Corona-News am Dienstag Hamburg will Alkoholverkauf in Ausgehvierteln einschränken

Kein Alkoholverkauf in Kiosken und Tankstellen in Hamburgs Partyzentren - das wird am Wochenende in der Hansestadt umgesetzt. Die Corona-News des Tages im Überblick.
Das Schanzenviertel am vergangenen Wochenende

Das Schanzenviertel am vergangenen Wochenende

Foto: Jonas Walzberg/ dpa

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Ebay legt in der Krise zu, Visa verliert

23.05 Uhr: Bei der Online-Handelsplattform Ebay brummt während der Corona-Pandemie das Geschäft. Im zweiten Quartal legte der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um 18 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar (2,5 Mrd Euro) zu, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Das gesamte abgewickelte Verkaufsvolumen der Plattform kletterte um 26 Prozent auf 27,1 Milliarden Dollar.

Acht Millionen neue Kunden seien in den drei Monaten bis Ende Juni hinzugekommen, verkündete Ebay-Chef Jamie Iannone. Unterm Strich verdiente das Unternehmen 740 Millionen Dollar (632 Mio Euro), das waren 85 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit Kursgewinnen, drehte dann jedoch ins Minus, obwohl die Zahlen deutlich über den Prognosen lagen.

Freude bei Ebay, lange Gesichter bei Visa: Der Kreditkartenkonzern hat im jüngsten Geschäftsquartal deutliche Abstriche aufgrund der Corona-Pandemie machen müssen. Der Nettogewinn brach in den drei Monaten bis Ende Juni im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar (2,1 Mrd Euro) ein, wie Visa am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz ging um 17 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar zurück.

65 gerettete Geflüchtete in Malta positiv auf Coronavirus getestet

22.24 Uhr: 65 aus Seenot gerettete Migranten sind in Malta positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab das Gesundheitsministerium des Landes bekannt. Die Menschen gehören zu einer größeren Gruppe, die am Montag im Mittelmeer aufgenommen und nach Malta gebracht worden war.

Insgesamt waren 94 Bootsflüchtlinge von den maltesischen Militärs an Land gebracht worden, nachdem ihr Boot leckgeschlagen war. Der kleinere Teil der Gruppe habe negative Testergebnisse gehabt, einige Auswertungen standen am Dienstag noch aus.

Alle Bootsmigranten in dem kleinen EU-Land werden automatisch unter Quarantäne gestellt und auf das Coronavirus getestet. Die positiven Fälle wurden in der Aufnahmeeinrichtung isoliert. Sie würden beobachtet, hieß es aus dem Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Valletta. Die Migrantengruppe wies eine ungewöhnlich hohe Zahl von positiven Tests auf. In dem kleinen Mittelmeerland mit rund 500.000 Einwohnern verzeichneten die Behörden zuvor nur sehr wenige Fälle. Auch in Italien waren zuletzt Migranten aus Nordafrika angekommen, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Insgesamt blieb ihre Zahl bisher aber sehr gering.

Hamburg schränkt Alkoholverkauf in Ausgehvierteln ein

22.05 Uhr: Der Hamburger Senat hat am Dienstag die rechtlichen Voraussetzungen zur coronabedingten Einschränkung des Alkoholverkaufs in den Ausgehvierteln der Hansestadt beschlossen. Damit können die Bezirksämter schon am kommenden Wochenende per Allgemeinverfügung straßengenau Außer-Haus-Verkaufsverbote für Alkohol auf St. Pauli, im Schanzenviertel und in Ottensen aussprechen, wie Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) und die für die Bezirke zuständige Wissenschaftssenatorin und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) im Anschluss sagten.

Die Einschränkungen sollen laut Fegebank am kommenden Wochenende jeweils zwischen 20 und 6 Uhr des Folgetages gelten. Betroffen sind Kioske, Supermärkte, Tankstellen und der sogenannte Gassenverkauf von Alkohol durch Bars oder Lokale. In den Gaststätten selbst und in der Außengastronomie soll es aber keine Einschränkungen geben.

Die Verkaufsverbote seien ein weiterer Schritt in einem Eskalationsszenario, nachdem die Appelle keine Wirkung gezeigt hätten, sagte von Berg. Sollten auch sie nicht dazu führen, dass die Regeln des Infektionsschutzes auch an den Party-Hotspots eingehalten werden, würden weitere Maßnahmen folgen. Dies könnten beispielsweise "Betretungsverbote" sein, aber "auch Trinken im öffentlichen Raum außerhalb von Gastronomie grundsätzlich zu verbieten".

Italiens Oberhaus stimmt Verlängerung des Ausnahmezustands zu

21.40 Uhr: Italiens Oberhaus hat dem Antrag der Regierung auf eine Verlängerung des Coronavirus-Ausnahmezustands bis Mitte Oktober zugestimmt. 157 der 319 Abgeordneten gaben grünes Licht, 125 votierten dagegen. Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte den Ausnahmezustand am 31. Januar verhängt, als die beiden ersten Coronafälle in Rom bestätigt wurden. "Das Virus entwickelt sich weiter und ist noch nicht am Ende. Es wäre unpassend, eine derart effektive Maßnahme abrupt zu beenden", sagte er vor den Abgeordneten. Zugleich zog er jedoch seinen ursprünglichen Plan einer Verlängerung bis Jahresende zurück. Das Unterhaus soll am Mittwoch über den Antrag abstimmen. Conte kommt dort auf eine deutlich größere Mehrheit.

Die Opposition warf Conte vor, zu viele Befugnisse zu behalten, obwohl sich das Coronavirus inzwischen deutlich langsamer ausbreitet als zu Beginn. Der Ausnahmezustand ermöglicht unter anderem Ministern, rote Zonen auszuweisen, sollte sich die Lage wieder verschlechtern. Zudem können so die Krankenhäuser gestärkt werden. Italien war zu Beginn der Pandemie besonders stark betroffen. Etwa 246.500 Menschen infizierten sich nachweislich mit dem Virus, mehr als 35.000 starben.

Berlin: Ampel bei der Reproduktionszahl springt auf Rot

21.10 Uhr: In Berlin ist eine von drei Warnampeln auf Rot gesprungen. Der Reproduktionswert lag am Dienstag bei 1,4, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte. Das berichtet die "Berliner Morgenpost". Die Reproduktionszahl ist im Berliner Ampelsystem zur Bewertung des Infektionsgeschehens einer von drei Indikatoren: Liegt der R-Wert mindestens dreimal in Folge über 1,2, zeigt diese Ampel Rot.

Die beiden anderen Ampeln liegen derzeit allerdings weiterhin im grünen Bereich. Sie bemessen die Zahl der Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl und die Kapazität von verfügbaren Intensivbetten.

Konkrete Auswirkungen hat die rote Ampel nicht: Es müssen erst dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Ampeln auf Gelb stehen. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen.

US-Baseball: Weitere vier Spieler der Marlins positiv getestet

20.56 Uhr: Bei den Miami Marlins aus der Major League Baseball sind vier weitere Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur AP am Dienstag. Damit sind bereits 15 Spieler mit dem Virus infiziert. Eine offizielle Bestätigung des Klub steht noch aus. Am Dienstag hatte es allerdings eine weitere Testreihe im Team gegeben.

Die Spiele der Marlins gegen die Baltimore Orioles am Montag und Dienstag waren bereits abgesagt worden, genauso wie die beiden Partien der Philadelphia Phillies und den New York Yankees. Die ersten vier Fälle im Team von Miami sollen bereits am Samstag bekannt gewesen sein. Dennoch waren die Marlins bei den Philadelphia Phillies noch, sie gewannen das Spiel mit 11:6.

Der Coronavirus-Ausbruch könne laut US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci die Saison "in Gefahr bringen". Es sei sehr bedauerlich, was mit dem Team passiert sei, sagte Fauci in der Sendung "Good Morning America" beim TV-Sender ABC. "Ich glaube nicht, dass sie aufhören müssen zu spielen, aber wir müssen schauen, was von Tag zu Tag mit anderen Teams passiert", ergänzte Fauci, der der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses angehört.

Israel will Armee im Kampf gegen Corona stärker einbinden

20.10 Uhr: "Die Armee hat die Technologie, sie hat die Fähigkeiten", sagte Israels neuer Corona-Beauftragter Ronni Gamzu, der die Streitkräfte deutlich stärker in den Kampf gegen das Virus einbinden will. Das Ziel sei es, die Ansteckungsrate unter den kritischen Wert von eins zu senken. Deshalb müssten noch mehr Corona-Tests gemacht und die Zeit vom Test über die epidemiologische Untersuchung bis zur Quarantäne deutlich verkürzt werden.

Gamzu sprach von einem "neuen Vertrag" mit den Bürgern Israels. Er werde alles tun, um überflüssige Corona-Einschränkungen zu vermeiden, betonte er. Im Gegenzug verlange er von den Bürgern, im Kampf gegen das Coronavirus mehr mitzuhelfen. Das Motto laute: "Minimum Einschränkungen, Maximum Disziplin." Die Menschen müssten mehr Masken tragen, die Hygieneregeln einhalten und Abstand halten.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel schnellt seit Ende Mai immer weiter in die Höhe. Die Wirtschaft des Landes leidet erheblich unter den Folgen der Krise. "Sehr viele Bürger sind in Not, haben ihre Arbeit verloren, Unternehmen gehen Bankrott", sagte Gamzu. "Aber wir können die Krankheit besiegen, mit einer gemeinsamen Anstrengung."

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 65.791 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 486 Infizierte sind gestorben.

Machthaber Lukaschenko räumt Covid-19-Erkrankung ein

19.59 Uhr: Autokrat, Covid-Verharmloser - und offenbar selbst erkrankt: Weißrusslands Präsident Lukaschenko berichtet im Wahlkampf von seiner symptomfreien Infektion, die er "aufrecht stehend" überstanden habe. Hier geht es zum Artikel.

Mainzer Unternehmen startet internationale Impfstudie mit bis zu 30.000 Menschen

19.03 Uhr: Gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer hat das Mainzer Unternehmen Biontech mit der entscheidenden Testphase seiner Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus begonnen. Die USA haben sich bereits Millionen Dosen gesichert. Hier geht es zum Artikel.

Düsseldorfer Oberbürgermeister lässt Warn-Video mit Farid Bang löschen

18.43 Uhr: Nach einem Proteststurm hat Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel ein Video zu Corona-Regeln mit dem Rapper Farid Bang von den Social-Media-Kanälen der Stadt löschen lassen. Damit folge er dem Willen der Ratsfraktionen, teilte Geisel auf Facebook mit. "Bei aller - berechtigten - Kritik an der Person von Farid Bang sehe ich keinen Anlass für eine Entschuldigung", schrieb der SPD-Politiker, der bei den Kommunalwahlen im September sein Amt verteidigen will.

Geisel hatte am Mittwoch einen Videoclip der Stadt veröffentlichen lassen, in dem der Düsseldorfer Rapper feiernde junge Leute in der Altstadt zur Einhaltung der Corona-Regeln ermahnt. Farid Bang steht wegen frauenfeindlicher, gewaltverherrlichender und antisemitischer Texte in der Kritik. Der Clip, mit dem Geisel vor allem junge Männer mit Migrationshintergrund ansprechen wollte, wurde quer durch die Parteien und auch von der jüdischen Gemeinde kritisiert.

Spanien meldet mehr als 900 Neuinfektionen

18 Uhr: In Spanien haben die Behörden am Dienstag 905 Neuinfektionen registriert. Vor allem die Regionen Katalonien und Aragon sowie die Hauptstadt Madrid seien betroffen. Die Zahl der mit dem Virus infizierten Menschen steigt auf 280.610 Fälle

Madrid hatte jüngst als letzte Region auf dem spanischen Festland ebenfalls eine umfassende Maskenpflicht zur Verhinderung von Corona-Infektionen angekündigt. Ein Mund-Nasen-Schutz müsse künftig nicht nur wie bisher in geschlossenen öffentlichen Räumen, sondern auch im Freien getragen werde, und zwar auch wenn der Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern zu nicht im eigenen Haushalt lebenden Personen gewahrt werden kann, sagte die Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso

Zudem seien bei öffentlichen Versammlungen maximal zehn Teilnehmer erlaubt, und es werde geraten, diese Obergrenze auch bei privaten Feiern und Treffen zu Hause einzuhalten. Alle Lokale müssen täglich spätestens um 1.30 Uhr schließen.

Mit mehr als 270.000 nachgewiesenen Infektionen und über 28.400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas. 30 Prozent aller Todesfälle wurden in Madrid registriert.

EU-Staaten helfen mit Masken und Testkits

17.36 Uhr: Die Europäische Union hilft mehreren Staaten in Asien, Afrika und Lateinamerika bei der Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Kenia soll beispielsweise von der Slowakei 20.000 Schutzmasken, 50.000 Testkits, Desinfektionsmittel und Laborbedarf erhalten. Nach der Lieferung werde eine slowakische Maschine EU-Bürger mitnehmen, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie in dem ostafrikanischen Land gestrandet seien, sagte der EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic.

Die Hilfe läuft über den EU-Katastrophenschutzmechanismus. Über ihn will auch Frankreich noch in dieser Woche medizinische Ausrüstung nach Bangladesch, Ecuador und El Salvador schicken. "Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, müssen wir gemeinsam handeln, weltweit", sagte Lenarcic.

Spahn plant Kostenübernahme für alle Auslandsreisenden

17.20 Uhr: Der Bundesgesundheitsminister will Corona-Tests für alle Reiserückkehrer aus dem Ausland von den gesetzlichen Kassen zahlen lassen. Das geht aus einem Verordnungsentwurf hervor, der dem SPIEGEL vorliegt. Hier  geht es zum Artikel.

Nordkorea will härtere Corona-Maßnahmen einführen

17.08 Uhr: Nach dem ersten offiziellen Corona-Verdachtsfall in Nordkorea plant das Land offenbar strikte Quarantäne-Regelungen, Tests auf das Virus und die Bereitstellung von Schutzkleidung und Medizingerät. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Zuvor war bereits die Stadt Kaesong an der Grenze zu Südkorea abgeriegelt. Diktator Kim Jong Un hatte zudem den "maximalen Alarmzustand" erklärt.

Das Land hatte seine Grenzen wegen des Coronavirus Ende Januar geschlossen. Allerdings gilt die 1400 Kilometer lange Grenze zu China als durchlässig, vor allem im Winter, wenn zugefrorene Flüsse den Übertritt ermöglichen und der Schwarzmarkt entlang der Grenze blüht. Beobachter vermuten, dass das Virus bereits vor der Grenzschließung ins Land gelangte.

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO wurden in Nordkorea bis Mitte Juli 1211 Menschen auf Sars-CoV-2 getestet, alle Tests seien negativ ausgefallen. Rund 700 Personen befinden sich demnach momentan in Quarantäne. In dem international isolierten und völlig verarmten Land liegt das Gesundheitssystem prekär.

Weitere Infizierte nach Trauerfeier in Baden-Württemberg

16.39 Uhr: Nach einer Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd im Ostalbkreis ist die Zahl der Corona-Infizierten weiter gestiegen. Inzwischen wurden 58 Menschen positiv auf das Virus getestet, darunter auch zwölf Kinder, teilte das Landratsamt mit.

Am Vortag waren bereits 47 Ansteckungen im Zusammenhang mit der Zeremonie in einer Moschee bestätigt worden. Man habe inzwischen ermitteln können, welcher Trauergast als erster mit dem Virus infiziert gewesen sein könnte, hieß es.

Den Angaben zufolge könnten sich noch weitere Menschen angesteckt haben. 150 Trauergäste und Kontaktpersonen seien bereits vergangene Woche getestet worden, 250 weitere seit Beginn dieser Woche.

Schulen in der Türkei könnten Ende August wieder öffnen

16.17 Uhr: In der Türkei sollen die Schulen landesweit am 31. August wieder öffnen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach sollen die Öffnungen im nächsten Monat von Präsident Recep Tayyip Erdogan und dem Kabinett beschlossen werden, sollte die Zahl von derzeit etwa 900 täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus stabil bleiben. Einem Behördenvertreter zufolge könnte es jedoch bei einem erneuten Anstieg regionale Schließungen geben.

Laut Reuters ist fast die Hälfte der rund 230.000 Fälle und 5.600 Toten in dem Land auf die Millionenstadt Istanbul zurückzuführen. Die Schulen in der Türkei hatten demnach im März den Präsenzunterricht eingestellt.

Soziale Netzwerke gehen gegen Falschinformationen von Trump vor

16.01 Uhr: Facebook, YouTube und Twitter haben mehrere Videobeiträge gelöscht, die eine Art Pressekonferenz einer Gruppe mit dem Namen "America’s Frontline Doctors" dokumentieren. In den Videos, die zuvor innerhalb weniger Stunden millionenfach angesehen wurden, fallen vor der Kulisse des amerikanischen Verfassungsgerichts zahlreiche gefährliche Falschaussagen über das Coronavirus. Laut CNN  hatte US-Präsident Donald Trump über seinen Twitteraccount am späten Montagabend deutscher Zeit mehrere Versionen der fragwürdigen Videos veröffentlicht.

Trotz fehlender wissenschaftlicher Belege hatte US-Präsident Donald Trump Hydroxychloroquin bereits als mögliches "Geschenk des Himmels" bezeichnet. Er hatte das Mittel angeblich auch selbst eingenommen, später jedoch wieder abgesetzt. (Lesen Sie hier mehr über die Aktion der Techkonzerne)

IATA sieht nur schwache Erholung im Personenflugverkehr

15.40 Uhr: Fluggesellschaften ringen bislang wenig erfolgreich um Passagiere. Im Juni seien zwar wieder mehr Menschen geflogen als im Mai und April, aber die Erholung sei "überraschend schwach", sagte der Chefökonom des Weltflugverbandes (IATA), Brian Pearce. Während die Personenkilometer im April den Tiefpunkt von 94,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres erreichten, waren es im Juni noch minus 86,5 Prozent.

Die Airlines hätten zwar ihr Streckennetz wieder aufgebaut, aber die Passagiere seien nicht in erwartetem Umfang zurückgekehrt. In den meisten Regionen seien die Maschinen so leer wie nie zuvor. "Wenn es da keinen Zuwachs gibt, werden die Flugpläne wieder zusammengestrichen", sagte Pearce voraus. Es sei insbesondere im Bereich der Geschäftsreisen noch unklar, ob das Niveau vor der Krise wieder erreicht werde.

Insgesamt werden die Folgen der Coronavirus-Pandemie das Geschäft der Airlines laut Pearce auch im kommenden Jahr noch belasten. Dann dürften die Personenkilometer noch um gut ein Drittel unter dem Niveau von 2019 liegen.

Leere in Mekka vor Beginn des Hadsch

15.11 Uhr: Normalerweise würden sich derzeit in Saudi-Arabien Hunderttausende Pilger versammeln, um am Mittwoch in Mekka die Wallfahrt Hadsch zu begehen. Bei dem Massenereignis umrunden Muslime zunächst siebenmal gegen den Uhrzeigersinn die Kaaba, einen mit schwarzer Seide umhüllten Quader im Zentrum der Großen Moschee. Im vergangenen Jahr nahmen rund 2,5 Millionen Menschen an der Pilgerfahrt teil.

In diesem Jahr ist die Zahl der Teilnehmer wegen der Coronavirus-Pandemie allerdings stark beschränkt. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, dürften maximal 10.000 Menschen die Kaaba umrunden. Alle wurden demnach bereits vorab auf das Virus getestet und befinden sich in Hotels in Mekka in Isolation.

Kaaba im Zentrum der Großen Moschee

Kaaba im Zentrum der Großen Moschee

Foto: HANDOUT/ AFP

Saudi-Arabien will eine weitere Ausbreitung des Virus auch mit neuester Technologie verhindern. Laut AP müssen die Pilger Armbänder tragen, mit der das saudi-arabische Gesundheitsministerium ihre Bewegungen nachverfolgen und die Einhaltung der präventiven Quarantäne überprüfen kann.

Einbruch der Wirtschaft folgt womöglich rasanter Aufwärtstrend

14.49 Uhr: Mehrere Frühindikatoren deuten darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft wieder ins Rollen kommt. So machte im Juli etwa der Ifo-Index, das inoffizielle Stimmungsbarometer der deutschen Konzerne, einen deutlichen Hüpfer nach oben und verließ jenen Bereich, der auf eine Rezession hindeutet. Noch besser sieht es offenbar in der Industrie aus: Der IHS-Einkaufsmanagerindex ist auf den höchsten Wert seit 22 Monaten gestiegen , im wichtigen Dienstleistungssektor ist es ähnlich. (Lesen Sie hier, warum das herbeigesehnte "V" in der Konjunkturentwicklung dennoch mit Vorsicht zu betrachten ist.)

Berliner Flughafenchef rechnet noch in dieser Woche mit freiwilligen Tests

14.36 Uhr: Der Chef der Berliner Flughäfen, Engelbert Lütke Daldrup, plant an den Flughäfen in der Hauptstadt noch in dieser Woche erste freiwillige Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten. "Wir werden dafür wahrscheinlich einen Terminal-Bereich nutzen", sagte Lütke Daldrup.

Die Rückkehrer sollen dorthin unter anderem auch mit Bussen transportiert werden, nachdem sie ihr Gepäck aufgenommen haben. Lütke Daldrup geht für Anfang kommender Woche davon aus, dass die Tests per Verordnung auch verpflichtend werden.

Von der Berliner Senatskanzlei hieß es indes, Rückkehrer aus Risikogebieten sollen sich von diesem Mittwoch an auf das Coronavirus testen lassen können. Dafür laufen alle Vorbereitungen, sagte ein Sprecher.

Rückkehrer aus dem Auslandsurlaub können sich bereits seit dem Wochenende auf mehreren Flughäfen in Deutschland auf das Coronavirus testen lassen. Das hatten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und seine Kollegen aus den Bundesländern am Freitag beschlossen. Wer keinen negativen Befund hat, muss wie bisher für zwei Wochen in häusliche Quarantäne.

Stürmer von Real Madrid positiv auf Coronavirus getestet

14.25 Uhr: Mariano Díaz vom spanischen Fußballmeister Real Madrid ist wenige Tage vor der Fortsetzung der Champions League positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab der Klub in einer Mitteilung bekannt . Demnach sei der Spieler bei bester Gesundheit und habe sich in Selbstisolation begeben. Inwiefern er vor dem positiven Test Kontakt zu Mitspielern hatte, geht nicht aus der Klubmitteilung hervor. (Lesen Sie hier mehr.)

Mecklenburg-Vorpommern verschärft Quarantäneregel für Rückkehrer

14.20 Uhr: Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten sollen die häusliche Quarantäne in Mecklenburg-Vorpommern künftig erst mit einem zweiten negativen Test auf das Virus beenden können. Bei Einreise aus einem Risikogebiet solle ein erster Test genommen werden, nach fünf bis sieben Tag dann ein zweiter, kündigten Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) an. Erst wenn zwei Tests negativ seien, könne die Quarantäne beendet werden.

Die verschärfte Quarantäneregel soll demnach ab Donnerstag gelten. Das Land geht demnach in Vorleistung bei den Kosten für die Tests. Schwesig betonte, dass die Corona-Pandemie weiter gefährlich bleibe, dies zeigten die jüngsten Ausbrüche im Land.

Welche Staaten als Risikogebiete mit einer erhöhten Infektionsgefahr gelten, legt die Bundesregierung mit dem Robert Koch-Institut (RKI) in einer Liste  fest. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Daimler lässt weniger arbeiten und streicht Prämie

14.10 Uhr: Angestellte beim Autohersteller Daimler müssen sich auf weniger Arbeit einstellen - und auf weniger Geld. Der Konzern fährt für einen großen Teil seiner Beschäftigten in Deutschland die Arbeitszeit herunter. So soll etwa in der Verwaltung und in den sogenannten produktionsnahen Bereichen wie der Logistik von Oktober an in der Regel zwei Stunden pro Woche weniger gearbeitet werden - für ein Jahr und ohne Lohnausgleich, teilte das Unternehmen mit.

Konzernleitung und Betriebsrat hätten sich auf den Schritt geeinigt. Betriebsbedingte Kündigungen blieben damit ausgeschlossen, sagte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht. Daimler musste wegen der Corona-Pandemie heftige Umsatzeinbußen hinnehmen und hatte im zweiten Quartal rund zwei Milliarden Euro Verlust eingefahren.

Damit fällt für sämtliche Beschäftigte in Verwaltung und Produktion zudem die Prämie für das Jahr 2020 weg. Das sogenannte Tarifliche Zusatzgeld, das einmal im Jahr gezahlt wird, gibt es 2021 ebenfalls nicht - es wird für alle verpflichtend in bezahlte Freistellungstage umgewandelt.

Griechenland öffnet Häfen und weitet Maskenpflicht aus

13.50 Uhr: Kreuzfahrtschiffe dürfen vom 1. August an erstmals nach Ausbruch der Coronavirus-Pandemie in sechs griechischen Häfen anlegen. Die Häfen seien Piräus, Rhodos, Heraklion, Volos in Mittelgriechenland, Korfu und Katakolon nahe Olympia, teilte der griechische Tourismusminister Haris Theocharis mit. "Alle Kreuzfahrtschiffe sind willkommen in Griechenland", betonte Theocharis.

Touristen auf einem Athener Hügel mit Blick auf die Akropolis: Kreuzfahrtschiffe dürfen Piräus wieder anlaufen

Touristen auf einem Athener Hügel mit Blick auf die Akropolis: Kreuzfahrtschiffe dürfen Piräus wieder anlaufen

Foto: LOUISA GOULIAMAKI/ AFP

Der Minister rief alle Unternehmen auf, ihre Fahrten bis Ende des Jahres und noch länger auszudehnen, damit so viele Menschen wie möglich sie genießen könnten. In Griechenland endet die Saison für Kreuzfahrten in der Regel Anfang November.

Gleichzeitig wurde die Maskenpflicht in dem Land ausgedehnt. Sie gilt fortan in Einzelhandels- und Lebensmittelgeschäften, Büros, Banken und Bäckereien, gab der stellvertretende Zivilschutzminister Nikos Hardalias bekannt. Kirchen bleiben von der Maßnahme vorerst ausgenommen.

Bislang galt die Pflicht nur in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Ausweitung begründet Hardalias mit einem zuletzt leichten Anstieg der Infektionen. Bis Montag wurden in Griechenland 4.227 Fälle bestätigt, 202 Menschen starben. Das Land hat damit im Verhältnis zur Einwohnerzahl eine der niedrigsten Corona-Infektionsraten in Europa.

Seehofer will keine erneuten Grenzkontrollen

13.32 Uhr: Zur Durchsetzung der geplanten Testpflicht für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nicht zu erneuten Grenzkontrollen greifen. Er könne sich nicht vorstellen, "dass wir in ganz Deutschland wieder Grenzkontrollen einführen", sagte Seehofer.

Über die Umsetzung der Testpflicht sei er im Gespräch mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und dem Kanzleramt. Er sei schon seit Wochen dafür, mehr zu testen, um Corona-Ausbrüche rasch zu identifizieren und sie zu unterbrechen.

Nach Corona-Ausbruch auf Gemüsehof: Kilometerlange Warteschlange an Teststation in Mamming

12.44 Uhr: Auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming waren zuletzt 174 Erntehelfer positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, nun geraten die lokalen Teststellen wegen großen Andrangs offenbar an ihre Grenzen. Wie eine Reporterin des Bayerischen Rundfunk s (BR) berichtet, bildete sich an der Corona-Teststation am Mamminger Ortseingang eine kilometerlange Warteschlange aus Hunderten Autos. Bereits am Montag hatten sich laut dem Sender innerhalb weniger Stunden mehr als 300 Menschen vor Ort testen lassen.

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Der Andrang dürfte auch deshalb groß sein, weil laut BR inzwischen in mehreren Bundesländern Reisebeschränkungen für Menschen aus dem Kreis Dingolfing-Landau gelten. Demnach brauchen Einreisende nach Mecklenburg-Vorpommern oder Rheinland-Pfalz einen negativen Corona-Test. Auch in Schleswig-Holstein wurde der Kreis indes als Risikogebiet eingestuft, Bewohner müssen in 14-tägige Quarantäne, sofern sie keinen aktuellen und negativen Test vorweisen können.

Arbeitsmarkt kommt laut Umfrage langsam aus der Krise

12.30 Uhr: Laut einer monatlichen Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hellt sich die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt langsam auf.

Das Arbeitsmarktbarometer habe sich im Juli im Vergleich zum Juni um 3,1 auf 97,8 Punkte verbessert, teilte das IAB mit. "Der Negativtrend am Arbeitsmarkt scheint weitgehend gestoppt zu sein. Die Arbeitsagenturen erwarten, dass das Gröbste vorerst geschafft ist", sagte IAB-Experte Enzo Weber. Das Barometer gilt als Frühindikator für die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Der Arbeitsmarkt habe die Auswirkungen der Corona-Pandemie vergleichsweise gut verkraftet, sagte Weber. Um die Kriseneffekte am Arbeitsmarkt wettzumachen, bräuchte es jedoch eine stärkere Einstellungsdynamik. Wirtschaftliche Risiken bestünden auch, falls die Zahl der Corona-Infizierten im Laufe des Jahres wieder steigen sollte, sagte der Experte.

Das IAB erstellt das Barometer auf Basis einer monatlichen Umfrage unter allen lokalen Arbeitsagenturen, bei der die Aussichten für die nächsten drei Monate abgefragt werden. Die Skala reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

Iran meldet neuen Höchststand an Todesfällen nach Corona-Infektionen

12.15 Uhr: In Iran sind in den vergangenen 24 Stunden 235 Menschen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2-Infektionen gestorben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums.

Szene in Teheran: Stabil hohe Zahl der Neuinfektionen und nun ein neuer Höchststand bei den täglichen Todesfällen

Szene in Teheran: Stabil hohe Zahl der Neuinfektionen und nun ein neuer Höchststand bei den täglichen Todesfällen

Foto: ABEDIN TAHERKENAREH/EPA-EFE/Shutterstock

Die Johns-Hopkins-Universität registriert für Iran derzeit mehr als 293.000 offiziell bestätigte Coronavirus-Infektionen und annähernd 16.000 Todesfälle. Das Land ist im Nahen Osten am stärksten von der Pandemie betroffen, weiterhin stecken sich täglich Hunderte Menschen neu mit dem Virus an.

Der Anstieg ist nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums auf die von Präsident Hassan Ruhani angeordneten Lockerungen zurückzuführen. Diese hätten dazu geführt, dass die Bevölkerung die Hygienevorschriften und auch die Pandemie nicht mehr ernst nahm. Der erneute Anstieg der Fallzahlen bestätige die Bedenken und Sorgen des Ministeriums.

Meinungsverschiedenheiten innerhalb der iranischen Regierung gibt es auch im Zusammenhang mit den jährlichen Aschura-Trauerfeiern Ende August. Ruhani hatte angekündigt, dass die Trauerfeiern veranstaltet werden sollen. Das Gesundheitsministerium behauptet jedoch, diesbezüglich sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. "Die Gesundheit der Menschen sollte genauso respektiert werden wie religiöse Traditionen", sagte Vizegesundheitsminister Ali-Resa Raeissi laut der staatlichen Nachrichtenagentur Isna.

Spanische Regionalpolitiker bedauern deutschen Reisehinweis

11.55 Uhr: Nach dem vom Auswärtigen Amt veröffentlichen Hinweis, wegen der dortigen zahlreichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus von Reisen in die spanischen Regionen Katalonien, Aragón und Navarra abzusehen, haben führende spanischen Lokalpolitiker Stellung bezogen.

"Wir werden die Entscheidungen anderer Länder nicht bewerten, aber wir teilen diese nicht", sagte der Chef für Außenbeziehungen Kataloniens, Bernat Solé, laut der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir arbeiten, um das Leben und die Gesundheit der Menschen, die hier leben und die uns hier besuchen, zu schützen."

Die Sprecherin für auswärtige Angelegenheiten der Region Aragón, Mayte Pérez, nannte die von Deutschland ausgesprochene Empfehlung laut Reuters "diskriminierend". Die Coronavirus-Pandemie sei in weiten Teilen der Region unter Kontrolle, Tourismusanbieter hätten große Anstrengungen unternommen, um den Schutz der Gesundheit zu gewährleisten.

Pandemie sorgt bei Luxuskonzern LVMH für Gewinneinbruch

11.18 Uhr: Dem Luxusgüterkonzern LVMH sind im ersten Halbjahr im Zuge der Corona-Pandemie Umsatz und Ergebnis weggebrochen. Insbesondere das Wegbrechen des für das Unternehmen mit Marken wie Louis Vuitton, Givenchy oder Fendi wichtigen internationalen Tourismus drückte auf das Geschäft. Etliche Läden sowie die Produktion waren weltweit nahezu komplett über mehrere Monate geschlossen.

Experten hatten laut der Nachrichtenagentur dpa im ersten Halbjahr mit einem operativen Ergebnis von 2,3 Milliarden Euro gerechnet, tatsächlich brach der Gewinn vor Steuern jedoch um fast 70 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro ein. Netto verbuchte der Konzern in den ersten sechs Monaten mit 522 Millionen Euro über 80 Prozent weniger, wie LVMH in Paris mitteilte. Die Aktien von LVMH verloren in der Folge rund vier Prozent.

Kliniken und Ärzte meldeten Kurzarbeit für Hunderttausende Mitarbeiter an

11.12 Uhr: Während der Corona-Pandemie haben Kliniken und Ärzte in Deutschland für mehr als 400.000 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünenfraktion hervor, über die unter anderem das "Handelsblatt" berichtete. In den Monaten März bis Mai hätten demnach bundesweit gut 1200 Krankenhäuser und knapp 48.300 Arzt- oder Zahnarztpraxen Kurzarbeit für insgesamt rund 410.000 Beschäftigte angemeldet.

Unklar ist jedoch, wie viele dieser Menschen tatsächlich in Kurzarbeit gegangen sind. Erfahrungsgemäß falle diese Zahl niedriger aus, heißt es in dem Schreiben, genaue Angaben erwarte die Bundesregierung aber erst in einigen Monaten.

RKI-Chef Wieler: "Sind mittendrin in dieser Pandemie"

10.50 Uhr: Das Robert Koch-Institut hält den jüngsten Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland für gefährlich. "Die neueste Entwicklung in Deutschland macht mir und uns allen im Robert Koch-Institut große Sorgen", sagt RKI-Chef Lothar Wieler. Der Trend gehe nach oben, und zwar deutschlandweit. "Die Pandemie ist nicht vorbei. Wir sind mittendrin in dieser Pandemie." Grund sei, dass die Menschen sich nicht mehr ausreichend an Hygiene- und Abstandsregeln hielten. Dies sei aber das Mittel, um die Lage in den Griff zu bekommen. "Wir haben es in der Hand."

Deutschland hätte es geschafft, die Fallzahlen über mehrere Wochen stabil zu halten, bei 300 bis 500 Fällen täglich. Auch die Zahl der Todesfälle sei gesunken. Dies zeige, "dass wir das Virus eindämmen können". Das gelinge jedoch nur, wenn die Menschen sich weiter an die AHA-Regeln hielten. AHA steht für: Abstand, Hygiene, Atemschutz. 

Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Katalonien und in weitere spanische Regionen ab

10.45 Uhr: Wegen des starken Anstiegs der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Teilen Spaniens rät das Auswärtige Amt von touristischen Reisen in mehrere Regionen ab. Betroffen sind Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra.

Die drei am stärksten betroffenen Regionen werden von der Bundesregierung aber trotzdem zunächst nicht zu den Risikogebieten gezählt. Rückkehrer aus solchen Gebieten müssen künftig in Deutschland einen Corona-Test machen.

Die Balearen mit der Ferieninsel Mallorca und die Kanaren sind nicht von der Empfehlung betroffen. Das Auswärtige Amt begründete den Schritt in seinen Reisehinweisen für Spanien  mit den "hohen Infektionszahlen und örtlichen Absperrungen".

Eine Reaktivierung der formellen Reisewarnung für die stark betroffenen Regionen gab es zunächst nicht. Ein solcher Schritt hätte Urlaubern die kostenlose Stornierung von Buchungen ermöglicht.

Taiwan meldet erste neue Infektion nach mehr als einem Monat

10 Uhr: Taiwan hat nach über einem Monat ohne Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals wieder eine Ansteckung registriert. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wurde ein Mann aus Thailand bereits am 25. Juli positiv auf das Virus getestet. Den bislang letzten positiven Test gab es demnach am 24. Juni. Am Dienstag wurden demnach zudem bei fünf weiteren Menschen Infektionen festgestellt, bei ihnen soll es sich um Reiserückkehrer aus Hongkong und von den Philippinen handeln. Es ist der größte Anstieg innerhalb eines Tages seit Mitte April.

Taiwan gilt als Vorreiter bei der Bekämpfung der Pandemie.  Laut Reuters wurden auf der Insel mit rund 23 Millionen Einwohnern bislang nur 467 Fälle und sieben Tote registriert. Die Regierung hatte Mitte März strikte Grenzschließungen verfügt und diese nur zögerlich wieder gelockert.

Nach Angaben der lokalen Seuchenbekämpfungsbehörde wird nun überprüft, wo sich der infizierte Thailänder ansteckte. Mehr als 180 Menschen hatten demnach Kontakt mit dem Mann und wurden bereits untersucht.

Arbeitslosigkeit in Spanien steigt auf über 15 Prozent

9.35 Uhr: Im Zuge der Corona-Pandemie ist die Arbeitslosigkeit in Spanien weiter angestiegen. Die Quote erhöhte sich im Zeitraum April bis Juni auf 15,33 Prozent. Das geht aus Daten des Nationalen Statistikamtes hervor. Zu Beginn des Jahres hatte sie noch bei 14,41 Prozent gelegen.

Experten hatten der Nachrichtenagentur Reuters zufolge mit einem noch stärkeren Zuwachs auf 16,7 Prozent gerechnet. Spanien hatte im Frühjahr im Kampf gegen die Corona-Pandemie strikte Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verhängt, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Insbesondere der für das Land wichtige Tourismussektor leidet unter der Krise.

Die EU-Kommission sagt Spanien für dieses Jahr einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um 10,9 Prozent voraus. Aus dem jüngst in Brüssel geschnürten Corona-Hilfspaket winken Spanien laut Regierungschef Pedro Sánchez 209 Milliarden Euro - davon 81 Milliarden Euro Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

CDU-Fraktionschef Brinkhaus gegen Corona-Tests für alle Bürger

9.13 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hält die Testkapazitäten in Deutschland auch im Falle verpflichtender Corona-Tests für alle Rückkehrer aus Risikoländern für ausreichend. "Testkapazitäten dürften in Deutschland kein Problem sein und auch kein Problem werden", sagte Brinkhaus im ZDF-"Morgenmagazin".

Der Politiker rief die Bürger dazu auf, mögliche Symptome frühzeitig wahrzunehmen, weil auch die Tests wegen der Inkubationszeit nicht für hundertprozentige Sicherheit sorgten. Er sprach sich außerdem gegen Tests für alle Bürger aus. "Das ist eine Sache - das wird es sicherlich nicht heben und nicht bringen", sagte Brinkhaus. Gleichzeitig müsse die Philosophie sein, "lieber im Zweifelsfall einmal mehr" zu testen als einmal weniger.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Vortag eine ab kommender Woche geltende Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten angekündigt. Die EU-Staaten fallen nicht unter diese Kategorie - mit Ausnahme Luxemburgs, das derzeit wegen erhöhter Infektionszahlen als Risikogebiet gilt. Die Einstufung nimmt das Robert Koch-Institut vor.

Biontech und Pfizer erhalten Freigabe für weitere Impfstoff-Studie

8.53 Uhr: Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben von den US-Behörden die Freigabe zum Start der Phase-2/3-Studie ihres Corona-Impfstoffkandidaten erhalten.

Die Tests an bis zu 30.000 Probanden im Alter zwischen 18 und 85 Jahren werden demnach in 120 Studienzentren weltweit durchgeführt, unter anderem auch in Deutschland, teilte Biontech mit. Das Unternehmen bekräftigte zudem das Ziel, das Zulassungsverfahren im Oktober dieses Jahres einzuleiten.

Im Erfolgsfall sollen bis Ende 2020 zunächst 100 Millionen Dosen weltweit geliefert werden. Bis Ende 2021 streben Biontech und Pfizer an, mehr als 1,3 Milliarden weitere Impfdosen bereitzustellen. Die beiden Unternehmen hatten den USA erst kürzlich in einem ersten Schritt bei Vorliegen einer entsprechenden Notfallgenehmigung zunächst 100 Millionen Impfstoffdosen und weitere bis zu 500 Millionen Dosen als optionale Nachorderung zugesagt. Auch mit Großbritannien gibt es eine erste Liefervereinbarung.

Steuerberater fordern Aufschub für Steuererklärungen

07:45 Uhr: Steuerberater fordern wegen der Coronakrise, Menschen mehr Zeit für ihre Steuererklärungen zu lassen und die Frist zur Einreichung zu verlängern. Mit Überbrückungshilfen und der Mehrwertsteuersenkung hätten die Steuerberaterbüros so viel zu tun, dass sie bei den normalen Steuererklärungen für 2019 erheblich im Rückstand seien, sagte der Präsident der Bundessteuerberaterkammer, Hartmut Schwab, dem "Handelsblatt ".

Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums verwies darauf, dass sowohl Steuerpflichtige als auch Steuerberater im Einzelfall eine Fristverlängerung beantragen könnten.

Corona-Maßnahmen in Belgien deutlich verschärft

07:30 Uhr: In Belgien sind angesichts eines starken Anstiegs der Neuinfektionen mit dem Coronavirus die Beschränkungen des öffentlichen Lebens nochmals verschärft worden. Ab Mittwoch dürfen die Menschen im Land privat nur noch maximal fünf Menschen auf einmal treffen, mit denen sie nicht zusammen wohnen, wie Ministerpräsidentin Sophie Wilmès am Montag ankündigte. Bisher waren Treffen mit bis zu 15 Menschen erlaubt. In Antwerpen wurde zudem eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

Wilmès zeigte sich "sehr besorgt" über den jüngsten Anstieg der Infektionsraten. Die neuen Regeln gelten nach ihren Angaben für zunächst vier Wochen und zielen darauf ab, landesweite Ausgangssperren möglichst zu verhindern. Die Regierungschefin appellierte an die "Geduld" und den "Mut" der Bürger.

Die Menschen in Belgien müssen zudem ihre Einkäufe allein erledigen. Außerdem müssen sie ihre Zeit für Einkäufe auf eine halbe Stunde beschränken. Außerdem rät die Regierung "stark" zu Homeoffice. In Antwerpen sind die Maßnahmen noch drastischer. Zwischen 23.30 Uhr und 06.00 Uhr dürfen die Bürger nicht mehr ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Alle Bars und Restaurants in der Hafenstadt müssen um 23.00 Uhr schließen. Kontaktsport ist verboten, ebenso jeglicher Teamsport für Erwachsene. Homoffice in Antwerpen ist Pflicht, sofern der Arbeitgeber dies erlaubt und ermöglicht.

Die Corona-Maßnahmen waren in Belgien bereits seit einigen Wochen wieder verschärft worden. Unter anderem gilt bereits eine Maskenpflicht in Geschäften, Kinos, Museen, Bibliotheken und Gotteshäusern sowie in Bussen und Bahnen. Seit Samstag muss auch an stark frequentierten öffentlichen Orten wie Märkten, Einkaufsstraßen oder Hotels ein Atemschutz getragen werden. In der vergangenen Woche hatten sich nach Behördenangaben durchschnittlich 279 Belgier pro Tag infiziert, im Vergleich zu 163 pro Tag in der Vorwoche. In Belgien wurden bis Montag mehr als 66.000 Corona-Fälle und 9821 Todesopfer verzeichnet.

Unicef warnt vor dramatischer Zunahme von Mangelernährung bei kleinen Kindern

07:27 Uhr: Vor einer dramatischen weltweiten Zunahme der Mangelernährung unter kleinen Kindern als Folge der Coronakrise hat Unicef gewarnt. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie könnten dazu führen, dass bis Ende des Jahres zusätzliche 6,7 Millionen kleine Kinder von akuter Mangelernährung betroffen seien, erklärte das Uno-Kinderhilfswerk. Nach Angaben der Organisation waren im vergangenen Jahr weltweit schätzungsweise 47 Millionen Kinder im Alter von unter fünf Jahren akut mangelernährt. Mit dem befürchteten Anstieg infolge der Pandemie könnte die Zahl der betroffenen Kinder demnach ihren bisherigen Höchststand in diesem Jahrtausend erreichen. Die meisten der an Mangelernährung leidenden Kinder leben in Subsahara-Afrika und Südasien.

Inzwischen werde deutlich, dass die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie Kindern mehr schadeten als "die Krankheit selbst", erklärte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Die Armut in Familien nehme zu, grundlegende Ernährungsdienste und Versorgungsketten seien unterbrochen. Auch seien Lebensmittelpreise in die Höhe geschossen. Dies alles führe dazu, dass Kinder weniger gesund ernährt würden.

Essenslieferdienst hebt nach starkem Quartal während Coronakrise Prognose an

07:17 Uhr: Delivery Hero schraubt dank seines starken Wachstums in der Coronakrise die Prognosen für das Gesamtjahr in die Höhe. Nun rechnet der Essenslieferant und Dax-Kandidat 2020 mit einem Umsatz zwischen 2,6 und 2,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte. Analysten hatten bereits Werte um die 2,7 Milliarden Euro auf dem Zettel, Delivery Hero selbst stellte bisher 2,4 bis 2,6 Milliarden in Aussicht. Delivery Hero profitiert stark vom Trend zum Bestellen von Essen im Internet während der Pandemie.

Im zweiten Quartal verdoppelten sich die Bestellungen fast auf 281 Millionen, das bestellte Bruttowarenvolumen wuchs um rund zwei Drittel auf 2,8 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte um 96 Prozent auf 612 Millionen Euro. Zu Ergebniskennzahlen machte das Unternehmen zunächst keine Angaben.

Uno-Chef sieht Pandemie als Chance für Umgestaltung der Städte

07:13 Uhr: Uno-Generalsekretär António Guterres sieht in der Coronavirus-Pandemie eine Chance für eine Neuerfindung der weltweiten Ballungsräume. "Die Zeit ist gekommen, die städtische Welt zu überdenken und umzugestalten", sagte der Chef der Vereinten Nationen am Dienstag in einer Videobotschaft.

Die Pandemie habe vielerorts für die Schaffung neuer Radwege und Fußgängerzonen gesorgt, mit der die Mobilität und die Luftqualität verbessert worden seien. Eine ökologische Transformation der Metropolen könne klimafreundliches Wachstum und neue Arbeitsplätze bringen. So könne nicht nur dem Coronavirus begegnet werden, sondern auch der Klimakrise und der Verschmutzung von Städten.

Ärztekammerpräsident hält Rückkehr zum Schulregelbetrieb für sinnvoll

05.57 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält eine Rückkehr der Schulen zum normalen Betrieb im neuen Schuljahr für sinnvoll. "Der Anspruch muss sein, einen weitestgehenden Regelbetrieb an den Schulen zu sichern - im Sinne der Kinder", sagte Reinhardt der Nachrichtenagentur dpa. Das entspricht auch der Auffassung der Bundesländer - der Deutsche Lehrerverband sowie der Bundeselternrat sehen das kritischer (s. Einträge von 5.26 Uhr, 4.50 Uhr).

Bei niedrigen Infektionszahlen hielte er es für verantwortungslos, Schulen geschlossen zu halten, sagte Reinhardt. "Bevor wir etwa große Sportveranstaltungen wieder zulassen, müssen wir es den Kindern ermöglichen, wieder ganz normal zur Schule zu gehen." Ohne ausreichend Unterricht über einen längeren Zeitraum drohten "enorme Folgeprobleme, etwa in Bezug auf die körperliche und psychische Entwicklung".

Reinhardt sprach sich für pragmatische Lösungen aus, um das Infektionsrisiko zu vermindern, wie eine Bestuhlung mit möglichst großem Abstand, regelmäßiges ausreichendes Lüften oder die Trennung großer Klassen und geteilten Unterricht am Vormittag und Nachmittag, selbst wenn das Mehrarbeit für die Lehrer bedeute.

Australischer Bundesstaat Victoria meldet nach Rekordzahl weniger Neuinfizierte

05.36 Uhr: Einen Tag, nachdem die Ansteckungen mit mehr als 500 in Victoria so hoch waren wie nie, hat Australiens zweitbevölkerungsreichster Bundesstaat nach 24 Stunden 384 neue Fälle gemeldet, sechs Menschen sind an dem Coronavirus gestorben.

Victoria ist seit drei Wochen vom Rest des Landes abgeriegelt. Australien hatte die Ausbreitung des Coronavirus zunächst erfolgreich eingedämmt. Bereits im April gab die Regierung Entwarnung, im ganzen Land wurden die Corona-Regeln wieder gelockert. Das Land verzeichnet derzeit jedoch die höchsten Ansteckungsraten seit Beginn der Pandemie. 

Bundeselternrat rechnet auch im neuen Schuljahr mit Schließungen

05.26 Uhr: Der Bundeselternrat blickt mit Skepsis auf die von den Bundesländern geplante Wiederaufnahme des Regelbetriebs an den Schulen im neuen Schuljahr. Zwar wünschten sich Eltern sicheren und flächendeckenden Präsenzunterricht, sagte der Vorsitzende Stephan Wassmuth der Nachrichtenagentur dpa. Aufgrund der Pandemie gehe man aber davon aus, dass es aller Voraussicht nach regionalbedingt vielleicht sogar wieder flächendeckende Schulschließungen geben werde.

Die Dachorganisation der Landeselternvertretungen in Deutschland fordert deshalb von den Ländern auch konkrete Planungen für ein Szenario B mit einer Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht. "Wer das nicht vorbereitet hat, handelt höchst fahrlässig und gegen die Schülerinnen und Schüler." Die dem Verband bekannten Planungen seien nicht abschließend zu Ende gedacht. "Oftmals hat man das Gefühl, man agiert nach dem Prinzip Hoffnung (es wird schon klappen und wir werden nicht vom Virus ereilt)", sagte Wassmuth.

633 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

05.01 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 633 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich mindestens 206.242 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 28.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9122 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kamen somit vier neue Todesfälle hinzu. Bis Dienstagmorgen hatten 190.800 Menschen die Infektion überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 1,28 (Vortag: 1,22). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Laut RKI lag dieser Wert bei 1,10 (Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Lehrerverband befürchtet "Durcheinander" im neuen Schuljahr

04.50 Uhr: An den Schulen droht nach den Sommerferien nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbandes ein "großes Durcheinander". Das sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Nachrichtenagentur dpa. Die Politik dränge auf den Vollbetrieb der Schulen, ohne darauf oder auch auf eine etwaige Fortführung des Distanzunterrichts ausreichend vorbereitet zu sein. "Es wird zwar von den Landesregierungen beteuert, dass sie auf alle möglichen Szenarien vorbereitet sind, aber das stimmt nicht", sagte der Verbandspräsident.

Baden-Württemberg geht an diesem Donnerstag als letztes Bundesland in die Sommerferien, während in Mecklenburg-Vorpommern am nächsten Montag bereits das neue Schuljahr beginnt. Mehrere andere Bundesländer starten kurze Zeit später. Die Kultusminister der Länder hatten vor dem Sommer vereinbart, im neuen Schuljahr wieder den Regelbetrieb an den Schulen aufzunehmen und dabei auch auf die Abstandsregel zu verzichten - mit der Einschränkung: "sofern es das Infektionsgeschehen zulässt". Mitte Juli hatten sie dafür ein neues Hygiene-Rahmenkonzept vorgelegt.

Meidinger bemängelte, für einen Vollbetrieb ohne Abstandsregeln fehlten die Lehrkräfte. Bildungsgewerkschaften schätzen, dass bis zu 20 Prozent der Lehrer zur Risikogruppe gehören und für den Präsenzunterricht ausfallen könnten. Auch die Hygieneregeln werden als wenig praktikabel kritisiert, beispielsweise die Vorgabe, regelmäßig "intensiv" zu stoßzulüften. An vielen Schulen ließen sich nach Meidinger die Fenster in höher gelegenen Klassenräumen aus Sicherheitsgründen nicht oder nur einen Spalt öffnen. Zudem sei die Idee fester Lerngruppen vielleicht an Grundschulen umsetzbar, aber kaum an einer gymnasialen Oberstufe mit Kurssystem, wo die Schüler ständig mit anderen Mitschülern zusammen seien.

Luxemburgs Pandemie-Bekämpfer: Corona-Zahlen stabilisieren sich

04.00 Uhr: In Luxemburg hat sich der Anstieg der Corona-Infektionszahlen nach Angaben des obersten Pandemie-Bekämpfers im Land verlangsamt. "Die Zahlen stabilisieren sich im Moment, wenn auch auf hohem Niveau", sagte der Direktor des Luxemburger Gesundheitsinstituts, Ulf Nehrbass, der Nachrichtenagentur dpa. Luxemburg sehe sich damit auf dem "richtigen Weg" und sei "sehr verhalten optimistisch", die Lage in den Griff zu bekommen. "Wir sind ganz klar in der zweiten Welle", sagte Nehrbass, der auch Sprecher der Covid-19-Taskforce in Luxemburg ist.

Vor zwei Wochen war Luxemburg vom Robert Koch-Institut (RKI) zum Corona-Risikogebiet erklärt worden, nachdem es die Schwelle von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen deutlich überschritten hatte. Die hohen Zahlen hingen auch damit zusammen, dass Luxemburg flächendeckend teste, sagte Nehrbass. Testpersonen seien auch Grenzgänger aus den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Belgien: "18 Prozent der entdeckten neuen Infektionen haben sich auf Grenzgänger erstreckt."

Am vergangenen Freitag waren noch 144 Neuinfektionen registriert worden, am Samstag waren es 83, am Sonntag dann 35. Bereits gut 400.000 Einwohner und Nicht-Ansässige sind im gut 600.000 Einwohner-Land getestet worden. Bislang beläuft sich die Zahl der positiv auf Corona getesteten Personen in Luxemburg auf 6321. Darunter sind 1158 Nicht-Ansässige (Stand Montagabend). In Verbindung mit dem Virus sind 112 Menschen gestorben.

US-Republikaner präsentieren Billionen-Hilfspaket - mit einer entscheidenden Lücke

03.30 Uhr: Millionen Amerikaner sind ohne Job und auf die Hilfe der Regierung dringend angewiesen. Nun will die Partei von Präsident Trump ein neues Programm auflegen. Eine wichtige Finanzspritze fehlt darin. Lesen Sie hier mehr dazu.

Bolsonaro nimmt erneut vor Anhängern seine Maske ab

03.00 Uhr: Jair Bolsonaro hat am Montag öffentlich seine Maske abgenommen, als er Anhänger in Brasília begrüßte. Der brasilianische Präsident hatte erst am Samstag angegeben, nach seiner Coronavirus-Infektion am 7. Juli zuletzt wieder negativ getestet worden zu sein. Vor der Präsidentenresidenz Palácio da Alvorada hatten Anhänger den 65-Jährigen nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters gebeten, den Mund-Nasen-Schutz abzunehmen, um Fotos mit ihm zu machen. Bolsonaro nahm daraufhin für kurze Zeit die Maske ab. Ursprünglich hatte er gesagt, er wollte die Maske nicht abnehmen, um nicht auf den "morgigen Titelseiten der Zeitungen" zu erscheinen.

Jair Bolsonaro (mit Maske am Kinn) am Montag inmitten seiner Anhänger

Jair Bolsonaro (mit Maske am Kinn) am Montag inmitten seiner Anhänger

Foto: Eraldo Peres/ AP

Bolsonaro hatte sich auch während seiner Quarantäne auf dem Gelände der Präsidentenresidenz ohne Maske mit Angestellten unterhalten, er hatte auch vor Journalisten trotz Infektion seine Maske abgenommen. Der brasilianische Presseverband hat beim Obersten Gerichtshof Strafanzeige gegen ihn eingereicht. Am Montag hatten Gewerkschaften wegen Bolsonaros Umgang mit der Coronakrise den Internationalen Strafgerichtshof angerufen. Brasilien ist, gemessen an den Infektionszahlen, hinter den USA weltweit das am stärksten von der Pandemie betroffene Land.

Spaniens Regierungschef kritisiert britische Quarantäne-Anordnung

01.30 Uhr: Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die britische Quarantäne-Anordnung für aus Spanien heimkehrende Urlauber kritisiert. Die bei britischen Urlaubern beliebten spanischen Regionen wie die Balearen, die Kanarischen Inseln oder die Regionen Valencia und Andalusien hätten derzeit niedrigere Raten von Infektionen mit dem Coronavirus als Großbritannien, sagte Sánchez am Montag im Fernsehsender Telecinco. Deswegen sei die britische Maßnahme "unpassend".

Der spanische Regierungschef hob hervor, dass die Verteilung der Infektionsfälle in seinem Land aktuell sehr unterschiedlich sei. Rund zwei Drittel der neuen Fälle konzentrierten sich auf die beiden nordöstlichen Regionen Aragón und Katalonien. Im Großteil des spanischen Territoriums sei die Pandemie unter Kontrolle.

Die britische Regierung hatte Spanien indes von der Liste derjenigen Länder gestrichen, aus denen eine Einreise ohne Quarantäne-Auflagen möglich ist. Aus Spanien kommende Reisende müssen sich deshalb laut Beschluss der Regierung für zwei Wochen in die Isolation begeben. Sánchez teilte mit, dass seine Regierung mit London darüber verhandele, dass die Quarantäne-Maßnahme revidiert werde. Spanien wolle mit Großbritannien weiterhin im Umgang mit der Pandemie zusammenarbeiten, betonte der Ministerpräsident.

Seit Ende Juni in Spanien der Ausnahmezustand und damit die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit aufgehoben worden waren, hat die Zahl der Neuinfektionen in dem Land wieder zugenommen.

Fast 50 Corona-Neuinfektionen nach Trauerfeier in Baden-Württemberg

01.00 Uhr: Eine Trauerfeier im Großraum Schwäbisch Gmünd wurde zum Superspreader-Ereignis. Laut einer Sprecherin des Landratsamtes sind auch etliche Kinder unter den Infizierten. Lesen Sie hier mehr dazu.

Brasilien meldet mehr als 23.300 neue Infektionen

00.40 Uhr: In Brasilien steigt die Zahl der bekannten Infektionen um 23.384 auf insgesamt über 2,4 Millionen. Das Gesundheitsministerium gibt zudem 614 weitere Todesfälle - und damit insgesamt 87.618 - bekannt. Gemessen an der Zahl der Infektionen ist Brasilien hinter den USA das weltweit am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land.

Erster deutscher Corona-Patient hat keine schützenden Antikörper mehr

00.15 Uhr: Ein als erster deutscher Corona-Patient geltender Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto hat nach eigener Aussage bereits drei Monate nach seiner Ansteckung keine Antikörper mehr in sich getragen, die gegen eine erneute Ansteckung schützen würden. "Seit April habe ich keine neutralisierenden Antikörper mehr", sagte der namentlich nicht benannte Mann in einem von Webasto am Montag veröffentlichten Interview. Zuerst hatte die "Bild"  darüber berichtet. Von seiner Erkrankung spüre er aber keinerlei Nachwirkungen, er habe "Riesenglück" gehabt.

Der Mitarbeiter des Unternehmens aus Stockdorf war am 27. Januar positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er sei damals vor allem um seine schwangere Frau und seine kleine Tochter besorgt gewesen, die sich aber ebenso wie andere Familienmitglieder oder Freunde nicht bei ihm angesteckt hätten. "Das ist für mich bis heute nicht nachvollziehbar, da ich eine volle Woche unbewusst dieses Virus in mir hatte und ich normal mit meiner Familie und Freunden zusammen war." Es seien aber alle zweimal getestet worden, alle Tests seien negativ ausgefallen. Der Mitarbeiter war 19 Tage im Krankenhaus, ihm gehe es heute bestens. Angesteckt habe er sich während einer einstündigen Besprechung bei einer Kollegin aus China.

Wie lange eine Immunität gegen das Virus nach einer Covid-19-Erkrankung anhält, ist derzeit noch nicht klar. Clemens Wendtner, der als Chefarzt die Infizierten bei Webasto betreut hatte, hatte in einem SPIEGEL-Interview Ende April gesagt, Corona-Patienten blieben "mindestens drei Monate immun". Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland zeigten, dass die Konzentration von Antikörpern schnell abnehme. Auswirkungen auf die Langzeitimmunität seien nach Wendtner noch "spekulativ". Die Ergebnisse deckten sich mit den Erfahrungen anderer Forscher. 

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Zahl der Corona-Fälle in österreichischem St. Wolfgang steigt weiter

00.10 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen im Touristenort in St. Wolfgang in Oberösterreich ist um achtzehn auf mindestens 62 gestiegen. Wie die Behörden am Montagabend berichteten, sind von mehr als 1000 Tests bereits rund 98 Prozent ausgewertet. Am Nachmittag, als die Zahl noch bei 53 lag, war nur ein Gast unter den Betroffenen. Die überwiegende Mehrheit der Infizierten seien Mitarbeiter. Am Samstagabend waren in mehreren Tourismusbetrieben zunächst 44 Infektionsfälle bestätigt worden.

Als Ausgangspunkt der Infektionen gelten Feiern junger Saisonmitarbeiter auch nach der Sperrstunde um 1 Uhr morgens. Zwei Bars hätten unmittelbar nach Bekanntwerden der ersten positiven Fälle von sich aus geschlossen, hieß es. Zudem ordneten die Behörden am Samstagabend für die örtliche Gastronomie eine Sperrstunde ab 23 Uhr an.

Wieder mehr Corona-Neuinfizierte: Was hinter dem jüngsten Anstieg steckt

00.08 Uhr: Lange schien die Pandemie in Deutschland unter Kontrolle, doch nun steigen die Fallzahlen flächendeckend. Welche Gebiete besonders betroffen sind, was für eine zweite Welle spricht - und was dagegen. Lesen Sie hier mehr.

Flüchtlinge in Sizilien fliehen aus überfüllter Quarantäne-Einrichtung

00.05 Uhr: Dutzende Flüchtlinge sind am Montag in Sizilien aus ihrer Corona-Quarantäne in einem überfüllten, fensterlosen Zelt geflohen. Nach Zeitungsberichten befanden sich in dem für einhundert Menschen ausgelegten Zelt im sizilianischen Porto Empedocle über 500 Flüchtlinge, die dort eine 14-tägige Quarantäne absitzen sollten. Bereits am Sonntag waren fast 200 Geflüchtete aus einer anderen Einrichtung geflohen.

Das Innenministerium teilte mit, die meisten der Flüchtigen seien gefunden worden. Bei keinem der bisher Getesteten wurde das Coronavirus entdeckt. Die Bürgermeisterin von Porto Empedocle Ida Carmina verurteilte die unmenschlichen Bedingungen und forderte die Regierung und die Europäische Kommission zum Handeln auf.

US-Corona-Impfstoffkandidat geht in heiße Testphase

00.01 Uhr: Im Rennen um einen Corona-Impfstoff geht in den USA ein aussichtsreiches Mittel in die entscheidende Phase seiner Erprobung. Eine klinische Phase-III-Studie mit 30.000 Probanden zu einem Impfstoffkandidaten der US-Biotech-Firma Moderna habe begonnen, teilte die zuständige Gesundheitsbehörde NIH am Montag mit. In einer Phase-III-Studie wird überprüft, ob ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt. 

Die erste Test-Impfung eines Patienten in der Stadt Savannah im US-Bundesstaat Georgia am Montagmorgen sei ein "historisches Ereignis" und die Geschwindigkeit der Entwicklung ein US-Rekord, sagte der US-Top-Immunologe und Regierungsberater Anthony Fauci. Erste Ergebnisse könnten möglicherweise im November vorliegen. 

Die Studie finde an 89 Standorten in den USA statt, die Probanden würden in zwei Gruppen unterteilt: Die einen erhielten den Impfstoff, die anderen ein Placebo. "Diese wissenschaftlich strenge, randomisierte und placebokontrollierte Studie soll feststellen, ob der Impfstoff Covid-19 verhindern kann und wie lange ein solcher Schutz dauern kann", so Fauci. Bei der Impfung wird den Probanden das Mittel zweimal im Abstand von 28 Tagen verabreicht. In einem ähnlich fortgeschrittenen Stadium werden der WHO zufolge derzeit nur eine Handvoll weiterer Wirkstoffe erforscht. 

mfu/jon/ngo/fek/hej/dpa/AFP/Reuters/AP
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