+++ News-Update +++ RKI meldet bundesweit 902 Neuinfektionen

Der Anstieg bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland setzt sich fort. Die Zahl der täglichen Todesfälle bleibt jedoch niedrig. Und: Auch im Rotlichtviertel von Amsterdam gilt jetzt Maskenpflicht. Der Überblick am 30. Juli.
Abstrichstäbchen in einem Testzentrum in Mecklenburg-Vorpommern: Die Zahl der bundesweiten Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist so hoch wie seit Wochen nicht mehr

Abstrichstäbchen in einem Testzentrum in Mecklenburg-Vorpommern: Die Zahl der bundesweiten Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist so hoch wie seit Wochen nicht mehr

Foto: Jens Büttner/ dpa

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WHO: Reisebeschränkungen nur nach Risikoabwägung aufheben

23.28 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht sich dafür aus, internationale Reisebeschränkungen schrittweise aufzuheben - allerdings nur nach einer gründlichen Risikoabwägung. Priorität sollten Reisen bekommen, die wegen Notfällen, der Rückführung von Reisenden oder humanitärer Anlässe anfielen.

Formel-1-Fahrer Perez positiv auf Coronavirus getestet

22.30 Uhr: Der mexikanische Formel-1-Fahrer Sergio Perez ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 30-Jährige vom Team Racing Point darf am Sonntag nicht am Großen Preis von Großbritannien teilnehmen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Briten ordnen Quarantänepflicht für Luxemburg-Reisende an

21.52 Uhr: Die britische Regierung ordnet für Reisende, die aus Luxemburg ins Land kommen, eine 14-tägige Quarantänepflicht an. Grund sei die Entwicklung der Pandemie in Luxemburg, teilt das Verkehrsministerium in London mit. Die Verpflichtung zur Selbstisolation tritt demnach in der Nacht zu Freitag in Kraft. Auch die Bundesregierung plant, die Regeln für die Einreise aus Coronavirus-Risikogebieten wie Luxemburg zu verschärfen. Am Mittwoch hatte Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn den deutschen Botschafter Heinrich Kreft deshalb zum Gespräch zitiert.

Maskenpflicht in Amsterdam und Rotterdam - auch im Rotlichtviertel

20.38 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen führen Amsterdam und Rotterdam als erste niederländische Städte eine Maskenpflicht ein. Diese gelte für besonders belebte Plätze, Straßen und Geschäfte, teilten die Großstädte mit. Die Maskenpflicht soll ab 5. August für alle Personen über 13 Jahren gelten.

In Amsterdam etwa dürfen dann das Rotlichtviertel, die Haupteinkaufsstraße Kalverstraat und populäre Märkte nicht mehr ohne Maske besucht werden. Die Pflicht ersetze aber nicht die Regel, einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einzuhalten, betonten die Behörden. Amsterdam hatte bereits für das Rotlichtviertel und den Innenstadtbereich strenge Maßnahmen ergriffen. So wurden Touristen aufgerufen, die Stadt nicht an den Wochenenden zu besuchen. Vor allem durch den Zustrom von Touristen kann der Sicherheitsabstand oft nicht eingehalten werden.

Die niederländische Regierung lehnt zwar eine allgemeine Masken-Pflicht bisher ab, gestattet aber regionale Gebote. Bisher muss in den Niederlanden nur in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Gesichtsmaske getragen werden - dazu gehören auch die Fähren.

Landwirtschaftsminister von Simbabwe stirbt an Covid-19

Perrance Shiri im Jahr 2017 bei seiner Vereidigung als Minister

Perrance Shiri im Jahr 2017 bei seiner Vereidigung als Minister

Foto: JEKESAI NJIKIZANA/ AFP

19.19 Uhr: Perrance Shiri ist an einer Infektion mit Covid-19 gestorben, erklärte Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa. Damit sei der Landwirtschaftsminister das erste Regierungsmitglied, das Corona zum Opfer fällt.

Shiri war zuvor General im Militär des Landes und hatte im Jahr 2017 einen Putsch unterstützt, mit dem der langjährige Präsident Robert Mugabe aus dem Amt gedrängt wurde. Shiri gilt als Kriegsheld. Er wird am Freitag in einer geschlossenen Zeremonie beerdigt: "Da nun feststeht, dass er an Covid-19 gestorben ist, werden wir die Beisetzung nach den Richtlinien der WHO gestalten", sagte Mnangagwa.

In Simbabwe gibt es 2879 bestätigte Fälle von Corona-Erkrankungen und 40 Tote.

Wurden die Gesundheitssysteme mancher Länder überschätzt?

19.09 Uhr: Die Gesundheitssysteme bestimmter Länder haben in der Corona-Krise aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlechter funktioniert als erwartet. "Vielleicht haben wir manche Annahmen über die Leistung in manchen Ländern gemacht, die sich nicht als zutreffend herausgestellt haben", sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan am Donnerstag in Genf. Konkrete Staaten nannte er nicht.

Die Organisation hatte die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vor sechs Monaten, am 30. Januar, zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Unter den 20 Staaten mit den weltweit höchsten Infektionszahlen sind neben dem Spitzenreiter USA auch Großbritannien, Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland.

Die WHO habe sich zu Beginn der Pandemie auf Hilfestellung für Länder konzentriert, von denen sie Hilfsbedarf erwartet habe, sagte Ryan. Das seien klassischerweise Staaten niedrigen und mittleren Einkommens, die Schwachpunkte in ihren Systemen haben. "Wenn ich rückwirkend etwas ändern könnte, denke ich, es hätte mehr gebracht, die Hilfestellung Ländern anzubieten, von denen wir bestimmte Annahmen über Kapazitäten hatten", so der Krisenkoordinator.

WHO warnt junge Menschen vor Nachlässigkeit in der Coronakrise

18.54 Uhr: "Es scheint, dass der Wiederanstieg der Fälle in mehreren Ländern teilweise darauf zurückzuführen ist, dass junge Menschen unachtsam geworden sind", sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer virtuellen Pressekonferenz in Genf. "Junge Menschen sind nicht unbesiegbar", warnte er: Auch sie könnten sich infizieren und sterben. Deshalb müssten sie die "gleichen Vorsichtsmaßnahmen treffen wie der Rest der Bevölkerung, um sich und andere zu schützen".

Weltweit haben sich nach offiziellen Angaben bislang rund 17 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Fast 670.000 Menschen starben an den Folgen der Infektion. Insbesondere in europäischen Urlaubsländern, wo junge Menschen Bars oder Strandpartys besuchen, ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder angestiegen. 

RKI meldet bundesweit 902 neue Corona-Infektionen

17.59 Uhr: In Deutschland haben sich innerhalb eines Tages etwas mehr als 900 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus den neuesten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Es ist die höchste Zahl seit Mai abgesehen vom lokalen Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies im Juni. Wegen technischer Schwierigkeiten präsentierte das RKI die Zahlen ausnahmsweise erst am Nachmittag.

Das RKI in Berlin

Das RKI in Berlin

Foto: Uwe Koch/Eibner-Pressefoto/ Eibner-Pressefoto/Uwe Koch

Insgesamt haben sich damit seit Beginn der Pandemie 207.828 Personen mit Sars-CoV-2 angesteckt. Die Zahl der Toten mit einer Covid-19-Erkrankung stieg zuletzt bundesweit um sechs auf insgesamt 9134. Rund 191.800 Menschen in Deutschland haben eine Infektion laut RKI inzwischen überstanden.

Als Ursache für den Anstieg nannte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. Ob es sich um den Beginn einer möglichen zweiten Welle handle, könne man nicht wissen. Bis vor einiger Zeit habe man es geschafft, die Fallzahlen stabil bei täglich neu gemeldeten 300 bis 500 Fällen zu halten.

Spanien registriert starken Neuanstieg der Infektionen

17.55 Uhr: In Spanien sind binnen 24 Stunden 1229 Neuinfektionen registriert worden - das ist die höchste Zahl seit Aufhebung der weitreichenden landesweiten Beschränkungen am 21. Juni. Insgesamt seien damit 285.430 Infektionen nachgewiesen worden, teilt das Gesundheitsministerium mit.

Frau von Brasiliens Präsident Bolsonaro positiv getestet

17.50 Uhr: Die Frau des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro ist mit dem Coronavirus infiziert. Das berichten brasilianische Medien übereinstimmend. Es gehe ihr gut und sie werde vom medizinischen Team des Präsidenten betreut, teilte demnach Bolsonaros Pressebüro mit.

Michelle und Jair Bolsonaro: Auch die Frau des brasilianischen Präsidenten wurde positiv auf Corona getestet

Michelle und Jair Bolsonaro: Auch die Frau des brasilianischen Präsidenten wurde positiv auf Corona getestet

Foto: EVARISTO SA/ AFP

Zuvor war nach Angaben der Nachrichtenagentur AP auch der Wissenschafts- und Technologieminister Marcos Pontes positiv auf das Virus getestet worden. Er ist das inzwischen fünfte Kabinettsmitglied, das sich infiziert hat. Pontes befindet sich derzeit in Isolation und hat laut AP grippeähnliche Symptome und Kopfschmerzen.

Bolsonaro hatte am 7. Juli seine Infektion öffentlich gemacht. Er hat sie inzwischen überstanden.

40 Mitglieder von Kirchengemeinde in Sinsheim infiziert

17.29 Uhr: Zahlreiche Mitglieder einer christlichen Gemeinde im baden-württembergischen Sinsheim haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes im Rhein-Neckar-Kreis, Andreas Welker, mit. Bisher seien 105 Gemeindemitglieder untersucht worden, die restlichen 77 sollten folgen.

Grund für die Flächentestung am Dienstag war der Kontakt eines positiv Getesteten zu der rumänisch-christlichen Gemeinde sowie weitere Infektionen in einer anderen Gemeinde in Baden-Württemberg. Dort wurden zwar zuletzt keine Gottesdienste mehr durchgeführt, es konnte nach Angaben der lokalen Behörden aber nicht ausgeschlossen werden, dass Gemeindemitglieder Gottesdienste in Kommunen in der Umgebung besucht haben.

Dänemark hebt Reisebeschränkungen für ganz Schweden auf

17.20 Uhr: Dänemark öffnet seine Grenzen für den Reiseverkehr aus und nach ganz Schweden. Laut Daten des dänischen Gesundheitsinstituts SSI, erfüllt Schweden dank fallender Corona-Zahlen nun auf nationaler Ebene das Kriterium von weniger als 20 wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Bislang galt dies nur für vereinzelte schwedische Regionen. Die jetzige Lockerung bedeutet, dass den Dänen nicht mehr von Reisen in ihr Nachbarland abgeraten wird und die Schweden zugleich nach Dänemark einreisen dürfen. Deutsche können ohnehin bereits seit Mitte Juni wieder in das nördliche Nachbarland einreisen.

Libyen verhängt strikten Lockdown

17.12 Uhr: In weiten Teilen des Bürgerkriegslandes Libyen gilt ab Freitag wieder ein Lockdown mit strenger Ausgangssperre. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, gilt die Maßnahme in den Gebieten, die von der international anerkannten Regierung um Ministerpräsident Fayez Sarraj kontrolliert werden. Sie ist demnach eine Reaktion auf den zuletzt starken Anstieg der Fälle in dem Land.

Ab Freitag sind nun bis auf Einkäufe alle Bewegungen im Freien untersagt. Insgesamt sind in Libyen 3222 Infektionen mit Sars-CoV-2 bestätigt, die Ausbrüche konzentrieren sich dabei auf die Haupstadt Tripolis sowie die Hafenstadt Misrata und Sebha im Süden des Landes.

Trump-Unterstützer Herman Cain an Covid-19 gestorben

16.50 Uhr: Der frühere US-Präsidentschaftskandidat Herman Cain ist tot. Ein entsprechender Hinweis wurde auf der Webseite und dem Twitteraccount des republikanischen Politikers veröffentlicht. Cain war Anfang Juli in ein Krankenhaus nahe Atlanta eingewiesen worden, dort hatte sich sein Zustand weiter verschlechtert.

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Zehn Tage vor seiner Einweisung hatte Cain noch an einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Trump in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma teilgenommen. Dabei hatte er keine Maske getragen, eine Tragepflicht hatte er in der Vergangenheit mehrfach kritisiert. Ob Cain sich auf der Veranstaltung mit dem Virus infizierte, ist jedoch unklar. Laut dem Eintrag auf seiner Webseite  war Cain in den Wochen vor seiner Erkrankung auf zahlreichen Terminen in verschiedenen Städten.

Trump hatte Cain in der Vergangenheit als seinen "Freund" und einen "wirklich wunderbaren Mann" bezeichnet. Der Geschäftsmann war Vorsitzender der Gruppe "Schwarze für Trump" und wurde zwischenzeitlich als Kandidat für den Chefposten der US-Notenbank Fed gehandelt.

EU weitet Einreisebeschränkungen aus

16.29 Uhr: Die EU-Länder erweitern die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen erneut. Nach einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss der EU-Staaten dürfen Reisende aus Algerien nur noch dann in die EU kommen, wenn dies zwingend notwendig ist. Lediglich Menschen aus elf Ländern dürfen dann noch normal in die EU einreisen. Zu den Staaten gehören Australien, Kanada, Georgien, Japan, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay.

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst zu verbieten.

Grundlage der EU-Liste ist vor allem die Zahl der neuen Covid-19-Fälle in den vergangenen 14 Tagen pro 100.000 Einwohner. Sie soll nahe am oder unter dem EU-Durchschnitt liegen. Zudem spielen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, der Trend der Infektionszahlen und die allgemeine Reaktion des jeweiligen Landes auf die Pandemie eine Rolle.

Schweiz empfiehlt Maskenpflicht in allen Geschäften

16.08 Uhr: Nach einem neuen deutlichen Anstieg der gemeldeten Corona-Infektionen haben Schweizer Bundesbehörden eine Maskenpflicht in allen Geschäften oder allen öffentlichen Räumen empfohlen. "Die Situation ist ernst, wir müssen jetzt einen Gang höher schalten", sagte Amtsdirektor Pascal Strupler. Landesweit gilt die Maskenpflicht bislang nur in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Das Bundesamt kann die Maskenpflicht in Geschäften nicht anordnen, weil für solche Maßnahmen die Kantone zuständig sind. In Genf, das besonders viele neue Infektionen verzeichnet hat, und in einigen anderen Kantonen sind Masken in Geschäften bereits vorgeschrieben. In mehreren Regionen wurde auch die Zahl von Besuchern in Bars und Klubs erneut begrenzt. Mit 220 neu gemeldeten Infektionen in den zurückliegenden 24 Stunden liegt die Infektionszahl in der Schweiz wieder auf dem Niveau von Ende April. Seit Beginn der Epidemie haben sich über 35.000 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1704 Menschen starben bislang an Covid-19.

Coronavirus, Covid-19, Sars-CoV-2? Was die Bezeichnungen bedeuten.

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom "neuartigen Coronavirus".

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen "Sars-CoV-2" ("Severe Acute Respiratory Syndrome"-Coronavirus-2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde "Covid-19" (Coronavirus-Disease-2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Johnson sieht Fortschritte im Kampf gegen Corona

16 Uhr: Großbritannien hat laut Premierminister Boris Johnson Fortschritte im Kampf gegen das Coronavirus gemacht. Johnson sagte jedoch, dass die Pandemie noch nicht vorbei sei. In zehn bis 30 Orten des Landes gebe es verstärkt Neuinfektionen. Es sei daher wichtig, dass sich die Briten an die Hygieneregeln hielten und Abstand wahrten.

England verschärfte zudem eine Maßnahme, um das Virus künftig besser einzudämmen. Wer positiv auf den Covid-19-Erreger getestet wurde oder typische Symptome wie hohes Fieber oder Riech- und Geschmacksverlust hat, muss künftig mindestens zehn Tage in Selbstisolation. Bisher waren nur mindestens sieben Tage vorgesehen. Es sei nicht auszuschließen, dass Infizierte auch noch nach einer Woche den Erreger verbreiten könnten, begründete der britische Gesundheitsminister Matt Hancock den Schritt. In Großbritannien entscheidet jeder Landesteil über seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie.

Island führt Kontaktbeschränkungen teilweise wieder ein

15.54 Uhr: Nach zwei neuen Corona-Infektionsclustern in Island führt die Regierung Kontaktbeschränkungen teilweise wieder ein. "Die Maßnahmen, die wir jetzt einführen, sollen uns später drastischere Einschränkungen ersparen", sagte Premierministerin Katrín Jakobsdóttir. Zusammenkünfte werden auf hundert Personen begrenzt, zudem sollen die Menschen fortan wieder mindestens zwei Meter Abstand voneinander halten. Die Maßnahmen sollen ab Freitag gelten.

Island hatte die Maßnahmen laut der Nachrichtenagentur Reuters erst in der vergangenen Woche gelockert und wieder Versammlungen mit bis zu tausend Menschen erlaubt. Insgesamt wurden auf dem Inselstaat bislang 1.872 Covid-19-Erkrankungen registriert, zehn Menschen starben bislang daran.

Weltcup-Reitturnier in Stuttgart abgesagt

15.42 Uhr: Das Weltcup-Reitturnier in Stuttgart fällt wegen der Folgen der Corona-Pandemie aus. Das gaben die Veranstalter bekannt. Erstmals nach 35 Jahren gibt es damit kein internationales Turnier in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Stuttgart war für Spring- und Dressurreiter als Weltcup-Etappe eingeplant, das Turnier sollte vom 11. bis 15. November stattfinden. Zuvor waren bereits Wettkämpfe in Oslo, Helsinki und Madrid abgesagt worden.

Hessens Innenminister sieht Rückkehr von Fans in Fußballstadien kritisch

15.28 Uhr: Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) glaubt nicht an eine baldige Rückkehr von Zuschauern in die deutschen Fußballstadien. "Eine Vollbesetzung der Stadien noch in diesem Jahr halte ich für ausgeschlossen", sagte Beuth.

Sollten die Infektionszahlen im Herbst niedrig bleiben, könne er sich jedoch schrittweise größere Zuschauerzahlen vorstellen. Dabei müsse auch geklärt werden, wie sich Mindestabstände einhalten sowie über welche Verkehrsmittel und Zugänge sich Fanströme regulieren ließen. "Klar ist auch, dass ohne Schutzmaske niemandem Einlass gewährt werden darf und striktere und strengere Kontrollen notwendig sein werden", sagte der Minister.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) plant bis zum Jahresende ein Stehplatz- und Alkoholverbot sowie den Verzicht auf Gästefans in den Stadien. Über ein einheitliches Vorgehen wollen die Vereine bei ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag abstimmen.

Donald Trump bringt Verschiebung der Präsidentschaftswahl ins Gespräch

15.14 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich erneut kritisch über eine mögliche Abstimmung per Brief bei der Präsidentschaftswahl im November geäußert. Eine allgemeine Briefwahl wegen der Corona-Pandemie führe dazu, dass die Wahl die "ungenaueste und betrügerischste der Geschichte" werde, schrieb Trump auf Twitter. Das wäre "eine große Peinlichkeit" für die USA.

Trump brachte zudem eine Verschiebung der Wahl ins Spiel. "Die Wahl verschieben bis alle Menschen richtig und sicher wählen können???" schloss der Präsident seine Nachricht. Er hatte bereits mehrfach versucht, die Briefwahl in ein schlechtes Licht zu rücken, weil er dabei Wahlmanipulationen vermutet. Für diesen Verdacht gibt es jedoch keine Beweise.

Die sozialen Netzwerke Twitter und Facebook hatten vorherige Tweets, in denen der Präsident teilweise Falschinformationen zur Briefwahl verbreitet hatte, deswegen bereits gelöscht und mit Hinweisen versehen. Trump liegt in Umfragen derzeit deutlich hinter seinem Herausforderer Joe Biden, dem designierten Präsidentschaftskandidaten der Demokraten.

Die Hürden für eine Verschiebung der Präsidentenwahl am 3. November sind allerdings extrem hoch, weil der Termin gesetzlich festgeschrieben ist. Eine Verschiebung erscheint daher sehr unwahrscheinlich.

Nach Familienfeier in Mecklenburg-Vorpommern: 12 Infizierte und 200 Menschen in Quarantäne

14.59 Uhr: Nach einer Familienfeier im Raum Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern sind mittlerweile zwölf Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sagte ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Von den zwölf Fällen entfielen elf auf den Landkreis und einer auf Schwerin. Rund 200 Kontaktpersonen seien in Quarantäne. Weitere Tests soll es am Donnerstag geben.

Nach einem Bericht der "Schweriner Volkszeitung" war wohl eine Baby-Begrüßungsparty mit mehr als 35 Personen nahe Hagenow der Ursprung des Infektionsgeschehens. Diese habe zum größten Teil im Freien stattgefunden, wegen des Wetters sei aber auch in einer Garage weitergefeiert worden. Demnach ist auch eine Mitarbeiterin des Jobcenters infiziert. Die Einrichtung wurde bis auf Weiteres komplett geschlossen, hieß es auf der Webseite .

USA erleiden historischen Konjunktureinbruch

14.50 Uhr: Die Wirtschaftsleistung in den USA ist im zweiten Quartal wegen der Coronavirus-Pandemie trotz gewaltiger Konjunkturpakete dramatisch eingebrochen. Von April bis einschließlich Juni schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach europäischer Berichtsweise um fast zehn Prozent. Die US-Regierung teilte indes einen aufs Jahr hochgerechneten Einbruch um 32,9 Prozent mit. Es war der tiefste Einbruch in einem Vierteljahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Im ersten Vierteljahr war die US-Wirtschaft aufs Jahr hochgerechnet bereits um 5 Prozent geschrumpft. Die Zuspitzung der Corona-Pandemie ab Mitte März stürzte die USA dann aber in eine schwere Wirtschaftskrise. In der zweiten Maihälfte und im Juni gab es bereits wieder Zeichen einer Erholung.

Die Zahl der wöchentlichen Anträge auf staatliche Arbeitslosenhilfe steigt dagegen erneut an. Insgesamt stellten vorige Woche 1,43 Millionen US-Bürger einen entsprechenden Erstantrag, teilte das Arbeitsministerium mit. Experten hatten laut der Nachrichtenagentur Reuters mit 1,45 Millionen gerechnet, nachdem es in der vorangegangenen Woche 1,42 Millionen waren.

Mehrwertsteuersenkung verringert Inflation in Deutschland

14.37 Uhr: Die Senkung der Mehrwertsteuer im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat die deutschen Verbraucherpreise im Juli erstmals seit mehr als vier Jahren fallen lassen. Sie sanken um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit.

Deutlich günstiger als im Juli 2019 waren Haushaltsenergie und Kraftstoffe (minus 6,7 Prozent). Nahrungsmittel verteuerten sich hingegen innerhalb eines Jahres um 1,2 Prozent. Um den Konsum in der Coronakrise anzukurbeln, hat die Bundesregierung die Mehrwertsteuer vom 1. Juli an für ein halbes Jahr gesenkt: von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise 7 auf 5 Prozent. Händlern und Dienstleistern steht es frei, ob und wie sie die niedrigere Mehrwertsteuer an die Verbraucher weitergeben.

Ärzte ohne Grenzen protestieren gegen Schließung von Corona-Testzentrum in Moria

14.18 Uhr: Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat gegen einen Beschluss der griechischen Kommunalbehörden auf der Insel Lesbos protestiert, die Schließung ihres Covid-19-Zentrums neben dem Flüchtlingslager Moria mit Sanktionen zu erzwingen. Wegen angeblicher Verstöße gegen die Stadtplanungsverordnung waren zuvor Geldstrafen verhängt worden. "Wir sind zutiefst enttäuscht, dass die Behörden auf Lesbos diese Bußgelder und die Drohung mit einer Klage aufrechterhalten", sagte Stephan Oberreit, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Griechenland.

Die Nachrichtenagentur dpa berichtet indes unter Berufung auf Athener Regierungskreise, das griechische Migrationsministerium wolle die Situation um das Lager von Moria selbst in den Griff bekommen. Dafür solle bis 20. August ein von Griechenland betriebenes neues Gesundheitszentrum für Covid-19-Verdachtsfälle vor dem Eingang des Camps eröffnet werden.

Ärzte ohne Grenzen teilte mit, die Organisation sei trotz der Behinderungen bereit, die griechische Regierung zu beraten, wie das Risiko einer Ausbreitung von Covid-19 in dem Lager in Moria verringert werden kann. Alle weiteren Projekte in der Region würden fortgesetzt. Auf der Insel waren im Mai zwei Migranten positiv auf das Virus getestet worden, einen Zusammenhang mit dem Lager Moria gab es damals jedoch nicht.

Weihnachtsmärkte in Sachsen sollen stattfinden

14.05 Uhr: Die Weihnachtsmärkte in Sachsen sollen auch in der Coronakrise stattfinden können. Je nach den Gegebenheiten vor Ort sei es jedoch wichtig, "verantwortungsbewusst und achtsam" zu handeln, sagte Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU). Die zweite Infektionswelle habe Deutschland erreicht und es gebe täglich neue Infektionsherde, sagte die Ministerin. Sie betonte aber auch die wirtschaftliche Bedeutung der Weihnachtsmärkte, etwa im Erzgebirge.

Weihnachtsmarkt in Bautzen (Archivbild)

Weihnachtsmarkt in Bautzen (Archivbild)

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

Laut dem Ministerium hatte der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller im Mai Planungssicherheit von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) gefordert. Der Freistaat unterstütze die Märkte unter der Voraussetzung, "dass die Infektionszahlen nicht erheblich steigen", hieß es. Die endgültige Entscheidung obliege den einzelnen Städten und Gemeinden.

Berliner Klub Berghain öffnet Außenbereich

13.36 Uhr: Im Berghain kann wieder gefeiert werden - zumindest der Garten des weltbekannten Berliner Techno-Klubs soll an diesem Samstag und Sonntag wieder öffnen. "Nach einer langen Pause wagen wir einen langsamen Start in den Sommer", heißt es auf der Homepage des Techno-Klubs. Wie die gesamte Berliner Klubszene ist auch das Berghain seit Mitte März geschlossen, eine Wiedereröffnung der Klubs selbst ist wegen der Coronakrise nicht in Aussicht.

Eingangsbereich des Berghain in Berlin: Am Wochenende soll im Garten des Klubs wieder gefeiert werden

Eingangsbereich des Berghain in Berlin: Am Wochenende soll im Garten des Klubs wieder gefeiert werden

Foto: Britta Pedersen/ dpa

Für die Party mit beschränkter Gästezahl und bei gutem Wetter hat das Berghain "zum Schutz aller Gäste und Mitarbeitenden" Hygienemaßnahmen vorgesehen. "Bitte bringt eure Masken mit, die Mund und Nase ausreichend bedecken und vermeidet direkten Kontakt mit anderen Gästen, sofern ihr nicht aus einem Haushalt kommen solltet", schrieben die Veranstalter. Maskenpflicht herrsche am Eingang, auf der Tanzfläche und in den Toiletten. Über den Tanzflächen und in den Toiletten seien Ventilatoren angebracht, "um die Verbreitung von Aerosolen zu vermeiden".

Kreisstadt Heide verhängt Kontaktbeschränkungen

13.30 Uhr: Wegen stark gestiegener Corona-Neuinfektionen sollen im schleswig-holsteinischen Heide ab Samstag wieder strengere Schutzmaßnahmen gelten. So werde es wieder die Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum geben, dass sich maximal zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen dürfen, sagte Landrat Stefan Mohrdieck.

In der Stadt im Kreis Dithmarschen sollen zudem öffentliche Veranstaltungen ausgesetzt werden, bis die Infektionszahlen wieder sinken. Der Heider Wochenmarkt dürfe nur noch mit einem Mund-Nasen-Schutz besucht werden. Zudem würden die Tests auf das Virus ausgeweitet. Am Mittwoch waren dem Landrat zufolge 13 weitere Corona-Neuinfektionen in dem Kreis festgestellt worden, sechs davon in Heide. Insgesamt gab es in den vergangenen sieben Tagen im Kreis Dithmarschen 44 Neuinfektionen, die meisten davon in Heide.

Mit der Zahl wird der Kreis noch nicht vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet deklariert. Rein rechnerisch müsste es dafür innerhalb von sieben Tagen mehr als 66,5 Neuinfizierungen in dem Kreis geben. Maßgeblich ist im Regelfall, ob in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt mehr als 50 Personen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage positiv auf das Coronavirus getestet worden sind.

Mehr als 20.000 Corona-Tests in Hanoi

12.52 Uhr: In der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi sollen Zehntausende Menschen auf das Coronavirus getestet werden. Mehr als 20.000 Einwohner, die zuvor den Corona-Hotspot Da Nang besucht hatten, seien per Textnachricht aufgefordert worden, sich innerhalb von drei Tagen auf das Virus testen zu lassen, teilten die örtlichen Behörden mit. In der Küstenstadt Da Nang waren am vergangenen Wochenende erstmals wieder Infektionen verzeichnet worden, nachdem das südostasiatische Land fast hundert Tage lang keine lokale Ansteckung mit dem Coronavirus gemeldet hatte.

Die Regierung will versuchen, eine zweite Virus-Welle zu verhindern. Am Donnerstag wurden neun neue Fälle in Vietnam gemeldet, die Gesamtzahl stieg damit auf 459. Die meisten Infektionen gab es in einem Krankenhaus in Da Nang, wo bislang 28 Patienten positiv getestet wurden. Die Stadt wurde weitgehend abgeriegelt. In Hanoi mit etwa acht Millionen Einwohnern wurden zwei neue Fälle bestätigt. In der Stadt wurden alle Cafés und Bars geschlossen, größere Menschenansammlungen wurden wieder verboten.

Vietnam war wegen strenger Maßnahmen bisher sehr erfolgreich im Kampf gegen die Pandemie. Bislang gab es keinen einzigen Todesfall in Zusammenhang mit Covid-19.

Bergsteiger dürfen ab Herbst wieder auf den Mount Everest

12.04 Uhr: Bergsteiger können bald wieder den Mount Everst und andere Berge im Himalaja besteigen. Das teilte das Tourismusministerium in Nepal mit. Im Frühling hatte das Ministerium den höchsten Berg der Welt und die anderen Gipfel wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Nun können jedoch wieder Bewilligungen für die Herbstsaison beantragt werden. Sie dauert normalerweise vom späten September bis zum frühen Dezember.

Die Erlaubnis kostet laut der Nachrichtenagentur dpa im Frühling mit den besten Wetterbedingungen über 9400 Euro, in der Herbstsaison werden noch mehr als 4700 Euro fällig. Weitere Kosten entstehen für die Versorgung vor Ort, Sauerstoffflaschen und Helfer. Ein durchschnittlicher Aufstieg kostet laut dem amerikanischen Bergsteiger und Blogger Alan Arnette insgesamt rund 40.000 Euro. Kletterer mit hohem Budget geben auch das Doppelte oder Dreifache aus

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Hochsaison am Mount Everest: Warteschlange am Gipfel

Unklar ist bislang jedoch, wann Bergsteiger tatsächlich wieder in die Region kommen. Internationale Flüge nach Nepal soll es laut den nepalesischen Behörden ab dem 17. August wieder geben. Ob Ausländer zunächst in Quarantäne müssen und einen negativen Corona-Test verlegen sollen, wollen die Behörden noch mitteilen.

Fauci warnt vor "Wiederaufflammen" der Pandemie in mehreren US-Bundesstaaten

11.51 Uhr: Der führende US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hat vor einem Anstieg der Coronavirus-Fälle in den Bundesstaaten Kentucky, Tennessee, Ohio und Indiana gewarnt. Fauci rief in einem Interview des Senders MSNBC daher am Mittwoch (Ortszeit) dazu auf, fünf Maßnahmen zu befolgen: Masken tragen, Menschenansammlungen meiden, einen Mindestabstand von rund 1,8 Meter einhalten, Händewaschen, sich von Bars fernhalten oder diese, wo möglich, schließen.

"Wenn wir nicht anfangen, diese fünf Prinzipien ziemlich strikt zu befolgen, wird es unvermeidlich passieren, dass die Bundesstaaten, die noch nicht in Schwierigkeiten sind, wahrscheinlich in Schwierigkeiten geraten werden", sagte Fauci. Der neuerliche Anstieg der Infektionszahlen in Florida, Arizona und Texas sei ein "todsicherer Hinweis darauf, dass man sich in einem Prozess befindet, bei dem man auf ein Wiederaufflammen zusteuert."

In den USA sind bislang mehr als 150.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, wie aus den Daten der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Bislang gab es in dem Land rund 4,4 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Allein am Mittwoch wurden demnach fast 71.000 Neuinfektionen und rund 1400 Tote gezählt.

Deutsche Bahn mit größtem Verlust ihrer Geschichte

11.34 Uhr: Die Corona-Pandemie hat die Deutsche Bahn laut Konzernchef Richard Lutz "in die schlimmste finanzielle Krise seit ihrem Bestehen gestürzt". Im ersten Halbjahr verbuchte die Bahn einen Verlust in Höhe von 3,7 Milliarden Euro, teilte der Konzern mit. Die Fahrgastzahl sank um 37 Prozent auf knapp 663 Millionen Reisende, der Umsatz ging um knapp zwölf Prozent auf 19,4 Milliarden Euro zurück.

Die Bahn will Lutz zufolge aber wegen des Klimaschutzprogramms der Regierung weiter investieren und weiter einstellen. Allein im ersten Halbjahr habe man 19.000 Zusagen an Bewerber gegeben. (Lesen Sie hier mehr zum Rekordverlust der Bahn.)

Hongkong nimmt Restaurant-Schließungen wegen Hitze wieder zurück

11.27 Uhr: Die Behörden in Hongkong haben nach der Schließung der Innenbereiche von Restaurants insgesamt 19 öffentliche Räume geöffnet, in denen Bewohner zuvor gekauftes Essen einnehmen können. Außerdem sollen gastronomische Betriebe ihre Innenbereiche ab Freitag wieder mit halber Auslastung nutzen dürfen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die chinesische Sonderverwaltungszone hatte am Mittwoch angeordnet, dass Restaurants ihre Innenbereiche schließen müssen und Essen nur noch außer Haus verkaufen dürfen.

Hongkonger essen im Freien bei sengender Hitze: Die Sonderverwaltungszone nimmt Restaurant-Schließungen wieder zurück

Hongkonger essen im Freien bei sengender Hitze: Die Sonderverwaltungszone nimmt Restaurant-Schließungen wieder zurück

Foto: TYRONE SIU/ REUTERS

Hintergrund der Maßnahme sind extreme Temperaturen in der Millionenmetropole. Zuletzt wurden bis zu 35 Grad Celsius gemessen. Reuters zufolge versuchten daraufhin etliche Bauarbeiter und Büroangestellte, im Freien schattige Plätze zu finden. Laut dem öffentlich-rechtlichen Sender RTHK sollen einige Menschen zum Essen sogar auf öffentlichen Toiletten Schutz vor der Hitze gesucht haben.

Von Hongkongs Regierung hieß es laut Reuters, man habe festgestellt, dass die Maßnahmen Arbeitern "Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten" bereitet hätten. Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen stieg am Donnerstag indes auf 149, was einen neuen Höchstwert bedeutet. Seit Ende Januar haben sich in Hongkong rund 3000 Menschen mit dem Virus infiziert, 24 starben an den Folgen einer Infektion.

Australierinnen droht wegen Corona-Einschleppungen mehrjährige Haft

11.08 Uhr: Drei Frauen aus dem australischen Brisbane drohen wegen der Einschleppung des Coronavirus in den Bundesstaat Queensland und der mutmaßlichen Fälschung ihrer Grenzerklärungen mehrere Jahre Gefängnis. Die zwischen 19 und 21 Jahre alten Frauen seien nach Melbourne gereist und hätten sich dort mit dem Virus angesteckt, berichteten australische Medien. Bei der Heimreise hätten sie demnach falsche Angaben gemacht, um eine Quarantäne zu umgehen.

In Melbourne herrscht wegen stark gestiegener Corona-Infektionszahlen seit mehr als drei Wochen ein strikter Lockdown. Queensland mit der Hauptstadt Brisbane und dem Great Barrier Reef galt mit insgesamt nur rund 1000 bestätigten Fällen dagegen bislang als erfolgreich im Kampf gegen das Virus.

Auf den Vorwurf des Betrugs stünden in Australien bis zu fünf Jahre Haft, berichtet die Zeitung "The Australian". Zudem könnten die Frauen wegen Verstoßes gegen das Gesetz für die öffentliche Gesundheit zu Bußgeldern in Höhe von rund 13.300 australischen Dollar (8000 Euro) verurteilt werden. Die Frauen befinden sich in Quarantäne und müssen am 28. September vor Gericht erscheinen.

Ölkonzerne machen Abschreibungen in Milliardenhöhe

10.42 Uhr: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen auch die Ölkonzerne hart. Der französische Konzern Total schrieb im zweiten Quartal einen Verlust von 8,4 Milliarden US-Dollar (7,1 Mrd Euro). Im Vorjahreszeitraum stand dagegen noch ein Gewinn von 2,8 Milliarden Dollar, teilte das Unternehmen mit. Als Grund für die Abschreibungen nannte Total-Chef Patrick Pouyanné den Einbruch der Nachfrage nach Öl und Gas infolge der Pandemie und den damit verbundenen Preisverfall.

Im zweiten Quartal sei der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent auf im Schnitt 30 Dollar je Fass abgesackt, sagte Total-Chef Pouyanné. Der Gaspreis habe einen historischen Tiefstand erreicht und die Margen im Raffineriegeschäft seien zusammengebrochen. Total will seinen Aktionären jedoch nicht die Dividenden kürzen.

Beim britisch-niederländischen Ölkonzern Royal Dutch Shell beträgt das Minus im zweiten Quartal 18,1 Milliarden Dollar (15,4 Milliarden) Euro, teilte das Unternehmen mit. Im Vorjahreszeitraum hatte Shell unter dem Strich noch drei Milliarden Dollar verdient. Der bereinigte Gewinn brach auf rund 638 Millionen Dollar ein.

Florida schließt wegen Tropensturm Corona-Testzentren

10.30 Uhr: Im US-Bundesstaat Florida sollen die staatlichen Teststellen ab Donnerstagabend vorerst geschlossen bleiben. Die aus Zelten bestehenden Einrichtungen könnten einem Hurrikan nicht standhalten, teilten die Behörden mit. Derzeit nähert sich der Tropensturm "Isaias" dem Bundesstaat. Das US-Hurrikan-Zentrum rechnet damit, dass der Sturm Ende der Woche auf die Küste trifft.

Provisorisches Corona-Testzentrum in Miami Beach (Archivfoto)

Provisorisches Corona-Testzentrum in Miami Beach (Archivfoto)

Foto: CHANDAN KHANNA/ AFP

Florida ist mit mehr als 450.000 gemeldeten Corona-Infektionen zu einem der Zentren der Pandemie in den USA geworden. Mehr Infektionsfälle hat nur der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat Kalifornien. Mehr als 6300 der 21 Millionen Einwohner Floridas sind nach Behördenangaben bisher an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Insgesamt registrierten die USA bereits mehr als 150.000 Corona-Tote.

Deutsche Wirtschaft bricht um mehr als zehn Prozent ein

10.08 Uhr: Die deutsche Wirtschaft ist wegen der Corona-Pandemie auch im zweiten Quartal im Rekordtempo geschrumpft - und zwar noch stärker, als von Ökonomen befürchtet. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von April bis Juni um 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der BIP-Berechnungen für Deutschland im Jahr 1970.

Zahl der Arbeitslosen steigt im Juli auf 2,91 Millionen

10 Uhr: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli gestiegen. Es waren 2,91 Millionen Menschen ohne Job, 57.000 mehr als im Juni und 635.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. (Lesen Sie hier mehr.)

Berliner Verkehrsbetriebe zählen 30.000 Fahrgäste ohne Maske in drei Wochen

9.45 Uhr: Tausende Menschen haben bei der Nutzung von Bussen oder U-Bahnen in Berlin zuletzt keine Masken getragen, obwohl sie dazu verpflichtet sind. Wie der "Tagesspiegel " berichtet, wurden laut den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) in den vergangenen rund drei Wochen 30.000 Verstöße gegen die Auflage registriert. So viele Menschen seien ohne Schutzmaske "angetroffen und auch angesprochen worden", berichtet die Zeitung. Zudem seien 1300 Masken verteilt worden, rund hundert Fahrgäste hätten ein Attest vorweisen können, das sie vom Tragen einer Maske befreit. In etwa 80 Fällen seien die Kontrolleure und Sicherheitskräfte der BVG bedroht und beleidigt worden.

Am Berliner U-Bahnhof Turmstraße gibt es Masken auch an einem Automaten zu kaufen

Am Berliner U-Bahnhof Turmstraße gibt es Masken auch an einem Automaten zu kaufen

Foto: Carsten Koall/ dpa

Die Maskenpflicht gilt seit 27. April in allen Fahrzeugen und Bahnhöfen des öffentlichen Nahverkehrs in Berlin, seit dem 07. Juli wird die Einhaltung von der BVG kontrolliert. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Vertragsstrafe in Höhe von 50 Euro rechnen. Sie wurde laut BVG insgesamt 200 Mal erhoben.

In der Hauptstadt steigt die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen derweil weiter. Zuletzt wurden 79 neue Fälle registriert, es ist laut "Tagesspiegel" der höchste Anstieg innerhalb eines Tages seit Ende Juni.

VW macht im zweiten Quartal Milliardenverlust

9.18 Uhr: Der Autohersteller Volkswagen hat im zweiten Quartal einen auf die Aktionäre entfallenden Nettoverlust von 1,6 Milliarden Euro eingefahren. Im Vorjahreszeitraum waren es noch knapp 4 Milliarden Euro Gewinn gewesen. "Das erste Halbjahr 2020 war durch die Covid-19-Pandemie eines der herausforderndsten in unserer Unternehmensgeschichte", sagte VW-Finanzvorstand Frank Witter. Der Konzern will nun die Dividende für das vergangene Jahr spürbar kürzen.

VW hatte Maßnahmen zur Kostensenkung und Liquiditätssicherung ergriffen, die der Konzern nun als erfolgreich bezeichnete. Sie hätten die Auswirkungen der Krise verringert. Volkswagen hatte die Produktion seit Mitte März über Wochen stillgelegt, weil in den Autohäusern sowieso keine Autos verkauft werden konnten. Abrufe bei den Zulieferern wurden auf Eis gelegt, damit die Lager nicht überquollen. Zehntausende Mitarbeiter wurden in Deutschland in Kurzarbeit geschickt, ähnliche Maßnahmen ergriff das Unternehmen mit seinen Tochtermarken in anderen Ländern.

Hoffnung machen indes die Entwicklungen in China. Dort lag das anteilige operative Ergebnis der Joint Ventures von VW im zweiten Quartal mit 1,13 Milliarden Euro rund 10 Prozent über dem Vorjahreswert. Die chinesischen Gemeinschaftsunternehmen mit ihren zuletzt wieder anziehenden Auslieferungen tauchen aus Bilanzierungsgründen jedoch nicht im Umsatz und operativen Ergebnis des Konzerns auf.

Kretschmann über Auslandsurlaub: "Zu kompliziert und auch nicht angemessen"

9.03 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) rät wegen der Corona-Pandemie vom Urlaub im Ausland ab. "Ich mache es einfach nicht, weil es zu kompliziert und auch nicht angemessen ist", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Zwar verbiete es sich nicht, aber: "In solchen Zeiten kann man einfach im Land bleiben und muss nicht in der Welt herumreisen." Er selbst wolle in diesem Sommer in den Bayerischen Wald fahren, sagte Kretschmann. Dort werde er wandern, aber auch Zeit mit seinen beiden Enkeln verbringen - etwa auf Spielplätzen oder im Zoo.

Bierabsatz wegen Corona-Pandemie so niedrig wie noch nie

8.43 Uhr: Die Brauereien in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2020 noch einmal weniger Bier verkauft als in den Jahren zuvor. Mit 4,3 Milliarden Litern wurde das niedrigste Ergebnis seit Einführung der aktuellen Statistikmethode im Jahr 1993 erzielt, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Menge lag demnach 6,6 Prozent unter dem Vergleichszeitraum im Vorjahr. Der Export ging dabei stärker zurück als der Inlandsabsatz.

Vor allem in den Monaten April (-17,3 Prozent) und Mai (-13,0 Prozent) lag der Absatz deutlich unter den Vergleichswerten aus 2019. Bars und Restaurants waren geschlossen, Feste und sonstige Großveranstaltungen abgesagt. Im Zuge der Lockerungen zog die Nachfrage dann wieder an und lag im Juni nur noch 1,9 Prozent unter dem Vorjahresmonat.

Australischer Bundesstaat meldet Coronavirus-Rekord

7.44 Uhr: In Australien hat der besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene Bundesstaat Victoria am Donnerstag die bisher höchste Zahl an Neuinfektionen seit Beginn der Krise verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien 723 Fälle hinzugekommen, 13 Menschen seien in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben, teilte der Premierminister von Victoria, Daniel Andrews, mit. Am Vortag waren noch weniger als 300 Neuinfektionen gemeldet worden. Nun sollen die Corona-Regeln weiter verschärft werden.

Andrews kündigte eine allgemeine Maskenpflicht für die gesamte Region im Südosten des Landes an. Zudem dürfen in weiten Teilen von Victoria die Menschen keine Besucher mehr in ihren Häusern empfangen. Allerdings werde das Virus besonders häufig am Arbeitsplatz übertragen, sagte Andrews. "Zu viele Menschen gehen weiter zur Arbeit, manche sogar mit einem positiven Testergebnis."

Der strikte Lockdown in Melbourne soll zunächst noch bis zum 19. August dauern. Ob er noch einmal verlängert wird, ist noch nicht entschieden. Am Mittwoch wurde auch die Millionenmetropole Sydney zu einem Corona-Hotspot erklärt. Der nördliche Nachbarbundesstaat Queensland führte Beschränkungen für Besucher ein: Bürger aus Sydney dürfen die Grenze nach Queensland nicht mehr überqueren. Heimkehrer müssen 14 Tage in Quarantäne.

Kontrollzentrum des Bundesstaates Victoria: Nach einem Rekord an Neuinfektionen sollen die Corona-Regeln verschärft werden

Kontrollzentrum des Bundesstaates Victoria: Nach einem Rekord an Neuinfektionen sollen die Corona-Regeln verschärft werden

Foto: Joe Armao/ dpa

Aidshilfe fordert Wiederzulassung von Prostitution trotz Corona

6.15 Uhr: Trotz der weiter schwelenden Coronavirus-Pandemie sollte Prostitution aus Sicht der Deutschen Aidshilfe zügig wieder erlaubt werden - in Bordellen, mobil und auf der Straße. Entsprechende Hygienekonzepte lägen vor, erklärte der Verband. Nachbarländer wie Belgien, die Niederlande, Österreich, die Schweiz und Tschechien hätten den Schritt bereits vollzogen, hieß es. Hierzulande werde Prostitution dagegen zurzeit ins Verborgene verdrängt und finde somit unter gefährlichen Bedingungen statt.

Ulf Kristal vom Vorstand der Aidshilfe sagte, Sexarbeit dürfe nicht anders behandelt werden als andere Tätigkeiten mit engem Körperkontakt. "Niemand hat darüber zu urteilen, ob für jemand anderen ein Friseurbesuch oder ein sexuelles Erlebnis wichtiger ist." Er wies darauf hin, dass das Tätigkeitsverbot viele Sexarbeiterinnen in Notlagen bringe. "Viele sind ohne Einkommen, nicht wenige auch ohne Wohnraum oder Krankenversicherung. Prekäre Lebenssituationen und Abhängigkeitsverhältnisse werden verschärft." Auf der anderen Seite werde Kunden und Kundinnen die sexuelle Dienstleistung vielfach verwehrt - was eine Einschränkung ihrer Sexualität sein könne.

Kristal sagte, die derzeitige Verdrängung in die Illegalität habe fatale Folgen. Menschen in der Sexarbeit brauchten ein sicheres Arbeitsumfeld mit fairen Regeln und rechtlicher Absicherung. "Sicherheit lässt sich nur unter legalen Bedingungen herstellen. Dort lässt sich auch Infektionsschutz am besten umsetzen. Gerade jetzt, wo Infektionszahlen wieder steigen, sind klare Spielregeln wichtig."

Wirre Theorien zum Coronavirus: Instagram löscht Beitrag von Popstar Madonna

5.45 Uhr: Sängerin Madonna hat auf Instagram krude Falschinformationen über einen angeblichen Impfstoff gegen Corona und das Mittel Hydroxychloroquin verbreitet. Der Mutterkonzern Facebook reagierte prompt. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Polizei könnte verpflichtende Corona-Tests mit Gewalt durchsetzen

5.30 Uhr: Verpflichtende Corona-Tests für Reiserückkehrer könnten nach Einschätzung der Polizeigewerkschaft GdP als letztes Mittel von der Polizei mit Gewalt durchgesetzt werden. "Wir müssen letztlich Recht durchsetzen und am Ende auch mit Zwang", sagte der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) . "Wenn die Verwaltungsanordnung zur Corona-Testpflicht durch Zwang durchgesetzt werden soll, ist das Aufgabe der Polizei." Die Entscheidung müsse aber auf Landesebene getroffen werden.

Der Gewerkschafter rief Reisende zur Zusammenarbeit auf. "Die Testpflicht erfordert ein hohes Maß an Verständnis von der Bevölkerung, denn so ein Test ist ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit", sagte Radek. "Grundsätzlich muss man zwischen der körperlichen Unversehrtheit des Einzelnen und den Interessen der Gesellschaft abwägen. Hier haben wir einen Fall, den wir im gesellschaftlichen Miteinander noch nicht hatten." Er rechne aber mit der Bereitschaft zu freiwilligen Corona-Tests, betonte Radek.

Speziell für Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten mit hohen Corona-Fallzahlen soll eine Testpflicht bei der Einreise nach Deutschland kommen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine Anordnung dafür angekündigt, die in der nächsten Woche in Kraft treten soll. Die Kosten für die kostenlosen Tests soll voraussichtlich der Staat tragen. Der Bund soll dafür den Zuschuss an die gesetzliche Krankenversicherung erhöhen.

US-Wirtschaft wegen Coronakrise vor Einbruch im zweiten Quartal

5.00 Uhr: Die US-Wirtschaft dürfte im zweiten Quartal wegen der Coronakrise dramatisch eingebrochen sein: Die US-Notenbank warnt vor einem historischen Negativrekord. Das genaue Ausmaß wird am Donnerstagnachmittag klar werden, wenn die Regierung die erste Schätzung zum Wachstum im zweiten Vierteljahr bekannt geben wird. In den ersten drei Monaten des Jahres - also im Wesentlichen vor der Zuspitzung der Pandemie in den USA Ende März - war die Wirtschaft aufs Jahr hochgerechnet bereits um fünf Prozent geschrumpft.

Für das zweite Quartal rechnen Analysten trotz gewaltiger Konjunkturpakete auf das Jahr hochgerechnet mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung von etwa 30 bis 40 Prozent. Nach der in Europa gebräuchlichen Berichtsweise im Quartalsvergleich entspräche das umgerechnet etwa einem Minus zwischen neun und zwölf Prozent.

Bahn-Gewerkschaft fordert Plan für zweite Corona-Welle

4.25 Uhr: Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert von der Deutschen Bahn, sich besser auf eine mögliche zweite Corona-Infektionswelle vorzubereiten. "Die ist dort noch nicht eingepreist", sagte der stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende, Klaus-Dieter Hommel, der Deutschen Presse-Agentur. Er verlangte einen Plan dafür, wie der bundeseigene Konzern in einem solchen Fall reagieren wolle.

Das Robert Koch-Institut hatte am Dienstag angesichts wieder steigender Zahlen bei den Neuinfektionen vor einer Trendumkehr in Deutschland gewarnt. Die neueste Entwicklung bereite "große Sorgen".

Die Bahn hatte während der Coronakrise einen Großteil der Züge weiter fahren lassen, obwohl die Fahrgastzahlen drastisch eingebrochen waren. Hommel betonte, dass die Aufrechterhaltung großer Teile des Betriebs nicht der Grund für die hohen Verluste seien, die die Bahn im ersten Halbjahr eingefahren habe. Im Fernverkehr gebe es hohe Fixkosten, die unabhängig davon anfielen, ob ein Zug fahre oder nicht.

An diesem Donnerstag will der bundeseigene Konzern die vollständige Halbjahresbilanz vorlegen. Auch aufgrund der Krise hat die Bahn in den ersten sechs Monaten einen Verlust von 3,7 Milliarden Euro eingefahren.

Maskenpflicht im US-Repräsentantenhaus

4.00 Uhr: Im Plenum des US-Repräsentantenhauses müssen ab sofort Masken getragen werden. Dies ordnete die Vorsitzende der Kongresskammer, Nancy Pelosi, am Mittwoch an. Ohne Atemschutz dürfen Abgeordnete und Mitarbeiter den Plenarsaal nicht mehr betreten. Die Anführerin der oppositionellen Demokraten reagierte mit der Anordnung auf den Fall eines republikanischen Abgeordneten, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat.

Der Parlamentarier Louie Gohmert aus Texas hatte kurz zuvor mitgeteilt, dass er positiv auf das Virus getestet worden sei. Er habe jedoch keine Symptome, sagte der 66-Jährige. Gohmert ist ein Verbündeter von Präsident Donald Trump. Am Mittwoch hatte er eigentlich mit Trump in den Bundesstaat Texas reisen sollen, deswegen war der Abgeordnete auf das Coronavirus getestet worden.

Nancy Pelosi trug zuletzt bei öffentlichen Auftritten eine Maske

Nancy Pelosi trug zuletzt bei öffentlichen Auftritten eine Maske

Foto:

TASOS KATOPODIS/ imago images/UPI Photo

Nun auch Super-Bowl-Star Williams: NFL-Spieler verzichten auf Saison

3.30 Uhr: Immer mehr Football-Spieler verzichten wegen der Coronavirus-Pandemie auf die kommende NFL-Saison. Am Dienstag entschied sich ein zweiter Profi von Super-Bowl-Champion Kansas City Chiefs gegen eine Teilnahme an dieser Spielzeit. Ligaweit haben sich in den vergangenen Tagen schon mehr als 30 Profis zu diesem Schritt entschlossen. Nach Laurent Duvernay-Tardif ist Runningback Damien Williams der zweite Chiefs-Spieler, der auf die Saison verzichtet. Der 28-Jährige zählte mit zwei Touchdowns im Februar zu den wichtigsten Spielern beim Super-Bowl-Sieg gegen die San Francisco 49ers und ist die erste Wahl auf seiner Position.

Zwischen der NFL und der Spielergewerkschaft NFLPA gibt es noch keine Einigung über die genaue Formulierung der Klauseln im Tarifvertrag. Vom Tag der Unterschrift an haben Profis nach Angaben von US-Medien noch sieben Tage Zeit, sich von der Saison zu verabschieden.

Nach NFLPA-Angaben haben sich vor Beginn der Trainingscamps in den vergangenen Tagen 107 NFL-Spieler mit dem Coronavirus infiziert. Seitdem die Spieler bei ihren Klubs sind, gab es demnach 21 positiv getestete Profis. Die NFL will ihre Saison im September starten und ähnlich wie die Major League Baseball in den Stadien der Teams spielen. Zuschauer wird es wohl nicht geben.

Covid-Konzert von Nena in Köln: 99 Versuchsballons

2.55 Uhr: Geht Pop in Zeiten der Pandemie? Ein Konzert mit Nena in Köln zeigt: Es ist nicht einfach - aber durchaus möglich. Auch, wenn die Sängerin zwischendurch mit dem Konzept zu fremdeln schien. Lesen Sie hier den ganzen Text.

Brasilien gibt internationalen Flugverkehr wieder frei

2.25 Uhr: In Brasilien steigen die Zahlen der täglichen Corona-Neuinfektionen rasant an. Der internationale Flugverkehr wird für ausländische Touristen nun trotzdem für zunächst 30 Tage wieder geöffnet. Touristen aus allen Ländern dürfen nach Brasilien reisen, solange sie für die Dauer ihrer Reise krankenversichert sind, hieß es in einem Regierungserlass am Mittwoch.

Brasilien öffnet seinen Luftraum schneller wieder als andere Länder in der Region mit weniger schweren Ausbrüchen, wie Kolumbien, Argentinien, Panama und Peru, die für internationale Touristenflüge geschlossen bleiben. Brasilien zählt nach den USA die zweitmeisten Corona-Infektionen weltweit.

Mittelstandsverband beklagt sich über Umsetzung der Mehrwertsteuersenkung

1.45 Uhr: In der Wirtschaft stößt die Umsetzung der Mehrwertsteuersenkung auf Kritik. "Die temporäre Mehrwertsteuersenkung gehört in die Kategorie: gut gedacht, schlecht gemacht", sagte Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Firmen hätten kaum Vorlaufzeit gehabt, um sich auf die ermäßigte Mehrwertsteuer vorzubereiten. Anwendungsschreiben des Bundesministeriums der Finanzen seien erst wenige Tage vor Inkrafttreten des Gesetzes veröffentlicht worden.

Teilweise würden bis heute Rechnungen mit den alten Mehrwertsteuersätzen erstellt, sagte Ohoven. "Die Folgen sind fatal, weil die Unternehmen dem Fiskus eine zu hoch ausgewiesene Mehrwertsteuer schulden." Um der Wirtschaft in der Coronavirus-Pandemie zu helfen, wurden am 1. Juli die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent und im ermäßigten Satz von sieben auf fünf Prozent gesenkt. Die Maßnahme gilt bis zum 31. Dezember.

Für Firmen, die es nur mit Geschäftskunden zu tun haben, bedeute die Steuersenkung "nur höhere bürokratische Belastungen und keinerlei Nachfrageeffekt", sagte Ohoven weiter. Für sie spiele die Steuer als durchlaufender Posten faktisch keine Rolle. Besonders kompliziert werde es etwa bei der Abrechnung von Teilleistungen von Handwerkern. "Die Abgrenzung ist oft schwierig. Bei gleichbleibendem Steuersatz ist das kein Problem, aber bei einer Mehrwertsteuersatz-Senkung nur für sechs Monate eine echte Herausforderung - mit zum Teil gravierenden Folgen."

Spätschäden bei Corona-Patienten

1.15 Uhr: Viele Menschen kämpfen noch Monate nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung mit Atemnot, Gedächtnislücken oder Organausfällen. Noch sind die Langzeitschäden des Coronavirus wenig erforscht. Hier geht es zum Film von SPIEGEL TV.

Dehoga fordert Klarheit über Polizei-Zugriff auf Gästelisten

0.45 Uhr: Der Gaststättenverband Dehoga fordert eine Klarstellung der 16 Landesregierungen, ob und wie die Polizei die bei Restaurantbesuchen notwendigen Corona-Gästelisten auswertet. "Das ist hochgradig sensibel", sagte die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der "Rheinischen Post" .

Die Gaststätten sind verpflichtet, persönliche Daten ihrer Gäste zu sammeln, damit die Gesundheitsämter mit deren Hilfe im Falle einer Covid-19-Erkrankung weitere potenziell infizierte Personen identifizieren können.

Nach Vorfällen in Hamburg und München, bei denen die Polizei die Gästedaten auch zur Strafverfolgung nutzte, verlangt der Verband eine eindeutige Regelung in den Corona-Verordnungen der Länder. "Da muss dringend für Klarheit gesorgt werden", sagte Hartges.

Zuvor hatte schon die FDP verlangt, hohe Hürden für den Zugriff von Ermittlern einzuziehen. Ähnlich äußerte sich kürzlich der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann. Bundesweit häufen sich nach seinen Worten Berichte, wonach Polizisten auf die Corona-Gästelisten zugreifen.

Restaurantbesuch in Deutschland: Ein Mund-Nasen-Schutz muss getragen und die Kontaktdaten auf einer Liste hinterlassen werden

Restaurantbesuch in Deutschland: Ein Mund-Nasen-Schutz muss getragen und die Kontaktdaten auf einer Liste hinterlassen werden

Foto: Jens Büttner/ dpa

Bereits mehr als 150.000 Corona-Tote in den USA 

00.20 Uhr: In den USA sind inzwischen mehr als 150.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Mittwoch (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Bislang gab es in den USA demnach rund 4,4 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Die Opferzahl in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. An zweiter Stelle steht derzeit Brasilien mit fast 90.000 Toten. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Opfer jedoch unter anderem in Belgien, Großbritannien, Spanien, Italien und Schweden höher als in den USA. In Belgien etwa starben Johns Hopkins zufolge rund 86 Menschen pro 100.000 Einwohner, in Spanien und Italien etwa 60, in Schweden 56. In den USA waren es bislang 45 Menschen pro 100.000 Einwohner - in Deutschland elf Menschen.

Die Pandemie hat sich in den USA seit Mitte Juni wieder deutlich zugespitzt. Zuletzt wurden täglich rund 60.000 bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Besonders betroffen sind momentan unter anderem die Bundesstaaten Florida, Texas, Arizona und Kalifornien.

Steigende Corona-Zahlen weltweit: Wo sich das Virus ausbreitet

00.15 Uhr: China, Spanien, Australien: Nicht nur in Deutschland steigen die Corona-Fallzahlen. Doch bedeutet das in jedem Fall eine zweite Welle? Hier geht es zum Überblick.

Brasilien meldet Rekord an Neuinfektionen

00.10 Uhr: In Brasilien hat die Coronavirus-Pandemie einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Behörden registrierten am Mittwoch 69.074 neue Coronavirus-Fälle - so viel wie nie zuvor an einem Tag. Die Zahl der Corona-Toten stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums um 1595. Damit haben sich in Brasilien nachweislich über 2,5 Millionen Menschen infiziert, 90.134 sind nach der Infektion gestorben. 

PayPal profitiert vom Onlineshopping-Boom in Coronakrise

00.05 Uhr: Boomende Ausgaben im Internet haben dem Onlinebezahldienst PayPal inmitten der Coronakrise starke Geschäftszahlen beschert. Im zweiten Quartal schoss der Nettogewinn verglichen mit dem Vorjahreswert um 86 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) nach oben. Zudem gab das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss einen Umsatzanstieg um 22 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar bekannt. Das gesamte abgewickelte Zahlungsvolumen kletterte um 29 Prozent auf 222 Milliarden Dollar.

Der kräftige Anstieg zeigt, dass sich die Verbraucherausgaben aufgrund von Ausgehbeschränkungen während der Pandemie stark ins Internet verlagert haben. Die Quartalszahlen übertrafen die Markterwartungen klar, die Aktie verbuchte nachbörslich deutliche Kursgewinne. Auch für das laufende Vierteljahr zeigte sich PayPal relativ zuversichtlich und stellte ein Umsatzwachstum von 23 Prozent in Aussicht. Für das gesamte Geschäftsjahr 2020 rechnet das Unternehmen mit einem rund 20-prozentigen Anstieg der Erlöse.

ptz/sen/fek/kko/kfr/mwo/dpa/AFP/Reuters/AP