Corona-News im Überblick Republikanischer Gouverneur kritisiert Trumps Krisenmanagement

Der Gouverneur des Bundesstaats Maryland wirft dem US-Präsidenten in einem Gastbeitrag für die "Washington Post" vor, nicht schnell genug auf die Bedrohung reagiert zu haben. Die Corona-News am Donnerstag.
Larry Hogan, Gouverneur des Bundesstaats Maryland

Larry Hogan, Gouverneur des Bundesstaats Maryland

Foto: Brian Witte/ AP

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

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Daimler mit Milliardenverlust - aber weniger Minus als befürchtet

23.44 Uhr: Der Autobauer Daimler hat im zweiten Quartal in der Coronakrise trotz eines operativen Milliardenverlusts nicht so schlecht abgeschnitten wie befürchtet. Der Verlust vor Zinsen und Steuern lag bei 1,68 Milliarden Euro, wie das Dax-Unternehmen am Abend nach Börsenschluss auf Basis vorläufiger Zahlen in Stuttgart mitteilte. Das war auch nur etwas mehr als im Vorjahreszeitraum mit 1,56 Milliarden Euro Minus - damals hatte der Konzern aber milliardenschwer die Rückstellungen für Dieselaltlasten und Takata-Airbags erhöhen müssen.

Analysten hatten beim Betriebsergebnis zwischen April und Ende Juni mit einem noch höheren Minus gerechnet, Daimler selbst hatte bereits rote Zahlen angekündigt. Die Markterholung sei stärker ausgefallen als gedacht, hieß es nun von den Stuttgartern, im Juni habe habe es sogar eine "starke" Entwicklung gegeben. Die Aktie des Konzerns legte nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um ein Prozent zu.

Zum Umsatz und dem Gewinn unter dem Strich machte Daimler zunächst keine Angaben. Die vollständigen Quartalszahlen sollen am 23. Juli veröffentlicht werden.

Republikanischer Gouverneur kritisiert Trumps Krisenmanagement

22.37 Uhr: Das Krisenmanagement von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Pandemie gerät auch in seiner Republikanischen Partei in die Kritik. Der Gouverneur des Bundesstaats Maryland, Larry Hogan, warf Trump in einem Gastbeitrag in der "Washington Post" (Donnerstagsausgabe) vor, nicht schnell genug auf die Bedrohung reagiert zu haben. "So viele landesweite Maßnahmen hätten in diesen frühen Tagen ergriffen werden können, wurden es aber nicht", schrieb Logan. "Statt seinen eigenen Gesundheitsexperten zuzuhören, redete und twitterte der Präsident wie ein Mann, dem es mehr um die Ankurbelung des Aktienmarktes oder seine Wiederwahlpläne ging."

Hogan ist auch Vorsitzender der Nationalen Vereinigung der Gouverneure der 50 US-Bundesstaaten. Hogan kritisierte, Trump habe im März fälschlicherweise behauptet, jeder, der einen Test brauche, könne einen bekommen. Zur selben Zeit hätten Gouverneure um Hilfe beim Testen gebeten. Im April habe Trump dann die Verantwortung für Tests an die Gouverneure abgeschoben. "Es war hoffnungslos, auf ihn zu warten", schrieb Logan. "Den Gouverneuren wurde gesagt, dass wir auf uns allein gestellt seien."

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, nannte Hogans Aussagen am Donnerstag "bemerkenswert". Sie sagte, der Gouverneur habe Trump noch im April für Fortschritte beim Testen gedankt. Trumps Reaktion auf das Coronavirus sei "historisch" gewesen.

Grenzen der USA zu Mexiko und Kanada bleiben weiteren Monat geschlossen

22.21 Uhr: In der Pandemie riegeln die USA ihre Grenzen zu Mexiko und Kanada mindestens vier weitere Wochen ab. Die Grenzschließungen seien bis zum 20. August verlängert worden, teilte das Heimatschutzministerium mit. Minister Chad Wolf verwies auf den "Erfolg" der seit Monaten bestehenden Reisebeschränkungen und die enge Zusammenarbeit mit den Nachbarländern Mexiko und Kanada.

Dadurch sei es gelungen, die Ausbreitung des Virus durch den Reiseverkehr zu begrenzen, erklärte Wolf. Die Maßnahmen sehen ein Verbot für nicht zwingend erforderliche Reisen vor, der Warenverkehr ist davon ausgenommen.

Die USA sind mit 3,5 Millionen Corona-Fällen und mehr als 137.000 Toten das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Mexiko meldete bereits fast 318.000 Infektionen und 37.000 Todesfälle. Einen deutlich milderen Verlauf der Pandemie verzeichnete bislang Kanada mit 110.000 registrierten Infektionen und 8900 Verstorbenen.

Kanada gibt Milliarden-Hilfen für sicheren Neustart

21.46 Uhr: Die kanadische Regierung will 19 Milliarden kanadische Dollar (mehr als 12,2 Milliarden Euro) zur Verfügung stellen, um der heimischen Wirtschaft nach monatelangem Stillstand zu einem sicheren Neustart zu verhelfen. In den Fokus der Hilfen für die 13 kanadischen Provinzen und Territorien stellt Ministerpräsident Justin Trudeau, das Risiko einer zweiten Pandemie-Welle zu minimieren. So sollen die Mittel nicht zuletzt für die Bereitstellung von Schutzausrüstungen und die Nachverfolgung von Ansteckungsketten eingesetzt werden. Doch auch allgemeine Kosten im Zusammenhang mit dem Wiederhochfahren der Wirtschaft sollen in den kommenden sechs bis acht Monaten aus den Mitteln finanziert werden.

72 NFL-Spieler positiv getestet

21.17 Uhr: Kurz vor Beginn der Trainingssaison sind 72 American-Football-Spieler der Profi-Liga NFL positiv auf das Virus getestet worden. Das teilt der Spielerverband NFLPA zum Stand am 10. Juli mit. Wer genau oder welche Mannschaften betroffen sind, bleibt zunächst unklar. Bislang will die NFL wie geplant am 28. Juli die Trainingslager öffnen und am 10. September die Saison starten, möglicherweise jedoch vor leeren Rängen.

Mehr als 67.000 Neuinfektionen in den USA

20.46 Uhr: Aus den USA werden 67.404 Neu-Infektionen gemeldet. Damit steigt die Zahl der im Land registrierten Corona-Infektionen auf gut 3,48 Millionen, wie die US-Seuchenzentren (CDC) mitteilen. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich demnach um 947 auf 136.938. Am Mittwoch hatten die CDC knapp 61.000 neue Erkrankungen und 773 Todesfälle gemeldet.

Verfügung aufgehoben: Tönnies darf auch wieder zerlegen

20.17 Uhr: Vier Wochen nach dem Zwangsstopp beim Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hat die Stadt am Abend die letzte Verfügung gegen das Unternehmen aufgehoben. Tönnies darf jetzt auch wieder Schweine zerlegen, wie die Stadt mitteilte . Nach einer Begehung von Experten und Gutachtern sei das von Tönnies vorgelegte Hygienekonzept von allen beteiligten Behörden abgenommen worden, hieß es in der Mitteilung des Bürgermeisters.

Um das Infektionsrisiko mit Coronaviren zu minimieren, musste das Unternehmen Trennelemente aus Plexiglas und bessere Filtersysteme für die Umluft in der Produktionshalle einbauen. Für Freitag war bereits ein Probebetrieb in dieser Produktionsstufe angekündigt worden. Tönnies hat damit jetzt auch die amtliche Freigabe, die die Zerlegung von maximal 10.000 Tieren erlaubt. Anschließend sei ein schrittweises Hochfahren des Bereichs denkbar. Details würden nach dem Probebetrieb festgelegt.

So viele Neu-Infektionen in Spanien wie seit zwei Monaten nicht mehr

18.52 Uhr: Spanien registriert mit 580 neuen Fällen so viele Corona-Infektionen binnen eines Tages wie seit mehr als zwei Monaten nicht mehr. Am Mittwoch waren es noch 390 Erkrankungen. Am 21. Juni hatte Spanien seine im europäischen Vergleich besonders strengen Auflagen gelockert. Seitdem hat es im ganzen Land mehr als 170 lokal begrenzte Ausbrüche gegeben. Einer der Brennpunkte ist die an Frankreich grenzende Region Katalonien mit ihrer bei Touristen besonders beliebten Hauptstadt Barcelona. Dort werden jetzt neue Auflagen in Erwägung gezogen.

Touristinnen in Barcelona am Donnerstag: Die Stadt gilt als einer der aktuellen Corona-Hotspots

Touristinnen in Barcelona am Donnerstag: Die Stadt gilt als einer der aktuellen Corona-Hotspots

Foto:

Emilio Morenatti/ AP

New York verschärft Auflagen für Bars - Verhalten "inakzeptabel"

18.44 Uhr: Der Gouverneur des Bundesstaates New York kündigt strengere Auflagen für Bars und Gaststätten an. Alkohol etwa dürfe nur noch an Gäste ausgeschenkt werden, die auch Essen bestellten, gibt Andrew Cuomo bekannt. Wenn ein Lokal drei Mal gegen die Auflagen zum Mindestabstand verstoße, werde es dichtgemacht. Die bisherigen Vorgaben würden nicht eingehalten, klagt Cuomo. "Es ist falsch, es ist gefährlich, es ist egoistisch, es ist inakzeptabel. Es ist auch illegal."

Einreisestopp für Bürger aus Serbien und Montenegro

18.29 Uhr: Bürger aus Serbien und Montenegro sollen wegen zuletzt gestiegener Covid-19-Fallzahlen ab sofort nicht mehr in die EU einreisen dürfen. Das geht aus einer Liste des Rats der EU-Staaten hervor, die für die Länder jedoch nicht bindend ist.

Seit Anfang Juli wird der im März verhängte generelle Einreisestopp langsam gelockert. Zunächst war die Einreise aus 14 Ländern wieder erlaubt. Serbien und Montenegro wurden nun wieder von der Liste gestrichen. Erlaubt ist die Einreise fortan aus Algerien, Australien, Kanada, Georgien, Japan, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. Auch aus China sind Einreisen erlaubt - allerdings unter dem Vorbehalt, dass EU-Bürger dort auch wieder einreisen dürfen. In zwei Wochen wird die Liste erneut aktualisiert.

Grundlage der Liste ist vor allem die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen in den vergangenen 14 Tagen pro 100.000 Einwohner. Sie soll nahe am oder unter dem EU-Durchschnitt liegen. Aber auch Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, der Trend der Infektionszahlen und die allgemeine Reaktion des jeweiligen Landes auf die Pandemie spielen eine Rolle. Für Staaten, aus denen Bürger noch nicht wieder einreisen dürfen, sind Ausnahmen vorgesehen - etwa für EU-Bürger und ihre Familien.

"Ozon-Behandlungen": Polizei in Portugal nimmt fünf Verdächtige fest

18.06 Uhr: Die portugiesische Polizei hat nach Razzien in mehreren Kliniken fünf Personen festgenommen, die eine "Ozon-Therapie" zur Vorbeugung und Heilung von Covid-19 angepriesen haben sollen.

Die Festgenommenen - zwei Männer und drei Frauen im Alter zwischen 32 und 62 Jahren - hätten Menschen ausgenutzt, die sich vor einer Ansteckung fürchteten oder möglicherweise tatsächlich infiziert seien, teilte die Polizei laut der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Florida meldet neuen Höchststand bei täglichen Corona-Todesfällen

17.35 Uhr: Im US-Bundesstaat Florida sind innerhalb eines Tages so viele Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben wie noch nie. Offizielle Stellen meldeten laut der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag 156 neue Todesfälle und 13.965 Neuinfektionen mit dem Virus. Bei den Neuansteckungen ist es der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie.

Strand von Miami Beach in Florida: Die Zahl der täglichen Toten nach Infektion mit dem Corona-Virus in dem US-Bundesstaat ist so hoch wie noch nie

Strand von Miami Beach in Florida: Die Zahl der täglichen Toten nach Infektion mit dem Corona-Virus in dem US-Bundesstaat ist so hoch wie noch nie

Foto: CHANDAN KHANNA/ AFP

Derzeit befinden sich allein in dem Bundesstaat mehr als 8.600 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus, auch das ist ein neuer Höchstwert.

Tönnies schlachtet 8000 Schweine am ersten Tag nach Zwangsschließung

17.25 Uhr: Der Fleischverarbeiter Tönnies hat am Tag der Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs am Hauptsitz im Raum Gütersloh etwa 8000 Schweine geschlachtet. "Das ist das Maximale, was eine Schicht schaffen kann", sagte ein Konzernsprecher.

Der Schlachthof musste nach einem Corona-Ausbruch mit nachgewiesenen Infektionen bei rund 1400 Beschäftigten Mitte Juni schließen. Gestern hatte die Stadtverwaltung von Rheda-Wiedenbrück, in dem die Fleischfabrik ansässig ist, entschieden, dass Schlachtungen ab Donnerstag wieder zugelassen sind - unter den Auflagen eines vom Konzern erarbeiteten Hygienekonzepts.

Niederlande wollen Corona-App im September einführen

17.23 Uhr: Die Niederlande wollen zum September eine Corona-App zur Warnung vor Infektionen landesweit einführen. Der "Corona-Melder" werde zur Zeit noch getestet, teilte das Gesundheitsministerium mit. Mit der App sollen Menschen gewarnt werden, wenn sie in den 14 Tagen zuvor Kontakt zu infizierten Personen hatten.

Die Nutzung des Dienstes solle freiwillig und gratis sein, teilte das Ministerium mit. Persönliche Daten sollen demnach nicht gespeichert werden. Vor der Einführung werde es noch zwei regionale Tests geben. Außerdem müsse die Datenschutzbehörde noch zustimmen.

90.000 Nerze in Spanien sollen nach Infektionen mit Coronavirus sterben

17.04 Uhr: In Nordspanien sollen in einem Zuchtbetrieb 92.700 Nerze auf Anweisung der Behörden gekeult werden. Zuvor waren mehrere Tiere positiv auf das Coronavirus getestet worden, auch sieben Mitarbeiter der Tierfarm sollen sich mit dem Virus infiziert haben. Aufgefallen waren die Fälle laut der Nachrichtenagentur Reuters, nachdem die Frau eines Angestellten positiv getestet wurde. Unklar ist aber weiterhin, ob das Virus von Menschen auf die Tiere oder umgekehrt übertragen wurde.

Die Tiere in dem Betrieb in der Provinz Teruel sollten laut der Nachrichtenagentur Reuters zunächst isoliert werden. Nach mehreren Testläufen wurde das Virus zuletzt jedoch bei 80 Prozent der untersuchten Tiere nachgewiesen. Der Betreiber der Nerzfarm war laut Reuters zunächst nicht für eine Stellungnahme verfügbar.

"Wir sind absolut sicher, dass das Virus in den Tieren steckt und sie es untereinander übertragen", sagte ein regionaler Behördenchef. Ziel der Maßnahme sei es, Risiken für die Gesundheit der Bevölkerung zu vermeiden.

Mit Sars-CoV-2 infizierte Nerze waren zuvor bereits in Dänemark und den Niederlanden aufgefallen. Auch dort hatte es Tötungen gegeben.

Lagarde drängt auf rasche Einigung bei europäischem Corona-Hilfsplan

16.23 Uhr: Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat die Staats- und Regierungschefs in der Europäischen Union zu einer raschen Einigung auf einen Corona-Hilfsplan aufgerufen. Die Staats- und Regierungschefs sollten schnell einen "ambitionierten" Hilfsplan beschließen, sagte Lagarde. "Wir hoffen, dass Sie es schaffen."

Die EZB-Chefin hatte bereits in den vergangenen Monaten die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert, die geldpolitischen Anstrengungen der EZB zur Stützung der Wirtschaft in der Corona-Krise mit nationalen Maßnahmen zu unterstützen. Beim am Freitag startenden EU-Gipfel in Brüssel wird über ein Paket von insgesamt rund 1,8 Billionen Euro verhandelt.

Es besteht aus dem nächsten siebenjährigen EU-Finanzrahmen von gut einer Billion Euro und einem Corona-Hilfsfonds in Höhe von 750 Milliarden Euro.

Russische Hacker wollten offenbar Daten zu Corona-Impfstoff stehlen

16.10 Uhr: Die USA, Kanada und Großbritannien machen eine mutmaßlich von russischen Geheimdiensten finanzierte Hackergruppe für Attacken auf Forschungseinrichtungen und Pharma-Unternehmen in den Ländern verantwortlich. Hacker der Gruppe APT29 sollen demnach versucht haben, bei den Cyberangriffen Erkenntnisse über mögliche Impfstoffe gegen das Coronavirus zu erbeuten.

"Mit ziemlicher Sicherheit" agiere die Hacker-Gruppe als Teil der russischen Geheimdienste, erklärte die britische Behörde für Cybersicherheit (NCSC). Russland wies die Vorwürfe zurück. "Wir haben keine Informationen darüber, wer Pharmaunternehmen und Forschungszentren in Großbritannien gehackt haben könnte", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der russischen Nachrichtenagentur Tass. Russland habe "mit diesen Versuchen nichts zu tun".

"Es ist völlig inakzeptabel, dass die russischen Geheimdienste diejenigen ins Visier nehmen, die an der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie arbeiten", sagte der britische Außenminister Dominic Raab. (Lesen Sie hier mehr zu den Vorwürfen.)

Erneut Hunderttausende Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA

15.10 Uhr: In den Vereinigten Staaten haben in der vergangenen Woche abermals rund 1,3 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. Das teilte das US-Arbeitsministerium mit. Damit gab es nur rund 10.000 Anträge weniger als in der Vorwoche. Die anhaltend hohe Zahl zeigt, dass sich die größte Volkswirtschaft der Welt trotz Lockerungen der Corona-Auflagen immer noch in einer schweren Krise befindet.

Experten rechnen für 2020 mit einer Rezession und befürchten, dass die Arbeitslosenquote auch Ende des Jahres noch bei knapp zehn Prozent liegen könnte. Zuletzt war die Arbeitslosenquote von 13,3 Prozent im Mai auf 11,1 Prozent im Juni gesunken.

Die Statistik beruhte allerdings nur auf Daten, die bis zur Mitte des Monats erhoben worden waren. Mögliche Auswirkungen der jüngsten dramatischen Zuspitzung der Corona-Pandemie spiegelten sich darin daher noch nicht wider. Inzwischen haben jedoch mehrere Bundesstaaten insbesondere im Süden und Westen des Landes erneut Beschränkungen für Bars, Fitnesszentren und andere Geschäfte erlassen, was sich negativ auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt haben dürfte.

Italien verbietet Einreise aus Serbien, Montenegro und Kosovo

15 Uhr: Wer sich in den vergangenen zwei Wochen in Serbien, Montenegro oder dem Kosovo aufgehalten hat, darf nicht nach Italien einreisen. Wie unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, erweiterte Italien eine entsprechende Einreisesperre, die das Land in der vorherigen Woche bereits gegen dreizehn Länder verhängt hatte.

"Jeder, der in den vergangenen vierzehn Tagen in den Gebieten war, darf in Italien nicht einreisen oder durchreisen", sagte Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza. Italien gehört zu den am stärksten von der Corona-Pandemie Staaten Europas, nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität starben dort bislang fast 35.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit Sars-CoV-2.

Israel droht neuer Lockdown

14.43 Uhr: Israel galt lange Zeit als vorbildlich im Umgang mit der Pandemie: Als eines der ersten Länder schloss es gleich im März seine Grenzen für ausländische Touristen. Die Bewegungsfreiheit war massiv eingeschränkt, die Wirtschaft heruntergefahren.

Am Donnerstag vermeldete das Land jedoch 1780 Neuinfektionen - so viele wie nie zuvor an einem Tag seit Beginn der Coronakrise. Lesen Sie hier, wie es dazu kommen konnte.

Bußgelder gegen deutsche Touristen auf Kreta verhängt

14.40 Uhr: In Griechenland müssen mehrere Urlauber aus Deutschland offenbar Bußgelder zahlen, weil sie kein Formular ausgefüllt hatten, mit dem sie lokalisiert werden können, solange sie sich in dem Land aufhalten.

Wie der griechische Rundfunk ERT berichtete, wurde gegen insgesamt acht Passagiere eines Fluges aus Berlin ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro verhängt. Die Touristen selbst gaben demnach an, von ihrem Reiseanbieter nicht über die erforderliche Verpflichtung informiert worden zu sein.

Die Nachrichtenagentur dpa berichtete ebenfalls von mindestens zwei Passagieren, die eine Strafe zahlen mussten. Laut dpa war es das erste Mal, dass die griechischen Behörden die Geldstrafe verhängten.

Alle Urlauber, die auf dem Luftweg nach Griechenland kommen, müssen sich demnach mindestens 24 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus errechnet dann, ob und welche Reisende nach ihrer Ankunft einen Corona-Test machen müssen.

35 Prozent der Studierenden haben laut Studie Nebenjob verloren

14.25 Uhr: Durch die Coronavirus-Pandemie hat sich die finanzielle Situation vieler Studierender in Deutschland offenbar verschlechtert. In einer von der Juso-Hochschulgruppe in Auftrag gegebenen Studie, gaben 29 Prozent der Befragten an, wegen der finanziellen Einbußen zumindest teilweise unter Existenzängsten zu leiden.

Die durchschnittlichen finanziellen Einbußen beliefen sich demnach von Februar bis Juni auf durchschnittlich 1570 Euro. Besonders bedrohlich empfinden die Situation laut der Studie vor allem Studierende aus einem Arbeiterhaushalt. Während hier 41 Prozent angaben, Existenzängste zu verspüren, waren es bei Akademikerkindern nur 19 Prozent.

Zuletzt hatten nach Angaben des Deutschen Studentenwerks rund 60.000 Studierende staatliche Corona-Nothilfe beantragt. Die Bundesregierung hatte für die Monate Juni, Juli und August insgesamt 100 Millionen Euro Überbrückungshilfe zur Verfügung gestellt.

Die Finanzierung des Studiums könnte sich zu einer "neuen sozialen Frage" entwickeln, sagte Oliver Nerger, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppe. Bereits bestehende Bildungsungerechtigkeiten drohten sich durch die Krise weiter zu verschärfen, sagte Nerger.

Nach Zwangsschließungen: Leere am Ballermann

13.56 Uhr: Nach der Zwangsschließung von Lokalen am Ballermann auf Mallorca überprüft die Polizei die Einhaltung. Am Donnerstagmittag war nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa in der vor allem bei deutschen Touristen beliebten Feiermeile an der "Bier-" und "Schinkenstraße" kaum etwas los.

Leerer Ballermann auf Mallorca (Archivfoto)

Leerer Ballermann auf Mallorca (Archivfoto)

Foto: Chris Emil Janssen/ imago images/Chris Emil Janßen

Neben Polizisten waren dort nur wenige Menschen zu sehen. Alle Lokale, die normalerweise oft bereits mittags voll sind, waren zu. Das galt auch für die vom Dekret der Regionalregierung ebenfalls betroffene Party-Straße Punta Ballena in der Briten-Hochburg Magaluf westlich der Insel-Hauptstadt Palma de Mallorca.

Die Anordnung war am Mittwoch in Kraft getreten und gilt zunächst für zwei Monate. Der balearische Tourismusminister Iago Negueruela erklärte, sowohl eine Verkürzung als auch eine Verlängerung der Zwangsschließungen seien je nach Verhalten der Menschen nicht auszuschließen.

Die Schließung der Lokale war erfolgt, nachdem auf Fotos und Videoaufnahmen zu sehen war, wie Hunderte - mutmaßlich Touristen aus Deutschland und Großbritannien - am Wochenende an der Playa de Palma sowie in Magaluf getrunken, getanzt und gefeiert hatten.

Bund und Länder planen lokale Beschränkungen für Hotspots

13.40 Uhr: Bei akuten Corona-Ausbrüchen in Deutschland sollen örtlich begrenzte Ausreisesperren künftig eine Verbreitung des Virus verhindern. Das geht aus einer Beschlussvorlage für die Gespräche der Staatskanzleichefs der Länder mit dem Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) an diesem Donnerstag, die dem SPIEGEL und anderen Medien vorliegt.

Solche Beschränkungen sollten "zielgerichtet erfolgen und müssen sich nicht auf den gesamten Landkreis beziehungsweise die gesamte kreisfreie Stadt beziehen", sondern könnten sich auf die "tatsächlich betroffenen Bereiche" beschränken, heißt es in dem Entwurf.

Fast eine Million Coronavirus-Fälle in Indien

13.11 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Indien nähert sich der Schwelle von einer Million Fälle. Das Land meldet einen Rekord von 32.696 neuen Ansteckungen an einem Tag. Damit steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf 968.876. Bislang sind knapp 25.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Die steigende Zahl der Infektionen veranlasst Behörden in mehreren Bundesstaaten, Ausgangssperren wieder einzuführen.

Gewinn der Bank of America bricht um mehr als die Hälfte ein

13.05 Uhr: Eine höhere Vorsorge für Kreditausfälle belastet die Bank of America. Der Nettogewinn der zweitgrößten US-Bank brach um 54 Prozent auf 3,28 Milliarden Dollar ein. Die Erträge gingen um drei Prozent auf 22,3 Milliarden Dollar zurück. Vorstandschef Brian Moynihan sprach von den "stürmischsten Zeiten seit der Großen Depression" in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts. Im vorbörslichen Handel verloren die Aktien des Geldhauses rund drei Prozent an Wert.

IOC-Präsident Bach sieht "gute Fortschritte" bei Olympia-Vorbereitung

12.40 Uhr: Laut dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, sind die Vorbereitungen für die wegen der Corona-Pandemie erst im kommenden Jahr in Tokio stattfindenden Olympischen Spiele auf einem guten Weg.

Es gebe eine Vielzahl an Notfallszenarien, sagte Bach vor einer geplanten Onlinekonferenz der japanischen Gastgeber am Freitag.

Olympiastadion in Tokio (Archivbild)

Olympiastadion in Tokio (Archivbild)

Foto: Adam Davy/ dpa

"Da gibt es sehr gute Fortschritte", sagte Bach. Geisterspiele in leeren Arenen aber will das IOC unbedingt vermeiden. "Olympische Spiele hinter verschlossenen Türen ist etwas, das wir nicht wollen", sagte Bach in Lausanne nach Beratungen der IOC-Exekutive, die eigentlich kurz vor der ursprünglich für 24. Juli vorgesehenen Olympia-Eröffnung in Tokio stattfinden sollten.

Viele Japaner hegen Zweifel offenbar Zweifel an der Umsetzbarkeit der Spiele trotz der Verlegung ins kommende Jahr. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, glauben 77 Prozent der Japaner einer Umfrage zufolge nicht, dass die Sommerspiele im kommenden Jahr wirklich in Tokio stattfinden können. Selbst wenn noch vor der nun für 23. Juli 2021 geplanten Eröffnung in Tokio ein Impfstoff gegen das Virus gefunden ist, bezweifeln Experten, dass die Folgen der Pandemie rechtzeitig bewältigt sind.

Spanien nimmt Abschied von Tausenden Corona-Toten

11.45 Uhr: Mit einer großen Zeremonie im Madrider Königspalast hat Spanien der mehr als 28.400 Toten infolge von Infektionen mit dem Coronavirus gedacht. An dem Gedenken hatten neben Spaniens Premierminister Pedro Sánchez auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und die gesamte Spitze der Europäischen Union teilgenommen.

Foto: SERGIO PEREZ/ REUTERS

Die Zeremonie fand unter Wahrung des Sicherheitsabstandes mit insgesamt rund 400 Trauergästen statt. Darunter waren neben den Spitzenpolitikern und der spanischen Königsfamilie laut der Nachrichtenagentur AP auch die Angehörigen von rund hundert Verstorbenen sowie Vertreter des Gesundheitspersonals, der Polizei und anderer, in der Coronakrise unverzichtbarer Berufsgruppen.

Frankreich verschärft Maskenpflicht wohl ab kommender Woche

11.30 Uhr: Wegen steigender Corona-Infektionszahlen führt Frankreich bereits ab der kommenden Woche eine Maskenpflicht in allen geschlossenen Räumen ein, die öffentlich zugänglich sind. Es handele sich um eine "präventive" Maßnahme, sagte der neue Regierungschef Jean Castex. Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor gesagt, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus beschleunige sich wieder.

Als möglichen Termin für die Verschärfung der Maskenpflicht hatte Macron den 1. August genannt. Dies scheine aber "zu spät", sagte Castex nun. Virologen in Frankreich drängen auf eine sofortige Verschärfung der Maskenpflicht. Wann das Regierungsdekret genau in Kraft tritt, ließ der Premier offen. Auch welche Räumlichkeiten genau betroffen sind, sagte er nicht.

In sechs Gemeinden des Übersee-Départements Mayotte tritt die Verschärfung sofort in Kraft. Das teilte die Präfektur mit. Dort und in Französisch-Guyana, das an Brasilien angrenzt, gibt es besonders viele Neuinfektionen. Aber auch in Feriengebieten wie der Normandie und im Mittelmeerraum gab es zuletzt einen Anstieg.

Bisher ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Frankreich laut der Nachrichtenagentur AFP nur in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht. In Supermärkten und anderen Geschäften wird es lediglich empfohlen. Frankreich ist mit mehr als 30.000 Todesfällen eines der am meisten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.

286 Neuinfektionen in Tokio - an nur einem Tag

10.35 Uhr: Japans Hauptstadt Tokio hat so viele Corona-Neuinfektionen verzeichnet wie nie zuvor an einem Tag. Die Stadtregierung bestätigte am Donnerstag 286 neue Infektionsfälle binnen 24 Stunden, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete. Die Zahl der Infizierten war seit der Aufhebung des landesweiten Corona-Notstandes am 25. Mai wieder gestiegen. Laut Medienberichten könnten die vermehrten Infektionen auf Nachtklubs sowie Cluster in Theatern, Büros und Pflegeeinrichtungen zurückzuführen sein.

Foto: -/ dpa

Kritik gibt es indes an einer von Ministerpräsident Shinzo Abe geplanten Förderkampagne für die Tourismusindustrie. Die "Go To Travel"-Kampagne soll am 22. Juli starten. Damit sollen bis zur Hälfte der Tourismusausgaben wie Beherbung und Transportkosten vom Staat bezuschusst werden.

Seit Beginn der Pandemie gab es in Japan bisher mehr als 23.700 bestätigte Infektionsfälle, rund tausend Menschen sind bislang gestorben, wie der staatliche Sender NHK berichtete.

Australien verzeichnet höchste Arbeitslosenquote seit über 20 Jahren

10.20 Uhr: Die Corona-Pandemie hat die Arbeitslosigkeit in Australien auf den höchsten Stand seit Ende 1998 getrieben. Die Arbeitslosenquote sei im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent gestiegen, teilte die australische Statistikbehörde (ABS) mit. 992.300 Menschen waren demnach arbeitslos - 69.300 mehr als im Monat davor.

Im März hatte die Arbeitslosenquote noch 5,2 Prozent betragen, im April 6,4 Prozent und im Mai 7,1 Prozent. Der australische Premierminister Scott Morrison betonte zudem, dass die tatsächliche Lage am Arbeitsmarkt noch schlechter sei, als es die Zahlen abbilden.

Australien hat bislang mehr als 11.000 Corona-Infektionen und 111 Todesfälle verzeichnet. Das Land hat rund 25,5 Millionen Einwohner.

China meldet hohes Wirtschaftswachstum

9.45 Uhr: Erstmals seit dem Beginn der akuten Phase der Coronakrise ist Chinas Wirtschaft wieder gewachsen. Wie das Pekinger Statistikamt am Donnerstag mitteilte, stieg die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal deutlich um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit fiel die Erholung etwas besser aus, als Experten erwartet hatten. Wegen der Corona-Pandemie hatte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt so wie viele andere Staaten einen historischen ökonomischen Einbruch erlebt.

Spahn mahnt größere medizinische Unabhängigkeit Europas an

9.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine größere Unabhängigkeit Europas im Medizinsektor gefordert. Das sagte Spahn zum Auftakt einer informellen Tagung mit seinen EU-Amtskollegen. Deutschland wolle zudem seine nationale Reserve an medizinischer Schutzausrüstung in eine europäische Reserve mit einbringen. Es ergebe "mehr Sinn", eine solche Reserve "koordiniert" im Kreis der 27 EU-Staaten anzulegen als allein auf nationaler Ebene, sagte Spahn.

Die Coronakrise habe gezeigt, "dass wir souveräner agieren müssen, um uns zu behaupten", sagte Spahn in einer auf Twitter veröffentlichten Videobotschaft. "Deswegen wollen wir Strukturen entwickeln, die uns unabhängiger machen von der Produktion wichtiger Arzneien und Medizinprodukte."

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Es solle "sich nicht in China entscheiden, ob wir ausreichend Schutzmasken für unsere Pflegekräfte in Amsterdam, Berlin oder Madrid haben", sagte Spahn. Als weitere Themen bei den Beratungen der Minister nannte Spahn eine Stärkung der EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC und die Schaffung eines EU-Datenraums im Gesundheitsbereich.

Kanzleramtschef Braun plädiert für lokale Beschränkungen nach Corona-Ausbrüchen

9.20 Uhr: Der Bund will in den Gesprächen mit den Ländern über Ausreisesperren in Regionen mit starkem Corona-Ausbruch für kleinere, lokale Beschränkungen werben. "Schneller, kleinräumiger, präziser, das ist das, was wir heute vereinbaren wollen", sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) im ZDF-"Morgenmagazin". Beschränkungen solle es nur noch dort geben, wo sie unbedingt notwendig seien, etwa in Teilen eines Betriebs oder in Teilen einer Gemeinde, in denen das Coronavirus ausgebrochen sei.

Mithilfe der Länder und der Bundeswehr sollten die Menschen an Corona-Hotspots so schnell wie möglich getestet werden. So könnten die lokalen Einschränkungen auf wenige Tage begrenzt werden. "Solche Beschränkungen sollen auch ein Stück ihres Schreckens verlieren." 

Braun will heute mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder über das Thema weiter beraten. Mehrere Ministerpräsidenten hatten es zuvor abgelehnt, Ausreiseverbote für ganze Landkreise auszusprechen.

Britischer Arbeitsmarkt trotz Coronakrise überraschend stabil

8.40 Uhr: Der Arbeitsmarkt in Großbritannien hat sich trotz der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise unerwartet stabil gezeigt. In den drei Monaten bis Mai habe die Arbeitslosenquote unverändert bei 3,9 Prozent verharrt, teilte das Statistikamt ONS in London mit. Volkswirte wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten mit einem Anstieg der Quote auf 4,2 Prozent gerechnet.

Höchstwert an Corona-Infektionen in Israel

8.30 Uhr: Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel ist so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Das israelische Gesundheitsministerium teilte mit, am vergangenen Mittwoch seien 1758 Fälle gemeldet worden - ein Rekordwert. Getestet wurden am Mittwoch 24.892 Menschen, die Ansteckungsquote war mit rund sieben Prozent ebenfalls so hoch wie nie zuvor. Falls dieser Trend anhält, wird in Kürze mit einem neuen Lockdown gerechnet.

Ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation "Roter Schild Davids" testet einen möglichen Infizierten auf das Coronavirus

Ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation "Roter Schild Davids" testet einen möglichen Infizierten auf das Coronavirus

Foto: AHMAD GHARABLI/ AFP

Arbeitslosigkeit in Australien steigt auf Rekordstand

7.55 Uhr: Die Corona-Pandemie hat die Arbeitslosigkeit in Australien auf den höchsten Stand seit Ende 1998 getrieben. Die Arbeitslosenquote sei im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent gestiegen, teilte die australische Statistikbehörde (ABS) in Canberra mit. Der Anstieg fiel damit etwas stärker aus, als Experten erwartet hatten. Der australische Premierminister Scott Morrison betonte zudem, dass die tatsächliche Lage am Arbeitsmarkt noch schlechter sei, als es die Zahlen abbilden.

IWF-Chefin mahnt weitere Stützung der Weltwirtschaft wegen Coronakrise an

7.30 Uhr: Trotz einiger Anzeichen für eine Erholung muss die Weltwirtschaft nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiterhin massiv durch Konjunkturprogramme gestützt werden. Die wirtschaftliche Aktivität habe "begonnen, schrittweise zu erstarken", erklärte IWF-Chefin Kristalina Georgieva in einer Botschaft an die G20-Finanzminister, die sich am Wochenende zu Beratungen zusammenfinden. "Aber wir sind noch nicht aus dem Gröbsten raus."

Die Weltwirtschaft sei weiterhin Herausforderungen und Risiken ausgesetzt, darunter eine mögliche zweite Welle der Corona-Pandemie, warnte Georgieva. Dass die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) als Gegenmaßnahme Konjunkturpakete mit einem Umfang von insgesamt elf Billionen Dollar auf den Weg gebracht habe, sei hilfreich. Die IWF-Chefin mahnte zugleich, "diese Sicherheitsnetze müssen beibehalten und in manchen Fällen ausgeweitet werden".

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US-Olympioniken erhalten Hilfe für psychische Gesundheit

7.15 Uhr: Die Olympischen und Paralympischen Spiele sind ins Jahr 2021 verschoben, die Vorbereitungen der Sportler für den Wettkampf erst einmal hinfällig. Nun sollen die US-Athleten inmitten der Coronakrise zusätzliche Unterstützung bekommen. Das Nationale Olympische Komitee USOPC hat drei unabhängige Experten für psychische Gesundheit an Bord geholt.

So solle sichergestellt werden, dass "unsere Athleten über die notwendigen Ressourcen verfügen, um sich auf ihre psychische Gesundheit konzentrieren zu können", sagte Bahati VanPelt, Leiter des USOPC-Athletendienstes. Dabei stehen zwei der engagierten Experten den paralympischen Sportlern zur Verfügung.

Mehr als 200.000 registrierte Corona-Infektionen in Deutschland

06.15 Uhr: Die Zahl der registrierten Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat die Marke von 200.000 überschritten. Seit Beginn der Coronakrise waren mindestens 200.260 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen meldete. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des RKI 534 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages.

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9078 mit dem Virus infizierte Menschen - das sind sieben mehr im Vergleich zum Vortag. Bis Donnerstagmorgen hatten 186.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen zuletzt bei 1,02 (Vortag: 1,06). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert zuletzt bei 0,95 (Vortag: 0,91). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Tönnies startet nach Zwangspause Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück

06.00 Uhr: Nach vier Wochen Zwangspause fährt Deutschlands größter Schlachtbetrieb Tönnies am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück am Donnerstag seine Produktion wieder hoch. Am Morgen sollten die ersten Schweine angeliefert werden. Ein Sprecher sprach am Mittwoch von den frühen Morgenstunden. Nachdem rund 1400 Corona-Infizierte in der Tönnies-Belegschaft nachgewiesen worden waren, hatten die Behörden Mitte Juni die Produktion in dem Werk im nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh gestoppt.

Nach der Schlachtung folgt in der Produktionskette die Zerteilung der Tiere für die weitere Verarbeitung. Eine Genehmigung für den zweiten Produktionsschritt ist allerdings noch offen. Den hat die Stadt Rheda-Wiedenbrück noch nicht erteilt. Zuvor soll es ebenfalls am Donnerstag nochmals eine Begehung der Behörden in diesem Bereich geben. Gutachter sollen sich beispielsweise Trennelemente aus Plexiglasscheiben anschauen, die die Arbeiter bei der schweren körperlichen Arbeit voneinander trennen. Am Freitag soll der Bereich nach Angaben der Stadt im Probebetrieb wieder aufgenommen werden.

Vorteile von Masken: Wie zwei Friseure Corona-Übertragungen verhinderten

05.20 Uhr: In einem Friseursalon in den USA schnitten zwei mit Corona infizierte Mitarbeiter ihren Kunden noch tagelang die Haare - ohne dass es zu Übertragungen kam. Die Behörden haben den Fall rekonstruiert.

Starker Einbruch bei der Gewerbesteuer wegen Coronakrise

05.00 Uhr: Die Coronakrise führt nach Angaben des Deutschen Städtetages zu einem historischen Einbruch bei der Gewerbesteuer - der wichtigsten Einnahmequelle der Kommunen. "Die kommunalen Haushalte werden am Ende des Jahres so hohe Einbußen erleiden, wie wir sie noch nicht erlebt haben", sagte die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Städtetages, Verena Göppert, der Deutschen Presse-Agentur. "Die Gewerbesteuer ist in den vergangenen drei Monaten katastrophal eingebrochen."

Im zweiten Quartal sei die Gewerbesteuer auf die Hälfte des Vorjahresniveaus zusammengeschrumpft, hieß es unter Bezug auf eine Umfrage unter Städten zur Entwicklung des Gewerbesteueraufkommens. Im ersten Halbjahr sei das Gewerbesteueraufkommen insgesamt um etwa 28 Prozent gesunken - darin enthalten sind aber noch Monate vor dem Ausbruch der Krise.

Infolge der Pandemie mit massiven Einschränkungen im öffentlichen Leben sind bei vielen Unternehmen Umsätze und Aufträge weggebrochen und damit die Erträge stark gesunken. Das Gesamtaufkommen der Gewerbesteuer betrug nach Angaben des Städtetags im vergangenen Jahr bundesweit 55,4 Milliarden Euro.

Corona-Pandemie stürzt in Lateinamerika laut Uno 45 Millionen in Armut

04.05 Uhr: Die Corona-Pandemie könnte in Lateinamerika und der Karibik im laufenden Jahr weitere 45,4 Millionen Menschen in die Armut stürzen. Damit gäbe es in der Region 230,9 Millionen Arme, teilte die Uno-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) bei der Vorstellung des aktualisierten Sonderberichts zur Coronakrise  am Mittwoch mit. Demnach würden Ende des Jahres 37,3 Prozent der Menschen in der Region in Armut leben, 15,5 Prozent sogar in extremer Armut. Die Arbeitslosigkeit würde laut der Prognose um 5,4 Prozentpunkte auf 13,5 Prozent steigen.

In der ganzen Region rechnet Cepal für 2020 mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 9,1 Prozent. Damit würde das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Lateinamerika und der Karibik Ende des Jahres in etwa auf dem Niveau von 2010 liegen. Für Brasilien prognostizieren die Vereinten Nationen ein Minus von 9,2 Prozent, für Mexiko von 9,0 Prozent und für Argentinien von 10,5 Prozent. Das einzige Land der Region, in dem die Wirtschaft im laufenden Jahr überhaupt wachsen dürfte, ist Guayana: Wegen der Entdeckung großer Ölvorkommen rechnet Cepal mit einem Plus von 44,3 Prozent.

Kampf gegen Ausbreitung des Coronavirus in Peru: Lateinamerika wird von Armut bedroht

Kampf gegen Ausbreitung des Coronavirus in Peru: Lateinamerika wird von Armut bedroht

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Minsa/ dpa

USA verzeichnen mehr als 67.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

04.05 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen weiteren Rekordwert erreicht: Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Mittwochabend (Ortszeit) 67.632 neue Ansteckungsfälle registriert. Die Zahl der Corona-Toten sei um 795 auf mehr als 137.200 gestiegen. Erst am Samstag hatten die USA mit mehr als 66.500 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet.

In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Johns-Hopkins-Universität zufolge inzwischen bei 3,49 Millionen.

Pubs in Irland bleiben länger geschlossen

04.00 Uhr: Weil sich das Coronavirus in Irland nach Meinung der Regierung wieder zu schnell ausbreitet, bleiben die Pubs auf der Insel noch länger geschlossen als geplant. Die Schließung der beliebten Kneipen werde vorerst bis zum 10. August verlängert, teilte Premierminister Micheal Martin mit. Das Gleiche gelte für Bars, Hotelbars, Nachtclubs und Casinos.

Eigentlich hätten diese schon am kommenden Montag wieder öffnen sollen. Die Priorität der Regierung sei aber, die Reproduktionszahl für die Ausbreitung des Virus wieder unter den Wert von 1 zu bekommen, begründete der Premier die Entscheidung.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben der Regierung in Irland zuletzt zwischen 1,2 und 1,8. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Schnitt zwischen ein und zwei weitere Menschen ansteckt. Ende März hatte der R-Wert bei 0,5 gelegen. Das nordwesteuropäische Land hatte am 18. Mai eine phasenweise Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen begonnen.

Pubs, die auch Essen servieren, dürfen unterdessen schon seit dem 29. Juni wieder öffnen. Weiter bestehen bleiben bis zum 10. aber auch die Beschränkungen von Menschenansammlungen auf bis zu 50 Menschen in geschlossenen Räumen und bis zu 200 unter freiem Himmel. Zudem sagte Martin, dass in Geschäften und Einkaufszentren ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden müsse.

Irland hat nach Angaben der US-amerikanischen Universität Johns Hopkins bisher knapp 25.700 nachgewiesene Infektionsfälle mit dem Coronavirus verzeichnet. Rund 1750 Menschen starben demnach infolge einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat knapp fünf Millionen Einwohner.

Australiens Bundesstaat Victoria verzeichnet Rekordanstieg

03.55 Uhr: Der australische Bundesstaat Victoria meldet mit 317 Coronavirus-Fällen binnen 24 Stunden einen Rekordanstieg. Es ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie auf dem Kontinent. Offiziellen Angaben zufolge sind über Nacht zwei über 80-jährige Männer an den Folgen von Covid-19 verstorben. Melbourne, die Hauptstadt Victorias und Australiens zweitgrößte Stadt, befindet sich seit vergangener Woche infolge steigender Virus-Fälle in einem erneuten Lockdown.

Bolsonaro bestätigt erneuten positiven Corona-Test

02.40 Uhr: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist nach eigener Angabe erneut positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Gestern Morgen habe ich den Test gemacht, gestern Abend kam das Ergebnis, dass ich noch immer positiv bin", sagte Bolsonaro in einem Video auf Twitter . Am Dienstag vergangener Woche hatte der Staatschef bekannt gegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führt er seine Amtsgeschäfte aus der Präsidentenresidenz in Brasília.

Neben den Vereinigten Staaten ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas fast zwei Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 75.000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur wenig getestet wird. Das Land hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so groß wie Deutschland.

Brinkhaus für Zweckbindungen bei EU-Wiederaufbauplan

02.25 Uhr: Vor dem EU-Gipfel zu den geplanten milliardenschweren Coronakrisen-Hilfen hat Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sich für "verbindliche Zweckbindungen" ausgesprochen. "Der 750-Milliarden-Vorschlag der EU-Kommission birgt das Risiko einer gigantischen Fehlallokation von Mitteln", schrieben Brinkhaus und Hessens Europaministerin Lucia Puttrich (beide CDU) in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". "Ohne verbindliche Zweckbindungen, etwa an Reformen, besteht die Gefahr, dass die Gelder neuer Wein in alten Schläuchen sind und damit Strukturen begünstigen, die Europa geschadet haben."

Die Gelder dürften also gerade nicht dazu genutzt werden, "alte, bröckelnde Wirtschaftsstrukturen oder verstaubte Sozialtransfers für ein paar weitere Jahre im komatösen Zustand zu erhalten". "Stattdessen sollten wir in gemeinsamen Projekten den Wohlstand der nächsten Generationen sichern. Das schließt die Förderung von Wasserstofftechnologien, neuen Mobilitätsformen oder europäische Cloud-Lösungen mit ein."

Bei dem am Freitag beginnenden Sondergipfel in Brüssel geht es unter anderem um den Vorschlag der EU-Kommission, 750 Milliarden Euro an den Finanzmärkten aufzunehmen und das Geld dann in ein Konjunktur- und Investitionsprogramm zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise zu stecken. Nach Vorstellung der EU-Kommission sollen 500 Milliarden als Zuschüsse und 250 Milliarden als Kredite vergeben werden. Widerstand gibt es vor allem aus den Niederlanden, Schweden, Dänemark und Österreich. Die sogenannten Sparsamen Vier lehnen hohe Zuschüsse ab und setzen stark auf Kredite. Die Kompromisssuche gilt als schwierig.

Ralph Brinkhaus: "Gefahr, dass die Gelder neuer Wein in alten Schläuchen sind"

Ralph Brinkhaus: "Gefahr, dass die Gelder neuer Wein in alten Schläuchen sind"

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Christian Spicker/ imago images/Christian Spicker

25.000 Jobs bei American Airlines in Gefahr

01.45 Uhr: Die US-Fluggesellschaft American Airlines bereitet angesichts der anhaltenden Belastungen durch die Corona-Pandemie tiefe Personaleinschnitte vor. Rund ein Fünftel der Beschäftigten könnten ab Oktober in unbezahlten Zwangsurlaub geschickt werden, wie aus einem internen Memo vom Mittwoch hervorgeht. 25.000 Angestellte erhielten demnach bereits entsprechende Warnungen.

"Mit steigenden Infektionsraten und mehreren US-Bundesstaaten, die Quarantäne-Restriktionen wieder in Kraft setzen, sinkt die Nachfrage nach Flugreisen wieder", erklärten die Konzernchefs Doug Parker und Robert Isom in dem Schreiben an die Belegschaft. Im Juni seien die Erlöse im Jahresvergleich um über 80 Prozent gesunken. Die Hoffnung auf eine rasche Erholung sei inzwischen verflogen.

US-Fluggesellschaften wie American Airlines mussten sich im Gegenzug für 25 Milliarden Dollar (22 Mrd Euro) an Staatshilfen in der Coronakrise verpflichten, bis Ende September keinen Personalabbau vorzunehmen. Da die Lage der Branche aber weiter prekär ist und sich wegen der erneuten Corona-Eskalation in den USA zuletzt sogar wieder verschlechterte, droht nun eine Entlassungswelle im Herbst.

Auch United Airlines hatte jüngst bereits 36 000 Beschäftigte - über ein Drittel seiner Mitarbeiter - von drohenden Zwangsbeurlaubungen in Kenntnis gesetzt. Nicht alle, die die Warnungen erhalten, müssen jedoch letztlich betroffen sein. US-Unternehmen sind verpflichtet, Angestellte 60 Tage im Voraus zu informieren. Zunächst wollen American und United Airlines weiter auf freiwillige Lösungen setzen.

Maas warnt nach Grenzöffnungen vor Leichtsinnigkeit

01.10 Uhr: Außenminister Heiko Maas hat nach den Mallorca-Partys ohne Sicherheitsabstand vor Leichtsinn beim Urlaub in Corona-Zeiten gewarnt. "Uns ist es gerade erst gelungen, in Europa die Grenzen wieder zu öffnen. Das dürfen wir jetzt nicht durch leichtsinniges Verhalten aufs Spiel setzen", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Sonst werden neue Beschränkungen unvermeidbar sein", führte er auf eine Frage nach möglichen Beschränkungen für Urlaubsrückkehrer aus.

Zu den Partybildern von Mallorca sagte Maas: "So ein Verhalten ist nicht nur gefährlich, sondern auch rücksichtslos gegenüber allen, die auch in Sicherheit ihren Urlaub verbringen möchten." Viele Urlaubsregionen hätten monatelang hart daran gearbeitet, dass Touristen jetzt wieder einreisen können. "Die Regelungen dienen dem Schutz: der Menschen vor Ort, der Freunden in Familien in Deutschland, zu denen wir zurückkehren und letztlich auch den Urlauberinnen und Urlaubern selbst."

BBC und "The Guardian" kündigen Stellenabbau an

00.25 Uhr: Britische Medien werden wegen der Coronakrise Personal entlassen: Die Tageszeitung "The Guardian"  kündigte am Mittwoch den Wegfall von 180 Arbeitsplätzen an, die öffentlich-rechtliche BBC will sogar 520 Stellen streichen. Beim "Guardian" sollen etwa 70 Stellen in der Redaktion sowie weitere Jobs in der Anzeigenabteilung, im Marketing und im Veranstaltungsservice wegfallen, kündigte das Blatt in einem Schreiben an die Mitarbeiter an. Bei der BBC sind Mitarbeiter in der Nachrichtenredaktion betroffen.

"The Guardian"-Chefredakteurin Katharine Viner und Verlagsleiterin Annette Thomas begründeten die Einschnitte mit dem Umsatzverlust aufgrund sinkender Anzeigenerlöse infolge der Corona-Pandemie. Im laufenden Geschäftsjahr sei mit einem Rückgang der Einnahmen in Höhe von mehr als 25 Millionen Pfund (27,6 Millionen Euro) zu rechnen. Die Coronakrise habe zu einer "unhaltbaren finanziellen Perspektive" für die Zeitung geführt.

Auch die BBC muss sparen und hat das Ziel ausgegeben, die Zahl der Stellen um 520 zu reduzieren . Bereits im Januar hatte das Unternehmen die Streichung von Stellen angekündigt, die Pläne wegen der Corona-Pandemie jedoch vorübergehend auf Eis gelegt. Zusätzlich zu den 520 Stellen in der Nachrichtenredaktion sollen weitere 600 Jobs in den Regionalredaktionen in England, Schottland, Wales und Nordirland abgebaut werden.

In der vergangenen Woche hatte bereits der Verlag Reach, der die Boulevardzeitungen "Daily Mirror" und "Daily Express" herausgibt, wegen sinkender Auflagen und Anzeigenerlöse den Abbau von 550 Stellen angekündigt.

Mehr als 75.000 Tote in Brasilien

00.20 Uhr: Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch 39.924 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Infektionen im Land auf 1,996 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 1233 auf 75.366 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektions- und Todesfälle auf.

Gewinne an US-Börsen dank Hoffnung auf Corona-Impfstoff

00.15 Uhr: Hoffnung auf einen Impfstoff gegen die Lungenkrankheit Covid-19 hat der Wall Street weiteren Auftrieb gegeben. Wie schon am Vortag zogen auch am Mittwoch die Standardwerte stärker an als die Technologieaktien. Ein experimenteller Coronavirus-Impfstoff der Biotech-Firma Moderna zeigt nach einer Studie nach ersten Tests ermutigende Ergebnisse. In der ersten Phase der klinischen Tests hätten die Probanden Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt, teilte das an der Studie beteiligte Nationale Institut für Allergien und Infektionskrankheiten mit. Der Impfstoff soll bereits ab Ende Juli an rund 30.000 Probanden getestet werden.

Gute Nachrichten kamen auch von der US-Notenbank: Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten hat sich laut der Fed etwas von ihrem scharfen Einbruch in der Coronakrise erholt. Die wirtschaftliche Aktivität stieg bis zuletzt in fast allen Notenbankbezirken. Allerdings ist die Aktivität immer noch deutlich niedriger als vor dem Übergriff der Pandemie auf die USA.

Die Aktien von Moderna waren auf ein Rekordhoch geschnellt und gewannen am Ende rund sieben Prozent. Biotech-Analyst Cory Kasimov von der Bank JPMorgan sprach von "ermutigenden Zeichen der Wirksamkeit" des Impfstoffs in der neuen Studie.

Wie schon zuvor in Europa beflügelte auch an der Wall Street die Hoffnung auf einen Impfstoff insbesondere die Aktien von Unternehmen aus der Luftfahrtindustrie, die besonders stark unter den virusbedingten Einschränkungen leidet. So schnellten die Anteilscheine der Fluggesellschaften Delta Air Lines, United Airlines und American Airlines zwischen knapp 10 und gut 16 Prozent in die Höhe. Die Papiere des Flugzeugbauers Boeing gewannen an der Dow-Spitze mehr als 4 Prozent.

Wo die Impfstoffforschung steht - und was noch zu tun ist

00.10 Uhr: Mehrere Unternehmen wollen ihre Impfstoffe gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 demnächst an Zehntausenden Freiwilligen testen. Auf der Zielgeraden ist die Impfstoffforschung jedoch noch nicht. Hier lesen Sie den ganzen Text.

Mehr als 300.000 Coronavirus-Fälle in Südafrika

00.05 Uhr: Südafrika zählt seit Mittwochabend mehr als 300.000 Coronavirus-Infektionen. Damit hat das Land die meisten Infektionsfälle in Afrika und zählt zu den zehn Ländern mit den meisten Infektionsfällen weltweit.

Südafrika verzeichnete am Mittwoch 12.757 Neuinfektionen, damit stiegen die Coronavirus-Fälle auf insgesamt 311.049, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Man habe bisher etwa 2,2 Millionen Menschen getestet und insgesamt 160.693 Genesungen und 4.453 Todesfälle verzeichnet, hieß es in der Erklärung.

ptz/cop/fek/ssu/kko/mst/kfr/dpa/Reuters/AFP/AP