+++ News-Update am 12. Mai +++ Drosten kritisiert Ärzte, "die irgendeinen Quatsch in die Welt setzen"

Der Berliner Virologe Drosten äußert scharfe Kritik an Falschinformationen zur Corona-Pandemie im Internet. Und: Die Zahl der Corona-Toten in den USA ist wohl höher als bislang bekannt. Der Überblick am 12. Mai.
Christian Drosten: "In sozialen Medien kursieren Videos, die voller Unsinn und falscher Behauptungen sind"

 Christian Drosten: "In sozialen Medien kursieren Videos, die voller Unsinn und falscher Behauptungen sind"

Foto: Hannibal Hanschke / REUTERS

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Zwei Migranten auf Lesbos positiv getestet

22.15 Uhr: Zwei Migranten, die in den vergangenen Tagen aus der Türkei zu der griechischen Insel Lesbos übergesetzt hatten, sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte am Dienstag ein Sprecher des griechischen Corona-Krisenstabes mit. Die beiden Menschen leben demnach aber nicht in dem überfüllten Lager von Moria auf Lesbos. Sie seien zusammen mit anderen 68 Migranten am 6. und 10. Mai aus der Türkei gekommen und hätten sich seitdem in einer 14-tägigen Quarantäne in einem provisorischen Camp im Norden der Insel befunden.

Es ist das erste Mal, dass Migranten auf einer der griechischen Inseln Corona-positiv getestet worden sind. Im und um das Lager von Moria wird scharf kontrolliert. Der Ausgang ist begrenzt erlaubt. Die griechischen Behörden haben bereits Isolierstationen aufgebaut, falls das Coronavirus auch in Moria ausbrechen sollte.

"Die Gefahr wächst, dass wir andere Krankheiten erst spät entdecken"

22.10 Uhr: Als Hausärztin kämpft Sandra Dahmer seit elf Wochen gegen Covid-19. Hier erzählt sie von weiter fehlender Ausrüstung, Organisationsmängeln und Geldsorgen. Und sie warnt: Das Schlimmste ist noch nicht vorbei.

"Wir sind noch nicht aus dem Gröbsten raus"

21.30 Uhr: Führende US-Gesundheitsexperten haben vor einer zu schnellen Rückkehr zur Normalität in den Vereinigten Staaten gewarnt. In einer Anhörung des Gesundheitsausschusses des Senats erklärten sie per Videoschalte, die USA hätten die Pandemie noch nicht unter Kontrolle. Wichtige Kapazitäten zur Eindämmung fehlten immer noch.

R-Wert unter 1

20.55 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) geht nicht mehr von einer steigenden Coronavirus-Ansteckungsrate in Deutschland aus. Nachdem die Reproduktionszahl in den vergangenen Tagen bei 1,1 gelegen hatte, sank die Zahl nach Angaben Instituts vom Dienstagabend auf nun 0,94. Das bedeutet, dass zehn Infizierte neun bis zehn weitere Personen anstecken. Das RKI hat immer wieder betont, um die Pandemie abflauen zu lassen, müsse die Reproduktionszahl langfristig unter eins liegen. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen von vor etwa eineinhalb Wochen ab.

Die Schätzwerte für R haben Unsicherheiten. Denn sie beruhen auch auf Annahmen, wie viele Menschen sich in den zurückliegenden Tagen neu infiziert haben, über die beim RKI jedoch noch keine Meldungen vorliegen. Laut RKI liegt der R-Wert aktuell zwar bei 0,94 - jedoch mit 95 Prozent Wahrscheinlichkeit im Intervall von 0,79 bis 1,10. "Von einem erneut ansteigenden Trend gehen wir bisher nicht aus", hieß es im Lagebericht .

Fast 27.000 Corona-Tote in Frankreich

20.25 Uhr: Frankreich zählt seit Beginn der Covid-19-Epidemie fast 27.000 Tote. In den vergangenen 24 Stunden seien 348 neue Todesfälle in Krankenhäusern und Pflegeheimen verzeichnet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstagabend mit. Insgesamt liegt die Zahl nun bei 26.991 Todesopfern. Gleichzeitig lässt der Druck auf die Krankenhäuser weiter nach. Im Vergleich zur Vorwoche werden dort weniger Corona-Infizierte behandelt. Auch die Zahl der Menschen auf den Intensivstationen ist weiter rückläufig. Am Montag gab es im Land die ersten Lockerungen nach fast zwei Monaten strengen Ausgangsbeschränkungen.

Sylter wollen vorerst keine Tagestouristen

19.02 Uhr: Sylt öffnet sich am 18. Mai wieder für Besucher, Tagestouristen sollen aber vorerst nicht auf die Insel gelassen werden. Das fordern alle Sylter Gemeinden, Unternehmer und Sylt Marketing in einem gemeinsamen Schreiben an Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen (CDU). Das Betretungsverbot für Tagestouristen sollte möglichst noch bis Anfang Juni oder besser bis Mitte des Monats verlängert werden und auch für die Inseln Amrum und Föhr gelten.

Sorge bereitet den Unterzeichnern vor allem das Himmelfahrts- und Pfingstwochenende, wo üblicherweise größere Gruppen anreisen, "die ihren Tagesausflug auf die Insel mit einem erhöhten Konsum von alkoholischen Getränken verbinden und insofern schwerer zu lenken sein werden", heißt es in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Drosten kritisiert Ärzte, "die irgendeinen Quatsch in die Welt setzen"

18.42 Uhr: Der Berliner Virologe Christian Drosten äußert scharfe Kritik an Falschinformationen zur Corona-Pandemie im Internet. In sozialen Medien kursierten etwa millionenfach abgerufene Videos, die "voller Unsinn" und "falscher Behauptungen" seien, sagte der Charité-Wissenschaftler im NDR-Podcast. Zum Teil seien Ärzte und Professoren dabei, "die irgendeinen Quatsch in die Welt setzen", ohne je zu den Themen gearbeitet zu haben. Namen nannte Drosten nicht. Was er höre, zum Teil von "scheinbaren Fachleuten", deren Expertise in anderen Bereichen liege, entbehre oft jeder Grundlage, sagte der Virologe. Dadurch werde auch "wirklich gefährlichen Verschwörungstheoretikern" mit teils politischer Agenda der Rücken gestärkt. Drosten rügte das als "unverantwortlich".

Zu Ansteckungen mit Sars-CoV-2 sagte Drosten, es erscheine ihm "total übertrieben", wie oft auf das Händewaschen und Desinfizieren von Oberflächen hingewiesen werde: Nach seiner Einschätzung machen Schmierinfektionen, also Ansteckungen etwa über kontaminierte Gegenstände, nur einen kleinen Teil der Infektionen aus. Viel bedeutsamer seien Tröpfchen, die etwa beim Husten, Sprechen oder Niesen entstehen, und feinste schwebende Partikel, sogenannte Aerosole. Für die Wiedereröffnung von Restaurants etwa habe das zur Folge, dass Außenbereiche vergleichsweise sichere Zonen seien, sagte Drosten. Für Innenräume gelte zum Beispiel: "Fenster aufreißen".

Trump-Berater Fauci: Zahl der Corona-Toten in den USA wohl höher als bislang bekannt

18.32 Uhr: Der US-Regierungsberater Anthony Fauci hält es für möglich, dass die Corona-Pandemie in den USA mehr Menschenleben gefordert hat als bislang bekannt. Laut einer Aufstellung der Johns-Hopkins-Universität gibt es USA-weit inzwischen mehr als 1,3 Millionen bestätigte Corona-Infektionen und mehr als 80.000 Todesfälle. Der renommierte Immunologe, derzeit selbst aus Sicherheitsgründen in Quarantäne, sagte bei einer Anhörung per Video im US-Senat, die tatsächliche Todeszahl sei vermutlich noch höher. So könne es Menschen gegeben haben, die zu Hause an den Folgen einer Infektion gestorben seien, ohne dass dies in einer offiziellen Statistik gelandet sei.

Fauci bei seiner Video-Anhörung im US-Senat

Fauci bei seiner Video-Anhörung im US-Senat

Foto: Win McNamee/ AP

Die Corona-Pandemie ist in den USA in vielen Landesteilen nicht unter Kontrolle. US-Präsident Donald Trump treibt die Öffnung der Wirtschaft dennoch voran. Er ermutigt zu Protesten in den Bundesstaaten, die die Schutzmaßnahmen seiner Ansicht nach nicht schnell genug zurückfahren. Dabei erfüllen viele Staaten die Kriterien aus den von Trump selbst vorgestellten Richtlinien zur Wiedereröffnung nicht, die unter anderem eine Abnahme der Zahl der Infektionen über 14 Tage vorsehen.

Fauci warnte vor einer vorschnellen Rückkehr zur Normalität. "Das könnte wirklich ernste Konsequenzen haben." Die Bundesregierung habe mit viel Bedacht Richtlinien für die schrittweise Wiedereröffnung von Teilen des öffentlichen Lebens in den Bundesstaaten ausgearbeitet. Wenn einzelne dieser Schritte übersprungen und Restriktionen voreilig gelockert würden, seien weitere Ausbrüche möglich.

Älteste Frau Spaniens überlebt Coronavirus-Infektion

18.12 Uhr: Maria Branyas ist hart im Nehmen. Die 113 Jahre alte Spanierin hat eine Coronavirus-Infektion wohlbehalten überstanden. "Sie hat die Krankheit überwunden, und es geht ihr sehr gut", teilte eine Sprecherin der Seniorenresidenz im nordspanischen Olot mit, in der Branyas seit 20 Jahren lebt. Branyas gilt als älteste Frau Spaniens.

Mehrere andere Bewohner des Seniorenheims sind an Covid-19 gestorben. Spanien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Branyas habe sich im vergangenen Monat infiziert, die Krankheit habe bei ihr aber einen leichten Verlauf gehabt, teilte die Sprecherin weiter mit.

118,8 Milliarden weniger Steuereinnahmen

17.43 Uhr: Wegen der Corona-Hilfsmaßnahmen müssen Bund, Länder und Gemeinden in diesem Jahr voraussichtlich mit 118,8 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen auskommen. Das geht aus Daten des Finanzministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Insgesamt rechnet das Finanzministerium den Unterlagen zufolge inzwischen mit Krisen-Kosten von 453,4 Milliarden Euro allein im Jahr 2020. In einem vergleichbaren Dokument war Anfang April noch von etwa hundert Milliarden weniger die Rede gewesen. "Jedem sollte anhand der Zahlen klar sein, dass die Möglichkeiten des Staats begrenzt sind", erklärte FDP-Haushaltspolitiker Karsten Klein. Er forderte ein Ausgabenmoratorium für alle konsumtiven Ausgaben, die nicht direkt zur Bewältigung der Krise gedacht seien. Außerdem müsse gut geprüft werden, wer von dem geplanten Konjunkturprogramm profitieren solle.

Merkel nennt Bedingungen für schrittweise Grenzöffnungen

17.38 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hat in der Coronakrise Bedingungen für eine schrittweise Öffnung der Grenzen zu den Nachbarländern gestellt. Veränderungen bei den Grenzkontrollen müssten immer in Kooperation mit den Nachbarn gemacht werden, sagte Merkel am Dienstag nach SPIEGEL-Informationen aus Teilnehmerkreisen in einer virtuellen Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Gleichwohl sei ihr wichtig, dass die Kontrollen nicht "bis ultimo" fortgesetzt würden, wurde Merkel zitiert. (Lesen Sie hier die ausführliche Meldung)

Südkoreas Schwule warnen vor Corona-Diskriminierung

17.31 Uhr: Nach einer Häufung von Corona-Infektionen unter Klubgästen in Seoul haben südkoreanische LGBT-Aktivisten vor Diskriminierung gewarnt. Sie seien besorgt, es könne "Gewalt und Diskriminierung" am Arbeitsplatz geben, sobald die Identität Betroffener während der häuslichen Quarantäne oder nach einem positiven Testergebnis bekannt werde, erklärten laut der Zeitung "The Korea Herald" am Dienstag Vertreter von sieben Menschenrechts- und LGBT-Gruppen bei einer Pressekonferenz in Seoul.

In der Millionenmetropole hatten die Behörden mehrere Infektionen auf einen infizierten Mann zurückgeführt, der in der Nacht zum 2. Mai fünf Klubs im bekannten Ausgehviertel Itaewon besucht hatte. Nachdem bekannt wurde, dass sich darunter Schwulenbars befanden, gab es Anfeindungen gegen Homosexuelle. Es seien Personalien von Infizierten sowie Falschnachrichten in Umlauf gebracht worden, wurden die LGBT-Gruppen vom Rundfunksender KBS zitiert. Wer sich testen lassen wolle, müsse ein Outing befürchten. (Lesen Sie hier die ausführliche Meldung)

Podcast Cover

DER SPIEGEL FRAGT Malu Dreyer

17.30 Uhr: Am Dienstag um 19 Uhr stellt sich Malu Dreyer (SPD), die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, den Fragen von Markus Feldenkirchen. Die Länderchefs haben das Tempo bei den jüngsten Lockerungsmaßnahmen bestimmt. Dreyer sagt, sie lasse sich nicht von Zahlen wie dem Reproduktionsfaktor beeindrucken. Was ist dann die Leitschnur für die Länderchefin, deren Entscheidungen in diesen Tagen weitreichende Folgen haben? Verfolgen Sie das Gespräch ab 19 Uhr bei Facebook:

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Laschet will Quarantäne-Pflicht in NRW aussetzen

16.55 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat für sein Bundesland eine Aussetzung der Quarantäne-Pflicht für Rückkehrer aus dem Ausland in Aussicht gestellt. Nordrhein-Westfalen habe "die Absicht, alsbald diese Quarantäne-Regelung auszusetzen", sagte Laschet. Die Regelung trage nicht zum Gesundheitsschutz bei und sei "europafeindlich", sagte Laschet weiter. "Wir werden das bundesweit besprechen." Auch Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans kündigte an, die 14-tägige Pflichtquarantäne auszusetzen.

Keine weiteren Infektionen bei Dynamo Dresden

16.50 Uhr: Bei Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden gibt es keine weiteren Corona-Fälle. Alle Untersuchungen der vierten Testreihe seien negativ gewesen, teilte der Verein am Dienstag mit. Am vergangen Samstag wurden zwei Dynamo-Profis positiv auf das Coronavirus getestet.

Bahnhofsangestellte nach Spuckattacke in London an Covid-19 gestorben

16.45 Uhr: In Großbritannien ist eine Bahnhofsangestellte an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, die von einem mutmaßlich mit dem Coronavirus infizierten Mann bespuckt und angehustet wurde. Die 47-jährige Belly Mujinga sei wenige Tage nach dem Angriff am 22. März auf dem Londoner Bahnhof Victoria erkrankt und Anfang April im Krankenhaus gestorben, erklärte die Verkehrsgewerkschaft TSSA am Dienstag. Das neuartige Coronavirus überträgt sich unter anderem über Speichel.

In Bremen kommen weitere Lockerungen

16:32 Uhr: In Bremen dürfen neben Restaurants ab dem kommenden Montag auch Kneipen unter strengen Auflagen wieder öffnen. Entsprechende Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen beschloss der Senat am Dienstag. Dabei muss insbesondere ein Mindestabstand von anderthalb Metern zwischen den Gästen eingehalten werden. Auch muss jeder Besuch samt Kontaktdaten dokumentiert werden. Die Regelung gilt demnach für Gaststätten und Kneipen, aber nicht für Diskotheken, Bars, Klubs oder Spielhallen.

260 Arbeiter in Fleischfabrik in Coesfeld positiv auf Corona getestet

16.28 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in einer Fleischfabrik im westfälischen Coesfeld ist die Zahl der positiv auf das Virus getesteten Arbeiter auf 260 gestiegen. Mit Stand Dienstagmittag waren 1.012 der rund 1.200 Beschäftigen der Firma Westfleisch getestet worden, 571 mit einem negativen Ergebnis. Am Montag hatte der Kreis 254 Infizierte gemeldet. In deutschen Schlachthöfen waren zuletzt vermehrt Corona-Infektionen aufgetreten.

Corona-Screening-Zentrum in EU-Parlament in Straßburg eröffnet

16:15 Uhr: Wo sonst Europa-Abgeordnete während der Sitzungswoche hastig essen, stehen nun mobile Behandlungszimmer für Corona-Massentests. Mindestens bis Ende Juli sollen auf der Fläche der EU-Parlaments-Kantine Menschen auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet werden, wie eine Parlamentssprecherin am Dienstag sagte. Ziel sei es, pro Tag bis zu 2.000 oder sogar 2.500 Tests durchzuführen. Das mobile Screening-Zentrum sei zunächst vor allem für Menschen aus dem elsässischen Département Bas-Rhin an der Grenze zu Baden-Württemberg gedacht.

Für einen Test in dem Zentrum muss zuvor ein Termin vereinbart werden. Nur Menschen ohne Symptome, die als Kontaktfälle identifiziert worden, sollen dort untersucht werden.

Für einen Test in dem Zentrum muss zuvor ein Termin vereinbart werden. Nur Menschen ohne Symptome, die als Kontaktfälle identifiziert worden, sollen dort untersucht werden.

Foto: Abdesslam MIRDASS/ imago images/Hans Lucas

Wuhan will alle elf Millionen Einwohner auf Corona testen

15:30 Uhr: Angesichts neuer Corona-Fälle in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan haben die dortigen Behörden die Testung der gesamten Bevölkerung angeordnet. Wie chinesische Medien am Dienstag berichteten, hat jeder der 13 Stadtbezirke nun zehn Tage Zeit, um die Testung der insgesamt elf Millionen Einwohner in die Wege zu leiten. In welcher Zeitspanne alle elf Millionen Bewohner getestet sein sollen, blieb zunächst offen. Am Sonntag und Montag waren in Wuhan erstmals seit einem Monat insgesamt sechs neue Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert worden. Bei den Infizierten handelt es sich um ältere Bewohner eines Wohnkomplexes im Bezirk Dongxihu.

Kremlsprecher Peskow mit Coronavirus infiziert

15.15 Uhr: "Ja, ich bin krank und werde behandelt": Der Sprecher von Kremlchef Wladimir Putin, Dmitrij Peskow, hat sich mit dem Coronavirus infiziert und befindet sich derzeit im Krankenhaus. Der 52-Jährige bestätigte dies der russischen Staatsagentur Tass am Dienstag. Peskow zählt zum engsten Kreis des russischen Präsidenten. Er hatte immer wieder bestätigt, dass Putin gesund sei und auch regelmäßig getestet werde. Putin lenkt die Staatsgeschäfte von seiner Moskauer Vorstadtresidenz Nowo-Ogarjowo aus. Vor gut zwei Wochen war die Erkrankung von Regierungschef Michail Mischustin bekannt geworden. Auch der Bauminister und die Kulturministerin haben sich infiziert. Mischustin befinde sich jedoch auf dem Weg der Besserung, hieß es.

Nur Platz für zwei: Türkische Stadt stellt "Corona-Bänke" in Parks auf

15.10 Uhr: Die südtürkische Stadt Mersin hat als Vorsichtsmaßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus sogenannte Corona-Bänke in Parks und an öffentlichen Plätzen aufgestellt. Sie sind so gestaltet, dass nur zwei Menschen darauf sitzen können: Im Unterschied zu den klassischen Parkbänken ist in der Mitte eine Lücke. Das neue Design solle dazu dienen, die Abstandsregeln einzuhalten, sagte eine Gemeindesprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Foto: dpa

In Thüringen können wieder Versammlungen ohne Teilnehmerbegrenzung stattfinden

14.40 Uhr: In Thüringen sollen ab Mittwoch Demonstrationen wieder ohne Beschränkungen der Teilnehmerzahl möglich sein. Das sieht eine Verordnung vor, auf die sich das Kabinett geeinigt hat, wie das Landesgesundheitsministerium am Dienstag in Erfurt erklärte. Bislang sind wegen der Corona-Pandemie Versammlungen unter freiem Himmel nur mit maximal 50 Teilnehmern erlaubt. In geschlossenen Räumen ist die Zahl auf 30 begrenzt. Weiterhin sollen aber strenge Infektionsschutzregeln gelten. Die Verordnung soll am Mittwoch in Kraft treten.

In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder Demonstrationen gegen die Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung des Coronavirus gegeben, bei denen deutlich mehr Menschen als erlaubt beteiligt waren. Für Schlagzeilen hatte dabei FDP-Chef Thomas Kemmerich gesorgt, der am vergangenen Wochenende an einer der Demos teilnahm.

Berlin beschließt eigenes Corona-Frühwarnsystem

14.31 Uhr: Berlin setzt abweichend von den Bund-Länder-Vereinbarungen in der Vorwoche auf ein eigenes Warnsystem in der Corona-Pandemie. Das Warnsystem beachtet dabei die Reproduktionsrate, die Zahl der Neuinfektionen und die Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten, teilten Regierungschef Michael Müller und Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (beide SPD) am Dienstag mit. Werden bei zwei der Indikatoren kritische Marken erreicht, wolle der Senat bestehende Lockerungen auf den Prüfstand stellen oder geplante weitere Lockerungen gegebenenfalls verschieben.

Lockerung der Corona-Beschränkungen: Hamburg erlaubt wieder Sport im Freien

14.03 Uhr: In Hamburg sind ab Mittwoch alle Sportarten im Freien mit Abstand wieder möglich. Das heißt auch, dass alle Außensportanlagen wieder öffnen können, so Innen- und Sportsenator Andy Grote am Dienstag in Hamburg. Außerdem werden weitere Kontaktbeschränkungen gelockert: Von Mittwoch an dürfen sich in Hamburg Personen aus zwei Haushalten in der Öffentlichkeit treffen, aber maximal zehn Personen. Gaststätten dürfen am Mittwoch unter strengen Auflagen wieder öffnen, zum Beispiel müssen Gäste registriert werden. Auch Hotels dürfen wieder für Touristen öffnen, aber nur mit 60 Prozent Auslastung. Zudem sollen ab dem 18. Mai Besuche in Pflege- und Altenheimen unter Auflagen wieder erlaubt sein.

Augsburger Bischof nennt Corona-Schreiben katholischer Geistlicher "zynisch"

13.42 Uhr: Die Kritik an dem umstrittenen Corona-Schreiben mehrerer hochrangiger katholischer Geistlicher aus verschiedenen Ländern wächst. "Hier von einer "Weltverschwörung" zu reden, empfinde ich geradezu als zynisch", sagte der neue Augsburger Bischof Bertram Meier der "Augsburger Allgemeinen". "Ich denke vor allem auch an die vielen Menschen, die in verschiedenen Altenheimen in unserer Region inzwischen nach einer Covid-19-Infektion gestorben sind."

In dem Text, den auch der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller - ehemaliger Chef der vatikanischen Glaubenskongregation - unterschrieben hat, heißt es: "Es sind Tatsachen, dass unter dem Vorwand der Covid-19-Epidemie in vielen Fällen unveräußerliche Rechte der Bürger verletzt und ihre Grundfreiheiten unverhältnismäßig und ungerechtfertigt eingeschränkt wurden, einschließlich des Rechts auf Religionsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Freizügigkeit."

Meier sagte der Zeitung: "Jeder muss in einer freiheitlichen Gesellschaft seine Meinung frei äußern dürfen, aber in unserem Bistum haben wir einen Priester an Corona verloren." Zuvor hatte schon die Deutsche Bischofskonferenz das Schreiben kritisiert. Müller verteidigte seine Unterschrift. Er sagte der Zeitung "Tagespost": "Jeder nennt jetzt jeden Andersdenkenden Verschwörungstheoretiker."

Frankfurter Flughafen erwartet Ende der Krise erst 2023

13.08 Uhr: Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport stellt sich auf eine jahrelange Durststrecke ein. Erst 2023 könnte ein "Jahr null" erreicht werden. Ein Stellenabbau sei unvermeidbar.

Corona-Infektionen: Russland jetzt weltweit auf Rang zwei

12.25 Uhr: Mit Beginn erster Lockerungen in Russland ist die Zahl der Infizierten erneut stark gestiegen. Nach Angaben der Behörden von Dienstag gibt es mehr als 232.200 nachgewiesene Corona-Fälle. Nach Erhebungen der US-Universität Johns Hopkins liegt Russland demnach auf Rang zwei vor Spanien mit aktuell 228.000 Fällen. Nur in den USA gibt es noch mehr Erkrankungen.

Livediskussion mit SPIEGEL-Bildungsredakteurin Silke Fokken über das Kita-Dilemma

12.20 Uhr: Geschlossene Kitas stellen viele Eltern vor große Herausforderungen. Auf SPIEGEL.de diskutiert SPIEGEL-Bildungsredakteurin Silke Fokken mit Nutzerinnen und Nutzern live über das Thema. Die Diskussion startet am Dienstag, 12. Mai, um 12.30 Uhr. Um mitzukommentieren, müssen Sie bei uns auf der Seite angemeldet sein. Sie können uns Ihre Fragen und Gedanken aber auch hier in die Kommentare posten. Wir reichen ausgewählte Beiträge in die Livediskussion weiter.

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Banken können laut Bafin Coronakrise mit Blessuren überstehen

12.10 Uhr: Die Coronakrise wird Deutschlands Banken nach Einschätzung der Finanzaufsicht Bafin nicht aus der Spur werfen. "Der Bankensektor hat das Zeug, die Krise zu überstehen - wenn auch mit einigen Blessuren", sagte am Dienstag der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Felix Hufeld.

Bei der Vorsorge für mögliche Kreditausfälle sei jedoch "das Ende der Fahnenstange" noch nicht erreicht, sagte Hufeld. "Auch die milliardenschweren Hilfspakete für die Realwirtschaft werden nicht vollständig verhindern können, dass in den kommenden Wochen, Monaten und vielleicht Jahren Kreditnehmer ausfallen."

Lettland führt Mundschutzpflicht ein und erlaubt private Veranstaltungen

11.50 Uhr: In Lettland ist das Tragen eines Mundschutzes im öffentlichen Nahverkehr am Dienstag zur Pflicht geworden. In dem baltischen EU-Land müssen Fahrgäste in Bussen, Straßenbahnen und Zügen von nun an Mund und Nase bedecken. Zugleich traten weitere Lockerungen in Kraft: Vom 12. Mai an dürfen sich bis zu 25 Personen gemeinsam im Freien für private und öffentliche Veranstaltungen versammeln - sie müssen dabei aber die Abstandsregeln und Hygienevorschriften einhalten.

80 Corona-Neuinfizierte in Schlachtbetrieb in Baden-Württemberg

11.35 Uhr: In einem Schlachthof in Birkenfeld bei Pforzheim sind weitere mehr als 80 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit steige die Zahl der Mitarbeiter, die mit Covid-19 infiziert sind oder waren, auf rund 400, sagte eine Sprecherin des Landratsamts im baden-württembergischen Enzkreis am Dienstag. Das ist mehr als ein Drittel der Belegschaft von etwa 1100 Mitarbeitern. (Anmerkung der Redaktion: Hier war zuvor von knapp einem Viertel der Belegschaft die Rede. Wir haben die Angabe korrigiert.)

"Virusmachende Mistkerle": Musiker Bryan Adams erntet Rassismusvorwürfe

11.25 Uhr: Der kanadische Rockstar Bryan Adams hat mit einer Äußerung zur Ausbreitung des Coronavirus im Internet Rassismusvorwürfe kassiert. Der 60-Jährige postete auf Instagram ein Video, in dem er sein Lied "Cuts Like a Knife" spielt. Bezogen auf den pandemiebedingten Ausfall seiner Shows in der Londoner Royal Albert Hall schrieb der Musiker dazu, die ganze Welt sei momentan auf Eis gelegt, nur weil es gierige virusmachende Mistkerle gebe, die Fledermäuse auf sogenannten Nassmärkten verkauften und äßen. Ihnen empfehle er, Veganer zu werden, ergänzte er. Viele Nutzer kritisierten die Aussagen als rassistisch und enttäuschend.

RKI erklärt Anstieg der Reproduktionszahl mit Ausbrüchen in Schlachthöfen

10.45 Uhr: Obwohl das Robert Koch-Institut (RKI) vergangene Woche angekündigt hatte, die regelmäßigen Pressebriefings einzustellen, informierte Vizepräsident Lars Schaade am Dienstag über die aktuelle Corona-Lage. Anlass war die Sorge um die Reproduktionszahl (R), die in den vergangenen Tagen wieder auf den bedenklichen Wert über 1 gestiegen war.

"Die Zahl wird immer schwanken, das ergibt sich einfach aus der Berechnungsgrundlage", sagte Schaade zur Erklärung. "Solange sie um den Wert 1 herum schwankt, bedeutet das keinen Anstieg. Wenn sie dauerhaft über 1 liegt, dann sind wir in einem exponentiellen Wachstum, und die Fallzahlen nehmen dauerhaft zu."

Dass die Zahl nun wieder über 1 liege, könne auf lokale Ausbruchsherde, wie etwa die Infektionen in Schlachthöfen, zurückgeführt werden, so Schaade. Der R-Wert gebe dabei nicht den Istzustand wider, sondern die Situation von vor rund zwei Wochen.

"Da die Fallzahlen in Deutschland insgesamt sinken und sich einem Plateau nähern, beeinflussen einzelne Ausbrüche die Reproduktionszahl stärker", sagte Schaade. Sobald die lokalen Ausbrüche unter Kontrolle seien, dürfte R wieder sinken.

Schaade erinnerte daran, dass der R-Wert nur ein Parameter sei, um die Dynamik der Pandemie zu beurteilen. Ein weiterer, wichtiger Faktor sei die Zahl der Neuinfektionen, die aktuell knapp unter 1000 liege, so Schaade. "Bei den Zahlen gibt es immer Verzerrungen, denn am Wochenende werden zum Beispiel nicht so viele Infektionen gemeldet", erklärte Schaade. "Viele gehen da nicht zum Arzt, und viele Gesundheitsämter übermitteln am Wochenende keine Zahlen." Die Zahlen müssen daher mit einem relativ komplizierten Verfahren geschätzt werden (Nowcasting).

"Ob und inwiefern stärkere Maßnahmen getroffen werden müssen, hängt nicht nur von R und der Zahl der Neuinfektionen ab", sagte Schaade. "Sondern auch von der aktuellen Schwere der Erkrankungen, der Be- und Entlastung des Gesundheitswesens sowie der Verfügbarkeit von Beatmungs- und Intensivbetten."

Merkel und Macron planen Lockerungen an der Grenze

10.35 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron haben einem Medienbericht zufolge über Lockerungen im deutsch-französischen Grenzverkehr beraten. Nach Informationen des "Hauptstadt Briefings" von "The Pioneer"-Chefredakteur Michael Bröcker vom Dienstag streben beide eine Lösung an, die für die Bürger beider Länder gleichermaßen gilt, bestenfalls sogar darüber hinaus. Beide hätten am Montagabend miteinander telefoniert.

Handhygiene: Hautärzte warnen vor Ekzemen durch häufiges Händewaschen

10.15 Uhr: Das häufige Händewaschen in der Corona-Pandemie kann zu juckenden Handekzemen führen, warnen Hautärzte. "Seife greift die Hautbarriere an", sagte der Dermatologe Christoph Skudlik, Chefarzt des Instituts iDerm mit Sitz an der Universität Osnabrück und dem BG Klinikum Hamburg. Wer Hautprobleme entwickle, solle auf jeden Fall zum Facharzt gehen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist die Händedesinfektion mit alkoholischen Präparaten im Gesundheitswesen und in der Pflege "das Mittel der Wahl". Außerhalb dieser Bereiche könnten die Hände auch gründlich gewaschen werden, um den Erreger Sars-CoV-2 zu inaktivieren.

Spanien verhängt zweiwöchige Quarantäne für Einreisende

10.10 Uhr: Die spanische Regierung ordnet eine zweiwöchige Quarantäne für alle Menschen an, die ab dem 15. Mai ins Land kommen. Die Einreisenden dürften nur zum Einkaufen von Lebensmitteln, zu Arztbesuchen und im Falle einer Notlage aus dem Haus, heißt es in einer amtlichen Anordnung. Die Quarantäne gelte für alle Menschen, die zwischen dem 15. und dem bislang geplanten Ende des Ausnahmezustands am 24. Mai nach Spanien kämen.

Russland meldet erneut mehr als 10.000 neue Fälle

9.50 Uhr: An diesem Dienstag meldet Russland 10.899 neue Corona-Fälle im Land. Damit wächst die Zahl der nachweislichen Ansteckungen auf 232.243. Seit Tagen legen die Infektionen in Russland um mehr als 10.000 zu. Trotzdem will Russlands Präsident Wladimir Putin die landesweiten Corona-Einschränkungen teilweise aufheben.

RKI meldet am Dienstag 170.508 Fälle in Deutschland

9.35 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 170.508 angegeben - ein Plus von 933 seit dem Vortag. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7533 Todesfälle, die Johns-Hopkins-Universität 7661 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 147.200.

Wandel im Einzelhandel: "70 Prozent kaufen online"

9.30 Uhr: Auch wenn die Geschäfte wieder geöffnet sind: Die Folgen der Pandemie werden den deutschen Einzelhandel noch lange beschäftigen. Denn das Verhalten der Verbraucher ändert sich - kurzfristig und auch auf lange Sicht, da sind sich Manager und Experten einig. "70 Prozent der Deutschen haben im April online eingekauft", sagt Konsumexperte Rolf Bürkl vom Nürnberger Marktforscher GfK. "Selbst wenn nicht alle bei online bleiben, wird auch nach dem Ende der Pandemie doch ein erheblicher Teil dort hängen bleiben. E-Commerce wird nachhaltig steigen."

Zustimmung zur Regierung ist derzeit "außergewöhnlich" groß

9.16 Uhr: Die Zustimmung zur Arbeit der Bundesregierung ist in der Coronakrise außerordentlich gestiegen. Ende April urteilten 49 Prozent der Bürger, die Regierung agiere stark, wie aus einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für die Bertelsmann-Stiftung hervorgeht. Das waren demnach 20 Prozentpunkte mehr als ein halbes Jahr zuvor und der höchste Wert seit Beginn der regelmäßigen Befragung 1999.

"Die Bevölkerung vertraut sehr weitgehend den Maßnahmen der Regierung während der ersten Phase der Pandemie", sagte der Demokratieexperte der Bertelsmann-Stiftung, Robert Vehrkamp, "Die Werte sind außergewöhnlich und die Veränderungen mehr als deutlich."

Trotz Dissens bei Corona-Maßnahmen: Laschet schätzt Merkel weiterhin

9.02 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet steht trotz der Meinungsunterschiede bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie weiter hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Das ändert nichts an der Wertschätzung", so Laschet. Der Ministerpräsident hatte sich mit anderen Länderchefs früh für Lockerungen beim Corona-Lockdown eingesetzt. "Ich glaube, dass man die Maßnahmen alle machen musste, aber dass wir eine Menge Schäden in der Gesellschaft angerichtet haben und dass man früh auch über diese Schäden sprechen musste."

Hamburg lässt Restaurants ab morgen wieder öffnen

8.34 Uhr: Restaurants in Hamburg dürfen von Mittwoch an unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln wieder öffnen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Senatskreisen. Zuvor hatte NDR 90,3 darüber berichtet . Nach Informationen des Senders sollen Restaurants und Lokale ihre Gäste drinnen und draußen bewirten dürfen. Auch in Hamburg soll demnach wohl gelten, dass bis zu zwei Familien an einem Tisch sitzen dürfen. Die Bedienungen müssten einen Mund-Nasen-Schutz tragen, berichtete NDR 90,3.

Der rot-grüne Senat in Hamburg will mittags weitere Lockerungen bei den Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie bekannt geben. Dabei geht es um die Umsetzung der am vergangenen Mittwoch zwischen Bund und Ländern verabredeten Schritte.

Nach einer Sitzung des Senats unter Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) soll auch verkündet werden, ab wann Lockerungen wieder rückgängig gemacht werden müssen, sollte die Zahl der Neuinfektionen wieder stark ansteigen. Zuletzt waren die Zahlen der positiv getesteten Hamburger nur noch sehr langsam angestiegen. Am Montag hatte die Gesundheitsbehörde fünf neue Fälle gemeldet. Damit wurde bislang 4951-mal positiv auf Covid-19 getestet.

FDP-Fraktionsvize: "Grenzen und Infektionen haben miteinander gar nichts zu tun"

8.19 Uhr: Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Alexander Graf Lambsdorff spricht sich gegen eine Quarantäne etwa für Rückkehrer aus Schweden und den Niederlanden aus. "Grenzen und Infektionen haben miteinander gar nichts zu tun", sagte er im ARD-"Morgenmagazin". Er finde die Forderung von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) richtig - Laschet hatte dafür plädiert, die Quarantänepflicht für Rückkehrer aus den europäischen Ländern zu lockern (siehe Eintrag von 5.40 Uhr).

"Grenzen sollten immer nur dann geschlossen werden, wenn es ein Infektionsgeschehen gibt", sagte Lambsdorff. Pauschale Grenzschließungen seien der falsche Weg. Derzeit muss sich jeder, der aus dem Ausland nach Deutschland einreist, für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Ausnahmen gibt es etwa für Berufspendler.

Der FDP-Politiker plädierte zudem für einen europäischen Vorrat an Chemikalien, aus denen Arzneimittel produziert werden können. "Damit wir für den Fall der Fälle eine Produktion starten können." Schon vor der Coronakrise habe es teilweise Versorgungsengpässe in Apotheken gegeben.

"Trump-Todesuhr": Künstler wirft Präsident massive Versäumnisse vor

7.53 Uhr: Eine neue Leuchttafel am New Yorker Times Square zeigt die Zahl der Corona-Toten an, für die US-Präsident Donald Trump durch eine verfehlte Politik verantwortlich sein soll. Die "Trump-Todesuhr"  des preisgekrönten Filmemachers Eugene Jarecki beruht auf der Annahme, dass 60 Prozent der Todesopfer in den USA auf das Konto des Präsidenten gehen.

Zwei Epidemiologen hatten Mitte April einen Beitrag in der "New York Times"  veröffentlicht, wonach die zu erwartende Zahl der Toten mit einer früheren Einführung von Kontaktbeschränkungen im ganzen Land deutlich geringer gewesen wäre. Das Weiße Haus hatte am 16. März Richtlinien etwa zur Schließung von Schulen und zur Vermeidung von Versammlungen erlassen. Wäre dies eine Woche früher geschehen, so die Epidemiologen, wären am Ende der ersten Epidemie-Welle wohl 60 Prozent weniger Tote zu erwarten.

Bis Montag zeigte die Installation in New York City mehr als 48.000 Tote an - bei insgesamt rund 81.000 Todesopfern in den USA. Jarecki erklärte, ebenso wie die Namen an Gedenkstätten für gefallene Soldaten erfülle die "Quantifizierung" der Menschenleben, die durch Trumps verzögerte Reaktion auf die Pandemie verloren worden seien, eine "wesentliche öffentliche Funktion".

Dem US-Präsidenten wird vorgeworfen, zu spät auf die Ausbreitung des neuartigen Virus reagiert zu haben. Die USA sind inzwischen das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

Deutsche Post steigert Umsatz, Überschuss bricht ein

7.38 Uhr: Trotz der Coronakrise hat die Deutsche Post im ersten Quartal beim Umsatz besser abgeschnitten als erwartet. Die Erlöse legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp ein Prozent auf 15,5 Milliarden Euro zu, wie der Dax-Konzern bei der Vorlage ausführlicher Zahlen mitteilte. Damit übertraf die Post die Schätzungen der Analysten etwas.

Allerdings bekamen die Bonner die Folgen der Virus-Pandemie dennoch deutlich zu spüren. Wie bereits bekannt, sackte das operative Ergebnis (Ebit) um fast die Hälfte auf 592 Millionen Euro ab, die Umsatzrendite fiel um 3,7 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent. Auch das überraschende Aus für den Streetscooter zusätzliche Kosten in Millionenhöhe verursacht. Die Produktion des Elektrolieferwagens wird noch in diesem Jahr eingestellt.

Der Überschuss brach unter dem Strich um 60 Prozent auf 301 Millionen Euro ein. Seine Jahresprognose hatte der Logistikkonzern wegen der hohen Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie kürzlich zurückgezogen. Sobald eine verlässlichere Basis für eine detaillierte Ergebnisprognose gegeben sei, werde das Unternehmen einen neuen Ausblick kommunizieren, hieß es nun. Ungeachtet dessen bestätigte die Deutsche Post erneut ihr Mittelfristziel. Demnach soll das Ebit bis 2022 auf 5,3 Milliarden Euro steigen.

"Verlässlich und billig": ESM-Chef ermuntert zur Nutzung von Corona-Krisenhilfen

7.01 Uhr: ESM-Chef Klaus Regling hat die Eurostaaten ermuntert, die neuen Corona-Krisenhilfen des Euro-Rettungsschirms zu nutzen. Diese ESM-Kredite seien "verlässlich und billig", sagte der geschäftsführende Direktor des Europäischen Stabilitätsmechanismus der Deutschen Presse-Agentur und weiteren Nachrichtenagenturen in einem Interview. So hätten etwa die Hälfte der 19 Eurostaaten Zinsvorteile im Vergleich zum Kapitalmarkt. Allein Italien könnte in den nächsten zehn Jahren nach heutigem Stand sieben Milliarden Euro an Zinsen sparen, rechnete Regling vor.

Die Euro-Gruppe hatte beschlossen, beim ESM vorsorgliche Kreditlinien von bis zu 240 Milliarden Euro für direkte und indirekte Gesundheitskosten in der Pandemie einzurichten. Er erwarte, dass etwa ein Drittel des Rahmens ausgeschöpft werde, also rund 80 Milliarden Euro, sagte Regling. Die Kreditlinien sollen vor allem Krisenstaaten wie Italien oder Spanien helfen. Doch gab es Vorbehalte, weil der ESM in der Vergangenheit harte Sparprogramme im Gegenzug für Kredithilfen verlangte. Diesmal sei das anders, sagte Regling.

"Es ist eine Krise, die nicht durch falsche Politik ausgelöst wurde. Keine Regierung kann dafür verantwortlich gemacht werden, was jetzt passiert." Folglich gebe es auch keine andere Bedingung, als die Vorgabe, das Geld für Gesundheitsausgaben zu verwenden. "Es gibt nichts anderes, auch nicht später", sagte Regling. Ein negatives Signal an die Finanzmärkte sei von der Nutzung der Kreditlinien ebenfalls nicht zu befürchten. "Die Märkte verstehen genau, wie der ESM funktioniert." Sie wüssten, dass sich die Länder so günstiger finanzieren könnten, sagte der ESM-Chef. "Das ist gut für den Ruf eines Landes am Markt." Internationale Investoren hätten ihm das bestätigt.

Raumfahrt kommt mit "hellblauem Auge" davon

6.07 Uhr: Die Raumfahrt kommt in der Coronakrise nach Ansicht des Chefs der Europäischen Weltraumorganisation, Jan Wörner, glimpflich davon. "Bisher kann man sagen, wird die Raumfahrt wohl mit einem blauen Auge oder hellblauen Auge durchkommen. Wir werden sicherlich nicht das größte Problem der Krise sein", sagte der Esa-Chef der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben den gesamten Raumflugbetrieb als solches wieder aufgenommen. Es gibt keinen Satelliten, der jetzt ohne uns rumfliegen muss. Das ist schon mal wichtig", sagte Wörner. Er schätzt, dass die Krise die Raumfahrt bisher um etwa einen Monat zurückgeworfen hat. "Wir haben ja immer ein bisschen Puffer, es ist nicht dramatisch."

Es hätten sich etwa ein paar Starts verschoben - vor allem weil der Weltraumbahnhof in Kourou im südamerikanischen Französisch-Guayana für einige Zeit geschlossen war. Auch der Start einer weiteren Mission des europäisch-russischen Weltraumprojekts ExoMars war zuletzt um zwei Jahre verschoben worden. Dies lag Wörner zufolge jedoch weniger an Corona als an anderen Problemen. Auch der Start der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6 dürfte sich auf Anfang 2021 verschieben. Das sei aber keine Katastrophe, sagte der Esa-Chef.

Innerhalb Europas: Laschet will Quarantäne-Pflicht für Rückkehrer lockern

5.40 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dringt auf eine weitere Lockerung der staatlichen Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus. In der "Rheinischen Post" plädierte er dafür, die Quarantäne-Pflicht für Rückkehrer aus den europäischen Ländern zu lockern. Zur Begründung verwies er auf das Ende des Lockdowns in Frankreich, wo die Menschen seit Montag wieder deutlich mehr Freiheiten haben. Zugleich bekräftigte er seine Forderung nach einer raschen Öffnung der deutschen Grenzen.

Jeder, der aus dem Ausland nach Deutschland einreist, muss sich derzeit für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Für Menschen, die mit einer Ausnahmegenehmigung einreisen - also etwa für Berufspendler - gilt diese Pflicht allerdings nicht. Frankreich hatte am Montag seine strengen Ausgangsbeschränkungen gelockert. Die Bewegungsfreiheit bleibt aber eingeschränkt. Wer sich mehr als 100 Kilometer von seinem Wohnort fortbewegen möchte, braucht einen triftigen Grund.

Laschet war einer der ersten Spitzenpolitiker in Deutschland, der offensiv ein Ende der harten Einschränkungen gefordert hatte. Mit Blick auf die Lockerungen in Frankreich dringt er nun - ebenso wie der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und seine rheinland-pfälzische Kollegin Malu Dreyer (SPD) - auf eine schnelle Öffnung der Grenzen zu den Nachbarstaaten. Es schmerze ihn seit Wochen, dass die Europa-Brücke zwischen Kehl und Straßburg gesperrt sei, sagte Laschet. "Dass Sie ausgerechnet nicht nach Schengen über die Mosel dürfen und dort die Fahnen auf halbmast wehen, ist ebenfalls schmerzhaft."

Frankreich fliegt Europäer aus Zentralamerika aus

5.01 Uhr: Frankreich hat mehr als 150 Menschen aus Zentralamerika ausgeflogen, die wegen der Coronavirus-Pandemie festsaßen. Wie der französische Botschafter in Panama, Brice Roquefeuil, mitteilte, waren unter den Passagieren neben Franzosen auch Deutsche, Italiener, Niederländer, Spanier sowie Bürger anderer europäischer Länder an Bord.

Die Reisenden wurden den Angaben zufolge aus Panama und Honduras ausgeflogen. Die Maschine startete in Panama-Stadt und machte eine Zwischenlandung im honduranischen San Pedro Sula, wo rund 60 weitere Menschen an Bord gingen.

Ursprünglich hatten 300 Bürger aus 22 europäischen Ländern in einem Flug nach Paris gebracht werden sollen. Aufgrund der französischen Corona-Beschränkungen zum Mindestabstand zwischen Passagieren musste die Rückholaktion jedoch auf zwei Flüge aufgeteilt werden. Der zweite Flug soll am Mittwoch stattfinden.

Corona-Effekt beweist Wirksamkeit von Fahrverboten

4.54 Uhr: Weniger Verkehr macht weniger Schadstoffe. Was logisch klingt, ist in der Coronakrise umstritten - und wird als Beleg gegen Fahrverbote genommen. Forscher stellen das nun richtig, dank neuer Daten aus dem Lockdown. Lesen Sie mehr hier.

Weniger Verkehrsunfälle in der Coronakrise

4.40 Uhr: Während der Einschränkungen in der Coronakrise sind auf Deutschlands Straßen weniger Unfälle passiert. Das zeigen Zahlen von Autoversicherern, Luftrettern und Polizei. Nach Angaben von Versicherern gab es infolge der Corona-Beschränkungen deutlich weniger Schadenfällen.

Die ADAC-Luftretter waren von Januar bis Anfang Mai rund 1300 Mal im Rahmen von Verkehrsunfällen im Einsatz, wie ein Sprecher sagte. Das seien rund 200 Einsätze weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die DRF-Luftrettung verzeichnete im April ebenfalls einen Rückgang der Notfalleinsätze aufgrund von Verkehrsunfällen: 317 Mal rückten die Retter bundesweit aus.

Insgesamt war auf den Straßen in der Zeit von Mitte März bis Ende April weniger los, wie Daten vom ADAC zeigen. Seit Ende April sind allerdings wieder mehr Fahrzeuge unterwegs. Die Zahl der Staus nahm demnach im Vergleich zu Ende März zu. Während die Experten beispielsweise am letzten Montag im März 467 Staus auf den Autobahnen zählten, waren es am letzten Montag im April 905. Zuvor hatten die Zahl der Staus und auch die jeweilige Länge mit Beginn der Einschränkungen Mitte März deutlich abgenommen.

Fiat Chrysler fährt Produktion in Brasilien hoch

3.46 Uhr: Der Autohersteller Fiat Chrysler fährt die Produktion in seinen drei Standorten in Brasilien schrittweise wieder hoch. "Bei Wiederaufnahme des Betriebs wird im ersten Schritt die Priorität darin bestehen, alle Arbeitnehmer in den neuen Sicherheits- und Hygienestandards und Prozessänderungen zu schulen", erklärte das Unternehmen. "Das Produktionsvolumen wird dann im Laufe des Monats gesteigert, da die Anlage an neue Verfahren und die Marktnachfrage angepasst wird." Zunächst seien 6400 der rund 10.000 beurlaubten Mitarbeiter an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt, sagte der Autobauer. Die Bänder standen 48 Tage still.

Los Angeles öffnet Strände

3.20 Uhr: Los Angeles will seine Strände nach fast zweimonatiger Schließung in der Coronakrise wieder für Besucher öffnen. Ab Mittwoch sollen die Strände für sportliche Aktivitäten wie Schwimmen oder Joggen wieder zugänglich sein, teilte der Bezirk Los Angeles auf Twitter mit. Dabei müssen die Menschen aber voneinander Abstand halten und außerhalb des Wassers eine Schutzmaske tragen. Sonnenbaden und Strandzubehör, wie Sonnenschirme und Liegestühle, sind nicht erlaubt.

Im Nachbarbezirk Orange County hatte schon vor einigen Wochen wieder aufgemacht. Nachdem dort aber Tausende Menschen hinströmten und gegen Auflagen verstießen, sprach der kalifornische Gouverneur eine vorübergehende Sperrung aus, die inzwischen wieder aufgehoben wurde.

US-Stars sammeln 115 Millionen US-Dollar für Bedürftige

2.48 Uhr: Stars wie Alicia Keys, Billy Joel, Sting und Jennifer Lopez haben mit einer Benefiz-Aktion in der Coronakrise Geld für Bedürftige in der von der Pandemie besonders hart getroffenen Metropole New York gesammelt. Insgesamt seien 115 Millionen Dollar für die Wohltätigkeitsorganisation Robin Hood zusammengekommen, sagte Moderatorin Tina Fey nach der Show "Rise Up New York!", die am Montag Ortszeit im US-Fernsehen ausgestrahlt wurde. "Diese Stadt braucht eure Hilfe." Das Geld soll unter anderem New Yorker unterstützen, die in der Krise ihren Job verloren haben.

"New York, ich kenne deine Stärke und wir werden das durchstehen", sagte die Sängerin Jennifer Lopez in einer Videobotschaft. "Wir stecken da alle gemeinsam drin und wir werden da auch gemeinsam durchkommen", sagte der Sänger Sting. Auch die Band Bon Jovi, die Moderatoren Trevor Noah und Jimmy Fallon sowie die Schauspieler Jessica Chastain, Sarah Jessica Parker, Matthew Broderick und Jake Gyllenhaal beteiligten sich mit Videobotschaften.

Boeing-Chef sieht Passagierzahlen im September unter 25 Prozent

2.33 Uhr: Boeing-Chef Dave Calhoun rechnet mit einem schwächeren Anstieg der Passagierzahlen im September als bislang angenommen. "Das Verkehrsaufkommen wird nicht wieder bei 100 Prozent liegen. Es wird nicht einmal wieder auf 25 Prozent kommen. Vielleicht nähern wir uns bis Ende des Jahres der 50-Prozent-Marke. Es wird also auf jeden Fall Anpassungen seitens der Fluggesellschaften geben müssen", sagte Calhoun dem Fernsehsender NBC. Auf die Frage, ob eine große US-Fluggesellschaft infolge der Pandemie Pleite gehen könnte, antwortete er: "Ja, höchstwahrscheinlich. (...) Im September werden wir mehr wissen." Eine Boeing-Sprecher stellte im Anschluss der Ausstrahlung klar, dass Calhoun sich auf die allgemein vorherrschende Unsicherheit der Branche bezogen habe, nicht auf eine bestimmte Fluglinie. 

Friedensforscher warnt vor Verschärfung internationaler Konflikte

1.48 Uhr: Der Direktor des Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri, Dan Smith, rechnet in der Coronakrise mit einer Verschärfung internationaler Konflikte. "Das trifft insbesondere auf den Irak und Syrien zu", sagte der Friedensforscher der Funke-Mediengruppe. Im Irak etwa gebe es bereits Anzeichen für eine Stärkung der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). "Im Jemen könnten sich die Fronten verhärten. In Afghanistan ist im Zuge der Coronakrise mit einem Wiedererstarken der radikalislamischen Taliban zu rechnen."

Aber auch am Horn von Afrika und in Teilen Westafrikas wie zum Beispiel in Nigeria oder Mali drohen dem Friedensforscher zufolge neue Spannungen. "Die Menschen bekommen nicht die Unterstützung, die sie brauchen. Einige werden sich daher gewalttätigen Milizen anschließen, die ihnen Hilfe wie etwa den Zugang zu Nahrungsmitteln versprechen", sagte Smith den Zeitungen.

Es gebe aber auch nicht staatliche Akteure, die ihre Handlungen zurückgefahren hätten. Verschiedene Gruppen etwa im Jemen oder auf den Philippinen hätten auch den Appell von Uno-Generalsekretär Antonio Guterres nach einer weltweiten Waffenruhe zur Bekämpfung von Corona beherzigt. "Andere Gruppierungen haben die Krise hingegen zum eigenen Vorteil ausgenutzt."

Trump will Kontakt zu Pence möglicherweise reduzieren

0.59 Uhr: US-Präsident Donald Trump will in der Coronakrise möglicherweise seine Kontakte zu Vizepräsident Mike Pence reduzieren. Er werde mit Pence über eine Einschränkung ihrer Kontakte sprechen, sagte Trump. Darüber könne er mit seinem Stellvertreter über das Telefon sprechen. Im Falle einer Infektion von Trump oder Pence bliebe das Weiße Haus dadurch weiter handlungsfähig.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die Sprecherin des Vizepräsidenten, Katie Miller, positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Pence selbst wurde aber negativ auf den Erreger getestet, wie Trump sagte. Allerdings komme der Vizepräsident "mit vielen Menschen in Kontakt", sagte er.

Ein Pence-Sprecher hatte am Sonntag mitgeteilt, dass sich der Vizepräsident nicht in Quarantäne begeben habe. Die Äußerungen Trumps am Tag danach deuteten jedoch darauf hin, dass sich Pence möglicherweise doch in häuslicher Isolation befinden könnte. Er habe Pence seit der "Quarantäne-Periode" nicht mehr gesehen, sagte Trump.

Fieber messen an US-Flughäfen - 1700 Arbeitsstunden laut CDC-Studie sinnlos

0.30 Uhr: Die Temperaturmessungen bei Passagieren zu Beginn der Coronavirus-Pandemie waren nach Einschätzung der US-Gesundheitsbehörde CDC wirkungslos. Menschen könnten das Virus weiterverbreiten, ohne selbst Symptome wie eine erhöhte Körpertemperatur zu haben, teilte die Behörde mit. Das geht aus einer Studie der CDC hervor.

Die USA hatten am 3. Februar begonnen, bei aus China kommenden Fluggästen die Temperatur zu messen und sie nach möglichen Symptomen zu befragen. Später wurde der Schritt auf Einreisende aus dem Iran ausgeweitet. Da die meisten der frühen Corona-Fälle in den USA an der Westküste auftraten, konzentrierten sich die CDC-Experten in ihrer Studie auf Kalifornien. Von den dort zwischen dem 3. Februar und dem 17. März kontrollierten 12.000 Passagieren tauchten lediglich drei später unter den gut 26.000 bis April registrierten Covid-19-Patienten in dem Bundesstaat auf.

Dies legt dem Bericht zufolge den Schluss nahe, dass die fast 1700 mit Temperaturchecks verbrachten Arbeitsstunden sinnlos waren. Bei einer Atemwegserkrankung, die bereits vor dem Auftreten von Symptomen und ohne Auftreten von Symptomen weiterverbreitet werden könne, seien Temperaturmessungen an Flughäfen möglicherweise von "begrenztem Nutzen", erklärte die CDC.

Tesla startet Produktion in Kalifornien entgegen Behördenanweisung

0.10 Uhr: Tesla-Chef Elon Musk will das Hauptwerk in Kalifornien umgehend wieder hochfahren, obwohl er damit gegen Corona-Beschränkungen der Behörden verstößt. Er werde selbst an der Produktionslinie sein, twitterte Musk. "Wenn jemand festgenommen wird, werde ich darum bitten, dass es nur ich bin."

Im Alameda County, in dem sich das Tesla-Werk in Fremont befindet, gelten weiterhin Ausgehbeschränkungen. Tesla hatte am Wochenende eine Klage dagegen eingereicht - und Musk hatte gedroht, den Firmensitz des Elektroauto-Herstellers von Kalifornien zum Beispiel nach Texas oder Nevada zu verlegen .

Musk hatte die vom Coronavirus ausgehende Gefahr seit Beginn der Pandemie heruntergespielt und vergangene Woche die Ausgehbeschränkungen im Alameda County als "faschistisch" beschimpft. In Fremont werden die mit Abstand meisten Fahrzeuge von Tesla gebaut, während die Produktion in dem neuen zweiten Werk in China gerade erst hochgefahren wird.

Maskenpflicht im Weißen Haus - außer für den Präsidenten und seinen Vize

0.01 Uhr: Nach dem Bekanntwerden von zwei Corona-Infektionen bei US-Regierungsmitarbeitern ist das Tragen von Gesichtsmasken im Weißen Haus vorgeschrieben worden. Das teilte US-Präsident Donald Trump mit. Die Maskenpflicht gilt für alle öffentlichen Bereiche der Regierungszentrale, jedoch nicht für die Büros, wie mehrere US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf eine interne Dienstanweisung berichteten.

Die Maßnahme soll dabei helfen, eine weitere Verbreitung des neuartigen Coronavirus im Weißen Haus zu verhindern. Trump erklärte jedoch, dass er selbst keine Maske tragen werde. Er komme niemandem so nahe, dass dies nötig wäre, sagte Trump. Auch Vizepräsident Mike Pence will dem Vernehmen nach keine Maske tragen.

Ende vergangener Woche waren zwei Infektionen im Weißen Haus bekannt geworden. Betroffen war unter anderem die Sprecherin von Vizepräsident Pence, Katie Miller. Trump macht seit Tagen Druck, die Beschränkungen im ganzen Land wieder zu lockern, damit sich die Wirtschaft erholen kann. Lesen Sie mehr hier.

mav/hba/mes/AFP/dpa/Reuters/AP
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