superspreaderin". Dabei gehe es um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, sagte Oberstaatsanwältin Andrea Mayer am Montag. "Was im Raum steht, ist eine mögliche Verletzung der Quarantänevorschriften." Der "Münchner Merkur" hatte zuerst darüber berichtet.

Eine 26-jährige US-Amerikanerin, die in Garmisch-Partenkirchen lebt, soll trotz Krankheitsanzeichen durch verschiedene Kneipen gezogen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Nach Angaben des Landratsamts hatte sie sich testen lassen. Bis zum Ergebnis hätte sie in Quarantäne bleiben müssen. Die Anklagebehörde geht davon aus, dass deutsches Recht gilt.

Die Frau arbeitete in einem Hotel für US-Streitkräfte und deren Familien. Die Ferienunterkunft wurde am Montag für zwei Wochen geschlossen, nachdem mehrere Beschäftigte positiv getestet wurden, wie das Hotel mitteilte.

Am Wochenende hatten sich in Garmisch-Partenkirchen etwa 700 Menschen auf das Virus testen lassen. Wie viele sich infiziert haben, sei noch unklar, sagte ein Sprecher des Landratsamts am Montag. "Wir haben aktuell noch keine Ergebnisse." Man hoffe, im Laufe des Tages erste Auswertungen zu bekommen. Unter anderem der Bayerische Rundfunk hatte zuerst über die Zahl der Tests berichtet.

EU-Kommission startet Testphase für grenzüberschreitende Corona-Apps

14.18 Uhr: Die deutsche Corona-App soll bald mit den Anwendungen einer Reihe anderer Länder kompatibel sein. Am Montag sei die Testphase einer entsprechenden Schnittstelle angelaufen, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Die offiziellen Apps aus Deutschland, Tschechien, Dänemark, Irland, Italien und Lettland können demnach nun mittels eines in Luxemburg angesiedelten Servers miteinander kommunizieren, um Nutzer auch grenzüberschreitend zu warnen.

Weil die verschiedenen Apps bislang aber nicht miteinander kommunizieren können, funktionieren sie im Ausland nur bedingt. Die EU-Kommission, die von Anfang an neben der Einhaltung der EU-Datenschutzvorgaben vor allem auf eine Vernetzbarkeit der Warn-Apps gepocht hatte, beauftragte im Juli das deutsche Softwareunternehmen SAP und die Telekom-Tochter T-Systems, dafür eine technische Lösung zu entwickeln.

Diese geht nun in die Testphase: Wenn ein Nutzer der deutschen App angibt, sich mit Corona angesteckt zu haben, können nun in der Theorie auch die anderen teilnehmenden Apps auf diese Information zugreifen. "Die Nutzer brauchen also nur eine App zu installieren und können dennoch auch bei Reisen ins Ausland einen positiven Test melden oder eine Warnmeldung empfangen", erklärte die EU-Kommission.

Der Übergang in den Regelbetrieb ist für Oktober geplant. Lesen Sie hier mehr dazu.

WHO warnt vor Anstieg der Corona-Todesfallzahlen in Europa im Herbst

13.44 Uhr: Europa muss sich nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO auf eine Zunahme der täglichen Corona-Todesfälle im Herbst einstellen. "Es wird härter werden", sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, am Montag der Nachrichtenagentur AFP. "Im Oktober und November werden wir eine höhere Sterblichkeit beobachten." Derzeit steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus in Europa stark an, die Zahl der täglichen Todesfälle blieb hingegen bisher relativ stabil.

Der in Kopenhagen ansässige WHO-Funktionär warnte davor, zu große Erwartungen in Impfstoffe zu setzen. "Ich höre die ganze Zeit: 'Der Impfstoff wird das Ende der Pandemie sein'. Natürlich nicht!", sagte der Belgier. Bisher sei noch unklar, ob ein Impfstoff allen Bevölkerungsgruppen helfen könne. Es gebe Anzeichen dafür, dass ein Impfstoff möglicherweise einigen Gruppen helfen könne, anderen wiederum nicht. "Wenn wir dann auch noch verschiedene Impfstoffe bestellen müssen, was für ein logistischer Albtraum!", sagte Kluge.

Die Zahl der Corona-Infektionsfälle in Europa ist in den letzten Wochen stark gestiegen, vor allem in Spanien und Frankreich. Allein am Freitag wurden in den 55 Ländern der WHO in Europa mehr als 51.000 neue Fälle gemeldet - mehr als auf dem bisherigen Höhepunkt der Infektionszahlen im April. Die Zahl der Todesfälle pro Tag liegt mit zwischen 400 und 500 seit Anfang Juni auf dem gleichen Niveau.

Trotz der wieder steigenden Infektionszahlen müsse die Reaktion angesichts des inzwischen gesammelten Wissens über das Virus nicht mehr ein totaler Lockdown sein wie im Frühjahr, sagte WHO-Europadirektor Kluge. Stattdessen könnten die Maßnahmen örtlich stärker begrenzt sein. "Wenn es ein gutes Überwachungssystem gibt, sollten wir in der Lage sein, die Lage lokal innerhalb weniger Wochen unter Kontrolle zu bringen und anschließend wieder zu lockern", sagte er.

Trumps Auftritt in Nevada: Gegen jede Corona-Regel

13.13 Uhr: Abstand? Maskenpflicht? Im Wahlkampf ignoriert Donald Trump die lokalen Corona-Vorschriften - und glaubt offenbar, dass die Verfassung für ihn nicht gilt: Erneut spekulierte der US-Präsident über eine dritte Amtszeit. Sehen hier das Video.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Berlusconi nach Infektion aus dem Krankenhaus entlassen

12.18 Uhr: Italiens früherer Regierungschef Silvio Berlusconi ist nach seiner Infektion aus dem Krankenhaus entlassen worden. "Danke, dass ich hier sein darf. Es war die gefährlichste Prüfung meines Lebens", sagte der 83-Jährige nach dem Verlassen der Klinik San Raffaele in Mailand. Berlusconi wurde wegen seiner Infektion mit dem Virus insgesamt zehn Tage im Krankenhaus behandelt. Ob der Unternehmer vollständig von seiner Erkrankung genesen ist oder zu Hause weiter behandelt werden soll, blieb zunächst offen.

"Die Anteilnahme, die ich gespürt habe, hat mir geholfen auch die schwierigen Momente zu überstehen, von denen es in den ersten drei Tagen viele gab", sagte der ehemalige Regierungschef. Er rief dazu auf, sich an alle Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. Covid-19 sei eine "schwere und tückische Krankheit".

Silvio Berlusconi trug beim Verlassen des Krankenhauses Anzug, Krawatte und Mund-Nasen-Schutz, winkte seinen Anhängern zu und gab eine kurze Erklärung ab

Silvio Berlusconi trug beim Verlassen des Krankenhauses Anzug, Krawatte und Mund-Nasen-Schutz, winkte seinen Anhängern zu und gab eine kurze Erklärung ab

Foto: Luca Bruno / AP

Weber: China darf nicht von europäischem Hilfsfonds profitieren

11.57 Uhr: Der Fraktionschef der Konservativen im Europaparlament, Manfred Weber (CSU), hat die EU-Kommission aufgefordert sicherzustellen, dass China nicht vom europäischen Wiederaufbaufonds profitiert. "Das Geld der europäischen Steuerzahler sollte weder direkt noch indirekt chinesischen staatlichen Unternehmen, Projekten oder Technologien zugutekommen", sagte der CSU-Politiker der "Süddeutschen Zeitung". Die Vergabe der Milliarden aus dem Fonds zur Bewältigung der Pandemie müsse so geregelt werden, dass diese nur in heimische Projekte fließen.

Weber verlangte zudem ein Moratorium für chinesische Übernahmen in Europa, um strategisch wichtige Firmen in den EU-Staaten zu schützen, die infolge der durch die Pandemie ausgelösten globalen Wirtschaftskrise in Schwierigkeiten geraten sind.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und EU-Spitzenvertreter führen am Montag per Video Beratungen mit Chinas Präsident Xi Jinping. Themen sind die Pandemie, der Klimawandel sowie Wirtschafts- und Handelsfragen. Auf EU-Seite nehmen Ratspräsident Charles Michel, Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der Außenbeauftragte Josep Borrell teil.

Russland meldet mehr als 5500 Neuinfektionen

11.23 Uhr: Russland meldet 5509 neue Infektionen und damit insgesamt 1,06 Millionen Ansteckungsfälle. Das ist die weltweit vierthöchste Zahl. Zudem gaben die Behörden 57 weitere Todesfälle bekannt. Die damit gemeldete Gesamtzahl von 18.635 Toten liegt im Vergleich zu der Infektionszahl niedriger als in anderen Staaten.

WHO Europa würdigt Gesundheitspersonal und weitere Helden

11.27 Uhr: Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Arbeit von Krankenschwestern, Ärzten und weiteren Mitarbeitern des Gesundheitssektors im Corona-Kampf gewürdigt. "Wie in jeder Katastrophe haben wir Opfer und Helden", sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge zum Auftakt der diesjährigen Hauptversammlung der in Kopenhagen ansässigen WHO Europa. Während er den Betroffenen sowie hart getroffenen Gemeinden und Ländern seine Anteilnahme ausspreche, wolle er auch die Leistungen vieler Kämpfer an vorderster Front unterstreichen, sagte Kluge.

"Die Helden sind ohne Zweifel die Gesundheits- und Sozialarbeiter, die ihr eigenes Leben geopfert haben, um die Gesellschaft zu schützen", sagte Kluge. Auch andere wie etwa Lehrer verdienten seinen tiefsten Respekt dafür, die Gesellschaft trotz der Pandemie am Laufen gehalten zu haben.

Bei der 70. Jahresversammlung der WHO Europa wollten Gesundheitsminister und andere hochrangige Vertreter der 53 Mitgliedstaaten der Region unter anderem über die Erkenntnisse aus der Pandemie sprechen. Am Montagnachmittag sollte auch über einen neuen Fünf-Jahres-Arbeitsplan diskutiert und abgestimmt werden. Seit Beginn der Pandemie starben in der europäischen Region laut Kluge bis Sonntag rund 225.000 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19, bei knapp 4,8 Millionen Menschen wurde eine Infektion nachgewiesen.

Die Pandemie habe Stärken und Schwächen Europas offenbart, sagte Kluge. Die Länder hätten im Kampf gegen Covid-19 unter anderem mehr und mehr auf subnationaler Ebene miteinander zusammengearbeitet. Die Lektionen, die man in der Pandemie gelernt habe - etwa Wege aus einem nationalen Lockdown - seien dabei nicht bloß für die Zukunft wichtig, sondern bereits heute, sagte Kluge: "Wir müssen Lektionen für die Gegenwart lernen."

Urlauber in Wohnmobil und Caravan kurbeln Tourismus an

11.20 Uhr: Der Trend zum Urlaub im Reisemobil, Caravan oder Zelt hat der deutschen Tourismusbranche im vorigen Jahr zu knapp 15 Milliarden Euro Umsatz verholfen. Dies seien 18 Prozent mehr als 2016, teilt der Caravaning Industrie-Verband (CVID) zu einer Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr an der Universität München mit. Die Wohnmobilbranche boomt auch 2020, weil viele Menschen wegen der Pandemie unabhängiger als sonst reisen wollen. Die Zahl neu zugelassener Wohnmobile lag laut CVID bis einschließlich Juli mit gut 50.000 fast 24 Prozent über dem Vorjahr.

Eltern bewerten Digitalisierung der Schulen mit "mangelhaft"

11.14 Uhr: Eltern stellen den deutschen Schulen nach der Erfahrung mit dem Lockdown ein schlechtes Zeugnis in Sachen Digitalisierung aus. Für ihre Fähigkeit, im Falle erneuter Schulschließungen den Unterricht aufrechterhalten zu können, erhalten sie lediglich die Note "mangelhaft", geht aus einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom hervor. Dieser hat mehr als 1000 Personen befragen lassen, darunter 269 Eltern schulpflichtiger Kinder. "Die Ergebnisse sind sehr ernüchternd", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. "Bei vielen Bürgern wurde massiv Vertrauen verspielt, weil Unterricht zu oft ersatzlos gestrichen wurde und viele Schulen nicht in der Lage waren, die ihnen anvertrauten Schüler auch nur ansatzweise zu betreuen."

Neun von zehn Bürgern sind der Ansicht, dass die Pandemie die Defizite bei der Digitalisierung der Schulen schonungslos offengelegt habe. Etwa ebenso viele fordern, alle Schulen in die Lage zu versetzen, noch in diesem Schuljahr per Homeschooling unterrichten zu können. Etwa jeder Zweite findet, auch nach der Pandemie sollte der Unterricht teilweise digital per Homeschooling stattfinden. Eine deutliche Mehrheit sieht den Bildungsföderalismus als Bremsklotz für die Digitalisierung und hält ein eigenes Bildungssystem in jedem Bundesland nicht mehr für zeitgemäß.

Zur Digitalisierung der Schulen fordert der Branchenverband Bitkom eine bessere digitale Infrastruktur - etwa mit Breitband-Anschluss und WLAN im gesamten Schulgebäude. Notwendig seien zudem pädagogische Konzepte und Inhalte sowie digitalkompetente Lehrkräfte. Der Digitalpakt Schule, der bis 2024 Bundesmittel von fünf Milliarden Euro bereitstellt, müsse unverzüglich umgesetzt werden.

Iran: Flugverkehr kommt nahezu zum Erliegen

10.41 Uhr: In Iran hat es aufgrund der Pandemie einen 96-prozentigen Rückgang der Anzahl der Flugpassagiere gegeben. Die nationale Luftfahrtbehörde hat im letzten Monat 84 Prozent weniger Auslandsflüge, 96 Prozent weniger Fluggäste und 80 Prozent weniger Luftfracht registriert. Mit diesem Rückgang ist der zivile Luftverkehr besonders stark von der Krise im Land betroffen, so die Behörde nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Nach dem Ausbruch der Krise Ende Februar fliegen immer weniger ausländische Fluggesellschaften in Iran. Außerdem dürfen nur Ausländer oder Iraner mit ausländischem Pass, einer langfristigen Aufenthaltserlaubnis oder einer Bestätigung für eine dringende Dienstreise in die Flieger einsteigen. Iranische Touristen dürfen die Flüge bis auf Weiteres nicht benutzen.

Die Pandemie hat Iran besonders stark getroffen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Samstag liegt die Zahl der Toten bei über 23.000, die der bisher nachgewiesenen Infektionen bei mehr als 400.000. Das Ministerium befürchtet, dass im Herbst die Fallzahlen noch weiter steigen werden.

Kalayci fürchtet wieder mehr Infektionen bei Älteren

10.23 Uhr: Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat die Befürchtung geäußert, dass sich bald auch wieder mehr Ältere anstecken könnten. "Wir haben insgesamt mehr Jüngere, die sich infizieren", sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz im RBB-Inforadio. Bei den 20- bis 24-Jährigen gebe es 45 Fälle pro 100.000 Einwohner. Bei den Älteren sei die Situation zwar derzeit besser, allerdings könne sich das auch wieder ändern.

Kalayci sprach sich dagegen aus, die Krankheit zuzulassen, um eine Durchseuchung der Bevölkerung zu erreichen: "Wenn einmal die Infektionen aus dem Ruder laufen, wird es auch schwieriger, die Älteren zu schützen. Und je älter, desto höher ist die Hospitalisierung und desto höher ist auch die Sterbensrate."

Kalayci betonte, es sei nicht die Strategie der Gesundheitsverwaltung, vorhandene Krankenhauskapazitäten auszulasten: "Krankenhausbett-Kapazitäten bedeutet ja nicht, unser Ziel ist, diese Krankenhausbetten vollzukriegen, nur weil wir Kapazitäten haben." Hier gehe es nach wie vor darum, Krankheiten zu vermeiden.

Italien: erstmals seit sechs Monaten wieder Schule

10.02 Uhr: Nach sechs Monaten zu Hause gehen etwa zwei Drittel der 8,5 Millionen Schüler in Italien wieder zur Schule. Allerdings ist das Land auch mit Beginn des neuen Schuljahres von einem normalen Unterricht noch weit entfernt: Außerhalb des Unterrichts und in den Klassenräumen, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann, müssen Schüler über sechs Jahren einen Mund-Nasen-Schutz tragen - dafür wollen die Behörden jeden Tag landesweit kostenlos elf Millionen Masken für Schüler und Lehrer bereitstellen. Zudem fehlt es an Lehrern und geeigneten Räumen, Unterricht soll daher teilweise draußen stattfinden. Eltern sind dazu aufgerufen, bei ihren Kindern vor Schulstart jeden Morgen Fieber zu messen.

Regierungschef Giuseppe Conte hatte sich am Mittwoch in einer Fernsehansprache an die Schüler gewandt: "Danke, ihr habt den höchsten Preis in dieser Krise gezahlt", sagte er. Italien war als eines der ersten Länder in Europa massiv vom Coronavirus getroffen worden. Anfang März wurden alle Schulen geschlossen, die Öffnung und die nötigen Schutzmaßnahmen waren auch wegen der zuletzt wieder steigenden Infektionszahlen wochenlang kontrovers diskutiert worden. In einigen Regionen beginnt die Schule erst in der kommenden Woche.

Österreich verschärft die landesweiten Schutzmaßnahmen

9.30 Uhr: Nach einem drastischen Anstieg der Infektionen in Österreich muss vom heutigen Montag an ausnahmslos in allen Geschäften ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Das gilt auch für Beschäftigte in Lokalen. Außerdem dürfen Speisen und Getränke in Innenbereichen nur noch an Sitzplätzen serviert werden. Bei Veranstaltungen sind draußen nur noch 3000 Besucher statt derzeit bis zu 10.000 erlaubt. In Innenräumen sind nur noch 1500 statt 5000, ohne zugewiesene Plätze nur 50 Gäste zugelassen. Kinder müssen in der Schule außerhalb ihrer Klassenzimmer Maske tragen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz erwartet einen weiteren starken Anstieg der Zahlen. "Was wir gerade erleben, ist der Beginn der zweiten Welle", erklärte der Regierungschef der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Sonntag. "Waren es vor zwei Wochen noch rund 350 Ansteckungen pro Tag, lagen wir gestern bereits bei über 850." Bald werde man die Marke von 1000 neuen Fälle pro Tag erreichen. Als "besonders dramatisch" beschrieb Kurz die Lage in Wien, wo mehr als die Hälfte aller registrierten Neuinfektionen in Österreich verzeichnet werden.

Der Anstieg der registrierten Neuinfektionen lag am Samstag nach einem erneuten Sprung mit 869 neuen Fälle so hoch wie zuletzt Ende März. Zuvor wurde am Donnerstag ein Rekordwiederanstieg von 664 Neuinfektionen gemeldet. Noch in der Vorwoche hatten die Zahlen meist bei etwa 300 bis 400 neuen Fällen am Tag gelegen.

Trump hält erste Massenkundgebung in einer Halle seit Ende Juni ab

8.52 Uhr: Im US-Bundesstaat Nevada verbieten Corona-Regeln große Versammlungen in geschlossenen Räumen. Präsident Trump war das offenbar egal. Er ließ sich von Tausenden Anhängern in einer Halle bejubeln.

Söder will Augsburger Industrie mit 100 Millionen Euro helfen

8.50 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will dem angeschlagenen Industriestandort Augsburg mit 100 Millionen Euro unter die Arme greifen. "Wir werden in Augsburg ein großes Zentrum für die Weiterentwicklung und Anwendung von künstlicher Intelligenz schaffen", sagte der CSU-Chef der "Augsburger Allgemeinen". Zudem soll die schwäbische Stadt laut Söder mit dem Geld als Zentrum für die Weiterentwicklung von Wasserstoff als Kraftstoff gefördert werden.

Mehrere große Augsburger Unternehmen haben in den vergangenen Monaten Einschnitte wegen der Coronakrise angekündigt. So will der in Augsburg ansässige Großmotorenhersteller MAN Energy Solutions 1650 Arbeitsplätze in Deutschland und 950 im Ausland streichen. Bei der Airbus-Tochter Premium Aerotec sind zudem am Unternehmenssitz in Augsburg rund 1000 Jobs und in Norddeutschland weitere 1800 Stellen gefährdet.

IW-Institut: Ohne zweiten Lockdown wächst deutsche Wirtschaft 2021 kräftig

8.42 Uhr: Das IW-Institut traut der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr eine spürbare Erholung zu. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte 2021 um rund viereinhalb Prozent anziehen, erklärten die arbeitgebernahen Forscher. "Glücklicherweise hat die Wirtschaft im Sommer dank niedriger Fallzahlen wieder aufholen können", sagte IW-Direktor Michael Hüther. "Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, werden wir zum Jahreswechsel 2021/2022 das Vorkrisenniveau wieder erreicht haben." Für das laufende Jahr rechnen die Forscher mit einem Schrumpfen des Bruttoinlandsproduktes von rund 6,2 Prozent - "vorausgesetzt, es gibt keinen zweiten Lockdown".

In der Krise seien zwar die Exporte eingebrochen und der private Konsum stark gesunken. Aber der Sommer habe etwas Hoffnung gebracht, erklärte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW). "Die staatlichen Hilfen und die Bauwirtschaft kurbeln die Konjunktur an. Die Industrie schafft sich auch wieder aus dem Tal heraus." Die Investitionen dürften allerdings 2020 um 20 Prozent zum Vorjahr einbrechen. Sollte sich die Weltwirtschaft weiter stabilisieren, könne es hier 2021 wieder ein Wachstum von rund 12,5 Prozent geben.

Lockdown-Bestimmungen in Melbourne leicht gelockert

8.32 Uhr: Die Behörden in der australischen Millionenmetropole Melbourne haben einen seit sechs Wochen geltenden strikten Lockdown leicht gelockert. Aufatmen können vor allem allein lebende Bürgerinnen und Bürger, die bislang von fast jeglichem persönlichen Kontakt abgeschnitten waren. Sie dürfen ab sofort einen sogenannten Bubble Buddy bestimmen - einen Freund oder Verwandten, der zu Besuch kommen darf und mit dem so eine Art Blase gebildet wird.

Zudem wurde die seit Anfang August geltende nächtliche Ausgangssperre um eine Stunde verkürzt und die Zeit für sportliche Aktivitäten von einer auf zwei Stunden pro Tag verlängert. Jedoch dürfen sich die Menschen dabei weiterhin nur im Umkreis von fünf Kilometern von ihrer Wohnung bewegen.

Der Lockdown in der Hauptstadt des Bundesstaates Victoria gilt als einer der härtesten der Welt. Obwohl am Montag in der Region nur noch 35 neue Infektionsfälle verzeichnet wurden, sollen die Einschränkungen voraussichtlich nicht vor Ende Oktober aufgehoben werden. Die Regierung in Canberra hatte die strengen Regeln zuletzt kritisiert. Premierminister Scott Morrison befürchtet massive wirtschaftliche Einbußen.

Die zweite Corona-Welle war in Melbourne Ende Juni ausgebrochen. Anfang Juli war ein neuer Lockdown ausgerufen worden, seither liegt das Leben für die fünf Millionen Einwohner weitgehend still. Weil die Zahl der neuen Fälle zeitweise trotzdem bei mehr als 700 binnen 24 Stunden lag, wurden die Regeln im August weiter verschärft.

WHO meldet Rekord an neuen Infektionen

8.07 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erneut einen Rekord an neu gemeldeten Fällen innerhalb eines Tages registriert. Weltweit wurden zuletzt 307.930 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet, wie aus am Sonntag veröffentlichten WHO-Daten hervorgeht. Das sind rund 1000 Fälle mehr als beim jüngsten Höchststand vor einer Woche.

Damit sind seit Bekanntwerden des Erregers Sars-CoV-2 Ende vergangenen Jahres weltweit mehr als 28,6 Millionen Infektionen gemeldet worden. Die Dunkelziffer ist allerdings nach Einschätzung von Experten erheblich. Spitzenreiter bei den neuen Fällen sind nach absoluten Zahlen Indien, die USA und Brasilien. Auf Platz vier liegt Spanien mit rund 12.000 Neuinfektionen binnen einem Tag.

Mehr als 917.000 Infizierte sind nach der WHO-Statistik (Stand Sonntag, 13 Uhr MESZ) weltweit bisher gestorben. Die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle blieb zuletzt laut WHO-Daten relativ konstant. Am Sonntag wurden rund 5500 Tote in 24 Stunden registriert.

Globaler Corona-Report: "Ein Verlust von zehn Billionen Dollar"

Gro Harlem Brundtland hat am ersten globalen Pandemiebericht mitgeschrieben. Hier spricht die frühere norwegische Regierungschefin über die Kosten der Krise und was im Kampf gegen das Virus schieflief. Das Interview finden Sie hier.

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