+++ News-Update am 11. Juni +++ USA wollen Wirtschaft bei zweiter Infektionswelle nicht erneut stilllegen

Der US-Finanzminister will auch bei erneutem Hochschnellen der Corona-Fallzahlen keinen weiteren Lockdown verhängen. Donald Trump sieht die Wirtschaft trotz gegenteiliger Daten schon bald im Aufschwung. Der Überblick am 11. Juni.
US-Finanzminister Steven Mnuchin: Mangelnde Testkapazitäten als Ursache für ersten Lockdown

US-Finanzminister Steven Mnuchin: Mangelnde Testkapazitäten als Ursache für ersten Lockdown

Foto: POOL/ REUTERS

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Brasilien meldet mehr als 800.000 Infizierte und 40.000 Tote

23.45 Uhr: In Brasilien ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen nach Angaben des Gesundheitsministeriums binnen 24 Stunden um über 30.000 auf nunmehr 802.828 Fälle gestiegen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters Die Zahl der Toten stieg demnach um über 1200 auf 40.919. Brasilien zählt weltweit die zweitmeisten Infektionen und die drittmeisten Toten.

Bierkonsum in Großbritannien auf historischem Tiefstand

21.37 Uhr: In Großbritannien hat die Coronavirus-Pandemie den Bierkonsum einrechen lassen. Im ersten Quartal sei der Verkauf um 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen, teilte der britische Bier- und Kneipen-Verband (BBPA) laut der Nachrichtenagentur AFP mit.

Mit 1,5 Milliarden Pints sei der niedrigste Wert in der 20-jährigen Geschichte des "Bierbarometers" verzeichnet worden. Ausschlaggebend sei der Absatzrückgang in den Pubs gewesen.

Die britische Regierung hatte am 20. März die Schließung von Pubs, Bars und Restaurants angeordnet. Drei Tage später traten dann strikte Ausgangsbeschränkungen in Kraft. In die Statistik flossen somit knapp zwei Wochen ein, in denen die Pubs überhaupt kein Bier ausschenken konnten.

US-Finanzminister Mnuchin gegen möglichen erneuten Lockdown

21 Uhr: Die US-Regierung lehnt einen weiteren Lockdown bei einer möglichen zweiten Coronavirus-Infektionswelle ab. "Wir können die Wirtschaft nicht dicht machen", sagte Finanzminister Steven Mnuchin dem Sender CNBC. "Ich denke, wir haben gelernt, dass man mehr Schaden verursacht, wenn man die Wirtschaft dicht macht", sagte der Minister.

Inzwischen gebe es auch mehr Kapazitäten in Krankenhäusern und bei Tests. "Das ist etwas, das das große Problem und der Grund dafür war, warum der Präsident Teile der Wirtschaft schließen musste", sagte Mnuchin.

US-Präsident Donald Trump sieht die Wirtschaft in seinem Land offenbar trotz weiterhin massiv steigender Arbeitslosenzahlen auf einem guten Weg. Trump sagte auf Twitter ein "sehr gutes drittes Quartal, ein großartiges viertes Quartal, und 2021 eines unserer besten Jahre überhaupt" voraus.

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Buchungen bei Airbnb steigen wieder an

20.30 Uhr: Beim Wohnungsvermittler Airbnb zieht die Nachfrage nach Unterkünften im Zuge der gelockerten Kontakt- und Reisebeschränkungen offenbar wieder an. "Unsere Buchungszahlen zeigen, dass die Reiseaktivität wieder auf die Beine kommt", teilte die Onlineplattform mit. Zwischen dem 17. Mai und dem 6. Juni habe es mehr Buchungen auf Airbnb gegeben als im Vorjahreszeitraum.

Die Nutzer würden sich derzeit insbesondere für Reisen nicht allzu weit von ihrem Wohnort interessieren, teilte Airbnb mit. Demnach wurden in mehr als der Hälfte aller Buchungen im Mai Unterkünfte ausgewählt, die sich höchstens 320 Kilometer vom Wohnort befinden.

Reisewarnung für Schweden bleibt möglicherweise

19.12 Uhr: Für fast alle der 26 EU-Staaten will Deutschland die Reisewarnung für Touristen am kommenden Montag aufheben - für Schweden bleibt sie aber möglicherweise bestehen. Das Auswärtige Amt weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass das EU-Land derzeit die "Pandemiekriterien" für eine Aufhebung der Warnung nicht erfülle. "Überschreitet ein Land die Neuinfiziertenzahl im Verhältnis zur Bevölkerung von weniger als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner kumulativ in den letzten 7 Tagen, bleibt die Reisewarnung bestehen oder wird wieder ausgesprochen. Dies gilt aktuell für Schweden", heißt es dort.

Für Spanien - das beliebteste Urlaubsland der Deutschen - wird die Warnung ebenfalls noch nicht dabei aufgehoben, weil dort noch eine Einreisesperre für Ausländer bis zum 1. Juli gilt. Hingegen soll die Reisewarnung für das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und drei Nicht-EU-Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums aufgehoben werden: Island, Schweiz und Liechtenstein. Für den Schengenstaat Norwegen wird die Reisewarnung wegen einer Einreisesperre erst später aufgehoben.

Magdeburg: Grundschule und Hort müssen schließen

19.05 Uhr: In Magdeburg müssen eine Grundschule und ein Hort wegen mehrerer Corona-Infektionen schließen. "Insgesamt wurden sechs erwachsene Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet und zehn Kinder als Kontaktpersonen untersucht", teilte die Stadt am Donnerstagabend mit. Da auch viele Pädagoginnen und Pädagogen Kontaktpersonen sind, werden die Einrichtungen von Freitag bis voraussichtlich zum 26. Juni geschlossen.

Ein Kind sei positiv getestet worden. Dessen Mutter habe am Montag eine Elternversammlung besucht, auf der 15 andere Eltern und eine Reihe von Lehrern anwesend gewesen seien. Der Amtsarzt empfiehlt allen Kinder der Einrichtung, sich in freiwillige häusliche Quarantäne zu begeben. Der Mediziner betonte: "Alle Kontaktpersonen können ermittelt werden."

Bulgarien erlebt zweite Infektionswelle

18:55 Uhr: In Bulgarien breitet sich das Coronavirus in einer zweiten Welle aus. Das zunächst kaum von der Pandemie getroffene Balkanland verzeichnete am Donnerstag mit 104 Covid-19-Neuerkrankungen binnen 24 Stunden einen Spitzenwert. Eine ursprünglich bis 14. Juni verhängte "epidemische Ausnahmesituation" soll bis Ende des Monats verlängert werden.

Bulgarien befinde sich wohl in einer zweiten Welle der Krankheit, sagte der Oberste Inspektor für Gesundheit und Mitglied des Krisenstabs in Sofia, Angel Kuntschew. Das Virus breite sich jetzt aber vor allem lokal in Netzwerken, sogenannten Clustern, aus. Die Situation könne unter Kontrolle gebracht werden, meinte Kuntschew. In Bulgarien mit seinen knapp sieben Millionen Einwohnern wurden insgesamt 2993 Coronavirus-Infektionen identifiziert. 167 Menschen starben.

Regierungschef Boiko Borissow appellierte, weiter Distanz zu anderen Menschen zu halten und rief zu Disziplin und Desinfektion auf. Die derzeitige Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen soll allerdings ab 15. Juni abgeschafft werden. Die Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase gilt dann nur noch für öffentliche Verkehrsmittel. Die Corona-Einschränkungen wurden bereits weitgehend gelockert: Restaurants und Cafés haben wieder geöffnet. Auch Einkaufszentren, Fitnessstudios, Museen, Theater und Kinos dürfen unter hygienischen Auflagen wieder besucht werden. Die Sommersaison am Schwarzen Meer soll für ausländische Urlauber am 1. Juli beginnen.

Einer der aktuellen Coronavirus-Herde wurde im südbulgarischen Dospat ausgemacht. Dort sollen Mitarbeiterinnen einer Spielwarenfabrik fiebersenkende Tabletten eingenommen haben, um bei der Messung der Körpertemperatur vor Schichtbeginn nicht aufzufallen.

Schlechte Wirtschaft, steigende Infektionen: Börsen stürzen ab

18.30 Uhr: In den vergangenen Wochen haben die Börsen nach dem Corona-Crash im März ein beispielloses Comeback hingelegt. Doch an diesem Donnerstag fuhr der deutsche Leitindex Dax den größten Tagesverlust seit den Anfangstagen der Krise im März ein. Um 4,5 Prozent ging es nach unten.

Der amerikanische Dow Jones verlor sogar noch stärker und liegt aktuell mit mehr als fünf Prozent im Minus. Grund für die Kursverluste sind auch schlechte Nachrichten aus den USA: Dort hat die Notenbank einen pessimistischen Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung gegeben. Und die Infektionszahlen steigen in den USA im Zuge der Wiederöffnung der Wirtschaft enorm an.

Fronleichnam: Feiertag mit Sicherheitsabstand

17.45 Uhr: Die Prozessionen am Fronleichnam fielen vielerorts aus. In Bayern feierten Katholiken stattdessen mit Sicherheitsabstand auf Plätzen und in Kirchen. Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von München und Freising, sagte in seiner Predigt, dass die Corona-Einschränkungen auch dabei helfen könnten, den Blick für den Wert von Religion und öffentlichen Glaubensbezeugungen zu schärfen: "Durch das Bekenntnis zur Wirklichkeit Gottes, die sich auch und gerade ausdrückt in einem Kult, in der sakramentalen Feier, in einer heiligen Handlung, wird unser Alltag durchbrochen", so Marx am Donnerstag laut Redemanuskript bei der Fronleichnamsfeier im Münchner Liebfrauendom.

Der Vorsitzende der Katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sagte in seiner Fronleichnamspredigt am Donnerstag, er könne sich der Forderung mancher nicht anschließen, dass die Kirche auch während der Coronakrise hätte Messen feiern sollen. "Als Kirche sind wir Teil dieser Gesellschaft. Wir gehen sicher nicht einfach in ihr auf, eher wollen und sollen wir Vorbild an Fürsorge und solidarischem Weitblick sein. Und das haben wir in der Krisenzeit deutlich gezeigt", sagte Bätzing laut einer Mitteilung.

Bätzing feierte den Fronleichnam-Gottesdienst in der Kapelle des Limburger Bischofshauses ohne Gemeinde. Der Gottesdienst wurde live im Internet übertragen. Aufgrund der Coronakrise musste auch auf die festliche Fronleichnamprozession verzichtet werden.

Schweden meldet die bislang höchste Anzahl von Neuinfektionen binnen einem Tag

17.35 Uhr: In Schweden seien 1.474 Corona-Erkrankungen innerhalb eines Tages hinzugekommen, teilt die Gesundheitsbehörde mit. Der Rekord-Anstieg sei eine "direkte Konsequenz vermehrter Tests". Dadurch seien auch Fälle erfasst worden, bei denen die Betroffenen nur milde Symptome gezeigt hätten. Insgesamt seien nunmehr 48.300 Infektionen bestätigt. Die Zahl der Corona-Toten kletterte den Angaben zufolge um 19 auf 4.814. Pro Kopf sind das deutlich mehr als in den benachbarten nordeuropäischen Ländern, aber weniger als in den am schlimmsten betroffenen europäischen Staaten Spanien, Großbritannien und Italien. Schweden hat mehr auf freiwillige Maßnahmen statt auf Vorschriften gesetzt. Die Sterblichkeitsrate liegt aber höher als in anderen nordischen Staaten.

Afrika verzeichnet über 200.000 Corona-Fälle

16.48 Uhr: Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Afrika nun mehr als 200.000 bestätigte Corona-Fälle, mehr als 5600 Menschen seien gestorben. Südafrika ist demnach mit 25 Prozent der Fälle am stärksten betroffen. Mehr als 70 Prozent der Todesfälle gebe es in den fünf Ländern: Algerien, Ägypten, Nigeria, Südafrika und im Sudan.

Das Coronavirus hat sich bislang relativ langsam auf dem Kontinent verbreitet, die Gesamtzahl ist noch gering im Vergleich zu anderen Regionen. Der erste Fall trat in Afrika später auf als anderorts, und die meisten Regierungen haben rasch strenge Maßnahmen verhängt. "Aber das Tempo der Ausbreitung wird immer schneller", warnte die WHO-Afrika-Chefin Matshidiso Moeti. Demnach hat es 98 Tage gedauert, bis 100.000 Menschen nachweislich infiziert waren, aber nur weitere 18 Tage bis zur 200.000er-Marke.

Da die Gesundheitssysteme in vielen afrikanischen Staaten sehr schwach sind, ist die Sorge groß, wie die Länder mit einem Anstieg der Corona-Infektionen umgehen. Auf der anderen Seite haben die strengen Lockdown-Maßnahmen verheerende Auswirkungen auf Menschen und Volkswirtschaften. Dabei die Balance zu halten, ist die wohl größte Herausforderung für viele Staaten.

Bundesfinanzminister rechnet mit Corona-Schulden in Höhe von 210 Milliarden Euro

16.40 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz plant einem Zeitungsbericht zufolge 2020 mit einer Nettokreditaufnahme von rund 210 Milliarden Euro. Das Volumen des geplanten zweiten Nachtragshaushalts werde sich auf rund 50 Milliarden Euro belaufen, berichtete das "Handelsblatt" am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise. Zuletzt war Scholz von einem zweiten Nachtragshaushalt in Höhe von rund 30 Milliarden Euro ausgegangen.

Bereits zu Beginn der Coronakrise hatte die Große Koalition einen Nachtragshaushalt in Höhe von 156 Milliarden Euro beschlossen. Zwar hat die Bundesregierung dem Bericht zufolge daraus noch etwas mehr als 60 Milliarden Euro übrig. Diese Mittel reichten aber nicht aus, um die im Konjunkturprogramm beschlossenen Maßnahmen zu finanzieren.

Nach Corona-Ausbruch auf Spargelhof in Bayern: Gesundheitsamt testet 500 Mitarbeiter

16.15 Uhr: Nach 21 positiven Corona-Tests bei Erntehelfern auf einem Spargelhof im bayerischen Landkreis Aichach-Friedberg hat das dortige Gesundheitsamt 500 Mitarbeiter des Betriebs getestet. Unter ihnen gebe es weitere Corona-Fälle, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Donnerstag mit. Bei 200 dieser Mitarbeiter stehe das Ergebnis noch aus, hieß es weiter. Symptome waren bei keinem der Getesteten aufgetreten. Die neuen Infektionszahlen sollen am Montag bekannt gegeben werden.

Offenbar beschränken sich die neuen Corona-Fälle in Aichach-Friedberg auf den Spargelhof: "Außerhalb des Spargelhofs sind die Infiziertenzahlen im Landkreis weiterhin völlig unauffällig, lagen zuletzt bei null", teilte das Landratsamt am Mittwoch mit.

Ohne Zuschauer: Türkische Liga startet am Wochenende wieder

16.02 Uhr: Lukas Podolski sehnt sich dem Wiederbeginn der türkischen Fußballliga am Freitag entgegen. Seit Tagen postet er auf Instagram Fotos von sich auf dem Rasen seines Klubs Antalyaspor. "Ich kann es kaum erwarten, wieder auf dem Platz zu stehen", schrieb er vor rund einer Woche. Seit Mittwoch zählt er die Tage zurück.

Am Freitag beginnt die Süperlig nach fast drei Monaten Pause wieder. Den Auftakt machen die Klubs Göztepe gegen den Erstplatzierten Trabzonspor und Fenerbahce Istanbul gegen Kayserispor. Podolski muss sich noch bis Samstag gedulden, dann tritt Antalyaspor gegen den fünftplatzierten Besiktas Istanbul an. Allerdings finden die Spiele - wie auch in der Bundesliga - ohne Zuschauer statt, und es müssen zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden.

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Größere Familienfeste, mehr Kunden in Geschäften: Nordrhein-Westfalen lockert weiter

15.20 Uhr: In Nordrhein-Westfalen gehen ab 15. Juni weitere Lockerungen an den Start. Demnach dürfen Hochzeiten und andere Familienfeste unter Auflagen wieder größer gefeiert werden - mit bis zu 50 Teilnehmern. Öffentliche Veranstaltungen mit bis zu hundert Personen werden unter Auflagen erlaubt, etwa mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern und der Rückverfolgbarkeit der Teilnehmer. Auch Veranstaltungen mit mehr als hundert Zuschauern sind ab kommendem Montag wieder zulässig. Dann gelten aber in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden erweiterte Schutzvorschriften. Bei Theatern, Konzertsälen und anderen Veranstaltungsorten mit festen Sitzplätzen kann die Abstandsregelung von 1,5 Metern entfallen. Dann muss ein Sitzplan erstellt werden, der genau erfasst, wo welche anwesende Person gegessen hat. Das Grillen ist auf öffentlichen Plätzen und in Parks wieder möglich. Floh- und Trödelmärkte sind mit Hygiene- und Infektionsschutzkonzepten erlaubt. Auch Wellnesseinrichtungen und Saunabetriebe können unter Hygieneauflagen wieder öffnen. Dasselbe gilt für Erlebnis- und Spaßbäder. Der Handel darf von Montag an wieder mehr Kunden gleichzeitig in die Läden lassen. Statt einer Person je zehn Quadratmeter Verkaufsfläche ist dann ein Käufer je sieben Quadratmeter erlaubt. Dies gilt auch für die Besucherbegrenzungen in Museen und Ausstellungen sowie in Zoos.

Die positive Entwicklung der Infektionszahlen mache das möglich, teilte die Düsseldorfer Staatskanzlei am Donnerstag mit. Seit den ersten Lockerungen am 20. April sei die Zahl der Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen um mehr als 75 Prozent zurückgegangen. Das erlaube weitere Schritte, "in eine verantwortungsvolle Normalität zu gehen".

1,54 Millionen neue Arbeitslose in den USA

15.15 Uhr: In den USA verlieren trotz Öffnung der Wirtschaft inmitten der Coronakrise nach wie vor zahlreiche Menschen ihren Job. In der vergangenen Woche meldeten sich 1,54 Millionen Menschen neu arbeitslos, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Damit haben seit Beginn der Coronavirus-Pandemie rund 44,2 Millionen Menschen neu Arbeitslosenhilfe beantragt.

Im Vergleich zu den vergangenen Wochen und Monaten gingen die Meldungen der Arbeitslosen zurück: In der Vorwoche hatten knapp 1,9 Millionen Menschen ihren Job verloren, in der Woche davor rund 2,1 Millionen. Ende März hatte sich binnen einer Woche die Rekordzahl von 6,87 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet.

Abschlussprüfungen in Russland fallen wegen Corona aus

15.05 Uhr: Millionen Schüler in Russland kommen wegen der Coronkrise um ihre Abschlussprüfung herum. Ein entsprechendes Dekret unterschrieb Ministerpräsident Michail Mischustin am Donnerstag in Moskau. Jugendliche, die nach der Schule eine Ausbildung beginnen, können demnach mit ihrem Abschlusszeugnis an eine Berufsschule wechseln. Wer an einer Universität studieren will, muss aber eine Aufnahmeprüfung ablegen. Die Schulen wollten die Schüler "aus der Ferne" darauf vorbereiten, hieß es.

Ab Juli: Ägypten will einige Urlaubsorte für Touristen öffnen

14.48 Uhr: Nach einer monatelangen Grenzschließung wegen des Coronavirus will Ägypten einige seiner Urlaubsorte ab 1. Juli wieder für Touristen aus dem Ausland öffnen. Der Flugverkehr in die "am wenigsten vom Virus betroffenen" Küstenregionen solle dann wieder aufgenommen werden, sagte Informationsminister Osmaa Haikal am Donnerstag. Der staatlichen Nachrichtenseite "Al-Ahram" zufolge sind dies Marsa Matruh am Mittelmeer, der Süden der Sinaihalbinsel sowie das Rote Meer. Dort liegen auch Ägyptens beliebteste Badeorte Hurghada und Scharm al-Scheich.

2019 reisten rund 13 Millionen Menschen in den Wüstenstaat, um unter anderem Zeit am Roten Meer oder am Mittelmeer zu verbringen oder um antike Schätze zu besichtigen. Aus Deutschland kommen jedes Jahr die mitunter meisten Besucher. Die Bundesregierung hatte die Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie am Mittwoch für mehr als 160 Länder außerhalb der EU, darunter auch Ägypten, bis zum 31. August verlängert.

Brasilianer wollen am Wochenende trotz Corona weiter gegen Bolsonaro demonstrieren

14.40 Uhr: Die Organisatoren der Demonstrationen gegen Präsident Jair Bolsonaro haben zu weiteren Protesten aufgerufen. "Unser Ziel ist zu zeigen, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen die tödliche Politik der Regierung und die Drohungen eines Bruchs mit der Demokratie ist", sagte Danilo Pássaro, Fan des SC Corinthians und einer der Organisatoren der Bewegung "Somos Democracia". Die Proteste sind für Sonntag in verschiedenen Städten Brasiliens angekündigt. Bereits am vergangenen Sonntag waren in São Paulo und anderen brasilianischen Städten Tausende Menschen auf die Straße gegangen.

Dem brasilianischen Präsidenten wird neben antidemokratischen Tendenzen auch Rassismus und ein fahrlässiger Umgang mit der Corona-Pandemie vorgeworfen, er spricht von einer "leichten Grippe" und lehnt Einschränkungen sowie Schutzmaßnahmen ab. Seine Anhänger kritisieren in der Coronakrise immer wieder das Oberste Gericht, den Kongress und die Anti-Corona-Maßnahmen.

Rettungsschwimmer warnen vor Schwäche der Badegäste

14.20 Uhr: Der Sommer naht, der Badesee lädt zum Abkühlen ein. Doch beim Baden an unbewachten Badestellen sollten die Menschen diesen Sommer besonders vorsichtig sein, warnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Die Organisation befürchtet, dass die Schwimmfertigkeit durch die wochenlang geschlossenen Schwimmbäder und die ausgefallenen Schwimmkurse gesunken ist. Da Freibäder nicht wie gewohnt zugänglich seien und Menschen wegen Corona Abstand suchten, ziehe es viele Menschen an offene Badestellen, sagte Frank Villmow aus dem DLRG-Präsidium. Dies berge große Risiken.

Millionen-Kredit für Mainzer Impfstoff-Hersteller

14.10 Uhr: Mit Biontech hat ein deutsches Biopharma-Unternehmen viel Geld für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Lungenerkrankung Covid-19 erhalten. Der Mainzer Firma würden bis zu 100 Millionen Euro von der Europäische Investitionsbank (EIB) zur Verfügung gestellt, teilte die EU-Kommission mit . Biontech werde den Kredit unter anderem zur Erweiterung seiner Produktionskapazitäten verwenden, um den Impfstoff im Fall einer erfolgreichen Testphase schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen.

Biontech hat als erstes europäisches Unternehmen mit der klinischen Prüfung eines Covid-19-Impfstoffkandidaten begonnen. Im April startete die erste klinische Studie in Deutschland, gefolgt von einer weiteren klinischen Studie in den Vereinigten Staaten Anfang Mai. Mit vier parallel getesteten Impfstoffkandidaten gehöre das Programm von Biontech zu den umfangreichsten weltweit. Ende Juni oder Juli werden erste klinische Daten zu den Impfstoff-Tests erwartet.

EU-Kommissarin fordert schnelles Ende der Grenzkontrollen

13.55 Uhr: Etliche europäische Länder verhängten zu Beginn der Coronakrise Grenzkontrollen und Einreiseverbote. Damit soll nach Ansicht der schwedischen EU-Innenkommissarin Ylva Johansson bald Schluss sein. Sie appellierte an die EU- und Schengenstaaten die Beschränkungen bereits bis kommenden Montag (15. Juni) aufzuheben. Man sei in der guten Situation, dass die pandemische Situation sich in allen Staaten stark verbessert habe. Außerdem gehe die EU-Gesundheitsbehörde ECDC davon aus, dass interne Grenzkontrollen im Moment kein wirksames Mittel gegen die Pandemie seien. Die Bundesregierung hat bereits am Mittwoch entschieden, die Einschränkungen bis zum 16. Juni aufzuheben.

Die Grenzen zu Johanssons Heimatland Schweden werden derweil von vielen Ländern kritischer beäugt als andere. So öffnet Finnland sich ab Montag etwa für Reisende aus dem Baltikum und den anderen skandinavischen Ländern. Die Lage bei den schwedischen Nachbarn, so die finnische Innenministerin Maria Ohisalo, sei dagegen leider so schlecht, dass die für das Land geltenden Beschränkungen noch nicht aufgehoben werden könnten. Auch bei der Lockerung der Einreisebestimmungen nach Dänemark waren Schweden zuletzt ausgenommen worden, mehrere deutsche Bundesländer haben ebenfalls eine zweiwöchige Quarantäne-Pflicht für Urlaubs-Rückkehrer aus Schweden verhängt.

RKI meldet Anstieg an Corona-Infizierten

13.20 Uhr: Die Zahl der akut Infizierten in Deutschland ist dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge erstmals seit rund zwei Monaten wieder gestiegen. Am Donnerstag wurden demnach 555 Neuinfizierte von den Gesundheitsämtern gemeldet. Die Zahl der infektiösen Menschen stieg somit auf rund 5460. In den vergangenen Monaten war diese zentrale Zahl stetig gefallen, was Grund für die weitgehenden Lockerungen der Corona-Auflagen war.

Anmerkung: Man kann "akut Infizierte" zwar als Momentaufnahme oder Größenordnung ableiten, wenn man die Genesenen und die Todesfälle von der Gesamtzahl abzieht, aber für einen kurzfristigen Vergleich oder Trend kann ein solcher Schätzwert nicht verwendet werden, lässt das RKI mitteilen.

 

Schrittweise Öffnung der EU-Außengrenzen ab dem 1. Juli

13.10 Uhr: Die EU-Kommission hat sich für eine schrittweise Öffnung der EU-Außengrenzen ab dem 1. Juli in Abhängigkeit von der Corona-Lage im jeweiligen Drittstaat ausgesprochen. "Die Reisebeschränkungen sollten zunächst mit Ländern aufgehoben werden, deren epidemiologische Situation dem EU-Durchschnitt entspricht und in denen ausreichende Kapazitäten für den Umgang mit dem Virus vorhanden sind", erklärte die Brüsseler Behörde am Donnerstag. Dafür in Frage kommen demnach zuerst die Länder des westlichen Balkans.

"Da die Gesundheitssituation in bestimmten Drittländern weiterhin kritisch ist, schlägt die Kommission zum jetzigen Zeitpunkt keine generelle Aufhebung der Reisebeschränkung vor", führte die Kommission aus. Brüssel rufe die EU-Mitgliedstaaten auf, sich auf eine gemeinsame Liste von Ländern zu einigen, für die Lockerungen bei der Einreise in den Schengen-Raum ab dem 1. Juli möglich sind.

Neben der Gesundheitssituation sollten die Mitgliedstaaten dabei auf "Gegenseitigkeit" achten: Nur zu Ländern, die ihrerseits Beschränkungen für Bürger aus allen Schengen-Ländern aufgehoben hätten, sollten die Grenzen geöffnet werden, forderte die Kommission. Die Westbalkan-Staaten Serbien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Kosovo und Albanien sollen demnach in jedem Fall auf die Liste.

Corona-Mindestabstand muss in sächsischen Grundschulen nicht eingehalten werden

13.02 Uhr: In den sächsischen Grundschulen muss der Mindestabstand von anderthalb Metern zum Schutz vor einer Corona-Ansteckung nicht eingehalten werden. Die mit der aktuellen Verordnung geltende Abweichung von dieser Regelung sei rechtmäßig, entschied das sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) am Donnerstag in Bautzen. Das OVG wies damit die Klage einer Grundschullehrerin zurück, die wegen der erhöhten Ansteckungsgefahr im Unterricht ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit als verletzt ansah. In Sachsen dürfen seit dem 18. Mai alle Kinder wieder in die Kitas und Grundschulen gehen. Lehrer, Eltern und Erzieher protestieren - doch die Landesregierung hält an ihrem Weg fest.

Corona-Warn-App kostet den Bund rund 20 Millionen Euro

12.55 Uhr: Die Entwicklung der Corona-Warn-App des Bundes durch den Softwarekonzern SAP und die Deutsche Telekom wird rund 20 Millionen Euro kosten. So hieß es am Donnerstag aus Regierungskreisen in Berlin. Dazu kommen noch Betriebskosten in Höhe von 2,5 bis 3,5 Millionen Euro monatlich, wovon der Großteil auf den Betrieb von zwei Hotlines bei der Deutschen Telekom entfällt. Dort können sich die Anwender bei der Installation der App helfen lassen und telefonisch ein positives Testergebnis in die App eintragen lassen. Die Infizierten erhalten dabei von dem Callcenter einen Freischaltcode.

Die Kosten für die Softwareentwicklung bewegen sich damit am unteren Ende der von der Bundesregierung prognostizierten Größenordnung in Höhe eines "zweistelligen Millionenbetrags". Bei den Kosten für die Callcenter müsse berücksichtigt werden, dass die Anwender nicht in langen Warteschlangen landen sollten. Außerdem wolle man den Service nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und Türkisch zur Verfügung stellen.

Die sogenannte Tracing-App soll helfen, Infektionsketten leichter und schneller zu erkennen. Wird ein Nutzer positiv getestet und dieser Status in der App erfasst, sollen andere Anwender informiert werden, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben.

"Le Confiné": Franzosen benennen Käse-Kreation nach Ausgangssperre

12.40 Uhr: Ein Käserei-Ehepaar aus Ostfrankreich hat während der Coronavirus-Ausgangssperre per Zufall einen neuen Weichkäse entwickelt, um unverkaufte Produkte zu retten. Um den Munster nicht wegwerfen zu müssen, entschieden Laura und Lionel Vaxelaire aus der Gemeinde Saulxures-sur-Moselotte in den Vogesen, den Käse einfach unangetastet im Keller liegen zu lassen. Das Ergebnis, ein mit essbaren Schimmelkulturen überzogener Munsterkäse, überzeugte das Ehepaar, und es entschloss sich, "Le Confiné" den Kunden anzubieten.

Den Namen erhielt der Weichkäse demnach wegen der Umstände, unter denen er entstanden war. "Le Confiné" kann mit "der Abgestandene" aber auch "der Abgekapselte" übersetzt werden. Die Ausgangsbeschränkung heißt auf Französisch "confinement".

Coronakrise trifft Arbeitsmarkt in Frankreich

12.15 Uhr: Frankreich hat im ersten Quartal 2020 fast eine halbe Million Arbeitsplätze im privaten Sektor verloren. Dies ist auf einen historischen Rückgang der Leiharbeit wegen der Coronakrise zurückzuführen, wie die Statistikbehörde Insee mitteilte. Bei der Leiharbeit wurde ein Rückgang von 40 Prozent verbucht. Vor allem befristete Verträge wurden von den Unternehmen nicht mehr verlängert. Insgesamt sind demnach im privaten Sektor 497.400 Nettoarbeitsplätze verloren gegangen, hinzu kommen 4900 im öffentlichen Sektor.

Coachella-Musikfestival fällt in diesem Jahr aus

11.38 Uhr: Das legendäre Coachella-Musikfestival in Kalifornien fällt wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus. Nachdem die ursprünglich für April geplante Veranstaltung zunächst auf Oktober verschoben worden war, sagte die Gesundheitsbehörde nun ganz ab. Grund sei die Sorge, dass im Herbst die nächste Corona-Welle drohen könne.

Es sei ihm klar, dass die Absage zahlreiche Menschen betreffe, erklärte der Behördenchef Cameron Kaiser. Die Gesundheit der Allgemeinheit gehe jedoch vor. Neben dem Coachella-Festival, das sich innerhalb der vergangenen 20 Jahre zu einem der wichtigsten Musikereignisse der Welt entwickelt hat, wurden bereits zahlreiche andere Großveranstaltungen in den USA wegen des Coronavirus abgesagt, darunter das Tech-Festival South by Southwest und das Ultra Music Festival.

Nepal: Proteste gegen Corona-Antwort der Regierung

11.35 Uhr: In Nepal haben knapp tausend Menschen gegen das Verhalten der Regierung in der Coronakrise demonstriert. Sie forderten mehr Corona-Tests, einen konkreten Plan zur Eindämmung der Pandemie und zum Ende des Lockdowns. Zudem verlangten sie, dass Millionen im Ausland gestrandete Arbeiter nach Hause geholt werden. Die Polizei ging mit Tränengas und Wasserkanonen gegen die zunächst friedlichen Demonstranten vor. Mehrere Menschen wurden festgenommen.

Das südasiatische Land ist nach UN-Angaben eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Wegen des Lockdowns wurden Millionen Menschen arbeitslos. Nach offiziellen Zahlen gibt es dort mehr als 4300 Corona-Fälle.

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Industrieproduktion in Italien bricht erneut ein

11.15 Uhr: Die italienische Industrie hat ihre Produktion im April wegen der Coronakrise erneut massiv heruntergefahren. Die Zahlen folgen auf einen bereits drastischen Absturz im März. Nach Angaben des Statistikamts Istat vom Donnerstag lag die gesamte Herstellung 19,1 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Im Jahresvergleich brach die Produktion gar um 42,5 Prozent ein. Analysten hatten im Monatsvergleich im Durchschnitt einen noch heftigeren Einbruch, im Jahresvergleich dagegen einen etwas geringeren Einbruch erwartet.

Disney will Vergnügungsparks in Kalifornien im Juli wiedereröffnen

11.00 Uhr: Der US-Unterhaltungsriese Walt Disney hat konkrete Pläne für die Wiedereröffnung seiner pandemiebedingt geschlossenen Vergnügungsparks in Kalifornien präsentiert: Ab 9. Juli soll das Disneyland Resort schrittweise und unter Sicherheitsauflagen wieder aufgemacht werden, teilte der Konzern mit.

Zuvor war bereits die Wiedereröffnung des Disney World Resorts in Florida am 11. Juli genehmigt worden. Für den Entertainment-Giganten ist das Geschäft mit Vergnügungsparks, Ferienresorts und Kreuzfahrten eine der wichtigsten Erlösquellen.

Ab Mitte Juli will Disney Vergnügungsparks mit Sicherheitskonzept wieder öffnen.

Ab Mitte Juli will Disney Vergnügungsparks mit Sicherheitskonzept wieder öffnen.

Foto: Paul Hiffmeyer/ dpa

Weltärzte-Chef: WHO braucht mehr Geld in Afrika

10.50 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, sorgt sich in der Coronakrise um Afrika. Die Lage auf der Südhalbkugel sei "dramatisch", vielen Ländern dort fehlten für die Gesundheitsversorgung breiter Bevölkerungsteile schlicht die Mittel, sagte Montgomery der "Neuen Osnabrücker Zeitung" am Donnerstag. "Hier muss die Weltgesundheitsorganisation dringend einspringen." Montgomery forderte, dass die Mitgliedstaaten der WHO mehr Geld zur Verfügung stellen müssten.

Die USA hatten mitten in der Coronakrise der WHO die Zusammenarbeit aufgekündigt. Trump wirft der Organisation vor, unter chinesischem Einfluss zu stehen. Zugleich verwies er darauf, dass die USA bislang viel mehr Geld bezahlten als China.

Weltärzte-Chef Montgomery sagte, die WHO müsse von politischer Einflussnahme befreit und zu einem "Weltgesundheitsamt" ausgebaut werden. Mit einem Neustart müsse aus der WHO ein schlagkräftiger, aber rein wissenschaftlich-medizinischer Akteur werden.

Einsatz von Lehramtsstudierenden: Bundesbildungsministerium befürwortet Vorschlag der Grünen

10.30 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) befürwortet den Einsatz von Lehramtsstudierenden in den Schulen in der Corona-Pandemie. Mit einigen Bundesländern gebe es Gespräche darüber, wie Lehramtsstudierende als Unterstützung in den Unterricht eingebunden werden können, sagte Karliczek am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin".

Grünenchefin Annalena Baerbock hatte am Mittwoch vorgeschlagen, auch Lehramtsstudierende für den Unterricht heranzuziehen, um den erhöhten Personalbedarf an den Einrichtungen während der Pandemie decken zu können.

Nach dem Willen der Kultusministerkonferenz (KMK) sollen die Schulen nach den Sommerferien bundesweit zum Regelbetrieb zurückkehren. "Dies muss uns gelingen", bekräftigte Karliczek. In der Coronakrise sei allen viel zugemutet worden - etwa Homeschooling und Homeoffice zusammenzubringen. In möglichst vielen Bereichen müsse nun "zur Normalität" zurückgekehrt werden. Es gehe um "Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit" nach den Sommerferien, sagte die Ministerin.

Wegen der Corona-Pandemie waren die Schulen seit Mitte März bundesweit geschlossen. Seit Anfang Mai findet zwar wieder Präsenzunterricht statt, jedoch in stark eingeschränktem Umfang. Viele Kinder können nur tage- oder wochenweise in die Schule gehen.

Lateinamerika entwickelt sich nach Angaben der WHO zum Coronavirus-Brennpunkt

10.15 Uhr: Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters sind in der Region über 70.000 Menschen dem Virus erlegen. Das am stärksten betroffene Land ist Brasilien: Offiziellen Angaben zufolge sind 40.000 Todesfälle verzeichnet, die dritthöchste Zahl an Todesopfern weltweit nach den Vereinigten Staaten und Großbritannien. In Mexiko sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bislang 15.357 Menschen an den Folgen der Atemwegserkrankung gestorben. Es wird davon ausgegangen, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt. Auch in Peru, Chile und Kolumbien kam es zu einer raschen Verbreitung des neuartigen Coronavirus.

Experten erwarten wegen Corona tiefrote Zahlen in der Autoindustrie

10.10 Uhr: Die Auswirkungen der Coronakrise dürften die Bilanzen der Autokonzerne im zweiten Quartal noch weitaus schlimmer abstürzen lassen als bisher. Branchenexperten gehen davon aus, dass die Mehrzahl der großen Hersteller im Juli rote Zahlen präsentieren muss. "Gerade Unternehmen, die vor allem auf dem europäischen Markt engagiert sind, wird es im zweiten Quartal hart treffen, denn hier war der Absturz besonders massiv", sagte der Leiter des Bereichs Automotive & Transportation bei EY, Constantin M. Gall, am Donnerstag.

Schon in den ersten drei Monaten des Jahres hat die Krise riesige Löcher in die Kassen gerissen. Zusammengenommen verbuchten die größten Hersteller im operativen Geschäft nur noch rund 7,5 Milliarden Euro Gewinn, wie EY in seiner regelmäßigen Branchenanalyse berechnet hat. Das ist ein Einbruch um mehr als die Hälfte im Vergleich zum ersten Quartal 2019 und der niedrigste Stand seit 2009. Die Verkaufszahlen gingen um 21 Prozent zurück, der Umsatz immerhin nur um 9 Prozent.

Frankreich dringt auf eine Einigung in der EU

8.50 Uhr: Frankreich dringt auf eine Einigung in der EU über das geplante 750 Milliarden Euro schwere Hilfspaket bis Juli. "Es gibt keine andere Lösung als eine Einigung bis Juli", sagt Amelie de Montchalin, Staatssekretärin im Europa-Ministerium, dem Hörfunksender BFM Business. "Wenn wir keinen Konjunkturplan haben, werden wir ein Problem haben."

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Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

mav/fdi/apr/fek/dpa/AFP/Reuters
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