News-Update Die wichtigsten Entwicklungen zum Coronavirus am Donnerstag

Erstmals hat ein Land mehr bestätigte Coronavirus-Fälle als China, in den USA verdoppelte sich die Zahl der Infizierten fast seit Wochenbeginn. Die Zahlen aus China machen jedoch skeptisch. Der Überblick.
In Brooklyn stellen Industriefirmen Infektionsschutz für die Bewohner vor

In Brooklyn stellen Industriefirmen Infektionsschutz für die Bewohner vor

Foto: ANGELA WEISS/ AFP

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USA zieht bei Infektionen offiziell an China vorbei

23.28 Uhr: Die USA haben China als Land mit den meisten Coronavirus-Infektionen abgelöst. Das geht aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore  hervor.

Demnach sind in den USA 82.404 Infektionen bestätigt, das ist fast eine Verdopplung im Vergleich zum Wochenstart. In China gibt es dagegen 81.782 offizielle Fälle, fraglich ist jedoch, wie belastbar die Zahlen aus China sind. Seit Ende Februar stagniert die Zahl der offiziellen Infektionen.

Der Ausbruch der Pandemie ist auf die chinesische Provinz Hubei zurückzuführen. Laut der Johns-Hopkins-Universität starben allein 3169 Menschen in Hubei an den Folgen des Coronavirus. Im restlichen Land sollen es dagegen nur 122 Fälle sein. Weil nationale Behörden den Ausbruch anfänglich vertuscht haben sollen, sind die Zahlen mit Skepsis zu betrachten.

Bundesländer unterstützen polnische Berufspendler

23.02 Uhr: Polnische Berufspendler sollen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern finanzielle Unterstützung bekommen, wenn sie weiter in den beiden Bundesländern arbeiten. Nach Inkrafttreten einer Verordnung des polnischen Gesundheitsministers unterliegen Arbeitspendler ab Freitag einer 14-tägigen Quarantäne, wenn sie nach Polen zurückreisen.

Bleiben sie stattdessen westlich der Grenze und arbeiten weiter, sollen sie demnach eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 65 Euro bekommen. Plus 20 Euro pro Familienmitglied, das sich ebenfalls in einem der beiden Bundesländer aufhält. Mit dem Geld soll der entstehende Mehraufwand etwa für Unterbringung in Hotels oder Pensionen und Verpflegung ausgeglichen werden.

Nach Angaben der Regierung in Schwerin pendeln jeden Tag rund 3000 Arbeitnehmer aus der benachbarten Wojewodschaft Westpommern über die Grenze nach Mecklenburg-Vorpommern, sie arbeiten vor allem in Krankenhäusern. In Brandenburg sind von den etwa 40.000 Beschäftigten in der Landwirtschaft fast 1000 Berufspendler aus Polen.

Zahl der Toten in Frankreich steigt - 16-Jährige stirbt

21.15 Uhr: Die Zahl der Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus ist in Frankreich weiter stark gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden habe es 365 neue Fälle gegeben, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Donnerstag in Paris. Damit liege die Zahl nun bei 1696. Erstmals sei in Frankreich auch eine Jugendliche unter den Todesopfern - die 16-jährige Covid-19-Patientin sei in der Region Paris gestorben, so Salomon.

Den Angaben zufolge befinden sich derzeit 3375 Patientinnen und Patienten mit schweren Krankheitsverläufen auf Intensivstationen. Die Zahl der bestätigten Infektionen ist um rund 4000 Fälle auf 29 155 gestiegen.

Die Gefahr der Superspreader

20:45 Uhr: Zu Beginn einer Pandemie können Einzelne die Ausbreitung eines Virus ungewollt massiv beschleunigen. Auch im Fall des Coronavirus wird von mehreren sogenannten Superspreading-Ereignissen ausgegangen. Lesen Sie hier eine Analyse über die Ausbreitung des Coronavirus.

Deutschland nimmt 47 Italiener auf

20.17 Uhr: Deutschland will weitere schwer erkrankte Covid-19-Patienten aus Italien aufnehmen. Das Auswärtige Amt teilte via Twitter mit, dass es Zusagen verschiedener Bundesländer gebe, 47 Intensivpatienten zu behandeln. Außenminister Heiko Maas schrieb dazu: "Wir stehen an der Seite unserer Freundinnen & Freunde." Beteiligt sind unter anderem Kliniken in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Hessen und Berlin.

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In anderen Bundesländern werden bereits Intensivpatienten aus Frankreich und Italien behandelt, beide Länder sind von der Pandemie besonders betroffen. Thüringen kündigte an, ein Team der Universitätsklinik Jena zur Versorgung von Covid-19-Patienten nach Italien zu schicken.

Weltweit mehr als eine halbe Million Coronavirus-Fälle

19.55 Uhr: Weltweit haben sich nach Angaben von US-Experten bereits mehr als eine halbe Million Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Bei mehr als 510.000 Menschen ist laut einer Übersicht der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität eine solche Infektion bestätigt. Rund 23.000 Menschen starben demnach inzwischen nachweislich an der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19. Das Virus breitete sich zuletzt rasant aus: Die Zahl der weltweit bekannten Infektionen hatte nach Angaben der US-Universität erst am Samstag die Marke von 300.000 durchbrochen, am Dienstag dann die Marke von 400.000.

Die Schwerpunkte der Krise haben sich inzwischen verlagert: Besonders schwer getroffen ist Italien mit inzwischen bereits auch mehr als 80.000 gemeldeten Infektionsfällen und mehr als 8100 Toten.

Adidas zahlt ab April keine Ladenmiete mehr

19.29 Uhr: Adidas will für seine derzeit geschlossenen Shops von April an keine Miete mehr zahlen. Eine Sprecherin bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Das sei im Handel aber nicht ungewöhnlich. "Es ist richtig, dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen temporär aussetzt, wo unsere Läden geschlossen sind. Wir sind dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch." Viele Länder, wie auch Deutschland, haben die Schließung von Einzelhandelsgeschäften angeordnet, um die Ausbreitung des Coronavirus zu dämpfen.

Iranische Oppositionsgruppe wirft Regierung Vertuschung vor

18.53 Uhr: Nach Angaben der iranischen Oppositionsgruppe The National Council of Resistance of Iran (NCR) vertuscht die Regierung in Teheran das wahre Ausmaß der Corona-Epidemie im Land. Ziel sei es, das eigene Missmanagement zu verbergen und so einen befürchteten Aufstand zu verhindern. Anstatt der offiziellen 2200 Toten seien bereits 11.500 Iraner an einer COVID-19-Infektion gestorben. Die Gruppe stützt sich auf ein angeblich weitreichendes Netz von Informanten in den Gemeinden und im medizinischen Personal.

In Teheran gebe es danach bereits 1700 Todesopfer, in Isfahan 1360 und 1300 in Ghom. Pro Tag stürben sechzig bis siebzig Menschen allein in Ghom, so der Sprecher der Gruppe, Mohammad Mohadessin. Auf dem zentralen Friedhof der Hauptstadt, Behesht-e Zahra, wurden nach Recherchen des NCR bis zum 18. März allein 1.250 Opfer begraben.

Die Angaben lassen sich aktuell nicht unabhängig überprüfen. Der NCR mit Sitz in Paris und Albanien gilt als Neuauflage der Mujahedin-e-Khalq, die von den USA bis 2012 auf der Liste terroristischer Vereinigungen geführt wurde. Allerdings hat sie seit fast zwei Jahrzehnten keine Gewaltakte mehr verübt. Recherchen von SPIEGEL und anderen Medien legen zumindest nahe, dass die tatsächlichen Zahlen der Todesopfer deutlich über den Angaben der Regierung in Teheran liegen. 

Niederländisches Königspaar sagt Staatsbesuch in Deutschland ab

18.46 Uhr: Das niederländische Königspaar hat wegen der Coronakrise den für Juni geplanten Staatsbesuch in Deutschland abgesagt. Der Besuch sei bis auf Weiteres verschoben worden, teilte der Hof mit. König Willem-Alexander und seine Frau Máxima sollten vom 2. bis 4. Juni Berlin besuchen. Es sollte der Abschluss einer Reihe von Besuchen des Paares in verschiedenen Bundesländern sein. Der Beschluss sei "in gutem Einvernehmen mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier" gefasst worden.

Wieder größerer Anstieg bei Infektionen in Italien

18.32 Uhr: Nach einem leichten Rückgang bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Italien sind die Zahlen wieder angestiegen. Insgesamt hatten sich bis Donnerstag nachweislich 80.539 Menschen infiziert, das sind 6153 mehr als am Vortag, wie der Zivilschutz mitteilte. Die Zahl der Toten stieg weiter stark: Bis Donnerstag waren es 8165, 662 mehr als am Vortag. In den letzten Tagen waren die Neuinfektionen etwas niedriger gewesen, so dass die Hoffnung gewachsen war, dass die strikten Ausgangsbeschränkungen Wirkung zeigten.

Der Regionalpräsident der besonders betroffenen Region Lombardei, Attilio Fontana, sagte, die Zahlen seien "nicht gut" und würden ihm Sorge bereiten.

Real Madrid funktioniert Stadion in Lagerhalle um

18.26 Uhr: Das Fußballstadion von Real Madrid wird in eine Lagerhalle für medizinische Ausrüstung umfunktioniert. Im Estadio Santiago Bernabeu sollen Spenden von Unternehmen und Organisationen gelagert werden, wie der spanische Rekordmeister mitteilte. Real Madrid habe zusammen mit dem Hohen Sportrat ein Projekt gestartet, um medizinische Versorgungsgüter für den Kampf gegen das Coronavirus bereitzustellen und zu verteilen, erklärte der Verein.

Klopapier-Alternativen stellen Abwasserentsorger vor Probleme

18.20 Uhr: Dass in Zeiten des Klopapiermangels immer mehr Menschen Küchenpapier oder Feuchttücher für den Toilettengang benutzen, bereitet niedersächsischen Abwasserentsorgern Probleme. "Das ist nicht witzig", sagte eine Sprecherin der Stadt Neustadt am Rübenberge. Immer mehr synthetische Feuchttücher landeten in den Toiletten und würden die Laufräder der Pumpwerke verstopfen. Auch die Stadtentwässerung Braunschweig verzeichnete mehr Taschentücher oder Küchenpapier im Abwasser. Dieses "nassfeste Papier" führe jedoch zu Verstopfungen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Im niedersächsischen Ottersberg hatte die Verwaltung schon vergangene Woche Fotos von verstopften Rechen in der Kläranlage veröffentlicht und die Bevölkerung eindringlich darum gebeten, Feuchttücher im Hausmüll zu entsorgen. Auch in den USA hatten Entsorgungsunternehmen vor verstopften Abwassersystemen gewarnt.

Hedgefondsmanager hat mit Corona-Crash 2,6 Milliarden Dollar eingestrichen

18.18 Uhr: Bill Ackman gehört zu den aggressivsten Investoren weltweit. Er hat früh auf einen Börsenabsturz gewettet - und damit viel Geld gemacht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Trump will Soldaten an Grenze zu Kanada schicken

18.04 Uhr: US-Präsident Donald Trump will Soldaten an die Grenze zu Kanada schicken, um die dortigen Zoll- und Grenzschutzeinheiten der USA zu unterstützen. Nach dem Plan würden knapp tausend Soldaten an die Grenze zu Kanada entsandt sowie mehrere Hundert zusätzliche Soldaten an die zu Mexiko. In Kanada stößt die Idee auf Kritik. Eine Stationierung von Soldaten an der gemeinsamen Grenze lehne sie strikt ab, sagte Vize-Regierungschefin Chrystia Freeland.

Astronaut Gerst: Positiv nach vorne schauen

18.03 Uhr: Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat sich für optimistisches Denken ausgesprochen. "Es ist sehr wichtig in solchen Zeiten, dass man positiv nach vorne schaut", sagte Gerst in einer Online-Videoschalte der Initiative Asteroid Day und der Europäischen Weltraumorganisation (Esa). Er sei "sehr positiv, dass wir alle zusammen das hinkriegen". So eine Herausforderung zu überwinden, habe etwas Gutes für das Gemeinschaftsgefühl.

Gerst sagte, es gebe durchaus ein sehr wirkungsvolles Mittel, die Krankheit einzudämmen: zu Hause zu bleiben. Damit habe man Kontrolle über die Situation. Dies sei auch in der Raumfahrt wichtig, um Ängsten vorzubeugen. Die "Balance zwischen Arbeit und Privatleben" sei wichtig - auch für Menschen in Quarantäne, sagte Gerst. "Da muss man dann wirklich auch tatsächlich strukturiert eine künstliche Grenze schaffen."

Der frühere deutsche Astronaut Thomas Reiter sagte in der Esa-Talkrunde, die Situation von Menschen in Quarantäne sei "gar nicht unähnlich dem, was die Astronautinnen und Astronauten an der Bord der ISS für viele Monate erleben müssen" - wobei er hoffe, dass die gegenwärtige Situation in der Corona-Krise nicht so lange andauern werde.

Zahnärzte fürchten um ihre Existenz

17.53 Uhr: Zahnärzte in Deutschland machen sich Sorgen wegen existenzbedrohender Einnahmeausfälle. Da nur dringende Behandlungen durchgeführt werden sollten, gebe es viel weniger zu tun, sagte der Pressebeauftragte des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ), Joachim Hüttmann. Ein großer Teil der Praxen habe Kurzarbeit angemeldet und/oder Teile der Belegschaft nach Hause geschickt. Für Praxen ohne ausreichende Rücklagen könne das existenzbedrohend sein.

Auch die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) spricht von existenziellen Problemen. "Steuert hier die Bundesregierung nicht gegen, droht vielen Praxen die Insolvenz beziehungsweise frühzeitige Aufgabe", sagte Kammer-Präsident Peter Engel kürzlich. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hatte einen finanziellen Schutzschirm für die Praxen gefordert.

Zudem mangelt es laut dem Zahnärzte-Verband FVDZ in den Praxen an Hilfsmitteln für den Schutz vor dem Virus. "Wir brauchen Handschuhe, Mund-Nasenschutz, Händedesinfektion und Flächendesinfektion, sonst werden die Praxen schließen müssen", sagte Hüttmann.

Fast tausend Tote in den USA

17.48 Uhr: In den USA ist die Zahl der Todesopfer durch Covid-19 der Gesundheitsbehörde CDC zufolge binnen eines Tages auf 994 gestiegen. Am Vortag, dem 24. März, seien es noch 737 gewesen. Auch deutlich mehr Menschen wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Die Zahl stieg den Behörden zufolge von 54.453 Fällen auf 68.440.

Giffey: Bei überfüllten Frauenhäusern etwa Hotels anmieten

17.42 Uhr: Überfüllte Frauenhäuser können kurzfristig Hotels und Ferienwohnungen nutzen. Sollten Frauenhauskapazitäten erschöpft sein, könne die Unterbringung unbürokratisch durch Länder und Kommunen ausgeweitet werden, teilte Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) mit. Zuvor hatte Giffey bereits über Facebook eine Einigung mit den zuständigen Ministerinnen und Ministern der Länder verkündet. Demnach sollen entsprechende Räumlichkeiten durch Länder und Kommunen kurzfristig angemietet werden können. Expertinnen und Experten erwarten eine Zunahme von Fällen häuslicher Gewalt in der Corona-Krise.

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"Auch in Zeiten von Corona müssen Frauen, die von Gewalt betroffen sind, die Hilfe bekommen, die sie benötigen", teilte Giffey mit. Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" sei gerade auch in der aktuellen Coronakrise unverzichtbar. Neben dem bundesweiten Hilfetelefon würden auch vorhandene telefonische Beratungsangebote wie die "Nummer gegen Kummer" für Kinder und Jugendliche oder das Elterntelefon gestärkt. Zudem würden im Netz niedrigschwellige Hilfsangebote ausgebaut. Angesichts der Coronakrise könnten Druck und Konflikte in Familien auch in Gewalt gegen Kinder und Jugendliche münden, hieß es.

Unter der kostenfreien Nummer 08000 116 016 erhalten Frauen Erst- und Krisenunterstützung. Anruferinnen können anonym bleiben und Beratung in insgesamt 18 Sprachen erhalten.

Experten warnen vor "massiven Verstaatlichungen"

Die Regierung spannt für Firmen einen Rettungsschirm, der auch milliardenschwere Staatsbeteiligungen ermöglicht. Zwei prominente Ökonomen halten das für gefährlich - und fordern ein Kontrollgremium. Mehr dazu lesen Sie hier.

Portugal verzeichnet starken Anstieg der Corona-Todesopfer

17.31 Uhr: Die Zahl der Todesopfer in Portugal kletterte um 17 auf insgesamt 60, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Das ist ein Anstieg von fast 40 Prozent in nur 24 Stunden. Die Zahl der Bürger, die sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infizierten haben, stieg um 18 Prozent auf mehr als 3500.

Von den Infizierten lagen am Donnerstag den amtlichen Angaben zufolge insgesamt 252 Covid-19-Kranke in Krankenhäusern - davon 61 auf Intensivstationen. Gesundheits-Staatssekretär António Sales macht sich Sorgen um die Kapazitäten der Krankenhäuser. "Es ist immens wichtig, dass nicht alle Infizierten gleichzeitig krank werden", sagte er in Lissabon. Die Behörden teilten aber mit, die Lage sei immer noch unter Kontrolle.

Frau hustet in US-Supermarkt auf frische Ware - 35 000 Dollar Schaden

17.28 Uhr: Eine Störaktion hat einem Supermarkt im US-Bundesstaat Pennsylvania zugesetzt: Das Geschäft in dem Ort Hanover Township musste eigenen Angaben zufolge Produkte im Wert von rund 35.000 US-Dollar wegwerfen, nachdem eine Kundin am Mittwochnachmittag (Ortszeit) gezielt auf ausgelegte frische Waren gehustet habe.

Die Frau habe sich wohl einen sehr schrägen Streich erlauben wollen, schrieb der Miteigentümer des Ladens, Joe Fasula, auf Facebook. "Wir hatten keine andere Wahl, als alle Produkte wegzuwerfen, mit denen sie in Kontakt kam." Es mache ihn krank, Essen wegzuwerfen. Es sei immer bedauerlich, wenn Lebensmittel verschwendet würden - umso mehr aber in Zeiten wie diesen, in denen sich viele Menschen um die Lebensmittelversorgung Sorgen machten.

Mehr als 15 Mitarbeiter seien mit der Aufräumaktion beschäftigt gewesen, schrieb Fasula weiter. "Obwohl wir nicht glauben, dass die Frau wirklich infiziert ist, werden alle Anstrengungen unternommen, um sicherzustellen, dass sie getestet wird." Der Supermarkt schaltete auch die Polizei ein. Die örtliche Polizeidienststelle teilte mit, die Frau sei in einem Krankenhaus auf ihren psychischen Zustand hin untersucht worden. Gegen sie werde Anzeige erstattet.

Plattform für Studenten und Krankenhäuser

17.20 Uhr: Eine von Medizinstudierenden aus Deutschland und Österreich geschaffene Onlineplattform bringt Kliniken und Studenten zur personellen Stärkung des Gesundheitssystems zusammen. "Mehr als 200 Spitäler und medizinische Einrichtungen in beiden Ländern haben sich bei uns gemeldet und Bedarf an Unterstützung bekanntgegeben", sagte Co-Initiator Michael Neulinger, Student an der Medizinischen Universität Graz, der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Die Plattform medis-vs-covid19.de  verbindet zwei Facebook-Gruppen von Medizinstudenten und die Kliniken miteinander. Während die Studierenden auf der Homepage die Kontaktdaten der Kliniken finden, können die Gesundheitseinrichtungen ihre Hilfegesuche in die beiden Facebook-Gruppen senden. Mehr als 23.000 Studierende verschiedener Fachrichtungen sind darin bereits verzeichnet.

WHO Europa würdigt Gesundheitspersonal für unermüdlichen Einsatz

17.13 Uhr: Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO hat den Einsatz der Angestellten im Gesundheitswesen gewürdigt. Das Gesundheitspersonal arbeite unermüdlich daran, Bürger zu schützen und für sie zu sorgen, sagte der WHO-Regionaldirektor Hans Kluge auf einer via Facebook übertragenen Pressekonferenz. "Wir können uns ihren erhöhten Stresslevel während dieser Zeiten nur vorstellen, und trotzdem bringen sie große Opfer zum Wohle der Gemeinschaft", sagte Kluge. Mitarbeiter des Gesundheitswesens machten jeden zehnten Infektionsfall aus, viele weitere befänden sich zudem in Quarantäne.

Trotz der steigenden Zahlen von Infektionen und Todesfällen aufgrund des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 insgesamt blieb Kluge zuversichtlich. "Während die Lage weiter sehr ernst ist, beginnen wir, einige ermutigende Zeichen zu sehen", sagte er. Italien verzeichne gerade eine etwas geringere Steigerungsrate. Es sei jedoch noch zu früh, um zu sagen, ob die Corona-Pandemie in dem Land damit ihren Höchstpunkt erreicht habe.

Automobilzulieferer Brose stellt Arbeit weitgehend ein

17.09 Uhr: Der Automobilzulieferer Brose stellt die Arbeit an den meisten europäischen Standorten weitgehend ein. Die Regelung gelte mindestens bis zum 19. April, teilte das Unternehmen mit Sitz in Coburg mit. "Die Situation ist ernst", sagte Ulrich Schrickel, Vorsitzender der Geschäftsführung. "Wir ergreifen notwendige Maßnahmen zur Sicherung der Arbeitsplätze und zur Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Krise."

Es habe einen "erheblichen Auftragseinbruch" gegeben, hieß es in der Mitteilung des Unternehmens. Mit Vertretern der Arbeitnehmer sei vereinbart, dass es ab Freitag Kurzarbeit und Betriebsurlaub gebe. Eigenen Angaben zufolge beschäftigt der Familienbetrieb rund 26.000 Mitarbeiter in 24 Ländern.

Herbert Grönemeyer bedankt sich mit Song bei Helfern

17.00 Uhr: Der Musiker Herbert Grönemeyer hat sich auf Instagram mit einem kurzen Song bei allen Helfern in der Corona-Krise bedankt. "Ein musikalischer Gruß und Dank an die 'Helden dieser Zeiten'", schrieb der Sänger. Dazu postete er ein einminütiges Video, indem er die Arbeit der Menschen würdigte, die etwa "arzten, pflegen, transportieren, kassieren, bewachen, forschen, schützen". Außerdem appellierte er dazu, für diese Menschen zuhause zu bleiben. Denn sie seien "die Helden dieser Zeiten".

Stadt Menden richtet vorsorglich Quartier für Quarantäne-Brecher ein

16.51 Uhr: Zur zwangsweisen Unterbringung möglicher Corona-Quarantäne-Brecher hat die Stadt Menden in einer Turnhalle ein vorsorgliches Quartier eingerichtet. Es solle in erster Linie der Abschreckung dienen, sagte Sebastian Arlt, Corona-Krisenstabsmanager der Stadt im Sauerland. 17 Feldbetten stehen dort für den Fall zur Verfügung, sollten sich mit dem Coronavirus Infizierte oder unter häusliche Quarantäne gestellte Verdachtsfälle nicht an die Isolationsauflagen halten. "Wir haben keinen akuten Fall, wollen aber auf jeden Fall vorbereitet sein", sagte Arlt. Die "Westfalenpost" hatte zuvor berichtet.

Die Städte seien nach dem Infektionsschutzgesetz dazu verpflichtet, Sorge dafür zu tragen, potenziell Infizierte, die andere gefährden, weil sie nicht zu Hause bleiben, aus dem Verkehr zu ziehen. Dafür müssten auch Räumlichkeiten vorgehalten werden. "Wir können die ja nicht einzeln in ihrer Wohnung bewachen", sagte Arlt. Eine Unterbringung in der Halle sei dabei nicht als Strafe, sondern als Ultima Ratio zum Schutz der Allgemeinheit zu sehen. "Das sind wir den Menschen, die sich ja in allergrößter Mehrzahl gesetzeskonform verhalten, schuldig."

China steckt 344 Milliarden Dollar in Kampf gegen Epidemie

16.45 Uhr: China steckt umgerechnet rund 344 Milliarden Dollar in den Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Es handele sich überwiegend um finanzpolitische Maßnahmen, teilte das Außenministerium in Peking mit. 141 Milliarden Dollar seien bereits in Form von Steuererleichterungen und Liquiditätshilfen aufgewendet worden.

US-Regierung schickt Beatmungsgeräte und Handschuhe nach New York

16.43 Uhr: Die US-Regierung will New York mit Gesichtsmasken, Handschuhen und Beatmungsgeräten versorgen. Man wolle alles, was man könne, in die Stadt schicken, sagt der Handelsberater des Präsidialamts, Peter Navarro. In New York steigt die Zahl der Coronainfizierten besonders schnell. "Wir machen alles, um die Ausbreitung so schnell wie möglich zu stoppen. Wir wissen, dass New York nicht nur ein Hotspot ist, sondern dass die Krankenhäuser dort jetzt schon überlastet sind. Wir tun alles, um zu helfen", sagt Navarro.

Bund und Länder helfen Schulen mit 100 Millionen Euro aus Digitalpakt

16.41 Uhr: Bund und Länder haben beschlossen, Schulen mit 100 Millionen Euro aus dem Digitalpakt Schule zu unterstützen. Mit diesen Mitteln sollen die Länder in Zeiten bundesweit geschlossener Schulen die Infrastruktur für digitalen Unterricht schnell aufbauen und ausweiten. Das teilten die Kultusministerkonferenz (KMK) und das Bundesbildungsministerium mit.

"Digitales Lernen und Lehren ist in diesen Tagen eine gute Möglichkeit, für Schülerinnen und Schüler Unterrichtsausfälle abzufedern", sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Mit dem kurzfristig bereitgestellten Geld sollen Lehrer in ihrer Arbeit unterstützt werden.

Trotz der bundesweiten Schulschließungen müssten bestmögliche Bildungsangebote gemacht werden, sagte die KMK-Vorsitzende Stefanie Hubig (SPD). "Wir wollen jetzt die Rahmenbedingungen für digitale Angebote an Schülerinnen und Schüler schnell und unbürokratisch verbessern." Weil alle Länder gleichermaßen vor dieser Aufgabe stünden, würden Mittel aus dem Digitalpakt Schule genutzt, "um länderübergreifende Synergieeffekte zu erzielen", sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin.

Tschechien schickt Schutzanzüge nach Italien und Spanien

16.35 Uhr: Tschechien stellt Italien und Spanien jeweils 10.000 Schutzanzüge für medizinisches Personal bereit. "Wir können uns das erlauben - und diese Länder brauchen sie dringend", sagte Innenminister Jan Hamacek in Prag. Den Vorschlag, aus Solidarität ein Team aus Armeeärzten in das schwer vom Coronavirus betroffene Italien zu entsenden, wies Verteidigungsminister Lubomir Metnar ab. Der Ex-Polizist sagte: "Sie können nicht nach Italien fahren. Sie werden zu Hause gebraucht."

In Tschechien gab es bis Donnerstag 1775 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Sechs Menschen starben. Um die Wirtschaft zu stützen, senkte die tschechische Nationalbank abermals ihren Leitzins, diesmal um 0,75 Prozentpunkte auf ein Prozent. Die Minderheitsregierung aus der populistischen ANO von Ministerpräsident Andrej Babis und Sozialdemokraten beschloss zudem Finanzhilfen für Selbstständige und Freiberufler.

Forscher in Italien prüfen möglichen früheren Ausbruch

16.32 Uhr: In Italien untersuchen Wissenschaftler, ob das Coronavirus möglicherweise schon früher ausgebrochen ist. Im dritten Quartal 2019 habe es eine signifikant höhere Zahl von Grippeerkrankungen und Lungenentzündungen in der Lombardei gegeben, sagt der Epidemiologe Adriano Decarli an der Universität Mailand. Er spricht von Hunderten Fällen mehr als üblicherweise, teilweise seien Patienten gestorben. Besonders die Umgebung von Mailand und Lodi sei betroffen gewesen. Die Lombardei im Norden Italiens leidet am stärksten unter der Epidemie.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Von der Leyen schwört EU-Mitglieder auf neues Miteinander ein

Die Kommissionschefin mahnt die Europäer zu mehr Solidarität in der Corona-Pandemie. Doch beim Videogipfel droht Streit - vor allem bei der Frage, wie Europa die Folgen der Krise bezahlen soll. Mehr dazu lesen Sie hier.

G20-Staaten wollen Krise gemeinsam bewältigen

16.27 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der führenden Wirtschaftsmächte haben sich bei einem G20-Videogipfel darauf verständigt, bei der Bekämpfung der Coronakrise an einem Strang zu ziehen. "Wir bekennen uns nachdrücklich dazu, dieser gemeinsamen Bedrohung geeint entgegenzutreten", heißt es in der Abschlusserklärung, die von der Bundesregierung in Berlin verbreitet wurde. Die G20-Staaten investieren zusammen fünf Billionen Dollar (gut 4,5 Billionen Euro) in die Weltwirtschaft. Es gehe darum, "Vertrauen wiederherzustellen, finanzielle Stabilität zu bewahren, Wachstum neu zu beleben und gestärkt aus der Krise hervorzugehen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Man werde "weder einzeln noch gemeinsam Mühen scheuen", um Leben zu schützen und Arbeitsplätze und Einkünfte zu sichern. Zudem wolle man sich gemeinsam darum bemühen, finanzielle Stabilität zu bewahren, Wachstum neu zu beleben und Störungen im Handel und in globalen Versorgungsketten so gering wie möglich zu halten, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Die G20 will auch hilfebedürftigen Ländern Unterstützung zukommen lassen.

Zu dem Videogipfel hatte der saudische König Salman eingeladen, dessen Land dieses Jahr der G20 vorsitzt. Die Staatengruppe vereint zwei Drittel der Weltbevölkerung, 85 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und 75 Prozent des Welthandels. Ihr gehören unter anderen die USA, China und Russland an. Für Deutschland nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Videoschalte teil.

Frankreich bittet Bundeswehr um Hilfe

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus kommt das französische Gesundheitssystem an seine Grenzen. Nach SPIEGEL-Informationen wünscht sich Paris schnelle Hilfe von der Bundeswehr. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bernabéu-Stadion wird zum Spendenlager

16.20 Uhr: Der spanische Fußball-Rekordmeister Real Madrid stellt das Estadio Santiago Bernabéu zur Lagerung von privaten Spenden zur Verfügung. Das habe man mit der Sportbehörde CSD vereinbart, teilte der Club von DFB-Nationalspieler Toni Kroos mit. Um die Verteilung der Spenden an die verschiedenen Krankenhäuser würden sich die Gesundheitsbehörden kümmern, hieß es.

Baden-Württemberg: Gesundheitsämter geben Daten von Infizierten an Polizei

15.58 Uhr: In Baden-Württemberg geben einzelne Gesundheitsämter Daten von Corona-Infizierten an die Polizei weiter. In einigen Landkreisen würden Listen mit entsprechenden Daten an die Polizeipräsidien übermittelt, berichteten der Südwestrundfunk (SWR) und die "Schwäbische Zeitung". Dies geschehe, damit sich Beamte bei Kontakt mit einem Infizierten schützen könnten. Die Landesinnenministerium in Stuttgart rechtfertigte das Vorgehen laut SWR mit dem Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst. Dieses ermögliche eine Datensammlung, um Gefahren von der Bevölkerung abzuwenden. Das Innenministerium wies zugleich darauf hin, dass die Gesundheitsämter später auch dafür sorgen müssten, die Daten von Geheilten wieder zu löschen.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verteidigte die Praxis. "Uns fehlen Informationen von Infizierten, wenn wir bei Einsätzen ausrücken", sagte Hans-Jürgen Kristein, GdP-Landeschef der "Schwäbischen Zeitung". Diese seien vor allem nötig, dass der Polizei Schutzkleidung fehle.

Der Datenschutzbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Stefan Brink, sagte der Zeitung, in Einzelfällen könne das Abrufen von Patientendaten rechtlich gedeckt sein. Nicht zulässig sei es aber, "dass die Polizei alle Infiziertendaten bei allen Gesundheitsämtern abruft." Der stellvertretende SPD-Landtagsfraktionschef Sascha Binder übte Kritik. "Statt so massiv in die Persönlichkeitsrechte von Bürgerinnen und Bürgern einzugreifen, sollte die Landesregierung lieber für die notwendige Schutzausstattung der Polizei sorgen", erklärte er und forderte die Landesregierung auf, für Klarheit zu sorgen.

Ökonomen halten mögliche Staatsbeteiligungen für gefährlich

15.55 Uhr: Die Bundesregierung spannt für Firmen einen Rettungsschirm, der auch milliardenschwere Staatsbeteiligungen ermöglicht. Zwei prominente Ökonomen halten das für gefährlich, ihre Stellungnahme liegt dem SPIEGEL vor. Sie fordern ein Kontrollgremium - mehr dazu lesen Sie hier.

Hamburg: Corona geht vor Koalitionsverhandlungen

15.43 Uhr: Wegen der eskalierenden Corona-Pandemie haben SPD und Grüne in Hamburg den Start ihrer Koalitionsverhandlungen nach der Bürgerschaftswahl vor viereinhalb Wochen erneut verschoben. "Hintergrund ist die unveränderte Notwendigkeit, mit aller Kraft an den erforderlichen Maßnahmen zur Beherrschung der Corona-Krise zu arbeiten", erklärten beiden Parteien. Einen Starttermin nannten sie nicht, dieser lasse sich derzeit nicht festlegen. Ursprünglich sollten die Gespräche vor eineinhalb Wochen starten.

Zahlreiche Mitglieder der Verhandlungskommissionen, darunter der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne), sind an führender Stelle in das Krisenmanagement eingebunden. Der Senat ist derzeit geschäftsführend im Amt.

Saudi-Arabien meldet mehr als 1000 Infizierte, Bahrain und Katar stark betroffen

15.31 Uhr: Als erstes Land der arabischen Welt hat Saudi-Arabien mehr als 1000 Coronavirus-Infizierte gemeldet. Innerhalb eines Tages seien 112 neue Fälle hinzugekommen, wodurch die Gesamtzahl auf 1012 gestiegen sei, teilte das Gesundheitsministerium in Riad mit. Demnach starb zudem eine dritte Person in dem islamisch-konservativen Königreich an der Lungenkrankheit Covid-19.

Auf der gesamten Arabischen Halbinsel haben sich nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität mittlerweile mehr als 2600 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt, es gab acht Todesfälle. Besonders betroffen sind Bahrain mit 418 Fällen und Katar mit 537 Fällen. Beide Länder haben jedoch deutlich weniger Einwohner als Saudi-Arabien. Die Arabische Halbinsel liegt in Nachbarschaft zum Iran, der von der weltweiten Corona-Pandemie besonders stark betroffen ist.

Nothilfe für Kölner Clubs

15.26 Uhr: Köln will mit einem Hilfspaket die Kultur- und die Clubszene in der Stadt durch die Coronavirus-Zeit retten. Für die Musik-Clubs sei eine Nothilfe geplant, sagte die parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker. "Die Clubkultur ist ein wichtiger Standortfaktor für Köln, für die Start-ups, für die Studierenden. Und deswegen muss sie erhalten bleiben." Gerade im Gespräch mit Gründern werde ihr immer wieder berichtet, wie wichtig die Szene sei.

Daneben wird für die freie Kulturszene ein Notfallfonds aufgelegt - ergänzend zu den Hilfsprogrammen von Bund und Land. In den Fonds sollen städtische Mittel in Höhe von drei Millionen Euro einfließen.

September statt Juni: Kunstmesse Art Basel verschoben

15.25 Uhr: Die Kunstmesse Art Basel findet wegen der Coronavirus-Pandemie nicht wie geplant im Juni statt. Die Veranstalter wollen auf September ausweichen. Die Art Basel gilt als einer der wichtigsten Kunstmessen der Welt. Sie zog im vergangenen Jahr 93.000 Besucher an. Für Sammler und Besucher stellten 290 Galerien aus 35 Ländern aus. Geplant ist die Messe nun vom 17. bis 20. September.

Ausgangssperre in Spanien bis Mitte April verlängert

15.22 Uhr: Spanien verlängert die Ausgangssperre wegen der Coronakrise bis mindestens 12. April. "Es ist nicht einfach, den Ausnahmezustand zu verlängern", sagte Ministerpräsident Pedro Sanchez am Donnerstag im Parlament. "Aber ich bin überzeugt, dass die einzige effiziente Option gegen das Virus die soziale Isolation ist." Die größte Oppositionspartei, die konservative Volkspartei, unterstützt die Maßnahme. Sie kritisierte aber zugleich die ihrer Meinung nach späte Reaktion der Regierung und das Versäumnis, medizinisches Personal ausreichend mit lebensrettenden Geräten zu versorgen.

Spanien ist das nach Italien am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Die Zahl der Todesopfer stieg über Nacht um 655 auf 4089. Das waren weniger als die 738 registrierten am Vortag. Gesundheitsminister Salvador Illa sagte, dass die Daten "uns glauben lassen, dass wir eine Stabilisierungsphase beginnen". Die Zahl der bestätigten Fälle stieg um 18 Prozent auf 56.188 und damit langsamer als in den vergangenen Tagen. Der Beginn von Massentests könnte Experten zufolge aber wieder eine stärkere Zunahme bedeuten.

"Wichtig: Bestellen Sie sich keine professionellen Schutzmasken"

15.15 Uhr: Wegen der Coronakrise hat der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, die Menschen in Deutschland zum Tragen einfacher Atemschutzmasken aufgefordert. Diese garantierten zwar keinen Schutz vor Ansteckung, sagte Reinhardt der "Neuen Osnabrücker Zeitung" laut einer Vorabmeldung. "Aber sie können ein wenig helfen, das Risiko zu verringern, andere anzustecken oder selbst angesteckt zu werden." Dies helfe bei der Viruseindämmung.

Reinhardt appellierte zugleich nachdrücklich an alle Menschen, sich nur mit einfachen oder notfalls selbstgebastelten Masken zu schützen. Professionellere Schutzmasken der Kategorien FFP2 und FFP3 seien im Alltag nicht erforderlich und würden dringend von Ärzten und Krankenpflegern oder Menschen mit Vorerkrankungen benötigt. "Wichtig: Bestellen Sie sich keine professionellen Schutzmasken im Internet oder kaufen solche", mahnte Reinhardt.

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NRW setzt Elternbeiträge für Kitas im April aus

15.12 Uhr: Eltern in Nordrhein-Westfalen müssen im April keine Beiträge für die Betreuungseinrichtungen ihrer Kinder bezahlen. Sämtliche Elternbeiträge für Kindertagesstätten, Tagespflege und den offenen Ganztag für den kommenden Monat würden landesweit ausgesetzt, sagte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) in Düsseldorf. Dies hätten die zuständigen Landesministerien mit den kommunalen Spitzenverbänden beschlossen. Ähnliche Regelungen gibt es bereits in mehreren anderen Bundesländern.

"Wir wissen, dass es natürlich eine ganz große Herausforderung ist, wenn man Kinder zu Hause betreuen muss", sagte Stamp mit Blick auf die geschlossenen Betreuungseinrichtungen. Dort findet derzeit nur eine Notfallbetreuung von Kindern statt, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten und dort unabkömmlich sind.

Scheuer: "Gütertransportpakt" für stabile Versorgung

15.07 Uhr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will über einen "Gütertransportpakt" eine stabile Versorgung mit Waren sicherstellen. "Alle strengen sich noch ein wenig mehr an", sagte Scheuer in Berlin. Er sei dazu im Gespräch mit den Ländern sowie Fachverbänden. Es gehe um flexiblere und passgenaue Regelungen, wie etwa die bereits erfolgte Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lastwagen oder gesonderte Spuren. Außerdem müsse der Warenverkehr über Grenzen hinweg gewährleistet werden. In den vergangenen Tagen hatte es etwa lange Staus an der deutsch-polnischen Grenze gegeben.

Forderungen, die Lkw-Maut auszusetzen, lehnte Scheuer ab. Die Maut sei für ihn kein Thema, weil sie alle gleich treffe. Es gebe andere Möglichkeiten, dem Gewerbe zu helfen.

Stadt Jena bittet Bundeswehr um Zelte

15.02 Uhr: Die Stadt Jena bittet die Bundeswehr im Hilfe. Dabei gehe es um die Bereitstellung von Zelten, die etwa zur Unterbringung von Leichterkrankten in Kliniknähe genutzt werden könnten, sagt Stadtsprecher Kristian Philler dem Sender MDR Thüringen. Es gehe ausschließlich um materielle Hilfe und nicht um Personal. Einen Bundeswehr-Sprecher zitiert der MDR mit der Aussage, es sei noch nicht über den Antrag entschieden.

RKI-Präsident: Mindestens 5900 Corona-Patienten in Deutschland wieder genesen

14.59 Uhr: In Deutschland sind dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge bereits mehrere tausend Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus wieder gesund geworden. "Wir schätzen, dass mindestens 5900 Mitbürger inzwischen genesen sind", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler in Berlin. Die Zahl der Infizierten gab das RKI mit rund 36.500 an, das waren etwa 5000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle lag der RKI-Zählung zufolge bei 198.

Wieler verwies darauf, dass jeder an dem Virus erkranken könne, unabhängig von Alter und Gesundheitszustand. Zwar steige das Risiko schwerer Verläufe mit dem Alter, aber auch Jüngere könnten schwer erkranken und auch sterben. Daher sei es für alle von zentraler Bedeutung, die Abstandsregeln und die weiteren Beschränkungen einzuhalten.

Das Profil der Erkrankten stellt sich den Worten Wielers zufolge wie folgt dar: Sie sind im Schnitt 46 Jahre alt, das Durchschnittsalter der Verstorbenen beträgt 81 Jahre. Mit 54 Prozent sind Männer weiterhin stärker betroffen als Frauen mit 46 Prozent. Die häufigsten Symptome seien Husten und Fieber - das ergebe sich aus klinischen Informationen, die zu mehr als 26.000 Infektionsfällen vorlägen.

Australien verweist Kreuzfahrtschiff aus seinen Gewässern

14.57 Uhr: Australien hat ein Kreuzfahrtschiff mit sieben Corona-Fällen und überwiegend deutschen Passagieren an Bord angewiesen, australische Gewässer zu verlassen. Andernfalls werde er die Regierung um den Einsatz der Marine bitten, sagte Westaustraliens Regierungschef Mark McGowan. Niemand werde an Land gelassen, "es sei denn, ein Passagier befindet sich in einer lebensbedrohlichen Notlage", sagte er.

Ihre Erfahrungen

Sind Sie auf Reisen und sitzen aufgrund von Reisebeschränkungen durch das Coronavirus fest? Auf Flughäfen, im Hotel, auf Geschäftsreisen? Schildern Sie uns bitte kurz Ihre Erlebnisse und mailen Sie sie an: Reise@spiegel.de. Mit der Einsendung erklären Sie sich mit einer Veröffentlichung einverstanden.

Sieben Passagiere an Bord der "Artania", die in der Nähe des Hafens von Fremantle vor Anker liegt, wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Die Betreiber wollen die überwiegend deutschen Passagiere eigenen Angaben zufolge am Samstag von Australien aus per Charterflug heimfliegen.

Klöckner hält Personallage in Ernährungsbranche für teils sehr angespannt

14.48 Uhr: Teile der Ernährungsbranche haben Agrarministerin Julia Klöckner zufolge mit fehlendem Personal zu kämpfen. Die Situation sei teils "sehr angespannt", sagte die CDU-Politikerin in Berlin und nannte konkret Schlacht- und Zerlegebetriebe sowie Molkereien. Es fehlten Berufspendler aus Polen und Tschechien sowie Mitarbeiter, die Kinder zu Hause betreuen müssten oder krank seien.

Klöckner bekräftigte, dass Hamsterkäufe nicht notwendig seien. Es gebe keinen Grund, Lebensmittel zu horten, die "wenn man zu viel gekauft hat vom Aufbewahrungsschrank in die Tonne wandern", sagte Klöckner. Ihr Ministerium hat in sozialen Netzwerken die Kampagne "Kauf nur, was du brauchst" gestartet, für die Promis wie Sänger Max Giesinger und Sängerin Stefanie Hertel werben. "Es wird sicherlich bei den ein oder anderen Waren mal Engpässe geben, aber bei den Grundnahrungsmitteln sind wir wirklich sehr gut aufgestellt."

Mit Blick auf fehlende Saisonarbeitskräfte sagte Klöckner, im März würden etwa 30.000 zusätzliche Arbeitskräfte gebraucht, im Mai sogar 80.000. Die neue Plattform, über die Arbeitssuchende und Landwirte zusammengebracht würden, sei bereits erfolgreich. Innenminister Horst Seehofer (CSU) prüfe, ob Asylbewerber ohne Arbeitsverbot aushelfen könnten. Für Stundenten, Menschen in Kurzarbeit und andere Gruppen seien Zuverdienst-Regelungen gelockert worden.

Siemens öffnet 3D-Druck-Netzwerk

14.41 Uhr: Um die schnelle Produktion von in der Coronakrise benötigten Teilen und Ersatzteilen für Medizinprodukte zu ermöglichen, öffnet Siemens sein 3D-Druck-Netzwerk. Dabei handelt es sich um eine internationale Handelsplattform für 3D-Druck-Kapazitäten, die verschiedene Unternehmen vernetzt, sagte ein Sprecher. Siemens stellt dort nun 120 Drucker für Bedarf im Zusammenhang mit der Coronakrise zur Verfügung. Weitere Unternehmen, die bereits auf der Plattform sind, könnten folgen.

Zudem bietet Siemens auch die Hilfe seiner Ingenieure an. Wenn beispielsweise ein Arzt ein Ersatzteil für ein Beatmungsgerät brauche, das nicht lieferbar sei, könnten diese das unter Umständen drucken. Auch größere Stückzahlen sind denkbar, wenn beispielsweise für die Herstellung von Beatmungsgeräten oder Atemmasken spezielle Teile fehlten.

König Salman bei G20-Videogipfel: "Wir werden diese Krise überstehen"

14.29 Uhr: Saudi-Arabiens König Salman hat sich beim virtuellen Sondergipfel der führenden Wirtschaftsmächte (G20) zuversichtlich gezeigt, dass die Welt die Coronakrise überstehen wird. "Wir sind sicher, dass wir diese Krise zusammen durchstehen werden", sagte der 84-Jährige zum Auftakt der Videokonferenz laut Auszügen, die das saudische Außenministerium auf Twitter verbreitete. Die G20 habe ihre Wirksamkeit schon bei der weltweiten Finanzkrise unter Beweis gestellt in ihrer Fähigkeit, deren Schwere zu mindern.

Saudi-Arabien hat in diesem Jahr den Vorsitz in der "Gruppe der 20", die zwei Drittel der Weltbevölkerung, 85 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und 75 Prozent des Welthandels repräsentiert. Ihr gehören unter anderen die USA, China, Russland und Deutschland an. Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm an der Videoschalte teil.

"Wie Dantes Inferno"

Tausende Menschen sind in Italien an Covid-19 gestorben. Doch es gibt dort auch Patienten, die den Kampf gegen das Virus gewonnen haben. Vier von ihnen berichten. Mehr dazu lesen Sie hier .

Rund 200.000 Anfragen nach Corona-Hilfen bei Sparkassen

14.17 Uhr - Die Nachfrage nach Hilfsdarlehen der staatlichen Förderbank KfW ist nach wie vor riesig. Alleine bei den Sparkassen seien bis zum Donnerstagmittag rund 200.000 Anfragen von Unternehmen und Selbstständigen eingegangen, teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) mit. In vielen Fällen könnten die Institute direkt helfen, da keine Förderkredite benötigt werden. Teilweise seien aber Kreditvergaben ohne eine vollständige Risikoübernahme durch den Staat gar nicht möglich. Bei der KfW lagen Stand Mittwochabend 195 Anfragen für Corona-Sonderkredite im Volumen von insgesamt 4,8 Milliarden Euro vor.

Wien spendiert Senioren Taxi-Freifahrten

14.14 Uhr: Die Stadt Wien spendiert angesichts des Infektionsrisikos mit dem Coronavirus allen Senioren und Seniorinnen über 65 Jahre einen Taxi-Gutschein in Höhe von 50 Euro. Die Mittel für die Aktion sind vom Gemeinderat freigegeben worden. Von der Maßnahme können rund 300.000 ältere Menschen profitieren.

Mit den Taxi-Gutscheinen könne die ältere Generation zu den notwendigen Terminen mit dem Taxi fahren und so das Infektionsrisiko durch mögliche Kontakte in Bussen und Bahnen minimieren, sagte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Das Coronavirus ist vor allem für Ältere gefährlich. Die Gutscheine sind Teil eines insgesamt 85 Millionen Euro schweren Corona-Hilfspakets der rot-grün regierten österreichischen Hauptstadt.

China beschränkt internationale Flüge massiv

14.09 Uhr - Die chinesischen Fluggesellschaften müssen ihre internationalen Routen auf nur noch eine Verbindung pro Land reduzieren. Zugleich sei nur noch maximal ein Flug pro Woche zugelassen, teilt Chinas Luftfahrtaufsicht mit. Ausländische Airlines werden ebenfalls aufgefordert, die Zahl der Flüge nach China auf nicht mehr als einen Flug pro Woche zu beschränken. Zudem werden die Fluggesellschaften angewiesen, die Auslastung der Maschinen auf 75 Prozent zu begrenzen, um das Ansteckungsrisiko einzudämmen. Die Vorgaben sollen ab Sonntag gelten.

Schicken Sie uns Hinweise

Kettenbriefe und Audionachrichten: Über das Coronavirus kursieren viele Falschmeldungen und Gerüchte, zum Beispiel auf WhatsApp oder Facebook. Welche sind Ihnen begegnet? Schreiben Sie uns eine E-Mail an corona.faktencheck@spiegel.de . Wir überprüfen ausgewählte Fälle und veröffentlichen das Ergebnis auf spiegel.de/thema/coronavirus-faktencheck.

 

Lufthansa will mehr Passagierabstand schaffen

14.05 Uhr: Die Lufthansa will mehr dringend benötigten Abstand zwischen den Passagieren einführen. Ab Freitag soll auf allen Flügen ab Deutschland auch in der Economy-Klasse jeweils der Nachbarsitz freibleiben, teilte das Unternehmen mit. Bei Flügen nach Deutschland gelte das nicht, weil hier die Rückholung möglichst vieler Menschen in ihre Heimat höchste Priorität habe.

Abstand halten gilt als wichtige Schutzmaßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus. In den vergangenen Tagen hatte es mehrfach Kritik gegeben, dass es gerade in den Flugzeugen und an den Gepäckbändern sehr eng zugehe und die Menschen sich zu nah gekommen seien.

Die Flugzeuge sollen zudem möglichst an Gebäudepositionen abgefertigt werden, um Busfahrten zu vermeiden, teilten Lufthansa und ihre Tochter Eurowings mit. Auch die deutschen Flughäfen bessern bei ihren Kontrollprozessen sowie in der Frequenz ihrer Warnhinweise nach, hieß es vom Verband ADV in Berlin.

"Wir können nicht über Monate alle retten"

Seit knapp einer Woche dürfen Bürgerinnen und Bürger nur noch begrenzt Kontakt zu anderen Menschen haben. Im Bundestag tagten derweil Hunderte Abgeordnete. Was denken Politiker über die Einschränkung der Freiheit? Mehr dazu lesen Sie hier.

Rekordzahl von Arbeitslosenanträgen in den USA

13.55 Uhr: Die Coronakrise schlägt voll auf den US-Jobmarkt durch und konfrontiert den Staat mit einer Rekordzahl von Anträgen auf Arbeitslosenhilfe. In der vergangenen Woche stellten knapp 3,3 Millionen Amerikaner einen entsprechenden Erstantrag, teilte das Arbeitsministerium in Washington mit. Analysten hatten mit einer Million Anträgen gerechnet. Der bisherige Höchststand wurde 1982 mit 695.000 registriert.

Die Coronakrise könnte nach Ansicht des US-Währungshüters James Bullard kurzfristig fast 50 Millionen Amerikaner ihren Job kosten. Dies seien insbesondere Arbeitsplätze mit Publikumsverkehr - also Tätigkeiten, bei denen es zum Kontakt mit der Öffentlichkeit komme, sagte der Chef des Fed-Bezirks von St. Louis. Bisher boomte der US-Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote lag zuletzt bei 3,5 Prozent, was praktisch Vollbeschäftigung entspricht.

Beratung über Lockerung der Kontakteinschränkungen frühestens nach Ostern

13.51 Uhr - Über eine mögliche Lockerung der derzeit verfügten Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens wird Gesundheitsminister Jens Spahn zufolge erst nach Ostern zu reden sein, "wenn wir bis Ostern alle konsequent sind". Zunächst müsse sich in den Zahlen der Infektionsfälle zeigen, ob die Maßnahmen Wirkung zeigten und die Ausbreitung verlangsamt hätten. "Es braucht jetzt ein paar Tage, bis wir das sehen."

Mehr als 10.000 Intensivbetten in Deutschland rasch verfügbar

13.47 Uhr - In Deutschland sind kurzfristig mehr als 10.000 freie Intensivbetten zur Behandlung von schwer erkrankten Virus-Patienten verfügbar. "Wir sind im Augenblick - heute, morgen, übermorgen – gerüstet", sagt Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. Mittlerweile beteiligten sich etwa 60 Prozent aller Krankenhäuser an einer Onlineplattform zur Verfügbarkeit von Intensivbetten. Am Morgen seien 5600 Betten freigewesen, zusätzlich wären weitere 5700 Betten innerhalb von 24 Stunden freizumachen.

Für Touristen könnte es nur Gutscheine statt Geld geben

Fallen Flüge oder Pauschalreisen aus, bekommen Urlauber bislang ihr Geld zurück. Die Bundesregierung denkt über Änderungen nach, um die Branche in der Coronakrise zu schützen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mainzelmännchen werben im ZDF für körperliche Distanz

13.45 Uhr: Auch die Mainzelmännchen werben im ZDF ab sofort für körperliche Distanz wegen der Coronakrise. Die sechs Trickfiguren werden in neu produzierten Filmchen unter anderem dazu aufrufen, zu Hause zu bleiben und im Homeoffice zu arbeiten, teilte der Sender mit.

Die ersten neuen sogenannten Inserts werden zunächst im Werbeblock zwischen den "heute"-Nachrichten um 19 Uhr und dem Wetter ausgestrahlt. Nach und nach sollen weitere kurze Clips produziert und auch an anderer Stelle im Programm gezeigt werden. Der Einsatz ist zudem auch für andere Ausspielwege geplant.

8000 Anträge in NRW auf Soforthilfe für freie Künstler

13.31 Uhr: Die Soforthilfe des Landes Nordrhein-Westfalen für freischaffende Künstler, die derzeit nicht auftreten können, wird stark nachgefragt. Den Bezirksregierungen lägen bisher rund 8000 Anträge vor, sagte das NRW-Kulturministerium. "Täglich kommen einige Hundert hinzu."

Freie Künstler können seit dem vergangenen Freitag eine Einmalzahlung von bis zu 2000 Euro für ihre nötigsten Ausgaben erhalten. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden. Theater und Konzerthäuser sind derzeit wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus geschlossen.

Mehr als die Hälfte der Künstler hat sich aus Köln gemeldet: Mehr als 4500 Anträge gingen aus der Millionenstadt ein. Aus Düsseldorf kamen 2000 Anträge. Das Kulturministerium hat fünf Millionen Euro bereitgestellt. Die Bearbeitung der Anträge ist Aufgabe der Bezirksregierungen.

Coronavirus, Covid-19, Sars-CoV-2? Was die Bezeichnungen bedeuten.

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom "neuartigen Coronavirus".

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen "Sars-CoV-2" ("Severe Acute Respiratory Syndrome"-Coronavirus-2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde "Covid-19" (Coronavirus-Disease-2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Zweifel an Coronavirus-Statistiken in Italien wachsen

13.27 Uhr: In Italien gibt es Zweifel an den offiziellen Zahlen zur Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. In Norditalien melden sich immer mehr Politiker und Behördenvertreter zu Wort, die die offiziellen Infektions- und Todeszahlen für viel zu niedrig halten. So wurden in Nembro bei Bergamo offiziell bislang nur 31 Todesfälle gemeldet. Das schrieben Bürgermeister Claudio Cancelli und der Behördenmitarbeiter Luca Foresti in der Zeitung "Corriere della Sera".

"Etwas an dieser Zahl hat uns nicht überzeugt und deshalb haben wir uns die Statistiken zu den durchschnittlichen Sterbefällen in der Gemeinde aus den Vorjahren in der Zeit von Januar bis März angeschaut", schrieben die beiden Männer. "Die Zahl der Sterbefälle müsste unter normalen Umständen bei ungefähr 35 liegen. In diesem Jahr haben wir aber 158 (Sterbefälle) verzeichnet, also 123 mehr als im Durchschnitt." Die Zahl 31 könne also nicht stimmen.

Den beiden Männern zufolge gibt es ähnliche Auffälligkeiten in anderen Orten der Region, vor allem in Cernusco sul Naviglio. Dort gab es demnach sechs Mal mehr Tote als in der offiziellen Coronavirus-Statistik auftauchen.

Weitere Ausgangssperren in Lateinamerika

13.19 Uhr: Mit weiteren Ausgangsbeschränkungen ist in Lateinamerika der Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie verstärkt worden. Wie zuvor andere Länder in der Region verhängten Bolivien und Kolumbien am Mittwoch (Ortszeit) landesweite Ausgangssperren. In Bolivien gilt die Maßnahme bis zum 15. April, teilte Interimspräsidentin Jeanine Áñez mit. Sie rief einen Gesundheitsnotstand aus und ordnete die Schließung der Landesgrenzen an.

Bereits am Sonntag hatte die bolivianische Regierung eine Ausgangssperre beschlossen, die meisten Menschen hielten sich aber nicht daran. Nun sollen verstärkt Armee und Polizei eingesetzt werden, um die Anordnung durchzusetzen.

In Kolumbien gilt die landesweite Ausgangssperre vorerst bis zum 12. April. "Bleiben Sie Zuhause, verhindern Sie, dass das Virus sich ausbreitet und retten Sie Leben", appellierte Staatschef Iván Duque an die Bürger. In Kolumbien wurden bisher knapp 500 Infektionen registriert. In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá hatte die Stadtverwaltung bereits am Sonntag eine Ausgangssperre verhängt.

In Chiles Hauptstadt Santiago sollte am Donnerstag eine einwöchige Ausgangssperre in Kraft treten. In Argentinien gilt bereits seit vergangenem Freitag eine verpflichtende Ausgangsbeschränkung für die 44 Millionen Einwohner, in Brasilien nur in manchen Teilen des Landes.

NRW stellt rund 250 Verstöße gegen verschärfte Corona-Auflagen fest

13:15 Uhr: Das verschärfte Kontaktverbot in Nordrhein-Westfalen wird dem Düsseldorfer Innenminister Herbert Reul (CDU) zufolge überwiegend befolgt. "Die allermeisten haben den Ernst der Lage verstanden", sagte Reul in Düsseldorf. Allerdings seien auch Verstöße festgestellt worden.

So wurden Reul zufolge zuletzt in 249 Fällen Zuwiderhandlungen gegen die Auflagen im bevölkerungsreichsten Bundesland verzeichnet, an denen rund 2000 Menschen beteiligt waren. Am häufigsten wurde demnach gegen die Regelung verstoßen, dass sich nicht mehr als zwei Menschen in der Öffentlichkeit versammeln dürfen.

Zugleich zeichnet sich Reul zufolge womöglich ein Rückgang bei der Zahl bestimmter Straftaten ab, der in direktem Zusammenhang mit den Auflagen in der Coronakrise stehen könnte. Vorläufigen Zahlen zufolge gab es demnach im 18-Millionen-Einwohnerland Nordrhein-Westfalen im März bisher weniger Wohnungseinbrüche und Taschendiebstähle als im März vergangenen Jahres.

Reul warnte zudem vor neuen Betrugsmaschen, mit denen Kriminelle sich die Coronakrise zunutze machen wollten. So gebe es Fälle, in denen die Täter an der Haustüre vorgäben, bei Bewohnern Coronoatests vornehmen zu müssen. "Das ist der Enkeltrick in weißen Kitteln", sagte Reul. Angesichts neuer Betrugsmaschen von Kriminellen könne man "nicht vorsichtig genug sein".

Coronakrise könnte Immobilienboom stoppen

Die Coronakrise dürfte nach Einschätzung von Ökonomen den Anstieg der Mieten und Immobilienpreise dämpfen. Ein Crash des Marktes sei aber nicht zu erwarten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Hannover Messe abgesagt

12.55 Uhr: Die Hannover Messe findet in diesem Jahr nicht mehr statt. "Grund ist die zunehmend kritische Lage aufgrund der Covid-19-Pandemie und eine Untersagungsverfügung der Region Hannover. Demnach darf die weltweit wichtigste Industriemesse im geplanten Zeitraum nicht ausgerichtet werden", teilt die Deutsche Messe AG mit. Die Industrieschau war zunächst von April auf Juli verschoben worden.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Grabeskirche in Jerusalem geschlossen

12.53 Uhr: Die weltberühmte Grabeskirche in Jerusalem ist wegen der Ausbreitung des Coronavirus in Israel und den Palästinensergebieten geschlossen worden. Das Gotteshaus werde zunächst für eine Woche gesperrt bleiben, sagte Jussef Daher, ein Vertreter des Weltkirchenrates in Jerusalem. Die Entscheidung sei von den israelischen Behörden in Abstimmung mit den Kirchenvertretern durchgesetzt worden.

Zuvor hatte das israelische Gesundheitsministerium mitgeteilt, dass sich viele Coronavirus-Infizierte im Land in Synagogen angesteckt hätten. "Das bedeutet, dass Andachtsorte Brutstätten für das Virus sind", sagte Daher. Die Grabeskirche ist das größte Heiligtum des Christentums. Der Überlieferung nach steht sie an der Stelle, an der Jesus Christus gestorben und wieder auferstanden ist.

Spahn spricht von "Ruhe vor dem Sturm"

12.50 Uhr: Die Bürger erlebten die stärksten Einschnitte in die bürgerlichen Freiheitsrechte in der Geschichte der Bundesrepublik, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. "Aber noch ist das die Ruhe vor dem Sturm. Keiner kann genau sagen, was in den nächsten Wochen kommt." Daher sei es wichtig, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Behandlungskapazitäten in den Krankenhäusern zu erhöhen.

Italiens Wirtschaft in der Coronakrise - Freier Fall

Mode, Tourismus, Gastronomie: Viele Firmen in Italien sind durch das Coronavirus in ihrer Existenz bedroht. Sie fordern massive Hilfe von der Regierung. Mehr dazu lesen Sie hier.

Handel: Fast alle Unternehmen wollen Staatshilfen

12.45 Uhr: Ein Großteil der Einzelhändler in Deutschland baut bei der Bewältigung der Coronakrise auf Staatshilfen. In einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland gaben mehr als 90 Prozent der 600 befragen Unternehmen an, staatliche Hilfen in Anspruch nehmen zu wollen oder dies bereits zu tun.

HDE-Schätzungen zufolge sind aktuell bis zu 300.000 der 450.000 Einzelhandelsgeschäfte in Deutschland geschlossen. "Die Lage ist dramatisch. Auch wenn der Handel in dieser Situation kreativ ist, wird es einer großen Zahl von Betrieben ohne staatliche Soforthilfen nicht gelingen, die Krise zu überstehen", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Von entscheidender Bedeutung seien dabei kurzfristig, unbürokratisch gewährte Hilfen, die beim Handel schnell ankämen.

Rund zwei Drittel der befragte Unternehmen bauen eigenen Angaben zufolge in der aktuellen Situation Angebote wie den Onlinevertrieb über Marktplätze oder den eigenen Webshop aus. Viele Unternehmen böten außerdem nun einen Lieferservices an oder nutzten Social-Media-Kanäle, wie Instagram oder Facebook, um ihre Kunden zu erreichen.

Hessen nimmt 14 Patienten aus Italien und Frankreich auf

12.41 Uhr: Nach anderen Bundesländern nimmt nun auch Hessen Corona-Patienten aus anderen europäischen Staaten auf. Zehn schwer kranke Patienten aus der hessischen Partnerregion Emilia-Romagna in Italien und vier aus der französischen Region Grand-Est sollen behandelt werden. "Die Patienten werden landesweit auf mehrere Krankenhäuser verteilt und dort notmedizinisch behandelt", sagt der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. Es handele sich um eine einmalige Aktion.

5000 Schutzmasken in Krypta von Washingtoner Kathedrale entdeckt

12.38 Uhr: Die Washington National Cathedral hat 5000 Atemschutzmasken aus einem zwischenzeitlich in Vergessenheit geratenen Vorrat an Krankenhäuser gespendet. Die Masken seien vor Kurzem in der Krypta des Gotteshauses wiederentdeckt worden, teilten die Verantwortlichen der Kathedrale in Washington am Mittwoch mit.

Der Vorrat sei vor gut zehn Jahren nach einer früheren Gesundheitskrise angeschafft worden und dann in Vergessenheit geraten. Die Masken "sollten es den Geistlichen ermöglichen, Seelsorge zu leisten, ohne ihre eigene Gesundheit zu gefährden", hieß es in der Mitteilung.

Nachdem überprüft worden war, ob die Ausrüstung noch verwendbar ist, wurden 3000 Masken dem Georgetown University Hospital und 2000 weitere dem Children's National Hospital in Washington überlassen. Einige Masken seien für alle Fälle für die Geistlichen einbehalten worden, hieß es in der Mitteilung weiter.

Kostenlose Mietwagen für NRW-Klinikpersonal

12.36 Uhr: Damit Krankenhausmitarbeiter ohne eigenes Auto leichter zum Arbeitsplatz gelangen, können sie in Nordrhein-Westfalen kostenlos einen Mietwagen nehmen. Das Angebot gelte für Klinik-Beschäftigte ab kommendem Mittwoch, wenn sie wegen der ausgedünnten Fahrpläne mit der Bahn kaum oder gar nicht mehr zur Arbeit kommen können, sagte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU). Für das vorerst bis zum 31. Mai befristete Sonderprogramm habe das Land eine Million Euro zur Verfügung gestellt.

Für einen Mietwagen brauchen die Krankenhausbeschäftigten laut Wüst nur ein einseitiges Formular mit einer Bestätigung des Krankenhauses auszufüllen. Mit dieser Bescheinigung könnten sie den Mietwagen direkt beim Verleiher anmieten. Die Kosten für einen Leihwagen dürfen maximal 400 Euro brutto pro Monat betragen, und es dürfen nicht mehr als 125 Kilometer pro Tag gefahren werden. Benzinkosten müssen die Nutzer selbst tragen.

Sonderzug bringt Corona-Patienten nach Westfrankreich

12.34 Uhr: Ein TGV-Hochgeschwindigkeitszug ist am Vormittag in Straßburg mit Corona-Patienten an Bord nach Westfrankreich gestartet. Der Sonderzug bringt 20 Patientinnen und Patienten mit Covid-19 aus Ostfrankreich in die westfranzösische Region Pays de la Loire. In dem TGV würden jeweils vier Patienten in einem Waggon mit medizinischem Personal transportiert, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Durch diese Maßnahme sollen die Intensivstationen vor allem in Haut-Rhin sowie dem angrenzenden Département Bas-Rhin entlastet werden.

Die gesamte französische Region Grand Est ist einer der Coronavirus-Brennpunkte in Frankreich. Der regionalen Gesundheitsbehörde zufolge waren bis Mittwoch 3068 Menschen mit einer Sars-CoV-2-Infektion in Krankenhäusern untergebracht. Fast 651 davon sind Patienten auf Intensivstationen. Seit Beginn der Pandemie wurden in der gesamten Region mehr als 500 Todesfälle verzeichnet.

Tagelöhner in Indien müssen zu Fuß nach Hause

12.27 Uhr: Wegen der Ausgangsbeschränkungen müssen in Indien viele Wanderarbeiter jetzt zu Fuß nach Hause in ihre Dörfer zurück. Fernsehbilder zeigen, wie ganze Gruppen leere Autobahnen entlanglaufen. Premierminister Narendra Modi hatte am Dienstagabend die 1,3 Milliarden Einwohner angewiesen, drei Wochen lang zu Hause zu bleiben, damit die Pandemie eingedämmt werden kann.

Damit verloren Tagelöhner nicht nur ihr Einkommen, sondern waren auch plötzlich gestrandet, weil aus den großen Städten keine Züge und Busse mehr Richtung Dörfer fahren. Ohne Einkommen ist es für viele in den Städten jedoch zu teuer. Ein Polizist aus dem Bundesstaat Uttar Pradesh sagte über eine Gruppe: "Sie hatten drei, vier Tage nichts gegessen. Es ging ihnen schlecht. Einige hatten nicht einmal Schuhe."

Um Wanderarbeitern und anderen armen Menschen in der Coronakrise vor dem Verhungern zu schützen, schnürte die Regierung ein Rettungspaket im Wert von umgerechnet etwa 21 Milliarden Euro. Indien stuft gut 60 Prozent seiner Bevölkerung - etwa 800 Millionen Menschen - als arm ein. In der Hauptstadt Neu-Delhi dürfen zudem einige Wanderarbeiter zunächst in Obdachlosenunterkünften übernachten.

Indien hat Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge 645 bestätigte Covid-19-Fälle. 13 Menschen starben daran. Die Zahl ist im Vergleich zur Gesamtbevölkerung recht klein. Es wurde aber auch vergleichsweise wenig getestet.

Universitäten arbeiten an zeithistorischem Archiv zur aktuellen Coronakrise

12.25 Uhr: Forscher deutscher Universitäten arbeiten am Aufbau eines zeithistorischen Archivs zur Corona-Pandemie. Mit der Unterstützung von Freiwilligen solle eine möglichst umfassende Sammlung von Dokumenten und Eindrücken des Lebens während der Krise angelegt werden, teilten die Organisatoren der Hochschulen Hamburg, Gießen und Bochum mit. Ziel des Projekts sei es, künftigen Expertengenerationen das Material zur Erforschung der Ereignisse des Jahres 2020 zu liefern.

Das "coronarchiv" ist demnach als Internetbibliothek konzipiert und soll aus Texten, Fotos, Social-Media-Beiträgen und Videos bestehen, die verschiedene Aspekte des Krisenalltags aus unterschiedlichsten Blickwinkeln abbilden. "So schnell diese Zeitzeugnisse entstehen, so schnell können sie auch wieder verschwinden", erklärte Benjamin Roers von der Universität Gießen und einer der Initiatoren des Projekts.

Demnach kann jeder Interessierte seine Beobachtungen hochladen, die zusätzlich mit Metadaten wie dem Entstehungsort und der -zeit für die künftige Analyse versehen werden. Gesucht werden den Organisatoren zufolge auch freiwillige Archivare, die in ihrem Umfeld aktiv etwa Plakate dokumentieren und bei der Bearbeitung der Einsendungen helfen. "Es entsteht eine zentrale Anlaufstelle zur Dokumentation der Gegenwart", sagte Thorsten Logge, Organisator von der Hamburger Universität.

Mit ihrem "coronarchiv" ziehen die beteiligten Zeithistoriker und Kulturwissenschaftler eigenen Angaben zufolge auch die Konsequenzen aus der lückenhaften Dokumentation vieler früherer historischer Krisen. Die Aufzeichnungen darüber sind meist selektiv und unausgewogen, weil die Alltagserlebnisse und Sichtweisen bestimmter Bevölkerungsgruppen kaum festgehalten wurden. So wurden Tagebücher, die Forschern oft als Quelle dienen, meist nur von Gebildeteren und Wohlhabenderen geführt.

Trotz Coronavirus gereist: Südafrika-Tourist droht Mordanklage

12.21 Uhr: In Südafrika droht einem Touristen eine Anklage wegen versuchten Mordes, weil er trotz Covid-19-Infektion vom Krüger-Nationalpark aus weitergereist ist. "Diese Person wird wegen versuchten Mordes angeklagt werden", sagte Polizeisprecher Vishnu Naidoo der Nachrichtenagentur dpa. Der Mann befinde sich nun in Quarantäne. Angaben zur Nationalität wollte der Sprecher nicht machen.

In Südafrika gilt von Freitag an eine drakonische dreiwöchige Ausgangssperre. Sie sieht die Einstellung des kommerziellen Flugbetriebs, die Schließung aller Landgrenzen für den Personenverkehr sowie ein Anlegeverbot für Kreuzfahrtschiffe vor. Viele Deutsche und andere ausländische Touristen sitzen fest.

Virologe liefert erste Erklärungen zu niedrigen Todeszahlen in Deutschland

Gemeinsam mit Forschungsministerinn Karliczek hat sich der Direktor des Institut fürs Virologie an der Charité, Christian Drosten, zur vergleichsweise geringen Sterberate an Corona in Deutschland geäußert - und ein neues Forschungsnetzwerk vorgestellt. Mehr dazu lesen Sie hier.

IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt so stark wie nie

12.18 Uhr: Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist im März so stark gesunken wie nie zuvor. Das Barometer zur Entwicklung des Arbeitsmarkts mit einer Skala von 90 bis 110 fiel um 1,5 Punkte auf 100,4 Punkte, teilte das IAB mit. Dabei seien die Arbeitsagenturen "überwiegend vor den einschneidenden Corona-Eindämmungsmaßnahmen" für den Indikator befragt worden.

"Innerhalb kürzester Zeit setzte die Coronakrise den starken Arbeitsmarkt in Deutschland massiv unter Druck", sagte IAB-Experte Enzo Weber. Der Markt müsse massiv gestützt werden. Das bedeute: "Finanzierung der Betriebe sichern und Entlassungen vermeiden, aber auch Einstellungen unterstützen".

Die Arbeitslosigkeitskomponente des Barometers sank laut IAB im März um 0,8 Punkte auf 98,2 Punkte. Schon bei der zugrunde liegenden Befragung bis zum 13. März hätten die Agenturen deutlich steigende Arbeitslosigkeit erwartet.

Die zweite Komponente, der Beschäftigungsindikator, sank um 2,3 Punkte auf 102,5 Punkte - das sei "der niedrigste Wert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2011". Bereits vor den umfangreichen Corona-Gegenmaßnahmen seien die Einschätzungen der Arbeitsagenturen "von Tag zu Tag negativer" geworden, teilte das Institut weiter mit.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer basiert auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen örtlichen Arbeitsagenturen. Diese werden nach einer Prognose sowohl zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in den nächsten drei Monaten als auch zur Beschäftigungsentwicklung befragt.

Frankfurter Messe sagt auch Konsumgüterschau "Tendence" ab

12.14 Uhr: Die Frankfurter Messegesellschaft hat nun auch die für Ende Juni geplante Konsumgüterschau "Tendence" abgesagt. Teile des Sortiments sollen den Fachkunden auf der "Nordstil" in Hamburg gezeigt werden, die vom 25. bis zum 27. Juli geplant ist.

Man habe vergeblich versucht, die Veranstaltung doch noch stattfinden zu lassen, teilte das Unternehmen mit. "Die nun nochmals verschärfte Lage in Bezug auf das Coronavirus lässt uns jedoch leider keine andere Wahl als die Absage der Veranstaltung. Gerne begrüßen wir die Branche wieder in 2021 hier in Frankfurt", sagte Geschäftsführer Stephan Kurzawski. Die Frankfurter Messe hat wegen der Pandemie bereits etliche Großveranstaltungen gestrichen.

Luftfahrtverband: Viele Airlines haben nur noch Geld für weniger als zwei Monate

12.11 Uhr: Der Umsatz in der europäischen Luftfahrtbranche dürfte nach Einschätzung des internationalen Branchenverbands IATA in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Krise um 76 Milliarden Dollar sinken. Viele Fluggesellschaften hätten nur noch Geld für weniger als zwei Monate, teilte der Verband mit. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sind Airlines weltweit gezwungen, ihre Flotten weitgehend am Boden zu lassen. Einige Fluggesellschaften haben schon Bedarf an Staatshilfe angemeldet.

Einsatz wegen Klopapier - Kundin setzt sich auf Kassenband

Sit-in an der Supermarktkasse: In Bergneustadt haben Beamte eine Frau aus einem Laden getragen, berichtet die Polizei. Sie wollte mehr Toilettenpapier kaufen als dort erlaubt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Britischer Gesundheitsdienst beklagt "Tsunami" schwer kranker Corona-Patienten

12.05 Uhr: Großbritanniens staatlicher Gesundheitsdienst NHS beklagt eine zunehmende Überlastung der Londoner Krankenhäuser wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Kliniken der britischen Hauptstadt seien mit einem "ständigen Tsunami" schwer erkrankter Corona-Patienten konfrontiert, sagte der hochrangige NHS-Vertreter Chris Hopson dem Sender BBC Radio 4.

Nachdem die Krankenhäuser in den vergangenen Wochen ihre Kapazitäten für die intensivmedizinische Behandlung von Patienten "massiv" ausgebaut hätten, gebe es nun eine "Explosion" der Zahl schwer kranker Patienten. Die Lage werde zusätzlich dadurch verschärft, dass viele Krankenhausmitarbeiter derzeit selbst krank seien und deshalb fehlten. Der Krankenstand beim Klinikpersonal liege bei "30 Prozent, 40 Prozent und an manchen Orten sogar 50 Prozent", sagte Hopson. Dieses Ausmaß sei "beispiellos".

Am Montagabend war in Großbritannien eine dreiwöchige Ausgangssperre in Kraft getreten. Die Menschen dürfen nur noch zum Einkaufen, zum Arbeiten, für Arzttermine und sportliche Aktivitäten außer Haus. Auch Versammlungen von mehr als zwei Menschen sind vorerst verboten. Viele Geschäfte wurden geschlossen.

Premierminister Boris Johnson war zuvor wegen seines lange zögerlichen Umgangs mit der Krise heftig kritisiert worden. Erst seit Montag sind die britischen Schulen geschlossen. Restaurants, Cafés, Bars, Clubs, Theater und Freizeiteinrichtungen sind seit Freitagabend nicht mehr geöffnet.

510 europäische Reisende aus Indien ausgeflogen

12.02 Uhr: Trotz einer Ausgangssperre in ganz Indien sind 510 gestrandete deutsche und andere europäische Touristen aus dem Land ausgeflogen worden. Die Lufthansa-Maschine aus Neu-Delhi kam am Morgen in Frankfurt an, twitterte die Deutsche Botschaft. Sie war eine von wenigen Fliegern, die den Flughafen in Neu-Delhi in der Nacht verließen.

Iran meldet 157 weitere Todesfälle

11.58 Uhr: In Iran sind offiziellen Angaben zufolge 157 neue Todesfälle registriert worden. Damit stieg die Zahl der verstorbenen Infizierten auf 2234, sagte der Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums. Binnen 24 Stunden seien zudem 2389 neue Infektionsfälle bestätigt worden. Die Gesamtzahl der Infektionen stieg damit auf 29.406.

Zahl der Corona-Toten in Spanien erneut stark gestiegen

11.51 Uhr: In Spanien ist die Zahl der an einer Ansteckung mit dem Coronavirus gestorben Menschen erneut stark gestiegen. Am Mittwoch habe sie sich auf 4089 im Vergleich zu 3434 am Vortag erhöht, teilen die Behörden mit. Die Zahl der Infizierten ist demnach von 47.610 auf 56.188 angewachsen.

Wucher mit Atemschutzmasken: 21-Jährige in der Schweiz festgenommen

11.47 Uhr: Mit Wucherpreisen für Atemschutzmasken wollte eine junge Frau in der Schweiz Geld verdienen. Die Polizei nahm sie in der Nähe von Zürich fest, teilten die Behörden mit. Die 21-Jährige hatte im Internet Masken zu völlig überhöhten Preisen inseriert. Die Polizei ging zum Schein auf ihr Angebot ein. Die Frau habe am vereinbarten Übergabeort von dem Polizisten in Zivil für zehn Masken, die sonst pro Stück keine 50 Cent kosten, umgerechnet 94 Euro verlangt. Beamte hätten sie daraufhin festgenommen und abgeführt. Die Polizei erstattete Anzeige.

Alterspsychiater rufen zu kreativen Kontakten mit Älteren auf

11.45 Uhr: Alterspsychiater haben angesichts der Regelungen zur sozialen Distanzierung zu kreativen Kontaktaufnahmen mit Älteren aufgerufen. "Es kann ein Anruf, ein Zettel unter der Tür, eine Postkarte oder ein Ständchen vor dem Fenster sein", teilte die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) in Wiehl mit. "Viele dieser Altersgruppe sind eben noch nicht mit E-Mail und WhatsApp ausgestattet."

Der Kreativität seien keine Grenzen gesetzt. "Es gibt so viele Möglichkeiten, hier etwas zu tun", sagte DGGPP-Vorstandsmitglied Stefan Kreisel. Alte Menschen seien oft allein und einsam. Die aus Sicht der DGGPP wichtigen Maßnahmen zur Kontaktvermeidung angesichts der Coronakrise könnten die Einsamkeit verstärken.

Viele der allein lebenden hochbetagten Menschen zögen sich zurück und wollten niemandem zur Last fallen. Deshalb sei es jetzt wichtig, älteren Verwandten, Bekannten und allein lebenden Nachbarn einmal am Tag Hallo zu sagen.

Deutsche Unikliniken sollen sich vernetzen

11.43 Uhr: Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus sollen sich die deutschen Unikliniken zusammenschließen und eng über Diagnose- und Behandlungsverfahren sowie Patientendaten austauschen. Das ist das Ziel einer Initiative, die von der Berliner Charité in Zusammenarbeit mit dem Bundesforschungsministerium gestartet wurde. Das Ministerium unterstütze den Aufbau des Netzwerks mit 150 Millionen Euro, teilte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) in Berlin mit.

Die Kliniken sollen demnach in einen Erfahrungsaustausch über ihre Maßnahmenpläne im Umgang mit der Pandemie treten. Zudem wird eine Zusammenstellung der Daten aller Covid-19-Patienten angestrebt, um einen Gesamtüberblick über Krankengeschichte und Konstitution der Patienten zu bekommen. Von der Datensammlung erhoffen sich die Initiatoren - der Charité-Vorstandsvorsitzende Heyo Kroemer und der Direktor der Virologie, Christian Drosten, - Erkenntnisse für das Pandemiemanagement und die Impfstoff- und Therapieentwicklung.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Von der Leyen: Nachschub an Coronavirus-Schutzkleidung gesichert

11.39 Uhr: Der Nachschub an lebenswichtiger Schutzkleidung ist EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zufolge für die EU-Staaten gesichert. "Seit Dienstag wissen wir, dass ihr Bedarf an Masken, Handschuhen, Schutzbrillen und Schutzvisieren von den Herstellern gedeckt werden kann", sagte von der Leyen im Europaparlament. Die Lieferungen dürften in den kommenden Wochen anlaufen.

Die EU-Kommission hatte eine gemeinsame Bestellung der Medizinprodukte eingeleitet und zudem den Aufbau einer strategischen Reserve für alle EU-Staaten angekündigt. Dort sollen medizinische Geräte wie Beatmungsgeräte, Masken und Laborbedarf gelagert werden. "Die Kommission wird 90 Prozent dieses strategischen Vorrats über das Programm RescEU finanzieren", sagt sie. Man habe mit 25 Mitgliedstaaten gemeinsame Ausschreibungen etwa für Test-Kits, Beatmungsgeräte und Schutzausrüstung gestartet. Besonders kleinere EU-Staaten sind auf diese Hilfe angewiesen.

Von der Leyen kritisierte abermals, dass Deutschland und andere Staaten zu Beginn der Krise Exportbeschränkungen für Schutzkleidung verhängt hatten und dass neu eingeführte Grenzkontrollen wichtige Lieferungen an Ärzte und Pflegekräfte behinderten.

Deutschland führt laut Drosten 500.000 Tests pro Woche durch

11.36 Uhr: Der Virologe Christian Drosten führt die vergleichsweise niedrige Totenzahl in Deutschland auf die zahlreichen Tests zurück. Schätzungsweise gebe es eine halbe Million Tests in der Woche. Charité-Vorstandschef Heyo Kroemer ergänzt, Deutschland habe auch früher als andere von der Pandemie betroffene Länder angefangen zu testen.

Gewerkschaften dulden vorübergehend Samstagsarbeit bei Volksbanken

11.33 Uhr: Die Gewerkschaften DBV und DHV dulden wegen der aktuellen Belastungen bis Ende Mai Samstagsarbeit in Deutschlands Volks- und Raiffeisenbanken. Eine entsprechende Sonderregelung vereinbarten die Tarifpartner mit dem Arbeitgeberverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (AVR).

Die Tarifpartner hätten sich in der aktuellen Ausnahmesituation darauf verständigt, "den Betriebsparteien zu signalisieren, dass sie für einen vorübergehenden Zeitraum eine Ausdehnung der Samstagsarbeit über die tariflich geregelten Tatbestände hinaus dulden wollen", teilte eine Sprecherin des Bundesverbands der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) mit.

Zum einen soll so Eltern ermöglicht werden, Arbeit und Kinderbetreuung besser in Einklang zu bringen, teilten die Tarifpartner mit. Zum anderen gebe dies den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, die aktuelle Flut an Kreditanträgen im Zuge der Coronakrise auch in einer Samstagsschicht abzuarbeiten.

Klinikbetreiber Fresenius warnt vor Kapazitätsengpässen

11.30 Uhr: Europas größter privater Klinikbetreiber Fresenius blickt mit Sorge auf die Zuspitzung der Coronakrise. "Ich kann nicht garantieren, dass unser Personal und unsere Ausrüstung zum Höhepunkt der Krise ausreichen werden", sagte der Chef des Bad Homburger Dax-Konzerns Stephan Sturm der "Wirtschaftswoche". Er könne aber versichern, "dass wir alles Menschenmögliche tun werden". Anlass für eine Neufassung der Konzernprognose sieht der Manager zum aktuellen Zeitpunkt nicht.

Noch Ende Februar hatte der Manager sich optimistisch für die Entwicklung im laufenden Jahr geäußert. An den Aussagen hält er fest: "Wir waren hinsichtlich der Auswirkungen von Corona vorsichtig, und ich sehe derzeit keinen Grund für eine Korrektur." Die Geschäftsbereiche liefen nach wie vor sehr gut. "Unser Betrieb läuft weiter, und unsere Produkte und Dienstleistungen werden mehr denn je gebraucht", sagte Sturm. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, laufe die Produktion reibungslos, in China arbeiteten die Fabriken "wieder auf vollen Touren".

Die Entwicklung der Pandemie verlaufe allerdings "viel dynamischer" als von ihm erwartet. In Deutschland betreibt der Bad Homburger Konzern mit seiner Klinikgesellschaft Helios 86 Krankenhäuser. In diesen werde derzeit eine "niedrige dreistellige Zahl" an Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, behandelt. Dabei hat die Gesellschaft auch Patienten aus anderen EU-Ländern wie etwa Italien aufgenommen.

"Der Prinz von Wales hat sich nicht vorgedrängelt"

Der britische Thronfolger hat Covid-19 - und Kritiker behaupten, Prinz Charles habe eine Sonderbehandlung erhalten. Nun hat sich der Gesundheitsminister geäußert. Mehr dazu lesen Sie hier.

Prinz Charles (Archivbild)

Prinz Charles (Archivbild)

Foto: Chris Jackson/ dpa

Daimler kündigt Kurzarbeit ab 6. April an

11.25 Uhr: Der Autohersteller Daimler beantragt wegen der massiven Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie Kurzarbeit. Sie solle zunächst vom 6. bis zum 17. April gelten und einen Großteil der Produktion von Autos, Vans und Nutzfahrzeugen sowie ausgewählte Verwaltungsbereiche betreffen, teilte Daimler mit. Dringend benötigte Bereiche sowie die Arbeit an wichtigen Zukunftsprojekten blieben davon ausgenommen. Der Konzern beschäftigt in Deutschland rund 170.000 Menschen. Wie viele davon in Kurzarbeit gehen, ist nicht bekannt. Man reagiere damit auf die weitreichenden Auswirkungen des Coronavirus und daraus resultierende zunehmend schwierige wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen.

Ein Großteil der Produktion bei Daimler steht derzeit schon still, die Mitarbeiter bauen aktuell Urlaub und ihre Arbeitszeitkonten ab. Die Kurzarbeit beginnt dann im Anschluss an diese zunächst auf zwei Wochen festgelegte erste Phase. Wie genau sie an den Standorten umgesetzt wird, solle jeweils einzeln mit dem Betriebsrat geregelt werden.

"Wo verdammt nochmal geht ihr hin?"

In Italien gelten massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Nicht alle halten sich daran. Viele Bürgermeister reagieren mit Wutbotschaften, andere setzen die Ausgangssperre selbst durch. Sehen Sie hier das Video.

Auch Mitarbeiter von Lidl und Kaufland erhalten Bonuszahlung

11.20 Uhr: Auch die 140.000 Mitarbeiter von Lidl und Kaufland erhalten einen Bonus für ihren anstrengenden Einsatz in der Coronakrise. Jeder Mitarbeiter in der Filiale, in der Logistik und in den Produktionsbetrieben erhalte im April eine Sonderzahlung von bis zu 250 Euro. Das teilte die Schwarz-Gruppe mit, zu der die beiden Ladenketten gehören. Insgesamt lässt sich der Handelskonzern die Prämien rund 35 Millionen Euro kosten. Zuvor hatte bereits Rewe eine Prämie für seine Mitarbeiter und die Beschäftigten der konzerneigenen Discountkette Penny angekündigt.

Die Mitarbeiter in Vertrieb, Logistik und Produktion hätten in den vergangenen Wochen Außergewöhnliches geleistet, damit die Menschen in Deutschland jeden Tag mit frischen Lebensmitteln versorgt werden, teilten Lidl Deutschlandchef Matthias Oppitz und sein Kaufland-Pendant, Ralf Imhof mit. Der Bonus für die Lidl- und Kaufland-Beschäftigten werde als Warengutschein ausgezahlt, damit die Prämie möglichst als Netto-Zahlung bei den Beschäftigten ankomme.

Aachener klagt gegen Kontaktsperre in Nordrhein-Westfalen

11.17 Uhr: Ein Mann aus Aachen klagt gegen das von der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen wegen der Coronakrise erlassene Kontaktverbot. Der Kläger wolle sich auch weiterhin mit seinen Freunden in der Öffentlichkeit treffen, sagte Gerichtssprecherin Gudrun Dahme der Nachrichtenagentur dpa. 

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster müsse jetzt prüfen, ob die Rechtsverordnung der Landesregierung verhältnismäßig ist und ob es eine Rechtsgrundlage gibt. Der Kläger greift die Vorgabe an, dass Menschen sich in Gruppen mit mehr als zwei Personen nicht in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Das OVG will in der nächsten Woche entscheiden.

Drogeriemarktkette: Mangel an Toilettenpapier bald beendet

11.14 Uhr: Der Chef der Karlsruher Drogeriemarktkette dm, Christoph Werner, macht Hoffnung auf ein baldiges Ende des Toilettenpapiermangels in den Regalen. Er sei sicher, dass das Phänomen nur kurzzeitig auftrete, sagte er dem "Handelsblatt". In Gaststätten und Hotels werde derzeit nichts verbraucht. "Die Produktion muss also nur umgeleitet werden, der Nachschub ist gesichert."

Warten heißt es derzeit auch für dm-Online-Kunden. "Wegen der enormen Nachfrage ist die Lieferzeit kurzzeitig von zwei bis drei Werktagen auf neun bis zwölf Werktage hochgeschnellt", sagte Werner. "Das bekommen wir in den Griff, wir sind bald wieder bei zwei Tagen." Einen Münchner Testlauf zur Abholung bestellter Waren in der Filiale habe man ausgesetzt, "weil die Mengen in den Märkten explodierten". dm arbeite aber daran, diese Möglichkeit des Einkaufens bundesweit anzubieten.

Mit Blick auf Hamsterkäufe und leere Regale beklagte Werner zum Teil massive Anfeindungen von Mitarbeitern in den etwa 2000 dm-Filialen. "Auch ich habe bitterböse Briefe erhalten: Zum Beispiel, wie sich unsere Mitarbeiter erdreisten könnten, zu reglementieren, wie viel Toilettenpapier man kaufen dürfe."

China meldet erneut Dutzende Corona-Infektionen bei aus dem Ausland Eingereisten

11.08 Uhr: China hat erneut keine weitere Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus auf seinem Staatsgebiet gemeldet, dafür aber Dutzende Infektionen bei aus dem Ausland eingereisten Menschen. Es seien 67 weitere "importierte" Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium in Peking mit.

Der offiziellen Bilanz zufolge starben in den vorangegangenen 24 Stunden sechs Menschen in Festlandchina an den Folgen einer Coronavirus-Infektion, fünf davon in der Millionenmetropole Wuhan. In der Hauptstadt der Provinz Hubei hatte die Pandemie im Dezember ihren Ausgang genommen.

Insgesamt starben fast 3300 Menschen in Festlandchina durch das neuartige Coronavirus, mehr als 80.000 Infektionen wurden nachgewiesen. Mit drastischen Schutzvorkehrungen wurde die Ausbreitung des Virus allerdings eingedämmt.

Mittlerweile sorgen sich die chinesischen Behörden eigenen Angaben zufolge, dass die Einreise infizierter Menschen aus dem Ausland ein zweite Infektionswelle auslösen könnte. Bislang wurden insgesamt 541 solcher Fälle gezählt.

560.000 Briten wollen Gesundheitsdienst helfen

11.06 Uhr: Weit über eine halbe Million Briten haben sich bereits als freiwillige Helfer des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS im Kampf gegen die Corona-Pandemie gemeldet. Es sei "fantastisch", dass bereits 560.000 Menschen ihre Unterstützung angeboten hätten, twitterte Gesundheitsminister Matt Hancock.

Der NHS wurde Kritikern zufolge in den vergangenen Jahren kaputtgespart; er gilt als chronisch überlastet und marode. Die Freiwilligen sollen Menschen in längerer Isolation helfen und ihnen Essen und Medikamente liefern oder sie zu Terminen fahren.

Berliner Charité nimmt fünf Coronavirus-Patienten aus Italien auf

11.04 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller kündigt an, in der Charité fünf Coronavirus-Patienten aus Italien aufzunehmen. "Die Grenzen mögen kurzfristig geschlossen sein, unsere europäische Solidarität darf dagegen keine Ländergrenzen kennen", sagt Müller im Abgeordnetenhaus.

Heil hält Anspruch auf Homeoffice nicht für erforderlich

10.59 Uhr: Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hält einen Rechtsanspruch auf Homeoffice in der Coronakrise nicht für erforderlich. "Wo Homeoffice technisch möglich ist, sollte das umgesetzt werden - in ganz vielen Branchen findet das ja auch schon statt", sagte Heil den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Arbeitgeber und Beschäftigte fänden praktische Lösungen, "ohne dass der Staat vorher Gesetze gemacht hat".

Heil hatte sich in der Vergangenheit mehrfach für ein Recht auf Homeoffice ausgesprochen. Auf die Nachfrage, ob er das nicht mehr für erforderlich halte, sagte er den Funke-Zeitungen: "Das ist jetzt nicht das Problem - in der Notbekämpfung brauchen wir schnelle, hilfreiche Lösungen, arbeitsrechtliche Grundsatzdebatten können später geführt werden."

Spanische Außenministerin wirft Medizingeräte-Herstellern Spekulation vor

10.55 Uhr: Die spanische Außenministerin Arancha González wirft Herstellern und Zwischenhändlern von medizinischem Gerät Geschäftemacherei zulasten der am Virus Erkrankten vor. "Zwischenhändler spekulieren ebenso wie Hersteller", sagt sie dem Sender Radio Euskadi. "Wenn es mehr Nachfrage als Angebot gibt, steigen die Preise, was jetzt der Fall ist."

Katastrophenmediziner schildern dramatische Lage im Elsass

10.46 Uhr: Katastrophenmediziner haben sich ein Bild von der Lage in Straßburg gemacht - und berichten über dramatische Zustände an der Grenze zu Deutschland. Demnach arbeiten infizierte Mediziner an der Universitätsklinik Straßburg weiter mit Corona-Patienten, und über 80-Jährige werden nicht mehr beatmet. Stattdessen erfolge "Sterbebegleitung mit Opiaten und Schlafmitteln", schreiben die Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin in Tübingen in dem Bericht, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Unter der Annahme, dass sich die Entwicklung, wie sie im Elsass bestehe, bald in Deutschland einstellen werde, sei eine optimale Vorbereitung von "allerhöchster Dringlichkeit".

Podcast Cover

Diplomaten: Corona-Bonds ohne Chance bei EU-Videogipfel

10.41 Uhr: Gemeinsame europäische Schulden oder Corona-Bonds werden Diplomaten zufolge beim Videogipfel der Staats- und Regierungschefs kaum eine Rolle spielen. "Heute Abend werden die Staats- und Regierungschefs ihre Einigkeit demonstrieren wollen", sagte ein EU-Diplomat vor der Schaltkonferenz am Nachmittag. Sie würden sich deshalb auf konsensfähige Maßnahmen konzentrieren und nicht auf jene, wo sie uneins seien. Ein anderer EU-Diplomat sagte, dass mehrere Länder Corona-Bonds strikt ablehnen.

Am Mittwoch hatten Frankreich, Italien, Spanien und sechs weitere Länder die gemeinsame Aufnahme von Schulden als Zeichen der Solidarität in der Europäischen Union gefordert. Deutschland ist gegen solche gemeinsamen Anleihen - bekannt als Corona-Bonds.

"Alles ist billiger, als die Wirtschaft noch länger lahmzulegen"

Deutschland kann nicht mehr lange stillstehen, warnt der Ökonom Jens Südekum. Er fordert von der Politik einen Kraftakt, um beides zu schaffen: Menschenleben retten - und die Wirtschaft. Mehr dazu lesen Sie hier.

Saarland spezialisiert einzelne Kliniken

10.34 Uhr: Das Saarland organisiert seine medizinischen Einrichtungen neu. So sollen das Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg, die Saarbrücker Winterberg-Kliniken und die SHG-Klinik in Völklingen als sogenannte Corona-Zentren fungieren, in denen schwerste Fälle behandelt werden, teilt Gesundheitsministerin Monika Bachmann mit. Als Corona-Kliniken soll demnach eine Zahl von fünf bis sechs Krankenhäusern definiert werden, die sich um infizierte Personen und Patienten mit mittelschwerem Krankheitsverlauf kümmern sollen. Außerdem sollen 18 Sport- und Freizeithallen zu Corona-Notfallzentren umfunktioniert werden.

SPD-Fraktion setzt Task Force gegen soziale Pandemie-Folgen ein

10:25 Uhr: Die SPD im Bundestag will regelmäßig die sozialen Folgen der Corona-Pandemie analysieren und richtet dafür eine eigene Task Force ein. Geleitet von den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Katja Mast und Bärbel Bas will sich die Arbeitsgruppe austauschen - mit Familienministerin Franziska Giffey und Sozialminister Hubertus Heil (beide SPD), dem SPD-Parteivorstand sowie Vertretern der Länder, Kommunen und Sozialpartnern. Die aktuelle soziale Lage soll analysiert werden und schnelle Lösungen sollen erarbeitet werden, teilte die Fraktion in Berlin mit.

Knapp 5000 Infizierte mehr in Deutschland

10.17 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Donnerstag mit 36.508 angegeben - ein Plus von 4954 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 37.323 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bisher 198 Todesfälle, die JHU 206 Tote.

Flughafen Paris-Orly schließt kommende Woche

10.11 Uhr: Der Flughafen Paris-Orly wird ab dem 1. April geschlossen. Ab dem 31. März 2020 um 23.30 Uhr und bis auf Weiteres würden alle Flüge, die in Paris-Orly durchgeführt werden, auf den Pariser Flughafen Charles de Gaulle verlegt, teilte der Flughafenbetreiber auf seiner Website mit. Bis dahin werden alle Flüge am Terminal 3 abgewickelt, Terminal 1, 2 und 4 sind bereits geschlossen. Reisende sind dazu aufgerufen, sich über den aktuellen Status ihres Flugs zu informieren.

Verbraucherschützer gegen Gutscheinregelung für Touristen

10.01 Uhr: Gegen den Plan, bei stornierten Flügen und Pauschalreisen den Konsumenten zunächst nur Gutscheine auszuhändigen, regt sich Widerstand. "Gutscheine sind unfair, diese staatlich abzusichern aufwendig", twittert die Mobilitätsexpertin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Marion Jungbluth. Bisher haben Verbraucher das Recht auf eine umgehende Erstattung ihres Geldes. In der Coronakrise haben Vertreter der Bundesregierung Branchenforderungen aufgenommen, zunächst mit Gutscheinen einen schnellen Abfluss von Barmitteln zu verhindern.

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Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft unterstützt das Vorhaben. "Eine Gutscheinlösung bei annullierten Flügen würde unseren Unternehmen helfen und gleichzeitig die Kunden nicht schädigen, denn diese könnten ihre gebuchten Reisen nach Ende der Corona-Pandemie tatsächlich auch antreten", teilte Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow mit. Man setze darauf, dass Bundesregierung und EU-Kommission die Lösung ermöglichen.

Steinmeier stimmt Bürger auf weitere schwierige Wochen ein

10.00 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stimmt die Bürger wegen der Coronakrise auf weitere schwierige Wochen ein. Abstand halten sei "das Gebot der Stunde" - diese Stunde dauere allerdings keine 60 Minuten, sondern "womöglich Wochen", sagte Steinmeier in einer Videobotschaft. Gewohnte Treffen und Besuche seien derzeit nicht möglich. "Darauf zu verzichten, das fällt uns allen schwer, auch mir."

Jedoch könne nur dieser Verzicht verhindern, "dass wir dauerhaft verlieren, was wir lieben", sagte Steinmeier. "Die überwältigende Mehrheit in unserem Lande hat das verstanden und handelt danach. Dafür danke ich Ihnen."

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Solidarität sei derzeit "existenziell wichtig", sagte der Bundespräsident. Viele Menschen handelten danach und gingen etwa für ältere Nachbarn einkaufen oder hängten Lebensmitteltüten für Obdachlose an "Gabenzäune". "Sie alle, Sie sind die Heldinnen und Helden in der Coronakrise", lobte Steinmeier. Mit einigen habe er in den vergangenen Tagen telefoniert.

Gleichzeitig forderte er mehr Solidarität in der EU. "Unser Blick muss weiter reichen als bis zum nächsten Grenzzaun", sagt er. Es sei gut, dass Krankenhäuser in Deutschland jetzt auch schwer kranke italienische und französische Patienten behandelten. "Ich wünsche mir mehr solche konkrete Solidarität im europäischen Geist."

Zahl der Flüge in Europa nimmt stark ab

09.58 Uhr: In Europa ist die Zahl der Flüge in dieser Woche im Jahresvergleich um 60 Prozent gesunken. Das teilt der Anbieter von Luftfahrt-Daten OAG mit. Dies seien 92.000 Flüge weniger als in der gleichen Woche des Vorjahres.

Acht Länder fordern Ende von Sanktionen

09.56 Uhr: Kurz vor einem Video-Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der führenden Wirtschaftsmächte (G20) zur Coronakrise wird die Forderung nach Aufhebung von Sanktionen lauter.

Russland, China, Syrien, Iran, Nordkorea, Venezuela, Nicaragua und Kuba dringen in einem Brief an Uno-Generalsekretär António Guterres darauf. Das meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax. Diese Strafmaßnahmen untergrüben den Kampf gegen das Coronavirus, heißt es darin. Vor allem die Beschaffung von medizinischer Ausrüstung und Medikamenten sei deshalb schwierig.

Guterres solle sich dafür einsetzen, dass Sanktionen sofort und vollständig aufgehoben werden, schrieben die Länder demnach in dem gemeinsamen Brief. Der Uno-Generalsekretär hatte zuvor angesichts der Pandemie einen weltweiten Stopp aller Kampfhandlungen gefordert. Strafmaßnahmen haben zum Beispiel die USA und Europa verhängt.

Großbritannien stellt mehr Beatmungsgeräte her

09.45 Uhr - Großbritannien kurbelt die Herstellung von Beatmungsgeräten an. Derzeit gebe es 8000 Geräte, weitere 8000 sollten in rund einer Woche dem Gesundheitssystem zur Verfügung stehen, sagte der Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Edward Agar, der BBC. Nach seinen Worten gibt es mehrere Zusagen von Firmen nach dem dringenden Aufruf der Regierung, Beatmungsgeräte herzustellen.

Städte- und Gemeindebund fordert Exit-Strategie für Ausgangsbeschränkungen

09.33 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat an Bund und Länder appelliert, Strategien für eine Lockerung der derzeitigen Ausgangsbeschränkungen zu entwickeln. "Langfristig können wir nicht das gesamte Land lahmlegen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Politik müsse jetzt überlegen, wann und unter welchen Voraussetzungen die Einschränkungen gelockert werden könnten.

Die eingeleiteten Maßnahmen seien "richtig und notwendig", sagte der DStGB-Geschäftsführer. Gleichzeitig müsse die Politik selbstverständlich eine "Exit-Strategie" entwickeln. Der "schwierige Abwägungsprozess" müsse jetzt beginnen.

Eine zentrale Frage sei, ob Schulbetrieb und Kinderbetreuung nach den Osterferien wieder aufgenommen würden, sagte Landsberg. Auch an eine Öffnung von Restaurants müsse gedacht werden. Die Einschränkung größerer Veranstaltungen und besondere Abstandsregeln würden dagegen längerfristig nötig sein.

Auch Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) plädierte für entsprechende Überlegungen. "Wir müssen jetzt auch nach Möglichkeiten gucken, wie wir in absehbarer Zeit die Aktivitäten wieder hochfahren", sagte Oppermann den Fernsehsendern RTL und n-tv. "Wir dürfen uns jetzt nicht in einer völlig trostlosen Das-bleibt-jetzt-monatelang-so-Perspektive einrichten."

Bosch bringt Schnelltestgerät auf den Markt

09.31 Uhr: Der Technologiekonzern Bosch hat zusammen mit Randox Laboratories ein Analysegerät für Corona-Schnelltests entwickelt. Das Gerät mit dem Namen Vivalytic könne zehn Atemwegserreger gleichzeitig innerhalb von zweieinhalb Stunden diagnostizieren.

Das Analysegerät für die vollautomatisierten Tests ist schon seit Februar erhältlich, die Testkartuschen für den Covid-19-Erreger sollen nach der Zulassung ab April verfügbar sein. Bosch will die Testvorrichtungen über Medizintechnik-Vertriebspartner Laboren, Krankenhäusern und Arztpraxen anbieten.

Es handelt sich dabei laut Martin Obermeier, Facharzt für Laboratoriumsmedizin vom Medizinischen Infektiologiezentrum Berlin Berlin (mib), um einen molekulardiagnostischen Nachweis nach aktuellem Standard. Die bisherigen Tests auf dem Vivalytic System zeigten eine gute Qualität. Das System werde aber nicht zu einer dramatischen Zunahme der Testkapazitäten führen. Das notwendige Gerät könne nur eine Probe abarbeiten und benötige dafür zweieinhalb Stunden.

"Das System kann im Krankenhaus in den Notaufnahmen von spezialisierten Häusern interessant werden", sagte Obermeier weiter. So könne vor einer stationären Aufnahme eine entsprechende Quarantäne so kurz wie möglich gemacht werden. "Das dürfen aber dann keine Notaufnahmen mit großem Patientendurchsatz sein", sagte der Experte weiter.

Viele Bundeswehr-Reservisten stehen bereit

09.29 Uhr: Die Bundeswehr kann nach den Worten von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer mit vielen Reservisten bei der Bewältigung der Coronakrise mithelfen. Es gebe eine große Hilfsbereitschaft unter den Reservisten, sagt die CDU-Politikerin im ZDF. Das bedeute, dass es genügend Menschen gebe, die bereit seien in der Krise zu helfen, auch wenn die Krise länger andauere.

So sei eine hohe Zahl an Reservisten über den Verband organisiert. 28.000 seien schon an bestimmte Stellen beordert worden. Zudem gebe es sehr viele frei verfügbare Reservisten. Fast 10.000 davon hätten sich schon gemeldet. 240 sehr qualifizierte würden bereits eingesetzt etwa als Sanitätspersonal in Bundeswehrkrankenhäusern. 

Australien kippt Zeitlimit für Haarschnitte

09.27 Uhr: Ein Haarschnitt in maximal 30 Minuten - gegen diese Vorgabe der australischen Regierung im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat sich die Friseurbranche gewehrt. Nach einem Sturm der Entrüstung kündigte Premierminister Scott Morrison an, dass das erst am Dienstag verhängte Zeitlimit mit sofortiger Wirkung gekippt werde. Friseure müssten aber dennoch neue Regeln einhalten, etwa nur einen Kunden je vier Quadratmeter Ladenfläche zuzulassen.

In Australien gibt es mehr als 2500 Infizierte, bisher starben dem australischen Gesundheitsministerium zufolge elf Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. In Australien ist aber bei Weitem nicht alles geschlossen. Die Behörden hielten Menschen jedoch an, ihr Zuhause nur für die Arbeit oder wichtige Gänge zu Geschäften zu verlassen. Restaurants und Pubs bieten nur Lieferservice oder Essen zum Mitnehmen an.

Die Zeitvorgabe für Friseuren hatte dazu beitragen sollen, dass die soziale Distanz gewahrt und damit die Ansteckungsgefahr reduziert werde. Der australische Berufsverband der Friseure bezeichnete die Maßnahme als "empörend" und sagte, die Vorgabe gefährde die Existenz von etwa 40.000 Friseuren. Haarschnitte für Männer seien unter 30 Minuten machbar, aber die Mehrheit der Salons könne das Zeitlimit nicht einhalten.

Saarland passt Verfügung zu Ausgangsbeschränkungen an

09.24 Uhr: Seit Mitternacht gelten im Saarland veränderte Regeln bei den Ausgangsbeschränkungen. Die Landesregierung habe die Allgemeinverfügung an die Beschlussempfehlung des Bundes angepasst, teilte ein Regierungssprecher in Saarbrücken mit.

Sport und Bewegung an der frischen Luft seien allein, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder mit den Personen, die im selben Haushalt leben, möglich. Zuvor waren Sport und Bewegung draußen mit bis zu fünf Personen erlaubt, mit denen man nicht in einem Haushalt lebt, wenn ein Mindestabstand eingehalten wurde.

Es bleibe im Saarland bei der Ausgangsbeschränkung, nach der das Verlassen der eigenen Wohnräume nur noch bei triftigen Gründen erlaubt sei. Besuche bei Freunden oder Bekannten seien auch weiter nicht gestattet.

Iran verschärft Reisebeschränkungen

09.18 Uhr: Iran hat seine Reisebeschränkungen verschärft. Der Verkehr zwischen den einzelnen Städten werde eingestellt, kündigte ein Regierungsmitarbeiter an. Ein Regierungssprecher teilte mit, der Islamischen Republik stehe möglicherweise ein zweiter Ausbruch der Coronavirus-Pandemie bevor.

"Diejenigen, die zu den iranischen Neujahrsfeiertagen gereist sind, sollten sofort in ihre Städte zurückkehren, ohne auf dem Rückweg Halt zu machen", sagte Regierungsmitarbeiter Hossein Zolfaghari.

 Bisher sind bei dem Ausbruch in Iran 2077 Menschen getötet und 27.017 infiziert worden. Die Schließung von Universitäten und Schulen sowie das Verbot von Versammlungen wurde inzwischen verlängert.

Amazon schafft 350 neue Logistik-Jobs in Deutschland

08.57 Uhr: Gewinner der Coronakrise ist der Onlineversandhandel. Amazon muss nun mehrere Hundert zusätzliche Mitarbeiter in Deutschland einstellen. Um der Nachfrage der Menschen gerecht zu werden, seien 350 zusätzliche Voll- und Teilzeitstellen in der Logistik geplant, bestätigte ein Amazon-Sprecher. Die 350 neuen Stellen würden bundesweit geschaffen, und die Zahl lasse sich nicht auf einzelne Standorte runterbrechen. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" über den Stellenaufbau berichtet.

Sachsen-Anhalt stellt zwei Ortsteile unter Quarantäne

08.03 Uhr: Wegen der hohen Anzahl von Coronavirus-Infizierten sind zwei Ortsteile der Stadt Jessen (Elster) in Sachsen-Anhalt von der Außenwelt abgeriegelt: Jessen und Schweinitz stehen unter Quarantäne. Seit diesem Donnerstagmorgen, 7.00 Uhr, kontrollieren Feuerwehrleute und Polizisten die Zufahrtsstraßen, wie der Sprecher des Landkreises Wittenberg bestätigte. Die Quarantäne ist bis zum 10. April angekündigt.

Dem Sprecher zufolge sind rund 8000 Einwohner betroffen. Anlass für die Maßnahmen ist ein Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim. Von 16 Infizierten mussten bereits drei ins Krankenhaus gebracht werden.

"Das Haus verlassen darf man, um sich auf kürzestem Wege etwas zu essen zu holen oder in die Apotheke zu gehen", sagte der Sprecher. Der Zutritt oder die Zufahrt zu den gesperrten Ortsteilen ist laut einer Mitteilung des Landkreises nur Menschen gestattet, die dort ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz haben und sich unverzüglich in die häusliche Quarantäne begeben. Ausnahmen sollen gelten für "Personen, die Maßnahmen der medizinisch indizierten Pflege wahrnehmen, Rettungsdienste, ärztliche Hausbesuche" sowie Mitarbeiter bestimmter lokaler Unternehmen.

VW erwartet Rückkehr zu normaler Produktion in Deutschland bis Sommer

07.55 Uhr: Volkswagen hat auf die Coronakrise mit einem europaweiten Produktionsstopp reagiert. Der Konzern erwartet jedoch, dass die Produktion in Deutschland bis zum Sommer wieder auf Normalniveau läuft. "Wir gehen davon aus, dass es in Deutschland im Sommer wieder zu einer Normalisierung kommt", sagte der Vertriebsvorstand der Marke VW, Jürgen Stackmann, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Das Coronavirus werde zwar bis dahin nicht abrupt wieder verschwinden. Doch länger als bis zum Sommer könne der Stillstand nicht dauern, dies hielten Gesellschaft und Wirtschaft nicht aus, sagte Stackmann. VW bereite sich schon "auf den Moment vor, wo es wieder losgeht". In China erhole sich der Markt bereits wieder.

VW hatte die Produktion in der vergangenen Woche vorerst befristet bis zum 3. April gestoppt. "Ob es länger dauern wird, werden wir in der nächsten Woche sehen", sagte Stackmann. In den Werken werde derzeit geprüft, wie die Sicherheit der Beschäftigten in der Produktion vor möglicher Ansteckung mit neuen Abstandsregeln erhöht werden könne. Es sei aber auch Aufgabe der Politik, die Voraussetzungen für das kontrollierte Hochfahren der Produktion zu schaffen.

Russland setzt Flugverkehr ins Ausland aus

07.48 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus setzt Moskau von diesem Freitag an fast alle Flugverbindungen ins Ausland aus. Das hat die russische Regierung der Staatsagentur Tass zufolge angewiesen.

Davon ausgenommen seien Flüge, mit denen im Ausland festsitzende Russen in ihre Heimat zurückgeholt werden sollen. Nicht betroffen von der Regelung sind Inlandsflüge. Der Flugverkehr etwa nach Deutschland war zuletzt bereits deutlich zusammengestrichen worden. So flog die Fluggesellschaft Aeroflot lediglich noch Berlin an.

In Russland haben sich nach offiziellen Angaben bislang (Stand vom Mittwoch) 658 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das Virus war bislang bei drei gestorbenen Menschen nachgewiesen worden. Präsident Wladimir Putin hatte die kommende Woche als arbeitsfrei erklärt, um die Ausbreitung der Lungenkrankheit einzudämmen.

Coronakrise lässt Milchpreise sinken

07.37 Uhr: Derzeit kaufen die Bürger rekordverdächtige Mengen an Milch und Milchprodukten. Dennoch müssen die Bauern mit sinkenden Milchpreisen rechnen, wie in der Branche berichtet wird. Denn trotz starker gestiegener Nachfrage in den Supermärkten hat die Coronakrise spürbare Folgen auf dem Milchmarkt: Der Export stottert, das Geschäft mit der Gastronomie und gewerblichen Kunden ist weitgehend zum Erliegen gekommen.

"Wir haben eine extreme Änderung der Warenströme innerhalb sehr kurzer Zeit", sagte Hans-Jürgen Seufferlein, der Direktor des Verbands der Milcherzeuger Bayern.

"Die Aufträge seitens des Lebensmitteleinzelhandels (im Inland) sind aktuell doppelt so hoch wie in einer "normalen" Woche um diese Zeit", sagte Oliver Bartelt, der Sprecher des Deutschen Milchkontors (DMK) in Bremen, der größten deutschen Molkereigenossenschaft.

Die Kunden kaufen demnach vor allem haltbare Milch und Sahne sowie Butter und Käse. "Alle weiteren Segmente verzeichnen aber ebenfalls deutliche Anstiege - teilweise wird die dreifache Wochenmenge bestellt", sagte Bartelt. Die aktuelle Liefermenge bei DMK liegt demnach derzeit 40 Prozent über dem Durchschnitt.

Doch die Gastronomie kauft deutschlandweit quasi nichts mehr, und der Verkauf ins Ausland ist derzeit ebenfalls sehr schwierig.

700 Prozent mehr Klopapier verkauft

07.18 Uhr: Obwohl Politiker immer wieder beteuern, dass die Versorgung gesichert sei, hamstern die Deutschen in der Krise - und greifen besonders zu Toilettenpapier. Die Hersteller des Hygieneartikels sind schon jetzt die Gewinner der Coronakrise: Hamsterkäufe haben den Absatz massiv erhöht. Von Februar bis zum März 2020 sei eine Steigerung um 700 Prozent zu verzeichnen, sagte Christian Böttcher, Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), ohne genaue Zahlen zu nennen.

Das Toilettenpapier nehme beim Kaufverhalten der Deutschen eine Sonderstellung ein, so der Sprecher. Wegen der Angst, man dürfe irgendwann nicht mehr das Haus verlassen, werde gebunkert. Es entstehe eine paradoxe Situation. Böttcher: "Einige wissen nicht, wohin damit. Andere haben zu wenig."

Gottesdienst-Übertragungen im Fernsehen boomen

05.20 Uhr: In Zeiten verbotener Gottesdienste in Kirchen wegen der Coronakrise boomen Kirchenformate im Fernsehen. "Die Zahlen bei Gottesdiensten und dem 'Wort zum Sonntag' haben sich im Durchschnitt um 70 Prozent erhöht", sagte der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. "Bei einigen kirchlichen Formaten hat sich der Zuspruch sogar nahezu verdoppelt." Auch die katholische Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat den Eindruck, "dass es enormen Zulauf gibt".

Diesen Eindruck bestätigt das ZDF: Nach Senderangaben verzeichneten die an den beiden vergangenen Sonntagen ausgestrahlten Gottesdienste deutlich mehr Zuschauer als sonst üblich:

  • Den katholischen Fernsehgottesdienst am 23. März sahen demnach 1,43 Millionen Zuschauer. Dies entspricht einem Marktanteil von 12,4 Prozent.

  • Auch der evangelische Gottesdienst am Sonntag davor (15. März) erreichte mit rund 980.000 Zuschauern und einem Marktanteil von 10,5 Prozent deutlich mehr Zuschauer als die zehn katholischen und evangelischen Gottesdienste zwischen dem 5. Januar und dem 8. März, die im Schnitt 700.000 Zuschauer und einen Marktanteil von 7,8 Prozent erreichten.

Das "Wort zum Sonntag", das 2019 einen Durchschnittswert von 1,21 Millionen Zuschauern hatte, hatte nach EKD-Angaben am 14. März mit 2,35 Millionen mehr als das Doppelte. Am 21. März sahen 1,75 Millionen Zuschauer zu.

US-Senat verabschiedet Billionen-Dollar-Hilfspaket

04.49 Uhr: Der US-Senat hat wegen der Coronavirus-Pandemie ein massives Konjunkturpaket beschlossen, mit dem rund zwei Billionen US-Dollar in die Wirtschaft gepumpt werden sollen. Das von Republikanern, Demokraten und der Regierung ausgehandelte Gesetzespaket wurde in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) mit überwältigender Mehrheit angenommen (mehr dazu erfahren Sie hier).

Nun muss noch das Repräsentantenhaus zustimmen, was im Lauf der Woche passieren sollte. Präsident Donald Trump hat angekündigt, das Gesetzespaket dann umgehend mit seiner Unterschrift in Kraft zu setzen.

DER SPIEGEL

"Das ist ein stolzer Moment für den Senat", sagte der republikanische Mehrheitsführer in der Parlamentskammer, Mitch McConnell. Die Senatoren hatten seit Freitag praktisch rund um die Uhr um das Paket gerungen. Nach Angaben der Regierung handelte es sich um das umfangreichste Konjunkturpaket der US-Nachkriegsgeschichte.

Söders Popularität steigt in Bayern

04.46 Uhr: Die Zufriedenheit der Bayern mit der Arbeit ihres Ministerpräsidenten Markus Söder ist einer Umfrage zufolge in der Coronavirus-Krise deutlich gestiegen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Zeitung "Augsburger Allgemeine" geben 61 Prozent der Bayern an, zufrieden mit der Regierungsarbeit des CSU-Vorsitzenden zu sein. Vor einem Monat lag dieser Wert noch bei 52 Prozent, vor einer Woche bei 54 Prozent.

Jeder dritte (34 Prozent) der 5032 Befragten zeigte sich sogar "sehr zufrieden". Der Anteil derjenigen, die unzufrieden sind, sank innerhalb des vergangenen Monats von 30 Prozent auf 22 Prozent. Die Zufriedenheit der Bayern mit der Arbeit ihres Ministerpräsidenten stieg dabei unter Anhängern aller Parteien. Lediglich unter Anhängern der AfD überwiegt die Anzahl derjenigen, die sich unzufrieden zeigen.

Einzelhandel warnt vor Folgen von Einreiseverbot für Saisonkräfte

04.42 Uhr: Der Einzelhandel hat vor schwerwiegenden Folgen der Regierungsentscheidung gewarnt, Saisonarbeitskräften angesichts der Coronakrise die Einreise zu verweigern. Dies sei "natürlich für die Aufrechterhaltung der Lebensmittellieferkette eine sehr große Herausforderung", sagte ein Sprecher des Handelsverbands HDE den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Gesundheit habe oberste Priorität. Ungeachtet dessen gelte es, Lösungen zu finden, "wie die Ernten zahlreicher Produkte ohne Saisonarbeitnehmer aus anderen Mitgliedstaaten eingebracht werden können". Aus Sicht des HDE müsse zudem geprüft werden, ob es sich bei der Entscheidung um Diskriminierung handele.

Im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie in Deutschland hatte das Bundesinnenministerium ein Einreiseverbot für Saisonarbeiter angeordnet. Erntehelfern und anderen Saison-Arbeitskräften werde seit Mittwoch bis auf Weiteres die Einreise verweigert (mehr dazu erfahren Sie hier).

FDP fordert öffentliches Warnsystem

04.29 Uhr: Die FDP hat ein öffentliches Warnsystem gefordert, um Bürger in der Coronakrise schneller erreichen zu können. Dieses soll kurzfristig aufgebaut und auf Basis lokaler SMS oder sogenanntem Cell Broadcasting funktionieren. Das berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf ein von der FDP-Bundesfraktion beschlossenes Papier.

Mit dem "Cell-Broadcasting-Service" könne etwa eine Nachricht an alle Telefone eines Anbieters in einer bestimmten Gegend geschickt werden, falls die Nutzer die entsprechende Funktion in ihrem Handy vorher freischalten. Ein solches Warnsystem habe den Vorteil, dass Empfang und Verbreitung von Informationen "niedrigschwellig" möglich seien, heißt es demnach in dem Papier.

Linke-Fraktionschef fordert einmalige Vermögensabgabe

04.12 Uhr: Der Fraktionschef der Linken, Dietmar Bartsch, hat zur Finanzierung der Milliardenkosten in der Coronakrise eine einmalige Vermögensabgabe auf große private Vermögen gefordert. Bartsch sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wer wird die aktuelle Krise bezahlen? Die Refinanzierung der Hilfspakete ist bisher ungeklärt. Es darf nicht sein, dass die neuen Staatsschulden - wie nach der Bankenkrise - von den Bürgern damit bezahlt werden, dass an der öffentlichen Infrastruktur gespart wird."

Die Bundesregierung will mit beispiellosen milliardenschweren Hilfsprogrammen in der Coronakrise Arbeitsplätze und Unternehmen retten. Der Bundestag beschloss am Mittwoch zur Finanzierung einen Nachtragshaushalt, der neue Schulden in Höhe von 156 Milliarden Euro vorsieht.

Zahl der Coronavirus-Toten steigt in den USA auf mehr als tausend

03.58 Uhr: In den USA hat die Zahl der durch Covid-19 ums Leben gekommenen Menschen die Marke von tausend überschritten. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins  hervor. Demnach starben mittlerweile mehr als 1030 Menschen an den Folgen der Lungenkrankheit. Zudem sei bei 68.500 Menschen eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Nur China und Italien haben bislang mehr Infizierte registriert.

New York baut provisorische Leichenhalle

03.02 Uhr: Angesichts der steigenden Zahl von Todesopfern in der Coronakrise hat die Millionenmetropole New York eine provisorische Leichenhalle errichtet. Die weißen Zelte wurden außerhalb des Bellevue Krankenhauses in Manhattan aufgebaut, wie Fotos zeigten. Die Internetseite "Politico" berichtete  unter Berufung auf anonyme Quellen im Heimatschutzministerium, dass erwartet würde, dass die Leichenschauhäuser in der Ostküstenstadt nächste Woche an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

Die "New York Times" berichtet  über das Elmhurst-Krankenhaus im Stadtteil Queens: Dort seien binnen 24 Stunden 13 Patienten an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Vor dem Gebäude stehe ein Kühlwagen für die Leichen. "Es ist apokalyptisch", zitiert die Zeitung eine Mitarbeiterin des Krankenhauses, Ashley Bray.

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Der US-Sender CNN berichtet  unter der Schlagzeile "Coronavirus-Patienten beginnen, US-Krankenhäuser zu überrennen" über die Situation. Es mangele an Betten und an Equipment, zitiert der Sender einen namentlich nicht genannten Arzt aus der Stadt. "Der Gedanke, dass wir hier in New York City sind und so etwas passiert... es ist ein Szenario wie aus einem Dritte-Welt-Land."

New York City hat in der Corona-Pandemie mit etwa 280 Toten nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität  mit Abstand die meisten US-Opfer.

DER SPIEGEL

Grünen-Fraktionschefin: "Die Grundrente ist kein Luxusprojekt"

02.39 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat die Große Koalition aufgerufen, auch in der Coronakrise an der geplanten Grundrente festzuhalten. "Die Krise darf nicht zum Rückwärtsgang der Koalition beim Thema Rente und Soziales werden", sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Die Grundrente ist kein Luxusprojekt, sondern ein wichtiger Baustein, um Menschen vor Altersarmut zu schützen."

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Carsten Linnemann (CDU), hatte gefordert, das Projekt Grundrente auf Eis zu legen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will dagegen, dass die Grundrente wie in der schwarz-roten Koalition vereinbart Anfang 2021 kommt. Damit sollen die Renten von rund 1,3 Millionen Menschen mit kleinen Bezügen aufgebessert werden (mehr dazu erfahren Sie hier).

Ausgangssperre für Senioren in Moskau 

02.05 Uhr: In der russischen Hauptstadt Moskau müssen von diesem Donnerstag an fast 1,9 Millionen ältere und kranke Menschen wegen des Coronavirus zu Hause bleiben. Die Ausgangssperre gilt nach Angaben der Stadtverwaltung für gut drei Wochen. Davon betroffen sind Einwohner der Stadt, die älter als 65 Jahre oder chronisch krank sind. "In Geschäfte oder die Apotheke sollte man nur gehen, wenn es nötig ist", sagte Bürgermeister Sergej Sobjanin. Erlaubt ist dies aber nur mit Atemschutzmaske.

Die Betroffenen erhalten demnach insgesamt 4000 Rubel (etwa 46 Euro), wenn sie sich an die Auflagen halten. Die Stadt richtete eine Hotline für einen Lieferdienst ein, wenn Medikamente, Lebensmittel oder Hilfe benötigt werden. "Das Beste, was man machen kann, ist zu seiner Datsche zu fahren, besonders weil es warm werden soll", sagte Sobjanin. Die Menschen in den kleinen Häuschen auf dem Land sollten mit Holz und Kohle versorgt werden.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Zahl "importierter Fälle" in China steigt weiter 

01.54 Uhr: In China ist die Zahl "importierter Fälle" mit dem Coronavirus erneut gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission mitteilte, wurden 67 weitere Erkrankungen bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist sind. Insgesamt zählt China damit bereits 541 solcher Fälle. Wie aus den offiziellen Zahlen hervorging, gab es jedoch erneut keine lokalen Erkrankungen.

In der zentralchinesischen Provinz Hubei, von wo das Virus Sars-CoV-2 sich ab Ende 2019 weltweit auszubreiten begann, starben weitere sechs Menschen.

Volkswagen erwartet Rückkehr zu normaler Produktion in Deutschland bis Sommer

01.35 Uhr: Der deutsche Autobauer Volkswagen erwartet, dass seine in Deutschland wegen der Coronakrise stillgelegte Produktion bis zum Sommer wieder auf Normalniveau läuft. "Wir gehen davon aus, dass es in Deutschland im Sommer wieder zu einer Normalisierung kommt", sagte der Vertriebsvorstand der Marke VW, Jürgen Stackmann, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Das Coronavirus werde zwar bis dahin nicht abrupt wieder verschwinden. Doch länger als bis zum Sommer könne der Stillstand nicht dauern, dies hielten Gesellschaft und Wirtschaft nicht aus, sagte Stackmann. VW bereite sich schon "auf den Moment vor, wo es wieder losgeht".

VW hatte die Produktion in der vergangenen Woche vorerst befristet bis zum 3. April gestoppt. "Ob es länger dauern wird, werden wir in der nächsten Woche sehen", sagte Stackmann.

In den USA setzte Volkswagen derweil die Produktion in seinem Werk im Bundesstaat Tennessee aufgrund der Coronavirus-Krise für eine weitere Woche aus. "Die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten bleibt unsere oberste Priorität", sagte Werksleiter Tom du Plessis . Alle Mitarbeiter würden vorerst weiter voll bezahlt. Das Unternehmen plant nach derzeitigem Stand, die Fabrik am 5. April wieder zu eröffnen.

US-Experte Fauci warnt vor zweiter Welle des neuen Coronavirus

01.03 Uhr: Das neuartige Coronavirus könnte nach Ansicht eines führenden US-Experten zu einem jährlich wiederkehrenden Problem ähnlich der normalen Grippe werden. Es sei bedenklich, dass die Zahl der bekannten Infektionen derzeit in der südlichen Hemisphäre ansteige, wo es langsam kälter werde, sagte der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci. Es sei daher vorstellbar, dass das Virus sich dort verbreite und dann im nächsten Winter wieder von dort ausgehend in die nördliche Halbkugel komme.

"Wir müssen vorbereitet sein", sagte Fauci. Aus diesem Grund sei es unverzichtbar, mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffs zu arbeiten und klinische Versuche durchzuführen, um wirksame Medikamente zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen zu finden.

Zentralrat der Sinti und Roma warnt vor Rassismus

00.51 Uhr: Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat vor einer Erstarkung rassistischer Bestrebungen in Europa im Zuge der Coronakrise gewarnt. Rechtsextreme und nationalistische Politiker in mehreren Staaten Mittelost- und Südosteuropas wollten die Krise nutzen, "um ihre rassistischen Positionen jetzt als Regierungshandeln zu legitimieren und umzusetzen", erklärte die Organisation.

Als Beispiel verwies der Zentralrat auf Bulgarien. Dort forderten Politiker der extremen Rechten die Regierung auf, Kontrollstellen an allen von Roma bewohnten Stadtvierteln einzurichten. In der Folge hätten nationale und örtliche Behörden bereits mehrere Roma-Stadtviertel abgeriegelt. Damit würden Roma grundrechtswidrig von jeder medizinischen Versorgung ausgeschlossen sowie ihre Versorgung mit Lebensmitteln und allen anderen Gütern des täglichen Bedarfs abgeschnitten.

Der Zentralratsvorsitzende Romani Rose forderte die Regierungen von Bulgarien und anderer osteuropäischer Länder sowie die EU auf, "nicht zuzulassen, dass Roma erneut als Sündenböcke von Nationalisten und Rassisten missbraucht werden".

Coronavirus-Häufung in Pflegeheim: Ortsteile unter Quarantäne 

00.17 Uhr: Wegen der hohen Anzahl von Coronavirus-Infizierten in einem Pflegeheim stehen in der Stadt Jessen in Sachsen-Anhalt zwei Ortsteile ab Donnerstagmorgen unter Quarantäne: Jessen und Schweinitz. Der Landrat des Landkreises Wittenberg habe eine Allgemeinverfügung zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 erlassen, teilte der Sprecher des Kreises mit . Ab Donnerstag, 07.00 Uhr, seien die Stadtteile gesperrt.

Personen sei der Zutritt oder die Zufahrt nur gestattet, wenn sie dort ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz haben und sich unverzüglich in die häusliche Quarantäne begeben. "Das Haus verlassen darf man, um sich auf kürzestem Wege etwas zu Essen zu holen oder in die Apotheke zu gehen", sagte der Sprecher.

Anlass für die Verfügung sei die kritische Entwicklung in einem Pflegeheim, sagte der Sprecher. Seit Anfang der Woche seien elf Bewohner und fünf Mitarbeiter des Seniorenheims positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Drei infizierte Bewohner mussten demnach ins Krankenhaus.

In den beiden Stadtteilen in Jessen gebe es insgesamt 41 Corona-Infizierte. Eine Feierrunde in einem Autohaus sei der Auslöser der Häufung.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Scholz über Coronakrise: "Größte wirtschaftliche Herausforderung in der Geschichte der Bundesrepublik"

00.03 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz setzt darauf, mögliche Staatsbeteiligungen an Unternehmen in der Coronakrise später zum Teil mit Gewinn verkaufen zu können. "Der Staat will die Anteile natürlich nicht auf Dauer behalten, sondern in der Krise den Erhalt des Unternehmens sichern", sagte der SPD-Politiker der "Rheinischen Post". "Wenn sich die Lage normalisiert hat, wollen wir sie wieder verkaufen. Wir setzen darauf, dass die wirtschaftliche Belebung so groß ist, dass wir sie teilweise mit Gewinn verkaufen, um Verluste in anderen Bereichen abdecken zu können."

Der Bundestag hatte am Mittwoch einen milliardenschweren Rettungsfonds für angeschlagene große Unternehmen beschlossen. Über einen "Wirtschaftsstabilisierungsfonds" sollen Firmen mit Kapital und Garantien gestärkt werden können. Der Staat soll sich notfalls wie in der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren auch an Unternehmen beteiligen können. Welche Konzerne unter diesen Rettungsschirm schlüpfen könnten, ist derzeit unklar. Er umfasst ein Volumen von insgesamt 600 Milliarden Euro.

Scholz bezeichnete die Coronakrise als "größte wirtschaftliche Herausforderung in der Geschichte der Bundesrepublik". Mit Blick auf die Zeit nach einem Abebben der Epidemie sagte er: "Wenn das Virus nicht mehr grassiert wie heute, werden wir überlegen müssen, ob ein gezieltes Konjunkturprogramm nötig ist, um die Belebung der Wirtschaft zu fördern."

aar/asc/brt/hba/hej/mes/jon/dpa/AFP/Reuters
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