+++ News-Update +++ Die wichtigsten Entwicklungen zum Coronavirus am Dienstag

Bund und Länder müssten bei ihrem nächsten Treffen etwa über Sport für Kinder nachdenken, fordert Armin Laschet. Norwegen hat die Abiturprüfung gestrichen. Und: Kein Profifußball in den Niederlanden. Der Überblick.
Armin Laschet (CDU) will über weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen nachdenken

Armin Laschet (CDU) will über weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen nachdenken

Foto: Federico Gambarini/ DPA

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Südafrika: Präsident verkündet "historisches" Rettungspaket

22.26 Uhr: Wegen der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise in Südafrika hat Präsident Cyril Ramaphosa ein milliardenschweres "historisches" Rettungspaket verkündet. 500 Milliarden Rand (etwa 25 Milliarden Euro) - etwa 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts - würde die Regierung in die Wirtschaft und die Unterstützung der rund 58 Millionen Bürger stecken, sagte Ramaphosa am Dienstagabend in einer Ansprache an die Nation. "Die Dimension dieses Notfall-Hilfsprogramms ist historisch." Ramaphosa hofft dabei auch auf Unterstützung aus dem Ausland. Man sei unter anderem mit der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IMF) im Gespräch.

In Südafrika sind bislang demnach mehr als 3.400 Fälle von Covid-19 bestätigt worden und mindestens 58 Menschen gestorben. Die Regierung hatte vor einigen Wochen eine strenge landesweite Ausgangssperre verhängt, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Diese habe eine "verheerende Auswirkung" auf die Wirtschaft, sagte Ramaphosa. Millionen von Südafrikanern in der informellen Wirtschaft oder ohne Arbeit kämpfen demnach um ihr Überleben, Armut und Nahrungsmittelunsicherheit haben sich in wenigen Wochen dramatisch verschlechtert.

Giffey: Über längeren Lohnersatz für Eltern bei Kinderbetreuung reden

22.02 Uhr: In der Bundesregierung wird über längere Lohnausfallzahlungen für Eltern nachgedacht, die in der Coronakrise wegen geschlossener Kitas Kinder zu Hause betreuen müssen. Die dazu getroffenen Regelungen gälten abzüglich der Osterferien noch bis Mitte Mai, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Dienstagabend in der Sendung "ARD Extra". "Darüber hinaus muss darüber gesprochen werden, wie für Eltern, die eben ihre Kinder nicht in die Kinderbetreuung geben können, auch eine Lohnausfallzahlung weiter gewährt werden kann."

Sie fügte hinzu: "Das machen wir zusammen mit dem Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil und dem Finanzminister." Hier gehe es darum, "auch Perspektiven darüber hinaus zu finden, wenn die Kitas eben nur schrittweise wiedereröffnen können und Eltern auch vor finanziellen Problemen stehen".

Derzeit erhalten Eltern vom Staat 67 Prozent ihres Lohns, wenn sie Kinder unter zwölf Jahren wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen und deshalb nicht arbeiten können. Pro Monat gibt es dabei höchstens 2016 Euro. Diese im März beschlossene Regelung ist aber auf sechs Wochen befristet.

EU-Abgeordnete fordern Notfallfonds für Medien

21.38 Uhr: EU-Abgeordnete fordern einen europäischen Notfallfonds zur Unterstützung der Medien- und Pressebranche. Die EU-Kommission solle dies prüfen, schrieben Abgeordnete des Kulturausschusses im Europaparlament in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an die Kommissare Thierry Breton und Maria Gabriel. Geld dafür könnte aus Mitteln für andere Programme kommen, die wegen der Covid-19-Pandemie nicht aufgebraucht wurden.

Kultur-, Kreativ- und Medienbranche in der Europäischen Union seien durch die Corona-Krise schwer getroffen, erklärten die Abgeordneten. Die EU müsse deshalb mehr für sie tun. "Die Medien spielen eine unverzichtbare Rolle bei der Bereitstellung genauer Informationen und einer gründlichen Berichterstattung", heißt es weiter. "Sie sind ein entscheidendes Mittel gegen Fake News und Desinformation." Doch kämpften Medienunternehmen teils mit einem Rückgang der Werbeerlöse von bis zu 80 Prozent.

Missouri reicht Klage gegen China ein

21.31 Uhr: Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie reicht der US-Bundesstaat Missouri bei einem Bundesgericht Klage gegen China ein. Die Regierung in Peking habe die Welt unter anderem über die Gefahr durch das Virus angelogen und wenig getan, um der Seuche Einhalt zu gebieten, heißt es in einer Erklärung von Justizminister Eric Schmitt. "Sie müssen für ihr Handeln zur Verantwortung gezogen werden." Rechtsexperten sagten der Nachrichtenagentur Reuters, die Klage habe wenig Aussicht auf Erfolg.

Unionsabgeordnete fordern Strategie für Rückkehr zur Normalität

21.15 Uhr: In der Unionsfraktion wächst angesichts der vorsichtigen Schritte bei der Abkehr von den harten Beschränkungen in der Coronakrise die Ungeduld. So forderte der hessische Abgeordnete Klaus-Peter Willsch am Dienstag in einer Videoschalte der CDU/CSU-Abgeordneten nach Angaben von Teilnehmern, es sei dringend notwendig, über Strategien der Wiederöffnung zu reden. Den Menschen müsse die Perspektive gegeben werden, dass sich die Politik intensiv damit befasse, wie man wieder in einen Normalzustand komme und der Wirtschaft die Arbeit ermögliche.

Der baden-württembergische Abgeordnete Axel Fischer hob die große Zustimmung in den Umfragen für den Kurs der Union hervor. Er betonte aber auch, es häuften sich die Berichte von Existenznöten der Bürger und der Wirtschaft. Die Beschränkungen hätten katastrophale Auswirkungen, über die gesprochen werden müsse. Diese Probleme dürften nicht vom Tisch gewischt werden. Die sächsische Abgeordnete Veronika Bellmann forderte in diesem Zusammenhang eine bessere und verlässlichere Datenbasis durch mehr Tests, so dass man "Horrorszenarien" entgegenwirken könne.

Weniger Covid-19-Patienten in Frankreich auf Intensivstationen

21.01 Uhr: In Frankreich sinkt nach Angaben der Gesundheitsbehörden weiterhin die Zahl der Patienten, die wegen Covid-19 auf einer Intensivstation behandelt werden müssen. Im Vergleich zum Vortag seien es 250 Menschen weniger, sagte Gesundheitsdirektor Jerôme Salomon am Dienstagabend. Landesweit benötigten demnach weiterhin etwa 5.430 eine Behandlung auf einer Intensivstation. Auch die Zahl der Coronavirus-Neuzugänge in Krankenhäusern nehme ab, erklärte Salomon. In Frankreich befanden sich seinen Angaben zufolge etwa 30.100 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern.

Die Zahl der Todesfälle stieg auf 20.796. Salomon erinnerte daran, die Ausgangsbeschränkungen und Gesten der sozialen Distanzierung einzuhalten, um an den für Mitte Mai geplanten Lockerungen der Maßnahmen festhalten zu können. Was heute und morgen getan werde, beeinflusse die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen am 11. Mai, betonte Salomon.

Großbritannien: Impfstoff wird an Menschen getestet

20.46 Uhr: Die britische Regierung finanziert zwei klinische Studien mit potenziellen Impfstoffen gegen das Coronavirus. Die Studie der Universität Oxford sieht vor, einen Stoff bereits ab Donnerstag an Menschen zu testen. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte am Dienstag, dass Großbritannien an der Spitze der globalen Bemühungen um die Suche nach einem Impfstoff stehen wolle und finanzielle Unterstützung für die beiden Projekte an der Universität Oxford und am Imperial College London leisten werde.

Das Projekt des Imperial Colleges erhält 22,5 Millionen Pfund zur Unterstützung seiner klinischen Studien, Oxford bekommt für seine Studie 20 Millionen Pfund. Hancock sagte auch, dass die Regierung in Produktionskapazitäten investieren werde, falls einer oder beide Impfstoffe wirken. Er warnte jedoch vor zu großen Hoffnungen auf Erfolg. Der Prozess der Impfstoffentwicklung sei "Versuch und Irrtum und erneut Versuch".

Lauterbach hält Sommerurlaub für "grotesk schlechte" Idee

20.32 Uhr: Schon Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte heute, in der Coronakrise könne man nicht auf einen normalen Sommerurlaub ohne Einschränkungen hoffen. Nun schloss sich auch der SPD-Bundestagsabgeordnete und Arzt Karl Lauterbach an. Als "grotesk schlechte Idee" bezeichnete er in einem Interview des Nachrichtenportals "watson" Sommerurlaubspläne für dieses Jahr. "Die Gefahr ist sehr hoch, dass wir im Sommer einen schweren Rückfall der Krankheit erleben. Inklusive erneutem Lockdown und hohen Sterbezahlen", sagte Lauterbach demnach.

"Ich halte es für eine grotesk schlechte Idee, diesen Sommer in den Urlaub zu fahren."

SPD-Bundestagsabgeordnete und Arzt Karl Lauterbach

New Yorks Todeszahlen innerhalb 24 Stunden erneut unter 500

20.19 Uhr: Im besonders heftig von der Corona-Pandemie getroffenen US-Bundesstaat New York ist die Zahl der Toten innerhalb von 24 Stunden zum zweiten Mal in Folge unter 500 geblieben. Die Zahl der täglichen Todesopfer habe zwischen Montag und Dienstag bei 481 gelegen, sagte Gouverneur Andrew Cuomo. "Das ist gut - aber unsere Definition von 'gut' hat sich verändert. 'Gut' bedeutet jetzt 'nicht furchtbar'."

Zwischen Sonntag und Montag waren in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern 478 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben - in den Wochen davor hingegen täglich bis zu knapp 800 Menschen. Nach Verkündung von relativ strengen Ausgangsbeschränkungen vor einem Monat waren die Zahlen der neu Infizierten in New York zuletzt bereits deutlich zurückgegangen. Insgesamt mussten bislang auch deutlich weniger Patienten in Kliniken als zuvor prognostiziert.

Bei einem Besuch im Weißen Haus in Washington wollte Cuomo am Dienstagnachmittag mit US-Präsident Donald Trump  besprechen, wie künftig deutlich mehr getestet werden könnte. Cuomo und Trump hatten sich zu diesem und anderen Themen in den vergangenen Wochen immer wieder gegenseitig heftig kritisiert. "Wir haben viel aneinander vorbeigeredet", sagte Cuomo nun. "Lasst uns einfach koordinieren, wer was macht." Trump hatte die Verantwortung für Tests in der Coronakrise zuletzt mehrfach den Gouverneuren der Bundesstaaten zugeschoben.

Laschet will im Mai weitere Lockerungen

20.02 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) strebt im Mai weitere Lockerungen in der Coronakrise an. Bund und Länder sollten sich bei ihrem nächsten Treffen am 30. April darauf einigen, sagte Laschet der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch). Zwar wisse man dann noch nicht, wie die bereits beschlossenen Lockerungen sich auswirkten. "Ich glaube trotzdem, dass man noch einmal über ein paar weitere Maßnahmen nachdenken muss", sagte Laschet.

Der Ministerpräsident nannte Sportangebote für Jugendliche. "Wenn die Jugendlichen jetzt alle in Shopping-Malls gehen oder sich in Parks treffen, statt auf den Sportplatz zu gehen, ist das ja auch nicht Sinn der Sache", sagte er. Weitere Öffnungen müssten auch Kindertagesstätten, Spielplätze und Schulen betreffen. Laschet kritisierte, dass die Lebenswirklichkeit vieler Kinder durch die Corona-Politik aus dem Blick geraten sei. Auch Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte bereits eine vorsichtige Öffnung von Spielplätzen - insbesondere in Städten - ins Gespräch gebracht. Alle Kinder bräuchten Bewegung und freies Spiel, hatte sie argumentiert.

Niederländischer Premier: Kein Profifußball mehr bis September 

19.54 Uhr: In den Niederlanden wird es bis zum 1. September keine Spiele im Profifußball mehr geben. Damit ist die Spielzeit für beide Ligen vorzeitig beendet. Das kündigte Premier Mark Rutte am Dienstagabend in Den Haag an. Alle genehmigungspflichtigen Veranstaltungen seien bis zum 1. September verboten, das gelte auch für Fußballspiele ohne Publikum.

Zunächst galt das Verbot bis zum 1. Juni. Der niederländische Fußballverband KNVB wollte ursprünglich danach die restlichen Spielrunden ohne Publikum austragen. In der "Eredivisie" müssten eigentlich noch acht Runden gespielt werden. Spitzenclubs wie Ajax Amsterdam, PSV Eindhoven oder AZ Alkmaar hatten aber dafür plädiert, die Saison vorher zu beenden. Nach dem heutigen Stand führt Ajax Amsterdam die Tabelle an, gefolgt vor dem punktgleichen AZ Alkmaar.

Norwegische Schüler müssen keine Abiturprüfung ablegen

17.35 Uhr: Die norwegische Regierung hat aufgrund des Corona-Ausbruchs alle schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfungen für Schüler der Oberstufenklassen abgesagt. Bildungsministerin Guri Melby sagte am Dienstag, die Zeugnisse der Schüler würden auf Basis ihrer bisherigen Leistungen ausgestellt. Der Fernunterricht würde bis zu den Sommerferien weiterlaufen.

Die Prüfungen für sogenannte Privatisten - also Schüler, die sich auf eine Abschlussprüfung vorbereiten, ohne die Schule zu besuchen - wurden hingegen nicht abgesagt. Nach der Schließung aller Schulen im März können die ersten vier Jahrgänge ab Montag wieder in die Schule gehen. Für die älteren Schüler läuft der Heimunterricht weiter.

Es ist das erste europäische Land, das diesen drastischen Schritt vollzieht. In Deutschland sitzen die Schülerinnen und Schüler seit Montag in den schriftlichen Abiturprüfungen - nachdem diverse Petitionen gescheitert sind (mehr dazu lesen Sie hier).

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AC/DC gegen die Corona-Stille im Tierpark

17.57 Uhr: Was hört der Hirsch an der Futterkrippe? Wozu tollen die Wildkatzen im Gehölz? Zu Schlager, Rockmusik und Violinkonzert! Die Tiere im oberfränkischen Wildpark Waldhaus Mehlmeisel hören in der Coronakrise den ganzen Tag Musik. "Ohne die täglichen Besucher ist es hier sonst totenstill", erklärt Betreiber Eckard Mickisch am Dienstag. "Rotwild, Auerwild oder Luchse würden sich schnell daran gewöhnen und scheu werden." Als er letztens nur kurz husten musste, seien schon alle Augen auf ihn gerichtet gewesen.

Seitdem stellen die Tierpfleger täglich eine Playlist zusammen. Die Musik dröhne dann von 8 bis 18 Uhr über Lautsprecher in die Gehege. Dabei sei es wichtig, dass alle Frequenzen abgedeckt werden, sagt Mickisch. "Babys schreien ganz hoch, dafür eignet sich zum Beispiel ein Violinkonzert. Für Hundegebell brauchen wir Bums wie bei "Highway to Hell" von AC/DC." Zwischen zwei, drei Liedern spielen sie den Tieren zur Abwechslung Aufnahmen von Besucherführungen vor.

Zwei Drittel aller Klubs könnten wegen Corona schließen

17.02 Uhr: Kommt das große Disko-Sterben? Nach Hoteliers und Gastwirten rufen nun auch Betreiber von Diskotheken und Tanzklubs nach Unterstützung. "Klubbetreibern und Diskothekenunternehmern geht die Luft aus", warnte Hans-Bernd Pikkemaat, Präsident des Bundesverbandes deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT). Er forderte schnelle und unbürokratische staatliche Unterstützung.

"Andernfalls werden zwei Drittel aller Klubs und Discos die Coronakrise nicht überstehen", befürchtet Pikkemaat. Die seit Anfang März verlorenen Umsätze ließen sich nicht mehr nachholen. "Und die Durststrecke ist noch lang." Gaststätten, die Tanzveranstaltungen anbieten, müssen vorerst weiter geschlossen bleiben. Pikkemaat forderte eine unbürokratische Entschädigung für die von März an erlittenen Umsatzverluste.

Berlin verbietet bis Oktober Großveranstaltungen

16.44 Uhr: Das Oktoberfest, das Mitte September stattgefunden hätte, ist bereits abgesagt. Nun zog auch der Berliner Senat mit der Absage an Großveranstaltungen nach: Am Dienstag beschloss das Länderparlament, dass Events bis zu 5000 Teilnehmern wegen der Coronakrise bis zum 24. Oktober verboten bleiben. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern dürfen erstmal bis 31. August nicht stattfinden.

Dafür dürfen die Museen in Berlin schon wieder vom 4. Mai an öffnen. Auch der Leihverkehr in Bibliotheken soll dann wieder ermöglicht werden, wie Kultursenator Klaus Lederer (Linke) ankündigte. Die Theater der Stadt bleiben indes bis zum 31. Juli geschlossen und beenden damit die Saison.

Sebastian Kurz schlägt Anti-Corona-Klub vor

16.02 Uhr: Während Deutschlands Außenminister Heiko Maas die Erwartungen zu den Flugmöglichkeiten im Sommerurlaub drosselt, gibt sich Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) optimistischer: Kurz hält eine Wiederaufnahme des internationalen Flugverkehrs zwischen Staaten mit einer erfolgreichen Anti-Corona-Strategie für möglich.

Er rechne mit einem Szenario, dass international Staaten ihre Grenzen zueinander wieder öffnen würden, die das Virus besiegt oder ganz niedrige Ansteckungszahlen hätten, sagte der Regierungschef in Wien. "Wie ein Klub, bei dem man nur dabei sein kann, wenn keine Gesundheitsgefährdung gegeben ist." Der Luftverkehr ist durch die Einreiseverbote in der Coronakrise praktisch zum Erliegen gekommen.

Singapur verschärft Shutdown nach zweiter Ansteckungswelle

15.40 Uhr: Lange galt Singapur als Beispiel, wie sich das Coronavirus auch ohne gesellschaftlichen Shutdown eindämmen lässt. Doch nun sind die Fallzahlen in dem Inselstaat erneut drastisch gestiegen. Allein am Montag wurden 1426 neue Fälle gemeldet - ein neuer Rekordwert. Noch vor einem Monat gab es nur 300 bestätigte Fälle.

Die meisten neuen Infektionen traten in Massenunterkünften auf, in denen vor allem ausländische Arbeiter leben. Das Beispiel Singapur zeigt, dass ein Land auch bei zunächst niedrigen Fallzahlen nicht vor einem erneuten Aufflammen der Pandemie gefeit ist. Zehntausende Menschen in Singapur stehen inzwischen unter häuslicher Quarantäne.

Singapur hatte den ersten Corona-Fall am 23. Januar registriert und die Kontaktpersonen von jedem Verdachtsfall zurückverfolgt. Reisende aus Risikogebieten durften nicht einreisen. Das öffentliche Leben verlief indes weitgehend normal. Zunächst schienen die Maßnahmen auszureichen, um das Virus einzudämmen. Doch offenbar kursierte das Virus unbemerkt in den Massenunterkünften. Seit dem 8. April sind deshalb auch in Singapur die Schulen dicht, in der Öffentlichkeit gilt eine Maskenpflicht. Der Shutdown wird nun mindestens bis zum 1. Juni verlängert, kündigte die Regierung an.

Griechenland stellt weitere Flüchtlingsunterkunft unter Quarantäne

15.15 Uhr: Die griechischen Behörden haben ein als Flüchtlingscamp genutztes Hotel nach dem Auftreten zahlreicher Corona-Infektionsfälle abgeriegelt. Von den 470 Bewohnern seien 150 positiv auf das Virus getestet worden, sagte Iosif Mertiris, der stellvertretende Bürgermeister von Ermionida, dem Fernsehsender ERT am Dienstag. Das Hotel liegt in dem rund 160 Kilometer südlich von Athen gelegenen Ort Kranidi. "Die Polizei ist vor dem Hotel stationiert, und niemand darf es verlassen", sagte Mertiris.

Nachdem am Montag bei einer schwangeren Frau aus Somalia das Virus festgestellt worden war, war das gesamte Gebäude desinfiziert, wie das Migrationsministerium mitteilte. Alle Migranten waren auf das Virus getestet worden. Dolmetscher, Psychologen, Sozialarbeiter und Rechtsberater stünden "in dieser herausfordernden Situation" in ständigem Kontakt mit allen Beteiligten, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit, die die Flüchtlinge betreut.

Seitdem die europäischen Staaten 2016 ihre Grenzen geschlossen haben, sitzen rund 100.000 Asylbewerber in Griechenland fest - viele in völlig überfüllten Flüchtlingslagern. Die Behörden haben inzwischen zwei Lager auf dem Festland unter Quarantäne gestellt, nachdem dort mehrere Infektionsfälle aufgetreten waren. Für alle Camps wurden bis 10. Mai Ausgangsbeschränkungen verhängt.

Wann muss wo eine Maske getragen werden?

14.50 Uhr: Lange hat die deutsche Politik gebraucht, um den Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit verbindlich durchzusetzen. Allerdings gelten die Maßnahmen in den Bundesländern ab verschiedenen Zeitpunkten. Hier finden Sie eine Übersicht, wann und wo eine Maske getragen werden muss. Eine bundesweit einheitliche Linie gibt es bislang nicht: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten sich vergangene Woche nur darauf verständigt, das Tragen sogenannter Alltagsmasken in Bussen und Bahnen sowie im Einzelhandel dringend zu empfehlen.

Angeblich jeder zweite Ferienhausbetreiber vor dem Aus

14.35 Uhr: Der Deutsche Tourismusverband warnt, Betreiber von Ferienwohnungen und Ferienhäusern könnte der Bankrott drohen. In einer Online-Umfrage hätten knapp 54 Prozent der mehr als 9000 Befragten angegeben, ab Ende Juni den Betrieb ihrer Objekte nicht mehr fortführen zu können. Der Verband fordert deswegen weitere Staatshilfen.

Spahn will keine Gesetzesänderung für sogenannte Triage

14.22 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht keine Notwendigkeit, per Gesetz zu regeln, welche Patienten im Fall von unzureichenden Behandlungskapazitäten vor- oder nachrangig medizinisch versorgt werden sollen. "Gesetzgeberischer Handlungsbedarf zu diesen medizinethischen Fragen besteht nicht", heißt es in einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen. Spahns Ministerium verweist auf die gemeinsame Empfehlung mehrerer ärztlicher Fachgesellschaften und eine Stellungnahme des Deutschen Ethikrats. Letzterer hatte im März erklärt: "Der Staat darf menschliches Leben nicht bewerten und deshalb auch nicht vorschreiben, welches Leben in einer Konfliktsituation zu retten ist." Abgelehnt wurden deswegen etwa pauschale Altersvorgaben.

Die Fachgesellschaften hatten allerdings mitgeteilt: "Wenn nicht mehr alle kritisch erkrankten Patienten auf die Intensivstation aufgenommen werden können, muss analog der Triage in der Katastrophenmedizin über die Verteilung der begrenzt verfügbaren Ressourcen entschieden werden." Es sei "unausweichlich", eine Auswahl zu treffen, welche Patienten akut- oder intensivmedizinisch behandelt würden, etwa danach, ob eine Besserung des Zustands zu erwarten sei.

Die Grünen reagierten daher empört auf die Antwort des Gesundheitsministeriums auf ihre Anfrage. Sie sei fassungslos, sagte die Grünensprecherin für Behindertenpolitik, Corinna Rüffer. Wenn sich die Ärzte bei der Einstufung von Patienten an die Empfehlungen der Fachgesellschaften und des Ethikrats hielten, "hätten viele behinderte Menschen so gut wie keine Chance auf eine lebenserhaltende Behandlung".

In Österreich öffnen Schulen und Gaststätten wieder ab Mitte Mai

13.57 Uhr: In Österreich werden weitere Corona-Einschränkungen gelockert. Laut Bundeskanzler Sebastian Kurz sollen die Schulen des Landes schrittweise ab dem 15. Mai wieder ihren Betrieb aufnehmen. Auch die Gastronomie darf ab diesem Zeitpunkt wieder öffnen, allerdings nur bis 23.00 Uhr. Gottesdienste dürfen dann ebenfalls wieder stattfinden. Zudem bestätigt der Kanzler die Pläne, dass ab Mai alle Geschäfte öffnen sowie sämtliche Dienstleistungen wieder angeboten werden dürfen. Maßnahmen wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und Abstandhalten bleiben aufrecht.

Auch Hamburg setzt auf Maskenpflicht

13.41 Uhr: Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat von Montag an eine Maskenpflicht im Einzelhandel, auf Wochenmärkten und im öffentlichen Nahverkehr angekündigt. Die bisherigen Empfehlungen zum Tragen von Masken gegen die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie hätten nicht ausreichend gefruchtet, sagte Tschentscher. Zuvor hatten bereits mehrere andere Bundesländer beschlossen, das Tragen einer Mund-Nasen-Abdeckung beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln zur Pflicht zu machen.

Gefängnisinsassen liefern Atemmasken-Nachschub

13.25 Uhr: Gegen den Mangel an Atemmasken hat das Justizministerium von Schleswig-Holstein schnelle Abhilfe geschaffen: Es lässt Gefängnisinsassen Nachschub für Krankenhäuser produzieren. In den Justizvollzugsanstalten von Kiel, Lübeck und Neumünster arbeiten bis zu 15 Häftlinge an den Masken, die unter anderem dem Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) in Neumünster zugute kommen sollen. Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack sagte: "Da haben die Anstalten schnell reagiert und tragen nun mit der Maskenproduktion etwas ganz Konkretes dazu bei, die Coronakrise zu bewältigen. Es zeigt sich, dass ein gemeinsames Ziel viele Kräfte aktivieren kann - bei Bedienstete und Gefangenen. Das ist ein schönes Zeichen."

Alle Schüler in Mecklenburg-Vorpommern werden versetzt

13.06 Uhr: Unabhängig von ihren Noten sollen in diesem Schuljahr alle Schüler in Mecklenburg-Vorpommern in die nächste Klasse kommen. Möglich sei aber, das Schuljahr freiwillig zu wiederholen, teilte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) mit. Gerade Schüler, die versetzungsgefährdet seien, hätten angesichts der Coronakrise keine gute Möglichkeit, ihre Leistungen in diesem Schuljahr noch auszugleichen, erklärte sie.

Außenminister Maas dämpft Hoffnungen auf Sommerurlaub

12.17 Uhr: "Eine normale Urlaubssaison wird es diesem Sommer nicht geben können. Das wäre nicht zu verantworten", sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) nach einer Schalte mit den Außenministern von Österreich, Liechtenstein, Luxemburg und der Schweiz. Trotzdem arbeite man daran, den Reiseverkehr zwischen den Nachbarländern wieder zu ermöglichen. "Ich wünsche mir, dass wir so schnell wie möglich wieder offene Grenzen in Europa haben", so Maas weiter. Beschränkungen an den EU-Binnengrenzen sollten so schnell wie möglich wieder beseitigt werden, wenn dies möglich sei.

Leere Flughafenhalle: Heiko Maas dämpft Hoffnung auf Sommerurlaub

Leere Flughafenhalle: Heiko Maas dämpft Hoffnung auf Sommerurlaub

Foto: Daniel Karmann/ dpa

Frankfurts Oberbürgermeister fordert Pflicht für Mundschutz

11.58 Uhr: "Wir gehen davon aus, dass spätestens nächste Woche die Stadt wieder voller wird und wir deshalb um zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen nicht herumkommen", kündigte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) an. Die ersten Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus dürften jetzt nicht aufs Spiel gesetzt werden. Zuvor hatte bereits Hanau eine seit Montag geltende Maskenpflicht eingeführt.

DFB ist gegen Verluste durch Coronakrise versichert

11.48 Uhr: Die finanziellen Verluste für den Deutschen Fußball-Bund durch die wegen der Coronakrise ausgefallenen Länderspiele sind nicht so hoch wie erwartet. "Der DFB verfügt über eine Ausfallversicherung für seine Länderspiele, die auch im Falle der Länderspiele im März gegen Italien und Spanien greift. Diese Versicherung setzt eine Spielabsage von dritter Seite voraus", sagte DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge dem Onlineportal Sport1.

Dänemark verbietet Großveranstaltungen bis September

11.40 Uhr: Skanderborg-Festival oder Hafenfest: Dänemark hat größere Events über den gesamten Sommer hin untersagt. Bis einschließlich 1. September gilt ein Verbot für Veranstaltungen mit mehr als 500 Menschen.  Aktuell sind in dem Land Versammlungen von mehr als zehn Menschen untersagt. Ob es nach dem 10. Mai Lockerungen hiervon gibt, ist unklar. Der Sender TV2 hatte dies berichtet und auch der SPIEGEL hatte dies aufgegriffen.

Die Regierung stellte jedoch klar: Das Verbot für Großveranstaltungen mit der Grenze von 500 Personen hat hierfür zunächst "keine praktische Bedeutung". Die Regierung kündigte an, die Entwicklung der Epidemie zu verfolgen - und die Grenze, wie viele Menschen sich versammeln dürfen, gegebenenfalls vorsichtig zu justieren.

Hilfsorganisationen warnen vor Hungersnot in Westafrika

10.15 Uhr: Acht regionale und internationale Organisationen mahnen: Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus träfen mit voller Wucht auf eine bereits sehr fragile Ernährungssituation in Westafrika. Gerade in der Zeit des bevorstehenden muslimischen Fastenmonats Ramadan sei dies eine zusätzliche Belastung. Die Preise für Lebensmittel stiegen, und viele Grundnahrungsmittel seien kaum verfügbar. Laut der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas könne die Zahl der von Hunger bedrohten Menschen zwischen Juni und August deshalb von 17 Millionen auf 50 Millionen Menschen steigen.

Wolfgang Kubicki nennt Merkels Haltung "unverschämt"

09.57 Uhr: Gewohnt starke Worte vom stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Wolfgang Kubicki: Im ZDF-"Morgenmagazin" sagte er zur Position von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über weitere Lockerungen von Corona-Beschränkungen: "Was mich stört und was ich unverschämt finde, ist, dass sie als Bundeskanzlerin erklärt, man dürfe keine Diskussionen darüber führen, inwiefern man zu Lockerungen kommt", sagte Kubicki. Diskussionen seien ein "grundlegendes Recht jedes Einzelnen". Außerdem liege die "Kompetenz zur Anordnung oder Aufhebung von einschränkenden Maßnahmen" nicht beim Bund, sondern bei den Ländern, betonte Kubicki: "Das entscheiden dann im Zweifel die Landesregierungen vor Ort, nicht die Bundeskanzlerin."

Mehr als 14.000 Corona-Fälle in Betreuungseinrichtungen

09.36 Uhr: Erfasst wurden Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheime, Schulen und Kitas, aber auch Gefängnisse, Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünfte: Wie NDR Info auf Grundlage von Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Montagabend berichtete, sind in Betreuungseinrichtungen und Massenunterkünften bislang mehr als 14.000 Corona-Fälle aufgetreten. Die Zahlen dürften allerdings erheblich höher liegen, da bei 41 Prozent aller Meldungen Angaben dazu fehlten, in welchen Einrichtungen die Infektionen aufgetreten sind.

Nur 83.000 der insgesamt 142.000 offiziellen Meldungen enthielten Informationen darüber, ob die Corona-Fälle den Gesundheitsbereich, Betreuungseinrichtungen oder die Lebensmittelherstellung betreffen. Diese Bereiche sind laut Infektionsschutzgesetz relevant für das Infektionsgeschehen und müssen deshalb gemeldet werden.

Die Berichte über Infektionen in Alten- und Pflegeheimen hatten sich in den vergangenen Wochen gehäuft. Allein in Niedersachsen wurde das Virus in rund 80 dieser Einrichtungen nachgewiesen, hatte das Gesundheitsministerium in Hannover am Wochenende mitgeteilt. Die Gewerkschaft Ver.di kritisierte, vielerorts fehle es in Alten- und Pflegeheimen noch an Schutzkleidung.

US-Ölmarkt beruhigt sich

08.55 Uhr: Nach einem historischen Absturz stabilisiert sich der US-Ölmarkt offenbar wieder. Der Preis für Lieferungen von amerikanischem Leichtöl (WTI) im Mai lag in den frühen Handelsstunden wieder bei etwas mehr als einem Dollar. Am Montag war der WTI-Preis erstmals in Negative gefallen - für Lieferungen im Mai betrug er zeitweise minus 40,32 Dollar. Der Mai-Kontrakt läuft an diesem Dienstag aus, das hatte den Preisverfall zusätzlich begünstigt.

Mehr als 1500 Tote in Schweden - umstrittener Sonderweg

08.45 Uhr: Der schwedische Sonderweg in der Bekämpfung des Coronavirus hat offenbar einen hohen Preis. Mehr als 1500 Menschen starben der schwedischen Gesundheitsbehörde zufolge bislang infolge einer Infektion mit Sars-CoV-2. Das ist um ein Vielfaches mehr als in den anderen skandinavischen Ländern. Trotzdem bleiben die Behörden bei der Strategie, der Bevölkerung lediglich zu raten, Abstand zu halten. Veranstaltungen mit bis zu 50 Besuchern sind nach wie vor erlaubt.

Steuereinnahmen sinken im März

08.35 Uhr: Die Coronakrise hat nun auch die Steuereinnahmen in Deutschland erfasst. Im März 2020 sanken die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht um 1,8 Prozent auf 69,6 Milliarden Euro, wie das Bundesfinanzministerium mitteilte. Ein Minus gab es bei der Umsatz- sowie der Körperschaftsteuer. Die Einnahmen aus der Luftverkehrsteuer gingen um fast 57 Prozent zurück. Dennoch stieg das Steueraufkommen im gesamten ersten Quartal des Jahres noch um 3,5 Prozent.

Das Finanzministerium geht davon aus, dass sich die Coronakrise wegen des Steuerrechts erst mit Verzögerung massiv auswirken wird. "Die ökonomischen Auswirkungen des Mitte März in Deutschland begonnenen Shutdowns werden daher erst in den folgenden Monaten das Steueraufkommen beeinträchtigen", heißt es im Monatsbericht des Ministeriums.

Freizeitparks in Existenznot

07.25 Uhr: In der Coronakrise kämpfen manche Freizeitparks nach Angaben ihres Verbands um ihr Bestehen. Wenn auf den ausgefallenen Saisonstart in den Osterferien auch ein Besuchsverbot in den Sommerferien folgen sollte, könnte das für rund 40 Prozent der Parks das Aus bedeuten, sagte der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen, Jürgen Gevers.

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Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ picture alliance / dpa

Seine Mitglieder hätten akute Probleme mit der Finanzierung. Die Sofortmittel der Regierung reichten nicht aus. Die Betreiber, in der Regel mittelständische Familienunternehmen, kämen nur schwer an Kredite heran, sagte Gevers. Banken forderten eine hundertprozentige Sicherheit, die es nicht gebe.

Gerade Parks mit Tieren könnten die laufenden Kosten nicht einfach senken. "Auch wir sind der Meinung, Gesundheit steht über der Wirtschaft", sagte Gevers. Doch wo ein Freizeitpark schließe, mache nicht so schnell ein anderer auf. Und diese Einrichtungen seien oft in strukturschwächeren Regionen - und dort durchaus ein Jobmotor.

Spahn gegen Gesetz zur Patienten-Priorisierung

07.05 Uhr: Falls die Zahl schwer kranker Corona-Patienten in Deutschland so stark steigen sollte, dass Ressourcen wie Beatmungsgeräte knapp werden, welche Patienten sollten bevorzugt behandelt werden? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich in dieser Frage gegen ein gesetzlich festgelegtes Verteilungssystem ausgesprochen. "Gesetzgeberischer Handlungsbedarf zu diesen medizinischen Fragen besteht nicht", heißt es in einer Antwort seines Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Das Ministerium verweist auf die gemeinsame Empfehlung mehrerer ärztlicher Fachgesellschaften und eine Stellungnahme des Deutschen Ethikrates.

Die Grünen reagierten empört. Die Antwort mache sie fassungslos, sagte ihre Sprecherin für Behindertenpolitik, Corinna Rüffer, dem RND. "Wenn sich Ärztinnen und Ärzte bei Triage-Entscheidungen an die Empfehlungen der Fachgesellschaften und des Ethikrat hielten, hätten viele behinderte Menschen so gut wie keine Chance auf eine lebenserhaltende Behandlung", sagte sie.

Der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte dagegen, es sei offenkundig, dass es Regelungsbedarf bei der Triage-Diskussion gebe. Denn die Richtlinien des Deutschen Ethikrats und der medizinischen Fachgesellschaften widersprächen sich in einem entscheidenden Punkt: Die Fachgesellschaften schrieben den Ärzten das Recht zu, bei einem Intensivpatienten die Therapie einzustellen, um einen anderen Patienten mit höherer Erfolgsaussicht zu versorgen, sagte Brysch. Ein solches Vorgehen halte der Ethikrat dagegen für rechtswidrig. Deshalb müsse der Bundestag jetzt klären, was Vorrang haben soll.

Trump: Genug Testkapazitäten für Lockerung

06.40 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat Kritik wegen mangelnder Testmöglichkeiten auf das Coronavirus zurückgewiesen. "Wir sind beim Testen in sehr guter Form, und wir werden ständig besser", sagte er. Trump bemängelte, manche Gouverneure der Bundesstaaten hätten nicht verstanden, auf welche Testkapazitäten in privaten Labors sie Zugriff hätten.

US-Vizepräsident Mike Pence sagte, die von ihm geleitete Coronavirus-Arbeitsgruppe im Weißen Haus habe inzwischen jeden Gouverneur auf die Kapazitäten und die Adressen der Labors hingewiesen. "Nach unseren besten Schätzungen verfügen wir heute für jeden Bundesstaat in Amerika über ausreichend Testkapazität, um in die erste Phase einzutreten."

Leere Straße in Manhattan, New York: Der Johns-Hopkins-Universität zufolge gibt es in den USA aktuell mehr als 780.000 bestätigte Covid-19-Infektionen

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Foto: William Volcov/ dpa
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Kinostart von "Batman" wird verschoben

04.35 Uhr: Wegen der Coronakrise soll der neue "Batman"-Film mit Hauptdarsteller Robert Pattinson erst im Oktober 2021 in die Kinos kommen. Das teilte das Studio Warner Bros. mit. Ursprünglich war der Start in den USA für Juni nächsten Jahres angesetzt.

Die Dreharbeiten waren im Januar angelaufen, dann aber wegen der Coronavirus-Pandemie im März gestoppt worden. In den vergangenen Wochen wurden zahlreiche Film- und TV-Produktionen auf Eis gelegt. Wegen derzeit weltweit geschlossenen Kinos werfen viele Hollywoodstudios ihre Terminpläne um. Auch die Filmstarts von "Wonder Woman 1984", "Fast & Furious 9" oder "Ghostbusters: Legacy" sind schon verschoben worden.

Trump macht die Grenzen für Einwanderer dicht

04.31 Uhr: US-Präsident Donald Trump will die Einwanderung in die USA vorläufig stoppen. "Angesichts des Angriffs des unsichtbaren Feindes sowie der Notwendigkeit, die Arbeitsplätze unserer großartigen amerikanischen Bürger zu schützen, werde ich eine Verfügung unterzeichnen, um die Einwanderung in die Vereinigten Staaten vorübergehend auszusetzen", twitterte Trump.

Tausende Häftlinge in US-Gefängnissen infiziert

04.15 Uhr: In einem Gefängnis im US-Bundesstaat Ohio haben sich fast 2000 von rund 2500 Häftlingen mit dem Coronavirus infiziert. Betroffen sei die Haftanstalt im Ort Marion, wo es bislang 1950 bestätigte Infektionen und einen Todesfall gegeben habe, die in Verbindung mit der Lungenkrankheit stehen. Das teilte die örtliche Justizvollzugsbehörde mit.

In einem weiteren Gefängnis südwestlich der Stadt Columbus seien von rund 2100 Häftlingen inzwischen knapp 1200 infiziert. In der Haftanstalt Pickaway gab es demnach sieben Todesfälle - bei sechs sei das Coronavirus nachgewiesen worden, hieß es.

In den beiden Gefängnissen würden alle Insassen getestet. Die nachweislich Infizierten würden in den Gefängnissen räumlich von den gesunden Häftlingen getrennt, teilte die Behörde mit.

Gewerkschaft gegen bundesweite Sonntagszustellung bei der Post

04.06 Uhr: Ver.di sieht keine Notwendigkeit für bundesweite Ausnahmeregelungen über eine Sonntagszustellung von Paketen. Ein Sprecher des Bundesvorstands sagte, dass Kunden wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen an Werktagen sehr gut erreichbar seien. Die Sonntagszustellung könne kein Ersatz für benötigtes Personal sein. Sollte eine Sonntagszustellung "aus Gründen des Gesundheitsschutzes" notwendig werden, "so muss dies vorher mit den örtlichen Betriebsräten abgestimmt werden." Die Deutsche Post hatte angeführt, dass Deutsche derzeit so viele Pakete verschicken wie sonst nur Weihnachten.

Uno fordert gleichberechtigten Zugang zu Impfstoff

03.23 Uhr: Die Vereinten Nationen haben einen "gleichberechtigten" Zugang zu künftigen Impfstoffen gegen das Coronavirus verlangt. Eine entsprechende Resolution wurde am Montag von der Uno-Vollversammlung in New York einstimmig verabschiedet. Darin wird gefordert, dass künftige Medikamente sowie Impfstoffe gegen das Virus in "gerechter, transparenter, gleichberechtigter und effizienter" Form allen Ländern mit entsprechendem Bedarf zur Verfügung gestellt werden sollten. Dies gelte besonders für die Entwicklungsländer.

An UN-Generalsekretär António Guterres appellierte die Vollversammlung, Vorkehrungen für eine faire weltweite Verteilung von Präventionsmitteln, Tests sowie künftigen Medikamenten und Seren im Kampf gegen die Pandemie zu treffen. An Medikamenten und Impfstoffen gegen das neuartige Virus wird derzeit rund um den Globus im Hochtempo geforscht.

US-Finanzministerium zahlt Milliarden an Airlines aus

02.57 Uhr: Das US-Finanzministerium hat in der Coronakrise 2,9 Milliarden US-Dollar an Fluggesellschaften ausgezahlt. Das teilte die Behörde mit.

Insgesamt sollen sogar 25 Milliarden US-Dollar an Fluggesellschaften fließen, vorgesehen ist das Geld für Lohn- und Gehaltskosten. Die Unternehmen müssen 30 Prozent des Geldes in Form von zinsgünstigen Darlehen zurückzahlen und zehn Prozent der Darlehenssumme als Sicherheit hinterlegen. Zu den bezuschussten Fluggesellschaften gehören unter anderem American Airlines, Delta Airlines und United Airlines.

Über 5000 Häftlinge in Mexiko begnadigt

02.25 Uhr: Der mexikanische Senat hat Amnestie für über 5000 Strafgefangene gewährt. Der Straferlass soll für Arme und Indigene, über 60-Jährige und Frauen gelten, die keine Gefahr für die Gesellschaft darstellen. Ausgenommen sind Drogenhändler, Mörder, Vergewaltiger, Geiselnehmer und Wiederholungstäter.

Die Amnestie war eines der Wahlkampfversprechen von Präsident Andrés Manuel López Obrador. Angesichts der Coronakrise erhofft sich die Regierung von dem Schritt, eine Ausbreitung des Virus in den chronisch überfüllten Gefängnissen des lateinamerikanischen Landes zu verhindern.

Autovermieter Hertz entlässt 10.000 Mitarbeiter in den USA

01.19 Uhr: Die US-Autovermietung Hertz Global entlässt rund 10.000 Mitarbeiter in ihrem Nordamerika-Geschäft. "Wie der Rest des globalen Reisesektors kam auch der Einbruch durch Covid-19 bei Hertz plötzlich und die Umkehrung der Kundennachfrage war erheblich", sagte Geschäftsführerin Kathryn Marinello. Damit steigt die Zahl der Arbeitslosen in den USA weiter.

Um die Kosten infolge der wirtschaftlichen Krise zu senken, würden die Kündigungen zum 14. April für gewerkschaftslose Mitarbeiter, zum 21. für gewerkschaftsorganisierte Arbeiter wirksam, teilte der Autoverleiher mit. Aus einer behördlichen Anmeldung geht hervor, dass für die Beschäftigten eine Abfindungssumme in Höhe von insgesamt 30 Millionen Dollar zur Verfügung stünde. Das Unternehmen hoffe, so viele ehemalige Teammitglieder wie möglich wieder anzustellen, sobald sich die globale Reisenachfrage erhole, hieß es.

Coronakrise drückt Einnahmen des Fiskus

00.53 Uhr: Die Folgen der Coronakrise haben die Steuereinnahmen des deutschen Fiskus im März erstmals gebremst. Die Erlöse sanken binnen Jahresfrist um 1,8 Prozent auf 69,6 Milliarden Euro, wie das Bundesfinanzministerium mitteilte. Damit steht für das gesamte erste Quartal zwar noch ein Plus von 3,5 Prozen, "aber die umfänglichen ökonomischen Auswirkungen des Mitte März in Deutschland begonnenen Shutdowns werden in den folgenden Monaten das Steueraufkommen sichtbar beeinträchtigen."

Bereits im vergangenen Monat brachen die Einnahmen der Luftverkehrsteuer um fast 57 Prozent ein. Wegen weltweiter Reisebeschränkungen und schwindender Nachfrage haben Airlines den Flugbetrieb massiv reduziert.

Während die Lohnsteuern im März um knapp fünf Prozent zulegten, sanken die Körperschaftsteuern um 16,7 Prozent und die Umsatzsteuern um 10,8 Prozent. Die gesamten Bundessteuern lagen 8,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

USA wollen nationale Öl-Reserven auffüllen

00.39 Uhr: Die US-Regierung will den extrem niedrigen Ölpreis nutzen, um ihre strategischen Reserven aufzufüllen. Es sei geplant, dafür bis zu 75 Millionen Fässer Rohöl zu kaufen, sagte US-Präsident Donald Trump. Die US-Regierung wolle sich den "Niedrigpreis-Rekord" am Ölmarkt zunutze machen. Dem jüngsten Jahresbericht zufolge konnte die US-Ölreserve rund 700 Millionen Barrel Rohöl fassen.

Der Preis für ein Barrel Rohöl (159 Liter) der amerikanischen Ölsorte WTI zur Lieferung im Mai war an der US-Börse am Montag auf unter null gesunken. Das bedeutet, dass Käufer bei der physischen Abnahme des Öls Geld erhalten werden.

Auslöser der extrem ungewöhnlichen Lage ist, dass vor allem in den USA immer noch viel Öl gefördert wird, es zugleich aber wegen des Wirtschaftsstillstandes kaum mehr Abnehmer findet. In der Coronakrise wird deutlich weniger Benzin verbraucht und nur noch sehr wenig Kerosin.

Pride-Parade in New York abgesagt

00.27 Uhr: Erstmals in ihrer Geschichte wird die Pride-Parade in New York abgesagt. Die große Party, bei der Ende Juni auf die Rechte unter anderem von Homo-, Bi- und Transsexuellen aufmerksam gemacht wird, werde dieses Jahr wegen der Coronakrise nicht stattfinden, sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Dies sei trotz des "geschichtsträchtigen Moments" zur 50. Parade in diesem Jahr nötig.

Die Metropole hatte schon vorher angedeutet, alle großen Veranstaltungen im Juni abzusagen, darunter fallen auch zahlreiche andere Paraden. Die öffentlichen Schwimmbäder und Strände der Stadt würden in diesem Sommer wohl auch nicht aufmachen, hatte de Blasio gesagt. Die Pride-Parade geht auf die "Stonewall"-Aufstände von 1969 zurück. Damals hatten sich Feiernde in der beliebten Homosexuellen-Bar "Stonewall Inn" in der Christopher Street im Greenwich Village in Manhattan gegen eine Polizei-Razzia gewehrt.

Union legt laut Umfrage zu, SPD verliert

00.10 Uhr: Die Union fährt in der Coronakrise weiter gute Umfragewerte ein. Im "Insa-Meinungstrend" im Auftrag der "Bild"-Zeitung gewinnen CDU und CSU gemeinsam einen Punkt dazu und kommen auf 38,5 Prozent. Die SPD verliert einen Punkt und steht mit 15 Prozent hinter den Grünen auf Platz drei. Diese bleiben mit 16 Prozent unverändert im Vergleich zur Vorwoche. Auch bei den anderen Oppositionsparteien bewegt sich in der Umfrage nichts: Die AfD liegt bei 10,5 Prozent, die Linke bei 7,5 Prozent und die FDP kommt auf 7 Prozent. Sowohl die Große Koalition aus Union und SPD als auch ein schwarz-grünes Bündnis hätten demnach eine Mehrheit.

Drägerwerk nimmt durch Kapitalerhöhung rund 76 Millionen Euro ein

00.01 Uhr: Der wegen der Coronakrise stark ausgelastete Medizintechnik-Hersteller Drägerwerk hat neues Kapital aufgenommen. Der Hersteller von Beatmungsmaschinen und anderen Geräten für die Intensivmedizin teilte am Montag mit, rund 76,50 Millionen Euro durch die Ausgabe von rund einer Million Vorzugsaktien erzielt zu haben.

Die Anteilsscheine seien im Wege eines beschleunigten Platzierungsverfahrens bei institutionellen Anlegern platziert worden, hieß es. Der Nettoerlös aus der Kapitalerhöhung solle teilweise die Kündigung der Genussscheine der Serien A und K finanzieren sowie kurzfristig die Liquidität und Eigenkapitalbasis hinsichtlich des hohen Auftragseingangs im Zuge der Coronavirus-Pandemie stärken. Das Drägerwerk stellt unter anderem die in der Coronakrise dringend benötigten Beatmungsgeräte her.

evh/hba/kko/cbu/dpa/Reuters/AFP
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