Corona-News am Dienstag Mehr als die Hälfte der Engländer haben Antikörper

Bis Mitte März weist jeder zweite Mensch in England Schätzungen zufolge bereits Antikörper gegen das Coronavirus auf. Und: Mehr als 80 Prozent der beatmeten Patienten in Brasilien offenbar gestorben. Der Überblick am 30. März.
Antikörper, die auf das Coronavirus Covid-19 reagieren

Antikörper, die auf das Coronavirus Covid-19 reagieren

Foto: Science Photo Library / imago images

Das waren die Corona-News am 30. März.

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Mehr als die Hälfte der Engländer haben Antikörper

20.52 Uhr: Jeder zweite Mensch in England weist Schätzungen zufolge inzwischen Antikörper gegen das Coronavirus auf. Das geht aus Erhebungen der britischen Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) hervor , die am Dienstag veröffentlicht wurden. Antikörper im Blut eines Menschen sind ein Anzeichen darauf, dass die Person entweder eine Infektion durchgemacht hat oder geimpft wurde.

Den ONS-Berechnungen zufolge war das bis Mitte März bereits bei rund 55 Prozent der Menschen in England der Fall. Etwas niedriger wird der Anteil demnach in den britischen Landesteilen Wales (50,5 Prozent), Nordirland (49 Prozent) und Schottland (42,6 Prozent) geschätzt.

Besonders hoch ist die Zahl der Menschen mit Antikörpern bei der Altersgruppe der 70 bis 74-Jährigen mit einem Anteil von 91 Prozent in England. Bei der Altersgruppe der über 75-Jährigen ging der Anteil der positiv auf Antikörper Getesteten zuletzt wieder leicht zurück. Die Experten erklären das damit, dass bei dieser Altersgruppe die Erstimpfung schon am längsten zurückliegt und das Niveau an Antikörpern seitdem wohl wieder gesunken ist. Sie betonten jedoch, dass dadurch keine Rückschlüsse auf eine verminderte Schutzwirkung gezogen werden könne, da eine Immunität nur teilweise von Antikörpern abhängt.

In Großbritannien wurden bereits mehr als 30,4 Millionen Menschen mit einer ersten Dosis gegen das Coronavirus geimpft. Das ist mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung. Die für den vollen Impfschutz notwendige Zweitimpfung haben erst etwa 3,7 Millionen Menschen erhalten. Nach dem Willen der Regierung sollen die Zweitimpfungen spätestens zwölf Wochen nach der ersten verabreicht werden.

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Merkel, Putin und Macron sprechen über russischen Impfstoff Sputnik V

23.34 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Kremlchef Wladimir Putin über eine mögliche Kooperation bei Impfstoffen gesprochen. In dem Austausch per Videoschalte sei es auch um den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V gegangen, über dessen EU-Zulassung die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zu entscheiden habe, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstagabend mit. »Diese Evaluierung geschieht nach denselben Normen, die auch auf alle anderen Impfstoffe Anwendung finden«, hieß es. Nach Kreml-Angaben wurden unter anderem Perspektiven »möglicher Lieferungen und der gemeinsamen Produktion dieses Präparats in EU-Ländern« diskutiert.

Die EMA prüft derzeit einen Antrag auf Zulassung von Sputnik V in der EU. Im April werden in Russland Experten der EMA zur Begutachtung der Produktion und Lagerung des Impfstoffs erwartet. Der russische Pharmakonzern R-Pharm will die Vakzine von Juni oder Juli an im bayerischen Illertissen produzieren.

Putin, Merkel und Macron hätten außerdem über den Ukraine-Konflikt gesprochen, hieß es aus Berlin und Moskau. Laut Seibert riefen Merkel und Macron dazu auf, die Verhandlungen im sogenannten Normandieformat zur Umsetzung der Minsker Vereinbarungen voranzubringen. Putin wiederum habe Besorgnis über die »von der Ukraine provozierte Eskalation der bewaffneten Konfrontation« zum Ausdruck gebracht, erklärte der Kreml. Trotz einer Waffenruhe kommt es in der Ostukraine immer wieder zu Kämpfen zwischen Regierungseinheiten und prorussischen Separatisten.

Ironman Hamburg auf 29. August verlegt

22.16 Uhr: Der Ironman Hamburg wird wegen der andauernden Coronapandemie verschoben. Die Veranstalter teilten am Dienstag mit, dass das Rennen über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen am 29. August statt wie geplant am 6. Juni gestartet wird. Im vergangenen Jahr war der Triathlon wegen der Coronakrise erst verschoben und dann ganz abgesagt worden. Das Rennen wurde erstmals 2017 in der Hansestadt gestartet.

Öffnung ab Juni: Malta startet Tourismus-Offensive

22.04 Uhr: Der bei den Corona-Impfungen rasch vorankommende Mittelmeerstaat Malta will sich ab Juni wieder in großem Stil für Touristen öffnen. Bei der Vermarktung will das EU-Land vor allem auf Outdoor-Aktivitäten wie Sporttauchen setzen und damit wieder mehr Urlauber ins Land ziehen. Tourismusminister Clayton Bartolo verkündete am Dienstag ein entsprechendes Öffnungsprogramm, das sich die Regierung 20 Millionen Euro kosten lässt. Mit seiner Impfquote hat sich Malta an die Spitze der EU-Staaten gesetzt. Etwa jeder dritte Erwachsene auf der Insel ist bereits mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden.

Maltas wichtigster Flughafen ist zwar in Betrieb, allerdings werden momentan nur wenige Verbindungen angeboten. Einreisende müssen einen negativen Corona-Test vorweisen, um ins Land gelassen zu werden. Hotels, Restaurants und klassische Touristenattraktionen sind geschlossen. Bartolo zufolge sollen die Einreisebeschränkungen für geimpfte Flug- und Schiffspassagiere gelockert werden: Sie dürften ab Juni mit einem entsprechenden Nachweis ins Land, alle anderen müssen weiterhin einen Negativtest vorlegen.

Die Tourismusbranche gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen des Inselstaats und sichert viele Arbeitsplätze. Auf Maltas 500.000 Einwohner kamen im Jahr 2019 – neuere Zahlen sind noch nicht verfügbar – rund 2,7 Millionen Urlaubsgäste aus dem Ausland. Im Zuge der Coronapandemie brachen Malta vergangenes Jahr mehr als 70 Prozent der Flugverbindungen ins Ausland weg – mit entsprechenden Folgen für die Wirtschaft.

Studie: Mehr als 80 Prozent der beatmeten Patienten in Brasilien gestorben

21.45 Uhr: Seit Beginn der zweiten Corona-Welle in Brasilien sind einer Studie zufolge mehr als 80 Prozent der Patienten, die intubiert werden mussten, gestorben. Die Sterblichkeitsrate seit dem 15. Februar liegt bei 83,5 Prozent und ist damit deutlich höher als in Ländern wie Mexiko, Großbritannien oder Deutschland, wie brasilianische Forscher am Dienstag mitteilten.

Die Studie gebe Aufschluss über den Zustand der Krankenhäuser in dem südamerikanischen Land: »Es zeigt die Zerbrechlichkeit des Gesundheitssystems, das bereits seit Jahren unter unzureichenden Investitionen litt und von der großen Anzahl der Fälle überrollt wurde«, sagte Fernando Bozza von der Fiocruz-Stiftung der Nachrichtenagentur AFP. Einige Krankenhäuser seien so überlastet, »dass sie Patienten außerhalb der Intensivstation intubieren müssen«.

Bozza und sein Forschungsteam hatten zusammen mit Wissenschaftlern von der Universität São Paulo Daten über Corona-Patienten in den Intensivstationen von öffentlichen und privaten Krankenhäusern ausgewertet. Dabei konzentrierten sich die Forscher auf Fälle von Patienten mit schwerer Atemnot, die intubiert werden mussten.

Große Unterschiede bestehen der Studie zufolge zwischen den Regionen sowie zwischen öffentlichen und privaten Krankenhäusern. Im ärmeren Regionen im Norden und Nordosten lag die Sterblichkeitsrate bei Intensivpatienten bei rund 90 Prozent, während sie im wohlhabenden Südosten bei knapp 80 Prozent lag – und im renommierten Sirio-Libanés-Krankenhaus in São Paulo bei nur 25 Prozent.

Mediziner: Einschränken von AstraZeneca-Impfung richtiger Schritt

21.26 Uhr: Der Pandemiebeauftragte des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München, Christoph Spinner, sieht das vorläufige Aussetzen der AstraZeneca-Impfungen für unter 60-Jährige als nachvollziehbaren Schritt. »Wenn man auf ganz sichergehen will – und das wollen wir in Deutschland – dann ist das jetzt die richtige Entscheidung«, sagte Spinner am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings plädierte der Oberarzt am Universitätsklinikum dafür, jüngeren Menschen die Entscheidungshoheit zu geben, ob sie den Impfstoff wollen oder nicht.

Es gehe um eine Risiko-Nutzen-Abwägung: Das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, sei gegenüberzustellen dem Risiko einer Hirnvenenthrombose, die bei jüngeren Frauen nach der Impfung statistisch leicht erhöht gegenüber dem normalen Wert aufgetreten war. Mit höherem Alter steige aber wiederum das Risiko schwerer Corona-Erkrankungen erheblich. Die Zahl der von der Hirnvenenthrombose Betroffenen sei noch immer sehr gering.

Er verstehe, dass viele Menschen nach den mehrfach geänderten Angaben zu AstraZeneca verunsichert seien. Vorwürfe an die Wissenschaft wies er jedoch zurück. »Die Wissenschaft tut ja, was sie soll: Sie beobachtet und lernt.« So seien die Anpassungen Ausdruck beständigen Wissensgewinns.

Mehr als die Hälfte der Engländer haben Antikörper

20.52 Uhr: Jeder zweite Mensch in England weist Schätzungen zufolge inzwischen Antikörper gegen das Coronavirus auf. Das geht aus Erhebungen der britischen Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) hervor , die am Dienstag veröffentlicht wurden. Antikörper im Blut eines Menschen sind ein Anzeichen darauf, dass die Person entweder eine Infektion durchgemacht hat oder geimpft wurde.

Den ONS-Berechnungen zufolge war das bis Mitte März bereits bei rund 55 Prozent der Menschen in England der Fall. Etwas niedriger wird der Anteil demnach in den britischen Landesteilen Wales (50,5 Prozent), Nordirland (49 Prozent) und Schottland (42,6 Prozent) geschätzt.

Besonders hoch ist die Zahl der Menschen mit Antikörpern bei der Altersgruppe der 70 bis 74-Jährigen mit einem Anteil von 91 Prozent in England. Bei der Altersgruppe der über 75-Jährigen ging der Anteil der positiv auf Antikörper Getesteten zuletzt wieder leicht zurück. Die Experten erklären das damit, dass bei dieser Altersgruppe die Erstimpfung schon am längsten zurückliegt und das Niveau an Antikörpern seitdem wohl wieder gesunken ist. Sie betonten jedoch, dass dadurch keine Rückschlüsse auf eine verminderte Schutzwirkung gezogen werden könne, da eine Immunität nur teilweise von Antikörpern abhängt.

In Großbritannien wurden bereits mehr als 30,4 Millionen Menschen mit einer ersten Dosis gegen das Coronavirus geimpft. Das ist mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung. Die für den vollen Impfschutz notwendige Zweitimpfung haben erst etwa 3,7 Millionen Menschen erhalten. Nach dem Willen der Regierung sollen die Zweitimpfungen spätestens zwölf Wochen nach der ersten verabreicht werden.

Stiko-Experte: Hinweise auf kausalen Zusammenhang von AstraZeneca und Thrombosen

20.14 Uhr: Der Erlanger Virologe Klaus Überla, der Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko) ist, rechtfertigt die Entscheidung des Gremiums für eine Einschränkung des AstraZeneca-Impfstoffs. »Denn die Daten sprechen für einen kausalen Zusammenhang zwischen der Impfung von unter 55-jährigen Frauen mit AstraZeneca und dem Auftreten von Hirnvenenthrombosen bei diesen Frauen – auch wenn das seltene Ereignisse sind«, sagt Überla dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Für diese Frauen sei das Risiko schwerer Covid-19-Erkrankungen moderat, wenn sie keine Vorerkrankungen hätten. »Insgesamt wäre es deshalb besser, diese Gruppe mit anderen Covid-19-Impfstoffen zu schützen.« Dagegen überwiege in der Gruppe der über 60-Jährigen das Covid-19-Risiko bei Weitem das Risiko der Hirnvenenthrombosen. »Das belegen auch Daten aus England«, ergänzt Überla.

14 Länder stellen Qualität von WHO-Virus-Studie infrage

19.56 Uhr: Die USA und 13 weitere Länder haben Zweifel an der Qualität einer lange erwarteten Untersuchung über den Ursprung des Coronavirus in China  geäußert. Die Studie im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde am Dienstag in Genf veröffentlicht. Darin betonten Experten die Notwendigkeit weiterer Studien über die Herkunft des Virus aus der Tierwelt sowie einer möglichen Viruszirkulation außerhalb Chinas, bevor die ersten Fälle in Wuhan entdeckt wurden. Die Theorie, das Virus könne aus einem Labor entwichen sein, bezeichnen die Forscher als »extrem unwahrscheinlich« – ganz im Sinne der chinesischen Regierung.

»Wir unterstützen eine transparente und unabhängige Analyse und Bewertung der Ursprünge des Virus, frei von Eingriffen und ungebührlicher Einflussnahme«, teilte das US-Außenministerium in Washington mit. »In dieser Hinsicht drücken wir unsere gemeinsame Sorge über die von der WHO anberaumte Studie in China aus.« Die Studie sei deutlich verzögert worden und die Wissenschaftler hätten keinen Zugang zu kompletten Originaldatensätzen und Proben gehabt. Zu den Unterzeichnern gehören auch Dänemark, Norwegen, Großbritannien, Australien, Kanada und Japan.

Nach App-Hinweis: Berlins Kultursenator begibt sich in Selbstisolation

19:30 Uhr: Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer ist als Vorsichtsmaßnahme wegen einer möglichen Corona-Infektion in Selbstisolation gegangen. Zuvor habe seine Corona-App ein Warnsignal angezeigt, sagte eine Sprecherin des Linkenpolitikers der Nachrichtenagentur dpa. Zudem sei Lederer am vergangenen Freitag im Bundesrat gewesen.

Italien ordnet fünftägige Oster-Quarantäne für Touristen an

19:06 Uhr: Italien will über Ostern eine verpflichtende Quarantäne für Personen anordnen, die aus EU-Ländern kommen oder von Reisen in EU-Staaten zurückkehren. Die Regelung gelte bis zum 6. April, teilt das Gesundheitsministerium des südeuropäischen Landes mit. Die Reisenden müssten zudem einen Corona-Test zum Ende der Quarantäne machen. Ähnliche Maßnahmen gelten bereits für Reisende aus Nicht-EU-Ländern. Der Erlass gelte ab Dienstagnacht oder spätestens ab Mittwoch.

WHO: Covid könnte sich bereits im Herbst 2019 in Wuhan ausgebreitet haben

19.00 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält weitere Untersuchungen für nötig, um mehr Klarheit über die Ausbreitung des Coronavirus zu erhalten. Dazu könnten zusätzliche Ermittlungen in China erforderlich werden, sagt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Der Leiter des WHO-Untersuchungsteams in China, Peter Ben Embarek, nennt es »sehr gut möglich«, dass es in der Gegend um Wuhan bereits im Oktober und November Covid-19-Fälle gegeben habe und sich die Krankheit bereits früher über die Landesgrenzen hinaus ausgebreitet habe als bislang dokumentiert.

Brandenburg verschiebt Corona-Modellprojekt

18.50 Uhr: Der Start der Corona-Modellprojekte in Brandenburg wird verschoben. Das teilte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit. «Das ist aus meiner Sicht das falsche Signal, wo wir einen massiven Anstieg der Infektionen haben», sagte der Regierungschef in Potsdam über die zunächst geplanten Projekte. »Verschoben heißt, dass wir uns auf der Grundlage der bereits vorliegenden Vorschläge mit dem Thema erneut befassen werden, wenn es die Infektionslage zulässt.«

Modellprojekte in Kreisen oder Städten sollten Lockerungen ermöglichen - für die nötigen Spielräume sollten Corona-Tests und eine App zur Kontaktverfolgung schaffen. Mehrere Kommunen hatten ihr Interesse signalisiert, darunter Potsdam und Cottbus. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Brandenburg lag am Dienstag bei einem Wert von 145,4.

Streit um Corona-Vakzine: Österreich droht EU mit Impfstoff-Blockade

18.06 Uhr: Österreich will den Kauf von 100 Millionen Impfstoffdosen blockieren, wenn es nicht zusätzlich beliefert wird. Zudem steht das Land offenbar vor einem separaten Deal mit Russland. Lesen Sie hier mehr dazu.

Curevac produziert Corona-Impfstoff in Heidelberg

18.00 Uhr: Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac will mehr als 100 Millionen Corona-Impfdosen in Heidelberg herstellen lassen. Mehr als 50 Millionen Dosen sollen noch in diesem Jahr produziert werden, wie Curevac am Dienstag auf seiner Homepage mitteilte. Curevac und der Schweizer Pharma-Auftragsfertiger Celonic schlossen dazu eine Kooperation ab. Celonic hat neben dem Hauptquartier in Basel einen Standort in Heidelberg.

Die Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten von Curevac wird derzeit in der bereits fortgeschrittenen Studie in Europa und Lateinamerika mit rund 35.000 Teilnehmern untersucht. Curevac bekräftigte, die Marktzulassung im zweiten Quartal 2021 beantragen zu wollen. Mit einer Zulassung rechnet das Unternehmen bis Ende Juni.

Curevac hatte im Herbst 2020 damit begonnen, ein europäisches Netzwerk zur Impfstoff-Herstellung mit mehreren Dienstleistungspartnern aufzubauen. Der Curevac-Impfstoff basiert wie der Impfstoff von Biontech/Pfizer auf dem Botenmolekül mRNA. Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema hatte das schnelle Prüfverfahren für den Curevac-Impfstoff im Februar gestartet.

Biontech-Chef Şahin gegen Zurückhalten von Impfstoff

17.49 Uhr: Biontech-Mitbegründer Uğur Şahin  hat sich für ein zügiges Verwenden des vorhandenen Impfstoffs ausgesprochen. »Man sollte alle Impfstoffe, die man hat, möglichst schnell verimpfen. Auch im Vertrauen darauf, dass neue Impfstoffe wöchentlich geliefert werden«, sagte er in einem Interview von RTL/ntv. Es solle kein Impfstoff für zweite Impfungen zurückgelegt werden. »Ich schätze das Risiko, dass Impfstoffe jetzt nicht geliefert werden und die zweite Impfung bei Menschen aufgeschoben werden muss, als gering ein«, sagte der Chef des Mainzer Unternehmens Biontech, das einen der Impfstoffe gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer herstellt.

Şahin sagte weiter, die große Herausforderung der nächsten Wochen und eventuell auch der kommenden drei bis vier Monate werde sein, die Infektionszahlen so niedrig wie möglich zu halten. »Wir sind leider mit den Infektionszahlen in Europa und auch in Deutschland schon so weit, dass wir nicht mehr länger warten können, bis man striktere Maßnahmen einführt«, sagte Şahin. »Wenn wir da keine Trendwende sehen, müssen wir noch mal in einen starken Lockdown reingehen.« Sollten alle Impfstoffe wie geplant geliefert werden und die Impfungen gut vorangehen, könne man zum Ende des Sommers wieder in eine Normalität zurückkommen. »Wir rechnen damit, dass wir ab Ende Mai auch einen Impfeffekt sehen werden«, sagte er.

Der schwedisch-britische Impfstoffhersteller AstraZeneca hatte mehrfach die angekündigte Liefermenge seines Impfstoffs an die EU nach unten korrigiert. Biontech hatte Anfang des Jahres zwischenzeitliche Lieferengpässe wegen Umbaumaßnahmen angekündigt, die Auswirkungen waren jedoch überschaubar. In den Bundesländern hatten die Lieferverzögerungen dennoch für Verunsicherung gesorgt.

Auch NRW stoppt AstraZeneca-Impfungen für unter 60-Jährige

17.45 Uhr: Das Gesundheitsministerium in Nordrhein-Westfalen hat einen sofortigen Stopp der Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca für Männer und Frauen unter 60 Jahren erlassen. Das sagte eine Ministeriumssprecherin am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Hintergrund sind Hirnvenenthrombosen, die zuletzt im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen aufgetreten waren, vorwiegend bei Frauen unter 55.

Das NRW-Gesundheitsministerium betonte zugleich, dass Impfungen mit den Wirkstoffen von Biontech /Pfizer und Moderna weitergingen. Bei Impfterminen, für die eigentlich das Präparat von AstraZeneca vorgesehen war, komme ab dem 1. April die Vakzine von Biontech/Pfizer oder jenes von Moderna zum Einsatz. Ausgefallene Termine sollten umgehend nachgeholt werden.

Polen: Corona-Impfung für alle Erwachsenen bis Ende August

17.20 Uhr: Polens Regierung will bis Ende August alle Erwachsenen gegen das Corona-Virus impfen lassen, die dazu bereit sind. Ziel seien zehn Millionen Impfungen pro Monat, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Dienstag in Warschau. Dafür soll die bisherige Impfkampagne beschleunigt und die starre Impfreihenfolge gelockert werden. Auch sind mehr Impfstationen vorgesehen.

Im ersten Quartal kam die Impfkampagne in Polen wegen begrenzter Lieferungen nur schleppend voran. Bislang wurden vier Millionen Bürger geimpft, davon haben zwei Millionen bereits die zweite Impfung bekommen. Polen hat knapp 38 Millionen Einwohner. Künftig werde man sich darauf konzentrieren, die erwartete größere Menge an Impfdosen so schnell wie möglich zu verwenden, sagte Morawiecki.

Dazu werde man auf die festgelegte Impfreihenfolge verzichten, das System vereinfachen und die Impfungen allmählich auch für jüngere Menschen zugänglich machen, sagte der Impfbeauftragte der Regierung, Michal Dworczyk. Voraussichtlich könnten sich bereits im Mai alle Erwachsenen für ein Impfdatum anmelden.

Estland verlängert Maßnahmen bis 25. April

17.14 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus bleibt das öffentliche Leben in Estland eingeschränkt. Die Regierung in Tallinn verlängerte am Dienstag den Lockdown in dem baltischen EU-Land um zwei weitere Wochen. »Alle Einschränkungen, die heute gelten, werden gleich bleiben. Es wird keine neuen geben, aber bis zum 25. April wird nichts gelockert«, sagte der Minister für öffentliche Verwaltung, Jaak Aab, dem estnischen Rundfunk.

Angesichts stark steigender Infektionszahlen hatte die Regierung in Tallinn das Land im März in einen zunächst bis 11. April befristeten Lockdown geschickt: Gastronomische Betriebe und alle Geschäfte – außer Läden für den täglichen Bedarf – sind dicht, der Schulbetrieb auf Fernunterricht umgestellt. Auch Kultur-, Freizeit- und Unterhaltungseinrichtungen müssen geschlossen bleiben.

Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern kämpft seit dem Herbst mit einer steigenden Zahl an Neuinfektionen und weist aktuell nach Angaben der EU-Behörde ECDC eine der höchsten Infektionsraten in Europa auf. In dem Ostseestaat wurden insgesamt bislang insgesamt mehr als 105 000 Fälle erfasst. 896 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

Spanien verschärft Maskenpflicht

17.06 Uhr: Spanien hat unter dem Eindruck der seit einigen Tagen steigenden Corona-Zahlen die Maskenpflicht verschärft. Ab Mittwoch müssen die Menschen im ganzen Land sowohl im Freien wie auch in geschlossenen öffentlichen Räumen wie Gastronomiebetrieben, Ämtern oder Geschäften immer Mund- und Nasenschutz tragen. Und zwar auch dann, wenn sie den Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern zu haushaltsfremden Personen einhalten können, wie aus einem am Dienstag im Amtsblatt veröffentlichten Beschluss der linken Zentralregierung in Madrid hervorgeht.

Die Anordnung gilt, wie es im Amtsblatt heißt, »bis zum Ende der Gesundheitskrise«. Damit werden die Regeln vereinheitlich, in vielen der 17 Regionen Spaniens herrscht schon seit langer Zeit eine verschärfte Maskenpflicht. Das gilt unter anderem auch für die Balearen mit der Urlaubsinsel Mallorca.

Die neue Verordnung lässt zwar Raum für Interpretationen. Fast alle Medien und Beobachter betonen aber, dass man bei strikter Auslegung der neuen Regeln in Zukunft auch beim Sonnenbaden am Strand und Pool oder auch beim Wandern Mund- und Nasenschutz aufsetzen muss. Auf Mallorca und in anderen Gebieten mussten Strandbesucher bisher die Maske nur dann tragen, wenn kein Abstand gewahrt werden konnte. Bei Tätigkeiten wie Essen und Trinken in einem Gastronomiebetrieb oder beim Baden darf die Maske weiterhin abgesetzt werden.

Tedros: China lieferte für WHO-Bericht zu Corona-Pandemie nicht genügend Daten

17.02 Uhr: Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat China vorgeworfen, der Expertenmission zu den Ursprüngen der Corona-Pandemie nicht genügend Daten zur Verfügung gestellt zu haben. In der Zukunft erwarte er »gemeinschaftliche Studien, um rechtzeitiger und umfassender Daten zu teilen«, sagte Tedros am Dienstag in Genf bei einem Briefing der WHO-Mitgliedstaaten anlässlich der offiziellen Vorstellung des Berichts zu der Mission.

Tedros forderte zudem, die These, das neuartige Coronavirus könne aus einem Labor entwichen sein, weiter zu untersuchen. Denkbar seien »weitere Missionen mit spezialisierten Experten, zu deren Entsendung ich bereit bin«. Die internationalen Experten, die im Januar im chinesischen Wuhan nach den Ursprüngen der Corona-Pandemie gesucht hatten, stufen es in ihrem Bericht als »extrem unwahrscheinlich« ein, dass das Virus versehentlich aus einem Labor entwichen ist. Die Möglichkeit einer absichtlichen Freisetzung von Sars-CoV-2 wurde nicht untersucht.

Kritiker werfen der WHO vor, die Expertenmission in Wuhan habe wegen mangelnder Kooperation Chinas zu wenige Ergebnisse erbracht. Die USA äußerten wiederholt Zweifel an Chinas Transparenz im Umgang mit der Pandemie. Lange Zeit hatte Peking sehr zurückhaltend auf das Ansinnen reagiert, internationale Fachleute zur Klärung der Pandemie-Ursprünge ins Land zu lassen. Erst nach mehr als einem Jahr stimmte Peking dann der WHO-Mission zu.

Börsenboom in der Pandemie: Dax knackt erstmals Marke von 15.000 Punkten

16.59 Uhr: Anleger hoffen auf eine wirtschaftliche Erholung nach der Coronakrise – das beflügelt den deutschen Aktienindex. Lesen Sie hier mehr dazu.

Brandenburg beschließt Ausgangsbeschränkung über Ostern

16.53 Uhr: Brandenburg führt über Ostern angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen eine nächtliche Ausgangsbeschränkung ein. Das Kabinett in Potsdam beschloss am Dienstag, dass sie vom 1. bis 6. April von 22.00 bis 5.00 Uhr gelten soll. Bedingung ist eine regionale Sieben-Tage-Inzidenz von 100 oder mehr an drei Tagen in Folge.

Aufruf zum Coronastreik: Wir bauen uns einen Lockdown

16.51 Uhr: Wissenschaftler und Mediziner fordern schon lange einen schnellen, harten Lockdown gegen die steigenden Coronazahlen. Die Politik kriegt es offenbar nicht hin, warum machen wir es nicht einfach selbst? Lesen Sie hier die Kolumne von Margarete Stokowski.

Giffey fordert flächendeckende Spucktests für Kitakinder

16.50 Uhr: Familienministerin Giffey sieht in regelmäßigen Tests die einzige Möglichkeit, um den Kitabetrieb aufrechtzuerhalten. Spucktests seien »absolut kindgerecht«. Fraglich bleibt, wie realistisch die Idee ist. Lesen Sie hier mehr dazu.

Expertengremium in Kanada empfiehlt AstraZeneca-Aussetzung

16.46 Uhr: Kanadas Expertengremium für die Corona-Impfkampagne hat nun auch offiziell die Aussetzung der Vakzine von Hersteller AstraZeneca für Menschen im Alter unter 55 Jahren empfohlen. Das Komitee habe Sicherheitsbedenken und wolle Berichte über seltene Blutgerinnsel bei einigen immunisierten Patienten näher untersuchen. Medienberichten zufolge wurde das Mittel in der Altersgruppe unter 55 bislang aber nicht großflächig eingesetzt.

Grünen-Experte kritisiert Kommunikation bei AstraZeneca-Impfstopps

16.41 Uhr: Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat einzeln verkündete vorläufige Impfstopps mit dem Corona-Präparat von AstraZeneca kritisiert. Es sei richtig, Hinweisen zu Nebenwirkungen mit aller Sorgfalt und gegebenenfalls weiteren Untersuchungen nachzugehen, sagte der Bundestagsabgeordnete und Arzt der Nachrichtenagentur dpa. Entscheidungen einzelner Kliniken oder Impfzentren, einen Impfstoff anders als bisher empfohlen einzusetzen, sollten aber nicht auf eigene Faust vor Ort erfolgen. »Das Auseinanderlaufen der Krisenkommunikation beschädigt nicht nur einen Impfstoff, sondern vor allem auch die Glaubwürdigkeit der zuständigen Behörden und das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Regierung.«

Derartige Entscheidungen müssten in Abstimmung mit der Ständigen Impfkommission, dem Paul-Ehrlich-Institut und insbesondere der für die Zulassung zuständigen Europäischen Arzneimittelbehörde Ema erfolgen. Ihn als Notfallmediziner besorge, dass sich immer mehr »Auflösungserscheinungen« in einem geordneten Krisenmanagement der Bundesregierung zeigten, sagte Dahmen.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen am Dienstagabend über den weiteren Umgang mit dem Impfstoff von AstraZeneca beraten. Erst hatten Berlin und München vorsichtshalber die Impfungen mit AstraZeneca bei unter 60-Jährigen ausgesetzt. Nun will die Ständige Impfkommission ihre Altersempfehlungen für das Präparat voraussichtlich ändern.

Testpflicht und Quarantäne: Was jetzt für Reiserückkehrer gilt

16.28 Uhr: Wer aus dem Ausland nach Deutschland einreist, muss getestet sein – im Prinzip. Um Probleme zu vermeiden, sollten Urlauberinnen und Urlauber die wichtigsten Regeln kennen. Lesen Sie hier die Übersicht.

Stiko empfiehlt AstraZeneca nur noch für über 60-Jährige

16.21 Uhr: Erst hatten Berlin und München vorsichtshalber die Impfungen mit AstraZeneca bei unter 60-Jährigen ausgesetzt. Nun will die Ständige Impfkommission ihre Altersempfehlungen für das Präparat voraussichtlich ändern. Lesen Sie hier mehr dazu.

482.000 Werke online zu sehen: Der Louvre öffnet sich für die ganze Welt

16.17 Uhr: Die meisten Museen weltweit sind wegen der Coronapandemie geschlossen, auch das berühmteste Museum in Paris. Auf einer digitalen Plattform präsentiert der Louvre nun zum ersten Mal seine gesammelten Kunstschätze an einem Ort – und macht sie dadurch zugänglich für alle. Lesen Sie hier mehr dazu.

Testpflicht in Schulen in Sachsen-Anhalt ab Mitte April

16.14 Uhr: Sachsen-Anhalt führt in Schulen eine Corona-Testpflicht ein. Ab dem 12. April sollen sich Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte zweimal pro Woche verbindlich testen lassen, kündigte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) am Dienstag nach einer Sitzung der Landesregierung an. Noch nicht entschieden ist laut Tullner, ob sich alle Klassenstufen testen lassen müssen. Genügend Tests sollen schon ab kommender Woche an den Schulen bereitliegen.

Alternativ können die Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte auch negative Ergebnisse medizinischer Tests vorlegen. Vorbild ist die Regelung in Sachsen, dort sind nur Kinder ab Klassenstufe fünf davon betroffen.

Mit den Tests will die Landesregierung verhindern, dass erneut viele Schulen zu machen müssen. Erneute Schulschließungen seien derzeit kein Thema, sagte Tullner. »Das klare Signal heißt erst mal: Die Schulen bleiben geöffnet.«

Hessen plant Einrichtung von drei Modellstädten

16.11 Uhr: Trotz steigender Coronazahlen in Deutschland will Hessen ausgewählte Modellkommunen mit Corona-Lockerungen einführen. Drei Kommunen wurden dafür ausgesucht, wie Ministerpräsident Volker Bouffier am Dienstag in Wiesbaden sagte. Konkret sollen in den mittelgroßen Städten Baunatal, Alsfeld und Dieburg Lockerungen möglich werden. Wann sie beginnen, entscheiden die Kommunen laut Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) selbst. Das Projekt ist befristet bis zum 1. Mai.

Auch in der konkreten Ausgestaltung der Lockerungsmaßnahmen seien die Kommunen frei in ihrer Entscheidung. »Modellstädte werden wir nicht im größeren Stil machen können«, sagte Bouffier. Daher seien bewusst keine größeren Städte oder ganzen Landkreise ausgewählt worden. »Wir müssen sehr vorsichtig sein«, warnte Bouffier.

Wenn das Projekt erfolgreich sei, sei eine Erweiterung denkbar. Voraussetzung für die Einrichtung von Modellstädten sei unter anderem eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen sowie eine Übernahme der Finanzierung durch die Kommunen.

Den Weg für die Einrichtung von Modellkommunen hatten Bund und Länder mit ihrem Beschluss vom 22. März freigemacht: Demnach sollen »in einzelnen Regionen zeitlich befristete Modellprojekte« möglich sein, um mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept die Corona-Beschränkungen in einzelnen Bereichen des öffentlichen Lebens zu lockern. Das Saarland will als komplettes Bundesland nach Ostern Lockerungen ermöglichen. Die Entscheidung sorgte für Kritik.

Bundeswehr startet 24-Stunden-Betrieb in erstem Impfzentrum

16.00 Uhr: Die Bundeswehr will ihren Einsatz zur Beschleunigung der Impfkampagne weiter hochfahren. Nach SPIEGEL-Informationen wird Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) am Sonntag bei einem Besuch im Impfzentrum im saarländischen Lebach den 24-Stunden-Betrieb starten, damit mehr Menschen als bisher geimpft werden können.

Das Impfzentrum in Lebach ist seit Anfang März aktiv. Für den dauerhaften Betrieb Tag und Nacht werden in der Graf-Haeseler-Kaserne 80 weitere Soldaten benötigt. Mit dem zusätzlichen Personal sollen bis zu 1000 Impfungen pro Tag möglich sein, hieß es in Bundeswehr-Kreisen.

Ministerin Kramp-Karrenbauer hatte bereits vor einigen Tagen angekündigt, dass die Bundeswehr bundesweit 28 Impfzentren im 24-Stunden-Betrieb betreiben könnte, wenn die Kommunen die Hilfe der Truppe anfordern. Laut internen Berechnungen müsste die Truppe etwa 2000 Soldaten mobilisieren, wenn für alle 28 Impfzentren entsprechende Anfragen gestellt werden. (mgb)

Ministerin Kramp-Karrenbauer

Ministerin Kramp-Karrenbauer

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Daniel Bockwoldt / dpa

Nächtliche Ausgangsbeschränkung in Mainz ab Donnerstag

15.52 Uhr: Wegen der starken Zunahme von Corona-Infektionen verhängt die Stadt Mainz ab Gründonnerstag eine nächtliche Ausgangsbeschränkung ab 21 Uhr, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.  Ausnahmen gebe es aus beruflichen Gründen, zur Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger und zum Ausführen des eigenen Hundes, sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) am Dienstag.

Die Stadt folgt damit den Beschlüssen von Bund und Ländern für den Fall, dass die Inzidenz der Corona-Infektionen drei Tage lang über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche liegt. Weitere Maßnahmen sind eine Kontaktbeschränkung auf höchstens eine weitere Person eines anderen Hausstands. Im Einzelhandel sind nur noch Online-Bestellungen mit Abholung (»Click and collect«) möglich. Wieder geschlossen werden die Außenbereiche von Gaststätten.

Bei zwei Drittel aller Infektionen in Mainz wird inzwischen die zuerst in Großbritannien entdeckte Variante von Sars-CoV-2 festgestellt, wie der Leiter des Gesundheitsamts, Dietmar Hoffmann, mitteilte. Die Inzidenz lag in Mainz am Donnerstag bei 113,9.

Brandenburg setzt Impfungen mit AstraZeneca bei Unter-60-Jährigen aus – Thüringen impft zunächst weiter

15.35 Uhr: Auch Brandenburg setzt Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca für Menschen unter 60 Jahren vorerst aus. Der Stopp gelte ab Dienstag, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Die Entscheidung sei mit dem Impflogistik-Stab abgestimmt worden.

Thüringen will Impfungen mit dem Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers vorerst nicht einschränken. Für Thüringen sei bisher keine Klinik bekannt, die das Impfen eingestellt habe, hieß es am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa aus dem Gesundheitsministerium. Bevor man einen solchen Schritt im Freistaat gehe, wolle man die für den Abend geplante Schalte der Gesundheitsminister von Bund und Ländern abwarten. Man wolle keine »schnellen Entscheidungen treffen, die dann danach eventuell wieder keinen Bestand mehr haben«, hieß es.

In Hamburg stehen »Querdenker« künftig unter Beobachtung des Verfassungsschutzes

15.16 Uhr: Der Hamburger Verfassungsschutz nimmt sich »Querdenker« vor: Innensenator Grote warnt, radikale Verschwörungsideologen würden zu einer »Gefahr für die Demokratie«. Lesen Sie hier mehr dazu.

Gesundheitsminister beraten über weiteren AstraZeneca-Einsatz

15.00 Uhr: Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen am Dienstagabend in einer Sondersitzung über den weiteren Umgang mit dem Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca beraten. Bundesminister Jens Spahn (CDU) will seinen Länderkollegen dabei einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen machen, wie sein Ressort in Berlin mitteilte. Die Beratungen sollen um 18.00 Uhr beginnen.

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sagte, die Ständige Impfkommission wolle erneut eine Empfehlung aussprechen. Außerdem werde eine aktuelle Einschätzung des für die Sicherheit von Impfstoffen zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts erwartet.

In Deutschland waren nach Impfungen mit dem Präparat von AstraZeneca Hirnvenenthrombosen bei Frauen bekannt geworden. Das Land Berlin und die Stadt München haben am Dienstag Impfungen mit dem Präparat bei Menschen unter 60 Jahren als Vorsichtsmaßnahme gestoppt.

Österreich will Impfstoff Sputnik V aus Russland einsetzen

14.21 Uhr: Österreich verhandelt mit Russland über die Lieferung von Impfdosen des in der EU noch nicht zugelassenen russischen Coronaimpfstoffs Sputnik V. Bundeskanzler Sebastian Kurz bestätigte die Verhandlungen. »Beim Impfstoff darf es keine geopolitischen Scheuklappen geben«, sagte er. »Das Einzige, was zählen darf, ist, ob der Impfstoff wirksam und sicher ist, nicht, woher er kommt.«

Es geht um insgesamt eine Million Dosen, von denen bereits im April 300.000 geliefert werden sollen. Eine Kaufentscheidung sei aber noch nicht getroffen worden, betonte das Kanzleramt. »Wenn Österreich eine Million Impfdosen zusätzlich bekommt, wäre eine frühere Rückkehr zur Normalität möglich, und wir können viele Menschenleben sowie Arbeitsplätze retten«, sagte Kurz.

Chefarzt am Klinikum Zittau nach Coronaerkrankung gestorben

14.14 Uhr: Der Chefarzt für Innere Medizin am Klinikum Oberlausitzer Bergland in Zittau ist nach einer Coronaerkrankung gestorben. Wolfgang Eipperle (61) habe erst im vergangenen April die Stelle angetreten und leitete seitdem die Covid-Station in der Klinik, wie eine Sprecherin am Dienstag sagte. Eipperle starb am 11. März. »Selbst bis vor Kurzem in seinem Bemühen um die Rettung und Behandlung der COVID-Patienten in seiner Klinik tätig, konnten ihm die Ärzte und Pflegekräfte im Universitätsklinikum Dresden nicht mehr helfen«, hieß es in der Traueranzeige des Klinikums.

Zahlen aus Schweden: kaum Infektionen nach Coronaimpfung

14.06 Uhr: Nach einer Coronaimpfung stecken sich Menschen nur in sehr seltenen Fällen mit dem Virus an. Das zeigen neben Studien nun auch neue Zahlen aus Schweden. Bislang haben in Schweden mehrere Hunderttausend Menschen bereits beide Impfdosen erhalten. Im Abstand von mindestens zwei Wochen zur zweiten Dosis sind lediglich knapp 200 Geimpfte positiv auf das Virus getestet worden. Das teilte die Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten am Dienstag mit. Dies entspricht demnach einem Anteil von 0,06 Prozent an allen, die vollständig geimpft worden sind, und damit einem erwarteten Niveau. Bislang haben demnach rund 430.000 Menschen in Schweden ihre beiden Impfdosen erhalten.

»Dass sich so wenige Menschen nach Erhalt ihrer zweiten Impfdosis infizieren, weist darauf hin, dass die in Schweden gegen Covid-19 verwendeten Impfstoffe gut funktionieren«, sagte der staatliche Epidemiologe Anders Tegnell. Wie viele der rund 200 Betroffenen Symptome gezeigt oder Behandlung benötigt haben, ist nach Angaben der Behörde nicht bekannt. Als EU-Land setzt Schweden auf dieselben Coronaimpfstoffe wie Deutschland.

Eine neue US-Studie bekräftigt eine gute Wirksamkeit von einigen Impfstoffen auch gegen Infektionen ohne Symptome. Positive Zeichen kamen zuletzt auch von der EU-Gesundheitsbehörde ECDC. »Es ist sehr ermutigend, zu sehen, dass Reinfektionen mit Sars-CoV-2 ziemlich selten sind«, hatte ECDC-Direktorin Andrea Ammon am Montagabend erklärt. Es gebe auch erste Anzeichen, dass das Risiko einer Weitergabe der Infektionen bei Geimpften niedriger sei. Trotz der Unwägbarkeiten wegen der aufgetretenen Virus-Varianten gehe man nach wie vor davon aus, dass die Gesamtzahl der Neuinfektionen signifikant abnehmen werde, wenn mehr Menschen geimpft werden.

Pandemiebekämpfung: Söder stichelt gegen Laschet

14.02 Uhr: CSU-Chef Söder hat seine Unterstützung für den Kurs von Angela Merkel im Kampf gegen das Coronavirus bekräftigt – und äußerte sich irritiert über den Streit zwischen CDU-Chef Laschet und der Kanzlerin. Lesen Sie hier mehr dazu.

Berlin setzt Impfungen mit AstraZeneca bei Menschen unter 60 aus

13.58 Uhr: Das Land Berlin setzt die Corona-Impfungen mit der Vakzine des Herstellers AstraZeneca für Menschen unter 60 Jahren vorsorglich aus. Das gab Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag bekannt und verwies auf neue Daten über Nebenwirkungen. Das berichten die Nachrichtenagenturen dpa und AP sowie der »Tagesspiegel«. 

Hamburger Senat berät über Ausgangsbeschränkungen

13.52 Uhr: Angesichts der gestiegenen Corona-Infektionszahlen hat der Hamburger Senat eine weitere Verschärfung des Lockdowns über Ostern angekündigt. Es gehe um Maßnahmen, die eine große zusätzliche Wirkung haben sollen, sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer am Dienstag. Auf die Frage, ob auch Ausgangssperren erwogen werden, sagte die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne): »Ja, wir diskutieren das aktuell.« Diese Maßnahme könne ein Baustein sein.

Die Verschärfungen werden noch vor dem Osterwochenende in Kraft treten, wie Schweitzer sagte. Der Senat werde die Beschlüsse am Mittwoch um 14.00 Uhr bekannt geben. Einzelheiten wollte er nicht nennen, weil diese zu Verunsicherung führen könnten. Laut Fegebank könnten weitere Einschränkungen auf Unternehmen zukommen. Auch die bislang noch geöffneten Dienstleistungen oder der Bildungsbereich könnten betroffen sein.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Infektionen pro 100.000 Einwohner pro Woche – stieg nach Angaben der Gesundheitsbehörde vom Dienstag innerhalb eines Tages von 152,1 auf 153,7.

Lauterbach fordert Stopp der AstraZeneca-Impfungen für Menschen unter 55

13.31 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat einen Stopp der AstraZeneca-Impfungen für Menschen unter 55 Jahren gefordert. »Es sollte aufgrund der Datenlage noch einmal geprüft werden, die Impfung mit AstraZeneca auf Menschen über 55 Jahren vorerst zu begrenzen«, sagte Lauterbach der »Rheinischen Post«. »Bislang sind wir von einem Risiko von deutlich weniger als eins zu 100.000 Fällen ausgegangen, bei denen eine oft tödliche Hirnvenenthrombose auftreten kann. Dieses Risiko scheint nach aktuellen Erkenntnissen für Jüngere, insbesondere Frauen, etwas höher zu sein. Ich plädiere deswegen dafür, die AstraZeneca-Impfungen nicht wie gehabt laufen zu lassen, bis der Impfstoff womöglich angepasst wurde«, sagte er. Eine Dosisveränderung könne eine Lösung sein.

Über bereits Geimpfte sagte er: »Wer jetzt bereits mit AstraZeneca geimpft wurde, hat nichts zu befürchten. Auch sollten sich Menschen, die über 55 Jahre alt sind, weiterhin mit AstraZeneca impfen lassen. Das Risiko ist für die Gruppe dort extrem gering, der Nutzen der Impfung überwiegt massiv.«

In Deutschland sind bislang 31 Verdachtsfälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca bekannt, wie das zuständige Paul-Ehrlich-Institut auf eine SPIEGEL-Anfrage mitteilte. Mehrere Kliniken unter anderem in Berlin haben die Impfungen mit dem Impfstoff bei unter 55-jährigen Frauen ausgesetzt.

Erste Züge fahren wieder zwischen Berlin und Prag

13.26 Uhr: Nach der Zurückstufung Tschechiens zum Hochinzidenzgebiet durch die Bundesregierung verkehren wieder erste Züge zwischen Deutschland und dem Nachbarland. Seit Dienstag werden mehrere grenzüberschreitende Eurocity-Verbindungen zwischen Hamburg, Berlin und Prag angeboten, wie die tschechische Bahn Ceske Drahy (CD) mitteilte. Teilweise geht es unter dem Zugnamen «Hungaria» weiter bis nach Budapest. Die Eurocity-Züge EC 170, 171, 175 und 178 fallen vorerst noch aus. Die aus Graz über Wien kommenden Railjet-Züge werden erst nach Ostern bis nach Berlin weitergeführt.

Das Bahnunternehmen rief die Fahrgäste auf, sich über die geltenden Einreisebeschränkungen zu informieren. Bei der Einreise nach Deutschland gelten Anmelde- und Testpflicht. Die verschärfte 14-tägige Quarantäne bleibt zunächst für diejenigen bestehen, die sich innerhalb der vergangenen zehn Tage in einem Virusvariantengebiet aufgehalten haben. Für Tschechien gilt, dass touristische Reisen derzeit grundsätzlich nicht erlaubt sind.

Testpflicht für Urlaubsrückkehrer startet auf Mallorca ohne Probleme

13.23 Uhr: Die neue generelle Testpflicht für alle Flugreisen nach Deutschland hat am ersten Tag auf Mallorca keine größeren Probleme verursacht. Vor dem Testzentrum auf dem Flughafen von Palma bildete sich am Dienstagvormittag nur eine kleine Warteschlange mit maximal etwa zehn Reisenden, die nach einem Aufenthalt auf der spanischen Insel nach Hause zurückkehrten. Die Tests auf das Coronavirus verliefen ohne größere Wartezeiten – und zunächst auch ohne positive Ergebnisse.

Die Testpflicht trat um 0.00 Uhr in der Nacht zu Dienstag in Kraft und soll vorerst bis einschließlich 12. Mai gelten. Wer der Fluggesellschaft keinen Nachweis über ein negatives Ergebnis vorlegen kann, darf nicht in die Maschine einsteigen. Und wer positiv getestet wird, muss ebenfalls auf der Mittelmeer-Insel bleiben und in einem Hotel in Quarantäne gehen.

Trotz der Warnungen der Bundesregierung flogen an den vergangenen Tagen Tausende Urlauber nach Mallorca. Allein am Wochenende waren auf der Insel 129 Flieger aus Deutschland gelandet. Nach Angaben des spanischen Flughafenbetreibers Aena soll es bis einschließlich Ostermontag 532 Verbindungen nach Mallorca geben.

Einzelhandelsketten planen hunderte Schnelltest-Zentren

13.20 Uhr: Mehrere große Einzelhandelsketten planen den Aufbau von Corona-Schnelltest-Zentren in ganz Deutschland. Die Schwarz-Gruppe kündigte am Dienstag an , in den kommenden Wochen auf den Kundenparkplätzen von Lidl und Kaufland »mehrere hundert Testzentren« errichten zu wollen. Ziel sei ein flächendeckendes Angebot von kostenfreien Tests im Rahmen der Corona-Testverordnung. Die Schwarz-Gruppe arbeitet dabei mit dem Testanbieter Ecolog zusammen.

Zuvor hatte bereits Deutschlands größte Drogeriemarktkette dm erste Schnelltest-Zentren in Baden-Württemberg, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Hessen in Betrieb genommen. Bis Ende April will der Drogerie-Marktführer bundesweit 500 Testzentren einrichten. Insgesamt sind mindestens 1000 geplant. Die Drogeriemarktkette wolle ihre Leistungsfähigkeit zum Wohle der Gemeinschaft einsetzen, sagte der Vorsitzende der dm-Geschäftsführung Christoph Werner.

Biontech will Impfstoffproduktion auf 2,5 Milliarden Dosen steigern

13.17 Uhr: Der Mainzer Coronaimpfstoff-Hersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer peilen eine Ausweitung ihrer Produktionskapazität auf 2,5 Milliarden Dosen bis Ende dieses Jahres an. Das teilte das Mainzer Unternehmen am Dienstag bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen für das vergangene Jahr mit. Bislang war von zwei Milliarden Dosen die Rede.

»Der Anstieg wurde hauptsächlich ermöglicht durch verbesserte Herstellungsprozesse, die Inbetriebnahme von Biontechs Produktionsstätte in Marburg, die Zulassung der Entnahme einer sechsten Impfdosis sowie durch die Erweiterung unseres Hersteller- und Lieferantennetzwerks«, erklärte das Unternehmen.

Bis zum 23. März lieferten Biontech und seine Partner weltweit mehr als 200 Millionen Dosen des Coronaimpfstoffs aus. Für dieses Jahr haben Biontech und Pfizer nach eigenen Angaben Bestellungen über mehr als 1,4 Milliarden Dosen unterzeichnet. »Gespräche über weitere Lieferungen laufen.«

Auch Unikliniken in NRW wollen offenbar Impfstopp mit AstraZeneca für jüngere Frauen

13.09 Uhr: Die Leiter von fünf der sechs Unikliniken in Nordrhein-Westfalen sprechen sich für einen vorläufigen Stopp von Impfungen jüngerer Frauen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca aus. Das Risiko von weiteren Todesfällen sei zu hoch, heißt es in einem gemeinsamen Brief an den Bundes- und Landesgesundheitsminister, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Einen lokalen Impfstopp mit dem Wirkstoff gab es in NRW bisher im Kreis Euskirchen, nachdem zwei Frauen im Kreis eine Sinusvenenthrombose erlitten hatten. Zuvor war bekannt geworden, dass die Berliner Charité den Impfstoff vorerst nicht mehr an Frauen unter 55 verabreicht. An der Klinik gab es keinen Fall einer Sinusvenenthrombose im Zusammenhang mit der Impfung, es ist eine vorsorgliche Maßnahme.

Bayern beginnt Mittwoch mit Impfungen bei Hausärzten

12.57 Uhr: Bayern beginnt noch vor Ostern mit Impfungen gegen das Coronavirus in Hausarztpraxen. Am Mittwoch sollten gut 1600 Hausarztpraxen das Impfen beginnen und bekämen dafür 33.000 Impfdosen zur Verfügung, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einem Impfgipfel in München. Ab dem 5. April sollten dann alle Praxen in Bayern impfen.

Söder kündigte zudem an, dass die Notreserven der Impfstoffe in Bayern aufgelöst würden und der Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung auf die maximal zulässige Zeit vergrößert werde. Künftig solle außerdem »rund um die Uhr« geimpft werden, auch an Ostern werde in den Impfzentren weiter geimpft. »Es gibt keine Osterruhe fürs Impfen.« In etwa einem Monat soll in Bayern auch das Impfen über Betriebsärzte in großen Unternehmen beginnen.

Sollen jüngere Frauen weiter mit AstraZeneca geimpft werden?

12.44 Uhr: Die Berliner Charité impft Frauen unter 55 Jahren nicht mehr mit dem AstraZeneca-Präparat. Warum haben die Mediziner so entschieden und was bedeutet der Entschluss? Antworten auf die wichtigsten Fragen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Italien plant offenbar Quarantäne bei Einreise aus anderen EU-Ländern

12.28 Uhr: Zur Eindämmung der Coronapandemie will Italien eine Quarantänepflicht bei Einreisen aus anderen EU-Ländern verhängen. Das berichten die Nachrichtenagenturen dpa, AFP und Reuters übereinstimmend. Reisende aus EU-Ländern müssten demnach vor ihrer Einreise einen Coronatest machen, nach ihrer Ankunft in Italien fünf Tage lang in Quarantäne bleiben und am Ende dieser Zeit wieder einen Coronatest machen, hieß es am Dienstag aus Kreisen des Gesundheitsministeriums in Rom.

Dazu werde Gesundheitsminister Roberto Speranza am Dienstag eine Anordnung unterzeichnen. Wann die Regeln in Kraft treten sollen und bis wann sie gültig sind, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Für Besucher, die aus Ländern außerhalb der EU einreisen, gelten sie bereits.

In Italien gilt für die Ostertage vom 3. bis 5. April ein Lockdown für das gesamte Land. Das bedeutet auch, dass die Menschen nicht zwischen den Regionen reisen können, außer etwa in Notfällen oder wegen der Arbeit. Das Auswärtige Amt in Berlin rät derzeit von nicht notwendigen touristischen Reisen nach Italien ab. Das ganze Land wurde als Risikogebiet eingestuft.

Coronastudie aus den USA: Infektionsrisiko bei mRNA-Impfstoffen gering

12.20 Uhr: Daten aus den USA bestätigen: Die Impfstoffe von Biontech und Moderna könnten gut vor einer Ansteckung schützen. In der Studie wurden gerade solche Menschen untersucht, die viel Kontakt zu Infizierten haben. Lesen Sie hier mehr dazu.

Champions League: Viertelfinale von Marozsán-Klub Lyon wird wegen Coronafällen verlegt

12.00 Uhr: Vorerst kein Viertelfinalrückspiel für die Titelverteidigerinnen von Olympique Lyon: Ein halbes Dutzend Coronafälle bedeuten Quarantäne statt Champions League für Dzsenifer Marozsán und Kolleginnen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Charité setzt Impfungen mit AstraZeneca bei Frauen unter 55 aus

11.55 Uhr: Die Berliner Universitätsklinik Charité stoppt bis auf Weiteres alle Impfungen ihrer Mitarbeiterinnen unter 55 Jahren mit der Vakzine des Herstellers AstraZeneca. »Dieser Schritt ist aus Sicht der Charité notwendig, da in der Zwischenzeit weitere Hirnvenenthrombosen bei Frauen in Deutschland bekannt geworden sind«, wird die Sprecherin der Klinik, Manuela Zingl, am Dienstag von der Nachrichtenagentur dpa zitiert. Zunächst hatte der »Tagesspiegel« berichtet.  Nach Tagesspiegel und rbb  setzen offenbar auch die landeseigenen Vivantes-Kliniken die Impfung mit dem Wirkstoff aus.

Zingl betonte, dass in der Charité keine Komplikationen nach Impfungen mit AstraZeneca aufgetreten seien. Diese wolle jedoch vorsorglich agieren und abschließende Bewertungen abwarten. Die Charité habe in der Pandemie bisher rund 16.000 Erst- und Zweitimpfungen an ihr Personal verabreicht. »Davon entfiel der größte Teil auf AstraZeneca«, sagte Zingl.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (Ema) hatte sich zuletzt für einen weiteren, uneingeschränkten Einsatz des Coronaimpfstoffs von AstraZeneca ausgesprochen. Zwar könne ein Zusammenhang mit extrem seltenen, speziellen Thrombosen nicht ausgeschlossen werden. Dem stünden jedoch deutlich größere Gefahren durch Covid-19 gegenüber. Ema-Chefin Emer Cooke bezeichnete die Impfung als »sicher und effektiv«.

Brandenburgs Gesundheitsministerin in Quarantäne – Warn-App reagierte

11.48 Uhr: Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) arbeitet nach Angaben ihres Ministeriums vorsorglich in häuslicher Quarantäne. Grund sei ihre Teilnahme an einer Bundesratssitzung am vergangenen Freitag, teilte das Ressort am Dienstag in Potsdam mit. Nach Hinweisen der Corona-Warn-App befinden sich mehrere Teilnehmer der Sitzung in häuslicher Selbstisolation, darunter Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sowie mehrere Fachminister.

Nonnemacher hatte sich bereits am Freitag und über das Wochenende mehrfach auf das Coronavirus testen lassen. Alle Tests seien negativ ausgefallen. Aufgrund der unklaren Situation im Zusammenhang mit der Bundesratssitzung entschied sie dann, bis Mittwoch im Homeoffice zu arbeiten.

Tschechien verlängert Abstand zwischen Impfungen bei Biontech-Wirkstoff

11.43 Uhr: Tschechien verlängert das Impf-Intervall beim Wirkstoff der Hersteller Biontech/Pfizer. Zwischen der ersten und der zweiten Dosis werde künftig ein Abstand von 42 Tagen liegen, teilte das Gesundheitsministerium in Prag am Dienstag mit. Dies ermögliche es, »mehr Menschen in kürzerer Zeit zu schützen«. Man müsse »keinerlei Befürchtungen« haben. Die Änderung gelte ab sofort für alle, die sich neu für die Impfung registrieren.

Bisher lag das Intervall bei drei Wochen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hatte Ende Januar empfohlen, die zweite Dosis des Biontech/Pfizer-Präparats innerhalb dieses Zeitraums zu verabreichen. Von einer Verlängerung der Zeitspanne wurde abgeraten. Der volle Schutz vor einer Corona-Infektion wird erst nach der zweiten Spritze erreicht.

Die Regierung in Prag steht seit Längerem wegen des langsamen Tempos der Impfkampagne unter Druck. In dem EU-Mitgliedstaat mit 10,7 Millionen Einwohnern sind bisher rund 1,6 Millionen Impfstoff-Einzeldosen verabreicht worden. Das Land kämpft mit der dritten Coronawelle. Nach Berechnungen steckten sich zuletzt innerhalb von sieben Tagen rund 450 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus Sars-CoV-2 an. In Deutschland liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei 135,2.

Saarland will auch über Ostern impfen

11.28 Uhr: Das Saarland will auch über die Ostertage Corona-Impfungen durchführen, das teilte Ministerpräsident Tobias Hans mit. 81.900 zusätzliche Impfdosen der Vakzine von Biontech/Pfizer seien am Montag in dem Bundesland angekommen. Diese Sollen in Sonderschichten in den Impfzentren verimpft werden, auch über Ostern. »Wir liegen bei den Erst-Impfungen bereits jetzt bundesweit ganz vorne und werden unserer Impfkampagne mit den zusätzlichen Dosen noch mehr Schub geben«, wird Hans in einer Mitteilung zitiert.  

Grenzkontrollen zu Tschechien verlängert

11.24 Uhr: Deutschland verlängert die in der Coronakrise eingeführten stationären Grenzkontrollen zu Tschechien um weitere 14 Tage und beendet die Kontrollen zum österreichischen Bundesland Tirol. Das teilte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Dienstag in Berlin mit.

Israel öffnet Grenzübergang zu Ägypten für geimpfte Touristen

11.10 Uhr: Erstmals seit Beginn der Coronapandemie hat Israel seine Landgrenze zu Ägypten wieder für Touristen geöffnet. Von diesem Dienstag an dürfen Israelis, die bereits gegen das Coronavirus geimpft wurden oder eine Covid-19-Erkrankung überstanden haben, über den Grenzübergang Taba auf die Sinaihalbinsel reisen, wie die israelische Flughafenbehörde am Montag mitteilte.

Die Regelung gilt zunächst bis zum 12. April. Reisende müssten einen negativen PCR-Test vorlegen, um die Grenze in beide Richtungen zu passieren, erklärte die Flughafenbehörde. Pro Tag würden zunächst nur 300 Reisende durchgelassen. Die Sinaihalbinsel gilt als beliebtes Urlaubsziel für Israelis während der Pessachferien. Im März vergangenen Jahres hatten die israelischen Behörden den Grenzübergang Taba am Roten Meer wegen der Coronapandemie jedoch geschlossen.

In Israel gingen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus zuletzt stark zurück. Mehr als die Hälfte aller Israelis hat bereits beide für eine Immunisierung gegen das Coronavirus erforderlichen Impfungen erhalten.

Sachsen weitet Testpflicht an Schulen und Kitas aus

10.53 Uhr: Nach den Beratungen von Bund und Ländern hat Sachsen die neuen Coronaregeln für die nächsten Wochen beschlossen. »Die Lage ist wirklich ernst«, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag mit Blick auf steigende Infektionszahlen. Mit der neuen Verordnung, die vom 1. bis 18. April gilt, weitet Sachsen die Testpflicht in bestimmten Bereichen aus: So sollen Schüler und Lehrer künftig zweimal pro Woche statt wie bisher einmal getestet werden, das gilt künftig auch für das Kita-Personal. Schüler ab der fünften Klasse müssen nach den Osterferien im Unterricht medizinische Mund-Nasen-Bedeckungen oder eine FFP2-Maske tragen.

Auch wenn die Zahl der Wocheninzidenz über 100 liegt, können Städte und Landkreise »Click & Meet« anbieten sowie Zoos, Museen, Galerien oder Gedenkstätten öffnen. Bedingung ist allerdings, dass es in Sachsen nicht mehr als 1300 Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern gibt. Zudem müssen Kunden und Besucher ein tagesaktuelles negatives Testergebnis vorlegen.

Spahn: Elf Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft

10.47 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nennt auf Twitter  neue Zahlen zum Stand der Impfungen in Deutschland. Danach wurden bis Dienstagmorgen elf Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft. Das entspreche mehr als 9,2 Millionen Bürgerinnen und Bürgern. Knapp vier Millionen hätten bereits die zweite Dosis verabreicht bekommen. Verimpft wurden demnach bisher etwa 9,9 Millionen Dosen Biontech/Pfizer, 0,6 Millionen Dosen Moderna und 2,7 Millionen Dosen AstraZeneca.

Schwedische Gesundheitsbehörde rät von Corona-Lockerungen im April ab

10.39 Uhr: Schweden hat auf die Bevölkerung gerechnet derzeit etwa dreimal so hohe Neuinfektionszahlen wie Deutschland. Die schwedische Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten hat der Regierung nun empfohlen, die für den 11. April anvisierte Lockerung bestimmter Beschränkungen wegen der Infektionslage bis zum 3. Mai zu verschieben. Das teilte die Behörde am Dienstag mit. Die Regierung in Stockholm muss nun entscheiden. Sie folgt dem Expertenrat der Behörde aber in der Regel. Es geht dabei unter anderem um das Anheben der Teilnehmergrenze für Versammlungen und Veranstaltungen wie Fußballspiele und Konzerte.

In den aktuellsten Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC kommt Schweden für die beiden Wochen vom 8. bis 21. März auf einen 14-Tage-Inzidenz-Wert von 597 pro 100.000 Einwohner. Deutschland lag in dem Zeitraum bei 195. Die Tendenz der schwedischen Neuinfektionen ist weiter steigend.

Das Land war in der Coronakrise einen Sonderweg mit vergleichsweise wenigen und milden Beschränkungen gegangen. Das bedeutete jedoch nicht, dass die Schweden ohne Einschränkungen leben konnten. Seit November dürfen sich zum Beispiel nur noch acht Personen versammeln, Restaurants und Kneipen müssen um 20.30 Uhr schließen. Auch die Besucherzahlen in Läden, Fitnessstudios und anderen Einrichtungen wurden begrenzt. Hinzu kommen eindringliche Appelle, Vernunft walten zu lassen und sich an Empfehlungen etwa zum Abstandhalten zu halten.

WHO und 23 Länder für internationales Pandemie-Abkommen

10.31 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und 23 Staaten – darunter Deutschland – machen sich für ein internationales Pandemieabkommen stark. Dies solle dafür sorgen, dass die Welt durch eine stärkere Zusammenarbeit der einzelnen Länder besser auf künftige Pandemien und andere medizinische Krisen vorbereitet sei, schrieben die Staats- und Regierungschefs am Dienstag in einem gemeinsamen Leitartikel.  Angestrebt würden Verbesserungen von Warnsystemen, bei der gerechten Verteilung von Impfstoffen, Medikamenten und Tests sowie beim Austausch von Daten und Forschungsergebnissen. EU-Ratspräsident Charles Michel hatte die Idee beim G20-Gipfel im November vorgestellt, WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte sich im Januar dahintergestellt.

Zustimmung zu den Plänen kam am Dienstag unter anderem auch von Großbritannien und Frankreich, nicht aber von China und den USA. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hatte der WHO vorgeworfen, China bei einer Vertuschung des wahren Ausmaßes des Coronaausbruchs in der Volksrepublik geholfen zu haben. Die WHO weist dies zurück.

Beamte in Japans Gesundheitsministerium verstoßen gegen Coronaregeln

10.15 Uhr: Japans Gesundheitsministerium wird mitten im Kampf gegen das Coronavirus von einem Skandal um feiernde Beamte erschüttert. Gesundheitsminister Norihisa Tamura sah sich am Dienstag zu einer Entschuldigung bei der Bevölkerung gezwungen, nachdem 23 Beamte seines Hauses bei einer Feier in einem Restaurant auf Tokios Luxuseinkaufsmeile gegen die Coronaregeln verstoßen hatten.

Die Staatsbediensteten hätten das »Vertrauen der Menschen verraten«, sagte Tamura. Zwar ist der Notstand in Tokio aufgehoben, die Regierung verlangt von Restaurants und Bars jedoch, schon um 21.00 Uhr zu schließen. Die mit der Gesundheit von Senioren beauftragten Beamten feierten hingegen bis Mitternacht.

Das Gesundheitsministerium steht an vorderster Front im Kampf gegen die Pandemie und ist verantwortlich für den vergleichsweise langsamen Impfprozess im Land. Von den Bürgern wird erwartet, dass sie zum Essen in Gruppen von höchstens vier Personen aus dem engsten Familien- oder Kollegenkreis ausgehen. Dass gleich 23 Beamte in einem Restaurant vergangene Woche Party machten, einige auch noch ohne Maske, sei eine »abnormal hohe Zahl und ein großes Problem«, wurde Minister Tamura zitiert. Das Ministerium prüfe nun, ob Beamte seines Hauses noch andere Partys zu nächtlicher Stunde gefeiert hätten.

Warnung vor vierter Coronawelle in den USA: »Uns droht Unheil«

10.13 Uhr: Das Impftempo soll weiter anziehen, trotzdem sehen Experten die USA vor einer vierten Coronawelle: Die Chefin der Behörde CDC schickte einen emotionalen Appell an die Bürger – und auch der Präsident wurde deutlich. Lesen Sie hier mehr dazu.

Inzidenz über 1000 – Gemeinde Blaufelden neuer bundesweiter Corona-Hotspot

10.06 Uhr: Nach einem massiven Anstieg der Corona-Inzidenz löst die kleine Gemeinde Blaufelden (Landkreis Schwäbisch Hall) die benachbarte Stadt Schrozberg als Corona-Hotspot im Land ab. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz legte bis zum Montagabend auf einen Wert von 1059,4 Fälle (Stand: Montag, 19.00 Uhr) pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche zu. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 274 Neuinfektionen in der 5300 Einwohner-Kommune registriert, wie der Landkreis mitteilte.

Für Blaufelden und die anderen Kommunen des Landkreises in Baden-Württemberg gelten seit eineinhalb Wochen unter anderem Kontaktbeschränkungen und eine strenge Maskenpflicht auch tagsüber. Unterschreitet die Inzidenz an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen einen Wert von 200, werden diese automatisch aufgehoben.

Auch andere Kommunen im Kreis kämpfen weiter gegen steigende Zahlen. Schrozberg, nach Corona-Ausbrüchen in Betrieben und einem Kindergarten lange einer der bundesweiten Hotspots, weist eine Inzidenz von 481,2 Fällen aus, die bereits seit Wochen sehr hohen Werte in Crailsheim liegen bei 723,9 und Braunsbach erreicht 846,1.

Der Landkreis Schwäbisch Hall gehört mit einer Inzidenz von mittlerweile 482,3 (Stand: Montag, 19.00 Uhr) zu den Hotspot-Regionen in Deutschland. Zudem war der Kreis Schwäbisch Hall zuletzt der einzige Landkreis in Baden-Württemberg mit einer Inzidenz von über 400. Der bundesweit am schwersten betroffene Kreis ist mit einer Inzidenz von 609,9 der Landkreis Greiz in Thüringen.

Städtetagspräsident angesichts steigender Coronazahlen für harte Maßnahmen

09.53 Uhr: Städtetagspräsident Burkhard Jung setzt bei der Bekämpfung der Coronapandemie auf einschneidende Maßnahmen wie einen strikten Lockdown. Angesichts der aktuellen Lage, in der die Zahlen »durch die Decke« gingen, reiche flächendeckendes Testen nicht mehr, sagte der Leipziger Oberbürgermeister am Dienstag im ARD-Morgenmagazin . »Wir laufen sehenden Auges in die Situation, die wir nicht mehr beherrschen könnten in den Intensivstationen.«

Es dürften daher nicht falsche Hoffnungen auf Lockerungen geweckt werden. Jung befürwortet eine breite Teststrategie, Modellprojekte und wissenschaftlich begleitete Öffnungsversuche, »aber zu seiner Zeit und nicht in einer Zeit, wo das durch die Decke geht«.

Der SPD-Politiker geht davon aus, dass die Bevölkerung auch harte Schritte akzeptieren würde. Er glaube, dass viele Menschen einen »klaren Schnitt« hinnehmen würden mit der Perspektive, über eine Teststrategie wieder zu schrittweisen Öffnungen zu kommen, bis sich die Impfsituation verbessert habe. Dies aber werde erst im Juni oder Juli der Fall sein.

Maskenaffäre: Berliner CDU-Politiker Korte verzichtet auf Kandidatur für Bundestag

09.17 Uhr: Die Maskenaffäre in der CDU hat jetzt auch den Berliner Landesverband erreicht. Das Mitglied Niels Korte kandidiert nicht mehr für den Bundestag. Er soll von Geschäften mit dem Gesundheitsministerium profitiert haben. Lesen Sie hier mehr dazu.

Corona-Hotspot Greiz: Wie eine Thüringer Landrätin ein Desaster erklärt

09.00 Uhr: Der Landkreis Greiz hat deutschlandweit die höchste Corona-Inzidenz. Die verantwortliche CDU-Landrätin Martina Schweinsburg behauptet, dies läge an einer besonderen Teststrategie. Überzeugend klingt das nicht. Ein Ortsbesuch im SPIEGEL Daily Podcast.

Großbritannien will vor Impfstoffexport alle Erwachsenen impfen

08.25 Uhr: Großbritannien will erst alle Erwachsenen impfen, bevor Impfstoff an andere Länder abgegeben wird. Der Fokus müsse auf dem Schutz Großbritanniens liegen, sagt Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng dem Sender Sky News. Großbritannien wolle auch mit anderen Ländern zusammenarbeiten. Wenn es einen Überschuss an Impfstoffen gebe, könne damit anderen Ländern wie etwa Irland geholfen werden. »Aber es gibt derzeit keinen Überschuss, wir müssen immer noch viele impfen.«

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Wirtschaft verweist im Streit um Pflichttests auf eigene Erfolge

08.00 Uhr: Angela Merkel drohte am Sonntagabend mit einer Corona-Testpflicht in Betrieben, sollten die ihrer Selbstverpflichtung zu regelmäßigen Corona-Checks der Mitarbeiter nicht nachkommen. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat den Eindruck der CDU-Politikerin, dass dies doch nicht flächendeckend umgesetzt werde, nun zurückgewiesen. »Die Wirtschaft testet«, sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter im Deutschlandfunk. Bis Ostern würden in der Industrie die in Präsenz befindlichen Beschäftigten »nahezu vollständig« ein Testangebot erhalten. Auch kleine Betriebe, wo es die größeren Herausforderungen gebe, hätten sich dem Testen geöffnet.

Lediglich ein Fünftel der Unternehmen sah das laut BDA noch kritisch. Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert, dass 90 Prozent der Betriebe Tests anbieten und hat andernfalls eine Testpflicht für Betriebe ins Spiel gebracht. »Die Wirtschaft hat keinen Mangel an Enthusiasmus, die Politik hat möglicherweise einen Mangel an Wahrnehmung«, sagte Kampeter. Laut Selbstverpflichtung soll sich jeder Mitarbeiter, der nicht im Homeoffice ist, möglichst zweimal pro Woche testen lassen können.

Allerdings hat auch die IG Metall in der Debatte um mehr Corona-Tests an die Firmen appelliert: »Es ist die Verantwortung der Unternehmen«, erklärte die Gewerkschaft. »Hierzu brauchen wir in der Wirtschaft eine Teststrategie.« Tests wie Impfungen könnten die notwendigen Schutzmaßnahmen im Betrieb allerdings keinesfalls ersetzen, sondern lediglich ergänzen.

Günther hält zentral gesteuerten Lockdown für unnötig

07.30 Uhr: Daniel Günther gilt als treuer Gefährte Angela Merkels. Im Streit um eine Zentralisierung der Pandemie-Politik hat der schleswig-holsteinische Ministerpräsident nun jedoch mit kritischen Tönen auf den Vorschlag der Bundeskanzlerin reagiert, auch ohne Zustimmung der Länder durchzugreifen. Der Bund habe seine Kompetenzen bereits genutzt in Form des Infektionsschutzgesetzes und des Stufenplans, sagt der CDU-Politiker im ARD-»Morgenmagazin«.

Diese Regeln müssten transparent und konsequent umgesetzt werden. So habe Schleswig-Holstein am Montag in einigen Kreisen wegen hoher Infektionszahlen die Notbremse gezogen. Flächendeckend sei dies aber nicht geboten, da es beispielsweise in seinem Bundesland auch Gebiete mit Inzidenzen von unter 50 oder sogar unter 35 gebe. Er sieht keine Notwendigkeit, den Kampf gegen die Pandemie stärker zu zentralisieren.

Daniel Günther: Bund hat Kompetenzen bereits genutzt

Daniel Günther: Bund hat Kompetenzen bereits genutzt

Foto: Axel Heimken / dpa

Förderbank: Coronakrise bremst Gründer aus

05.50 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie wird die Zahl von Unternehmungsgründungen nach Einschätzung von Experten sinken. »Die Coronakrise brachte hohe Belastungen für Selbstständige und Unternehmen mit sich, die wirtschaftliche Unsicherheit ist dabei deutlich gestiegen. Zu Beginn des Jahres 2020 wurden daher zunächst viele Gründungsplanungen auf Eis gelegt«, sagte die Chefvolkswirtin der Förderbank KfW, Fritzi Köhler-Geib, der dpa. Zwar seien im zweiten Halbjahr einige der Gründungspläne nachgeholt und letztlich doch realisiert worden. »Die Gründungstätigkeit war 2020 insgesamt aber dennoch schwächer als im Jahr davor.« Genaue Zahlen für 2020 will die KfW erst Mitte des Jahres vorlegen.

2019 noch war die Zahl der Existenzgründungen gestützt durch die Entwicklung von Konjunktur und Arbeitsmarkt erstmals seit Jahren wieder angezogen. Die KfW Bankengruppe mit Sitz in Frankfurt am Main geht im »Gründungsmonitor 2020« von einem Plus von rund 58.000 auf 605.000 Gründungen aus. Corona-bedingte Einschränkungen des öffentlichen Lebens oder Lockdowns in kompletten Branchen erschwerten die Kundengewinnung, so ein Sprecher. In einem solchen Umfeld zu gründen sei äußerst schwierig. »Das ist gerade für neue Unternehmen, die noch keinen Kundenstamm aufgebaut haben, eine enorme Herausforderung.« Andererseits habe die Krise neue Bedarfe geschaffen und es hätten sich neue Geschäftsgelegenheiten ergeben. »Insbesondere digitale Geschäftsmodelle dürften davon profitieren«, heiß es.

Mehr als 9500 Neuinfektionen, Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 135,2

05.35 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist auf 135,2 gestiegen. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts  (RKI) von Dienstagmorgen hervor. Am Vortag hatte das RKI 134,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche gemeldet. Anfang März lag der Wert noch bei unter 70. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.20 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Nachdem im Lockdown die Zahl der Neuinfektionen bis etwa Mitte Februar deutlich gefallen war, stieg die Zahl der Ansteckungen zuletzt wieder kräftig – was Experten auch auf die weite Verbreitung ansteckenderer Varianten zurückführen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland, mit Ausnahme Baden-Württembergs, meldeten dem RKI binnen eines Tages 9549 Corona-Neuinfektionen. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 180 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7485 Neuinfektionen und 250 neue Todesfälle verzeichnet. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.791.822 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.507.900 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 76.093.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 1,10 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 110 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Dreyer erklärt Corona-Tests zur »Bürgerpflicht«

03.55 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat die Menschen in Deutschland aufgerufen, sich häufiger als bisher auf das Corona-Virus testen zu lassen. »Testen ist auch eine Bürgerpflicht«, sagte Dreyer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Wer sich testet, hilft dabei, Infektionen rechtzeitig zu erkennen, noch bevor Symptome auftreten und man andere Menschen unbemerkt anstecken kann.« Neben konkreten Schutzmaßnahmen sei das Testen im Kampf gegen die Pandemie zentral.

Forderungen nach einer weiteren Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Bekämpfung erteilte Dreyer eine Absage. »Wir müssen entschlossen handeln, dafür brauchen jetzt keine weiteren Bund-Länder Runden«, sagte die SPD-Politikerin. Alle müssten sich an das halten, was beschlossen worden sei. Rheinland-Pfalz wende die bei der vorvergangenen Bund-Länder-Runde vereinbarte Notbremse konsequent an.

Neben den Beschränkungen zum Infektionsschutz arbeite ihre Regierung mit Kommunen und Kultureinrichtungen weiterhin an Modellprojekten für vorsichtige Öffnungsschritte, sagte Dreyer. Auch hier gelte aber: »Das geht nur bei Kommunen, die unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 liegen. Wir können nicht mit dem Signal von großflächigen Lockerungen in die dritte Welle gehen«, sagte die Ministerpräsidentin.

Hausärzte fordern bessere Analyse der Corona-Maßnahmen

02.25 Uhr: Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, kritisiert eine unzureichende Auswertung der bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. »Eine Prognose darüber abzugeben, welche Maßnahmen zielführend sind, halte ich aktuell für schwierig. Das liegt auch daran, dass die Instrumentarien, die immer wieder herangezogen werden, nicht ausreichend evaluiert wurden«, sagt Weigeldt der Zeitung »Rheinische Post«. Stattdessen »hangelt man sich von Maßnahme zu Maßnahme«, ohne dass ein klarer Plan erkennbar sei. Die bisherigen »Drohszenarien« seien mit Sicherheit nicht geeignet, die Menschen mitzunehmen. »Damit muss dringend Schluss sein!«

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DGB-Chef fordert verbindliche Testpflicht für Unternehmen

01.15 Uhr: Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) fordert eine bundesweite Pflicht für Unternehmen, ihren Mitarbeitern Corona-Tests anzubieten. »Die Selbstverpflichtung allein reicht nicht. Viel zu viele Arbeitgeber weigern sich immer noch, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Testangebote müssen verpflichtend sein und die Kosten müssen von den Arbeitgebern getragen werden«, sagt der DGB-Chef Reiner Hoffmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Allerdings müssten die Tests »für die Beschäftigten weiterhin freiwillig sein«.

Städte- und Gemeindebund stützt harten Corona-Kurs von Merkel

0.50 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund hat sich in der Debatte über die Corona-Politik hinter den harten Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestellt. »Zurecht mahnt die Bundeskanzlerin, Kontakte zu beschränken und weitere Maßnahmen zu treffen«, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. »Bund und Länder haben bei der Vereinbarung der Notbremse leider eine Konkretisierung versäumt, hier sollte schnell nachgearbeitet werden.«

Landsberg sprach sich zudem dafür aus, bei möglichen Ausgangsbeschränkungen »klare einheitliche Leitlinien« vorzugeben. Er schränkte aber zugleich ein, solche Beschränkungen müssten »gut begründet sein, können nur regional in Betracht kommen und sind zeitlich zu befristen«.

Zur Eindämmung der Corona-Infektionen plädierte der Hauptgeschäftsführer des Kommunalverbands für ein gemeinsames Vorgehen von Bund, Ländern und Kommunen. »Auch ein gemeinsamer Appell von Bund, Ländern und Kommunen an die Menschen, über Ostern die Kontakte auf das allernötigste zu reduzieren wäre ein richtiges und wichtiges Signal«, sagte Landsberg. »Wir brauchen weniger Vielstimmigkeit und weniger Schuldzuweisungen, sondern gemeinsames Handeln.«

Bundeskanzlerin Merkel hatte mit einem Interview in der ARD-Sendung »Anne Will« am Sonntagabend eine Debatte über den Kurs in der Corona-Politik ausgelöst. Sie forderte dabei, die Länder müssten bei der Pandemiebekämpfung »nachlegen«. Bund und Länder hätten gemeinsam die Notbremse zur Rücknahme bereits erfolgter Öffnungen und auch weitere Maßnahmen beschlossen. »Aber die Umsetzung ist nicht so, dass ich schon überzeugt bin, dass diese dritte Welle gebrochen wird.«

Änderten die Länder ihr Vorgehen nicht, müsse beispielsweise eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes erwogen werden, sagte die Kanzlerin. In mehreren Bundesländern stießen solche Überlegungen sowie Merkels Kritik auf Widerspruch.

cop/apr/mwo/ngo/wit/kim/AFP/dpa/Reuters/sid
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