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+++ Update zur Coronakrise am 21. Mai +++ USA fördern britische Impfstoffentwicklung mit 1,2 Milliarden Dollar

Weltweit liefern sich Pharmakonzerne einen Wettlauf, nun bekommt ein Impfstoff-Projekt eines britischen Pharmaunternehmens eine US-Milliardenspritze. Und: Trump will den G7-Gipfel hauptsächlich im Weißen Haus austragen. Der Überblick am 21. Mai.
In der Coronakrise ist ein Wettlauf um den ersten Impfstoff gestartet

In der Coronakrise ist ein Wettlauf um den ersten Impfstoff gestartet

Foto: Ralf Hirschberger/ picture alliance / dpa

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Niedriger Anstieg von Opferzahlen in Frankreich

22.30 Uhr: In Frankreich sind seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie 28.215 Menschen gestorben, das sind 83 mehr als noch am Vortag. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Es handelt sich um einen vergleichsweise niedrigen Anstieg, Frankreich gehört in Europa zu den besonders betroffenen Ländern der Coronakrise.

Die Regierung hatte die strengen Ausgangsbeschränkungen für Bürger vor rund eineinhalb Wochen gelockert. Es gibt aber weiterhin Einschränkungen; so sind Reisen mit einer Entfernung von über 100 Kilometern nur bei besonderen beruflichen oder privaten Anlässen erlaubt. Die Behörden riefen mehrfach dazu auf, bei den sommerlichen Temperaturen die Sicherheits- und Abstandsregeln einzuhalten.

Mainzer Polizisten drohen nach Kneipentreffen Konsequenzen

21.06 Uhr: Die Mainzer Polizei prüft disziplinarrechtliche Konsequenzen gegen Beamten, die in einer Kneipe länger als erlaubt und ohne den in der Coronakrise gebotenen Abstand gefeiert haben. Das bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums.

Anlass des Treffens am Montagabend sei zum einen der Beförderungstag der Polizei in Rheinland-Pfalz gewesen. Zum anderen habe an diesem Tag die Beerdigung eines unerwartet gestorbenen Kollegen stattgefunden, an der die Polizisten wegen der Auflagen nicht hätten teilnehmen können.

Zunächst waren dem Sprecher zufolge zehn bis zwölf Beamte ordnungsgemäß Plätze in dem Lokal, im Verlauf des Abends soll die Zahl der Gäste auf bis zu 40 gestiegen sein, darunter sollen auch Polizisten gewesen seien. Eine genaue Zahl nannte die Polizei am Donnerstag nicht. Zuvor hatten die Internetzeitungen «Mainz&» und «Boostyourcity» über Details des Vorfalls berichtet.

USA fördern britische Impfstoffentwicklung mit 1,2 Milliarden US-Dollar

20.55 Uhr: Die USA unterstützen in der Coronakrise das britische Pharmaunternehmen AstraZeneca bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus. Bis zu 1,2 Milliarden US-Dollar (1,1 Milliarden Euro) erhält der Konzern für die schnellere Entwicklung des Impfstoffs. Das teilten das US-Gesundheitsministerium und der britisch-schwedische Konzern am Donnerstag mit.

Die Finanzspritze soll auch die Lieferung von Millionen Impfdosen auch an die USA sichern. Noch ist der Impfstoff jedoch nur in der Testphase. Er ist einer von vielen Kandidaten, die weltweit in der Entwicklung sind. AstraZeneca verfügt nach eigenen Angaben über Herstellungskapazitäten für eine Milliarde Dosen und sucht hierfür Kunden. Feste Zusagen hat sich das Unternehmen der Mitteilung zufolge bislang für die Abnahme von mindestens 400 Millionen Dosen gesichert. Der Impfstoff beruht auf Arbeiten von Forschern der renommierten Oxford-Universität.

Erste Studien hatten auf Sicherheit und Wirksamkeit im vergangenen Monat begonnen. Geplant ist, Großbritannien bereits ab September zu beliefern. In den USA ist der Start für den späten Herbst vorgesehen. Das von der US-Behörde Barda mitfinanzierte Programm sieht auch eine Studie der fortgeschrittenen Phase drei an rund 30.000 Patienten sowie eine Testreihe mit Kindern vor.

Trump will G7-Gipfel hauptsächlich im Weißen Haus abhalten

20.47 Uhr: Sollte es trotz der Coronakrise einen realen G7-Gipfel geben, will US-Präsident Donald Trump das ursprünglich für Mitte Juni geplante Treffen hauptsächlich im Weißen Haus abhalten. Es sehe so aus, als würde der Gipfel der Staats- und Regierungschefs der sieben großen Industrienationen stattfinden können, sagte Trump.

Am Mittwoch hatte der US-Präsident völlig überraschend per Twitter mitgeteilt, dass er erwäge, die Zusammenkunft am ursprünglich geplanten Termin Mitte Juni oder an einem ähnlichen Datum zu veranstalten. Ein Teil des Gipfels könnte am Landsitz des Präsidenten in Camp David stattfinden, in erster Linie aber im Weißen Haus in Washington, sagte Trump nun.

Die US-Regierung hatte den Gipfel im März wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt und stattdessen eine Videokonferenz angesetzt. Ursprünglich sollten sich die Staats- und Regierungschefs vom 10. bis 12. Juni in Camp David zusammenfinden. Trump hatte am Mittwoch getwittert, dass ein realer Gipfel ein großartiges Signal der Normalisierung sein würde und dass die anderen Länder wie die USA bereits ihr Comeback starteten.

Flugsicherheitsbehörde empfiehlt freie Plätze zwischen Fluggästen

20.38 Uhr: Die europäischen Flugsicherheitsbehörde hat in der Coronakrise freie Plätze zwischen den Passagieren im Flugzeug empfohlen. Wenn möglich, sollten einzelne Sitze oder ganze Reihen zwischen den besetzten Plätzen freigelassen werden, um den notwendigen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zumindest annähernd gewährleisten zu können, heißt es in einem Schreiben der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) gemeinsam mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) an die Fluggesellschaften.

Sollten diese Empfehlungen aufgrund der Auslastung der Flugzeuge nicht umgesetzt werden können, sollten andere Maßnahmen getroffen werden, heißt es. Die Behörden empfehlen dem Bordpersonal als auch Fluggästen zudem, Schutzmasken zu tragen und regelmäßig die Hände zu waschen. Verabschieden sollten sich Reisende von Begleitern bereits außerhalb des Terminals. Das Gutachten ist auf Bitten der EU-Kommission entstanden, die mit einem entsprechenden Hygienekonzept den Tourismus innerhalb Europas vorsichtig wieder ankurbeln will.

Großbritannien kauft zehn Millionen Antikörpertests

20.26 Uhr: Großbritannien hat angekündigt, mehr als zehn Millionen Antikörpertests von den Pharmakonzernen Roche und Abbott zu kaufen. Damit sollen bereits ab der kommenden Woche das Personal, Patienten und Bewohner in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen getestet werden.

Gesundheitsminister Matt Hancock sagte, dass noch nicht sicher sei, ob positive Antikörpertests auch Immunität gegen das Coronavirus bedeuteten. Die Ergebnisse würden jedoch helfen, das Virus zu verstehen.

Anfang Mai hatte der weltgrößte Pharmakonzern Roche einen neuen Antikörpertest vorgestellt. Unklar ist jedoch, wie gut der Test wirklich ist. So bleibt es bisher ein Firmengehemnis, wie der Konzern das Verfahren getestet hat.

Giffey sorgt sich wegen geschlossener Schulen und Kitas um Kinder

20.03 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) wünscht sich eine baldige Öffnung von Schulen und Kitas. "Aus Sicht des Kinderwohls wäre es das Beste, wenn alle Kinder so schnell wie möglich wieder wie gewohnt in ihre Kitas und Schulen gehen könnten", sagte Giffey dem "Tagesspiegel". "Sie leiden unter der jetzigen Situation und können Schaden nehmen, je länger diese anhält", sagte Giffey.

Für die Entwicklung der Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen und auch für alle anderen sei es problematisch, wenn sie so lange ohne professionelle Bildungsanleitung auskommen müssten. Dennoch müssten weiterhin Schritte zur weiteren Öffnung und der Gesundheitsschutz miteinander abgewogen werden, sagte sie. Zudem sei es wichtig, dass die Entwicklung in der erweiterten Notbetreuung und im eingeschränkten Regelbetrieb wissenschaftlich begleitet werde. Dies geschehe in mehreren Ländern bereits.

"Dafür bauen wir gerade ein bundesweites Kitaregister auf, das wöchentlich aktuelle Informationen zur Situation und zum Infektionsgeschehen in den Kitas bundesweit sammeln und auswerten wird", sagte Giffey. Zusammen mit den weiteren Testergebnissen der Länder und aus dem jetzt anlaufenden Kita-Alltag könne man hoffentlich zeitnah fachlich fundierte Schlüsse für die zügige, aber auch verantwortungsvolle weitere Öffnung ziehen.

Hamas schließt Grenze zum Gazastreifen wegen Neuinfektionen

19.37 Uhr: Nach einer Zunahme von Coronavirus-Infektionen hat die im Gazastreifen herrschende Hamas Einreisen in das Gebiet vorerst untersagt. Wie ein hochrangiges Mitglied der islamistischen Organisation ankündigte, werden die beiden einzigen Personen-Grenzübergänge Rafah und Erez bis Ende Juni für Einreisende geschlossen.

In dem dicht besiedelten Küstenstreifen leben zwei Millionen Menschen unter prekären Umständen. Eine starke Ausbreitung des Coronavirus in dem Gebiet gilt als Horrorszenario. Rafah ist die Verbindung des Gazastreifens nach Ägypten, Erez nach Israel.

Der Ausbruch des Coronavirus im Gazastreifen verlief entgegen der Befürchtungen bislang glimpflich. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Donnerstag wurden in den vergangenen drei Tagen 29 Neuinfektionen registriert. Die Zahl aller bekannten Fälle seit dem Ausbruch in dem Gebiet am 5. März stieg damit auf 49. Todesfälle sind bislang nicht bekannt. Nach Angaben des Ministeriums waren alle neu Erkrankten kürzlich über die Übergänge Rafah und Erez in den Gazastreifen zurückgekehrt.

Vatertag und Corona-Beschränkungen: Eine Bollerwagenlänge Abstand

19.29 Uhr: Zu Christi Himmelfahrt feiern viele deutsche Männer ihre Vaterschaft mit Bollerwagen und Bier. Wegen der Corona-Beschränkungen prosten sie sich in diesem Jahr mit Abstand zu. Die Fotostrecke:

Drei Verdachtsfälle beim 1. FC Kaiserslautern nach erneutem Test negativ

18.47 Uhr: Am Dienstag waren bei einer Testreihe des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern nach eigenen Angaben drei Corona-Verdachtsfälle aufgetreten, die Personen wurden daraufhin in häusliche Quarantäne geschickt. Auch die direkten Kontaktpersonen wurden isoliert, außerdem wurde das Mannschaftstraining in Rücksprache mit dem Gesundheitsamt ausgesetzt. Ein erneuter Test habe bei allen dreien ein negatives Ergebnis mit sich gebracht, teilte der Klub am Donnerstag mit.

Das Team von Trainer Boris Schommers wird ab Freitag wieder in voller Mannschaftsstärke trainieren, um sich auf den Neustart der Drittligasaison am 30. Mai vorzubereiten, den der DFB zuvor bekannt gegeben hatte. Der FCK trifft am 30. Mai auf den 1. FC Magdeburg.

Mehr als 20.000 Menschen in Polen mit Coronavirus infiziert

18.28 Uhr: Polen hat am Donnerstag die Marke von 20.000 Infektionen mit dem Coronavirus überschritten. Das Gesundheitsministerium bestätigte am Spätnachmittag 20.143 Infektionsfälle mit Sars-CoV-2 und bisher 972 Todesfälle. In den vergangenen Wochen verzeichnete das Land regelmäßig mehrere Hundert Neuinfektionen pro Tag. Anzeichen für eine Abschwächung der Ausbreitung gibt es vorerst nicht.

In den vergangenen Tagen konzentrierten sich die Neuinfektionen auf die Kohlebergbauregion Oberschlesien. Die polnischen Behörden intensivierten deshalb die Corona-Tests bei Bergleuten des Kohlereviers und deren Familienangehörigen. Von den am Donnerstag hinzugekommenen 405 Corona-Neuinfektionen wurden 251 in Oberschlesien verzeichnet.

"Wir werden die Situation weiter genau beobachten und sind überzeugt, dass die Zahlen innerhalb einer Woche deutlich sinken sollten", erklärte der stellvertretende Gesundheitsminister Janusz Cieszynski dazu vor Journalisten. Rund 8500 Menschen seien von der Viruserkrankung Covid-19 in Polen bereits genesen, teilte der Politiker mit. Bisher wurden in dem EU-Land rund 700.000 Corona-Tests durchgeführt.

Uno kritisiert Malta wegen Flüchtlingen auf Quarantäne-Schiffen

17.53 Uhr: Zwei Uno-Organisationen haben Malta scharf kritisiert, weil rund 160 aus Seenot gerettete Geflüchtete auf zwei Quarantäne-Schiffen im Mittelmeer festsitzen. Ihre Kritik richtete sich auch an die weiteren EU-Staaten. Es sei wichtig, die Menschen bald an Land gehen zu lassen, da sie bereits seit rund zwei Wochen auf den Schiffen seien, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des Uno-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sowie der Organisation für Migration (IOM).

Eine Gruppe von 21 Menschen habe vor einigen Tagen bereits in Malta an Land gehen können, die weiteren Geflüchteten säßen aber noch auf den Schiffen fest. Inzwischen hätten sie mit Blick auf das Coronavirus schon eine 14-tägige Quarantäne abgesessen. "Es ist nicht zu akzeptieren, dass Menschen länger auf See gehalten werden als notwendig - vor allem unter den schwierigen Bedingungen", hieß es in der Mitteilung.

UNHCR und IOM betonten, die Staaten hätten eine Verpflichtung, Menschen in Not sofort zu helfen. Die Corona-Beschränkungen wie Quarantänen und das Abstandhalten dürften nicht zu Diskriminierung führen. "Die Staaten müssen weiterhin aus Seenot gerettete Menschen an Land lassen und einen Zugang zu Asyl und humanitärer Hilfe sicherstellen."

Nach Medienberichten hatte sich die Lage unter den Menschen an Bord der Schiffe zuletzt zugespitzt. Maltas Regierung in Valletta betont seit Längerem, dass der Inselstaat bereits viele Menschen aus Booten aufgenommen habe und beklagt, dass andere EU-Staaten nicht genug von ihnen übernehmen.

Malta und auch Italien hatten ihre Häfen in der Covid-19-Krise als "nicht sicher" deklariert. Menschen, die von Schiffen aus Seenot gerettet werden, könnten dort nicht versorgt werden, hieß es. Wenn Migranten doch in ihren Booten Land erreichen, sollen in Italien und Malta viele wegen der Gefahren durch das Coronavirus 14 Tage auf Schiffen isoliert werden. Beide Staaten fordern mehr Solidarität der anderen EU-Länder.

Söder rechnet nicht mit Impfpflicht gegen Corona in Deutschland

17.28 Uhr: CSU-Chef Markus Söder rechnet nicht mit einer Impfpflicht gegen das Coronavirus in Deutschland. "Es wird aus meiner Sicht keine Impfpflicht geben, aber klare Empfehlungen, für welche Gruppen das Impfen gut wäre", sagte der bayerische Ministerpräsident dem "Münchner Merkur". Die aktuelle Debatte über die Einführung einer Impfpflicht halte er für absurd. "Wir haben ja noch nicht mal einen Impfstoff! Wenn es einen gibt, werde ich mich auf jeden Fall als einer der Ersten impfen lassen." Damit könne er sich selbst und andere vor einer Ansteckung schützen.

55 Kilometer Stau an der polnischen Grenze zu Deutschland

16.59 Uhr: An den Grenzen zu Polen ist es am Feiertag zu langen Staus gekommen. Besonders groß war der Andrang in Brandenburg und Sachsen. "Die A 12 ist komplett voll", sagte ein brandenburgischer Polizeisprecher am Donnerstag. Der Verkehr staute sich demnach am Nachmittag wegen der polnischen Grenzkontrollen auf 55 Kilometer Länge. Autofahrer mussten viel Zeit einplanen und etwa zweieinhalb Stunden warten, Lkw-Fahrer sogar etwa drei Stunden.

In Sachsen staute sich der Verkehr laut Polizei auf der A 4 zeitweilig auf bis etwa 50 Kilometer. Am Nachmittag war die Blechlawine auf rund 20 Kilometer Länge geschrumpft. Allerdings war sich die Polizei nicht sicher, ob nicht noch eine zweite Welle kommt.

Rund 500 neue Corona-Nachweise in Deutschland 

16.37 Uhr: Bundesweit sind bis Donnerstagnachmittag mehr als 176.800 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Am Mittwoch wurden mehr als 176.300 Infektionen gezählt. Mindestens 8153 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Am Vortag waren es 8105. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch bei 0,88. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Donnerstag gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,87. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt weiter an

16.10 Uhr: Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt wegen der Coronakrise weiter an. In der Woche bis zum 16. Mai haben mehr als 2,4 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt, wie die US-Regierung am Donnerstag mitteilte. Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA im März haben nunmehr bereits mehr als 38 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Die USA befinden sich wegen der Pandemie in einer schweren Wirtschaftskrise.

In der Vorwoche hatte es noch knapp drei Millionen Neuanträge gegeben. Analysten hatten nun mit weniger Anträgen gerechnet, da viele US-Bundesstaaten begonnen haben, ihre wegen der Pandemie verhängten Ausgangsbeschränkungen wieder zu lockern. Viele Geschäfte, Fabriken und Restaurants dürfen wieder unter Auflagen öffnen, was sich langsam positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken dürfte. Bislang sei aber angesichts der weiterhin hohen Zahl von Neuanträgen nicht erkennbar, dass Arbeitgeber in jenen Bundesstaaten ihre Angestellten in großem Maße wieder zurückholten, erklärte der Nordamerika-Analyst Paul Ashworth des Beratungsunternehmens Capital Economics.

Mehr als 50 neue Coronavirus-Infektionen in Fleischunternehmen

15.37 Uhr: Nach weiteren Tests haben sich unter den Beschäftigten des Fleischunternehmens Westcrown in Dissen bei Osnabrück 54 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Das sei das Ergebnis des zweiten Tests bei 126 Mitarbeitern, die im ersten Durchlauf in der vergangenen Woche noch negativ getestet worden seien, teilte der Landkreis Osnabrück am Donnerstag mit. 38 dieser neuen bestätigten Fälle seien bereits als Kontaktpersonen in Quarantäne, weitere 16 Menschen müssten nun ebenfalls in Quarantäne. Ihre Kontaktpersonen würden ermittelt. Nach dem bisherigen Notbetrieb werde Westcrown für zwei Wochen geschlossen.

Die gemeinsame Tochterfirma von Westfleisch und Danish Crown hatte am Dienstag den Notbetrieb aufgenommen - bis zu drei Tage lang durfte der Betrieb vorhandene Fleischvorräte abarbeiten. Die Arbeit in dem Zerlegebetrieb war eingestellt worden, weil bei einer Reihenuntersuchung bei 92 von 278 getesteten Beschäftigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt wurden.

Der Landkreis teilte mit, die genehmigte Not-Zerlegung der Fleischvorräte sei bis zum Mittwochabend bewältigt worden. Dabei ging es den Angaben zufolge um bereits geschlachtete Sauen, die entweder schon im Unternehmen waren oder die sich in der Anlieferung aus ganz Europa befanden und nicht mehr gestoppt werden konnten. Damit sollte die Vernichtung von Schweinefleisch verhindert werden. Für die Arbeiten wurden negativ getestete Beschäftigte eingesetzt.

Bundesratspräsident Woidke warnt vor Corona-Verschwörungstheorien

14.56 Uhr: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat davor gewarnt, dass das Grundgesetz bei Protesten gegen Corona-Auflagen für Verschwörungstheorien vereinnahmt wird. "Mit kruden Weltbildern wird versucht, Staat und Demokratie in unserem Land zu diskreditieren", erklärte der amtierende Bundesratspräsident am Donnerstag anlässlich des Tags des Grundgesetzes am kommenden Samstag, 23. Mai 2020. "Lassen wir nicht zu, dass die Sorgen von Menschen missbraucht werden." Einzelne Artikel des Grundgesetzes dürften nicht herausgehoben werden, "um sie einseitig über andere zu stellen".

Woidke sagte, die Einschränkungen müssten klar begrenzt und verhältnismäßig sein. "Das ist jederzeit überprüfbar." Außenminister Heiko Maas hatte die Bürger zuvor gewarnt, sich von Extremisten vereinnahmen zu lassen. In zahlreichen deutschen Städten demonstrieren Menschen seit Wochen gegen die staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Bei den bisherigen Protesten wurden häufig die Abstandsregeln missachtet, oft keine Schutzmasken getragen. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden versuchen Rechtsextremisten vielerorts, die Proteste für sich zu nutzen. An diesem Wochenende sind erneut Demos in mehreren Städten geplant.

Japan lockert Covid-Notstand weiter

14.14 Uhr: Japan hat den Corona-Notstand in weiteren Landesteilen vorzeitig aufgehoben. Regierungschef Shinzo Abe erteilte am Donnerstag die Freigabe für die Präfekturen Osaka, Kyoto und Hyogo. Für den Großraum Tokio sowie die nördlichste Provinz Hokkaido gelte der Notstand zwar vorerst weiter, könnte aber möglicherweise am Montag ebenfalls aufgehoben werden, erklärte Abe.

Der Notstand hätte eigentlich überall noch bis zum 31. Mai gegolten - wobei das keine harten Ausgangsbeschränkungen wie in Europa bedeutet. Die Bürger in Japan sind nur gebeten, möglichst zu Hause zu bleiben. Zuvor hatte Abe bereits in den meisten Landesteilen den Notstand aufgehoben. Man habe die Situation so eingedämmt, dass eine Ausbreitung des Virus verhindert werden könne, hieß es.

Der Trend der täglichen Neuinfektionen zeigt nach unten. Japan zählt rund 17.100 Infektionen und rund 800 Todesfälle, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Kritiker hatten Abes Regierung vorgeworfen, viel weniger zu testen als andere Länder. Andere Experten halten jedoch dagegen, dass Japan viel weniger Tote und Betroffene mit schweren Symptomen aufweise.

Dazu habe beigetragen, dass in Japan mit seiner hohen Bevölkerungsdichte seit jeher hoher Wert auf Hygiene gelegt wird. Masken zu tragen, ist in Japan normal. Hinzu kommen kulturelle Besonderheiten - wie das Verbeugen statt Händeschütteln oder dass Japaner vor dem Betreten des Hauses immer erst die Schuhe ausziehen.

Österreich setzt bei Tourismus-Neustart auf Tausende Corona-Tests

13.28 Uhr: Die österreichische Regierung setzt beim Neustart des Tourismus ab dem 29. Mai auf Corona-Tests für möglichst viele Mitarbeiter in Hotels und Beherbergungsbetrieben. "Wir werden sehr viel investieren als Republik Österreich, um hohe Testkapazitäten zu haben und möglichst viel und möglichst regelmäßig Mitarbeiter, die am Gast tätig sind, zu testen", sagte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz am Donnerstag in Wien.

Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, erklärte, dass bis Anfang Juli Kapazitäten für wöchentlich 65.000 Tests für die Mitarbeiter in den Unterkünften aufgebaut werden sollen. Der Bund werde die Kosten für die Tests übernehmen. Mahrer sprach von "einem der besten Investments, dass man für den Tourismusstandort machen kann".

In Österreich dürfen Hotels und Beherbergungsbetriebe ab dem 29. Mai wieder öffnen. Im Eingangsbereich sowie an der Rezeption gilt dann eine Mundschutzpflicht. Gästegruppen sollen aber ähnlich wie Menschen aus einem gemeinsamen Haushalt behandelt werden und müssen demnach untereinander keinen Sicherheitsabstand einhalten. Buffets sind mit besonderen hygienischen Vorkehrungen erlaubt, auch die hoteleigenen Wellness-Einrichtungen dürfen genutzt werden.

Da ab Mitte Juni die deutsch-österreichische Grenze wieder ohne Einschränkungen passierbar sein soll, ist auch für Deutsche der Sommerurlaub in Österreich nach aktuellem Stand möglich. Die deutschen Gäste sind für den österreichischen Tourismus die wichtigste Urlaubergruppe.

USA bestellen möglichen Corona-Impfstoff

12.35 Uhr: Der Impfstoff ist noch in der Testphase, dennoch konnte sich der für die Vermarktung und Produktion zuständige britische Pharmakonzern AstraZeneca mit den USA einen weiteren Großabnehmer sichern. Für die Weiterentwicklung, Produktion und Lieferung sagte die für biomedizinische Forschung und Entwicklung zuständige US-Behörde BARDA dem Pharmakonzern mehr als eine Milliarde US-Dollar zu, wie AstraZeneca am Donnerstag in London mitteilte.

Mit dem Geld wird auch die Weiterentwicklung des Impfstoffes unterstützt, der ursprünglich aus den Arbeiten der Universität Oxford und dem Jenner Institut entstammt. Das von BARDA mitfinanzierte Programm sieht unter anderem auch eine Studie der fortgeschrittenen Phase III an rund 30.000 Patienten sowie eine Testreihe mit Kindern vor.

Zugleich bestellt die Regierung in Washington 300 Millionen Dosen des Mittels vor, wie Gesundheitsminister Alex Azar am Donnerstag mitteilte. Er hoffe, dass die ersten Dosen des Impfstoffs, der zusammen mit der Universität Oxford entwickelt wird, bis Oktober zur Verfügung stehen. Die restliche Bestellung solle bis Anfang 2021 ausgeliefert werden. AstraZeneca betonte, dass es noch unsicher sei, ob der Impfstoff überhaupt wirke. Der Konzern warte noch auf Ergebnisse eines Tests in der frühen Phase in Südengland, bevor man sich mit der späten Versuchsphase befasse.

Kostspieliger Protest: 26 Euro für die Tüte Erdnüsse

12.28 Uhr: Um der Forderung nach einer niedrigeren Mehrwertsteuer auch für Getränke Nachdruck zu verleihen, geht ein Restaurant in Timmendorfer Strand neue Wege. Gäste zahlen im "Wolkenlos" auf einer Seebrücke in Timmendorfer Strand für eine kleine Tüte Chips 8,50 Euro und bekommen dann einen Aperol Spritz "gratis" dazu. Oder sie legen 26,50 Euro für eine Packung Erdnüsse hin und erhalten eine Flasche Wein extra. Nachmittags gibt's den Butterkeks für 2,90 Euro und dazu einen Espresso oder eine Scheibe Zitrone für 3,50 Euro mit einer kleinen Cola.

Begründet wird die ungewöhnliche Preisgestaltung mit den unterstützenden Maßnahmen der Regierung in der Coronakrise. Diese hatte beschlossen, die Mehrwertsteuer für Speisen für ein Jahr von 19 auf sieben Prozent zu senken, um den Restaurants zu helfen. Dies gilt allerdings nicht für Getränke.

Mediziner mit Meinungsverschiedenheiten

12.13 Uhr: Christian Drosten, Chefvirologe am Berliner Charité-Klinikum, kann auch unverhohlenen Sarkasmus. Nachdem vier medizinische Fachgesellschaften gefordert hatten, die Kitas und Schulen möglichst bald wieder zu öffnen, bescheinigte Drosten in einem Tweet am Donnerstag seinen Kollegen "eine starke Meinung", zu der sie "nach eigener Interpretation des Wissensstands" gekommen seien.

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Spielhalle gegenüber Gastronomie benachteiligt

11.58 Uhr: Eine Hamburger Spielhallenbetreiberin hat mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht Hamburg Erfolg gehabt und darf wieder öffnen, falls die Entscheidung von der nächsten Instanz bestätigt werden sollte. Das Verwaltungsgericht stellte fest, dass die Verordnung des Senats zur Eindämmung des Coronavirus dem Betrieb der Spielhalle mit höchstens acht Besuchern und einem Hygienekonzept nicht entgegensteht (Aktenzeichen.: 3 E 2054/20), teilte das Gericht am Donnerstag mit. Es verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz, wenn alle Spielhallen geschlossen bleiben müssten, während gleichzeitig die gastronomischen Betriebe öffnen dürften.

Dennoch bleibt die Spielhalle bis zu einer Entscheidung der nächsten Instanz geschlossen. Gegen die Entscheidung habe die Freie und Hansestadt Hamburg bereits Beschwerde bei dem Hamburgischen Oberverwaltungsgericht (OVG) erhoben. Auf Antrag der Stadt habe das OVG im Wege einer Zwischenverfügung entschieden, dass es vorerst bei der Regelung der Rechtsverordnung bleibt und die Antragstellerin das Öffnungsverbot zu beachten hat, heißt es in der Mitteilung.

Coronakrise: Illegale Abholzung des Regenwalds steigt drastisch

11.33 Uhr: Die Zerstörung im brasilianischen Amazonasgebiet nimmt während der Corona-Pandemie dramatisch zu. 1200 Quadratkilometer abgeholzten Regenwald hat das Nationale Institut für Weltraumforschung Inpe, das Satellitenbilder auswertet, für das erste Quartal vorläufig registriert. Das entspricht einem Anstieg von 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Illegale Holzfäller machen kein Homeoffice", sagte Rômulo Batista, Greenpeace-Sprecher in Brasilien, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

Während Holzfäller, Goldsucher und andere Glücksritter in Amazonien ihren illegalen Tätigkeiten weiter nachgehen, schränkt die Coronakrise Umweltbeamte in ihrer Arbeit jedoch weiter ein. Die Umweltbehörde Ibama hat der rechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro bereits seit seinem Amtsantritt im Januar 2019 gezielt geschwächt. Personal und Kontrollen wurden weniger. Bolsonaro sieht Amazonien vor allem als wirtschaftliches Nutzgebiet, das es auszubeuten und etwa für den Bergbau zu öffnen gilt.

Mehr als fünf Millionen Corona-Infektionen weltweit

11.04 Uhr: Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich US-Wissenschaftlern zufolge weltweit mehr als fünf Millionen Menschen nachweislich mit dem neuartigen Virus infiziert. Das ging am Donnerstag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Demnach starben bereits rund 328.000 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Knapp jede dritte Infektion wurde in den USA nachgewiesen.

Die Webseite der Forscher wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Experten gehen in jedem Fall von einer hohen Dunkelziffer aus.

SAP-Chef Klein hätte gerne ein größeres Homeoffice-Zimmer

10.58 Uhr: Der Chef des Software-Konzerns SAP, Christian Klein, ist mit seinem Homeoffice-Arrangement unglücklich. "Hätte ich gewusst, dass ich einmal so viel Zeit im Homeoffice verbringen würde, hätte ich mich für ein größeres Zimmer entschieden", sagte er dem "Mannheimer Morgen" vom Donnerstag. "Mein aktuelles ist tatsächlich zehn Quadratmeter groß."

Womöglich kann Klein aber auf Besserung hoffen: "Ich habe schon mit meiner Frau verhandelt, ob ich vielleicht umziehen darf", berichtete der Manager.

Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass die Corona-Pandemie auch langfristig manche Gewohnheiten in der Arbeitswelt verändern könnte. "Wir brauchen für die Zeit nach der Krise einfach eine bessere Mischung", sagte er.

"Man muss sich schon fragen, ob es sinnvoll ist, für jedes firmeninterne Treffen um die Welt zu fliegen. Oder wirklich jede Veranstaltung zu besuchen." Die Zeit lasse sich effizienter nutzen, "wenn man nicht zu jeder Gelegenheit in den Flieger steigt", befand Klein.

Ende April hatte sich Europas größter Softwarehersteller SAP von seiner Co-Chefin Jennifer Morgan getrennt. Die 48-Jährige habe sich mit dem Aufsichtsrat einvernehmlich darauf verständigt, das Unternehmen zum 30. April zu verlassen. Sie war die erste Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns.

Merz befürwortet weitergehende Schul- und Kitaöffnungen

10.19 Uhr: Der CDU-Politiker Friedrich Merz sieht weitergehende Schul- und Kita-Öffnungen als eine entscheidende Voraussetzung für den wirtschaftlichen Neustart in der Coronakrise. "Alle Maßnahmen zünden nur, wenn es eine klare Perspektive bei den Lockerungen gibt", sagte der CDU-Politiker in einem am Donnerstag veröffentlichten Reuters-Interview. "Man kann nicht gleichzeitig aufs Gaspedal treten und mit dem anderen Fuß noch auf der Bremse stehen." Das beste Konjunkturprogramm sei deshalb "eine verantwortbare Perspektive" bei den Öffnungen und Lockerungen, sagte er. Er bezog sich damit auf das beim Koalitionsausschuss von CDU, CSU und SPD am 2. Juni geplante Maßnahmenpaket und die Entwicklung der Infektionszahlen. "Dabei kommt der Wiedereröffnung der Schulen und Kitas wahrscheinlich auch volkswirtschaftlich eine sehr große Bedeutung zu", fügte er hinzu. Zudem hinterlasse die lange Abwesenheit der Kinder und Jugendlichen aus Schulen große Schäden, vor allem in den sozial schwachen Familien.

Billigflieger Easyjet will ab Mitte Juni wieder einige Flüge anbieten

09.42 Uhr: Nach zweieinhalbmonatiger Unterbrechung wegen der Coronakrise will Easyjet ab Mitte Juni wieder den Flugverkehr aufnehmen. Geplant sei ab 15. Juni zunächst eine kleine Zahl an Verbindungen auf Strecken, bei denen Easyjet von einer ausreichenden Nachfrage ausgehe, erklärte das britische Billigflugunternehmen am Donnerstag. Dabei werde man sich vorerst vor allem auf Inlandsflüge innerhalb Großbritanniens und Frankreichs konzentrieren.

Abhängig von der Nachfrage und den Lockerungen der Corona-Maßnahmen in den einzelnen Ländern werde der Flugplan in den folgenden Wochen weiter ausgebaut. An Bord sei dabei das Tragen von Schutzmasken für Passagiere und Besatzung Pflicht. Zudem sollten die Maschinen besonders gründlich geputzt und desinfiziert werden. Einen Speiseservice an Bord werde es vorerst nicht geben.

Easyjet hatte seinen Flugbetrieb Ende März wegen der Corona-Pandemie vorübergehend eingestellt.

Die halbstaatliche türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines hingegen hat ihren Flugstopp wegen der Coronavirus-Pandemie erneut verlängert. Wie die Gesellschaft in der Nacht auf Donnerstag mitteilte, bleiben Inlandsflüge nun bis zum 4. Juni ausgesetzt, internationale Flüge bis zum 10. Juni. Zuvor war geplant gewesen, Verbindungen Ende Mai wieder aufzunehmen. Die Billigfluglinie Pegasus teilte mit, sie habe ihre Flüge bis zum 3. Juni ausgesetzt.

Südkorea: Verein wird für Sexpuppen bei Geisterspielen bestraft

09.38 Uhr: Diese Zuschauerattrappen waren ein teures Vergnügen: Der südkoreanische Fußball-Erstligist FC Seoul wird für die Platzierung von Sexpuppen auf der Tribüne zur Kasse gebeten. Die nationale K-League belegte den Verein mit einer Strafe von umgerechnet knapp 75.000 Euro. Am vergangenen Sonntag beim Geisterspiel gegen den FC Gwangju hatte Seoul die Sexpuppen als "Zuschauerersatz" auf den Rängen positioniert.

Angeblich nur ein Missverständnis: Sexpuppen auf der Tribüne des FC Seoul

Angeblich nur ein Missverständnis: Sexpuppen auf der Tribüne des FC Seoul

Foto: YONHAP/EPA-EFE/Shutterstock

Dies habe die "weiblichen Fans zutiefst gedemütigt und verletzt und die Integrität der Liga nachhaltig geschädigt", hieß es in der Urteilsbegründung des Ligaverbandes. Der Hauptstadtklub akzeptierte die Strafe und entschuldigte sich für das "Missverständnis". Man habe nicht gewusst, dass es sich bei den Puppen um Sexspielzeuge handele, so die Begründung des Vereins.

Die K-League hatte am 8. Mai mit zweimonatiger Verspätung wegen der Coronakrise vor leeren Rängen den Spielbetrieb aufgenommen. Die südkoreanischen Klubs versuchen allesamt mit Puppen, Plakaten und Bannern das triste Stadionbild etwas zu schmücken. Ein Sexshopbesitzer hatte nach Medienberichten deshalb versucht, seine Produkte auf diesem Weg zu bewerben - und der FC Seoul war auf dieses Angebot eingegangen. Der Verein schaltete deshalb nun die Polizei ein.

Coronakrise sorgt in Japan für drastischen Exporteinbruch

09.13 Uhr: Japans Exporte sind in Folge der Coronavirus-Pandemie so stark gesunken wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Die Ausfuhren der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt sackten im April gegenüber dem Vorjahresmonat um 21,9 Prozent ab, wie aus Regierungszahlen vom Donnerstag hervorgeht. Analysten hatten im Schnitt ursprünglich einen noch etwas stärkeren Rückgang um 22,2 Prozent erwartet. Im Vormonat waren die Exporte bereits um 11,7 Prozent gesunken. Auch die Importe gingen im April deutlich zurück. Hier war der Rückgang mit 7,2 Prozent geringer als von Ökonomen erwartet.

Brauereien in Mexiko-Stadt dürfen wieder arbeiten

07.00 Uhr: Ab Anfang Juni könne in Mexiko-Stadt nach knapp zwei Monaten erstmals wieder Bier gebraut werden, teilte Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum mit. Dann werde die Industrie in der Hauptstadt in die Liste unerlässlicher Aktivitäten aufgenommen.

Mexiko ist der viertgrößte Produzent und größte Exporteur von Bier der Welt. Die beliebteste mexikanische Marke - im In- wie im Ausland - ist Corona. Nachdem die Produktion für den einheimischen Markt als Teil der Maßnahmen gegen das Coronavirus im April eingestellt worden war, wurden in den vergangenen Wochen die Bierregale in den Geschäften immer leerer. Berichten zufolge erhöhten manche Läden die Bierpreise drastisch. Für den Export in die USA wurde allerdings - in reduzierter Menge - weiter gebraut.

Auf Twitter verbreiteten sich unter der Kennung #LaÚltimaChela (das letzte Bier - eine Anspielung auf das letzte Abendmahl Jesu) zahlreiche Nachrichten von Mexikanern, die mit Humor ihre Verzweiflung über die Bierknappheit ausdrückten.

Die neue Maßnahme gilt nur für Mexiko-Stadt. Wo im Land Einschränkungen aufgehoben werden, wird nach Angaben der Regierung je nach der örtlichen Ausbreitung des Coronavirus entschieden. Die ersten Lockerungen traten am Montag in einigen Gemeinden in Kraft.

Ägypten lässt Tourismus vorsichtig anlaufen - zunächst nur Landsleute

06.30 Uhr: Das auch bei Deutschen beliebte Reiseland Ägypten lässt den Tourismus trotz der Ausbreitung des Coronavirus langsam wieder anlaufen. Mit einem strengen Regelkatalog will das Land dafür sorgen, dass die Gefahr einer Ansteckung für Urlauber so gering wie möglich gehalten wird. Hotels dürfen bei 25 Prozent Belegung inzwischen einheimische Gäste empfangen und ab 1. Juni bei 50 Prozent Belegung. Wann ausländische Touristen wieder einreisen dürfen, ist derzeit unklar.

Den Auflagen zufolge müssen sich Hotels zunächst um ein Zertifikat bewerben, dass ihnen ausreichende Maßnahmen zum Schutz vor dem Virus bescheinigt. So müssen im Hotel ein Arzt und genügend Schutzbekleidung vorhanden sein sowie eine Art hauseigene Klinik für den Fall von Coronavirus-Erkrankungen. Ein Hotel-Stockwerk oder ein eigenes Gebäude muss für Infizierte oder Corona-Verdachtsfälle blockiert werden. Partys, Hochzeiten oder Unterhaltungsprogramme sind nicht erlaubt. Auch Jacuzzis, Wasserrutschen und Massage-Räume bleiben geschlossen.

In Ägypten sind nach offiziellen Zahlen ungefähr 14.300 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Es gibt aber Vermutungen, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegen könnte.

Mehr als 100.000 Infizierte in Peru

05.00 Uhr: In Peru ist die Zahl der Corona-Fälle auf mehr als 100.000 gestiegen. Damit ist der Andenstaat nach Brasilien das von der Corona-Pandemie am zweitstärksten betroffene Land in Südamerika. 104.020 Menschen hätten sich bislang nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch (Ortszeit) mit . Mindestens 3024 Patienten seien im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Um die Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu bremsen, hatte die peruanische Regierung zunächst recht strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt. Allerdings hielten sich offenbar viele Peruaner nicht an die Regeln. Zuletzt wurden die Maßnahmen zudem etwas gelockert.

Pflegebeauftragter will Besuchszonen mit Infektionsschutz in allen Pflegeheimen

04.15 Uhr: Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert angesichts der Erfahrungen in der Coronakrise, dass Besuchsmöglichkeiten mit Infektionsschutz zum Standard in Pflegeheimen werden. Der Schutz der Pflegebedürftigen vor Infektionen dürfe nicht dazu führen, dass die Menschen vereinsamen, sagte Westerfellhaus der "Rheinischen Post" . Als Beispiel für den Infektionsschutz nannte er abgetrennte Besuchszonen, in denen sich Heimbewohner und Angehörige durch eine Scheibe sehen können.

Andreas Westerfellhaus bei der Eröffnung des Deutschen Pflegetages (Archiv)

Andreas Westerfellhaus bei der Eröffnung des Deutschen Pflegetages (Archiv)

Foto: Bernd von Jutrczenka/ dpa

Westerfellhaus forderte zudem, auch für nicht-mobile Menschen, Demenzkranke und andere Heimbewohner, die solche abgetrennten Zonen nicht nutzen könnten, dauerhafte Regelungen für regelmäßige Besuche in Epidemie-Zeiten zu schaffen. Auch müssten Sterbende immer "zumindest eine definierte Person zum Abschied bei sich haben können". Werde dies nicht sichergestellt, würden "viele Menschen Angst vor einem Umzug in ein Pflegeheim haben".

Die Corona-Restriktionen für den Besuch von Pflegeheimen waren kürzlich etwas gelockert worden. Auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Bundesländer dürfen Menschen in Pflegeheimen wieder von einer Kontaktperson regelmäßig besucht werden.

Brasilien: Erstmals fast 20.000 neue Corona-Fälle in 24 Stunden

03.15 Uhr: Zum ersten Mal hat Brasilien fast 20.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden registriert. Das Gesundheitsministerium in Brasilia meldete am Mittwoch (Ortszeit) 19.951 neue Corona-Infektionen und 888 Tote im Zusammenhang mit dem Virus.

Am Dienstag hatte das Gesundheitsministerium erstmals über 1000 Corona-Tote mehr als am Vortag vermeldet. Nach dem Wochenende, wenn die Labors wieder in voller Besetzung arbeiten, steigen in Brasilien die Zahlen der Corona-Nachweise und der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gewöhnlich an.

Insgesamt sind in dem mit 210 Millionen Menschen einwohnerreichsten Land Lateinamerikas nach offiziellen Angaben bislang 18.859 Patienten im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, 291.579 Personen haben sich nachweislich infiziert.

Brasilien liegt nach den Daten der Johns-Hopkins-Universität bei der Zahl der Todesopfer damit weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz drei der am schwersten betroffenen Länder - hinter den USA und Russland. Die Dunkelziffer dürfte unter anderem wegen fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse weit höher liegen.

US-Flugzeugträger sticht nach Corona-Ausbruch wieder in See

3.00 Uhr: Fast zwei Monate nach dem Bekanntwerden von Coronavirus-Infektionen an Bord ist der US-Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt" wieder in See gestochen. Das Schiff lag wegen der Infektionen seit dem 27. März vor der Pazifikinsel Guam und wurde weitgehend evakuiert.

Insgesamt wurden rund 1000 der rund 5000 Crew-Mitglieder des nukleargetriebenen hochgerüsteten Flugzeugträgers positiv auf das Coronavirus getestet. Ein Besatzungsmitglied starb.

Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt" (Archivfoto)

Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt" (Archivfoto)

Foto: Mc3 Anthony N. Hilkowski/ Hando/US NAVY/dpa

Der Corona-Ausbruch sorgte für erhebliche Turbulenzen innerhalb der US-Marine. Kapitän Brett Crozier hatte Ende März in einem dramatischen Brief um Hilfe der Militärführung und eine rasche Evakuierung des Schiffs gebeten. Crozier wurde entlassen, nachdem das Schreiben an die Öffentlichkeit gelangt war. Das Schiff wurde evakuiert. Wenig später reichte dann der zuständige amtierende Marinestaatssekretär Thomas Modly seinen Rücktritt ein, nachdem er wegen abfälliger Äußerungen über Crozier in die Kritik geraten war. Das Verteidigungsministerium untersucht die Angelegenheit.

Boliviens Gesundheitsminister in Affäre um Atemgeräte festgenommen

02.10 Uhr: Boliviens Gesundheitsminister Marcelo Navajas ist wegen Korruptionsvorwürfen in der Covid-19-Pandemie entlassen und festgenommen worden. Dies berichtete die staatliche bolivianische Nachrichtenagentur ABI.

Gegen Navajas wird wegen des Skandals um den Kauf von 170 überteuerten und zudem ungeeigneten Atemgeräten ermittelt. Diese wurden von einem spanischen Hersteller für insgesamt fast fünf Millionen Euro gekauft.

Auch alle anderen Beamten, gegen die in dem Fall ermittelt wird, sollten entfernt werden, sagte eine Regierungssprecherin. Die bisherige Vize-Gesundheitsministerin, Eidy Roca, rückte an die Stelle von Navas.

Der Zeitung "El Deber"  zufolge gab Boliviens Regierung mehr als 28.000 Dollar pro Atemgerät aus. Nach Angaben des spanischen Unternehmens GP Innova kosten die Geräte aber nur zwischen 6500 und 8000 Dollar pro Stück.

In dem Andenstaat haben sich nach offiziellen Angaben bisher 4481 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 189 Patienten sind im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben.

Laschet verteidigt Wiederöffnung von Kitas

00.20 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat für den in seinem Bundesland geplanten Start eines eingeschränkten Regelbetriebs in den Kitas geworben. "Und wenn man sieht, dass inzwischen in Bayern Biergärten geöffnet haben, dann finde ich, haben auch die Kinder wieder Betreuung verdient", sagte der CDU-Politiker in der Sendung "ARD Extra". Er habe immer dafür plädiert, abzuwägen, "welche Schäden richten wir auch an, wenn Kinder jetzt seit über acht Wochen nicht mehr in den Kitas waren. Und dem versuchen wir jetzt, ein wenig Rechnung zu tragen".

In Nordrhein-Westfalen sollen alle Kinder ab dem 8. Juni wieder in ihre Kitas und die Tagespflege zurückkehren können - in einem eingeschränkten Regelbetrieb. So sollen die Jungen und Mädchen nur in einem reduzierten Umfang betreut werden, 15 bis 35 Stunden pro Woche.

USA: Ende von Einreisestopps aus Europa nicht absehbar

00.10 Uhr: Ein Ende des Einreisestopps für Ausländer aus Europa in die USA ist nach Angaben des Weißen Hauses derzeit nicht absehbar. "Wir haben noch keinen Zeitplan dafür", sagte Sprecherin Kayleigh McEnany. "Das vorrangige Anliegen des Präsidenten ist die Sicherheit der Amerikaner. Diese Reisebeschränkungen haben Leben gerettet." Präsident Donald Trump wolle zunächst sicherstellen, dass Leben von US-Amerikanern nicht gefährdet würden, bevor die Einreisestopps aufgehoben würden.

Bei der Ankündigung des Einreisestopps Mitte März hatte Trump gesagt, dass die Regelung auf 30 Tage begrenzt sei. Mitte April hatte er angekündigt, dass sie in Kraft blieben, bis es den vom Coronavirus stark betroffenen Ländern in Europa besser gehe. Reisende aus dem Schengenraum, Großbritannien und Irland dürfen nicht in die USA einreisen, solange die Beschränkungen in Kraft sind. Ausgenommen sind nur US-Amerikaner, bestimmte Diplomaten und Europäer, die eine langfristige Arbeitsgenehmigung in den USA haben, eine sogenannte Greencard. Auch deren Angehörige sind ausgenommen.

Tesla lässt Klage fallen

00.02 Uhr: Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat die Klage gegen die Ausgehbeschränkungen in der Coronakrise am Standort seines Stammwerks in Kalifornien fallen gelassen. Der Richter stellte das Verfahren daraufhin ein, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Tesla hatte den Bezirk Alameda County vor gut zehn Tagen verklagt, weil die Vorschriften zur Coronavirus-Eindämmung aus Sicht der Firma die Wiederaufnahme der Produktion ungerechtfertigterweise verhinderten.

Tesla-Chef Elon Musk hatte damals auch angekündigt, das Werk in einem Verstoß gegen die Vorschriften einfach wieder zu öffnen. Inzwischen erlaubte das Gesundheitsamt im Alameda County, dass Tesla das Hochfahren des Werks vorbereiten und dafür auch mehr Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz holen darf. Unklar ist bisher, wie viele der rund 10.000 Beschäftigten wieder in die Fabrik kommen. Tesla bekam vor einigen Tagen auch Besuch von der örtlichen Polizei, die die Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen wie der Nutzung von Masken überprüfte.

bam/cop/him/far/ngo/hba/dpa/AFP/sid