+++ News-Update am 5. Juli +++ Spahn spricht sich gegen voreilige Lockerung der Maskenpflicht aus

Einige Landesminister haben Pläne zur Abschaffung der Maskenpflicht im Einzelhandel geäußert, nun mahnt Bundesgesundheitsminister Spahn zur Vorsicht. Der Überblick am 5. Juli.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: "Wo in geschlossenen Räumen der nötige Abstand nicht immer gesichert ist, bleibt die Alltagsmaske geboten"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: "Wo in geschlossenen Räumen der nötige Abstand nicht immer gesichert ist, bleibt die Alltagsmaske geboten"

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OMER MESSINGER/EPA-EFE/Shutterstock

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Argentinien kämpft während Coronakrise gegen Staatspleite

22.10 Uhr: Argentinien hat im Kampf gegen eine Staatspleite ein neues Angebot an seine Gläubiger angekündigt und will die bisherige Einigungsfrist um fünf Wochen bis Ende August verlängern. Der neue Vorschlag bedeute eine große Kraftanstrengung für sein Land, sagte Präsident Alfredo Fernandez am Sonntag dem Sender "Radio Millenium". Das Land gehe dabei an seine Grenzen. Details dazu würden zeitnah vorgestellt und die Gläubiger hätten bis Ende August Zeit, darauf einzugehen.

Das einst reichste Land Südamerikas steckt in der Rezession und kämpft zudem mit den Folgen der Coronaviruskrise. Es kann nach eigenen Angaben seine Schulden nicht mehr bedienen und versucht deshalb, ausländische Gläubiger, die Anleihen im Volumen von etwa 65 Milliarden Dollar halten, zu einem Forderungsverzicht zu bewegen. Gibt es keine Einigung, würde dies als Zahlungsausfall gewertet und Argentinien technisch gesehen als bankrott gelten. Das würde es dem Land erschweren, zu annehmbaren Zinssätzen neue Schulden aufzunehmen. Für die Investoren hingegen besteht das Risiko, bei einem Scheitern am Ende mit nichts dazustehen.

Britisches Konsortium produzierte 13.000 Beatmungsgeräte

21.15 Uhr: Während der Coronakrise setzte sich ein britisches Konsortium aus Luftfahrt-, Raumfahrt-, Automobil- und Ingenieursfirmen zusammen, um dringend benötigte Beatmungsgeräte zu produzieren. Nach 13.000 produzierten Geräten endet die Partnerschaft nun, wie VentilatorChallengeUK mitteilte. Die Produktion habe den Bestand an Beatmungsgeräten in britischen Krankenhäusern mehr als verdoppelt, hieß es. Beatmungsgeräte werden für die Behandlung von Menschen benötigt, die an Covid-19 erkrankt sind.

"Wir haben dazu beigetragen, dass der Nationale Gesundheitsdienst stets Zugang zu der Anzahl von Beatmungsgeräten hatte, die er benötigt. Und wir freuen uns, dass wir auch dazu beigetragen haben, einen belastbaren Bestand aufzubauen, falls in Zukunft in Großbritannien Beatmungsgeräte benötigt werden sollten", sagte Dick Elsy, Vorsitzender von VentilatorChallengeUK. Zu dem Konsortium hatten unter anderem Ford, McLaren, Rolls Roys und Airbus gehört.

USA melden erneut über 50.000 Neuinfektionen

20.30 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in den USA verharrt den vierten Tag in Folge über der Marke von 50.000. Zuletzt habe es 52.228 neue Fälle gegeben, teilte das Zentrum für Seuchenkontrolle (CDC) mit. Auch an den Vortagen hatte die Zahl in dieser Größenordung gelegen. Insgesamt gebe es damit jetzt knapp 2,842 Millionen bestätigte Coronavirus-Fälle. Die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten stieg um 271 auf 129.576 Fälle.

Pariser Louvre ab Montag wieder geöffnet

20.00 Uhr: Nach monatelanger Schließung wegen der Coronavirus-Pandemie öffnet der Pariser Louvre ab Montag wieder für Museumsbesucher. 70 Prozent der Museumsflächen, rund 45.000 Quadratmeter, sollen dann wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Online-Reservierungen für Museumsbesuche sind bereits seit Mitte Juni möglich, bis zum 24. Juni gingen nach Museumsangaben rund 12.000 Buchungen ein, hauptsächlich für den Monat Juli.

Das weltberühmte Museum war am 13. März wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen worden. Die Schließung verursachte nach Angaben von Louvre-Direktor Jean-Luc Martinez Verluste von mehr als 40 Millionen Euro.

Spahn spricht sich gegen voreilige Lockerung der Maskenpflicht aus

18.10 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe war am Sonntag mit Plänen zu einer Abschaffung der Maskenpflicht im Einzelhandel vorgeprescht, wie die "Welt am Sonntag" berichtete, prüfen weitere Länder die Option. Im Laufe des Tages hatten sich allerdings auch mehrere Länder dagegen ausgesprochen.

Am Sonntagnachmittag äußerte sich auch Jens Spahn zu dem Thema, der Bundesgesundheitsminister mahnte zur Vorsicht: "Ich verstehe die Ungeduld und den Wunsch nach Normalität. Aber das Virus ist noch da. Wo in geschlossenen Räumen der nötige Abstand nicht immer gesichert ist, bleibt die Alltagsmaske geboten", schrieb der CDU-Politiker auf Twitter.

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Hier finden Sie eine Überblick über die Positionen der Länder.

EU-Justizminister beraten über Online-Hetze in der Coronakrise

17.50 Uhr: Die EU-Justizminister beraten am Montag (09.00 Uhr) über den Kampf gegen Hass, Hetze und Verschwörungstheorien im Internet während der Coronakrise. Zudem stehen bei der Videokonferenz die pandemiebedingten Einschränkungen von Freiheitsrechten in vielen EU-Staaten auf dem Programm. Es ist die erste Ministerrunde unter der sechsmonatigen deutschen EU-Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli begonnen hat. Geleitet wird sie von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD).

In den vergangenen Monaten hatten sich Lügen und Hetze rund um das Coronavirus schnell im Internet verbreitet. "Das Leugnen und Verdrehen von Fakten über das Virus kann Leben gefährden. Und es bedroht die Grundlagen der demokratischen Debatte", stellte das Justizministerium vor den Beratungen der EU-Minister fest. Verschwörungstheorien seien zudem häufig mit "Hetze gegen Menschen asiatischer Herkunft oder mit Rassismus und Antisemitismus verbunden". Die Ministerinnen und Minister wollen über Gegenstrategien beraten.

Zudem hatten etliche EU-Regierungen zum Schutz der Gesundheit während der Pandemie die Freiheitsrechte der Bürger eingeschränkt. Bei der informellen Videoschalte soll darüber beraten werden, wie sich Demokratien und Rechtsstaaten besser gegen derlei Krisen wappnen und demokratische Teilhabe dennoch jederzeit gewährleisten können.

Iran meldet höchsten Neuanstieg an Corona-Toten innerhalb von 24 Stunden

17.29 Uhr: Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums sind in dem Land am Sonntag 163 Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben; eine Person mehr als am vergangenen Montag, als der bisherige Höchststand an Corona-Todesfällen innerhalb eines Tages gezählt wurde. Insgesamt haben sich in Iran 240.438 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 11.571 sind gestorben.

Iran war zu Beginn der Pandemie eines der besonders schwer getroffenen Länder. Später ging die Zahl der Ansteckungen zeitweise wieder zurück, zuletzt stieg sie aber stetig an, ebenso wie die Zahl der Corona-Toten. Es gibt im In- und Ausland Zweifel an den offiziellen Zahlen, die als zu niedrig angesehen werden.

Zulassung von Corona-Impfstoff: Halber Schutz für alle

17.07 Uhr: Die Welt wartet auf einen Impfstoff, der die Pandemie endlich stoppt. Erste Ergebnisse machen Hoffnung - doch selbst ein zugelassenes Mittel könnte längst nicht bei allen wirken. Lesen Sie hier mehr.

Griechenland schließt seine Grenzen für Reisende aus Serbien

16.40 Uhr: Wegen erhöhter Coronavirusinfektionen in Serbien schließt Griechenland seine Grenzen für Reisende aus diesem Balkanland. Wie eine Regierungssprecherin am Sonntag schriftlich mitteilte, tritt das Einreiseverbot an diesem Montag um 06.00 Uhr Ortszeit (05.00 MESZ) in Kraft und gilt zunächst bis zum 15. Juli.

Zahlreiche Menschen aus Serbien verbringen traditionell ihren Urlaub in Griechenland. In den vergangenen Tagen waren Tausende Urlauber aus Serbien in großer Zahl nach Nordgriechenland gereist. Alle mussten einen Coronavirustest machen. Ob es viele Fälle Coronainfizierter aus Serbien in Griechenland gab, teilte die Regierung nicht mit.

Pubs wieder geöffnet: Massenparty in London

16.34 Uhr: Party in Soho: Bei der Wiedereröffnung der Pubs in London zog es zahlreiche Feiernde auf die Straßen. Am Tag zuvor gab es erneut einen illegalen Rave. Der Gesundheitsminister bilanzierte trotzdem wohlwollend. Sehen hier mehr dazu im Video.

Weitere Beschränkungen in Nordspanien nach neuen Corona-Ausbrüchen

16.15 Uhr: In Spanien ist nach weiteren Corona-Ausbrüchen erneut ein größerer Lockdown verhängt worden. Die Region Galizien im Nordwesten des Landes verfügte am Sonntag wieder schärfere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit für rund 70.000 Menschen. Bürger in A Marina an der spanischen Nordküste dürfen demnach die Region Lugo von Mitternacht an bis Freitag - und damit zwei Tage vor den Regionalwahlen in Galizien am 12. Juli - nicht verlassen. Nach Angaben der Regionalregierung dürften sich die Menschen in A Marina bewegen, aber nur wer für die Arbeit reisen muss, darf das Gebiet verlassen oder einreisen.

Der regionale Gesundheitsminister Jesus Vazquez Almuina sagte am Sonntag, dass die größten Ausbrüche mit mehreren Bars in Verbindung stehen. Den Gesundheitsbehörden zufolge gibt es derzeit 258 Fälle in Galizien, davon 117 in Lugo. Die Kapazität in Bars und Restaurants werde auf 50 Prozent reduziert und die Menschen müssten eine Gesichtsmaske tragen, selbst wenn sie sich an Stränden oder in Schwimmbädern im Freien aufhalten.

Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa schrieb bei Twitter, soziale Distanzierungs- und Abschottungsmaßnahmen würden jetzt wieder benötigt, um die Ausbrüche zu stoppen. Man verfolge die Lage in Galizien und Katalonien sehr genau. In Katalonien hatten die Behörden zuletzt Eindämmungsmaßnahmen gegen die Virus-Pandemie für mehr als 200.000 Menschen verhängt.

Neuinfektionen in Israel erreicht Höchstwert - Netanyahu spricht von Notstandslage

15.35 Uhr: Angesichts eines starken Anstiegs der Corona-Neuinfektionen in Israel hat Regierungschef Benjamin Netanyahu von einer Notstandslage gesprochen. "Wir befinden uns mitten in einer neuen Corona-Attacke. Es ist ein sehr starker Ausbruch, auf der ganzen Welt und bei uns", sagte der 70-Jährige am Sonntag während einer Kabinettssitzung. An diesem Montag wollte die Regierung sich erneut treffen, um über mögliche weitere Beschränkungen zu beraten.

"Wenn wir die Ausbreitung des Coronavirus nicht stoppen, werden wir weder Gesundheit noch Wirtschaft haben und es wird vielen Bürgern des Staates Israel ihr Leben kosten", sagte Netanyahu.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hatte zuletzt einen Höchstwert erreicht. Am Freitag hatte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden erstmals die Marke von 1000 überschritten. Schon zuvor wurden neue Einschränkungen verkündet. Versammlungen sollen wieder beschränkt werden. In Gebetshäusern, Festhallen, Bars und Clubs dürfen nur noch bis zu 50 Menschen zusammenkommen. Vorher waren es bis zu 250 gewesen. An anderen geschlossenen Orten dürfen sich nur noch bis zu 20 Menschen versammeln.

Italien prüft Zwangseinweisung von Covid-19-Patienten

15.14 Uhr: Italien prüft die Möglichkeit von Zwangseinweisungen ins Krankenhaus für Covid-19-Patienten, die durch falsches Verhalten neue Ansteckungen auslösen können. Dazu sagte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza der Zeitung "La Repubblica" vom Sonntag: "Ich erwäge mit meinen Juristen die Möglichkeit einer zwangsweisen medizinischen Behandlung in Fällen, in denen eine Person behandelt werden muss und sich weigert." Hintergrund ist der Fall eines Covid-19-Patienten in Venetien, der laut Medien trotz Fiebers und eines positiven Tests nicht ins Hospital wollte.

Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza

Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza

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Der Ende Juni von einer Balkanreise zurückgekehrte Unternehmer wird für einen Corona-Herd mit mehreren Positiven und Dutzenden Quarantäne-Fällen in der Stadt Vicenza verantwortlich gemacht. Der Mittsechziger wurde Anfang Juli nach einer Verschlechterung doch ins Krankenhaus gebracht und kam auf die Intensivstation.

Da Italien seit Februar von der Pandemie besonders hart getroffen ist und rund 35.000 Todesfälle zählt, sorgt der leichte Anstieg der Neuinfektionen in zahlreichen Regionen für Sorgen im ganzen Land. Zuletzt zählten die Behörden landesweit 235 neue Fälle in 24 Stunden. In Venetien kündigte Regionalpräsident Luca Zaia für Montag verschärfte Maßnahmen an. Details wollte er zu Wochenbeginn nennen. Er fordert eine Zwangseinlieferung von Erkrankten, wenn sie die Behandlung verweigern. Wer in Italien positiv auf Sars-CoV-2 getestet ist und nicht in Isolation geht, dem drohen drei bis 18 Monate Gefängnis sowie eine Geldstrafe bis zu 5000 Euro. Fachleute und Politiker in dem Land warnen regelmäßig, dass das Virus weiter kursiere und die Menschen nicht übermütig werden sollten.

Bisher keine weiteren Corona-Nachweise bei Tönnies-Betrieb in Weißenfels

14.36 Uhr: Bei großangelegten Corona-Tests im Tönnies-Schlachtbetrieb in Sachsen-Anhalt sind bisher keine Infektionen mit dem Virus Sars-Cov-2 nachgewiesen worden. Die 2372 genommenen Abstriche waren laut Labor alle negativ, wie der Burgenlandkreis am Sonntag mitteilte. Allerdings stehen noch weitere Tests aus. Der Kreis hatte vor knapp einer Woche die Tests angeordnet, nachdem ein Mitarbeiter positiv getestet worden war. In einem Tönnies-Betrieb in Nordrhein-Westfalen hatte es zuvor einen großen Coronavirus-Ausbruch gegeben.

Bisher meldeten sich 95 Beschäftigte für die kommenden Tage an, die bisher verhindert waren. Zudem gab Tönnies selbst zuletzt an, dass 2729 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in seinem zweitgrößten deutschen Schlachtbetrieb in Weißenfels arbeiten. Derzeit werde geprüft, woher die Diskrepanz zwischen den getesteten Menschen und den gemeldeten Beschäftigten komme, sagte ein Kreissprecher am Sonntag. Sollten Beschäftigte trotz Aufforderung bisher nicht zum Abstrich erschienen sein, wären weitere Nachtestungen möglich. Um diese durchzusetzen, sei es auch möglich, ein Zwangsgeld zu verhängen.

"Der bisherige Stand des Test-Verfahrens lässt kein Infektionsgeschehen erkennen", sagte Landrat Götz Ulrich (CDU). Man habe präventiv und frühzeitig reagieren wollen, um keine Situation wie in Tönnies-Betrieben in NRW zu haben, sagte Ulrich. Am Hauptsitz des Konzerns in Rheda-Wiedenbrück hatte sich das Coronavirus so weit verbreitet, dass strenge Beschränkungen für die Bevölkerung der Kreise Gütersloh und Warendorf verhängt wurden, um eine weitere schnelle Verbreitung zu verhindern.

Irland will Einreisebeschränkungen lockern

14.12 Uhr: Irland will die Reisebeschränkungen für Ausländer lockern: Bis zum 20. Juli werde eine Liste von Ländern veröffentlicht, aus denen Einreisende in Irland nicht mehr in 14-tägige Quarantäne müssten, sagte Irlands neuer Verkehrsminister Eamon Ryan in einem Interview mit dem Radiosender "Newstalk". Der ehemalige Ministerpräsident Leo Varadkar hatte die Lockerungen noch für den 9. Juli angekündigt, doch dies sei verschoben worden, sagte Ryan. Die Lockerung der Quarantäneregeln gelte für Länder, deren Infektionszahlen mit jenen Irlands vergleichbar oder geringer sind.

Irland hat derzeit eine der niedrigsten Infektionsraten in Europa. In den vergangenen zwei Wochen kamen drei Infizierte auf 100.000 Einwohner, insgesamt hat das Land rund 25.500 bestätigte Fälle.

Das benachbarte England hatte die Corona-Quarantäne für Deutsche und Bürger einiger anderer Staaten bereits am Freitag aufgehoben.

Mehrere Bundesländer erwägen Abschaffung der Maskenpflicht im Handel

13.26 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe will die Maskenpflicht im Einzelhandel lockern. Das Kabinett könnte schon Anfang August darüber entscheiden. Auch andere Bundesländer prüfen die Abschaffung. Lesen Sie hier mehr.

Coronavirus auch in Fleischfabriken in Österreich

12.29 Uhr: Auch in Österreich sind in drei Großbetrieben zur Fleischverarbeitung Corona-Fälle aufgetaucht. Zwei der Betriebe liegen nicht weit von der deutschen Grenze entfernt. Insgesamt seien zwölf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, bestätigte der Krisenstab des Bundeslandes Oberösterreich am Sonntag der Nachrichtenagentur APA. Zuvor hatte die "Kronen Zeitung"  darüber berichtet.

Bei einem Schlachthof im Bezirk Ried im Innkreis südlich der deutschen Grenze bei Bad Füssing gab es sieben Fälle. Im Bezirk Braunau gegenüber dem deutschen Simbach am Inn waren es zwei, und im Bezirk Wels-Land gut 50 Kilometer südöstlich von Ried drei Fälle. Weitere Mitarbeiter werden am Sonntag getestet. Weitere Informationen wurden zunächst nicht bekannt. Nach Angaben der "Kronen-Zeitung" gehen die Gesundheitsbehörden nicht von neuen Infektionsherden aus. Auch Betriebsschließungen seien vorerst nicht geplant.

Beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen waren im Juni mehr als 1400 Mitarbeiter positiv getestet worden. Der Vorfall hat eine große Debatte über die Arbeits- und Lebensbedingungen der dort angestellten Arbeiter ausgelöst.

US-Ärzte schlagen Alarm: "Dieses Virus ist bösartig"

12.01 Uhr: Das Epizentrum der Pandemie wandert von der Ostküste in den Südwesten. Ärzte aus New York warnen vor den traumatischen Zuständen, die sie selbst erleben mussten. Erfahren Sie hier mehr dazu im Video.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Indonesien meldet 82 Tote innerhalb eines Tages

11.40 Uhr: Nach Angaben des indonesischen Gesundheitsministeriums sind in dem Land am Sonntag 82 Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben - so viele wie nie innerhalb eines Tages seit Beginn der Pandemie. Insgesamt weist Indonesien nun 3171 Virus-Tote auf, so viele wie in keinem anderen Land Asiens, China ausgenommen. Die Infektionsfälle haben in 24 Stunden um 1607 auf insgesamt 63.749 zugenommen.

Habeck fordert strengere Regeln für mehr Corona-Schutz in Schlachthöfen

11.00 Uhr: Angesichts der Corona-Ausbrüche in der Fleischindustrie hat Grünenparteichef Robert Habeck strengere Regeln für mehr Sicherheit in Schlachthöfen gefordert. "Es muss verpflichtende Mindeststandards geben, damit nicht noch mehr Schlachthöfe zum Corona-Herd werden. Das ist Aufgabe der Bundesregierung", sagte Habeck der "Bild am Sonntag". 

Habeck drängt auf die verbindliche Einführung einer Distanzregel. In der Zerlegung stünden die Arbeiter über Stunden Schulter an Schulter in der Kälte. "Die Arbeit ist anstrengend. Man schnauft vor sich hin. Unabdingbar ist ein Abstand von 1,5 Metern." Auch eine Reduzierung des Arbeitstempos hält Habeck für sinnvoll. Wenn Kitas und Schulen aus Vorsicht geschlossen werden müssten, dürfe in den Hotspots der Virenübertragung nicht einfach wie bisher weitergearbeitet werden.

Der Grünenchef fordert außerdem ein Ende der Riesenschlachthöfe, dafür mehr regionale Schlachtereien. Der Bundesregierung wirft er vor, nicht gegen die "Probleme im Agrarsystem mit seinen Dumpingbedingungen" vorzugehen. Insbesondere das Landwirtschaftsministerium von Julia Klöckner (CDU) tue sich "als Bremsklotz" hervor. Erst am Freitag hatten Tierärzte die Grünen für ihre Rolle beim Bundesratsbeschluss zur Kastenstandhaltung von Zuchtsauen kritisiert.

239 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

10.15 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 239 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Coronakrise 196.335 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Sonntagmorgen meldete (Datenstand 5.7., 0.00 Uhr).

9012 mit dem Virus infizierte Menschen starben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von zwei im Vergleich zum Vortag. Etwa 181.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 300 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 4.7., 0.00 Uhr, bei 0,93 (Vortag: 0,84). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 4.7., 0.00 Uhr, bei 0,94 (Vortag: 0,85). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Rätselhafte Rückschläge bei jedem zehnten Patienten

10.00 Uhr: Viele Infizierte leiden noch Wochen nach ihrer angeblichen Genesung unter schwerer Erschöpfung, Muskelschmerzen oder neurologischen Ausfällen. Bringt das Virus das Immunsystem durcheinander? Lesen Sie hier mehr dazu:

Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh ist weiter gesunken

09.30 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh weiter gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Sonntag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 56,0. Am Vortag lag dieser Wert noch bei 66,5 und am Freitag bei 76,6. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies vor knapp zwei Wochen lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert für das Ende der regional wiedereingeführten Beschränkungen im Kreis gilt der Wert 50.

Nach der Ausbreitung des Coronavirus bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hatte es die erste regionale Rückkehr zu den strikten Maßnahmen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf gegeben. Die Einschränkungen im Kreis Gütersloh gelten noch bis zum 7. Juli. Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage bereits unter den Grenzwert von 50 gefallen.

Trump verharmlost die Infektionsfälle in den USA

08.45 Uhr: Ungeachtet dramatisch steigender Infektionszahlen hat US-Präsident Donald Trump bei seiner Ansprache an die Nation am diesjährigen Unabhängigkeitstag den Umgang mit der Coronavirus-Pandemie gelobt. "Unsere Strategie kommt gut voran", sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) im Garten des Weißen Hauses.

Trump sagte, man habe viel über das Virus gelernt und könne die "Flammen" löschen. Zu Beginn der Pandemie habe es keine Tests für das neue Virus gegeben, mittlerweile hätten die USA fast 40 Millionen Tests durchgeführt. Trump behauptete, dass 99 Prozent der gefundenen Fälle "komplett harmlos" seien.

Seit Tagen verzeichnen die USA Höchststände an nachgewiesenen Neuinfektionen. Drei Tage in Folge (Stand Samstagabend Ortszeit) lagen die Zahlen nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bei über 50.000 - so viele wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Insgesamt wurden in den USA mehr als 2,8 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. Rund 130.000 Menschen starben infolge einer Infektion. Trump machte erneut China für die weltweite Ausbreitung des Virus verantwortlich und warf dem Land Vertuschung vor. "China muss in vollem Umfang zur Rechenschaft gezogen werden", sagte er.

Mexiko hat die fünfthöchste Corona-Opferzahl weltweit

08.07 Uhr: Mexiko hat sich zum Land mit den fünfthöchsten Corona-Opferzahlen weltweit entwickelt. Die Zahl der verstorbenen Infizierten sei auf 30.366 gestiegen, sagte der Leiter der Abteilung für Epidemiologie im mexikanischen Gesundheitsministerium, José Luis Alomía, am Samstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Mexiko-Stadt. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus stieg demnach binnen 24 Stunden um 6914 auf 252.165 Fälle.

Der 127-Millionen-Einwohner-Staat Mexiko überholte damit Frankreich bei der Opferzahl. Nur in den USA, Brasilien, Großbritannien und Italien starben mehr Menschen an oder mit dem neuartigen Coronavirus. Die Hauptstadt Mexiko-Stadt ist das am stärksten betroffene Gebiet im Land. Dennoch leiteten die örtlichen Behörden dort Anfang des Monats Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen ein.

Festnahmen nach Pub-Öffnung in England

07.48 Uhr: In England durften am Samstag die Pubs wieder öffnen - und gleich nahm die Polizei vier Menschen wegen unsozialen Verhaltens fest. Die Mehrheit der Feiernden hat sich der Polizei zufolge aber verantwortungsvoll verhalten. Mehrere Kneipen in der mittelenglischen Grafschaft Nottinghamshire hätten sich trotzdem entschlossen, vorerst wieder zu schließen, teilte die Polizei in der Nacht zum Sonntag mit.

Für die Pubs gelten in der Corona-Pandemie strenge Auflagen, die Besucher müssen ihre Kontaktdaten hinterlassen, Bestellungen dürfen nur am Tisch oder per App aufgenommen werden.

Mecklenburg-Vorpommern will Maskenpflicht im Handel abschaffen

07.19 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern will angesichts niedriger Corona-Infektionszahlen die Maskenpflicht im Handel abschaffen. "Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe der "Welt am Sonntag". Er geht davon aus, dass das Kabinett in Schwerin in seiner Sitzung am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen wird.

"Ich kann die Ungeduld des Handels sehr gut nachvollziehen, die Maskenpflicht abzuschaffen", sagte der CDU-Politiker. Die Abstandsregel zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus werde aber grundsätzlich fortbestehen.

Glawe kündigte auch Gespräche mit seinen Amtskollegen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. "Wir versuchen, für alle norddeutschen Bundesländer eine einheitliche Regelung hinzubekommen", sagte er. "Noch lieber wäre mir ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im Handel." Auch andere Bundesländer prüfen dem Bericht zufolge die Abschaffung der Maskenpflicht in Geschäften.

Seehofer für kostenlose Massentests in Deutschland

07.11 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer spricht sich für kostenlose Corona-Tests für alle in Deutschland aus. Bei der Bekämpfung einer potenziell lebensgefährlichen Infektion müsse konsequent vorgegangen werden, sagt der CSU-Politiker der "Welt am Sonntag". Markus Söder habe recht. Der bayerische Ministerpräsident, ein Parteikollege Seehofers, hatte als erster Landeschef kostenlose Corona-Massentests angekündigt.

WHO verzeichnet Rekord - mehr als 212.000 Neuinfektionen

07.03 Uhr: Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation auf den Rekordwert von 212.326 Fällen geklettert. Das geht aus dem WHO-Situationsbericht zur Corona-Pandemie von Samstag hervor. Die meisten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden wurden in Nord- und Südamerika (129.772) gemeldet. Davon entfielen allein etwa 53.000 Fälle auf die USA und mehr als 48.000 auf Brasilien.

Insgesamt geht die WHO bisher von 10,9 Millionen Infektionen weltweit aus sowie von 523.011 Todesfällen infolge von Covid-19-Erkrankungen. In absoluten Zahlen verzeichneten demnach die USA (2.724.433), Brasilien (1.496.858) und Russland (674.515) zuletzt die meisten Infektionen insgesamt.

Die WHO-Zahlen weichen wegen unterschiedlicher Zählweisen und zeitlicher Verzögerungen immer etwas von den Zahlen der Johns Hopkins Universität in den USA ab. Die WHO hat mehrfach eindringlich darauf hingewiesen, dass die Pandemie nichts von ihrer Dynamik eingebüßt habe.

mxw/nck/ngo/ptz/dpa/Reuters/AFP
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